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2863/2021

Anfrage von Grün offene Liste (GOL) zur Rückgabe der sogenannten Benin-Bronzen, Gesprächsrunde am 29. April 2021 (TOP 4.3 in der Sitzung des Integrationsrates am 01.06.2021)

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 24.08.2021

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Nächste Beratung: Integrationsrat, Sitzung am 24.08.2021, TOP 3.7

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

10307 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/VII/4 
 
Vorlagen-Nummer  24.08.2021 
 2863/2021 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Integrationsrat 24.08.2021 
 
Anfrage von Grün offene Liste (GOL) zur Rückgabe der sogenannten Benin-Bronzen, 
Gesprächsrunde am 29. April 2021 (TOP 4.3 in der Sitzung des Integrationsrates am 
01.06.2021) 
Das Rautenstrauch-Joest-Museum bewahrt eine Sammlung von 94 höfischen Kunstwerken aus dem 
Königtum Benin, im heutigen Edo State in Nigeria. Das Museum erhielt diese Kunstwerke zwischen 
1899 und 1967 im Rahmen von 15 Schenkungen und Ankäufen. Es gilt als sicher, dass diese 94 
Werke höfischer Kunst im Februar 1897 von der britischen Armee aus dem Königspalast von Benin 
geraubt wurden. Insgesamt wurden damals schätzungsweise 3.000 bis 5.000 Hofkunstwerke geraubt 
und danach in Museen weltweit, darunter in das Rautenstrauch-Joest-Museum, verstreut.  
 
Am 29.04.2021 fand auf Einladung der Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine digitale Ge-
sprächsrunde zum weiteren Umgang mit den in deutschen Museen und Einrichtungen befindlichen 
Benin-Bronzen statt. Für die Stadt Köln haben an der Gesprächsrunde Kulturdezernentin Susanne 
Laugwitz-Aulbach, in Vertretung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, und Nanette Snoep als 
Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) teilgenommen. Das Land NRW war durch die 
Ministerin für Kultur und Wissenschaft Isabel Pfeiffer-Poensgen vertreten. Die Stadt Köln und das 
RJM begrüßen ausdrücklich das Ergebnis dieser Gesprächsrunde. Sie sehen sich in dem von ihnen 
bisher eingeschlagenen Weg bestätigt (siehe Pressemitteilung der Stadt Köln nach dem Gespräch 
(30.04.): https://www.stadtkoeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/23296/index.html ).  
 
Wir begrüßen den am 29.04.2021 festgehaltenen „Fahrplan“ zur Rückgabe und möchten diesen von 
Seiten des Integrationsrates positiv begleiten und unterstützen.  
 
Der Integrationsrat bittet die Verwaltung um folgende Informationen 
 
1. Wie sehen die konkreten Handlungsschritte und der Fahrplan für die Frage der Rückführung von 
Benin-Bronzen aus?  
 
2. Wer ist mit der Entwicklung der Handlungsschritte und des Fahrplans beauftragt? 
 
3. Wer ist Ansprechperson für die Legacy Restoration Trust (LRT) von Seiten der Stadt? 
 
4. Wer ist zuständig für dieses Thema, wenn die Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach im 
August ausscheidet?

2 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Zu Frage 1: Wie sehen die konkreten Handlungsschritte und der Fahrplan für die Frage der Rückfüh-
rung von Benin-Bronzen aus? 
 
Das RautenstrauchJoest-Musuem (RJM) bewahrt mit insgesamt 94 höfischen Kunstwerken aus dem 
Königtum Benin nach Berlin, Sachsen und Hamburg die viertgrößte Sammlung in Deutschland und ist 
zudem das einzige kommunale Museum, das eine solche Sammlung besitzt. Die 94 Hofkunstwerke 
des RJM gelangten zwischen 1899 und 1967 als Schenkungen und Ankäufe in die Sammlung. Es gilt 
als sicher, dass alle zu den im Februar 1897 von der britischen Armee aus dem Königspalast von 
Benin geraubten Werken gehören. Die ältesten datieren aus der Zeit zwischen dem 16. und 17. Jahr-
hundert und der größte Teil von Mitte des 18. Jahrhundert bis 1897. 65 der 94 Benin-Bronzen des 
RJM wurden bereits vor 1902 von der Familie Rautenstrauch - Namensgeberin und wichtige Mäzena-
tin des Museums – in Auktionshäusern in London erworben und der Stadt Köln geschenkt. 
 
Die Stadt Köln und das RJM sind sich der gewaltvollen Geschichte, die mit den höfischen Kunstwer-
ken aus dem Königreich Benin verbunden ist, sehr bewusst und setzen sich für mögliche Rückgaben 
von Objekten und für weitere Lösungen ein. Sie stellen sich insofern der Verantwortung für diese 
recht umstrittene Sammlung. Seit 2019 hat das RJM mehrere Sammlungserschließungsprojekte so-
wie internationale Kooperationen initiiert, um transparent mit diesem Unrechtkontext umzugehen und 
den Besucher*innen zu vermitteln, worum es bei den Restitutionsdebatten geht. 
 
Seit 2019 ist das RJM auch Mitglied der „Benin Dialog Group", einer seit 2010 bestehenden Initiative, 
in der Museen aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden, die 
Sammlungen von Hofkunstwerken aus Benin bewahren, mit nigerianischen Partner*innen zusam-
menarbeiten, darunter die „Nationale Kommission für Museen und Monumente" in Nigeria und Vertre-
ter*innen des Königshofs von Benin. 
 
Alle 94 Hofkunstwerke des RJM sind in der aktuellen Sonderausstellung „RESIST! Die Kunst des 
Widerstands", die 500 Jahre antikolonialen Widerstand thematisiert, im Raum „BENIN 1897" vollstän-
dig präsentiert. Ob eine Verlängerung der Ausstellung über den 05.09.2021 hinaus bis zum 
09.01.2022 möglich ist, wird derzeit noch geprüft. In diesem Raum, der von der nigerianischen Künst-
lerin und Kunsthistorikerin Peju Layiwola kuratiert wurde, steht die Frage der Restitution der geraub-
ten Hofkunstwerke im Zentrum. Die Besucher*innen können darin auch erstmals die gesamte Benin-
Sammlung des RJM sehen und die Debatten um ihre Rückgabe besser verstehen.  
 
Mit Hilfe der Museumsgesellschaft RJM e.V. veranlasste das RJM 2020 einen ersten Überblick über 
die Herkunft der Sammlung höfischer Kunstwerke aus dem Königtum Benin: ein Bericht und das 
komplette Inventar der Benin-Sammlung des RJM sind seit Januar 2021 auf der Webseite zugänglich: 
https://www.rautenstrauch-joest-museum.de/Hofkunstwerke-aus-dem-Koenigreich-Benin.de 
 
Trotz ihrer internationalen Bedeutung steht eine aktuelle historische, ikonografische, symbolische und 
religiöse Einordnung dieser 94 Hofkunstwerke noch aus. In der zweiten Jahreshälfte 2021 startete 
das RJM ebenfalls mit Hilfe der Museumsgesellschaft eine Grundlagenstudie zur Analyse der Techni-
ken und Materialien der Sammlung höfischer Kunstwerke. Diese Studie wird  von der RJM-
Restauratorin Birgit Depenbrock mit Hilfe der nigerianischen Expertin Peju Layiwola ausgeführt. Vor-
behaltlich der aktuellen Pandemiesituation in Nigeria und Deutschland ist im Winter 2021 ein Recher-
cheaufenthalt von Peju Layiwola im RJM geplant, bei dem sie die Sammlung analog beforschen 
kann. Die Ergebnisse ihrer Recherchen werden online veröffentlicht. 
 
Darüber hinaus hat das RJM am 14. Mai 2021 die internationale digitale Debatte „Benin 1897 - Köln 
2021" mit Akademiker*innen und Künstler*innen aus Nigeria, Großbritannien, Südafrika und Deutsch-
land, darunter auch Vertreter*innen des Auswärtigen Amtes und des Legacy Restoration Trust (LRT) 
in Lagos, durchgeführt. Die besondere Bedeutung dieser Veranstaltung hat Oberbürgermeisterin Re-
ker in ihrer Videobotschaft zu Begrüßung hervorgehoben, in der sie ein deutliches Statement für die 
Rückgabe der geraubten Kulturgüter abgegeben hat.   
Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=7LWStXVs1JQ 
Für die gesamte Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=BWB-hgJ2go8

3 
 
 
Um aktiv größtmögliche Transparenz herzustellen, wurde vereinbart, dass die von Bund und Ländern 
gemeinsam finanzierte „Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland“ bis 
zum 15. Juni 2021 – zusätzlich zu Informationen auf museumseigenen Webseiten – eine Aufstellung 
aller im Besitz der Museen befindlichen Benin-Bronzen auf ihrer Webseite (www.cp3c.org/benin-
bronzes/) veröffentlicht. Auch werden die deutschen Museen bis Ende 2021 die Provenienzen zu die-
sen Objekten umfassend dokumentieren und über ein eigenständiges Portal für Sammlungsgut aus 
kolonialen Kontext innerhalb der Deutschen Digitalen Bibliothek sowie ab 2022 über das beim Muse-
um am Rothenbaum—Kulturen und Künste der Welt (MARKK) Hamburg angesiedelte Projekt „Digital 
Benin" online zugänglich machen. 
 
Das Auswärtige Amt entwickelt einen Fahrplan zur Rückführung von Benin-Bronzen aus den Deut-
schen Museen mit den größten Benin-Sammlungen (SPK, SKD, MARKK, RJM, Linden Museum). 
Das geschieht gemeinsam mit den Teilnehmenden der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters im 
April einberufenen Gesprächsrunde sowie Vertreter*innen der nigerianischen Seite, insbesondere des 
von nigerianischen Regierung, dem Gouverneur des Bundesstaates Edo sowie dem Königshaus von 
Benin unterstützten zivilgesellschaftlichen Initiative des Legacy Restoration Trust (LRT). 
 
Die Stadt Köln und das RJM unterstützen den Fahrplan des Auswärtigen Amtes zur Rückführung von 
Benin-Bronzen aus den Deutschen Museen aktiv. Dieser Plan sieht bis Ende 2022 konkrete Hand-
lungsschritte und Regelungen zu Fragen der Rückführung von Benin-Bronzen vor. Neben Rückgaben 
soll mit den nigerianischen Partner*innen auch erörtert werden, ob und wie Benin-Bronzen als Teil 
des kulturellen Erbes der Menschheit künftig ebenfalls in Deutschland und in Köln gezeigt werden 
können. 
 
Parallel zu diesen Gesprächen wird die Stadt Köln die rechtlichen und organisatorischen Vorausset-
zungen für die Rückgaben der Benin-Bronzen und für weitere Lösungen schaffen. 
 
Auf diesen Grundlagen sollen Ende des Jahres 2022 erste Rückgaben an den Legacy Restoration 
Trust (LRT) bzw. den von ihm geführten „Edo Museum of West African Art" (EMOWAA) in Benin-City 
erfolgen. 
 
 
 
Zu Frage 2: Wer ist mit der Entwicklung der Handlungsschritte und des Fahrplans beauftragt? 
 
Mit der Entwicklung der Handlungsschritte und des Fahrplans unter der Federführung  des  Auswärti-
gen Amtes, ist die Direktorin des RJM, Frau Nanette Snoep, in enger Abstimmung mit dem Dezernat 
Kunst und Kultur sowie dem Büro der Oberbürgermeisterin, beauftragt.  
 
 
Zu Frage 3: Wer ist Ansprechperson für das Auswärtigen Amt, des Legacy Restoration Trust (LRT) 
und anderen nigerianischen Partner*innen von Seiten der Stadt? 
 
Ansprechperson ist die Direktorin des RJM, Frau Nanette Snoep in enger Abstimmung mit dem De-
zernat Kunst und Kultur sowie dem Büro der Oberbürgermeisterin.  
 
 
 
Zu Frage 4: Wer ist zuständig für dieses Thema, wenn die Kulturdezernentin Susanne  
Laugwitz-Aulbach im August ausscheidet?  
 
Die Zuständigkeit verbleibt bei der Direktorin des RJM, Frau Nanette Snoep, in enger Abstimmung mit 
dem Dezernat Kunst und Kultur. Die Vertretung für Frau Laugwitz-Aulbach wird durch die gültige Ver-
tretungsregelung auf Dezernatsebene sichergestellt.  
 
 
Gez. i.V. Voigtsberger für Dez. VII

Beratungsverlauf (1)

24.08.2021 Integrationsrat
TOP 3.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2863/2021
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
24.08.2021
Erstellt
11.08.2021 12:28