V/0741/2012
Jahresbericht 2011 der Biologischen Station Rieselfelder Münster
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Berichtsvorlage
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V/0741/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Jahresbericht 2011 der Biologischen Station Rieselfelder Münster Beratungsfolge 23.10.2012 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 30.10.2012 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 15.11.2012 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht Bericht: Gemäß Ratsbeschluss vom 12.12.2007 (Vorlage V/0571/2007/1. Erg.) ist dem Fachausschuss und den betroffenen Bezirksvertretungen der Jahresbericht in einer Berichtsvorlage vorzul egen. Die Ergebnisse des Jahresberichtes 2011 werden im Folgenden zusammengefasst darg estellt. Durch Vortrag eines Vertreters der Biologischen Station können die Arbeiten im Detail e rläutert werden. Sofern bei Einzelnen Bedarf besteht, kann der komplette Bericht (7 2 S.) zur Verfügung gestellt werden. 1 Durchgeführte technische Pflege- und Entwicklungsarbeiten 1.1 Bewässerung Die Kontrolle der fast 100 zu bewässernden Flächen der Rieselfelder Münster erfolgte auch nach Erneuerung der Rohrleitungen mit viel Handarbeit. Die tägliche Sichtkontrolle der Was- serstände wurde sogar bei zugefrorenem Gebiet durchgeführt. Vom Frühling bis in den Herbst mu ssten die Flächen eingeregelt werden. So g alt es ausrei- chend Schlammbänke, Flachwasser - und Tiefwasserbereiche bereitzustellen, um allen Ti e- ren entsprechend ihren Bedürfnissen ein optimales Umfeld zu schaffen. Gerade während der Brutzeit bedarf es besonderer Sensibilität, da brütende Vögel relativ konstante Bedi ngungen benötigen, damit die Nester nicht überschwemmt werden. Weiterhin gehörte es zur Aufgabe, ständig die Funktionstüchtigkeit der Leitungen, Schie ber, Ein- und Abläufe zu überwachen und von Bewuchs frei zu halten. Allerdings ist das mindestens dreimal ige Freischneiden der meisten „Bewässerungswege“ durch die Neuverrohrung stark reduziert worden. 1.2 Wartung des Bewässerungssystems und der Dämme Die neuen PE -Leitungen an das bestehende Rohrleitungssystem anzuschließen war die größte nennenswerteste Arbeit. Die Hauptleitung musste aufgetrennt und mit neuen Abzwei- gen des PE-Systems versehen werden. Die Verlegung der Bewässerungsstränge parallel zu den Wegen hat den großen Vorteil der gleichzeitigen Sichtkontrolle und Regulierung der Wasserflächen. Durch das Wegfallen der alten Rohre und Verschlusskappen ist es nun w e- sentlich einfacher, auch die nördlichsten Flächen des N aturschutzgebietes mit ausreichend Druck zu bewässern. Vorlagen-Nr.: V/0741/2012 Auskunft erteilt: Herr Dreier Ruf: 492 67 27 E-Mail: DreierD@stadt-muenster.de Datum: 21.09.2012 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0741/2012 Die Reste des alten Rohrleitungss ystems bedurften nur selten aufwändiger Reparaturarbei- ten. Allerdings waren die Dämme insbesondere nach längerer Trockenheit von Kleinsäugern durchlöchert und bei Neuanstau anfällig gegen Undichtig keiten. In der Regel wurden diese Dämme komplett erneuert (ca. 1600 lfd. m). 1.3 Unterhaltung der Ableiter und weiterer Gräben Die jährliche Pflege des 2,4 km langen Ableitergrabens wurde größtenteils mit dem Mobi l- bagger und einem Grabenmähkorb durchgefü hrt, um einen ungehinderten Ab fluss zu g e- währleisten. Leider war es nicht möglich, alle Bereiche maschinell zu mähen. Etwa 300 m mussten mit Freischneidern gemäht und per Hand geräumt werden. Hauptsächlich in Han d- arbeit wurden die nördlichen Grenzgräben be arbeitet, um eine Vernässung der angrenze n- den Privatflächen im Kreis Steinfurt zu verhindern. 1.4 Verkehrssicherungspflicht, Wegeseitengräben und -ränder, Wanderwege, Beobach- tungsanlagen und Außenausstellung Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht wurden die Straßen Wöstebach und Schlüppe, sowie einige öffentlichen Wege und sämtliche Straßen im Naturerlebnisgebiet von herei n- wachsendem Geäst befreit. In diesem Zuge wurden zahlreiche Gehölze auf -den-Stock gesetzt, um angrenzende Wa s- serflächen frei zu stellen . Insbesondere entlang der Straße Schlüppe bestand wegen des dort bis zu einem Meter hohen Wasserstandes die Gefahr, durch Windbruch der mittle rweile 15 m hohen Erlen eine Beschädigung des Dammes zu riskieren. Sämtliche Wegbanketten der Wanderwege sowie der gesperrten Wirtschaftswege wurden im Berichtsjahr dreimal gemulcht. Darüber hinaus erfolgten die notwendigen Reparaturen der öffentlichen Wege. Um die Vogelzählungen durchführen zu können, m ussten alle Wasserflächen durch Sich t- schneisen im Schilfgürtel e insehbar gehalten werden. Das bedeutet e für annähernd 200 Sichtschneisen eine mindestens dreimal ige Bearbeitung mit dem Freischneider oder der Handsense. 1.5 Verlandungsbekämpfung Die Verlandungsbekämpfung wurde an Stellen durchgeführt, die hauptsächlich durch techni- sche Probleme langjährig nicht als vollwertige Wasserflächen betrachtet werden konnten. Die Bedeutung der ausgedehnten und nicht bearbeiteten Schilfflächen und Brachen wurde dabei nicht beeinträchtigt. Vielmehr wurden angrenzend an diese Schil fbestände wieder entwicklungsfähige Feuchtflächen geschaffen. Die 2010 restaurierten Wasserflächen östlich des Hessenweges wurden seitdem von sämtli- chen Wasservogelarten sehr gut angenommen. Durch die gute Regulierbarkeit ist es mö g- lich, spontan die Wasserstände zu verändern. Nach Beendigung der Brutzeit im Juli wurden einige Parzellen trockengelegt und mit dem Schlegelmäher geschnitten. Darauf folgte eine direkte Überstauung mit maximalem Wasse r- stand, um ein erneutes Austreiben des Bewuchses zu unterbind en. Einige Flächen wiesen Undichtigkeiten an den alten Dämmen auf und mussten erneut abgelassen werden. Die Ve r- stärkung der schadhaften Dämme erfolgte mit dem Kettenbagger. Dabei wurde Erde aus den abgelassenen Flächen auf die Damminnenseite aufgebracht. Auch im Herbst 2011 wurden sämtliche Inseln auf dem Ems -Ableiter-Anstau sowie auf eini- gen Parzellen freigestellt, um diese als Brut- und Rastplatz zu erhalten. Im südlichen Teil des Ems-Ableiter-Anstaus (großer Stauteich) wurden außerdem ca. 2 ha Bewuchs ge schnitten, um dort durch nachfolgendes Überstauen diese Bereich als Schlammbänke zu entwickeln. Ein Bereich südwestlich des Ems -Ableiter-Anstaus, der fast komplett von Binsen und Schilf bedeckt war, wurde nur teilweise geschnitten, um ihn für Wasservögel wieder zu öffnen und gleichzeitig den Lebensraum für Singvögel wie z. B. Rohrsänger zu sichern. 3 V/0741/2012 1.6 Grünlandpflege Bei der Heumahd wurden 70 Groß- und 300 Kleinbunde eingebracht. Sämtliche Grünlandflä- chen, die nicht zur Futtergewinnung gemäht wurden, er fuhren einen Schnitt, um sie als Grünland zu erhalten und vor Verbuschung zu schützen. Auch 2011 stellte das für Rinder giftige Jakobsgreiskraut in den nordöstlichen Randbere i- chen wieder ein erhebliches Problem dar. Auf einer etwa 10 ha großen Fläche musst en die Pflanzen in Handarbeit gezogen werden. Die herausgerissenen Pflanzen wurden zum Ko m- postwerk der AWM gebracht. Diese Arbeit steht auch 2012 wieder bevor, da außer der etwas eingegrenzten Ausdehnung der Pflanze keine sichtbare Reduzierung zu erkennen ist. 1.7 Unterhaltung der „Auerochsen“ - Weideflächen Die 2010 erbaute Erweiterung der Fanganlage hat sich im Berichtsjahr bewährt und wurde erweitert und verstärkt, da sich die Anzahl der Rinder auf dieser Weide erhöht hat. Durch die größere Anlage ist der Aufwand, die Tiere zu behandeln oder zum Transport zu fangen, ve r- ringert worden. Die zweite Fanganlage, die in regenreichen Zeiten verschlammte, wurde 2011 von eingetra- gener Erde und Kot befreit . Um eine Wiederholung zu verhindern, wurde Schotter aufg etra- gen, der die Oberfläche weitgehend trocken hält. Zudem kann die Fläche nun besser gerei- nigt werden. Die Zäune der drei Weiden wurden eingehend geprüft und etwa 75 Pfähle ersetzt. 1.8 Unterhaltung der Steuerungssysteme und Wehre Die im Vorjahr durchgef ührten Reparaturen an den Wehranlagen erwiesen sich 2011 als stabil. Am Wehr des Aa-Ableiters mussten eine defekte Pegelmessung und die Höhenme s- sung zur Durchflussmengenermittlung erneuert werden. Am Wehr des Ems-Ableiter-Anstaus wurden zwei Kugellager am Schieberantrieb erneuert. Die jährliche Wartung der Pumpen er- folgte wie jedes Jahr im März. 1.9 Winterliche Gehölzpflege Der Kopfweidenschnitt wurde am Nordost -Ufer des Ems-Ableiter-Anstaus, in der Außenaus- stellung, an einigen Beobachtungshütten und an de r Straße Wöstebach durchgeführt. Das anfallende Schnittgut wurde zu Holzhäcksel verarbeitet und auf den Fuß- und Wanderwegen verteilt. 2. Ergebnisse der fachlichen Betreuung 2.1 Monitoring Vogelbestände Im Jahr 2011 wurden insgesamt 142 Arten bzw. Unterarten erfasst, davon 44 wassergebun- dene oder im Kernbereich der Rieselfelder vorkommende Brutvogelarten, von denen die meisten auf der Roten Liste der Brutvögel in NRW stehen, sowie eine Anzahl weiterer wahr- scheinlicher Brutvogelarten in den Randbereichen der R ieselfelder, deren Status aus Zei t- gründen nicht genauer ermittelt werden konnte. Zugrunde liegen 363 Beobachtungstage, an denen komplette Zählungen oder Teilzählungen durchgeführt wurden. Die Brutbestände der meisten Arten haben sich im Vergleich zum Vor jahr nur wenig verä n- dert. Auf einige besondere Ergebnisse der diesjährigen Brutvogelkartierung wird im Folge n- den näher eingegangen. Zwergdommel Im Naturschutzgebiet brüteten Zwergdommeln mit drei Jungvögeln erfolgreich. Die Bekann t- gabe der erfolgreichen B rut auf einigen ornithologischen Webseiten führte zu einem großen Ansturm von Besuchern. Leider kam es in dessen Folge zu regelmäßigen Störungen in di e- sem Bereich. Bei einem weiteren rufenden Männchen an einer anderen Stelle konnte kein Brutnachweis erbracht werden, so dass es hier bei einem Brutverdacht blieb. 4 V/0741/2012 Weißstorch In diesem Jahr zogen beide Storchenpaare in den Rieselfeldern jeweils drei Junge groß. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Jungstörche mit speziellen Farbringen beringt. Enten Der Brutbestand der Schnatterenten stieg weiter leicht an. Ansonsten gab es keine wesentl i- chen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Erfreulicherweise brüteten die Knäk- und Kri- ckenten erfolgreich. Drosselrohrsänger Wie schon im Vorjahr sangen zwei Drosselrohrsänger im Naturschutzgebiet. Bei einem Paar konnte schließlich ein eindeutiger Brutnachweis erbracht werden, da die Altvögel regelmäßig bei der Fütterung beobachtet wurden. Beutelmeise Mindestens drei Beutelmeisenfamilien konnten im Gebiet beobachtet werd en. Sie brüteten fast alle im gesperrten Bereich. Im Vorjahr wurden die Nester an den öffentlichen Wegen meist innerhalb kurzer Zeit aufgegeben, da die Störungen insbesondere durch Naturfotogr a- fen zu groß waren. Eine tabellarische Übersicht sowie Detailbetrachtungen zu 33 Arten befinden sich im Jahres- bericht. 2.2 Monitoring Pflanzen Die Kartierung startete Mitte August und wurde bis Anfang Oktober fortgeführt. Es gab weiterhin eine Zunahme der Röhrichte, vor allem von Schilfröhricht, insbesondere im Naturerlebnisgebiet. Im Naturschutzgebiet sind die Röhrichtflächen aufgrund der Flächenb e- arbeitungen eher konstant. An einigen Stellen musste darauf geachtet werden, dass die Röhrichte nicht die Reste der feuchten Grünlandflächen mit Sumpfbinsen und Orchideen - Beständen dominieren. Der geringe Anteil an Verlandungsvegetation und Schlammflächen hat als Ursache die zur Kartierungszeit hoch anstehenden Wasserstände. Die konstant hohen Anteile des Grünlandes zeigen die Bemühungen, auch mit weniger Pe r- sonal eine e ffiziente Heueinwerbung zu realisieren. Vor allem im Naturerlebnisgebiet sieht man deutliche Unterschiede in der Bewirtschaftung. Die Flächen, die die Biologische Station bearbeitet, sind deutlich krautreicher als die verpachteten Flächen. Allerdings sind dabei auch Kräuter, die in den nächsten Jahren noch stärker kontrolliert wer- den müssen: D as invasive Indische Springkraut wandert an einigen Stellen in die Schilfb e- reiche ein oder bildet weg - und bachbegleitende (Wöstebach) Hochstaudenbe stände. Beim für di e Rinder giftigen Jakobsgreiskraut sind Bekämpfungsmaßnahmen geboten, wenn die Flächen der Heugewinnung dienen. Im Naturschutzgebiet Gelmerheide hat sich nach der Entschlammung des Heideweihers a n einem Ufer wieder der Mittlere Sonnentau aus der noch im B oden vorhandenen Samenbank angesiedelt. Einst gab es mehr als 2000 Obstbäume in den Rieselfeldern. Derzeit sind über 650 Obs t- bäume im Kataster der Biolog ischen Station geführt. Die in den 90er Jahren angelegten Obstwiesen werden nach und nach durch sachkundigen Schnitt wieder verjüngt. 2.3 Bestandserfassung der Amphibien in den Rieselfeldern Münster früher und heute Ursprünglich waren die Rieselfelder Münster kein Lebensraum für Amphibien, da die unge- klärten Abwässer für die empfindlichen Lurche mit ih rer durchlässigen Haut giftig waren. Nach dem Bau der Kläranlage im Jahr 1975 konnten zunächst die ungefährdeten, häufigen und anpassungsfähigen Arten Erdkröte und Grasfrosch in die Flächen einwandern. Nach der Verbesserung der Klärleistung durch das Ausfällen von Nitrat und Phosphat ab Mit- te der 1980er Jahre besiedelten weitere ungefährdete Amphibienarten wie Teich - und Bergmolch das Naturschutzgebiet. Nachdem aufgrund der geringeren Nährstoffbelastung die 5 V/0741/2012 Wasser- und Ufervegetation zunehmend struktur - und artenreicher wurde, konnten gegen Anfang der 1990er Jahre der ungefährdete Teichfrosch und möglicherweise auch der Kleine Wasserfrosch das Gebiet erobern. Ab dem Jahr 1993 wanderte der Seefrosch ein. Mit dem Kleinen Wasserfrosch lebt inzwischen die erste als „gefährdet“ eingestufte Amphibi- enart im Gebiet. Dagegen haben die beiden ökologisch anspruchsvollen und stark gefäh rde- ten Arten Kammmolch und Laubfrosch bislang nicht in den Rieselfeldern Fuß fassen können. Für diese Arten ist - abgesehen von einigen anderen ungünstigen Faktoren - die Wasserqua- lität vermutlich noch nicht ausreichend. Dennoch haben sich die Amphibienbestände in den letzten ca. 30 Jahren insgesamt sehr er- freulich entwickelt und es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung auch in den nächst en Jahrzehnten weiterhin positiv verläuft. Dies ist letztlich auch ein wichtiger Faktor für einige seltene und gefährdete Vogelarten sowie für die Ringelnatter, für die insbesondere die Wa s- serfrösche mittlerweile einen ganz wesentlichen Anteil der Nahrung bilden. 3. Bericht nach EG-Vogelschutzrichtlinie Dieser Bericht ist eine Dienstleistung für das Land NRW, das damit seine Verpflichtungen gegenüber dem Bund und der EU nachkommen kann. Turnusgemäß ist der Bericht alle drei Jahre zu erstellen, die LANUV übernimmt hier die Federführung. 4. Öffentlichkeitsarbeit In 2011 konnten 208 Veranstaltungen mit 3422 Teilnehmern durchgeführt werden. Allgemein waren die Zahlen gegenüber 2010 wieder steigend. Neben den Veranstaltungen für Erwachsene wurden auch Programme für Familien sehr gut angenommen. Ein Teil der Kindergartengruppen kam mit dem kostenfreien Ökoflitz -Bus der Stadtwerke Münster in die Rieselfelder. Wie im Vorjahr wurde im Mai eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiter des Landesbetriebes „Straßen NRW“ durchgeführt. Bemerkenswert war auch der Besuch einer chinesischen Delegation , die sich über die Organisation des Naturschutzes in Nordrhein - Westfalen informiert hat. Die „Rieselfelder Fotofreunde“, eine Gruppe von Freizeit-Fotografen, stellten zum ersten Mal im Oktober und November Fotografien im Seminargebäude des Rieselfeldhofes aus. Das Seminargebäude war darüber hinaus mehrfach Ort für größere Veranstaltungen der Biolog i- schen Station. Neben den Treffen des Freundes- und Förderkreises fand hier am 8. April e r- neut die Naturschutz-Regionalkonferenz Münsterland statt. Wie gewohnt, wurde fast wöchentlich ein Presseverteiler mit Informationen zu Veranstaltu n- gen und Vorkommnissen in den Rieselfeldern versorgt. Im Januar besuchte WDR 4 die Rie selfelder. Im Juni dokumentierte das Westmünsterland Regionalfernsehen (WMTV) die Arbeit der FÖJler (Mitarbeiter im freiwilligen ökologischen Jahr). Ebenfalls im Juni besuchte das RTL -NRW-Magazin die Rieselfelder. Zwischendurch war immer wieder die WDR Lokalredaktion Münsterland zu Besuch. 5. Schäden und negative Entwicklungen In 2011 verzeichnete die Biologische Station weniger Sachbeschädigungen als im Vorjahr. Zwei Vandalismus-Vorfälle ereig neten sich im Juli: D ie Scheibe am Rieselwärterhäuschen wurde e ingeschlagen und das Bewässerungsbuch entwendet. Ferner wurde in die kleine Ausstellung an der Biologischen Station eingebrochen, die Spendenbox aufgebrochen und die Spenden gestohlen. Die Vorfälle wurden angezeigt , jedoch nicht aufgeklärt und folglich die Verfahren eingestellt. 6. Benennung der Arbeitsschwerpunkte für das folgende Jahr Der Umfang der zu erbringenden Arbeiten ist durch das Leistungsverzeichnis festgelegt. Darüber hinaus gehende Arbeiten für 2012 sind die Entlandung von zugewachsenen Schil f- flächen und Schaffung von offenen Wasserflächen sowie der Einbau von senkrechten Folien, um die Wasserhaltung einzelner Flä chen zu verbessern. Ähnliche Arbeiten erfolgten bereits im Herbst / Winter 2009 westlich des Hessenweges und im Februar 2010 östlich des Hes- senweges. 6 V/0741/2012 7. Sonstige Betreuungsaufgaben 7.1 Praktikanten in den Rieselfeldern Neben fünf Schülerpraktikanten wurden drei Uni -Praktikanten betreut, letztere wurden bei der Vegetationskartierung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Ringelnattererfas sung eing e- setzt. Schließlich wurde noch eine Arbeitsmaßnahme zur beruflichen Integration in Kooper a- tion mit dem Integrationsfachdienst der Stadt Münster durchgeführt. 7.2 Verkehr In 2011 führte die Biologische Station keine eigene Verkehrszählung durch, d a die Stadt Münster im Juni an mehreren Tagen zählen ließ. In diesem Zusammenhang wurden auch die Geschwindigkeiten unter anderem auf der Coermühle erfasst. Die gemessene Verkehr s- belastung war mit den eigenen Zählungen aus den Vorjahren vergleichbar. Für die Vogelwelt kann bereits die „geringe Belastung“ von 200 Kraftfahrzeugen in der Stunde zu Verkehrsspit- zenzeiten sehr störend wirken. Zumal die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge oft überhöht wa- ren. In der öffentlichen Berichtsvorlage V/0681/2011 vom 19.10.2011 heißt es: „Auf der C o- ermühle, zwischen der Gaststätte Heidekrug und der Biologischen Station, wurde die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in der Regel um 10 - 20 km/h überschritten.“ Neben dem auch von anderen Straßen in Feuchtgebieten bekannten Massens terben wäh- rend der Amphibienwanderungen im Frühjahr ist hier auch die Vogelwelt betroffen. Vögel können bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h den Kraftfahrzeugen in den meisten Fällen noch ausweichen. Personalsituation Der Wegfall der im Jahresdurchschnitt 5 Zivildienstleistenden ab 2011 konnte weitgehend durch den verstärkten Einsatz des Ehrenamtes sowie durch die Schaffung einer 3. Stelle ab Oktober 2010 kompensiert werden. Außerdem ist durch die Neuverrohrung des Naturschutzgebietes die Bewässerungsarbeit leichter geworden. Die 3. Stelle kostet jedoch mehr als 5 Zivildienstleiste n- de. Ein Einsatz von Kräften aus dem Bundesfreiwilligendienst, der mit zusätzlichen Kosten ve r- bunden ist, ist somit nicht möglich. Der Einsatz vor allem der älteren Ehrenamtlichen ist mit U n- wägbarkeiten behaftet. In 2011 wurden eingesetzt: 3 Angestellte, 2 Kräfte aus dem freiwilligen ökologischen Jahr, 4 studentische Hilfskräfte (jeweils im Mittel nur 3 Wochen), 8 Ehrenamtliche mit unterschiedlichen Stundensätzen, Obstwiese n- gruppe mit 2 - 5 Personen sowie 10 Honorarkräfte für Führungen. Bewertung der unteren Landschaftsbehörde Die im Jahr 2011 durchgeführten Pflege -, Entwicklungs- und Unterhaltungsmaßnahmen wurden bei einem Ortstermin am 01.02.2012 stichprobenartig von der unteren Landschaftsbehörde über- prüft. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Auch der Abgleich des Jahresb erichtes mit dem Leistungsverzeichnis ergab, dass die Projektziele der Betreuung erreicht worden sind. Beirat für die Rieselfelder Münster Der gemäß Beschlus s des Rates vom 12.12.2007 eingerichtete städtische Beirat für die Riese l- felder hat bisher achtmal getagt. Nach dem Ausscheiden von H. Kisnat wurde bei der Sitzung am 25.04.2012 H. Steinmann als neuer Vorsitzender gewählt. Bei dieser Sitzung wurden die wesent- lichen Inhalte des Jahresberichtes 2011 dem Beirat durch Dr. Harengerd vorgestellt. Der Te rmin der Herbstsitzung ist der 07.11.2012. I.V. gez. Thomas Paal 7 V/0741/2012
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Wöstebach
- Gelmerheide
- Coermühle
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0741/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.09.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37