AN/1206/2023
Ermittlung des CO2-Fußabdrucks bei der Bebauung des Deutzer Hafens
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Linke Antrag nach § 3
4954 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln An die Vorsitzende des Ausschusses für Klima, Umwelt und Grün Frau Denise Abé Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 06.06.2023 AN/1206/2023 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 13.06.2023 Ermittlung des CO2-Fußabdrucks bei der Bebauung des Deutzer Hafens Sehr geehrte Frau Abé, Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, Die LINKE Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und Grün am 24.08.2023 zu setzen Im Handbuch Nachhaltigkeit (Deutzer Hafen) ( https://www.modernestadt.de/wp- content/uploads/2022/09/Handbuch_Nachhaltigkeit.pdf ) heißt es auf S.22: „Bei der Planung und Ausführung der Bebauung des Deutzer Hafens soll der CO ₂-Fußabdruck des Quartiers möglichst klein gehalten werden .“ Das sehen wir genauso. Es drängt sich allerdings die Frage auf, wie groß der CO ₂- Fußabdruck für das Bauprojekt Deutzer Hafen überhaupt sein wird? Deshalb beantragen wir dies zu ermitteln: Beschluss : 1. Der CO₂-Fußabdruck des Deutzer Hafens wird f ür das gesamte Bauvorhaben unter Berücksichtigung der gesamten Lieferkette ermittelt, einschließlich Abrissarbeiten und Infrastrukturmaßnahmen, wie Straßen, Leitungen usw. (Als Berechnungsgrundlage dient eine Studie zu CO ₂- Fußabdrücken in der Bauwirtschaft vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/bbsr -online/2020/bbsr - online-17-2020-dl.pdf?__blob=publicationFile&v=3 ; S.15 -20) 2. Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, wird dargestellt, wie viel von dem im Deutzer Hafen entstandenen Abfall recycelt werden wird und wie viel nicht, aufgeschlüsselt nach Art und Menge. 3. Jedes Jahr wird dem Ausschuss Klima, Umwelt und Grün ein ausführlicher und aussagekräftiger Bericht über den bis dahin bereits verursachten CO ₂-Fußabdruck vorgelegt. Nach Beendigung aller Baumaßnahmen erfolgt ein Abschlussbericht mit Gesamtbilanz zum CO2 Fußabdruck und zur Recyclingquote. Begründung: Noch fehlt in Köln eine ausreichende Betrachtung der durch das Bauen verursachten CO₂-Emissionen. Das muss sich in Zeiten des Klimanotstands dringend ändern. Die Stadt braucht hier Kenntnisse, um lenkend wirken zu können. Der Projektentwickler für den Deutzer Hafen ist die moderne stadt, die wiederum die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadtwerke Köln GmbH und der Stadt Köln ist. Damit bietet es sich an, gerade den Deutzer Hafen zur exemplarischen Berechnung des CO ₂- Fußabdrucks heranzuziehen. Zur weiteren Begründung sei hier noch ein Abschnitt aus dem oben bereits erwähnten Handbuch Nachhaltigkeit (Deutzer Hafen) zitiert, in dem auf Seite 66 unter dem Titel „Zirkulärer Hafen “ wesentliche Leitsätze bei der Bebauung des Deutzer Hafens aufgelistet werden: „Mit Gebäuden, die der Umwelt nutzen, statt ihr zu schaden, kann der Deutzer Hafen zeigen, wie weit konsequentes Umdenken in Architektur und Städtebau gehen kann. Rund 60 Prozent der in Deutschland anfallenden Abfälle stammen aus Bauprozessen. Um die sogena nnte „graue Energie“, die benötigt wird, um ein Gebäude zu errichten, möglichst gering zu halten, wird die richtige Materialwahl einen großen Stellenwert bei der Planung und Realisierung des Quartiers haben. Denn das Errichten energiesparender Gebäude veru rsacht heute oft mehr CO2 - Emissionen als später in der Lebenszeit des Gebäudes für den Betrieb anfallen. Regionale, nachwachsende und recyclingfähige Baustoffe sind bevorzugt zu wählen und bei der Vergabe an die Bauunternehmen in den Leistungsbeschreibungen zu fordern. Das Bauen mit Holz, mit Naturprodukten wie Lehm und Naturstein und der Einsatz von Recyclingmaterialien sowie die Wiederverwertung ganzer Bauteile sollten hier eine wichtige Rolle spielen. Materialien mit hohem Qualitätsanspruch beziehungswei se solche, die bereits im DGNB Navigator gelistet sind oder sich für die konsequenten Materialkreisläufe der „Cradle to Cradle®“ -Anforderungen (C2C®) eignen, sollten bevorzugt Verwendung finden. Im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes stehen die Wiederve rwendung der im Deutzer Hafen bereits vorhandenen Baustoffe, eine Reduzierung der in der Bauphase selbst anfallenden Abfälle und die Wahl von pflegearmen, robusten Materialien im Fokus.“ Durch eine Konzeptvergabe der verschiedenen Baufelder ist auch ein V ergleich des jeweiligen CO2-Fußabdrucks der unterschiedlichen Bauweisen möglich. gez. gez. Michael Weisenstein Uschi Röhrig Fraktionsgeschäftsführer Umweltpolitische Sprecherin der Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1206/2023
- Typ
- Die Linke. Antrag nach § 3
- Datum
- 06.06.2023
- Erstellt
- 06.06.2023 12:15