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V/0062/2007

Naturnahe Umgestaltung und ökologische Verbesserung des Nebengewässers der Aa "Maybusch"

Vorlagen 17.01.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, Sitzung am 07.03.2007, TOP 4.6

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

7164 Zeichen

V/0062/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Tiefbauamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Naturnahe Umgestaltung und ökologische Verbesserung Nebengewässers Aa "Maybusch" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
13.02.2007 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 
07.03.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Dem vom Tiefbauamt aufgestellten Entwurf über den naturnahen Ausbau und die ökologische 
Verbesserung des Nebengewässers Aa “Maybusch“ wird zugestimmt. 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Die Baukosten werden auf 138.000 € geschätzt. 
 
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Maßnahme unter dem Vorbehalt der Mittelbereitstellung 
durch den Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2007 bzw. des Finanz- und Investitionspro-
gramms 2006 – 2010 steht. 
 
Ausgaben 
 
Haush.- 
stelle 
Bezeichnung Haush.-
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkung 
7000.950.0080.3 Bauk. Kan. Anforderungen aus 
Einleitungen 
2007 138.000 1.000.000 € 
HH-Ansatz 
2007  
(weitere 
Maßnahmen)
     
 
 
 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0062/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Grimm 
Ruf: 
492 66 00 
E-Mail: 
Grimm@stadt-muenster.de  
Datum: 
16.01.2007 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0062/2007 
Begründung: 
 
Für die Verlängerung der Einleitungserlaubnis aus der städtischen Regenwasserkanalisation in 
das Nebengewässer der Münsterschen Aa “Maybusch“ fordert die Bezirksregierung als Aufsichts-
behörde ökologische Verbesserungsmaßnahmen am Nebengewässer.  
 
Das Gewässer (WL 3327000.3) “Maybusch“ ist ein Nebengewässer der Münsterschen Aa, es liegt 
nördlich des Zentrums Nord und beginnt als offenes Gerinne an der südwestlichen Bebauung des 
Stadtteils Coerde am Auslauf der Regenwasserkanalisation. Zu Beginn wird das Gewässer durch 
die Bahnstrecken Hamm–Emden und Nevinghoff–Gronau gekreuzt, danach fließt es als offenes 
Gerinne am südlichen Rand des Waldgebietes Maybusch in westliche Richtung, weiter entlang 
landwirtschaftlich genutzter Flächen und mündet nach 0,72 km verrohrt in die Münstersche Aa. Es 
dient als Vorfluter des Stadtteils Coerde, daraus resultieren aus ökologischer Sicht nachteilige 
Stoßbelastungen bei Starkregenereignissen im Gewässer. 
 
Von dem 47,17 ha großen Einzugsgebiet des Nebengewässers sind ca. 28,17 ha  Wohn- bzw. 
Gewerbegebiete, die durch das Regenwasserkanalisationsnetz entwässert werden. Das natürliche 
Einzugsgebiet beträgt 19 ha und besteht hauptsächlich aus drainierten Ackerflächen und dem an-
grenzenden Wald. Das Nebengewässer dient als Vorfluter für den Stadtteil Coerde. 
 
Unter  beengen Platzverhältnissen fließt das Nebengewässer Aa durch ein intensiv genutztes Um-
feld. Teilweise ist eine Beschattung des Gewässers durch Baumbewuchs vorhanden. Die heutige 
ökologische Situation des Gewässers stellt sich als sehr unbefriedigend dar. Durch das starre Ge-
wässerprofil, verursacht durch eine Steinschüttung der Sohle und stellenweise Pflasterung der 
Böschung mit Wasserbausteinen, sind dem Gewässer keine Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. 
Das abschnittsweise sehr starke Gefälle bewirkt für das Gewässer eine unnatürlich hohe Fließge-
schwindigkeit, die ebenfalls zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen im und am Ge-
wässer führt. Vor der Mündung in die Aa befindet sich ein ca. 88  m langer  verrohrter Gewässer-
abschnitt, in dem keine ökologische Entwicklung des Gewässers möglich ist. All diese Faktoren 
führen dazu, dass der ökologische Wert des Gewässers als sehr niedrig anzusiedeln ist. 
 
Der gesamte Gewässerabschnitt westlich der Bahnlinie Nevinghoff-Gronau bis zur Aa-Mündung 
soll durch diese Baumaßnahme ökologisch aufgewertet und die ökologische Durchgängigkeit ge-
schaffen werden. Dadurch wird eine Erhöhung der Strukturvielfalt und die Schaffung von Lebens-
raum für eine höhere Artenvielfalt und größere Populationsdichte erreicht. 
 
Nördlich des Mündungsbereiches in die Münstersche Aa befindet am rechten Aa-Ufer eine ca. 300 
m in nördliche Richtung weisende Brachfläche. Auf dieser nassen Fläche hat sich eine geschlos-
sener Röhrricht- und Hochstaudenbestand mit einzelnen Weiden entwickelt. Durch die Verlegung 
des Nebengewässers im Unterlauf schließt sich der neue Verlauf direkt an diesen Bereich an. 
 
Das Gewässer erhält eine mäandrierende Linienführung mit Schaffung von Tief- und Flachwasser-
zonen mit Querschnittsverbreiterungen und Stillwasserbereichen. Unterschiedliche Böschungsnei-
gungen und Profilformen, sowie das Anlegen einer Niedrigwasserrinne gesichert mit Totholzfa-
schinen, sollen das Austrocknen im Sommer verhindern. Stillwasserbereiche in denen auch in Tro-
ckenwetterperioden das Wasser länger steht, sollen Feuchtbereiche für Amphibien bilden. Nach 
Herausnahme der vorhandenen Sohlsicherung ist eine Sicherung der Rinne mit Faschinen not-
wendig, da sonst aufgrund der Bodenbeschaffenheit (Sand) und der hohen Fließgeschwindigkeit 
ein Bestehen der Rinne auf Dauer nicht gesichert ist. Nach ca. 5 Jahren sind die Faschinen verrot-
tet und der Bewuchs in der  Böschung wird so stark ausgeprägt sein, dass eine weitere Sicherung 
nicht notwendig ist. Durch die Gewässeraufweitungen und ausgeprägten Gleitufer wird für den 
Hochwasserfall mehr Retentionsraum geschaffen und dadurch die Hochwasserabflussspitzen und 
die Fließgeschwindigkeit gesenkt, was eine Reduzierung der Schleppspannung mit sich bringt.  
 
Der bestehende Rohrdurchlass DN 800 (l= 8,00m, Überfahrt zur Verbindung landwirtschaftlicher 
Flächen) wird durch einen größeren Durchlass DN 1200 ersetzt und so eingebaut, dass sich ein

- 3 - 
V/0062/2007 
ca. 20 cm starkes Sohlsubstrat bilden kann und somit eine Lichte Höhe von 1,0 m zur Verfügung 
steht. Durch den größeren Querschnitt wird sichergestellt, dass der Durchlass nicht als ökologi-
sche Barriere wirkt. 
 
Die vorhandenen Baumbestände bleiben erhalten und werden durch Neuanpflanzungen zu einem 
Schutzstreifen entlang des Gewässers ergänzt. Die Bepflanzung des Gewässers richtet sich nach 
der potentiell natürlichen Vegetation des Gebietes. Sie dient der landschaftlichen Einbindung und 
der Beschattung des Gewässers. Eine vollständige Beschattung soll jedoch vermieden werden, 
um eine hohe biologische Aktivität des Gewässers durch ausreichende Belichtung zu gewährleis-
ten und um den Schattendruch auf die landwirtschaftlichen Bereiche gering zu halten. So sind Ein-
zelbaumanpflanzungen vorwiegend mit Stileichen, Eschen und Roterlen und vereinzelt Kopfwei-
den vorgesehen. Strauchanpflanzungen aus Hainbuche, Weißdorn, Schlehdorn, Hundsrose, Ha-
selnuss, Eberesche und Pfaffenhütchen sollen immer in Gruppen erfolgen.  
 
Für die Bereitstellung der erforderlichen Flächen wurde der Eigentümer durch die Zahlung einer 
kapitalisierten Nutzungsentschädigung entschädigt.  
 
Für die ökologische Verbesserung des Nebengewässer Maybusch wurde ein Genehmigungsver-
fahren nach § 31 WHG durchgeführt, eine Genehmigung erfolgte am 12.05.2006. 
 
Es ist geplant mit dem Bau witterungsabhängig im II / III Quartal 2007 zu beginnen. Die Bauzeit 
wird auf 3 Monate geschätzt. Die Bepflanzung erfolgt im Winter/ Frühjahr 2007/08 
 
gez. 
 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor

Beratungsverlauf (2)

13.02.2007 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 3.4 Anhörung Entscheidung

Beschluss: vertagt

Zur Sitzung
07.03.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: vertagt

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Nevinghoff
  • Maybusch

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0062/2007
Typ
Vorlagen
Datum
17.01.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37