2582/2018
„Wie inklusiv ist das Quartier?“
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Anlage 2 Präsentation zum Projekt -wie inklusiv ist das quartier-
2584 Zeichen
Siedlung für alle! Wie inklusiv ist das Quartier? Präsentation zum Zwischenbericht Isabel Maniura, Simon Flick Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 2 Agenda Das möchten wir heute vorstellen Projektablauf Angewandte Methoden Beteiligungsaktionen Zwischenfazit Ergebnisse aus den Beteiligungen Nächste Schritte Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 3 Projektablauf „Siedlung für alle! Wie inklusiv ist das Quartier?“ 1. Auftaktgespräche 2. Quartiersbegehungen und Beteiligungsaktionen 3. Zwischenbericht 4. Entwicklung des Kriterienkatalogs 5. Endbericht Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 6 Beteiligungsaktionen Berliner Straße Methoden Soziale Akteure haben Teilnehmende gezielt angesprochen Die Ergebnisse liefern keinen Durchschnitt der im Stadtteil lebenden Menschen Die Situation war nicht völlig frei, sondern konstruiert (trotz nicht festgelegter Strecke) Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 7 Beteiligungsaktionen Kannebäcker-Siedlung Methoden Direkte Ansprache über Flyer oder auf dem Wochenmarkt Die Ergebnisse liefern ebenfalls keinen Durchschnitt der im Quartier lebenden Bewohnerinnen und Bewohner Ebenfalls keine freie, sondern konstruierte Situation Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 8 Zwischenfazit Bei speziellen Themen (Barrierefreiheit) muss man die Leute gezielt ansprechen Eine breiter angelegte Ansprache (Flyer) bringt nicht unbedingt eine höhere Beteiligung Bestimmte Gruppen (Menschen mit Migrationshintergrund) müssen anders angesprochen werden Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 9 Ergebnisse aus den Beteiligungen Hauptthemen: Sichtbarkeit Begegnungsorte Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 10 Ergebnisse aus den Beteiligungen Hauptthemen: Sicherheit (im Straßenverkehr) Wege- und Bodenqualität Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 11 Ergebnisse aus den Beteiligungen Hauptthemen: Öffentlicher Nahverkehr Bewusstsein und Rücksichtnahme Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 12 Ergebnisse aus den Beteiligungen Hauptthemen: Wegebeziehungen Zwischenbericht Wie inklusiv ist das Quartier? Seite 13 Nächste Schritte Zusammen mit den sozialen Akteuren und den Akteuren aus den Stadtteilen sollen nun die Kriterien erarbeitet werden Die Kriterien werden in einem Kriterienkatalog zusammengefasst Nach dem Kriterienkatalog wird der Endbericht verfasst Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Mitteilung Ausschuss
16366 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
V/5001/2
Vorlagen-Nummer
2582/2018
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Soziales und Senioren 06.09.2018
Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 10.09.2018
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 13.09.2018
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 17.09.2018
Stadtentwicklungsausschuss 20.09.2018
Bezirksvertretung 7 (Porz) 01.10.2018
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 05.11.2018
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 05.11.2018
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 08.11.2018
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 12.11.2018
Verkehrsausschuss 13.11.2018
Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 14.11.2018
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 15.11.2018
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 15.11.2018
„Wie inklusiv ist das Quartier?„
Exemplarische Erhebung der Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit zweier
Wohnquartiere und Erarbeitung eines hieraus abgeleiteten Kriterienkatalogs
hier: Zwischenbilanz
Um älteren Menschen und Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben, eine aktive Teil-
habe und einen möglichst langen Verbleib in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen, werden in-
klusive Wohnquartiere benötigt.
Im Auftrag der Stadt Köln wurde durch Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen seit April exemplarisch
in den beiden Wohnquartieren Kannebäcker-Siedlung (Humboldt-Gremberg) und Berliner Straße
(Mülheim) deren Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit erhoben. Die Ergebnisse dieser Er-
hebung werden im Folgenden vorgestellt.
Im nächsten Schritt soll hieraus ein Kriterienkatalog abgeleitet werden, wie bestehende Wohnquartie-
re generationengerecht und barrierefrei umgestaltet und neue Wohnquartiere von Anfang an inklusiv
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gestaltet werden können.
1) Untersuchungsmethoden
Die Erhebungen fanden unter aktiver Beteiligung der im Wohnquartier lebenden älteren Menschen
und Menschen mit Behinderung statt.
Um Zugangsschwellen so gering wie möglich zu machen, sind die Planerinnen und Planer mit den
Beteiligungsangeboten aktiv auf die Menschen zugegangen. Zudem haben sie alle Veranstaltungen
und Veröffentlichungen umfassend barrierefrei gestaltet.
In den beiden Quartieren wurden unterschiedliche Beteiligungsformen erprobt.
Kannebäcker-Siedlung
Abbildung 1: Ungesicherte Querungsstelle Vallendarer Straße / Westerwald Straße, ® Stadt Köln
Zur Erhebung der Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit in der Kannebäcker-Siedlung wur-
den vier Beteiligungsveranstaltungen durchgeführt:
Ein Informationsstand für Besucherinnen und Besucher des Wochenmarkts an der Gremberger
Straße.
Zwei Stadtteilspaziergänge mit vorheriger Diskussion im ehemaligen Waschhaus am Hillscheider
Weg, also an einem vertrauten Ort mitten in der Siedlung.
Eine Veranstaltung in Räumen des direkt an die Siedlung angrenzenden Pfarrzentrums St. En-
gelbert, wo die bisher eingebrachten Anmerkungen und Vorschlägen vorgestellt wurden und die
Möglichkeit zu Kommentierungen und Ergänzungen bestand.
Die Beteiligung erfolgte in Abstimmung mit dem Sozialraumkoordinator, der an der abschließenden
Veranstaltung auch selbst teilgenommen hat.
Für die Teilnahme an diesen Beteiligungsangeboten
wurde durch Studierende der TH Köln, Bachelorstu-
diengang Soziale Arbeit (Dr. Holger Spieckermann)
geworben. Sie haben im Mai 2018 im Auftrag der GAG
Immobilien AG die Mieterinnen und Mieter der sich im
Eigentum der GAG Immobilien AG befindenden Häuser
in der Kannebäckersiedlung interviewt.
Abbildung 2: Werbung der GAG Immobilien AG
für ihre Quartiersentwicklung in der Kannebä-
ckersiedlung, ® GAG Immobilien AG
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Durch frühzeitige Absprache mit der GAG Immobilien AG und der TH Köln war es möglich, in den
Fragebogen auch Fragen zum Themenfeld Barrierefreiheit und Generationengerechtigkeit aufzuneh-
men.
Von den Studierenden sind 205 Personen interviewt worden. 16 Personen zeigten sich interessiert,
sich im Bereich der Barrierefreiheit einzubringen und an einer Stadtteilbegehung teilzunehmen. (Zum
Vergleich: 39 zeigten sich interessiert, an einem Mieterfest teilzunehmen.)
Zudem plant das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen zusammen mit dem Amt für Kinder,
Jugend und Familie seit September 2017 im Stadtteil Humboldt-Gremberg zwischen Humboldtpark
und Gremberger Wäldchen eine Reihe von Maßnahmen, die das Leben in diesem Viertel attraktiver
machen sollen. Die Maßnahme ist Teil des lntegrierten Stadtentwicklungskonzepts „Starke Veedel –
Starkes Köln“ und wird ebenfalls durch vielfältige und umfangreiche Beteiligungsangebote an die
Bürgerinnen und Bürger begleitet. Im Juli 2018 wurde den Bürgerinnen und Bürgern durch das beauf-
tragte Planungsbüro der Vorentwurf vorgestellt. (Entsprechend der Vorgaben des Grünhandbuchs
Köln werden bei dieser Planung die Anforderungen der Barrierefreiheit beachtet.)
Berliner Straße
Zur Erhebung der Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit im Quartier Berliner Straße in Mül-
heim-Nord wurden insgesamt fünf Beteiligungen durchgeführt:
Eine Gesprächsrunde mit anschließendem gemeinsamem Rundgang mit Bewohnerinnen und
Bewohnern des Senioren- und Behindertenzentrums der Sozialbetriebe Köln (SBK) an der Tiefen-
talstraße.
Ein Stadtteilspaziergang mit gehbehinderten Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers, ver-
mittelt über das Bürgerzentrum MüTZe.
Ein Stadtteilspaziergang mit gehörlosen und teilweise auch kognitiv beeinträchtigten Bewohnerin-
nen und Bewohnern des Quartiers, vermittelt über das Franz-von-Sales-Zentrum für Gehörlose
der Caritas.
Eine Veranstaltung in Räumen des im Quartier liegenden Bürgerzentrums MüTZe, wo die bisher
eingebrachten Anmerkungen und Vorschlägen vorgestellt wurden und die Möglichkeit zu Kom-
mentierungen und Ergänzungen bestand.
Ein Besuch des Spielplatzes Rixdorfer Straße mit einer Kinder- und Jugendfreizeitgruppe der Le-
benshilfe e. V. Köln, vermittelt über das inklusive Jugendzentrum Support51 in Köln-Mülheim.
Die Beteiligung erfolgte in Abstimmung mit der Sozialraumkoordinatorin, die an der abschließenden
Veranstaltung auch selbst teilgenommen hat.
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Abbildung 3: Durch Falschparker eingeschränkter Gehweg Rixdorfer Straße, ® Stadt Köln
2) Untersuchungsergebnisse
Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen fasst die Ergebnisse Beteiligungsveranstaltungen in der
Kannebäcker-Siedlung so zusammen:
Die in Köln Humboldt-Gremberg bzw. speziell auch der Kannebäcker-Siedlung angebotenen Parti-
zipationsveranstaltungen wurden dazu genutzt, um zahlreiche von den Bewohnerinnen und Be-
wohnern als Mängel und Problemlagen empfundene Orte zu identifizieren. Zentrale Aspekte, die
vielfach geäußert wurden, können als wesentliche Ergebnisse der Begehungen und Aktionen im
Quartier ausgemacht werden.
Besonders der bauliche Zustand der Kannebäcker-Siedlung wurde vielfach thematisiert und kriti-
siert. Die Wege- und Bodenqualität im Wohngebiet wird als mangelhaft empfunden. Zahlreiche
Unebenheiten, lose Bodenplatten und beschädigte Stellen im Bodenbelag wie Löcher bedeuten
deutliche Problembereiche für die Anwohnerschaft. Nahezu jeder Teilnehmende, unabhängig da-
von, ob mobilitäts-eingeschränkt oder nicht, erzählte von Stürzen im Bekanntenkreis aufgrund der
als miserabel empfundenen Bodenbeschaffenheit. Fehlende Bordsteinabsenkungen stellen be-
sonders die in der Siedlung zahlreich ansässigen älteren Menschen mit Rollator, aber natürlich
auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie Personen mit Kinderwagen vor große Heraus-
forderungen. Für die Teilnehmenden der Quartiersaktionen von essenzieller Bedeutung ist auch
der sonstige Zustand der Siedlung. Besonderer Bedarf wird in der Umgestaltung des so genannten
„braunen Wegs“ gesehen. Ein adäquates Entwässerungssystem bzw. ein geeigneter Bodenbelag
sowie auch die Aufwertung dieser zentralen Grünfläche werden gefordert. Nicht nur der aktuelle
Zustand dieser Grünachse, sondern auch das Fehlen von Sitzmöglichkeiten sind einer zukünftig
gewünschten Aufenthaltsqualität momentan abträglich.
Einen vielfach kritisierten Aspekt stellt die Beleuchtungssituation besonders im Siedlungsgebiet
dar. Nicht nur sorgt sie für ein Unsicherheitsempfinden bei Teilen der Bewohnerschaft, sondern sie
erhöht auch das Sturzrisiko und bedeutet für viele eine zusätzliche Barriere.
Allerdings bilden nicht nur bauliche oder stadtplanerische Mängel eine Vielzahl an Barrieren, die
von den Veranstaltungsteilnehmenden benannt wurden. Eine Vielzahl an Barrieren besteht auf-
grund fehlender Rücksichtnahme durch andere Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherin-
nen und Besucher im Quartier. Durch parkende Fahrzeuge blockierte Übergänge, zugeparkte
Gehwege und weitere rücksichtslose Verhaltensweisen im Siedlungsgebiet erschweren oftmals die
Bewegungsmöglichkeiten im Quartier, speziell für ältere Menschen mit Rollator. Auch die innerhalb
des Wohngebietes von den Teilnehmenden häufig beobachteten Geschwindigkeitsüberschreitun-
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gen durch Pkw bergen ein hohes Risiko, nicht nur für die Projektzielgruppe, sondern für die An-
wohnenden allgemein. Von zentraler Bedeutung für die Interessierten der durchgeführten Veran-
staltungen, was nicht im direkten Zusammenhang mit dem Thema Barrierefreiheit steht, war ein
als zentral wahrgenommenes Problem im Umgang mit dem Thema Müllentsorgung.
Die Einrichtung eines informellen Treffpunkts im Gebiet der Kannebäcker-Siedlung war ein wichti-
ges Anliegen der Bewohnerschaft. Das Fehlen eines solchen Ortes wird als großer Mangel erlebt.
Im Zusammenhang damit wurde bei allen Veranstaltungen eine Umnutzung des ehemaligen
Wasch-hauses am Hillscheider Weg in der Kannebäcker-Siedlung angeregt. Gerade auch für die
oft älteren Bewohner, die nicht mehr in vollem Umfang mobil sind, wäre ein solcher Begegnungs-
ort, beispielsweise in Form eines Cafés, ein niedrigschwelliges Angebot, um mit anderen Men-
schen in Kontakt zu treten, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erfahren und somit Generati-
onengerechtigkeit im Quartier zu schaffen.1
Ergänzend: Ergebnisse der Befragung durch Studierende der TH Köln
Von den 205 interviewten Personen äußerten sich 46 Personen zufrieden mit der Barrierefreiheit der
Siedlung. Dem stehen 56 negative Nennungen gegenüber. Am häufigsten wurde hier Stufen, Trep-
pen und (fehlende) Aufzüge genannt.
Unter dem Stichwort Generationengerechtigkeit wurde 13x auf fehlende Angebote für Kinder und Ju-
gendliche und 8x Spielplätze benannt. Während altengerechte Wohnungen nur 3x genannt wurden.
Der Begriff wird also nicht nur auf Senioreninnen und Senioren bezogen.
Die einzelnen Kritikpunkte decken sich also ganz überwiegend mit den Kritikpunkten, die bei den
durch Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen organisierten Beteiligungsangeboten angesprochen
worden sind.
Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen fasst die Ergebnisse Beteiligungsveranstaltungen an der Ber-
liner Straße so zusammen:
Im Rahmen der im Umfeld der Berliner Straße in Mülheim-Nord durchgeführten Beteiligungsaktio-
nen wurden zahlreiche Aspekte mehrfach genannt, demonstriert und bemängelt. Wesentliche
Problembereiche, die vielfach zum Ausdruck kamen, können als zentrale Ergebnisse der Untersu-
chungen und Erhebungen vor Ort identifiziert werden.
Eine Vielzahl an Barrieren besteht nicht aus baulichen oder stadtplanerischen Fehlplanungen,
sondern geht auf fehlende Rücksichtnahme durch andere Bewohnerinnen und Bewohner sowie
Besucherinnen und Besucher im Quartier gegenüber Menschen mit Behinderung zurück. Zuge-
parkte Gehwege, blockierte Leitsysteme und andere behindernde und unachtsame Verhaltenswei-
sen im öffentlichen Raum schränken die Fortbewegungs-möglichkeiten im Quartier für mobilitäts-
eingeschränkte Menschen ein oder machen sie gänzlich unmöglich. Hierbei ist jedoch zwischen
erwachsenen Personen und behinderten Kindern zu unterscheiden. Das Bewusstsein und die
Rücksichtnahme auf Kinder mit Einschränkungen ist in der Kölner Öffentlichkeit vermutlich ausge-
prägter als für behinderte Erwachsene.
Alle realisierten Beteiligungsformate verdeutlichten aber auch städtebauliche und verkehrliche
Mängel, die Barrieren und Hindernisse für viele Bevölkerungsgruppen darstellen. Oft müssen vor
allem Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer bei der Bewegung durch ihr Quartier auf die Fahr-
bahnen ausweichen, da wichtige Übergänge sowie zwingend notwendige Bordsteinabsenkungen
an vielen Orten fehlen. Zu schmale Gehwege sowie der generell vielerorts mangelhafte Zustand
der Wegequalität schränken die Nutzbarkeit für mobilitätseingeschränkte Personen enorm ein. Das
Ausweichen auf die Straße sorgt wiederum für neue Probleme, weil die Menschen mit Hindernis-
sen in Form von Schlaglöchern konfrontiert werden. Eine zusätzliche Gefahrenquelle birgt der flie-
ßende Verkehr; hier kommt es häufig zu Gefährdungslagen für die Betroffenen.
1 Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen: Zwischenbericht zur exemplarischen Erhebung der Generationenge-
rechtigkeit und Barrierefreiheit zweier Wohnquartiere und Erarbeitung eines daraus abgeleiteten Kriterienkata-
logs, Juli 2018.
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Eine Schwierigkeit in der barrierefreien Gestaltung der Städte liegt darin, dass sich die Gruppe der
Menschen mit Behinderung äußerst heterogen hinsichtlich der jeweiligen Gestaltungsanforderun-
gen des öffentlichen Raums darstellt. Die für blinde Personen notwendigen taktilen Leitsysteme
können beispielsweise eine Hürde für andere Menschen mit Behinderung darstellen. Die Trennung
von Rad- und Gehwegen, die für Gehörlose eine sehr sinnvolle Maßnahme darstellen würde, be-
deutet für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer eine zusätzliche Barriere. Die unterschiedlichen
Bedürfnisse von Menschen mit einer Behinderung sind nicht zwangsläufig mit denen, die eine an-
dere Behinderung haben, vereinbar. Im Extremfall stehen sich die unterschiedlichen Schutzbelan-
ge sogar gegenüber.
Konflikte im Miteinander wurden als weiteres wesentliches Hindernis von den verschiedenen Teil-
nehmerinnen und Teilnehmern der Beteiligungen thematisiert. Insbesondere bei der Nutzung des
öffentlichen Personennahverkehrs, speziell der KVB-Fahrzeuge, kommt es häufig zu konfliktbehaf-
teten Ereignissen mit anderen Fahrgästen oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kölner Ver-
kehrsbetriebe.
Im Verlauf der in Mülheim-Nord durchgeführten Veranstaltungen wurde deutlich, dass oft schon
kleine bauliche Maßnahmen eine große Erleichterung bringen können und das Quartier zumindest
barriereärmer gestalten. Die Instandsetzung der Bodenbeläge auf Gehwegen und Fahrbahnen, die
Einrichtung adäquater und ausreichender Beleuchtungssituationen im Gesamtgebiet, aber auch
ein anderer, bewussterer Umgang mit der Konzipierung von Parkflächen würden das Inklusionspo-
tenzial Köln Mülheims deutlich steigern.
Grundsätzlich ist die Bildung eines Bewusstseins von fundamentaler Bedeutung, um ein generati-
onengerechtes und barrierefreies Veedel zu ermöglichen. Um die Belange und Bedürfnisse von
Menschen mit Behinderung zum Beispiel während Planungsprozessen zu berücksichtigen, ist zu-
nächst die Bewusstseinsschaffung für diese Bevölkerungsgruppen von zentraler Relevanz. 2
3) Nächste Schritte
Die Ergebnisse der Erhebung werden den Bewohnerinnen und Bewohnern der Kannebäckersiedlung
auf dem Mieterfest der GAG Immobilien AG am 15.09.2018 und der Stadtteilkonferenz Mülheim-Nord
am 26.09.2018 vorgestellt.
Parallel hierzu wird aus den Ergebnissen der Erhebungen, unter Hinzuziehung der Ergebnisse ver-
gleichbarer Projekte und unter Berücksichtigung der vorhandenen Fachliteratur ein Kriterienkatalog
erarbeitet. Auch dieser Arbeitsschritt wird unter Beteiligung der Expertinnen und Experten in eigener
Sache erfolgen.
Der Kriterienkatalog wird dann auf Veranstaltung in den beiden Wohnquartieren vorgestellt und ab-
schließend den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt werden.
Gez. Greitemann
Anlagen:
Presseberichte
Präsentation zentraler Ergebnisse des Zwischenberichtes
2 Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen: Zwischenbericht zur exemplarischen Erhebung der Generationenge-
rechtigkeit und Barrierefreiheit zweier Wohnquartiere und Erarbeitung eines daraus abgeleiteten Kriterienkata-
logs, Juli 2018.
Anlage 1 Presseberichte
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Anlage 1: Presseberichte Kölner Stadt Anzeiger, 28.06.2018 2 Kölner Wochenspiegel, 04.07.2018
Beratungsverlauf (14)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2582/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 21.09.2018
- Erstellt
- 03.08.2018 09:07