KUA/120/2025
Kunst und Bau Gymnasium Bernburger Strasse – Realisierung
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Anlage 1 Konzept Arbeit voices
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Kunst am Bau für das Gymnasium Bernburger Straße, Düsseldorf Ein akustisches Ritual wird neu erfunden: Statt eines herkömmlichen Gongs läutet das vielstimmige Spiel einer analogen Klangma- schine das Ende der Pause ein. Idee Das Kunst am Bau-Projekt voices ver- wandelt ein alltägliches Ritual in ein poeti- sches akustisches Erlebnis: Das Ende der Pause, der Beginn des Unterrichts – statt eines gewöhnlichen Gongs tönen bunte Melodien durch das Gebäude. In der Aula des Neubaus wird eine kleine Experimentalorgel installiert, die täglich um 8:10, 10:55 und 12:55 Uhr mit ihrem vielstimmigen analogen Klang zum Unter- richt ruft. Die Schüler*innen übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie entwickeln selbst die kurzen Musikstücke, die anstelle des Gongs von der Orgel abgespielt werden. Mit ihren individuellen Kompositionen ge- stalten sie so die akustische Identität ihrer Schule. Technik & Umsetzung voices wird von einer Orgelbaufirma extra für dieses Projekt entwickelt und gebaut. Über eine sog. Midi Schnittstelle kann das Instrument auf unterschiedlichste Weise angespielt werden. Für die Gongfunktion wird sie mit einem programmierbaren Mikrocontroller angesteuert und spielt zu den vorgegebenen Zeiten die gespeicher- ten Kompositionen ab. Für Konzerte oder Schulaufführungen kann sie in Echtzeit von einem Keyboard oder einem ange- schlossenem Laptop gespielt werden. Die Kompositionen des Pausengongs entwickeln die Schüler*innen selbst: In Projektphasen, im Musikunterricht oder in AGs können sie eigene Klangideen er- arbeiten. Im Informatikunterricht oder ent- sprechenden AGs können sie Programme schreiben die Einfluss darauf nehmen, wann welche Melodie gespielt werden soll. Denkbar sind auch Programmierungen wo sich beispielsweise äußere Ereignisse wie der Wetterbericht, die Ergebnisse der Fußball Bundesliga oder der Speiseplan der Mensa klanglich in den kurzen Melo- dien niederschlagen. Der Kreativität der Kinder soll dabei keine Grenzen gesetzt werden. Pädagogischer & Künstlerischer Mehrwert Das Projekt schafft eine lebendige Ver- bindung zwischen musischer Bildung und digitaler Kreativität. Es fördert Experimen- tierfreude, akustisches Bewusstsein und interdisziplinäres Denken. Schüler*innen gestalten ihre Umgebung aktiv mit, er- leben Selbstwirksamkeit und Teilhabe und entwickeln ein tieferes Verständnis für Klang, Komposition, Technik und Informa- tik. Der Alltag wird durch diese poetische Klanglandschaft subtil erweitert – ohne aufdringlich zu sein oder die Funktionalität des Schulbetriebs zu stören. Das Kunst am Bau Projekt voices bleibt offen für zukünftige Erweiterungen und kann sich über die Jahre weiterentwickeln. Es wird die Identität der Schule nachhaltig prägen und zur ganzheitlichen Bildung der Schü- ler*innen beitragen. ♫ ♫ voices 081280 Anlage 1 Die Orgel wird aus 5 Registern mit 56 Tönen bestehen. Dabei werden Pfeifen unterschiedlichster Bauart und Klangfarbe eingesetzt. Außerdem wird sie einen multi- funktionalen Windausgang haben, wo bei Bedarf weitere einfache Blasinstrumente (beispielsweise eine Karnevalströte oder eine Trillerpfeife) angeschlossen werden können. Ergänzt wird das Ganze mit einem kleinem Schlagwerk, um rhythmische Ak- zentuierungen in den Kompositionen zu ermöglichen. Die Orgel wird ungefähr 170 x 170 x 90cm groß sein. Gebaut wird sie von der Firma Willi Peter, die auch die Orgel in der Kunststation Sankt Peter in Köln gebaut hat. Die Orgel dort gilt wegen ihrer integrierten Percussionsele- mente und ihrer außergewöhnlichen Klang- breite als weltweit führendes Instrument für neue und experimentelle Orgelmusik. Der Orgelbauer war auch maßgeblich am Bau der John Cage Orgel in Halberstadt be- teiligt. Die genaue Bestückung der Pfeifen und die Auswahl der Schlagelemente wird bei erteiltem Zuschlag von einer/einem Kom- ponist*in in Zusammenarbeit mit der Orgel- baufirma erarbeitet. Ebenfalls wird bei dem oder der Kompo- nist*in eine Auswahl kurzer Klangstücke beauftragt, die in der Anfangszeit zu den Gong-Zeiten auf der Orgel gespielt werden, um die Zeit zu überbrücken, bis die ersten Kompositionen von Schüler*innen verfügbar sind. Die zum Bau der Orgel verwendete Mate- rialien entsprechen der Brandschutzklasse B1. Genaue Details werden mit den Verant- wortlichen Planer*innen zum Brandschutz abgestimmt. Das Innenleben soll mit einem dünnen Drahtgitter vor Vandalismus geschützt wer- den. Die Orgel wird regelmäßig von der Firma Willi Peter gewartet. Dabei entstehen Kos- ten von ca. 250€ jährlich. Es ist vorstellbar mittelfristig das Geld durch einen Konzertabend mit Spenden durch die Schulgemeinschaft einzuwerben. Die Kompositionen werden mit für den Schulunterricht geeigneten Kompositions- programmen erstellt. Dafür können sowohl die schulischen Tablets als auch private Smartphones oder Computer verwendet werden. Durch einen Workshop werden die interes- sierten Lehrkräfte im Umgang mit den Pro- grammen geschult. Die Orgel Möglicher Standort Der beste Standort liegt in der hinteren Ecke der Aula / große Pausenhalle im Neu- bau. Über der geplanten Bühne. Dort trennt eine Trockenbauwand ein Stuhllager ab. In dem Stuhllager wird ein Technikschrank mit 120 x 60 x 30 cm untergebracht. Direkt gegenüber befinden sich die Räume für den Musikunterricht. Denkbar wären aber auch andere zentral gelegene Standorte. ♪ ♫ ♫ Standort Einbindung ELA / Sicherheit Um den Klang der Orgel auch jenseits der prominenten Pausenhalle hörbar zu ma- chen, wäre es sicherlich schön, ihn mittels der elektronischen Lautsprecheranlage in die anderen Teile des Gebäudes zu über- tragen. Da die Lautsprecher dieser Anlagen oftmals nicht darauf ausgelegt sind, Musik in aus- reichender Qualität wiederzugeben, müsste man vor Ort testen, ob es klanglich funktio- niert. In jedem Fall wird durch voices die ELA nicht in ihrer sicherheitsrelevanten Warn- funktion eingeschränkt. Eine automatische Abschaltung des Instruments im Warnfall mittels ELA oder bei Auslösen der Brand- meldeanlage wird beim Bau der Steuerung berücksichtigt. ♪ ♫ ♫ Das Projekt wächst mit dem Engagement der potenziell verantwortlichen Lehrkräfte. Es funktioniert aber auch bei wenig oder keiner Teilhabe durch die Schulgemein- schaft. Zu Beginn ist ein gemeinsamer Workshop mit der Schulleitung und interessierten Lehrkräften geplant, um zu erarbeiten wie man das Projekt am sinnvollsten in den Schulalltag integriert. Welche Jahrgangs- stufen werden angesprochen? In welcher Form wird das Projekt eingebunden? Wird es Teil des regulären Unterrichts oder schafft man dazugehörige AGs? Steht die Form fest, wird es einen weite- ren Workshop gemeinsam mit den Orgel- bauern und einem/einer Komponist*in geben, bei dem den entsprechenden Lehr- kräften der Umgang mit den Programmen und dem Instrument vermittelt werden soll. Ziel ist es mittelfristig voices tief im Selbstverständnis der Schule zu ver- ankern. Neben den täglichen musischen Interventionen, die freudig den Beginn des Unterrichts verkünden, lädt die funktionale Offenheit und der Standort in der Aula dazu ein, das Instrument auch bei ande- ren Gelegenheiten zu bespielen. Denkbar sind die Nutzung durch eine Schulband, die akustische Begleitung von Schulaufführungen oder anderen Veran- staltungen. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass voices beim Abischerz die Hooklines der aktuellen Chart Hits trällert oder in Endlosschleife und aus allen Registern we are the champions durch die Schule schmettert. Bleibt das Engagement aus oder schläft aus irgendwelchen Gründen ein, kann man auf hinterlegten professionell er- stellten Kompositionen der Anfangsphase zurückgreifen. Selbst dann, ohne die Teil- habe der Schüler*innen, bleibt der char- mante Charakter von voices erhalten und bereichert am Ende der großen Pausen auf musisch heitere Art den Schulalltag. Integration in den Schulalltag
Anlage 2 Künstler Johannes Wald
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Anlage 2 Künstler Johannes Wald Johannes Wald wurde 1980 in Sindelfingen (D) geboren. Er studierte von 2002-2009 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und war von 2007- 2009 Meisterschüler bei Prof. Harald Klingelhöller. Er lebt und arbeitet in Berlin. Zentral für das bildhauerische Werk von Johannes Wald ist seine Auseinandersetzung mit dem Wesen der Skulptur und ihren Bedingungen. Indem er sich der Bildhauerei als konzeptuelle Praxis nähert, hinterfragt der Künstler die Beziehung zwischen klassischen bildhauerischen Materialien wie Bronze, Marmor, Gips oder Ton und ihrer historisch zugewiesenen Bedeutung sowie ihrer angenommenen Objektivität. Auch sein Selbstbild als Künstler und seine Fähigkeit, Emotionen durch materielle Formen zu vermitteln, sind wiederkehrende Themen in seinen Arbeiten. Dabei weisen die von einer minimalistischen Sprache gekennzeichneten Werke einen Studiencharakter auf und erscheinen weniger als abgeschlossen, sondern als Momentaufnahmen eines andauernden Prozesses. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt; darunter zuletzt in der Kunststation St. Peter in Köln, der Kunsthalle Bielefeld, der Galerie Rolando Anselmi in Rom, Italien, der Barbé Gallery in Ghent, Belgien, sowie im Stavanger Art Museum in Norwegen.
Beschlussvorlage
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KUA/120/2025 X öffentlich nicht öffentlich Beschlussvorlage Betrifft: Kunst und Bau Gymnasium Bernburger Strasse – Realisierung Fachbereich: 41 - Kulturamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Miriam Koch Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Bezirksvertretung 8 25.09.2025 Anhörung Schulausschuss 18.11.2025 Vorberatung Kulturausschuss 27.11.2025 Entscheidung Beschlussdarstellung: Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf beschließt, entsprechend der Empfehlung der Kunstkommission Düsseldorf, die Realisierung der Arbeit voices von Johannes Wald in Höhe von bis zu 120.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt aus dem Budget der Kunstkommission (Produkt 2528101 / Maßnahme 790000537 Kunst und Bau / Sachkonto 78310000 Auszahlung für den Erwerb von Vermögensgegenstände > 410 Euro). Sachdarstellung: 1. Kurzdarstellung Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am 13.02.2025 die Durchführung und Realisierung eines geladenen, einphasigen, anonymen künstlerischen Wettbewerbs für das Gymnasium Bernburger Straße beschlossen (KUA/012/2025). Anfang März 2025 lobte die Kunstkommission den Wettbewerb mit dem Ziel aus, mit eigenständigen künstlerischen Entwürfen das Profil des noch jungen Gymnasiums Bernburger Straße zu etablieren und nach außen hin sichtbar zu machen. Die Jurysitzung fand am 02.07.2025 in der Schule statt. Die Arbeit voices von Johannes Wald wurde nach ausführlicher Diskussion einstimmig zur Realisierung empfohlen. 2. Ausgangslage In Düsseldorf Eller errichtet die Landeshauptstadt Düsseldorf, angegliedert an das historische Bestandsgebäude, einen mehrstöckigen Neubau für das im Schuljahr Seite 2 2024/2025 neu gestartete Gymnasium Bernburger Straße. Im Mai 2023 tauschte sich das Schulgründungsteam erstmals gemeinsam mit dem Amt für Schule und Bildung, dem beauftragten Architekturbüro und der Geschäftsstelle der Kunstkommission aus. Die Kunstkommission lobte in Abstimmung mit den Beteiligten im März 2025 den Wettbewerb aus und lud sechs Künstler*innen zur Teilnahme ein. Fünf der eingeladenen Teilnehmenden haben eine Arbeit eingereicht. Aus den fünf Wettbewerbsarbeiten hat die Kunstkommission in ihrer Jurysitzung am 02.07.2025 nach ausführlicher Beratung die Arbeit voices des Künstlers Johannes Wald für die Realisierung empfohlen. Das Kunst und Bau Projekt voices verwandelt den alltäglichen Schulgong in ein poetisches und akustisches Erlebnis. Die Schüler*innen entwickeln selbst entsprechende Musikstücke, die dann abgespielt werden. Mit den individuellen und wechselnden Kompositionen wird eine akustische Identität mit der Schule geschaffen. Details sind dem Erläuterungsbericht in der Anlage 1 zu entnehmen. Die Jury überzeugte besonders die kontinuierliche partizipatorische Auseinandersetzung durch die Entwicklung eigener Musikstücke. Auch wird durch die Arbeit eine gebäudeübergreifende Verbindung geschaffen. Auszug aus dem Juryprotokoll:“… Statt eines herkömmlichen Gongs läutet das vielstimmige Spiel einer analogen Klangmaschine das Ende der Pause ein: Eine Experimentalorgel, bestehend aus Pfeifen unterschiedlichster Bauart und Klangfarbe mit einem Schlagwerk. Mit dem partizipierenden Aspekt, das Instrument mit eigenen Kompositionen bestücken zu können, ist ein sehr sinnliches bildhauerisches Werk für die Schule entstanden. Die Offenheit des Projekts voices lässt zunächst Raum, dieses Werk in der Schule mit einer ersten, vom Künstler entwickelten Komposition ankommen zu lassen und hat das Vermögen, sich durch eigene Kompositionen der Schüler*innen zu verändern. Das Werk hat das Potenzial, sich tief im Selbstverständnis der Schule zu verankern. Mit voices liegt eine überzeugende Arbeit vor, die in ihrer Einfachheit eine Vielzahl von Themen, Fragen und Teilhabemöglichkeiten aufbietet. Aus Sicht der Jury bietet sie die Möglichkeit, Diskurse aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und schulischen Zusammenhängen zu reflektieren, wie etwa aus den Bereichen Kunst, Philosophie, Musik, Sozialwissenschaft, Informatik. Dabei behält voices eine wichtige spielerische Qualität und Leichtigkeit. Die sinnstiftende Möglichkeit und Freiheit, voices in verschiedenen Fächern, AGs oder Veranstaltungen einzubetten, bietet eine Möglichkeit zur Weiterbildung und Ergänzung der wachsenden Identität dieser jungen Schule.“ Die Realisierung der Arbeit und der partizipatorische Ansatz werden von der Schule ausdrücklich begrüßt. Informationen zum Künstler Johannes Wald sind als Anlage 2 beigefügt. 3. Geplante Maßnahmen Es wird eine Vorstellung des Projektes in der dem Kulturausschuss unmittelbar folgenden Sitzung der Bezirksvertretung 8 am 25.9.2025 erfolgen. Der Realisierungsprozess erfolgt in enger Abstimmung mit der Fachverwaltung, dem Künstler und der Schule. 4. Finanzielle Auswirkungen x Ja Nein Seite 3 Die erforderlichen Mittel für die Realisierung von bis zu 120.000 Euro stehen im Produkt 2528101 (Kulturamt), Sachkonto 78310000 (Auszahlung für den Erwerb von Vermögensgegenstände > 410 Euro), Maßnahme 790000537 (Kunst und Bau) bereit. 5. Weiteres Vorgehen Nach Beschlussfassung folgt die Auftragsvergabe und Planung der Realisierung mit allen Projektbeteiligten. Anlagen: Anlage 1 Konzept Arbeit voices Anlage 2 Künstler Johannes Wald
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Empfehlung einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: Empfehlung mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- KUA/120/2025
- Typ
- Beschlussvorlage
- Datum
- 10.06.2025
- Erstellt
- 10.06.2025 11:31