0153/2018
Karneval 2018 - Ergebnisse des "Runden Tisches Straßenkarneval" und Umsetzung erster Maßnahmen
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/OB/1 Vorlagen-Nummer 0153/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Hauptausschuss 15.01.2018 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 29.01.2018 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 25.01.2018 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 05.02.2018 Karneval 2018 - Ergebnisse des "Runden Tisches Straßenkarneval" und Umsetzung erster Maßnahmen Ausgangslage Am 11.11.2017 kam es bei den Feiern zum Sessionsauftakt des Kölner Karnevals vielerorts zu Vor- kommnissen, in denen die negativen Begleiterscheinungen im Straßenkarneval einen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben: Namentlich sind hier übermäßiger Alkoholkonsum, eine massive Vermül- lung, Wildpinkeln sowie eine deutlich zunehmende Aggressivität zu nennen. Die Vorfälle führten zu großem Unmut bei den Kölnerinnen und Kölnern und einer deutlich negativen Berichterstattung in den lokalen und regionalen Medien. Dadurch drohen dem Kölner Straßenkarneval und dem Ruf der Stadt Köln ein nachhaltiger Imageschaden. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses und der historischen und kulturellen Bedeutung des Karnevals für die Stadt Köln, hat Frau Oberbürgermeisterin Reker entschieden, die Gründe für diese problematische Entwicklung des „Straßenkarnevals“ zu analysieren und in einem Runden Tisch ent- sprechende Verbesserungsvorschläge und Lösungsansätze zur Gegensteuerung zu entwickeln. Arbeitsweise und Empfehlungen des Runden Tisches Zu diesem Runden Tisch eingeladen wurden Vertreterinnen und Vertreter des Festkomitees Kölner Karneval, diverser Karnevalsgesellschaften, von Bürger- und Interessengemeinschaften aus der Alt- stadt und dem Kwartier Latäng. Eingeladen und vertreten waren zudem der Hotel- und Gaststätten- verband DEHOGA, der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität, Köln Tourismus, schließ- lich die AG Arsch huh, die Kölner Verkehrsbetriebe, der Kölner Jugendring, die Polizei und verschie- dene städtische Ämter. Im Vorfeld der ersten Sitzung des Runden Tisches wurden die Mitglieder ge- beten, ihre Maßnahmenvorschläge einzureichen. Diese waren Grundlage für die Bildung von drei Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen tagten wöchentlich und präsentierten am 13.12.2017 ihre Ergebnisse im Plenum des Runden Tisches. Es bestand Konsens, dass diese Ergebnisse in einer gemeinsamen Pressekon- ferenz von der Oberbürgermeisterin und dem Präsidenten des Festkomitees der Öffentlichkeit prä- sentiert werden sollen. Dies geschah bei einer Pressekonferenz im Kölner Stadtmuseum am 15.12.2017. Um an den Karnevalstagen die Sicherheit zu erhöhen, die Vermüllung und das Wildpinkeln deutlich zu reduzieren und letztlich der „Ballermannisierung“ der Feierlichkeiten entgegenzuwirken und so 2 wieder zu einer respektvolleren und fröhlichen Feierkultur zurückzufinden, orientierten sich die Vor- schläge und Empfehlungen des Runden Tisches an folgenden Leitlinien: - Gezielter sorgsamerer Umgang mit dem öffentlichen Raum gerade in den „Hotspots“ - Zusätzliche Leistungen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes (zusätzliche Sanitärangebote im öffentlichen Raum, höhere Reinigungsfrequenzen) - Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen (Ausweitung der Glassammelzonen, Zugangsregelungen und –kontrollen in den Hotspots, Sicherung des öffentlichen Nahverkehrs) - Stärkere Einbeziehung von Gastronomie und Einzelhandel - Gezielte zusätzliche Angebote zur Entlastung der Hotspot-Areale - Der kulturelle Wert von Karneval soll wieder mehr in den Vordergrund gestellt werden. Zusammengefasst entwickelten die einzelnen Arbeitsgruppen des Runden Tisches Straßenkar- neval im Wesentlichen folgende Vorschläge: Arbeitsgruppe 1 (Öffentlicher Raum, Sicherheit, Gastronomie) Mitglieder: Polizei, DEHOGA, Freunde und Förderer des kölschen Brauchtums, KVB, Festkomi- tee, IG Altstadt, Sozialdienst katholischer Frauen, Bürgergemeinschaft Rathenauplatz, KG Po- nyhof, AWB, Bürgergemeinschaft Altstadt, Bürgeramt Innenstadt, Amt für öffentliche Ordnung, Feuerwehr, Dezernat I, Büro der Oberbürgermeisterin - Reduzierung der mobilen Ausschankeinrichtungen zusätzlicher Außenanlagen der Gastrono- miebetriebe - Konsequente Unterbindung von Außenbeschallung durch Gastronomiebetriebe - Deutliche Steigerung des Angebots von Sanitäranlagen, insbesondere in den Hotspot-Arealen - Abstimmung eines Konzepts zur engeren Zusammenarbeit zwischen Gastronomie, Ordnungs- amt und Polizei - Restriktive Regelungen zum Alkoholausschank in den organisierten Bereichen, in denen Ver- anstalter das Hausrecht ausüben - Schaffung eines Sicherheitsareals mit Zugangssteuerung für das Kwartier Latäng inklusive ei- nes Sicherheitskonzeptes (unter Einbeziehung besonderer Maßnahmen der Kölner Verkehrsbe- triebe – Absperrung/Notbahnsteige) - Kontaktaufnahme und Absprachen mit dem Einzelhandel in den sogenannten Hotspots zu Öff- nungszeiten und Sortiment Arbeitsgruppe 2 (Veranstaltungsformate) Mitglieder: Gaffel-Brauerei, DEHOGA, Festkomitee, Arsch Huh, KG Ponyhof, ASTA, Humba e.V., Willi-Ostermann-Gesellschaft, IG Kwartier Latäng, Eventmanagement der Stadt Köln, Jugend- amt, Amt der Oberbürgermeisterin Die Mitglieder der Arbeitsgruppe bewerteten die an den Karnevalstagen durchgeführten Veran- staltungen mit organisierter Infra- und Programmstruktur (z.B. auf dem Heumarkt und dem Tanz- brunnen) hinsichtlich Besucherverhalten und Begleiterscheinungen einvernehmlich positiv. Die Arbeitsgruppe entwickelte den Vorschlag, diese geordnete Infra- und Programmstruktur nicht zur Ausweitung der gesamtstädtischen Karnevals-Angebots-Palette zu nutzen (noch mehr Besu- cherandrang), sondern gezielt einzusetzen, um den stark belasteten Hotspot im Kwartier Latäng zu entlasten. Hierzu wurde angeregt, an der Zülpicher Straße eine „Entlastungsfläche“ anzubie- ten. Diese soll mit Infrastruktur und einem Angebot, das sich an der dortigen Zielgruppe orientiert sowie anderen Maßnahmen kombiniert werden können (Ausweitung der Glasverbotszone, Zu- gangskontrollen, Reduzierung mobiler Ausschankanlagen). Karneval als Kulturgut soll in dem Programm deutlich erkennbar sein. Arbeitsgruppe 3 (Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation) Mitglieder: Stadtmarketing, KölnTourismus, Arsch Huh, WDR, Blogger, Ströer, Presseamt der Stadt Köln, Büro der Oberbürgermeisterin 3 Durch die Arbeitsgruppe wurde vorgeschlagen, die städtischen Kampagnen „Keine Kurzen für die Kurzen“ und „Mehr Spaß ohne Glas“ weiterzuführen und in die Kampagne „Respekt“, die erstma- lig Silvester 2017 zum Einsatz kam, fortzuführen. Ebenso die Kampagne des Festkomitees „Merkste selber“ ggf. um weitere Botschaften zu erweitern. Als Social-Media-Werbung und digita- le Video-Werbung in den U-Bahnen sollen kurze Videos mit allgemeinen Verhaltensregeln pro- duziert werden, die über die Karnevalstage gezeigt werden. Es wurde vorgeschlagen, dass Stadtmarketing Köln e.V. Gespräche mit dem Einzelhandel führt und bei den Kampagnen um Unterstützung bittet. Die Karnevals-App des Festkomitees soll reaktiviert und breit beworben werden. Ein zusätzlicher Flyer „Herzlich willkommen zum Kölner Karneval“, der den Kölner Karneval in mehreren Spra- chen erklärt, soll aktualisiert werden. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppen wurden dem Plenum des Runden Tisches am 13.12. mit Hinweis auf die Pressekonferenz am 15.12. vorgestellt. Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches zum Karneval 2018 In ausgewählten und abgegrenzten Arealen der Kölner Altstadt, der Südstadt und dem Kwartier Latäng, in denen es in den vergangenen Jahren und am 11.11. vermehrt und wiederholt zu beson- ders negativen Entwicklungen im öffentlichen Raum gekommen ist, werden durch die Verwaltung keine Konzessionen oder Erlaubnisse für die Außengastronomie und mobile Ausschankanlagen er- teilt. Gerade dort werden stattdessen zusätzliche Sanitäranlagen und Müllentsorgungsmöglichkeiten aufgestellt. Die Vorschläge zur Fortführung der städtischen Kampagnen sowie der des Festkomitees werden umgesetzt. Zusätzlich werden „Botschaften“ mit bekannten Gesichtern über die sozialen Me- dien transportiert. Zurzeit wird eine Aktion der Verwaltung vorbereitet, um in der Kölner Südstadt Ki- oske und andere Einzelhandelsbetriebe ebenfalls mit Prominenten anzusprechen, durch den Verzicht des Verkaufs von Getränken in Glasbehältnissen das „freiwillige Glasverbot“ (ein Glasverbot in die- sem Areal lässt sich zurzeit rechtlich nicht umsetzen) zu unterstützen. Wie die einzelnen Vorschläge der Arbeitsgruppen des Runden Tisches ineinandergreifen und, dass sie letztlich nur als Gesamtkonzept wirksam werden können, lässt sich beispielhaft an den für das Kwartier Latäng vorgesehenen Maßnahmen zeigen: Im Bereich des Quartiers werden zusätzliche Sanitäranlagen und Müllentsorgungsmöglichkeiten auf- gestellt. Die Zülpicher Straße wird großräumig mit Zugangskontrollen versehen, die den Besucher- strom kontrollieren und steuern. Die Glasverbotszone wird bis zur Mensa der Universität ausgeweitet. Die zahlreichen Kioske innerhalb dieser Glasverbotszone dürfen deshalb auch keine Getränke in Glasverpackungen verkaufen. Die Außenbeschallung wird ebenfalls intensiv kontrolliert. Die KVB wird zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen und auch bauliche Veränderungen vornehmen, um den öffentlichen Nahverkehr auf dem Ring sicher gewährleisten zu können. In der Arbeitsgruppe „Veranstaltungsformate“ haben sich die teilnehmenden Vertreterinnen und Ver- treter auf die Realisierung eines gesonderten Bühnenprogramms auf einer Ergänzungsfläche im un- mittelbaren Umfeld der Zülpicher Straße verständigt. Vorrangiges Ziel dieses Ergänzungsprogramms, das auf der stadtauswärts gelegenen Zülpicher Straße in Nachbarschaft zur Uni-Mensa geplant ist, die Zülpicher Straße und das Quartier besuchermäßig zu entlasten. Die Verwaltung genehmigt im Veranstaltungsbereich fünf Stationen zur Versorgung mit Getränken und Essen. Mit dem Bühnenpro- gramm wird der Versuch unternommen, die bislang weitgehend unorganisierten Gegebenheiten in diesem öffentlichen Raum um eine organisierte Infra- und Programmstruktur zu ergänzen, verbunden mit der Erwartung auf positive Effekte auf das Besucheraufkommen im Quartier und das Besucher- verhalten. Die Veranstaltung wird im Vorfeld nicht ausdrücklich frühzeitig beworben, um nicht als zu- sätzliches Angebot für auswärtige Besucher attraktiv zu sein. Zurzeit befindet sich eine Kooperationsvereinbarung im Abstimmungsprozess, in der die gemeinsame Trägerschaft des Bühnenprogramms durch das Kölner Festkomitee und der Stadt geregelt wird. Die Konzeption des Bühnenprogramms sieht vor, einen Mix an populären Bands, Künstlern und DJ- und Partyreihen zu entwickeln, sowie diverse Tanz- und Musikformationen aus der Karnevalszene. Dies richtet sich an das jüngere Publikum, das das Besuchergros im Kwartier Latäng an den Karne- valstagen darstellt. 4 Mit der Programmauswahl sollen aber auch breit gefächert karnevalistische Formate präsentiert wer- den, die deutlich machen, dass an diesem Tag Karneval gefeiert wird, und nicht irgendeine beliebige Party. Die Kosten für die Realisierung des Bühnenprogramms belaufen sich nach einer aktuellen Projektkal- kulation zurzeit auf rund 50.000,- € brutto. Sie beschränken sich dabei ausschließlich auf die bühnen- bezogenen (Technik, Personal, Bühnenabsperrung etc.) sowie die künstlerbezogenen Ausgaben (Honorare, Catering etc.). Nicht enthalten sind dagegen die Aufwendungen, die für die infrastrukturel- le Erschließung der Ergänzungsfläche sowie für alle weiteren Maßnahmen anfallen, die in den Zu- ständigkeitsbereich der Ordnungsverwaltung fallen. Diese Ausgaben sind Bestandteil der ortsüber- greifenden Budget-Planungen der Ordnungsverwaltung für die Karnevalstage. Die Finanzierung des Bühnenprogramms ist ebenfalls Teil der sich noch zurzeit in der Abstimmung befindlichen Kooperationsvereinbarung mit dem Kölner Festkomitee. Die Finanzierung des auf die Stadt Köln entfallenen Kostenanteils ist sichergestellt. Weiteres Vorgehen Der Verwaltung ist bewusst, dass die Umsetzung der Vorschläge aus dem Runden Tisch die Interes- sen Einzelner oder auch ganzer Gruppen tangiert. Ein notwendiger Kurswechsel mit dem Ziel, an den Karnevalstagen, aber auch an anderen Tagen in Köln wieder eine sichere, respektvolle und fröhliche Feierkultur zu entwickeln und damit das Image des Karnevals und der Stadt zu verbessern, wird sich aber nur mit einem integrierten Konzept, bestehend aus zusätzlichen Leistungen und Angeboten, aber auch Beschränkungen erfolgreich angehen lassen. Die erzielte Wirkung der Maßnahmen an Karneval wird nach Aschermittwoch im Runden Tisch gemeinsam evaluiert. Diese Erkenntnisse wer- den Grundlage für die Aufstellung zum 11.11.2018 sowie weiterer Großveranstaltungen in der Stadt in diesem Jahr sein.
Anlage 1 Kein Ausschank-Imbiss für Gastronomiebetriebe Karte
245 Zeichen
Kein Ausschank/Imbissstand für Gastronomen zu Karneval 2018 in folgenden Bereichen: Altstadt Kwartier Latäng Südstadt Die Regelung gilt auch für frei zugängliche Privatgelände in diesen Bereichen (z.B. Quatermarkt, Parkplatz Kurienhaus).
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0153/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.01.2018
- Erstellt
- 11.01.2018 17:01