AN/1338/2018
Kein Verkauf der städtischen Kliniken – Expertengremium soll Zukunft gestalten helfen
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Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
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SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Ratsgruppe BUNT im Rat der Stadt Köln An die Vorsitzende des Rates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: AN/1338/2018 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 27.09.2018 Kein Verkauf der städtischen Kliniken – Expertengremium soll Zukunft gestalten helfen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragssteller bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung der Ratssit- zung am 27.09.2018 aufzunehmen: Beschluss: Der Rat der Stadt Köln beauftragt die Stadtverwaltung im Zuge der Sanierung und Neuaufstellung der Städtischen Kliniken Köln die folgenden Punkte umzuset- zen: 1. Ein Verkauf der Kliniken der Stadt Köln gGmbH wird ausgeschlossen. 2. Schaffung einer vernetzen Krankenhausstruktur in Köln, zur optimalen Nutzung der Medizinressourcen für alle Kölnerinnen und Kölner. 3. Es wird eine Kommission unabhängiger Expertinnen und Experten vom Rat eingesetzt, die unter Berücksichtigung der medizinischen, organisatori- schen, rechtlichen und ökonomischen Voraussetzungen einer künftigen vernetzen Krankenhaustruktur entsprechende Vorschläge zu deren zielge- richteten Umsetzung erarbeitet. Die Vorschläge sind dem Rat und seinen Fachgremien Gesundheitsausschuss und Finanzausschuss vorzulegen. Begründung: - 2 - Die medizinische Versorgung und insbesondere die stationäre Versor- gung stehen in Zukunft vor großen Herausforderungen: Die steigende Lebenserwartung und die Alterung der geburtenstarken Jahrgänge und die Zunahme chronischer Erkrankungen wird die Zahl der stationären Kran- kenhauseinweisungen in den nächsten zwanzig Jahren deutlich weiter erhöhen – gerade auch in der wachsenden Stadt Köln. Der rasche medizinische Fortschritt macht zudem eine zunehmende Spezialisierung unbedingt notwendig, in Zukunft wird nicht an jedem Standort jede Therapieform vorgehalten werden könne. Ein weiterer Aspekt, der eine Spezialisierung, aber auch Vernetzung dringend voraussetzt, ist die sogenannte personalisierte Medizin, die zurzeit intensiv be- forscht wird. Sie wird eine Revolution in der Therapie maligner und degenerativer Erkrankungen bedeuten. Aber auch dies wird es nicht zum Nulltarif geben, gute Medizin kostet Geld. Heute sehen sich Gesundheitspolitik und medizinische Versorgung aber einem immer stärker werdenden ökonomischen Verwertungsdruck ausgesetzt. Hier ist, auch politisch, ein Umdenken notwendig, um auch in Zukunft die medi- zinische Versorgung der Bevölkerung als Teil der Daseinsvorsorge erhalten zu können. Nicht vorrangig marktwirtschaftliche Kriterien dürfen handlungsleitend in der Ge- sundheitspolitik sein, sondern die Heilung von Menschen und ein menschliches Umfeld für Patienten und Arbeitnehmer*innen in den Krankenhäusern müssen vor einer ökonomischen Verwertungslogik stehen, um dem Auftrag der Daseins- vorsorge nachkommen zu können. Hier sind Land und Bund gefordert, für auskömmliche Finanzierung der Kranken- häuser zu sorgen, aber auch die Stadt schuldet ihren Bürgerinnen und Bürgern eine gute medizinische Versorgung als Teil der Daseinsvorsorge – auch deshalb lehnen wir den Verkauf der Kliniken der Stadt Köln ab. Die Stadt Köln muss Herr in ihren Kliniken bleiben, damit sie die Versorgung sicherstellen kann. Für alle Kölnerinnen und Kölner jederzeit und unabhängig vom Geldbeutel. Eine gute Krankenhauslandschaft ist eine Chance für unsere Stadt: Durch eine sinnvolle Kooperation kann die Gesundheitsversorgung für alle Bürge- rinnen und Bürger gesichert und auf höchstem Niveau erbracht werden. Mit einem Gesamtkonzept für die Kooperation der Unikliniken und der Klinken der Stadt Köln wäre Köln für die Entwicklung eines Standortes auf höchstem Ni- veau bestens geeignet. Gleichzeitig kann Köln zu einem Spitzenstandort im in- ternationalen Vergleich und damit attraktiv für erstklassiges Personal werden. Dazu braucht es optimale Koordination und Kooperation von der Spitzenfor- schung im Labor bis zur Behandlung am Krankenbett. - 3 - Dazu sollte die künftige Krankenhausstruktur in Köln von Spezialisierung, Koor- dination und Kooperation geprägt sein. Die Vernetzung und Interoperabilität von IT-Systemen, telematischen Anwen- dungen und einer einheitlichen elektronischen Patientenakte bietet eine gute Grundlage für eine solche Organisationsstruktur. Das Ziel muss ein Gesund- heitsstandort Köln sein, an dem alle Patienten in allen Teilen der Stadt hervorra- gend versorgt werden und die klinische Forschung für ganz Deutschland und darüber hinaus vorangetrieben wird. Um die medizinischen, organisatorischen, rechtlichen und ökonomischen Voraus- setzungen für eine vernetzte Krankenhausstruktur in Köln zu prüfen und dem Rat Vorschläge für die Umsetzung zu machen, bedarf es sehr sicher externen Sach- verstandes. Deshalb schlagen die Antragssteller eine unabhängige Kommission von Expertin- nen und Experten vor, die sich dieser Aufgabe widmet. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke gez. Thomas Hegenbarth SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Sprecher Ratsgruppe BUNT
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/1338/2018
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
- Datum
- 17.09.2018
- Erstellt
- 17.09.2018 11:29