3385/2019
Anregung der Bezirksvertretung Kalk zur Einführung eines Kurzstreckentickets zum Nulltarif im Stadtbezirk Kalk
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Anlage 1 Antrag_SPD_LINKE_Grüne_AN-0600-2018
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Herrn Bezirksbürgermeister Marco Pagano Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Bezirksvertretung Kalk Kalker Hauptstr. 247-273 51103 Köln-Kalk Markus Klein Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion E-Mail: markus_klein@koeln.de HP Fischer Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE. E-Mail: Linke-BV8@stadt-koeln.de Daniel Bauer-Dahm Fraktionsvorsitzender der Fraktion B 90/Die Grünen E-Mail: daniel.bauer.dahm@gmail.com Eingang beim Bezirksbürgermeister: 19.04.2018 AN/0600/2018 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 8 (Kalk) 03.05.2018, TOP 7.3 Kurzstreckenticket zum Nulltarif im Stadtbezirk Kalk Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion DIE LINKE. und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 19.04.2018 Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antrag stellenden Fraktionen bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung zu stellen: Beschluss: 1. Die Bezirksvertretung Kalk stimmt mit Oberbürgermeisterin Reker überein, dass Verwaltung und Politik nicht auf die mögliche Einführung einer blauen Plakette warten können. 2. Die Bezirksvertretung Kalk begrüßt den Brief der drei ehemaligen Bundesmi- nister*innen Hendricks, Schmidt und Altmaier an den EU-Kommissar Karmenu Vella vom 11. Februar 2018, in dem die damalige geschäftsführende Bundes- regierung mitteilte, dass sie einen „kostenlosen ÖPNV“ in Erwägung ziehe. 2 3. Die Bezirksvertretung Kalk regt nach § 37 Absatz 5 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen den Rat der Stadt Köln dazu an, zu beschließen, dass der Preis für den Fahrschein für die Kurzstrecke im Stadtbezirk Kalk auf € 0,00 gesenkt wird. Der nachgewiesene finanzielle Ausfall wird der KVB AG aus dem städtischen Haushalt erstattet. Dem Rat bleibt es frei, diesen Beschluss für alle Stadtbezirke also stadtweit zu fassen. Begründung: In Köln ist die Luft stark durch Autoabgase (insbesondere Stickoxide und Feinstaub) verschmutzt, worunter die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch die Natur zu leiden haben. So ist die Stickoxidbelastung so groß, dass die Grenzwerte zur Luft- reinhaltung absehbar nicht eingehalten werden können. Nach dem Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts vom 27. Februar 2018 drohen nun die von Frau Oberbür- germeisterin auf dem CDU-Parteitag im März erwähnten Fahrverbote auch ohne die vom Bund einzuführende blaue Plakette. Drastische Maßnahmen sind also unaus- weichlich. Der Verkehrssektor ist beim Klimaschutz Nachzügler und hat als einziger Sektor den Ausstoß klimaschädlicher Gase nicht reduziert. Zudem leidet die Aufenthaltsqualität in den Städten durch den immer weiter zunehmenden motorisierten Straßenverkehr. Daher sind dringend Maßnahmen vonnöten, um den Autoverkehr in den Städten ins- gesamt stark zu reduzieren. Ein Nulltarif für die Kurzstrecke bei der KVB ist eine effektive und attraktive Möglich- keit, um mehr Menschen von der Nutzung des ÖPNV statt des eigenen Autos zu überzeugen. Zudem hat ein Nulltarif sogar für die Kurzstrecke bei der KVB schon die soziale Funktion, vielen Menschen die Teilhabe am öffentlichen Leben besser oder überhaupt erst zu ermöglichen, die sich die Fahrscheine nicht leisten können. Ge- meinsam mit flankierenden Maßnahmen zur Verbesserung des Fuß- und Fahrrad- verkehrs im Stadtbezirk kann eine enorme Entlastung des Stadtbezirks und deutliche Verbesserungen der Lebensqualität erreicht werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Markus Klein Markus Klein HP Fischer SPD-Fraktionsvorsitzender Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE. Daniel Bauer-Dahm Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Anlage 2 Auszug BV Kalk 03.05.2018, TOP 7.3
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Geschäftsführung Bezirksvertretung 8 (Kalk) Herr Menne Telefon: (0221) 221-98313 Fax : (0221) 221-98347 E-Mail: dieter.menne@stadt-koeln.de Datum: 07.05.2018 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 29. Sitzung der Bezirksvertretung Kalk vom 03.05.2018 öffentlich 7.3 Kurzstreckenticket zum Nulltarif im Stadtbezirk Kalk Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion DIE LINKE. und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 19.04.2018 AN/0600/2018 Beschluss: 1. Die Bezirksvertretung Kalk stimmt mit Oberbürgermeisterin Reker überein, dass Verwaltung und Politik nicht auf die mögliche Einführung einer blauen Plakette warten können. 2. Die Bezirksvertretung Kalk begrüßt den Brief der drei ehemaligen Bundesminis- ter*innen Hendricks, Schmidt und Altmaier an den EU-Kommissar Karmenu Vella vom 11. Februar 2018, in dem die damalige geschäftsführende Bundesregierung mitteilte, dass sie einen „kostenlosen ÖPNV“ in Erwägung ziehe. 3. Die Bezirksvertretung Kalk regt nach § 37 Absatz 5 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen den Rat der Stadt Köln dazu an, zu beschließen, dass der Preis für den Fahrschein für die Kurzstrecke im Stadtbezirk Kalk auf € 0,00 gesenkt wird. Der nachgewiesene finanzielle Ausfall wird der KVB AG aus dem städtischen Haushalt erstattet. Dem Rat bleibt es frei, diesen Beschluss für alle Stadtbezirke also stadtweit zu fassen. Abstimmungsergebnis: Mehrheitlich gegen die CDU Fraktion und bei Enthaltung des Bezirksvertreters Hooghoughi zugestimmt.
Anlage 3 Vorabauszug Rat 07.11.2019
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Geschäftsführung Rat Frau Lange Telefon: (0221) 221-22058 Fax : (0221) 221-26570 E-Mail: maria.lange@stadt-koeln.de Datum: 08.11.2019 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 54. Sitzung des Rates vom 07.11.2019 öffentlich 3.2.1 Anregung der Bezirksvertretung Kalk zur Einführung eines Kurzstre- ckentickets zum Nulltarif im Stadtbezirk Kalk 3385/2019 Abstimmung über den mündlichen Änderungsantrag von RM Hammer (Ab- stimmung über die Beschlussalternative) Beschluss über die Alternative: Der Rat verweist die Angelegenheit zur weiteren Beratung unter Beachtung überge- ordneter Aspekte der Verkehrs- und Finanzpolitik der Stadt Köln in den Verkehrs- und den Finanzausschuss. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/II/2-2 Vorlagen-Nummer 3385/2019 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Anregung der Bezirksvertretung Kalk zur Einführung eines Kurzstreckentickets zum Nulltarif im Stadtbezirk Kalk Beschlussorgan Rat Verkehrsausschuss Finanzausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt die Anregung der Bezirksvertretung Kalk aus ihrer Sitzung am 03.05.2018, TOP 7.3 und die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Alternative: Der Rat verweist die Angelegenheit zur weiteren Beratung unter Beachtung übergeordneter Aspekte der Verkehrs- und Finanzpolitik der Stadt Köln in den Verkehrs- und den Finanzausschuss. Rat 07.11.2019 Verkehrsausschuss 02.12.2019 Finanzausschuss 09.12.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Die Bezirksvertretung Kalk hat in ihrer Sitzung am 03.05.2018 unter TOP 7.3 zum Antrag AN/0600/2018 der Fraktionen SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen (Anlage 1) mehrheitlich fol- genden Beschluss gefasst: 1. Die Bezirksvertretung Kalk stimmt mit Oberbürgermeisterin Reker überein, dass Verwaltung und Politik nicht auf die mögliche Einführung einer blauen Plakette warten können. 2. Die Bezirksvertretung Kalk begrüßt den Brief der drei ehemaligen Bundesminister*innen Hen- dricks, Schmidt und Altmaier an den EU-Kommissar Karmenu Vella vom 11. Februar 2018, in dem die damalige geschäftsführende Bundesregierung mitteilte, dass sie einen „kostenlosen ÖPNV“ in Erwägung ziehe. 3. Die Bezirksvertretung Kalk regt nach § 37 Absatz 5 der Gemeindeordnung des Landes Nord- rhein-Westfalen den Rat der Stadt Köln dazu an, zu beschließen, dass der Preis für den Fahr- schein für die Kurzstrecke im Stadtbezirk Kalk auf € 0,00 gesenkt wird. Der nachgewiesene fi- nanzielle Ausfall wird der KVB AG aus dem städtischen Haushalt erstattet. Dem Rat bleibt es frei, diesen Beschluss für alle Stadtbezirke also stadtweit zu fassen. Ein Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift ist als Anlage 2 beigefügt. Die Anregung der Bezirksvertretung (Ziffer 3 des o.g. Beschlusses) ist gemäß § 38 Absatz 13 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen der Stadt Köln dem Rat mit einem Be- schlussvorschlag vorzulegen. Stellungnahme der Verwaltung: Die Verwaltung und die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) haben ihre gemeinsame Auffassung be- züglich der Reduzierung der Preise im öffentlichen Personennahverkehr in der jüngeren Vergangen- heit bereits in mehreren Beschlussvorlagen dargelegt (z. B. Session-Nrn.: 1552/2019 und 3047/2018). Aus dem Beschluss der Bezirksvertretung Kalk sowie aus dem zugrunde liegenden Antrag ergeben sich keine weiteren Gesichtspunkte, die nicht bereits in die bisherigen Überlegungen eingegangen wären. Insbesondere aus den nachfolgend genannten Gründen erscheint die Einführung eines Kurzstrecken- tickets zum Nulltarif im Stadtbezirk Kalk, wie auch in den übrigen Bezirken, zum gegenwärtigen Zeit- punkt nicht zielführend: Die vorhandenen ÖPNV-Angebote sind bereits heute so stark nachgefragt, dass auf vielen Li- nien die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Ein Nulltarif für die Kurzstrecke würde zu einer Nachfragesteigerung bei kurzen Wegen führen. Dies hätte zur Konsequenz, dass o viele Wege, die bereits heute im Umweltverbund (Fahrradfahren, zu Fuß gehen) statt- finden (vgl. Ergebnisse der Befragung „Mobilität in Deutschland“; Mitteilung 2775/2019) auf den ÖPNV verlagert würden und dass o durch die höhere Nutzung des ÖPNV im Kurzstreckenbereich weniger Kapazitäten für Fahrgäste mit längeren Wegen zur Verfügung stehen würden. Für diese ist aufgrund der Reiseweiten jedoch oftmals der Pkw die einzige Alternative. 3 Somit würden weder die Ziele der Verkehrswende zur Stärkung des Umweltverbundes noch die positiven Auswirkungen des ÖPNV auf die Minderung der Luftschadstoffe gefördert. Für die Erreichung der Ziele der Verkehrswende ist, auch nach den Erfahrungen aus anderen Großstädten wie Wien, ein attraktives ÖPNV-Angebot, welches nur auf einer soliden finanziel- len Grundlage entwickelt und betrieben werden kann, wesentlich wirksamer, als tarifliche Maßnahmen. Bereits heute führt das von der Stadt Köln als Aufgabenträgerin bestellte ÖPNV-Angebot zu einem strukturellen Defizit, welches sich indirekt auf den städtischen Haushalt auswirkt. Alle Maßnahmen, die mit einem Verzicht auf Fahrgeldeinnahmen verbunden sind, wirken sich di- rekt auf dieses Defizit und somit mittelbar auch auf den Haushalt der Stadt Köln aus. Die Haushaltssituation eröffnet jedoch derzeit keine weiteren Spielräume. Vor diesem Hintergrund sehen die Verwaltung und die KVB den Wunsch der Bezirksvertretung Kalk als momentan nicht umsetzbar an und schlagen dem Rat daher vor, der Beschlussempfehlung der Bezirksvertretung nicht zu folgen. Zur Alternative: Alternativ bietet es sich an, die Anregung zur weiteren Beratung unter Beachtung übergeordneter Aspekte der städtischen Verkehrs- und Finanzpolitik in die zuständigen Fachausschüsse zu verwei- sen. Anlagen Anlage 1: Antrag von SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen (AN/0600/2018) Anlage 2: Auszug aus dem Beschlussprotokoll der BV 8 vom 03.05.2018
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3385/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 11.11.2019
- Erstellt
- 26.09.2019 08:26