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Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018
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Pegel_Köln_Arbeitsmarkt_01-2020
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Pegel Köln 1/2020
Handel
Beschäftigungsentwicklung in Köln und im
Regionalvergleich 2008 bis 2018
Pegel Köln – 1/2020
Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 2
Zum Inhalt des Pegels
• M it rund 68 400 Beschäftigten und einem Branchenanteil von zwölf Prozent im Jahr 2018 ist
der Handel hinter dem Gesundheits- und Sozialwesen die zweitgrößte Branche in Köln.
Allerdings ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 2008 von rund 70 700
auf 68 400 Beschäftigte leicht zurückgegangen (-3,3%).
• Von Mitte 2008 bis 2018 gab es lediglich im Einzelhandel einen Beschäftigungszuwachs von
neun Prozent (+2 900 Arbeitsplätze). Gleichzeitig ging die Beschäftigung im Großhandel
(-4 000 Personen oder -14%) und im Handel mit Kraftfahrzeugen (-1 200 Arbeitsplätze oder -
13%) zurück.
• D ie größte absolute Beschäftigungszunahme innerhalb des Einzelhandels gab es im
Onlinehandel (+1 300 Arbeitsplätze oder +302%). Hier zählt Köln auch im Regionalvergleich zu
den Spitzenreitern. Dieses Branchensegment besitzt zudem den höchsten Anteil an
hochqualifizierten Arbeitskräften: 31 Prozent der Frauen und Männer besitzen dort einen
akademischen Berufsabschluss.
• Im stationären Einzelhandel sind insgesamt rund 1 600 neue Arbeitsplätze entstanden. Um
knapp ein Drittel (+500 Arbeitsplätze oder +28,6%) ist dabei die Zahl der Beschäftigten im
Lebensmitteleinzelhandel gestiegen. Diese Teilbranche ist – ebenso wie Supermärkte und
Kaufhäuser – durch einen hohen Frauen- und Teilzeitanteil sowie einen geringen Anteil an
Hochqualifizierten gekennzeichnet.
• Der Teilzeitanteil im Handel liegt mit 30 Prozent im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (28%) nur
leicht höher. Allerdings sind dort Frauen mit 48 Prozent wesentlich öfter als Männer (14%)
teilzeitbeschäftigt.
• Im Regionalvergleich steht Köln mit einem Branchenanteil von zwölf Prozent hinter dem
Spitzenreiter Hamburg (15%) und Düsseldorf (14%) an dritter Stelle der Vergleichsstädte.
Allerdings liegt die Beschäftigungsentwicklung in Köln sowohl hinter der von NRW und Bund
sowie allen anderen deutschen Großstädten.
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Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 3
Bedeutung des Handels für den Standort Köln
Nach der Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wird der deutsche Einzelhandel seinen
Umsatz 2019 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 536 Milliarden Euro steigern. Während
der stationäre Einzelhandel, der zwar den allergrößten Teil des Gesamtumsatzes im Handel ausmacht
(89%), um 1,2 Prozent zulegen soll, wird ein deutlich größeres Wachstum für den Onlinehandel
erwartet. Er soll um rund neun Prozent zulegen.1
Der Handel ist die zweitgrößte Wirtschaftsbranche in Köln. Wie sich hier die Beschäftigtenzahlen
innerhalb der letzten zehn Jahre entwickelt haben und in welchem Umfang der Onlinehandel auch in
Köln an Bedeutung gewonnen hat, ist Inhalt dieser Publikation.
Die Wirtschaftsregion Köln ist ein historisch gewachsener Handelsstandort. Die Hauptgründe dafür
sind die verkehrsgünstige Lage und die lange Tradition als Ort des Warenumschlags. Köln gilt als
Einkaufsmetropole: Jährlich ist die City Ziel für über zwei Millionen Menschen aus dem unmittelbaren
Einzugsbereich der Region sowie Touristinnen und Touristen aus dem In-und Ausland. Als Messeplatz
für jährlich 25 internationale Leit- und 80 Fachmessen, 2 000 Kongresse und rund 30
Gastveranstaltungen mit insgesamt mehr als 340 000 Besucherinnen und Besuchern, ist Köln Zentrum
lebendiger Handelsströme und Sitz zahlreicher mit dem Groß-, Fach- und Einzelhandel befasster
Institutionen.2
Der Handel ist mit rund 68 400 Beschäftigten und einem Branchenanteil von zwölf Prozent im Jahr
2018 hinter dem Gesundheits- und Sozialwesen (70 500 Beschäftigte) die zweitgrößte Branche in
Köln. Nach Informationen der IHK-Köln sind hier alle Sparten des Handels stark vertreten:3 der
Großhandel mit 3 300 Unternehmen, der Einzelhandel mit 11 600 Unternehmen sowie die, dem
Großhandel zugehörige, 900 Unternehmen starke Handelsvermittlung.4
Die Bedeutung des Handels in Köln spiegelt sich in vielen Facetten wieder: Mit Galeria Karstadt Kaufhof
und Rewe Group sind hier zwei der international bedeutendsten Handelskonzerne vertreten. So ist
Köln Hauptsitz des Handelsmultis REWE, das mit rund 11 500 Mitarbeitenden in der Kölner Region
bedeutendste Handelszentrum in Nordrhein-Westfalen. Die REWE Supermärkte gehören zur REWE
Group, der Nummer drei im europäischen Lebensmittelhandel und damit einem der führenden
Handels- und Touristikkonzerne in Europa. Gegenüber 2017 war die REWE-Group mit einem Umsatz
von rund 61 Mrd. Euro im Deutschlandgeschäft 2018 (+4,7%) die Nummer zwei im deutschen
Lebensmitteleinzelhandel. Auch das Online-Geschäft wuchs kräftig um 22,4 Prozent.5
Weitere renommierte Firmen wie Saturn aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik und
Globetrotter als größter Outdoor-Fachmarkt in Deutschland haben ihren Standort in Köln. Hinzu
kommen die Deutschlandzentralen und Logistikzentren internationaler Großunternehmen wie Barilla,
Bull, JT International, Pernod Ricard oder Smyth Toys.
Mit der Schildergasse, einer der meistbesuchten Einkaufsstraßen in Deutschland und Europa, gilt Köln
zudem als Shopping-Metropole: Zahlreiche internationale Handelsketten nutzen die Schildergasse und
die benachbarte Hohe Straße als Testmarkt für ihr Deutschland-Engagement und trendige Meilen wie
die Ehren- oder Mittelstraße sind bei jüngeren Zielgruppen sehr beliebt.6
1 HDE Handelsverband Deutschland, siehe auch unter: https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/11902-jahresprognose-
einzelhandel-hde-erwartet-2019-zwei-prozent-umsatzwachstum, aufgerufen am 7.10.2019
2 Koelnmesse, siehe auch unter: https://www.koelnmesse.de/Koelnmesse/Messen-und-Veranstaltungen/index.php, aufgerufen am 5.9.2019
3 Siehe auch unter: https://www.ihk-koeln.de/upload/IHK_UnternehmenKreise_Internet_3832.pdf, aufgerufen am 3.11.2019
4 Die Handelsvermittlung ist die Tätigkeit von Handelsmaklern und Handelsvertretern und besteht in der Zusammenführung von Anbietern
und Nachfragern unterschiedlicher Waren
5 REWE Group Geschäftsbericht 2018, siehe auch unter: https://www.rewe-group-geschaeftsbericht.de/start/index.html, aufgerufen am
5.09.2019
6 Siehe auch unter: https://www.stadt-koeln.de/artikel/20019/index.html, aufgerufen am 6.9.2019
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Das Einzugsgebiet Kölns erstreckt sich bis nach Rheinland-Pfalz, den östlichen Teil der Beneluxländer
und bis ins südliche Westfalen/Siegerland. In der Vorweihnachtszeit kommt Kundschaft aus dem
gesamten Mitteleuropa sowie aus Großbritannien, den Niederlanden und Nordfrankreich nach Köln.
Gleichzeitig haben im Einzelhandel in den letzten Jahren starke Strukturverschiebungen
stattgefunden. Bei nur geringen realen Umsatzsteigerungen setzte sich der Konzentrationsprozess
fort. Viele Einzelhändler/-innen mussten ihr Geschäft aufgeben. Insbesondere der nicht filialisierte
Einzelhandel verlor Marktanteile, während Discounter und Fachmärkte dazu gewinnen konnten.
Hinzu kommt die weiter zunehmende Bedeutung des Onlinehandels: Im Zuge der Digitalisierung
gehört der E-Commerce zu den wenigen Boom-Sparten der ansonsten stagnierenden Branche und ein
Ende dieses Trends ist nicht absehbar. Während Warenhäuser, Fachgeschäfte und Versandhändler
Einbußen verbuchen, legen die Onlineportale des Handels - wie beispielsweise Amazon und Zalando -
weiter zu. Der Zuwachs bei den virtuellen Handelshäusern macht den ortsansässigen Einzelhändlern
zunehmend zu schaffen. Doch auch die stationären Geschäfte entdecken das Netz und bieten ihre
Waren im Internet an – in steigendem Maße auch kleine Mittelständler.
Leichter Beschäftigungsrückgang im Kölner Handel
Von 2008 bis 2018 ist in Köln die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handel von
rund 70 700 um 2 300 auf 68 400 Beschäftigte leicht zurückgegangen (-3,3%). Gleichzeitig erhöhte
sich die Beschäftigung im gesamten Dienstleistungssektor (+28,6%) und der Kölner Wirtschaft
insgesamt (+24,3%) deutlich. Der Beschäftigtenanteil des Handels an allen Branchen sank von 15,5 auf
12,0 Prozent (Tabelle 1).
Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel 2008 bis 2018
Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
absolut in %
Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 8 925 7 677 7 646 7 369 7 420 7 740 -1 185 -13,3
Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 29 541 25 641 26 756 25 132 24 758 25 496 -4 045 -13,7
Handelsvermittlung 14 435 9 920 9 632 7 312 6 710 6 234 -8 201 -56,8
Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren 73 70 65 56 54 62 - 11 -15,1
Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren 2 560 2 636 3 559 4 129 4 424 4 612 2 052 80,2
Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern 3 668 4 359 4 949 4 957 5 129 5 972 2 304 62,8
Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 208 670 823 496 486 569 361 173,6
Großhandel mit sonstigen Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör 1 735 1 657 1 621 1 577 1 672 2 160 425 24,5
Sonstiger Großhandel 6 862 6 329 6 107 6 605 6 283 5 887 - 975 -14,2
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 32 269 32 140 32 670 32 111 33 503 35 159 2 890 9,0
Einzelhandel mit Waren verschiedener Art 11 004 10 909 10 430 8 449 9 306 10 096 - 908 -8,3
Einzelhandel mit Nahrungsmitteln in Verkaufsräumen 1 761 1 478 1 451 1 619 2 158 2 264 503 28,6
Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) 579 676 511 557 648 630 51 8,8
Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 1 221 1 562 1 482 1 965 1 893 2 196 975 79,9
Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf 4 973 4 605 5 223 4 971 4 388 4 581 - 392 -7,9
Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren 1 749 1 881 1 811 1 843 1 873 1 887 138 7,9
Einzelhandel mit sonstigen Gütern 10 529 10 556 11 016 11 981 12 084 11 777 1 248 11,9
Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten 36 42 42 43 47 53 17 47,2
Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) 417 431 704 683 1 106 1 675 1 258 301,7
Handel Insgesamt 70 735 65 458 67 072 64 612 65 681 68 395 -2 340 -3,3
Dienstleistungssektor insgesamt 378 062 382 141 407 013 431 316 457 480 486 266 108 204 28,6
Alle Branchen 457 652 463 323 488 107 512 224 538 112 568 635 110 983 24,3
Anteil am Dienstleistungssektor 18, 7 17, 1 16, 5 15, 14, 4 14, 1
Anteil an allen Branchen 15, 5 14, 1 13, 7 12, 6 12, 2 12,0
2016 2018
Veränderung 2008-2018
Handel 2008 2010 2012 2014
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Über die Hälfte der Beschäftigten arbeitet im Einzelhandel
Innerhalb der Gesamtbranche waren zur Jahresmitte 2018 rund 35 200 Personen im Einzelhandel (ohne
KFZ-Handel) sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Tabelle 1). Damit ist gut jeder zweite
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte des Handels in diesem Branchensegment tätig. Dahinter
folgen die Bereiche Großhandel einschließlich Handelsvermittlung (25 500 Arbeitsplätze) mit einem
Branchenanteil von 37 Prozent sowie Handel mit Kraftfahrzeugen einschließlich Instandhaltung und
Reparatur (7 700 Arbeitsplätze) mit einem Branchenanteil von 11 Prozent.
Die beschäftigungsintensivsten Teilsegmente innerhalb des Branchensegments Einzelhandel (ohne
KFZ-Handel) sind Einzelhandel mit sonstigen Gütern7 (11 800 Beschäftigte), Einzelhandel mit Waren
verschiedener Art8 (10 100 Beschäftigte) und Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker-
und Einrichtungsbedarf (4 600 Beschäftigte). Der Onlinehandel ist dagegen mit rund 1 700
Beschäftigten vergleichsweise dünn besetzt.
Im Teilbereich Großhandel (ohne KFZ-Handel) dominieren die Handelsvermittlung (6 200 Beschäftigte),
der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern (6 000 Beschäftigte) und der Sonstige Großhandel9
(5 900 Beschäftigte).
Beschäftigungszuwachs lediglich im Einzelhandel
Innerhalb des Kölner Handels gab es von Mitte 2008 und 2018 lediglich im Einzelhandel (ohne KFZ-
Reparatur) einen Beschäftigungszuwachs von neun Prozent (+2 900 Arbeitsplätze). Gleichzeitig ging
die Beschäftigung im Bereich Großhandel (ohne KFZ-Handel) um rund 4 000 Personen oder 14 Prozent
zurück, ebenso wie im Segment Handel mit Kraftfahrzeugen einschließlich Instandhaltung und Reparatur,
wo die Zahl der Beschäftigten um rund 1 200 Personen oder 13 Prozent abgenommen hat (Tabelle 1).
Höchster Beschäftigungszuwachs im Onlinehandel
Innerhalb des Einzelhandels verzeichnete der Onlinehandel mit einem Plus von rund 1 300
Arbeitsplätzen (+301,7%) im Betrachtungszeitraum die größte absolute Beschäftigungszunahme.
Dieser hohe relative Zuwachs ist Ausdruck eines sogenannten Basiseffekts, der durch geringe
Ausgangswerte entsteht. Der Onlinehandel besitzt auch den höchsten Anteil an hochqualifizierten
Arbeitskräften: 31 Prozent der Frauen und Männer besitzen dort einen akademischen Berufsabschluss,
wobei hochqualifizierte Frauen (35%) gegenüber Männern (28%) leicht überrepräsentiert sind (Grafik
3). Begründet ist dieser hohe Anteil an Hochqualifizierten im Onlinehandel durch die spezifischen
Anforderungsprofile im IT-Bereich, die viel technisches Knowhow verlangen.
Im stationären Einzelhandel sind im Ergebnis rund 1 600 neue Arbeitsplätze entstanden: Deutliche
Beschäftigungszuwächse erzielten dabei der Einzelhandel mit sonstigen Gütern (+1 200 Arbeitsplätze
oder +11,9%) und der Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (+1 000
Arbeitsplätze oder +79,9%).
Immerhin um knapp ein Drittel (+500 Arbeitsplätze oder +28,6%) ist die Zahl der Beschäftigten im
Einzelhandel mit Nahrungsmitteln (Lebensmitteleinzelhandel) gestiegen. Diese Teilbranche ist – ebenso
wie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (Supermärkte und Kaufhäuser) – durch einen hohen
7 Einzelhandel (Detailhandel) mit Bekleidung, mit Schuhen und Lederwaren, mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, mit
kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln, mit Blumen, Pflanzen, Sämereien, Düngemitteln, zoologischem Bedarf und lebenden
Tieren, mit Uhren und Schmuck, mit Antiquitäten und Gebrauchtwaren sowie Apotheken.
8 Diese Gruppe umfasst den Einzelhandel mit einem breit gefächerten Warensortiment in derselben Einheit, etwa in Supermärkten oder
Kaufhäusern.
9 Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen, mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug, mit Holz, Baustoffen,
Anstrichmitteln und Sanitärkeramik, mit Metall- und Kunststoffwaren für Bauzwecke sowie Installationsbedarf für Gas, Wasser und Heizung,
mit chemischen Erzeugnissen, mit sonstigen Halbwaren sowie mit Altmaterialien und Reststoffen.
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Frauen- und Teilzeitanteil (Grafiken 1+2) sowie einen geringen Anteil an Hochqualifizierten
gekennzeichnet (Grafik 3). In den übrigen Branchensegmenten stagnierte dagegen die Beschäftigung
oder war leicht rückläufig.
Beschäftigungsrückgänge im Großhandel
Im Großhandel gab es den stärksten Beschäftigungsrückgang um rund 8 200 Personen oder
57 Prozent bei der Handelsvermittlung, der auch durch die Beschäftigungszuwächse im Großhandel mit
Verbrauchs- und Gebrauchsgütern (+2 300 Arbeitsplätze oder 62,8%) und Großhandel mit Nahrungs- und
Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (+2 100 Arbeitsplätze oder +80,2%) nicht kompensiert
werden konnte. Allerdings konnte der Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikations-
technik seine Beschäftigtenzahl fast verdoppeln. Hier liegt auch der zweitgrößte Anteil an
Hochqualifizierten: Etwa 36 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer verfügen über eine höhere
Qualifikation (Grafik 3).
Hoher Frauenanteil im Lebensmitteleinzelhandel sowie in Supermärkten und
Warenhäusern
Im Handel arbeiten etwa gleich viele Frauen (48%) wie Männer (52%). Damit liegen die Beschäftigten-
anteile von Frauen und Männern etwa in der Größenordnung wie bei der Gesamtbeschäftigung
46% oder 54%, Grafik 1).
Innerhalb des Handels sind die Beschäftigtenanteile von Frauen im Sonstigen Einzelhandel (77%), im
Lebensmitteleinzelhandel (67%) sowie im Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (64%) am höchsten.
Genau in diesen Branchen mit hohem Frauenanteil ist auch der Teilzeitanteil höher, weil dort
überwiegend Frauen arbeiten (Grafiken 1 und 2).
Grafik 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel - Anteil Frauen in Prozent 2018
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
48
21
23
24
24
26
32
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45
48
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53
64
67
77
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Handel insgesamt
KFZ-Handel und Reparatur
Großhandel Informations- und Kommunikationstechnik
Großhandel Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör
Einzelhandel Informations- und Kommunikationstechnik
Großhandel Nahrungs- und Genussmittel
Sonstiger Großhandel
Einzelhandel Haushaltsgeräte, Textilien, Einrichtungsbedarf
Handelsvermittlung
Onlinehandel
Großhandel Gebrauchs- und Verbrauchsgütern
Tankstellen
Einzelhandel Verlagsprodukte, Sport- und Spielwaren
Einzelhandel Waren verschiedener Art
Einzelhandel Lebensmitteln
Sonstiger Einzelhandel
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Grafik 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel - Anteil Teilzeitbeschäftigte in Prozent 2018
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
Grafik 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel – Anteil Hochqualifizierte in Prozent 2018
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
48
15
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30
8
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13
13
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15
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49
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0 10 20 30 40 50 60 70
Handel insgesamt
Großhandel Informations- und Kommunikationstechnik
Großhandel Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör
KFZ-Handel und Reparatur
Sonstiger Großhandel
Großhandel Nahrungs- und Genussmittel
Großhandel Gebrauchs- und Verbrauchsgütern
Einzelhandel Informations- und Kommunikationstechnik
Handelsvermittlung
Einzelhandel Haushaltsgeräte, Textilien, Einrichtungsbedarf
Onlinehandel
Einzelhandel Verlagsprodukte, Sport- und Spielwaren
Tankstellen
Sonstiger Einzelhandel
Einzelhandel Nahrungsmittel
Einzelhandel Waren verschiedener Art
Insgesamt
Männer
Frauen
12
2
4
5
8
13
18
13
11
16
17
16
19
24
36
35
11
3
5
5
5
8
7
10
11
12
11
13
15
22
29
28
12
3
4
5
6
9
10
11
11
13
14
14
17
23
30
31
0 5 10 15 20 25 30 35 40
Handel insgesamt
Tankstellen
Einzelhandel Waren verschiedener Art
Einzelhandel Nahrungsmittel
Einzelhandel Haushaltsgeräte, Textilien, Einrichtungsbedarf
KFZ-Handel und Reparatur
Großhandel Nahrungs- und Genussmittel
Großhandel Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör
Sonstiger Einzelhandel
Sonstiger Großhandel
Einzelhandel Verlagsprodukte, Sport- und Spielwaren
Einzelhandel Informations- und Kommunikationstechnik
Großhandel Gebrauchs- und Verbrauchsgütern
Handelsvermittlung
Großhandel Informations- und Kommunikationstechnik
Onlinehandel
Insgesamt
Männer
Frauen
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Dagegen sind Frauen in den Bereichen KFZ-Handel und Reparatur (21%), Großhandel mit Informations-
und Kommunikationstechnik (23%), Großhandel mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör sowie
Einzelhandel mit Informations- und Kommunikationstechnik (jeweils 24%) weit unterrepräsentiert.
Überdurchschnittliche Teilzeitquote im Handel vor allem bei Frauen
Mit 30 Prozent liegt der Teilzeitanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handel im
Vergleich zur Gesamtwirtschaft (28%) nur leicht höher (Grafik 2). Allerdings sind Frauen mit 48 Prozent
wesentlich öfter als Männer (14%) teilzeitbeschäftigt. Dementsprechend bewegen sich die
Frauenanteile in den meisten Teilbereichen zwischen ein und zwei Dritteln und liegen damit deutlich
über den jeweiligen Anteilen der männlichen Beschäftigten (8 bis 52%).
Die höchsten Anteile von Teilzeitbeschäftigten im Handel gibt es im Bereichen Einzelhandel mit Waren
verschiedener Art (52%), Lebensmitteleinzelhandel (52%), Sonstiger Einzelhandel (49%) und Tankstellen
(49%): Jede(r) Zweite ist hier teilzeitbeschäftigt. Das sind auch die Bereiche, in denen zwischen zwei
Drittel und drei Viertel der Beschäftigten Frauen sind (siehe oben).
Regionalvergleich:
Köln mit vierthöchstem Branchenanteil und negativer Beschäftigungsdynamik
Im Regionalvergleich belegt Köln mit 68 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handel zur
Jahresmitte 2018 den vierten Platz hinter Berlin (172 200 Beschäftigte), Hamburg (143 200
Beschäftigte) und München (95 900 Beschäftigte).
Gemessen am Beschäftigtenanteil des Handels an allen Branchen (Branchenanteil) steht Köln (12,0%)
hinter dem Spitzenreiter Hamburg (14,7%) und Düsseldorf (13,7%) an dritter Stelle der
Vergleichsstädte (Tabelle 2, Grafik 4). Damit liegt die Domstadt sowohl unter dem Beschäftigtenanteil
von NRW (14,4%) als auch dem Bundesdurchschnitt (13,5%).
Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel 2018 – Regionalvergleich
Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 7 740 5 407 6 156 19 308 15 223 11 614 4 945 4 946 131 395 655 715
Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 25 496 26 944 14 490 35 197 57 831 30 386 12 670 5 372 348 741 1388 787
Handelsvermittlung 6 234 6.139 3.233 8.970 6.894 6.242 1.673 868 59. 464 252.582
Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren 62 73 72 311 1.241 392 134 163 10.639 41.594
Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren 4 612 2.845 2.101 6.767 10.391 3.183 2.126 479 46.927 200.686
Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern 5 972 6.522 3.658 7.267 15.086 9.567 3.099 1.016 68.988 276.501
Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 569 2.124 1.382 1.541 2.162 3.678 815 331 14.931 55.423
Großhandel mit sonstigen Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör 2 160 1.480 879 2.384 6.999 1.694 2.656 738 36.320 147.284
Sonstiger Großhandel 5 887 7.761 3.165 7.957 15.058 5.630 2.167 1.777 111.472 414.717
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 35 159 24 934 24 319 117 738 70 161 53 851 19 520 20 655 504 260 2403 722
Einzelhandel mit Waren verschiedener Art 10 096 5.506 6.108 31.819 17.070 12.562 4.377 5.740 156.999 749.800
Einzelhandel mit Nahrungsmitteln 2 264 1.806 1.755 9.622 7.659 4.628 1.719 1.274 39.556 207.820
Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) 630 468 400 1.843 1.160 827 321 426 12.177 59.102
Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 2 196 2.444 2.049 5.335 3.281 3.201 1.512 1.663 22.073 99.111
Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf 4 581 2.183 2.405 10.997 6.132 3.812 1.300 1.594 66.560 321.768
Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren 1 887 933 1.168 5.794 3.043 2.870 1.010 811 17.746 87.738
Einzelhandel mit sonstigen Gütern 11 777 9.608 9.512 34.760 23.194 20.956 8.392 5.244 162.951 727.633
Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten 53 45 31 303 256 86 25 56 1.353 7.824
Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) 1 675 1.941 891 17.265 8.366 4.909 864 3.847 24.845 142.926
Handel insgesamt 68 395 57 285 44 965 172 243 143 215 95 851 37 135 30 973 984 396 4448 224
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt 568.635 419.244 584.220 1.476.248 974.482 874.099 416.667 269.009 6.852.557 32.870.228
Branchenanteil an Gesamtbeschäftigung 12,0 13,7 7,7 11,7 14,7 11,0 8,9 11,5 14,4 13,5
Köln Düsseldorf Berlin Hamburg München NRW DeutschlandFrankfurt Stuttgart LeipzigBranchen WZ 2008
Pegel Köln – 1/2020
Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 9
Der höhere Branchenanteil im Landesdurchschnitt NRW ist darauf zurückzuführen, dass Köln, aber
auch andere Großstädte über eine diversifiziertere Branchenstruktur verfügen, als kleine Städte und
Gemeinden. Durch dieses Stadt-Land-Gefälle besitzen Großstädte relativ betrachtet geringere Anteile
an einzelnen Branchen.
Grafik 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel–
Regionalvergleich: Anteile am gesamten Beschäftigungsvolumen in Prozent 2018
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
In Köln ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handel zwischen 2008 und 2018
um 3,3 Prozent zurückgegangen (Grafik 5). Damit liegt die Beschäftigungsentwicklung sowohl hinter
der von NRW und Bund sowie allen anderen deutschen Großstädten. Auch Stuttgart verzeichnete mit
einem Minus von 2,6 Prozent einen Beschäftigungsverlust im Handel.
Grafik 5: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel –
Regionalvergleich: Veränderungen 2008 bis 2018 in Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
14,4 (984 396)
13,5 (4 448 224)
7,7 (44 965)
8,9 (37 135)
11,0 (95 851)
11,5 (30 973)
11,7 (172 243)
12,0 (68 395)
13,7 (57 285)
14,7 (143 215)
0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 20,0
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Frankfurt
Stuttgart
München
Leipzig
Berlin
Köln
Düsseldorf
Hamburg
10,4 (+13 464)
32,9 (42 659)
1,7 (932)
-3,3 (-2 340)
-0,3 (-152)
33,9 (7 846)
-2,6 (-972)
15,5 (12 837)
8,5 (77 106)
11,4 (456 814)
-10,0 -5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 35,0 40,0
Hamburg
Berlin
Düsseldorf
Köln
Frankfurt/Main
Leipzig
Stuttgart
München
NRW
Deutschland
Pegel Köln – 1/2020
Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 10
Köln im Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern an zweiter Stelle
Der Bereich Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern besitzt in Köln einen hohen Stellenwert
im Handel und das belegt die hohe Zuwachsrate bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung:
Mit einem Beschäftigungsplus von 62,8 Prozent liegt Köln deutlich über den Beschäftigungs-
zuwächsen von Bund (+7,0%) und NRW (+9,6%) an zweiter Stelle der Vergleichsstädte. Lediglich
Frankfurt verzeichnete mit 72,2 Prozent eine noch höhere Beschäftigungszunahme (Grafik 6).
Grafik 6: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige im Großhandel mit Ge brauchs- und Verbrauchsgütern –
Regionalvergleich: Veränderungen 2008 bis 2018 in Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
Beim Einzelhandel mit Informations- und Kommunikationstechnik liegt
Köln an dritter Stelle
Im Einzelhandel mit Informations- und Kommunikationstechnik belegt Köln mit einem
Beschäftigungszuwachs von rund 80 Prozent den dritten Platz unter den Vergleichsstädten (Grafik 7).
Damit liegt Köln deutlich über den Beschäftigungszuwächsen von Bund (+17,6%) sowie NRW (+22,1%)
und wird lediglich von Leipzig (+180,9%) und Stuttgart (+101,9%) übertroffen.
Grafik 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige im Einzelhandel mit Informations - und
Kommunikationstechnik – Regionalvergleich: Veränderungen 2008 bis 2018 in Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
5,7 (818)
28,2 (1 599)
27,7 (1 415)
62,8 (2 304)
72,2 (1 534)
-35,2 (-552)
-23,7 (-964)
18,1 (1 468)
9,6 (6 054)
7,0 (17 975)
-50,0 -40,0 -30,0 -20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 100,0
Hamburg
Berlin
Düsseldorf
Köln
Frankfurt/Main
Leipzig
Stuttgart
München
NRW
Deutschland
69,4 (1 344)
34,7 (1 374)
32,6 (601)
79,9 (975)
61,3 (779)
180,9 (1 071)
101,9 (763)
1,4 (44)
22,1 (4 001)
17,6 (14 810)
0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0 160,0 180,0 200,0
Hamburg
Berlin
Düsseldorf
Köln
Frankfurt/Main
Leipzig
Stuttgart
München
NRW
Deutschland
Pegel Köln – 1/2020
Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 11
Im Onlinehandel belegt Köln im Regionalvergleich ebenfalls den dritten Platz
Mit einem Beschäftigungsplus von rund 300 Prozent belegt Köln im Onlinehandel hinter Berlin
(+1 482,5%) und München (+371,6%) den dritten Platz im Vergleich zu anderen deutschen
Großstädten (Grafik 8). Damit liegt Köln auch deutlich sowohl über dem Bundesdurchschnitt
(+121,6%) wie über dem NRW-Durchschnitt (+153,5%). Diese hohen Beschäftigungszuwächse sind
insbesondere auf die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Bedeutung des
Onlinehandels zurückzuführen.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung am Beispiel Berlin: In der Start-up-Bilanz liegt die
Hauptstadt bundesweit mit Abstand an erster Stelle.10 Von den rund 2,6 Milliarden Euro, die
Investoren 2018 in Berliner Start-ups investierten, kam der Großteil den Online-Shops zugute. Daher
verzeichnete Berlin auch den mit Abstand höchsten Beschäftigungszuwachs im Vergleich zu anderen
deutschen Großstädten.
Grafik 8: Sozialversicherungspflichtig Beschäftige im Onlinehandel
Regionalvergleich: Veränderungen 2008 bis 2018 in Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
10 Siehe auch unter: https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/start-up-bilanz-berlin-ist-mit-abstand-spitzenreiter-in-deutschland-
31857968, aufgerufen am 24.10.2019
26,4 (1 745)
1482,5 (16 174)
53,6 (677)
301,7 (1 258)
-63,7 (-1 565)
245,3 (2 733)
70,8 (358)
371,6 (3 868)
153,5 (15 043)
121,6 (78 423)
-300,0 0,0 300,0 600,0 900,0 1200,0 1500,0
Hamburg
Berlin
Düsseldorf
Köln
Frankfurt/Main
Leipzig
Stuttgart
München
NRW
Deutschland
Pegel Köln – 1/2020
Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 12
Fazit und Ausblick
Der Kölner Handel ist mit rund 68 400 Beschäftigten und einem Branchenanteil von zwölf Prozent im
Jahr 2018 vom Beschäftigungsvolumen her die zweitgrößte Branche in Köln. Aufgrund von
Konzentrationsprozessen innerhalb dieser Branche sowie der Ausweitung des Onlinehandels und
gleichzeitigen Beschäftigungsrückgängen im Großhandel ist die Beschäftigung in den letzten zehn
Jahren allerdings leicht zurückgegangen.
Jeder zweite sozialversicherungspflichtig Beschäftigte dieser Branche ist im Einzelhandel tätig und
lediglich hier gab es einen Beschäftigungszuwachs von neun Prozent (+2 900 Arbeitsplätze). Dabei
folgt Köln dem deutschlandweiten Trend zum Bedeutungsgewinn des Onlinehandels: Die größte
absolute und relative Beschäftigungszunahme innerhalb des Einzelhandels gab es im Onlinehandel, wo
sich die Zahl der Arbeitsplätze verdreifacht hat.
Mit einem Branchenanteil von zwölf Prozent steht Köln Im Regionalvergleich an dritter Stelle der
Vergleichsstädte. Allerdings liegt die (negative) Beschäftigungsentwicklung in Köln sowohl hinter der
von NRW und Bund sowie allen anderen deutschen Großstädten. Im Großhandel mit Gebrauchs- und
Verbrauchsgütern liegt Köln mit einem Beschäftigungsplus von 62,8 Prozent an zweiter Stelle der
Vergleichsstädte und belegt jeweils den dritten Platz im Einzelhandel mit Informations- und
Kommunikationstechnik sowie im Onlinehandel.
Wie bereits in den vergangenen Jahren spielt der Online-Handel eine immer größere Rolle. Während
viele stationäre Händler unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher leiden, legt das Online-Geschäft
kontinuierlich zu. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Substitutionseffekt die nächsten Jahre
fortsetzen und dem stationären (Einzel-)Handel erheblich zusetzen wird.
Zudem haben seit geraumer Zeit insbesondere Lebensmittel-Discounter, SB-Warenhäuser sowie
Bekleidungs- und Elektro-Fachmärkte Flächen in Gewerbegebieten und anderen nicht integrierten
Randlagen abseits der zentralen Versorgungsbereiche belegt. Hierdurch wurden die vorhandenen
Geschäftszentren in den Stadtbezirken gefährdet. Seit 2010 steuert die Stadt daher dieser Entwicklung
durch das Einzelhandels- und Zentrenkonzept mit einem Ausschluss von Neuansiedlungen und
Erweiterungen von Handelsbetrieben mit zentren- und nahversorgungsrelevanten Sortimenten in
Gewerbegebieten und nicht integrierten Lagen konsequent entgegen.
Ziele des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts sind die Sicherung der wohnortnahen Versorgung mit
Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, die Förderung der Attraktivität der Kölner City, die
Stärkung der Geschäftszentren in den einzelnen Stadtbezirken, die Steuerung der Ansiedlungen von
Einzelhandelsbetrieben sowie die Berücksichtigung von Entwicklungen im Einzelhandel unter
Einbeziehung der Folgen aufgrund des demographischen Wandels.
11 Um diese Ziele nachhaltig zu
erreichen, hat der Rat der Stadt Köln 2015 das Konzept für die Fortschreibung des Einzelhandels- und
Zentrenkonzepts Köln beschlossen.
11 Einzelhandels- und Zentrenkonzept Köln 2010, siehe auch unter: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-
verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels-und-zentrenkonzept-wesentliche-inhalte?kontrast=schwarz, aufgerufen am
7.10.2019
Pegel Köln – 1/2020
Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Seite 13
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Die Oberbürgermeisterin
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
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ISSN 1869-0718 (Print)
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13/15/350/1.20
Mitteilung Ausschuss
2017 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/153 153/1 Vorlagen-Nummer 18.12.2019 4373/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 16.01.2020 Handel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2008 bis 2018 Aktuelle Studien berichten von einer deutschlandweit zunehmenden Bedeutung des Onlinehandels. Demnach wird hier für 2019 ein Umsatzplus von rund neun Prozent erwartet. Der Bedeutungsz u- wachs des E-Commerce ist auch in Köln zu beobachten. Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik legt einen statistischen Bericht zur Beschäftigungsstruktur und -entwicklung im Kölner Handel vor. Der Pegel 1/2020 beinhaltet außerdem einen Vergleich zu anderen deutschen Großstädten. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kölner Handel ist von 2008 bis 2018 von rund 70 700 auf 68 400 Beschäftigte leicht zurückgegangen (-3,3%). Im Regionalvergleich steht Köln mit einem Branchenanteil von zwölf Prozent hinter dem Spitzenreiter Hamburg und Düsseldorf an dritter Stelle. Dennoch liegt die Beschäftigungsentwicklung in Köln sowohl hinter der von NRW und Bund sowie allen anderen deutschen Großstädten. Lediglich im Einzelhandel gab es von 2008 bis 2018 einen Beschäftigungszuwachs von neun Prozent (+2 900 Arbeitsplätze). Dies ist auch auf die Beschäftigungszunahme im Onlinehandel (+1 300 Ar- beitsplätze oder +302%) zurückzuführen. Hier zählt Köln auch im Regionalvergleich zu den Spitzen- reitern. Dieses Branchensegment besitzt zudem den höchsten Anteil an hochqualifizi erten Arbeits- kräften. Außerdem sind im stationären Einzelhandel insgesamt rund 1 600 neue Arbeitsplätze ent- standen. Gleichzeitig ging die Beschäftigung im Großhandel (-4 000 Personen oder -14%) und im Handel mit Kraftfahrzeugen (-1 200 Arbeitsplätze oder -13%) zurück. Im Handel ist etwa jeder Dritte teilzeitbeschäftigt. Allerdings sind dort sind Frauen mit 48 Prozent we- sentlich öfter als Männer (14%) teilzeitbeschäftigt. gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4373/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 18.12.2019
- Erstellt
- 16.12.2019 13:54