3512/2019
Weiterführung des Projektes „Plan27“ – Zugehende Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive
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Anlage 2 ProjektberichtPlan27
70568 Zeichen
ESF- Einzelprojekt Nr. 505263 – „Plan27“
Projektbericht der Stadt Köln, Gesundheitsamt
für den Zeitraum 01.04.2017 bis 31.03.2019
Plakat Projekt „Plan27“
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
2
Inhalt:
Projektdaten im Überblick .................................................................................................................... 3
1 Ausgangslage des Projekts............................................................................................................... 4
1.1 Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ .......................................................... ................................................... ..... 4
1.2 Ziel und Aufgabe des Angebots „Plan27“ ........................................................... ................................................... ...... 5
1.2.1 Problemlage Zielgruppe/Quartier ................................................................ ................................................... ........... 5
1.2.2 Lösungsansätze ................................................................................. ................................................... ................... 5
1.2.3 Ziel ........................................ ................................................... ................................................... ............................. 6
1.2.4 Sozialraumbezug und Träger der Maßnahme ........................................................ ................................................... 6
2 Umsetzung .......................................................................................................................................... 7
2.1 Verlauf des Projekts ............................................................................. ................................................... ....................... 7
2.2 Ausgangssituation des Beratungsprozesses und Problemlage der Teilnehmenden .............................................. 10
2.2.1 Einstieg der Teilnehmenden in die Maßnahme ..................................................... .................................................. 10
2.2.2 Persönlicher Hintergrund der Teilnehmenden ..................................................... ................................................... . 11
2.2.3 Problemlagen ................................................................................... ................................................... ................... 14
2.3 Erkenntnisse im Verlauf des Projekts und Lösungsansätze ..................................................................................... 16
2.3.1 Prioritätensetzung bei der Zielplanung ......................................................... ................................................... ........ 16
2.3.2 Berücksichtigung der seelischen Problematik und aufsuchende Arbeit ................................................................... 16
2.3.3 Hoher Bedarf an lebenspraktischer Hilfe und emotionaler Bestärkung .................................................................... 16
2.3.4 Individuell unterschiedliche Zeitdauer der Maßnahme ............................................ ................................................ 17
2.4 Zielerreichung ................................................................................... ................................................... ......................... 18
2.4.1 Anzahl der vermittelten Teilnehmenden ins Regelsystem – Überblick ..................................................................... 18
2.4.2 Anzahl der Regelangebote und Bereiche, in die vermittelt wurde ............................................................................ 18
2.4.3 Vermittlung – parallel in Regelangebote unterschiedlicher Lebensbereiche ............................................................ 20
2.4.4 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Gesundheit .............................................................................................. 21
2.4.5 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Schule/Beruf ............................................................................................ 22
2.4.6 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Wohnen ................................................................................................... 2 3
2.4.7 Überleitung bei Abschluss der Maßnahme ......................................................... ................................................... .. 23
2.4.8 Rückmeldung der Teilnehmenden nach Abschluss der Maßnahme ........................................................................ 23
2.4.9 Vernetzung der Träger im Sozialraum und im sozialpsychiatrischen Hilfesystem .................................................... 24
2.4.9.1 Erfahrungen der Alexianer Köln GmbH…………………… ………………………………………………………..24
2.4.9.2 Erfahrungen des SPZs Köln-Nippes und Köln-Chorweiler………………………………………………………..24
2.4.9.3 Erfahrungen der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH…………………………………………………24
2.4.9.4 Anfragen von Personen außerhalb der Sozialräume…………………………………………..………………….24
2.4.9.5 Einbindung in das sozialpsychiatrische Hilfesystem Kölns…………………………………………………….....25
3 Zusammenfassung der Ergebnisse ................................................................................................ 26
3.1 Verlauf, Erkenntnisse und Zielerreichung ......................................................... ................................................... ...... 26
3.1.1 Verlauf und Erkenntnisse ....................................................................... ................................................... .............. 26
3.1.2 Zielerreichung ................................................................................. ................................................... ..................... 26
3.2 Nachhaltigkeit ................................................................................... ................................................... ......................... 27
3.2.1 Nachhaltigkeit der Maßnahme für die Teilnehmenden, die sie abgeschlossen haben ............................................. 27
3.2.2 Nachhaltigkeit der Maßnahme als Hilfeangebot für junge Menschen in Köln ........................................................... 27
3.3 Bewertung und Ausblick ........................................................................... ................................................... ................ 27
4 Anlage ............................................................................................................................................... 28
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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Projektdaten im Überblick
ESF-Einzelprojekt „Plan27“ im Rahmen von „Starke Veedel – starkes Köln“,
Bericht zum Projektverlauf 01.04.2017 bis 31.03.2019
Titel: Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem
und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für
junge Menschen mit psychischen Problemen bis
27 Jahre in allen Sozialraumgebieten, „Plan 27“
Kommune: Stadt Köln
Quartiere: Ausgewiesene Sozialraumgebiete der Stadt Köln:
• Buchheim/Buchforst
• Höhenberg/Vingst
• Humboldt/Gremberg und Kalk
• Mülheim-Nord/Keupstraße
• Ostheim/Neubrück
• Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil
• Bilderstöckchen
• Blumenberg/Chorweiler/Seeberg-Nord
• Bickendorf/Westend/Ossendorf
• Bocklemünd/Mengenich
• Meschenich/Rondorf
Ansprechpartner/in Kommune Gesundheitsamt Köln, Elisa Ostermann
Durchführende Projektträgerin-
nen/Projektträger und An-
sprechpartnerin-
nen/Ansprechpartner
Alexianer Köln GmbH/ Frau Morgenroth
Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH -
Flexible Dienste Köln Kalk/ Herr Mönch
Verein SPZ Köln-Nippes und
Köln-Chorweiler e. V./ Frau Schwarz
Mittelvolumen ESF 275.184 €
Laufzeit 01.04.2017 – 31.03.2019
Regionalagentur G.I.B., Gesellschaft für innovative Beschäftigungsför-
derung mbH in Bottrop
Ansprechpartner Herr Helmut Kleinen
Geschäftszeichen Geschäftszeichen ESF-505263
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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1 Ausgangslage des Projekts
1.1 Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Maßnahme „Plan27“ war Bestandteil des „Integriertes Handlungskonzeptes zum Pro-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln, Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten“
in Köln . Dieses derzeit noch laufende Programm forciert die Förderung der sozialen, berufli-
chen und gesundheitlichen Teilhabe von Menschen, die ausgegrenzt oder von der Ausgren-
zung bedroht sind.
Es knüpft damit an das seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende kommunale Programm
„Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln “ an. Ziel des insbe-
sondere im Jugend- und Sozialbereich praktizierten Ansatzes der Sozialraumorientierung ist
es, die zum Teil schwierigen Lebensbedingungen der Menschen in elf ausgewählten Sozial-
räumen
a zu verbessern. Die Gebietsauswahl wurde auf Grundlage eines „Monitoring Stadt-
entwicklung“ getroffen (siehe Anlage: zur Zielsetzung und Gebietsauswahl des Integrierten
Handlungskonzepts zum Programm „Starke Veedel – Starkes Köln). Durch eine optimierte
Zusammenarbeit und Vernetzung aller städtischen Dienststellen, der freien Träger, Verbän-
de sowie sonstiger Akteurinnen und Akteure sollten in den elf ausgewählten Sozialräumen
Unterstützungsleistungen begründet und Selbsthilfekräfte gestärkt werden. Um dies zu errei-
chen, wurde im Rahmen des Programms „Lebenswerte Veedel“ unter anderem in jedem
Sozialraum eine Sozialraumkoordinatorin beziehungsweise ein Sozialraumkoordinator ein-
gesetzt.
In seiner Sitzung am 20.12.2016 hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, in diesen elf aus-
gewiesenen Stadtgebieten das Leitkonzept „Starke Veedel – starkes Köln“ umzusetzen. An-
liegen von „Starke Veedel – Starkes Köln" ist es, passgenaue Angebotsstrukturen in den
Sozialraumgebieten zu entwickeln. Dies soll dazu beitragen, dort gleichberechtigte Teilhabe
in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen städtebauliche Missstände be-
seitigt werden. Die Stadt ist damit dem Förderaufruf des Landes Nordrhein Westfalen
unter dem Titel „Starke Quartiere – starke Menschen" vom Februar 2015 gefolgt. Ziel des
Aufrufs ist die Stärkung der besonders von sozialer Benachteiligung betroffenen Stadtquar-
tiere sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der in diesen Quartieren le-
benden Menschen. Die Themenbereiche sind dabei vielfältig: sie reichen von präventiven
Angeboten im sozialen und gesundheitlichen Bereich und im Bildungsbereich, über die Stär-
kung der lokalen Wirtschaft, Aufwertungen im Wohnumfeld, Veränderungen im öffentlichen
Raum bis hin zur Verbesserung der Umweltbedingungen.
Im gesundheitlichen Bereich konnte im Rahmen des Programmes „Starke Veedel – Starkes
Köln“ in allen ausgewiesenen Sozialraumgebieten das Projekt „Plan27“ mit der Laufzeit vom
01.04.2017 bis 31.03.2019 als aufsuchendes Hilfeangebot für junge Menschen mit psychi-
schen Problemen eingerichtet werden.
a Ausgewiesene Sozialräume der Stadt Köln sind Bicke ndorf/Westend/Ossendorf, Bock-
lemünd/Mengenich, Meschenich/Rondorf, Bilderstöckchen, Blumenberg/Chorweiler/Seeberg-Nord,
Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Humboldt/Gremberg/Kalk, Mülheim-Nord/Keupstraße,
Ostheim/Neubrück, Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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1.2 Ziel und Aufgabe des Angebots „Plan27“
1.2.1 Problemlage Zielgruppe/Quartier
Die ausgewiesenen Sozialraumgebiete der Stadt Köln sind gekennzeichnet durch wirtschaft-
liche, soziale und gesundheitliche Benachteiligung. Hier leben gehäuft Familien mit niedri-
gem sozialen Status und Multiproblemlagen.
Viele der dort aufwachsenden jungen Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von ganz
unterschiedlichen und häufig komplexen Problemkonstellationen daran gehindert, eine eige-
ne Lebensperspektive zu entwickeln – insbesondere im Hinblick auf eine berufliche Zu-
kunftsgestaltung. Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu gehen. Sie
ziehen sich zurück, vermeiden Kontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv
und abweisend. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen konsumiert. Ursache eines
solches Verhaltens können psychiatrische sowie weitere Beeinträchtigungen oder Erkran-
kungen sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dies müsste aber frühzeitig
erkannt und bei der weiteren schulischen oder beruflichen Planung berücksichtigt werden.
Unter Umständen wäre (vorgeschaltet oder) parallel eine Behandlung/Therapie erforderlich,
um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Erfahrungswerte
belegen, dass junge Menschen, die in einem sozial benachteiligten Umfeld leben und
zusätzlich eine psychische Beeinträchtigung aufweisen, häufig nur durch einen sehr nied-
rigschwelligen, aufsuchenden Zugang an das Regelsystem wie zum Beispiel gesundheitliche
Versorgung, das Bildungssystem und/oder Arbeit herangeführt werden können.
1.2.2 Lösungsansätze
Die Maßnahme beinhaltete die intensive, bedarfsorientierte und gezielte Unterstützung der
Betroffenen zur Entwicklung einer realistischen Lebensperspektive bei Berücksichtigung der
psychischen Problematik. Dafür wurde geschultes Fachpersonal eingesetzt, das aufsuchend
tätig war, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verfügte und eng mit dem psychiatrischen
Hilfesystem zusammenarbeitete. Die Betroffenen wurden nach behutsamer Kontaktaufnah-
me an geeignete Regelangebote heranführt und dorthin vermittelt.
Kölner Expertinnen und Experten unterschiedlicher Institutionen, zum Beispiel Jobcenter,
Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln, Träger der Jugendhilfe und Erwachsenen-
psychiatrie, haben sich zu der Koordinierungsgruppe „U27“ zusammengeschlossen und An-
fang 2016 Handlungsempfehlungen für spezielle Hilfen bezogen auf die Zielgruppe junger
Menschen mit psychischen Problemen entwickelt. Die hier vorliegende Maßnahme fungierte
als ein wesentlicher Baustein innerhalb dieser bedarfsorientierten Angebotsstruktur neben
einem Beratungsangebot, einem Kontaktangebot und Hilfen zur Tagesstrukturie-
rung/Beschäftigung.
Bildungseinrichtungen wie Schulen, sonstige städtische Einrichtungen, Jobcenter U25, alle
Akteure in den Sozialraumgebieten vor Ort sowie die Jugendhilfe waren wichtige Kooperati-
onspartner. Unter anderem erhielten diese auch im Rahmen ihres Tätigkeitfeldes Hinweise
auf Personen der bedürftigen Zielgruppe oder standen in Kontakt mit ihnen. Mit dem Jobcen-
ter und U25 gab es bei der einzelfallbezogenen Begleitung, beispielsweise der Entwicklung
einer beruflichen Perspektive, eine enge Zusammenarbeit.
Das Angebot ergänzte das bestehende Regelangebot des Sozialpsychiatrischen Dienstes
des Gesundheitsamtes, das aufsuchende Hilfen und Beratung für Erwachsene mit einer psy-
chischen Erkrankung nach den gesetzlichen Regelungen des ÖGDG NRW (Gesetz über den
öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen) und PsychKG (Gesetz
über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten) insbesondere in Krisensi-
tuationen vorhält.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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1.2.3 Ziel
Die Chance auf Teilhabe sollte erhöht werden bei jungen Menschen mit psychischen Prob-
lemen, die in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten und nicht (ausreichend) in
das Regelsystem insbesondere in den Bereichen Gesundheit und/oder Schule/Beruf einge-
bunden waren.
Im Projektzeitraum sollten mindestens 40
b junge Menschen mit psychischen Problemlagen
begleitet und je in mindestens ein Angebot vermittelt werden, was einen weiteren Schritt in
Hinblick auf die berufliche Perspektive bedeutet. Dieses Angebot konnte je nach individueller
Problemlage im gesundheitlichen, schulischen, ausbildungs-, qualifizierungs- und/oder be-
rufsbezogenen Bereich liegen.
1.2.4 Sozialraumbezug und Träger der Maßnahme
Entsprechend der Zielgruppe „Junge Menschen mit psychischen Problemen“, die nicht sehr
gehäuft auftritt, jedoch der intensiven Betreuung von Fachpersonal mit sozialpsychiatrischen
Kenntnissen bedarf, war diese Maßnahme – übergreifend und zeitlich parallel in allen aus-
gewiesenen Sozialraumgebieten für 2 Jahre – vorgesehen. Nur so konnte in effizienter Art
und Weise die aufsuchende Hilfe in nah beieinanderliegenden Sozialraumgebieten einge-
setzt werden und sich mit den überwiegend sozialraumgebietsübergreifenden Einzugsgebie-
ten der Hilfsangebote vernetzten.
In dem Projekt waren insgesamt zwei Vollzeitstellen, je eine für die linksrheinischen und eine
für die rechtsrheinischen Sozialraumgebiete innerhalb der Projektlaufzeit von 2 Jahren vor-
gesehen.
Träger der Maßnahme waren
• auf der linken Rheinseite:
„Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V. “
für die Sozialraumgebiete Chorweiler/Blumenberg/Seeberg-Nord und
Bilderstöckchen,
mit einer halbe Stelle,
die „ Alexianer Köln GmbH “ für die Sozialraumgebiete Bocklemünd/Mengenich,
Bickendorf/Westend/ Ossendorf, Meschenich/Rondorf,
ebenfalls mit einer halben Stelle;
• auf der rechten Rheinseite
„Die Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH “ für die Sozialraumgebiete
Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Ostheim/Neubrück, Mülheim-Nord/Keupstr,
Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil und Kalk/Humboldt-Gremberg,
mit einer Vollzeitstelle.
Die Träger waren bereits im jeweiligen Einsatzgebieten verortet:
Die Alexianer Köln GmbH ist Träger des Sozialpsychiatrischen Zentrums Rodenkirchen.
Der Träger war vor Projektstart bereits im Sozialraumgebiet Meschenich tätig. Darüber hin-
aus bietet er ein zielgruppenspezifisches Beratungsangebot „Proberaum“ und ein Hilfeange-
b Diese Zahl beruht auf fundierten Schätzungen aus a nderen Bereichen mit aufsuchenden Angeboten.
Es gibt keine Datenbasis zu der Anzahl von jungen Menschen, die dieses Angebot aufsuchender Hil-
fe benötigen, da sich dieser Personenkreis dem Regelsystem entzieht.
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bot zur Tagesstrukturierung und Beschäftigung für junge Menschen mit psychischen Prob-
lemen „Proberaum Worx“ an.
Der SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V . ist Träger der Sozialpsychiatrischen Zen-
tren Nippes und Chorweiler. Sein Arbeitsbereich umfasst in den Stadtbezirken Nippes und
Chorweiler die Beratung, Betreuung und Pflege von Menschen mit psychischen Störungen.
Die Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH ist in den rechtsrheinischen Sozial-
raumgebieten in Köln in der Jugend- und Eingliederungshilfe verortet, und ihr Angebot um-
fasst im Rahmen der Eingliederungshilfe ein tagesstrukturierendes Angebot im Sozialpsychi-
atrischem Zentrum (SPZ) Kalk, im Rahmen der Jugendhilfe Wohn- und Verselbständigungs-
angebote sowie ambulante aufsuchende Hilfen in den rechtsrheinischen Kölner Stadtbezir-
ken Kalk, Porz und Mülheim.
2 Umsetzung
2.1 Verlauf des Projekts
Startphase
Das Projekt startete mit der Entwicklung eines gemeinsamen Grundverständnisses des Auf-
trages und Handlungsrahmens für die drei Träger und die 11 Sozialraumgebiete. Das Kon-
zept wurde als Basis des Projekts vom Gesundheitsamt der Stadt Köln mit den Trägern ab-
gestimmt und der gemeinsame trägerübergreifende Projektname „Plan27“ kreiert. Darüber
hinaus wurde ein projektbezogener Teilnehmenden-Dokumentationsbogen entwickelt, in
dem von den Trägern Daten zum Verlauf des Projekts festgehalten werden. Die anonymi-
sierte Auswertung dieser Daten dient als Grundlage des vorliegenden Berichts.
Zunächst standen die Präsentation des Angebots in der Öffentlichkeit sowie der Aufbau von
Netzstrukturen im Vordergrund. Die Bekanntmachung des Projektes erfolgte auf verschiede-
nen Wegen: Es wurden Flyer sowie Poster erstellt und verteilt (siehe Abbildung 1 und Titel-
bild). Durch das Gesundheitsamt der Stadt Köln wurde beim Start des Projekts eine Presse-
erklärung herausgeben, und das Projekt wurde auf der Homepage der Stadt Köln und der
beteiligten Träger veröffentlicht. Die Träger stellten „Plan27“ den jeweiligen Sozialraumkoor-
dinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren (siehe 1.1.) sowie in den Sozialraumkonferenzen
vor. Ebenso wurden Akteurinnen und Akteure im Sozialraum und in den Institutionen, wie
zum Beispiel das Jobcenter und die Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ), über den Start des
Projekts informiert. In den Sozialraumgebieten fanden zu „Starke Veedel – Starkes Köln“
Informationsveranstaltungen statt, auch wurde dort das Projekt den Bürgerinnen und Bür-
gern sowie den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von den Trägern präsentiert.
Mit dem Jobcenter und seinen Angeboten, dem Team „U25“, „Hotspot“, „DiMa Team“ (Di sa-
bility Ma nagement-Team, Angebot für gesundheitlich beeinträchtigte Menschen) sowie mit
den Sozialpsychiatrischen Zentren bildeten sich unmittelbar Kooperationen, und von dort
konnten Klientinnen und Klienten in das Projekt vermittelt werden. Bezüglich der Teilneh-
menden des Projektes ohne festen Wohnsitz entstand die Zusammenarbeit mit der Stiftung
„Off Road Kids“.
Von Vorteil für den Aufbau der Netzwerke erwies es sich, dass die „Alexianer Köln GmbH“,
„Die Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“ und der „Verein SPZ Köln-Nippes und
Köln-Chorweiler e.V.“ bereits vorher in den Sozialraumgebieten tätig waren und selbst ent-
weder Träger eines Sozialpsychiatrischen Zentrums oder bereits als Baustein darin einge-
bunden waren. Daher konnte auf vorhandenen Strukturen aufgebaut werden. Die Anlaufpha-
se des Projekts gestaltete sich kürzer als erwartet. Es gab direkt zahlreiche Nachfragen und
bereits im ersten Projektmonat wurden die ersten Teilnehmenden in die Maßnahme aufge-
nommen, weitere Aufnahmen folgten. Durch die kontinuierliche Netzwerkarbeit wurden die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „Plan27“ weiteren Akteurinnen und Akteuren in den So-
zialraumgebieten bekannt. Persönliche Kontakte mit relevanten Ansprechpartnerinnen und
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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Ansprechpartnern ermöglichten im weiteren Verlauf, dass viele Interventionen schnell und
unkompliziert umgesetzt werden konnten.
Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit im Verlauf des Projekts
Auch über die Startphase hinaus stellten Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit einen wichtigen
Teil des Projektes dar, unter anderem, um durch die anderen Akteure von möglichen Teil-
nehmenden zu erfahren und tätig werden zu können. Eine gute Kenntnis der örtlichen Gege-
benheiten und der Akteure bildete darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung für eine wir-
kungsvolle Arbeit mit den einzelnen Klientinnen und Klienten. In Arbeitskreisen erfolgte ein
Austausch über passgenaue Angebote für die Teilnehmenden auf sehr kurzem Wege. Bei-
spielsweise wurde über freie Wohnplätze, neue Angebote in Richtung Berufsvorbereitung
oder freie Therapieplätze informiert. Besonders zu erwähnen ist die regelmäßige Teilnahme
an den Arbeitskreisen in den jeweiligen Sozialraumgebieten.
Darüber hinaus nahmen die Träger an Info-Veranstaltung zu den „Integrierten Stadtentwick-
lungskonzepten“ (ISEKs) im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in den
Sozialraumgebieten teil und erreichten auch darüber Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
sowie Bewohnerinnen und Bewohner der ausgewiesenen Sozialraumgebiete.
Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit war die Präsentation von „Plan27“ im Rahmen der Kölner
Fachtagung „Von nix kütt nix – junge Kölner bekommen Hilfen?!“ am 20.3.2018 hervorzuhe-
ben (siehe hierzu auch 2.4.9) sowie ein Artikel über „Plan 27“ im Kölner Stadtanzeiger vom
01.09.2018.
Des Weiteren bestand die Gelegenheit, dass das Projekt durch die Stadt Köln bei einer Ta-
gung der G.I.B. und des LZG NRW am 09.07.2018 zum Thema „Verzahnung von Arbeits-
und Gesundheitsförderung im Setting Kommune“ vorgestellt werden konnte.
Darüber hinaus wurde in der „G.I.B.Info 1_19“ und in den „Gesunde Städte Nachrichten
2019“ des Gesunde Städte-Netzwerkes der Bundesrepublik Deutschland je durch einen Arti-
kel über das Projekt berichtet.
In der Koordinierungsgruppe „U27“, die als Arbeitsgruppe der Kommunalen Gesundheitskon-
ferenz Köln angegliedert ist, wurde über das Projekt fortlaufend berichtet. Darüber hinaus
wurden mit dem Jobcenter bilaterale Gespräche geführt, um eine gemeinsame Linie abzu-
stimmen bezüglich der jungen Menschen mit psychischen Problemen abzustimmen, die eine
Berechtigung auf ALGII-Leistungen haben.
Entwicklung der Teilnehmendenzahl und Resonanz erster Zwischenergebnisse
Im Lauf des ersten Projektjahres, vom 01.04.17 bis 31.03.18, hatten mit Stand 31.03.18 be-
reits fünf Personen die Maßnahme abgeschlossen, zwei Personen waren vorzeitig ausge-
schieden und 32 Personen befanden sich in laufender Beratung. Bei der Zwischenauswer-
tung von „Plan27“ nach einem Jahr Projektlaufzeit zeichnete sich bereits ab, dass die Errei-
chung des gesetzten Ziels umsetzbar war, da bereits bei 35 Personen Vermittlungen erfolgt
waren. Diese Auswertung wurde dem Gesundheitsausschuss der Stadt Köln anhand einer
Mitteilung am 13.09.2018 zur Kenntnis gegeben. Das Projekt wurde von den politischen Ver-
treterinnen und Vertretern sehr positiv aufgenommen.
Im zweiten Projektjahr, vom 01.04.18 bis 31.03.19, wurden zu den 32 Personen, die sich in
laufender Beratung befanden, weitere 38 Personen bei „Plan27“ aufgenommen, sodass in
diesem Zeitraum insgesamt 70 Personen an dem Angebot teilnahmen. Davon hatten bis
zum Ende des Projektzeitraums weitere 65 Personen die Maßnahme abgeschlossen, fünf
Personen sind vorzeitig ausgeschieden.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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Abschlussphase und Abschluss des Projekts
Zum Abschluss des Projekts waren insgesamt 77 Teilnehmende in die Maßnahme aufge-
nommen worden, davon hatten 70 Teilnehmende die Maßnahme regulär abgeschlossen und
7 Teilnehmende hatten sie vorzeitig beendet.
Die mittlere Laufzeit der individuellen Teilnahmeprozesse betrug 8 Monate, 14 Tage, die
Dauer der Teilnahmeprozesse variierte zwischen 2 und 18 Monaten. In der Varianz der
Laufzeit der einzelnen Beratungsprozesse spiegelt sich unter anderem ein großer Unter-
schied des Hilfebedarfs wider.
In dieser Abschlussphase des Projekts lag der Fokus zum einen auf der Beendung und Do-
kumentation der noch laufenden Teilnahmeprozesse im Projekt zum 31.03.19. Zum anderen
wurde ein politischer Beschluss in den Fachausschüssen des Rats der Stadt Köln vorberei-
tet, der die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die Fortführung des Angebots über die
Projektdauer hinaus vorsah.
Am 11.02.2019 gab es auf Grundlage eines vorgelegten Konzepts der Verwaltung den politi-
schen Beschluss, kommunale Mittel für die Fortführung von „Plan27“ zur Verfügung zu stel-
len, sodass das Angebot auch über das Ende des Projekts am 31.03. hinaus in 2019 weiter-
führt werden konnte.
Abbildung 1: Flyer Projekt „Plan27“.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
10
2.2 Ausgangssituation des Beratungsprozesses und Problemlage der
Teilnehmenden
Auf Grundlage der Dokumentation der einzelnen Beratungsprozesse konnte die Ausgangssi-
tuation der Teilnehmenden des Projekts ausgewertet werden. Dies diente auch dazu, um
festzustellen, ob die Zielgruppe wie vorgesehen erreicht worden war.
2.2.1 Einstieg der Teilnehmenden in die Maßnahme
Die Teilnehmenden wurden häufig durch das Jobcenter, durch Eltern/Familie Angebote und
sozialpsychiatrische Angebote, aber auch durch das Jugendamt und sonstige Institutionen
an „Plan27“ vermittelt (Tab. 1). Darin wird deutlich, dass die Vernetzung von „Plan27“ mit
relevanten Akteuren gelungen ist. Darüber hinaus gab es zahlreiche Vermittlungen durch
unterschiedliche Hilfeangebote wie zum Beispiel „Off Road Kids“ (Anlaufstelle für obdachlose
Jugendliche), Integrationsmanagement Michaelshoven, Bewährungshilfe, Sozialpädagogi-
sche Familienhilfe der Herkunftsfamilie, Streetworker, gesetzliche Betreuung, Ergotherapeu-
tin des Alexianerkrankenhauses, niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater. Diese An-
gebote sind in Tabelle 1 unter „Sonstige Hilfeangebote“ zusammengefasst. Des Weiteren
gab es sonstige Kontaktpersonen wie zum Beispiel Nachbarn oder Freunde, die an „Plan27“
vermittelten.
Tabelle 1: Projekt „Plan27“, Erstkontakt durch …..,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Erstkontakt durch Anzahl Teilnehmende
Jobcenter/U25 13
Eltern/Familie 12
SPZ*/Sozialpsychiatrischer
Dienst/Angebote „U27“** 11
Selbst 11
Jugendamt 5
Sonstige Hilfeangebote 20
Sonstige Kontaktpersonen 5
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77
SPZ*= Sozialpsychiatrische Zentren, Angebote „U27“** = Angebote für junge Menschen mit psychi-
schen Problemen wie zum Beispiel „Proberaum“, Beratungsangebot mit „Kommstruktur“
Insbesondere bei dem Erstkontakt wurde von Seiten des Trägers niedrigschwellig auf die
psychische Situation der/des Teilnehmenden eingegangen. Das konnte beispielsweise bei
der Person zu Hause sein, vor der Haustür, weil der/die Teilnehmende/r niemanden in die
Wohnung lassen wollte oder an einem „neutralen Ort“ (siehe 2.3).
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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2.2.2 Persönlicher Hintergrund der Teilnehmenden
Bei Beginn der Maßnahme wurden die Teilnehmenden zu ihrem persönlichen Hintergrund
befragt.
Die Altersstruktur bei den Teilnehmenden der Maßnahme ist in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Projekt „Plan27“, Einstiegsalter der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19.
Einstiegsalter Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an allen
Teilnehmenden
Unter 18 3 4
18 bis 20 23 30
21 bis 24 37 48
ab 25 14 18
Anzahl Tei lnehmende insg esamt 77 100
Das durchschnittliche Einstiegsalter der 77 Teilnehmenden zu Beginn der Maßnahme lag bei
22 Lebensjahren. Dabei betrug das Einstiegsalter der jüngsten Personen in die Maßnahme
16 Jahre. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden war bei Beginn der Maßnahme zwischen 21
und 24 Jahre alt, etwa ein Drittel jünger, der verbleibende Anteil älter.
Hier stellt sich die Frage, über welche weiteren Zugänge die Betroffenen früher erreicht wer-
den könnten, um eher und präventiv tätig werden zu können.
Es wurden mit der Maßnahme junge Menschen mit der Geschlechtszuordnung weiblich,
männlich und divers erreicht. Von den 77 Teilnehmenden waren 44 und damit der überwie-
gende Anteil (57 Prozent) männlich.
25 der 77 Teilnehmenden (32 Prozent) hatten Zuwanderungshintergrund, das heißt, die Per-
son selbst oder mindestens ein Elternteil waren aus dem Ausland zugewandert .
Das Angebot „Plan27“ erreichte alle Sozialraumgebiete, denn es gab Teilnehmende der
Maßnahme in jedem der Sozialraumgebiete (Tab. 3). Einige Teilnehmende ohne festen
Wohnsitz hielten sich allerdings in mehreren Sozialraumgebieten auf und waren daher nicht
genau zuzuordnen. „Plan27“ wurde auch von anderen Akteurinnen und Akteuren in den So-
zialraumgebieten als Kompetenzstelle für junge Menschen mit seelischen Problemen wahr-
genommen. Im Rahmen der Vernetzung wurden passende Ressourcen für eigene Klientin-
nen und Klienten erfragt, ohne dass diese direkt im Rahmen von „Plan27“ unterstützt werden
müssten. Auch davon profitierten die Sozialraumgebiete.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
12
Tabelle 3: Projekt „Plan27“, Zuordnung der Teilnehmenden zu Sozialraumgebieten,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Zuordnung zu Sozialraumgebieten Anzahl Teilnehmende
Bickendorf/Westend/Ossendorf 8
Blumenberg/Chorweiler/Seeber g 12
Gremberghoven/Eil 3
Höhenberg/Vingst 12
Humbold/Gremberg/Kalk 14
Meschenich/Rondorf 5
Ostheim/Neubrück 6
Porz -Ost/Finkenberg 4
Sozialraumgebiete, denen je weniger
als drei Teilnehmende fest zugeordnet
werden konnten (Bilderstöckchen,
Bocklemünd/Mengenich, Buch-
heim/Buchforst, Mülheim-
Nord/Keupstraße)
5
Genaue Zuordnung nicht möglich ( bei
Teilnehmenden, die sich in mehreren
Sozialraumgebiete aufhielten und
keine feste Meldeadresse aufwiesen)
8
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77
Bei der Auswertung der Befragung nach Schulabschluss wurde deutlich, dass zu Beginn der
Maßnahme „Plan27“ jede/jeder vierte Teilnehmende nach eigenen Angaben den für diese
Altersphase charakteristischen „Meilenstein“ Schulabschluss (noch) nicht bewältigt hatte,
auch wenn 96 Prozent der Betroffenen bei Eintritt in die Maßnahme bereits volljährig waren
(Tab. 4).
Tabelle 4: Projekt „Plan27“, höchster allgemeiner Schulabschluss der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Höchster allgemeiner Schulabschluss Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen Teilnehmenden
(Noch) kein Schula bschluss 20 26
Förderschulabschluss 3 3,9
Hauptschulabschluss 20 26
Mittlerer Schulabschluss (u.a. Real-
schulabschluss)
20 26
Fachhochschulreife (Fachabit ur) oder
Hochschulreife (Abitur)
14 18,1
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77 100
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
13
Über 90 Prozent der Teilnehmenden gaben an, über (noch) keine Berufsausbildung zu ver-
fügen (Tab. 5).
Tabelle 5: Projekt „Plan27“, höchster allgemeiner Berufsabschluss der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19 .
Höchster Berufsabschluss Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen Teilnehmenden
(Noch) keine abgeschlossene Beruf s-
ausbildung 71 92,2
Betriebliche/außerbetriebliche Le hre 6 7, 8
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77 100
Etwa die Hälfte der Teilnehmenden war arbeitslos gemeldet, davon mehr als die Hälfte über
ein Jahr oder länger (Tab. 6).
Tabelle 6: Projekt „Plan27“, Teilnehmende mit gemeldeter Arbeitslosigkeit,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19 .
Gemeldete Arbeitslosigkeit Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen Teilnehmenden
Nicht arbeitslos gemeldet* 39 50,7
Arbeitslos gemeldet weniger als 6
Monate 9 11,7
Arbeitslos gemeldet,
6 Monate bis unter einem Jahr 7 9
Arbeitslos gemeldet,
1 Jahr und länger 22 28,6
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77 100
*Anmerkung: über sonstigen Leistungsbezug liegen keine Informationen vor
Diese 38 Personen bezogen bereits Arbeitslosengeld. Bei 23 Personen lag zusätzlich eine
Berechtigung auf Arbeitslosengeld vor, sie hatten sich jedoch noch nicht arbeitslos gemeldet,
sondern taten dies erst im Laufe der Maßnahme.
Somit handelte es sich bei 61 Personen und damit ca. 81,3 Prozent der Teilnehmenden um
Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld. Davon waren 50 Personen, 65 Prozent aller
Teilnehmenden, unter 25 Jahre alt und damit Kunden oder Kundinnen des Jobcenters „U25“.
Die hohe Arbeitslosenquote bei den Teilnehmenden dieser Maßnahme ließ bereits erken-
nen, dass es einen hohen Unterstützungsbedarf in Bezug auf die Entwicklung einer schuli-
schen/beruflichen Perspektive gab.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
14
2.2.3 Problemlagen
Alle Teilnehmenden berichten über psychischen Beeinträchtigungen, die teilweise mit erheb-
lichen Störungen verbunden waren. Darüber hinaus zeigten sich bei nahezu allen Teilneh-
menden folgende Ausgangsproblemlagen:
• Soziale Isolation,
• keine schulische und/oder berufliche Perspektive,
• keine tragende Tagesstruktur,
• keine Einbindung in die Regelversorgung,
• gravierende familiäre Konflikte,
• Überforderung beim Aufbau einer selbständigen Lebe nsführung.
Etwa ein Viertel (19 Teilnehmende, 24,7 Prozent) gab zusätzlich somatische Probleme an.
Bei sechs Teilnehmenden handelte es sich dabei um massive unbehandelte körperliche Be-
schwerden, die dringend einer Behandlung bedurften.
Bei einigen Teilnehmenden hatte in der Vergangenheit oder aktuell eine Vorstellung bei einer
Fachärztin oder einem Facharzt für Psychiatrie stattgefunden, und eine Diagnose lag bereits
vor.
Überwiegend berichteten die jungen Menschen über Depressionen und/oder Antriebslosig-
keit. Auch diejenigen, die bisher noch nicht in ärztlicher Behandlung waren, beschrieben die-
ses Symptom. So äußerten 66 Teilnehmende und damit 85,7 Prozent aller Teilnehmenden
Gefühle der Antriebslosigkeit, Apathie, Depressionen und/oder berichteten von depressiven
Phasen.
Als weitere Diagnosen, inklusive Verdachtsdiagnosen, wurden unter anderem soziale Pho-
bien, Psychosen (unter anderem drogeninduzierte), Panikstörungen, Impulskontrollstörun-
gen, Autismus, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Posttraumatische
Belastungsstörungen (PTBS), Zwangsstörungen, Essstörungen sowie Drogen- und/oder
Alkoholmissbrauch von den Teilnehmenden benannt.
Darüber hinaus wurde ausgewertet, inwieweit bei Teilnehmende Probleme in weiteren wich-
tigen Lebensbereichen auftraten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
15
Dabei wurde deutlich, dass bei den Teilnehmenden überwiegend komplexe Problemlagen
vorlagen. Neben dem Lebensbereich Gesundheit waren bei nahezu allen Teilnehmenden die
Lebensbereiche Selbstorganisation, Schule /Beruf und soziale Kontakte beeinträchtigt
(Abb. 2).
Abbildung 2: Projekt „Plan27“, Probleme in unterschiedlichen Lebensbereichen
So gab der überwiegende Teil der Projektteilnehmenden neben der seelischen Problematik
eine ungeklärte oder problematische Situation im Bereich Schule/Beruf an (siehe oben 2.2.2,
dies entspricht den Auswertungen zu Schulabschluss, Ausbildung, Arbeitslosigkeit der Teil-
nehmenden).
Etwa zwei Drittel aller Teilnehmenden (49 Teilnehmende) wiesen sowohl schulische oder
berufliche Probleme als auch Probleme im Bereich Wohnen auf.
Von den Teilnehmenden mit Problemen im Bereich Wohnen war etwa ein Drittel wohnungs-
los.
Häufig gab es weitere Lebensbereiche, die in Mitleidenschaft gezogen waren, wie zum Bei-
spiel die familiäre Situation, sei es mit der Herkunftsfamilie, der Partnerschaft oder der eige-
nen Familie, sowie die wirtschaftliche Situation, unter anderem durch Schulden, ungeklärte
finanzielle Verpflichtungen oder Mietrückstände.
Fazit: Die vorliegende Datenlage belegt, dass durch „Plan27“ die Zielgruppe des Projekts,
junge Menschen mit psychischen Problemen und komplexen Problemlagen, in den Sozial-
raumgebieten erreicht werden konnten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
16
2.3 Erkenntnisse im Verlauf des Projekts und Lösungsansätze
2.3.1 Prioritätensetzung bei der Zielplanung
Im Erstgespräch stand die Entwicklung einer realistischen Perspektive im Bereich Ausbil-
dung und Beschäftigung fast immer an erster Stelle. Im Verlauf zeigte sich jedoch, dass die-
ses Thema immer weiter in den Hintergrund rückte. Es stellt sich heraus, dass zuvor andere
Themen wie Gesundheit, Wohnen, Schulden und familiäre Probleme angegangen werden
mussten.
Vorrangig war häufig zunächst einmal die Stabilisierung der psychischen Problematik. Dazu
gehörte vor allem die Anbindung an eine (Fach-)Ärztin oder einen (Fach-)Arzt, eine Thera-
peutin oder einen Therapeuten. Wenn sich die Teilnehmenden entschlossen hatten, ärztliche
oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, dauerte es in der Regel einige Zeit bis zu
einem ersten Termin. Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich gibt es oft lan-
ge Wartezeiten.
Weitere Themen waren das Suchen und Finden von passenden Wohnmöglichkeiten und der
Aufbau einer tragenden Tagesstruktur. Häufig konnte erst nach der Stabilisierung in diesen
Lebensbereichen eine weitere Planung hinsichtlich schulischer/beruflicher Entwicklung
durchgeführt werden.
2.3.2 Berücksichtigung der seelischen Problematik und aufsuchende Arbeit
Da im Projekt begleitete junge Menschen in ihrer bisherigen Entwicklung beeinträchtigt wa-
ren, ist die Beziehungsarbeit als wesentlicher und sehr zeitaufwendiger Bestandteil der Zu-
sammenarbeit zu nennen.
Die Teilnehmenden gingen unterschiedlich offen mit ihren Problemen um. Eher verschlosse-
ne Menschen brauchten Zeit, um sich auf das Angebot einlassen zu können. Soziale Ängste
traten sehr häufig auf. Sie schränkten die Mobilität ein, da vielfach die Betroffenen Busse
und Bahnen nicht nutzen können. Oft schaffte es den Teilnehmenden bereits Erleichterung,
sich jemandem anvertrauen zu können. Nicht selten hatten sie diese Erfahrung vorher noch
nicht gemacht. Es bewährte sich, die Kontaktaufnahme mit Geduld und ohne Zeitdruck zu
gestalten.
Darüber hinaus erwies es sich als hilfreich, das Setting dem Problem der oder des Teilneh-
menden anzupassen. Der aufsuchende Ansatz ermöglichte dabei die Flexibilität, die es er-
fordert, damit sich einige Teilnehmende überhaupt erst auf die Hilfe einlassen konnten. Dazu
gehört das Aufsuchen und Abholen zu Hause ebenso wie ein Treffen an einem neutralen Ort
wie im Café oder im Büro. Die Mitarbeitenden des Projektes gingen je nach persönlichen und
gesundheitlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden situativ auf deren Bedürfnisse und
Wünsche ein. Dadurch konnten Vertrauen und eine tragfähige Beziehung als notwendige
Voraussetzungen für den Hilfeprozess aufgebaut werden. Die Verlässlichkeit und Kontinuität
der Begleitung durch eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner bei „Plan27“ war
dabei für die Teilnehmenden von großer Bedeutung.
2.3.3 Hoher Bedarf an lebenspraktischer Hilfe und emotionaler Bestärkung
In der Ausgangssituation hatte sich bereits gezeigt, dass bei einer hohen Anzahl der Teil-
nehmenden wichtige Meilensteine der Lebensphase auf dem Weg ins Erwachsenenlebens
noch nicht bewältigt waren, wie Schulabschluss oder Beginn einer Ausbildung. Darüber hin-
aus gab es häufig Handlungsbedarf aufgrund von Problemen in unterschiedlichen Lebensbe-
reichen. Entsprechend bildeten nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Prioritäten-
setzung eine realistische Perspektivbildung und eine in kleine Schritte unterteilte Umsetzung
der gesetzten Ziele die Grundlage der Beratungsprozesse.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
17
Nahezu alle Teilnehmenden benötigten im Laufe des Prozesses lebenspraktische Hilfe, zum
Beispiel bei der Selbstorganisation, der Strukturierung des Tages, dem Ausfüllen von Formu-
laren, Klärung inhaltlicher und organisatorischer Fragen ebenso wie emotionale Unterstüt-
zung wie Motivation und Bestärkung. Bei behördlichen Angelegenheiten bestand ebenfalls
ein hoher Unterstützungsbedarf (Tab. 7).
Tabelle 7: Projekt „Plan27“, geleistete Hilfe während des Prozesses,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Hilfe während des Prozesses
(Mehrfachnennungen) Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen 77 Teilnehmenden
emotionale Stärkung 76 98,7
Perspektiventwicklung 75 97,4
Lebenspraktische Hilfe 74 96,1
Begleitung bei Terminen 67 87,0
Klärung inhaltlicher und
organisatorischer Fragen 63 81,8
Dabei war es von entscheidender Bedeutung, die Teilnehmenden nach Misserfolgen darin
zu bestärken, die gesetzten Ziele weiterhin verfolgen.
Die Erinnerung an Termine, die Begleitung zu Terminen jeder Art sowie eine Vor- und Nach-
bereitung war bei dem überwiegenden Teil der Teilnehmenden erforderlich. Dass jemand
nachfragte und sie bestärkte, auch wenn sie sich nicht meldeten und Termine
vergaßen, war für einen Teil der Betroffenen bis dahin kaum vorstellbar gewesen.
2.3.4 Individuell unterschiedliche Zeitdauer der Maßnahme
Wegen der oft langwierigen Kontaktanbahnung, mitbedingt durch die psychische Beeinträch-
tigung der jungen Menschen, der häufig komplexen Thematik und der langen Wartezeiten
bei medizinischen und therapeutischen Einrichtungen – erwies sich die im Konzept vorgese-
hene Falldauer von 6 bis 9 Monaten teilweise als zu kurz und wurde individuell angepasst,
damit die Betroffenen in Regelangeboten verlässlich angebunden wurden und die Hilfe durch
„Plan27“ nachhaltig wirken konnte. Bei den Beratungsprozessen betrug der kürzeste Zeit-
raum einer oder eines Teilnehmenden in der Maßnahme „Plan27“ 2 Monate, der längste
Zeitraum 18 Monaten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
18
2.4 Zielerreichung
2.4.1 Anzahl der vermittelten Teilnehmenden ins Regelsystem – Überblick
Ziel des Projektes war die Vermittlung von 40 Teilnehmenden in mindestens ein Angebot des
Regelsystems. Wie bereits unter 2.1 bereits erwähnt, waren mit Abschluss des Projekts
am 31.03.2019 nach insgesamt 24 Monaten Projektlaufzeit 77 Personen in die Maßnahme
aufgenommen worden,
davon haben:
• 70 Teilnehmende (91 Prozent) die Maßnahme planmäßi g beendet, das heißt, sie
wurden in mindestens ein Regelangebot vermittelt.
• 7 Teilnehmende (9 Prozent) die Maßnahme vorzeitig verlassen. Sie waren nicht mehr
erreichbar, verweigerten den Kontakt oder teilten mit, es sei kein Bedarf (mehr).
Bezogen auf die Träger ergibt sich die in Tabelle 8 dargestellte Aufteilung.
Tabelle 8: Projekt „Plan27“, Anzahl der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Träger
Anzahl Teilnehmende
davon:
vorzeitig beendet
planmäßig beendet
Alexia ner 21 2 19
SPZ Köln Nippes u. Chorweiler 14 2 12
Sommerberg 42 3 39
Anzahl Teilnehmende insg esamt 77 7 70
Das Ziel, im Projektzeitraum von 2 Jahren mindestens 40 Teilnehmende bedarfsgerecht in
Angebote des Regelsystems zu vermitteln, wurde mit der Vermittlung von 70 Teilnehmenden
zum 31.03.2019 nicht nur erreicht, sondern um 75 Prozent übertroffen.
2.4.2 Anzahl der Regelangebote und Bereiche, in die vermittelt wurde
Im Laufe des Projekts erfolgten zahlreiche Vermittlungen, insbesondere in die Bereiche:
• Gesundheit: an Psychiaterinnen, Psychiater und and ere Fachärztinnen und Fachärz-
te, Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten, psychiatrische Institutsambulanzen,
Sozialpsychiatrische Zentren,
• Schule/Beruf/Vermittlung/Qualifizierung: Anbindung an Maßnahmen und Schulen so-
wie an das Jobcenter/U25/ DiMa-Team und an die Kompetenzagenturen, an die Job-
lotsen und an das Jugendbüro mit dem Ziel, dort eine berufliche Perspektive zu ent-
wickeln,
• Wohnen: an „Reso-Dienste“ der Stadt Köln, BeWo (Am bulant Betreutes Wohnen).
Bei allen Teilnehmenden, die sich auf das Projekt eingelassen haben, konnten die Ressour-
cen gestärkt werden, zum Beispiel durch Strukturierungshilfen im Alltag wie Planung des
Tagesablaufes oder durch Anbindung im Freizeitbereich wie zum Beispiel an Sportkurse,
Jugendzentren, Freizeitgruppen.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
19
Die 70 Teilnehmenden, die die Maßnahme regulär beendet haben, erhielten in der Regel
mehrere Vermittlungen. Insgesamt waren während der gesamten Laufzeit des Projekts über
250 Vermittlungen erfolgt,
davon
• 115 in das gesundheitliche Versorgungssystem,
• 92 in das Regelangebot des Bereichs Schule/Beruf
c
• 36 im Bereich Wohnen
• 13 im Bereich Freizeitangebote.
Entsprechend der komplexen Problemlagen gab es zahlreiche Vermittlungen dieser 70 Teil-
nehmenden in Angebote der Lebensbereiche Schule/Beruf, Gesundheit und Wohnen
(Abb. 3).
Abbildung 3: Projekt „Plan27“, Teilnehmende, die in mindestens ein Regelangebot der Be-
reiche Gesundheit, Schule/Beruf, Wohnen vermittelt wurden
Darüber hinaus nahmen 13 Teilnehmende im Bereich Freizeit ein Angebot an. Insbesondere
vor dem Hintergrund, dass ein hoher Anteil der Teilnehmenden Probleme im Bereich sozialer
Kontakte aufwies (siehe 2.2.3), konnte dies zu einer zusätzlichen Stabilisierung der Betroffe-
nen beitragen.
c Zu dem Bereich Schule/Beruf gehört auch das Jobcen ter, da von dort aus Vermittlung und Qualifizie-
rung erfolgen kann.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
20
2.4.3 Vermittlung – parallel in Regelangebote unterschiedlicher Lebensbereiche
Des Weiteren wurde ausgewertet, wieviel der Teilnehmenden parallel in den jeweiligen Le-
bensbereichen Gesundheit, Schule/Beruf, Wohnen vermittelt wurden.
Von den 70 Teilnehmenden der Maßnahme, die ins Regelsystem vermittelt wurden (s.o.),
erhielt
• über die Hälfte (55,7 Prozent) sowohl im Bereich G esundheit als auch im Bereich
Schule/Beruf je mindestens ein Angebot,
• nahezu ein Drittel der Teilnehmenden (30 Prozent) im Bereich Gesundheit und im
Bereich Schule/Beruf sowie zusätzlich im Bereich Wohnen je mindestens ein
Angebot (Abb. 4).
Abbildung 4: Projekt „Plan27“, Teilnehmende, die in Angebote mehrerer Lebensbereiche
(Gesundheit, Schule/Beruf, Wohnen) vermittelt wurden
Es zeigt sich, dass es im Laufe der Maßnahme bei einem hohen Anteil der Teilnehmenden
gelang, diese in unterschiedlichen Lebensbereichen in das Regelsystem zu vermitteln und
dadurch zu einer dauerhaften Stabilisierung beizutragen.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
21
In Folge werden die Vermittlungen in die Lebensbereiche Gesundheit, Schule/Beruf, Woh-
nen jeweils differenziert betrachtet.
2.4.4 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Gesundheit
55 Personen wurden in insgesamt 115 Angebote des Gesundheitssystems vermittelt
(Abb. 5).
Abbildung 5: Projekt „Plan27“, Regelangebote des Bereiches Gesundheit/gesundheitliches
Versorgungssystem, in die die 55 Teilnehmenden vermittelt wurden,
*SPZ= Sozialpsychiatrische Zentren,
„U27“=Angebote für junge Menschen mit psychischen Problemen
Von den 115 Angeboten, die diese Teilnehmenden insgesamt erhielten, handelte es sich
• zum größtenteils um psychiatrische oder psychother apeutische Angebote
(39,1 Prozent aller vermittelten Angebote im Gesundheitsbereich),
• bei etwa einem Fünftel um Angebote eines Sozialpsy chiatrischen Zentrums, des
Sozialpsychiatrischen Dienstes und/oder Angebote „U27“ für junge Menschen mit
psychischen Problemen (20,9 Prozent aller vermittelten Angebote im
Gesundheitsbereich),
• bei den übrigen Angeboten unter anderem um sonstig e Angebote im medizinischen
Bereich oder Beratungsangebote mit Komm-Struktur.
Teilweise wurden mehrere Angebote pro Teilnehmender/Teilnehmendem benötigt. Daher
variierte die Anzahl an Hilfeangeboten pro Person zwischen 1 und 6. Damit wurde deutlich,
dass bei einigen Teilnehmenden ein hoher Bedarf an unterschiedlichen Angeboten gesund-
heitlicher Versorgung vorlag.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
22
2.4.5 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Schule/Beruf
58 Personen wurden in 92 Angebote des Regelsystems im Bereich Schule/Beruf/ Vermitt-
lung und Qualifizierung angebunden (Abb. 6).
Abbildung 6: Projekt „Plan27“, Regelangebote des Bereiches Schule/Beruf, Berufsvermitt-
lung und Qualifizierung, in die die 58 Teilnehmenden vermittelt wurden.
Der überwiegende Teil der Teilnehmenden konnte an Angebote des Jobcenters und der
Agentur für Arbeit angebunden werden. Teilweise waren die Betroffenen dort zwar bereits
gemeldet gewesen, hatten den Kontakt dort hin jedoch nicht aufrechterhalten oder waren
noch nicht in dem richtigen Bereich, zum Beispiel im Rehateam des Jobcenters,
angekommen.
14 Teilnehmende und damit 20 Prozent aller Teilnehmenden, die „Plan27“ regulär abge-
schlossen haben, konnten während der Maßnahme eine Schulausbildung, Berufsausbildung
oder Erwerbstätigkeit beginnen und damit eine konkrete Perspektive in dem Bereich Schu-
le/Beruf realisieren.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
23
2.4.6 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Wohnen
36 Personen wurden im Bereich Wohnen vermittelt (Tab. 9).
Tabelle 9: Projekt „Plan27“, Regelangebote des Bereiches Wohnen, in die die Teilnehmen-
den vermittelt wurden
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Anbindung an das Regelsystem im
Bereich Wohnen und
Art des Angebots
Anzahl Teilnehmende
Betreutes Wohnen (Bewo) 13
Eigene Wohnu ng 10
Sonstiges 13
Anzahl Teilnehmende mit Anbindung
im Regelsystem Wohnen insgesamt 36
2.4.7 Überleitung bei Abschluss der Maßnahme
Wie bereits ausgeführt, kann nicht nur das „Ankommen“ in einem Angebot, sondern auch
das weitere Durchhalten für Teilnehmende eine Herausforderung bedeuten. Bei Abschluss
von „Plan27“ wurden 63 Teilnehmende daher gezielt auf die Beendigung vorbereitet, um
eine Nachhaltigkeit für die Teilnehmenden sicherzustellen (Tab. 10).
Tabelle 10 : Projekt „Plan27“, Überleitung bei Abschluss der Maßnahme,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Überleitung bei Abschluss der Maß-
nahme
(Mehrfachnennungen) Anzahl Teilnehmende
gemeinsame Termine mit „Übergabe“
bei dem Regelangebot 43
inhaltliche Vorbereitung der Teilneh-
menden 50
gezieltes Training des Einhaltens von
Terminen 31
Anzahl Teilnehmende , die Unterstüt-
zung erhielten, insgesamt 63
2.4.8 Rückmeldung der Teilnehmenden nach Abschluss der Maßnahme
Sechs Monate nach Abschluss der Maßnahme wurden die Teilnehmenden nochmals kontak-
tiert und nach ihrem Befinden im Vergleich zum Zeitpunkt vor Beginn der Maßnahme
„Plan27“ befragt. Es gab 20 Teilnehmende, bei denen die Maßnahme im Projektzeitraum in
mindestens 6 Monaten regulär abgeschlossen war und die daher bereits kontaktiert worden
waren.
Bei 18 Teilnehmenden lagen bisher Rückmeldungen vor.
Davon äußerten 17 Teilnehmenden, es ginge ihnen besser: Allen 17 Teilnehmenden ging es
in gesundheitlicher Hinsicht besser, 7 davon zusätzlich in Bezug auf den Lebensbereich Per-
spektive Schule/Beruf.
Einer Person ging es genauso wie vor der Maßnahme.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
24
Diese ersten Ergebnisse geben Hinweis auf einen nachhaltig positiven und stabilisierenden
Effekt der Maßnahme für den überwiegenden Teil der Teilnehmenden – auch nach Ab-
schluss der Maßnahme.
2.4.9 Vernetzung der Träger im Sozialraum und im sozialpsychiatrischen Hilfe-
system
2.4.9.1 Erfahrungen der Alexianer Köln GmbH
Die Alexianer Köln GmbH erhielt vielfältige Anfragen zu „Plan27“, insbesondere von den je-
weiligen Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sowie von Familienbera-
tungsstellen, vom Amt für Kinder, Jugend und Familie und vom Jobcenter/U25. Hoher Zulauf
kam auch über die Stiftung „Off Road Kids“, einer Anlaufstelle für obdachlose Jugendliche.
Im Vordergrund standen bei allen die Abklärung der psychischen Auffälligkeiten und die Ein-
leitung einer ärztlichen Behandlung und Therapie. Hier war die Kooperation mit der psychiat-
rischen Institutsambulanz (PIA) des Alexianer-Krankenhauses in Rodenkirchen von großem
Vorteil. Zu dem Thema Wohnraum gab eine enge Zusammenarbeit mit den ResoDiensten
des Jobcenters und den Bewo-Anbietern. Dies wurde ergänzt durch die Suche auf dem
freien Wohnungsmarkt. Bereits nach dem ersten Jahr Laufzeit von „Plan27“ zeigt sich an-
hand der Auslastung der Maßnahme und den anstehenden Anfragen ein hoher Bedarf. Ins-
besondere nach Artikeln über „Plan27“ in den Printmedien wie der Tagespresse (Kölner
Stadtanzeiger und im Wochenspiegel), kamen viele Anfragen, unter anderem von Eltern, aus
dem gesamten Stadtgebiet. Anfragen aus den anderen Sozialraumgebieten des Projekts
wurden an die anderen beiden Träger von „Plan27“ weitergeleitet.
2.4.9.2 Erfahrungen des SPZs Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V.
Für den Träger SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V. ergab sich unter anderem eine
Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln, dem Berufskolleg, dem Jobcenter und dem
Seeberger Treff. Wichtige Kooperationspartner im Sozialraum waren das Jobcenter, vor al-
lem Hotspot/ U25, das SPZ Chorweiler, Stiftung Leuchtfeuer, das Gesundheitsamt mit den
Frühen Hilfen und das Amt für Kinder, Jugend und Familie.
2.4.9.3 Erfahrungen der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH
Das Projekt „Plan27“ wurde in den rechtsrheinischen Sozialraumgebieten stark nachgefragt,
so dass nach wenigen Monaten eine Auslastung gegeben war und zwischenzeitlich sogar
mit einer Warteliste gearbeitet werden musste. Wichtige Kooperationspartnerinnen und -
partner des Sommerbergs waren neben den Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumko-
ordinatoren das SPZ Kalk, das passende Anfragen an „Plan27“ weiterleitete und selber auch
eine Freizeitgruppe für junge Erwachsene mit psychischer Erkrankung anbot. Das im SPZ
vorhandene tagesstrukturierende Angebot des Sommerbergs wurde niedrigschwelliger für
junge Menschen ausgerichtet und konnte daher bei Bedarf auch von Teilnehmenden des
Projekts „Plan27“ genutzt werden. Weitere wichtige Kooperationspartner waren das Jobcen-
ter U25/DiMa, das Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie das Angebot „Work4You“ des
Don-Bosco-Clubs in Köln-Mülheim. Bei „Work4You“ gibt es niedrigschwellige, tagesstruktu-
rierende Angebote, Beratung und Unterstützung sowie Notschlafplätze für junge Erwachse-
ne.
2.4.9.4 Anfragen von Personen außerhalb der Sozialräume
Es gab bei allen drei Trägern zahlreiche Anfragen von Personen, die außerhalb der Sozial-
raumgebiete wohnten und daher nicht in die Maßnahme aufgenommen werden konnten.
Diese wurden an die jeweiligen Sozialpsychiatrischen Zentren, an das Beratungsangebot
„Proberaum“ in Rodenkirchen oder die „U30 Gruppe“ im SPZ Kalk verwiesen.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
25
2.4.9.5 Einbindung in das sozialpsychiatrische Hilfesystem Kölns
Darüber hinaus vernetzte sich „Plan27“ im sozialpsychiatrischen Hilfesystem Kölns. Die Ef-
fekte äußerten sich unter anderem darin, dass 11 der 77 Teilnehmenden von sozialpsychiat-
rischen Angeboten wie „U27“, Sozialpsychiatrische Zentren und dem Sozialpsychiatrischen
Dienst in „Plan27“ vermittelt wurden (siehe 2.2.1) und wiederum Teilnehmende aus „Plan27“
in insgesamt 24 dieser Angebote angebunden werden konnten (siehe 2.4.4).
Am 20.3.2018 fand unter dem Titel „Vun nix kütt nix – Junge Kölner bekommen Hilfen!?“ eine
gemeinsame Fachtagung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln in Kooperation mit
der Koordinierungsgruppe „U27“d im Dominikus-Brock-Haus der Alexianer Köln GmbH in
Köln-Porz statt (Abb. 7).
Dabei ging es unter anderem um die Handlungsempfehlungen der Koordinierungsgruppe
„U27“ sowie Angebote für jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im Rahmen
dessen wurden die Erfahrungen des Projekts „Plan27“ von den Trägern vorgestellt.
Abbildung 7: Präsentation „Plan27“ im Rahmen der Fachtagung „Vun nix kütt nix – Junge
Kölner bekommen Hilfen!?“, Foto: Lothar Mönch.
d Kölner Expertinnen und Experten unterschiedlicher Institutionen, zum Beispiel Jobcenter, Land-
schaftsverband, Ämter der Stadt Köln, Träger der Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie, haben
sich zu der Koordinierungsgruppe „U27“ zusammengeschlossen und unter anderem Anfang 2016
Handlungsempfehlungen für spezielle Hilfen bezogen auf die Zielgruppe junger Menschen mit psy-
chischen Problemen entwickelt.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
26
3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.1 Verlauf, Erkenntnisse und Zielerreichung
3.1.1 Verlauf und Erkenntnisse
Nach einer kurzen Anfangsphase, die vor allem durch Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit
der Träger geprägt war, startete das Projekt zügig und es wurden laufend Teilnehmende in
die Maßnahme aufgenommen. Anhand der Auswertung lässt sich feststellen, dass dabei die
Zielgruppe, Jugendliche und junge Menschen mit psychischen Problemen und in komplexen
Lebenssituationen, in allen Sozialraumgebieten erreicht wurde.
Die Stabilisierung der psychischen Gesundheit stand bei den Teilnehmenden in der Regel im
Vordergrund, bevor weitere Probleme angegangen werden konnten. Mitbedingt durch die
häufig komplexen Lebenssituationen der Betroffenen mussten oft erst Probleme in weiteren
wichtigen Lebensbereichen wie Wohnen und Familie bearbeitet werden, ehe die Teilneh-
menden in der Lage waren, sich dem Thema Schule, Ausbildung und Beschäftigung zu wid-
men.
Der aufsuchende Ansatz und das flexible Eingehen auf die seelische Problematik ermöglich-
ten häufig erst, dass die Teilnehmende sich auf die Maßnahme einließen und dabei durch-
hielten. Die Teilnehmenden benötigten zum überwiegenden Teil lebenspraktische Unterstüt-
zung, emotionale Bestärkung und Begleitung bei Terminen zu den Angeboten, in die sie
vermittelt werden. Um eine Nachhaltigkeit von „Plan27“ zu gewährleisten, war die Dauer der
Maßnahme dem Bedarf der Teilnehmenden individuell anzupassen. Sie betrug in Einzelfäl-
len über ein Jahr.
3.1.2 Zielerreichung
Das Ziel, im Projektzeitraum von 2 Jahren mindestens 40 Teilnehmende bedarfsgerecht in
Angebote des Regelsystems zu vermitteln, wurde mit der Vermittlung von 70 Teilnehmenden
zum 31.03.2019 nicht nur erreicht, sondern um 75 Prozent übertroffen.
Von diesen 70 Teilnehmende erhielten
• über 75 Prozent eine Vermittlung in das gesundheit liche Versorgungssystem,
• über 80 Prozent eine Vermittlung in den Bereich Sc hule/Beruf. Der überwiegende Teil
dieser Teilnehmenden konnte an Angebote des Jobcenters und der Agentur für
Arbeit angebunden werden.
• 20 Prozent setzten eine konkrete Perspektive in Be zug auf Schulausbil-
dung/Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit um.
Die Teilnehmenden erhielten in der Regel mehrere Vermittlungen. Insgesamt sind während
der gesamten Laufzeit des Projekts über 250 Vermittlungen erfolgt, davon allein 115 in den
gesundheitlichen Bereich.
Durch intensive Begleitung wurde sichergestellt, dass die Betroffenen in den entsprechenden
Maßnahmen „ankamen“.
Die sozialräumliche Einbindung des Angebotes „Plan27“ und die Vernetzung im Hilfesystem
der Stadt Köln konnte realisiert werden.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
27
3.2 Nachhaltigkeit
3.2.1 Nachhaltigkeit der Maßnahme für die Teilnehmenden, die sie abgeschlos-
sen haben
Sechs Monate nach Abschluss der Maßnahme wurden 20 Teilnehmende nochmals kontak-
tiert und nach ihrem Befinden im Vergleich zum Zeitpunkt vor Beginn der Maßnahme
„Plan27“ befragt. Die bisher vorliegenden Ergebnisse von 18 der 20 Teilnehmenden geben
Hinweis auf einen nachhaltigen positiven und stabilisierenden Effekt der Maßnahme und
damit auf eine Erhöhung der Chance auf Teilhabe für den überwiegenden Teil der Teilneh-
menden.
3.2.2 Nachhaltigkeit der Maßnahme als Hilfeangebot für junge Menschen in
Köln
Die Förderung des Projekts durch Landesmittel wurde zum 31.03.2019 beendet, es gab kei-
ne Möglichkeit einer Verlängerung der Landesförderung.
Am 11.02.2019 wurden auf Grundlage eines Konzepts für die Weiterführung von „Plan27“
anhand eines politischen Beschlusses kommunale Mittel zur Verfügung gestellt, sodass das
Angebot auch über den 31.03. hinaus bis zum Ende des Jahres 2019 fortgesetzt wird.
Während der Projektlaufzeit hatte es aus zahlreichen weiteren Stadtteilen Kölns, die sich
über alle 9 Stadtbezirke und das gesamte Stadtgebiet verteilen, konkrete Anfragen junger
Menschen geben, die nicht in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten und daher
im Rahmen des Projekts nicht in das Angebot aufgenommen werden konnten. Um diese
Menschen nicht auszugrenzen, wurde im Konzept für die Fortführung von „Plan27“ eine Er-
weiterung auf das Stadtgebiet Köln vorgesehen.
3.3 Bewertung und Ausblick
Mit „Plan27“ wurde ein passendes Angebot für eine bisher noch nicht adäquat versorgte
Zielgruppe junger Menschen mit seelischen Problemen geschaffen. Der aufsuchende Zu-
gang und die Begleitung bei Terminen erwiesen sich als wichtiger und notwendiger Bestand-
teil des Hilfeangebots. „Plan27“ stellt damit eine sinnvolle Ergänzung bisheriger Angebote
mit „Komm-Struktur“ dar.
Durch die Stabilisierung von jungen Menschen mit psychischen Problemen, die sich in kom-
plexen Lebenssituationen befanden sowie in ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten
oder sich dort überwiegend aufhielten, wurde auch ein Beitrag zur Stärkung dieser Quartiere
geleistet. Eine quantitative Messbarkeit der Effekte für die elf Sozialraumgebiete war jedoch
aufgrund der mit der intensiven Einzelbetreuung verbundenen geringen Teilnehmenden-
Anzahl von durchschnittlich sechs bis sieben Personen pro Sozialraumgebiet nicht möglich.
Eine hohe Anzahl an Anfragen außerhalb der ausgewiesenen Sozialraumgebiete ließ des
Weiteren erkennen, dass in Köln auch über die ausgewiesenen Sozialraumgebiete hinaus
Bedarf bestand, der mit der räumlichen Einschränkung nicht gedeckt werden konnte.
Auf Grundlage des bisherigen Verlaufs wird es aus fachlicher Sicht nicht nur als wün-
schenswert, sondern als notwendig und sinnvoll erachtet, das im Rahmen des Landesprojek-
tes entwickelte Angebot „Plan27“ auf Dauer für das gesamte Stadtgebiet weiterzuführen.
Bisher ist es gelungen, für 2019 die Finanzierung des Angebots über kommunale Mittel si-
cherzustellen. Derzeit finden intensivierte Bemühungen statt, das Projekt „Plan 27“ auch
über 2019 hinaus in eine Regelfinanzierung überzuleiten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
28
4 Anlage
Auszug des Integrierten Handlungskonzeptes zum Programm „Starke Veedel-Starkes
Köln“
Beigefügter Auszug des Integrierten Handlungskonzeptes (Stand August 2015) zur Zielset-
zung und Gebietsauswahl des Programms „Starke Veedel-Starkes Köln“ wird hier stell-
vertretend beigefügt, da dieses Konzept den Bezugsrahmen für dieses Projekt bildet und
daher dessen Ausführungen auch für das Projekt „„Plan27““ zutreffen:
„1.2 Ziele des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“
Das vorliegende Integrierte Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ greift die Idee
der Sozialraumorientierung auf. Diese wird damit zur Leitlinie des Handelns in diesem Pro-
gramm.
Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist es, die besonders von sozialer Benachteiligung
betroffenen Stadtquartiere in Köln zu stärken, Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusam-
menhalt zu stärken, Prävention zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen
Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Die Förderung dieser Quartiere
wird gleichzeitig auch zur gesamtstädtischen Entwicklung beitragen und den sozialen Zu-
sammenhalt in der Gesamtstadt fördern.
Zur Verbesserung der Lebenssituation der in den Quartieren lebenden Menschen sollen prä-
ventive Maßnahmen beitragen. Deshalb ist ein Ziel dieses Integrierten Handlungskonzeptes,
eine gesamtstädtische Präventionsstrategie zu entwickeln. Grundlage hierfür ist unter ande-
rem der vom Rat der Stadt beschlossene „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungs-
plan Köln 2011 – Ziele, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bil-
dungs- und Zukunftschancen“ (vergleiche Anhang 1).
Unter dem Motto „Gemeinsam stark für lebenswerte Veedel“ verfolgt das Programm auch
das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quar-
tiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu gehört die stärkere
Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte
Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die Ab-
stimmung ihres Handels mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig ist die
Bewohnerschaft von allen Beteiligten aktiv einzubinden.
Mit dem hier vorliegenden Konzept baut die Stadt Köln auf den Erfahrungen aus dem Struk-
turförderprogramm MÜLHEIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische Erarbeitung
und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Handlungsansatzes in einem Pro-
grammgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage zugrunde,
wie erfolgreich Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Faktoren
zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Quartiers-
entwicklung eingebunden werden können. Erstmalig wird für elf Sozialräume zum einen ein
einheitliches Maßnahmenpaket entwickelt, das in allen Sozialräumen gleichermaßen umge-
setzt wird.“ … „Zum anderen werden zusätzlich gebietsspezifische Lösungen passgenau für
die Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Besonde-
res Augenmerk wird dabei auf den niedrigschwelligen Zugang zu den Angeboten und ihrer
Verknüpfung gelegt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werden auch Maßnahmen mit
Modellcharakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der dort erzielten Erkenntnisse wird
angestrebt.“
„1.3 Gebietsauswahl
Grundlage für die Auswahl des Programmgebietes ist die bestehende Gebietsabgrenzung
des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“.“… „Mit
Hilfe des Monitorings Stadtentwicklung wurde geprüft, ob es sich hierbei tatsächlich noch um
die Gebiete mit besonderen Handlungserfordernissen handelt, die im Vergleich zur Gesamt-
stadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
29
Methodische Vorgehensweise: Monitoring Stadtentwicklung
Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systematisch die Entwicklung der Gesamtstadt
Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheitlichen Vorgehensweise (Index-
werte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wan-
del oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wird im Folgenden der Index „Soziale
Lage“ zugrunde gelegt, der verschiedene Aspekte von Benachteiligung berücksichtigt: Wirt-
schaftliche, politisch – kulturelle und gesundheitliche Benachteiligung. Er setzt sich zusam-
men aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „Leben in Köln“
und berücksichtigt somit sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzun-
gen der Befragten. Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren der Tatsache gerecht,
dass sich Benachteiligung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt. …“
Anlage 1 KonzeptAusschussStand23.01.2019
26455 Zeichen
Trägerübergreifendes Konzept
„Plan27“
Zugehende Hilfe zur Überleitung ins
Regelsystem und Entwicklung
einer beruflichen Perspektive für
junge Menschen mit psychischen
Problemen bis 27 Jahre
für die Stadt Köln
Stand: 23.01.2019
Stadt Köln, Gesundheitsamt
Alexianer Köln GmbH
Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH - Flexible Dienste Köln Kalk
SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e. V.
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
2
Inhalt
1 Ausgangslage 3
2 Rahmenbedingungen 4
3 Ziele 6
4 Auftrag und Aufgabe 7
5 Dokumentation und Qualitätssicherung 9
6 Anlagen 11
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
3
1 Ausgangslage
Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet und weisen ein komplexes Erkrankungsbild
auf. Beeinträchtigungen der seelischen Gesundheit reichen von Einschränkungen des
seelischen Wohlbefindens bis zu schweren psychiatrischen Störungen. Gemäß Schätzun-
gen auf der Grundlage von Krankenhausdiagnosedaten, unter anderem auf der Basis der
Krankenhausdiagnosestatistik des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG
NRW), werden in Köln pro Jahr allein über 10.000 in Köln lebende Personen mit gravieren-
den psychischen Problemen stationär psychiatrisch behandelt.
Ziel der Stadt Köln ist die Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen in die
Stadtgesellschaft. Das Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes
Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) sieht die Bereitstellung von Hilfen für Menschen mit
psychischen Erkrankungen als Pflichtaufgabe vor. Die Stadt Köln kommt dem unter
anderem durch die Vorhaltung der Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ) als ambulante
Anbieter vor- und nachsorgender Hilfen für diesen Personenkreis nach.
Beobachtungen der Fachöffentlichkeit in den letzten Jahren zeigen, dass zunehmend junge
Menschen mit psychischen Störungen in Erscheinung treten, die gezielte Unterstützung
bei der Bewältigung des Übergangs ins Erwachsenenleben benötigen. Exemplarisch sei
hier der Barmer Ärztereport erwähnt, der von einem Anstieg psychischer Diagnosen bei
jungen Erwachsenen unter den Versicherten im Zeitraum von 2005 bis 2016 berichtet (siehe
Anlage1, Abbildung 1).
Junge Menschen, die unter psychischen Problemen leiden, können aufgrund von ganz
unterschiedlichen Problemkonstellationen daran gehindert werden, eine eigene Lebensper-
spektive insbesondere im Hinblick auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickeln.
Häufig fällt es diesen jungen Menschen schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu
gehen. Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten Kontakt zu anderen Menschen
oder verhalten sich aggressiv und abweisend. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen
konsumiert.
Ursache eines solches Verhaltens können psychiatrische sowie weitere Beeinträchtigungen
oder Erkrankungen sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dies müsste
aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schulischen oder beruflichen Planung
berücksichtigt werden. Unter Umständen wäre parallel (oder vorgeschaltet) eine Behand-
lung/ Therapie erforderlich, um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu
können. Die jungen Menschen benötigen daher eine gezielte Unterstützung von Menschen,
die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verfügen und eng mit
dem psychiatrischen Hilfesystem zusammenarbeiten.
Eine Kontaktaufnahme zu diesen jungen Menschen ist aufgrund der vorliegenden Lebens-
umstände überaus schwierig. Oftmals ist den Betroffenen selbst nicht bewusst, dass ggf.
psychische Problemlagen vorliegen. Daher sehen sie keinen Grund, einen Fachdienst wie
den Sozialpsychiatrischen Dienst oder eine niedergelassene Fachärztin/einen niedergelas-
senen Facharzt aufzusuchen. Die Angehörigen nehmen die Situation meist deutlicher wahr.
Ihnen ist es jedoch aufgrund ihrer persönlichen Betroffenheit und (in der Regel) fehlender
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
4
Fachkenntnisse nicht möglich, die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen zu motivieren,
aktiv Hilfe zu suchen.
Meist vergeht viel Zeit, bis die Betroffenen Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zwi-
schenzeit ist unter Umständen keine gezielte Perspektivplanung erfolgt oder die Ausbildung
bzw. die Schule wurde abgebrochen, da keine helfenden Maßnahmen begonnen worden
sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrierend für die jungen Menschen sein kann und im Zuge
einer umfassenden Hilfeplanung vermieden werden könnte.
Probleme bestehen vor allem in den Bereichen
• psychische Gesundheit
• soziale Isolation
• keine schulische und/oder berufliche Perspektive
• keine tragende Tagesstruktur
• keine Einbindung in die Regelversorgung
• gravierende familiäre Konflikte
• Überforderung mit dem Aufbau einer selbständigen Lebensführung.
Aufgrund der Beobachtungen, dass junge Menschen mit psychischen Problemen über das
vorhandene Angebot in Köln nicht ausreichend erreicht werden konnten, wurde von der
Kölner Fachwelt im Jahre 2016 das Konzept „U 27“ als Gesamtangebot für junge Menschen
bis 27 Jahre mit unterschiedlichen Bausteinen wie zugehende Hilfe, Beratungsangebot und
Beschäftigungsprojekt entwickelt. Das Angebot „Plan27“ fügt sich als zugehendes
Hilfeangebot in das Gesamtangebot „U 27“ ein.
2 Rahmenbedingungen
„Plan27“ wurde zunächst als Projekt für die Laufzeit von zwei Jahren, vom 01.04.2017 bis
31.03.2019, durch Landesmittel und Mittel des Europäischen Sozialfonds gefördert. Das
Projekt wurde als aufsuchendes Hilfeangebot für junge Menschen mit psychischen
Problemen in allen elf ausgewiesenen Sozialraumgebieten 1 der Stadt Köln im Rahmen des
Programms „Starke Veedel – starkes Köln“ eingerichtet. Ziel des Projektes war es, einen
Zugang zu jungen Menschen mit psychischen Problemen zu schaffen, die durch das
Regelsystem bisher nicht erreicht wurden, diese bedarfsgerecht in Hilfeangebote zu
1 Zu den ausgewiesenen Sozialraumgebieten der Stadt Köln gehören:
Rechtsrheinisch: Buchheim und Buchforst – Höhenberg und Vingst – Humboldt/Gremberg und Kalk,
Mülheim-Nord und Keupstraße – Ostheim und Neubrück – Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil
Linksrheinisch: Bilderstöckchen – Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord, Bickendorf, Westend
und Ossendorf – Bocklemünd/Mengenich – Meschenich, Rondorf
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
5
vermitteln und bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive zu unterstützten. In
Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln führten die folgenden Träger die
Maßnahme durch:
• Das „Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V.“
für die Sozialraumgebiete Chorweiler/Blumenberg/Seeberg-Nord und Bilderstöckchen,
mit einer halbe Vollzeitstelle
• Die „Alexianer Köln GmbH“ für die Sozialraumgebiete Bocklemünd/Mengenich,
Bickendorf/Westend/ Ossendorf, Meschenich/Rondorf,
ebenfalls mit einer halben Vollzeitstelle
• „Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“ für die Sozialraumgebiete
Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Ostheim/Neubrück; Mülheim-Nord/Keupstr,
Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil und Kalk/Humboldt-Gremberg,
mit einer Vollzeitstelle.
(Trägerprofile: siehe Anlage 2)
Ergebnisse während der Projektlaufzeit
Nach einem Jahr der Projektlaufzeit wurde bereits deutlich, dass die Zielgruppe junger
Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen erreicht werden konnte. 32 Personen
befanden sich in laufender Maßnahme und 5 Teilnehmende hatten bereits die Maßnahme
planmäßig beenden können.
Alle Teilnehmenden wiesen Probleme und Unterstützungsbedarf in den Lebensbereichen
psychische und teilweise auch körperliche Gesundheit sowie Selbstorganisation und nahezu
alle Teilnehmenden im Bereich Schule/Beruf auf. Darüber hinaus gab es häufig weitere
Problemlagen wie akute Wohnprobleme oder wirtschaftliche Probleme. Daher wurden die
Teilnehmenden je nach Bedarf in ein oder mehrere Regelangebote vermittelt.
Im ersten Jahr der Projektlaufzeit fanden über 60 Vermittlungen in das gesundheitliche
Versorgungssystem, über 25 Vermittlungen in das Regelangebot des Bereichs Schu-
le/Beruf/Vermittlung/ Qualifizierung sowie zahlreiche weitere Vermittlungen, unter anderem
im Bereich Wohnen und im Bereich der Freizeitgestaltung statt. Ein Schwerpunkt der
Begleitung lag in der Unterstützung zur Selbstorganisation, zum Beispiel dem Einhalten von
Terminen und in der Stärkung des Durchhaltevermögens bei den Teilnehmenden. Durch
intensive Begleitung wurde sichergestellt, dass die Betroffenen in den entsprechenden
Maßnahmen „ankamen“.
Aus über 37 weiteren Stadtteilen Kölns, die sich über alle neun Stadtbezirke und das
gesamte Stadtgebiet verteilen, gab es über 60 konkrete Anfragen junger Menschen, die
jedoch nicht in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten und daher nicht in das
Angebot aufgenommen werden konnten.
Zu Ende des Projektzeitraums ist absehbar, dass mit Ablauf des Projekts, wie angestrebt,
über 40 Teilnehmende innerhalb der Projektlaufzeit von 2 Jahren erreicht sein werden, ins
Regelsystem vermittelt und dort angekommen sein werden.
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
6
Auf Grundlage bisheriger Ergebnisse lässt sich feststellen, dass mit Plan27 ein passendes
Angebot geschaffen wurde für eine bisher noch nicht adäquat versorgte Zielgruppe junger
Menschen mit seelischen Problemen in komplexen Lebenssituationen, die eine zugehende
Hilfe benötigen. Plan27 stellt eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Hilfeangeboten für
junge Menschen mit psychischen Problemen, der Beratungsstelle „Proberaum“ und des
tagesstrukturierende Projektangebots „Proberaum worX“ dar. Als aufsuchendes Angebot
richtet sich Plan27 an Betroffene, die durch die vorhandenen Angebote für junge Menschen
mit psychischen Problemen aufgrund deren „Komm-Struktur“ bisher nicht erreicht werden
konnten.
Die hohe Anzahl an Anfragen außerhalb der ausgewiesenen Sozialraumgebiete zeigt, dass
im gesamten Stadtgebiet Bedarf besteht, der durch das bisher bestehende Projekt nicht
gedeckt werden kann.
Eine Fortführung des Angebots über den Projektzeitraum hinaus wird aus fachlicher Sicht
als sinnvoll und notwendig erachtet. Dabei sollten auch die Anfragen von Personen aus
dem Stadtgebiet Kölns, die nicht in ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnen, berück-
sichtigt werden. Die Maßnahme sollte evaluiert werden, um festzustellen, inwieweit der
auftretende Bedarf über das Angebot abgedeckt werden kann.
Um eine Arbeitsgrundlage für eine Fortführung der Maßnahme als Regelangebot bieten zu
können, wurde das Konzept „Plan27“ auf Grundlage der bisherigen Auswertungen
analysiert und, wo erforderlich, überarbeitet bzw. ergänzt:
3 Ziele des Angebots Plan27
Plan27 ist ein aufsuchendes, speziell auf schulische/berufliche Orientierung ausgerichtetes
Angebot für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre mit einem besonders
niedrigschwelligen Ansatz im Stadtgebiet Köln.
Ziel der individuellen Hilfe im Rahmen von Plan27 ist es dabei, gemeinsam mit der/dem
Teilnehmenden eine Perspektive zu entwickeln und schrittweise umzusetzen, die jungen
Menschen im konstruktiven Umgang mit Hindernissen und beim Abbau von Barrieren zu
unterstützen und damit den Weg zur individuellen Teilhabe an Angeboten des Gesund-
heits-, Bildungs- oder Beschäftigungssystems zu ebenen.
Als niedrigschwelliges Angebot
der zugehenden Hilfe bietet Plan27 die Möglichkeit einer
ersten Kontaktaufnahme und der Überleitung in ein passgenaues Angebot bei psychisch
belasteten jungen Menschen, die durch andere Angebote nicht (direkt) erreicht werden.
Plan27 bildet damit einen wesentlichen Baustein innerhalb der bestehenden Versorgungs-
struktur, um Betroffenen mit besonders hohem Entwicklungsbedarf den Weg zu weiterfüh-
renden Unterstützungsleistungen zugänglich zu machen.
Die jungen Menschen sollen je in mindestens ein Angebot vermittelt werden, das einen
weiteren Schritt in Hinblick auf die Lebensperspektive, dabei insbesondere die berufliche
Perspektive oder deren Einmündung bedeutet. Dieses Angebot kann je nach individueller
Problemlage im gesundheitlichen, schulischen, ausbildungs-, qualifizierungs- und/oder
berufsbezogenen Bereich liegen. Der sozialpsychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, die
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
7
Teilnehmenden niedrigschwellig in ihren Alltagskompetenzen zu stärken, langfristig in das
Regelsystem anzubinden und Übergänge in gesundheitlichen, schulischen und/oder
beruflichen Lebensbereichen zu begleiten.
Durch das niedrigschwellige Angebot sollen die Betroffenen möglichst frühzeitig erreicht und
unterstützt werden. Bereits in Schule, in der Berufsausbildung oder im Studium kann die
Bewältigung dort bestehender Anforderungen durch psychische Probleme gefährdet
werden. Dies kann zum Abbruch des Bildungsweges führen und einen weiteren Rückzug
zur Folge haben. Durch Plan27 kann der junge Mensch entsprechend seiner seelischen
Problematik unterstützt werden, zum Beispiel über eine therapeutische Anbindung. Dadurch
kann das Durchhalten (oder der Wiedereinstieg) und der erfolgreiche Abschluss der Schule
bzw. Ausbildung ermöglicht werden.
Auch die Vermittlung zu Maßnahmen des Jobcenters kann dazugehören. Rückmeldungen
des Jobcenters/U 25 (Angebot des Jobcenters für Arbeitssuchende unter 25) zufolge sind
viele der jungen Kundinnen und Kunden nicht in der Lage, die Voraussetzungen von
Maßnahmen des Jobcenters zu erfüllen. Sie benötigen im Vorfeld Hilfen, die sie auf einen
solchen Schritt vorbereiten. Damit bekommt auch ein bisher kaum zu erreichendes Klientel
die Chance, an Zukunftsperspektiven zu arbeiten. Maßnahmenabbrüche können verhindert
und Ressourcen gezielt eingesetzt werden.
4 Auftrag und Aufgabe
Inhalt und Ablauf
Junge Menschen mit psychischen Problemen leben häufig sozial zurückgezogen, gehören
keinen Peergroups an, nutzen weder die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene
noch entsprechende Institutionen und halten sich auch nicht an bekannten Hotspots ihrer
Altersgruppe in der Stadt auf. Öffentlichkeitsarbeit sowie Netzwerkarbeit im Stadtbezirk
bilden einen grundlegenden Bestandteil des Angebots Plan27, um durch andere Institutio-
nen oder Angehörige der Betroffenen mit möglichen Teilnehmenden in Kontakt zu kommen
oder die Betroffenen selbst erreichen zu können.
Da im Projekt begleitete junge Menschen oftmals in ihrer bisherigen Entwicklung beeinträch-
tigt sind, ist die Beziehungsarbeit als wesentlicher und zeitaufwendiger Bestandteil der
Zusammenarbeit zu nennen. Der Aufbau von Vertrauen, eine akzeptierende und langsam
aufbauende Hilfe und eine tragfähige Beziehung bilden eine notwendige Voraussetzung für
den Hilfeprozess.
Zu den Inhalten der Begleitung der Teilnehmenden gehören die Entwicklung einer
individuellen realistischen Perspektive, das Initiieren notwendiger Hilfen, die Unterstützung
bei Kontaktaufnahme zu anderen Einrichtungen und Hilfeträgern (Bildungseinrichtungen,
Arbeitsprojekten, Betreutes Wohnen) und die Vermittlung in das Versorgungssystem. Je
nach Bedarf erhalten die Teilnehmenden Unterstützung bei der Organisation ihrer
Angelegenheiten, bei der Tagesstrukturierung, dem Entwickeln einer selbständigen
Lebensführung sowie eine Begleitung zu Terminen mit Vor- und Nachbereitung, beim
Aufbau und der Pflege sozialer Kontakte.
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
8
Die Hilfe kann ohne formales Verfahren beginnen, sobald der junge Mensch Interesse zur
Mitarbeit bekundet. Die Intensität der Begleitung entspricht dem jeweiligen Hilfebedarf. Sie
kann mehrere persönliche Kontakte pro Woche umfassen und sich über einen Zeitraum von
durchschnittlich 6 bis 12 Monaten erstrecken. Grundsätzlich ist die Dauer des Betreuungs-
zeitraums nicht begrenzt und wird sich an den jeweiligen Lebensumständen orientieren,
insbesondere, da aufgrund der individuellen Problemkonstellationen unterschiedliche
Themen im Hinblick auf eine Verselbständigung bearbeitet werden müssen. Vorgesehen ist
jedoch, dass – sobald möglich – eine Überleitung in andere Hilfeformen erfolgen soll.
Die Hilfe endet, wenn eine erfolgreiche Anbindung an eine oder mehrere weiterführende
Hilfe/n erfolgt, wodurch eine konkrete und nachhaltige Perspektive eröffnet wird, oder wenn
der Betroffene/die Betroffene keine Unterstützung mehr benötigt oder wünscht.
Die Beendung der Maßnahme wird mit der/dem einzelnen Teilnehmenden je nach Bedarf
inhaltlich vorbereitet, gegebenenfalls mit einem gemeinsamen Termin zur „Übergabe" bei
dem Regelangebot.
6 Monate nach Abschluss der Maßnahme wird mit der/dem Teilnehmenden nochmals
Kontakt aufgenommen, um sicherzugehen, dass die/der Teilnehmende weiterhin im
Regelsystem angemessen eingebunden ist. Bei Rückzug aus dem Regelangebot kann
Hilfestellung geleistet werden, um wieder den (Wieder-)Einstieg ins Regelangebot und die
Kontinuität in der Entwicklung einer Lebensperspektive zu unterstützen.
Kooperationspartner von Plan27 sind unter anderem
• Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere die Schulsozialarbeit, Schulpsycho-
logischer Dienst oder Schulsozialarbeit der Berufskollegs, Studentenwerk
• Jobcenter/U 25
• alle Akteure in den Stadtbezirken sowie Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraum-
koordinatoren in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten
• Streetwork der Jugendhilfe, Wohnungslosen- und Suchthilfe
• Gesundheitsamt, der Sozialpsychiatrische Dienst, Kinder- und Jugendpsychiatrische
Beratungsstelle, Sozialpsychiatrische Zentren
• ambulante und stationäre medizinische, psychiatrische und psychotherapeutische
Angebote des Gesundheitssystems
• sonstige städtische Einrichtungen
• Einrichtungen mit sozialen und psychosozialen Hilfsangeboten.
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
9
Örtliche Ausrichtung und Zusammenarbeit der Träger
Das Regelangebot Plan27 richtet sich an junge Menschen im gesamten Stadtgebiet Köln.
Die drei oben erwähnten Träger, bei denen Netzwerke in den unterschiedlichen
Stadtbezirken sowie in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten vorhanden sind, werden
entsprechend ihrer räumlichen Verortung das Angebot auf die einzelnen Stadtbezirke
ausdehnen, so dass das gesamte Stadtgebiet abgedeckt ist. Dabei wird berücksichtigt, dass
jeder Träger Stadtbezirke erhält, die nah beieinanderliegen, um zusätzliche Wegezeiten zu
ersparen.
Das „Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V.“ wird mit
einer halbe Vollzeitstelle die Stadtbezirke Nippes, Chorweiler und Ehrenfeld im
Linksrheinischen übernehmen.
Die „Alexianer Köln GmbH“, ebenfalls mit einer halbe Vollzeitstelle, wird für die Stadtbezirke
Rodenkirchen, Lindenthal und den Stadtbezirk Innenstadt (außer Stadtteil Deutz) zuständig
sein.
„Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“, mit einer Vollzeitstelle, wird in den
Stadtbezirken Mülheim, Kalk, Porz und den Stadtteil Deutz des Stadtbezirks Innenstadt tätig
sein.
Die drei beteiligten Träger verstehen sich als eng verknüpfte Teile des gemeinsamen
Angebots. Dies macht eine gute und enge Zusammenarbeit nötig, die vor allem folgende
Bereiche umfasst:
• regelmäßiger Austausch und kollegiale Beratung
• einheitliche Dokumentation, Qualitätsentwicklung und -sicherung
• gemeinsam abgestimmte Berichte und Auswertung
• Öffentlichkeitsarbeit und Erstellen eines gemeinsamen Flyers.
Die Öffentlichkeitsarbeit der Träger ist mit der Stadt Köln abzustimmen.
5 Dokumentation und Qualitätssicherung
Die eingesetzten Fachkräfte der Träger verfügen über einen Abschluss Diplomsozial-
arbeit/-pädagogik bzw. einen vergleichbaren Abschluss und Kenntnisse in der Arbeit mit
psychisch kranken Menschen.
Die Träger führen regelmäßig Abstimmungstreffen mit dem Gesundheitsamt durch. Es werden
mindestens 2 Treffen pro Jahr durchgeführt, zu denen das Gesundheitsamt einlädt.
Die Träger von Plan27 führen eine mit dem Gesundheitsamt Köln abgestimmte, standardisierte
Dokumentation durch. Zur Qualitätssicherung der Arbeit gehört die Statistik jeder Mitarbeite-
rin/jedes Mitarbeiters des Angebots Plan27 zu jeder Teilnehmenden/jedes Teilnehmenden, die
unter anderem Anzahl und Situation der Teilnehmenden und Vermittlungen ins Regelangebot
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
10
umfasst. Diese dient als Grundlage für eine standardisierte Dokumentation der Träger, die in
regelmäßig dem Gesundheitsamt bis zum 31.03. des Folgejahres zugeleitet wird.
Die Träger führen einen Verwendungsnachweis über die Mittelverwendung durch, dieser wird
jeweils für das vergangene Jahr bis zum 31.03. des Folgejahres dem Gesundheitsamt
vorgelegt.
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
11
6 Anlagen
Anlage 1
Abbildung 1, Anstieg Diagnosen bei psychischen Erkrankungen junger Erwachsener, Barmer
Ärztereport 2018 vom 22.02.2018, Infografik 1, Berlin, www.barmer.de , abgerufen am
16.01.2019
Anlage 2
Trägerprofile
SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V.
Der Verein SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V. ist Träger der Sozialpsychiatrischen Zentren
in den Stadtbezirken Köln-Nippes und Köln-Chorweiler. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der
Arbeit für Menschen mit psychischen Problemlagen. Dazu unterhält er in beiden Stadtbezirken
folgende Arbeitsbereiche:
• Kontakt- und Beratungsstelle
• Ambulant Betreutes Wohnen
• Ambulante psychiatrische Krankenpflege und eine
• Tagesstätte für psychisch behinderte Menschen.
Das SPZ in Köln-Chorweiler wird seit dem Jahr 2000 als eine Dependance des SPZ in Köln-Nippes
betrieben. Insgesamt arbeiten dort 10 in der psychiatrischen Arbeit erfahrene Fachkräfte in einem
multiprofessionellen Team von Sozialarbeitern, Kranken- und Altenpflegern, Ergotherapeuten und
Heilerziehungspflegern.
Das SPZ ist insbesondere in den Stadtbezirken Nippes und Chorweiler sozialräumlich verortet und
eingebunden. Mit vielen Einrichtungen der Bezirke besteht eine enge Zusammenarbeit, das SPZ ist
Mitglied der Sozialraumkonferenz Chorweiler.
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
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Das SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V. war im Projekt Plan27 bis 31.03.2019 in den
ausgewiesenen Sozialraumgebieten Chorweiler/Blumenberg/Seeberg-Nord und Bilderstöck-
chen tätig.
Alexianer Köln GmbH
Die Alexianer Köln GmbH ist einer der großen Anbieter in der psychiatrischen Versorgungs-
landschaft der Region und u. a. Träger der Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und
Neurologie in Köln-Porz. Sie verfügt zudem über eine Reihe von weiteren Einrichtungen mit
Hilfsangeboten in den Bereichen: Psychiatrische Erkrankungen und Behinderungen,
Rehabilitation, Sucht, Geistige Behinderung, Hirnschädigungen und Pflege.
In Köln-Rodenkirchen ist die Alexianer Köln GmbH Träger des Sozialpsychiatrischen
Zentrums (SPZ). Hierzu gehören folgende Bereiche:
• Kontakt- und Beratungsstelle
• Tagesstätte für psychisch behinderte Menschen
• Ambulant Betreutes Wohnen und ein
• Wohnheim für psychisch behinderte Menschen mit 8 Plätzen
Daneben hat sich der Träger in den letzten Jahren aufgrund des steigenden Bedarfs
besonders der Zielgruppe der jungen Menschen mit psychischer Erkrankung gewidmet und
hier verschiedene Angebote sukzessive aufgebaut. So entstanden in Köln-Rodenkirchen das
Beratungscafé „Proberaum“, eine Sprechstunde für junge Menschen in der psychiatrischen
Institutsambulanz, sowie zwei intensiv betreute Wohngruppen in Köln-Porz.
Das SPZ Rodenkirchen verfügt bereits über gute Kooperationsstrukturen und eine breite
Vernetzung im Stadtbezirk Rodenkirchen. Hier sind u. a. das Jobcenter und die Jugendhilfe
zu nennen.
Seit Jahren bietet das SPZ Rodenkirchen im Sozialraum Meschenich/Rondorf eine eigene
offene Sprechstunde an und ist hier auch, neben dem Sozialpsychiatrischen Dienst des
Gesundheitsamtes der Stadt Köln, zuständig für die Beratung und Versorgung von psychisch
kranken Menschen. Hier besteht bereits eine Kooperation mit der Kompetenzagentur, der
Jugendhilfe und dem Sozialraumkoordinator.
Die „Alexianer Köln GmbH“ war im Projekt Plan27 bis 31.03.2019 in den ausgewiesen
Sozialraumgebieten Bocklemünd/Mengenich, Bickendorf/Westend/ Ossendorf,
Meschenich/Rondorf eingesetzt.
Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH – Flexible Dienste Köln Kalk
Der Sommerberg – eine Betriebsgesellschaft der Arbeiterwohlfahrt am Mittelrhein – bietet
differenzierte, sozialraumorientierte Leistungsangebote im Bereich der Jugend-, Familien-
und Eingliederungshilfe.
Die Flexiblen Dienste Köln-Kalk sind eine von drei Organisationseinheiten des Sommerbergs
in der Region Köln. Neben ambulanten, teilstationären und stationären Leistungen im Bereich
der Hilfen zur Erziehung nach SGB VIII werden ambulante und teilstationäre Angebote der
Konzept Plan27 ab 01.04.2019
13
Eingliederungshilfe nach SGB XII umgesetzt. Die Angebote der Eingliederungshilfe sind in
die sozialpsychiatrische Versorgungsstruktur der Stadtteile eingebunden und bilden mit dem
Betreuten Wohnen und der Tagesstätte gemeinsam mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst
und der Kontakt- und Beratungsstelle des städtischen Gesundheitsamtes das integrierte SPZ
Köln-Kalk.
Der Sommerberg ist insbesondere im rechtsrheinischen Köln mit seinen ambulanten,
teilstationären und stationären Leistungsangeboten der Organisationseinheiten Köln-Porz,
Köln-Kalk und Köln-Mülheim in den jeweiligen Stadtbezirken sozialräumlich verortet und gut
vernetzt. In der sozialraumorientierten Fallbearbeitung ist die Nutzung und Aktivierung
sozialräumlicher Ressourcen ebenso von zentraler Bedeutung, wie die vernetzte Kooperation
z. B. mit den Sozialpsychiatrischen Zentren, den Kliniken und Tagesklinken, Fachärz-
ten/Fachärztinnen, dem Jugendamt und Fachberatungsstellen, der Agentur für Arbeit, den
Jobcentern, Schulen und Weitebildungseinrichtungen sowie anderen Leistungsanbietern.
Neben der Fallarbeit ist daher die Teilnahme an themenspezifischen Arbeitskreisen,
bezirklichen Steuerungsgruppen, Sektor- und Sozialraumkonferenzen ein wichtiger
Aufgabenbereich zur Information, Vernetzung und Weiterentwicklung des Projektes.
Im bis zum 31.03.2019 befristeten Projekt Plan27 war „Der Sommerberg AWO
Betriebsgesellschaft mbH“ bisher in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten
Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Ostheim/Neubrück; Mülheim-Nord/Keupstr, Porz-
Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil und Kalk/Humboldt-Gremberg tätig.
Beschlussvorlage Rat
8456 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
V/53/530/1
Vorlagen-Nummer
3512/2019
Freigabedatum
25.10.2019
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Weiterführung des Projektes „Plan27“ – Zugehende Hilfe für junge Menschen mit psychischen
Problemen bis 27 Jahre zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen
Perspektive
Beschlussorgan
Rat
Gremium Datum
Beschluss:
Der Rat beschließt, das mit kommunalen Mitteln bis zum 31.12.2019 geförderte Projekt „Plan27“ wie
bisher bei den Trägern
a) „Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) Köln -Nippes und Köln-Chorweiler e.V.“ im linksrheini-
schen Norden Kölns, mit einer halben Vollzeitstelle,
b) die „Alexianer Köln GmbH“, im linksrheinischen Süden Kölns, ebenfalls mit einer halben Voll-
zeitstelle,
c) „Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“, im Rechtsrheinischen Kölns, mit einer
Vollzeitstelle
ab 01.01.2020 bis zum 30.04.2022 fortzuführen.
Für die erforderlichen Aufwendungen zur Weiterführung des Projekts „Plan27“ in Höhe von insgesamt
177.739 € im Jahr 2020 sowie 181.160 € im Jahr 2021 und 61.549 € im Jahr 2022 stehen im Teiler-
gebnisplan 0701 Gesundheitsdienste, Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen zur Verfügung.
Die dort veranschlagten Mittel für die Clearingstelle können aufgrund einer Weiterförderung des Lan-
des NRW zur Weiterführung des Projekts „Plan27“ verwendet werden.
Alternative:
Das mit kommunalen Mitteln geförderte Projekt „Plan27“ wird zum 31.12.2019 eingestellt.
Gesundheitsausschuss 29.10.2019
Finanzausschuss 04.11.2019
Rat 07.11.2019
2
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Ja, investiv Investitionsauszahlungen €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja %
Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme in 2020 177.739 €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja %
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): Haushaltsjahre: 2021 und 2022
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. 2021 181.160 €
2022 61.549 €
c) bilanzielle Abschreibungen €
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Erträge €
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten €
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
Beginn, Dauer
Begründung
1. Ausgangssituation
Das Projekt „Plan27“ ist im Rahmen des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ zunächst in
allen ausgewiesenen Sozialraumgebieten mit einer Laufzeit vom 01.04.2017 bis 31.03.2019 als auf-
suchendes Hilfeangebot für junge Menschen mit psychischen Problemen in komplexen Lebenssitua-
tionen eingerichtet und durchgeführt worden. Die Förderung in diesem Zeitraum erfolgte über den
Europäischen Sozialfond (ESF) und über Landesmittel.
Erste Zwischenauswertungen haben gezeigt, dass mit „Plan27“ ein passendes, zugehendes Angebot
für diese bisher noch nicht adäquat versorgte Zielgruppe geschaffen werden konnte (siehe Anlage 1,
Endbericht ESF-Projekt). Anhand der Mitteilung 2559/2018 wurde am 13.09.2018 dem Gesundheits-
ausschuss die Zwischenauswertung zum Projekt „Plan27“ zur Kenntnis gegeben.
Die zahlreichen Anfragen junger Menschen außerhalb der ausgewiesenen Sozialraumgebiete ve r-
deutlichen zudem, dass in Köln auch über diese Gebiete hinaus hoher Bedarf besteht, der bisher
noch nicht gedeckt werden konnte.
Daher ist zunächst eine vorläufi ge Weiterführung von „Plan27“ über kommunale Mittel vom
01.04.2019 bis 31.12.2019 über einen Veränderungsnachweis ermöglicht worden. Am 11.02.2019
wurde im Finanzausschuss ein entsprechender Beschluss (0207/2019) gefasst. Als Voraussetzung
zur Freigabe der zuvor gesperrten Mittel lag eine Negativbestätigung über Landesförderung ab
01.04.2019 und ein vom Gesundheitsamt gemeinsam mit den Trägern erstelltes Konzept, das eine
Fortführung und Ausweitung von „Plan27“ auf das Stadtgebiet Köln und eine Überleitung in eine
rechtskreisübergreifende Regelfinanzierung vorsieht (siehe Anlage 2, Konzept).
3
2. Ziel und Ergebnisse des Angebotes (Stand 30.09.2019)
„Plan27“ verfolgt das Ziel, die Teilnehmenden bedarfsgerecht in Hilfeangebote zu vermitteln und bei
der Entwicklung einer beruflichen Perspektive zu unterstützen. Hierfür ist in der Regel eine intensive
individuelle Begleitung der Teilnehmenden über eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten erforderlich.
Am 30.09.2019 sind nach bisher 30 Monaten Laufzeit seit Start am 01.04.2017 insgesamt 123 Teil-
nehmende zu verschiedenen Zeitpunkten in das Angebot „Plan27“ aufgenommen worden. Davon
sind derzeit 79 Teilnehmende (64%) in ein oder mehrere Regelangebote vermittelt worden und haben
die Maßnahme erfolgreich beendet. 11 Teilnehmende haben Plan27 vorzeitig (9%) verlassen.
Insgesamt haben über 357 Vermittlungen in das Gesundheitsversorgungssystem, in Regelangebote
von Schule/Beruf/Vermittlung Qualifizierung oder im Bereich Wohnen stattgefunden. Durch intensive
Begleitung wurde sichergestellt, dass die Betroffenen in den vermittelten Regelmaßnahmen „ankom-
men“.
Das Angebot Plan27 ist voll ausgelastet, und es werden Wartelisten geführt, insbesondere, seit
Plan27 auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet worden ist.
3. Bewertung
Auf Grundlage der bislang gewonnenen Ergebnisse wird es aus fachlicher Sicht nicht nur als wü n-
schenswert, sondern als notwendig und sinnvoll erachtet, das im Rahmen des Landesprojektes ent-
wickelte Angebot „Plan27“ dauerhaft weiterzuführen und in die Re gelfinanzierung überzuleiten. Nur
so kann in der wachsenden Millionenstadt Köln gemäß den gesetzlichen Grundlagen nach §§ 1-9, 27
Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) und §§ 12, 16
Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) eine
nachhaltige Versorgung für junge Menschen mit psychischen Problemen, die sich in komplexen s o-
zialen Lebenslagen befinden und ein aufsuchendes, niedrigschwelliges Angebot benötigen, gewähr-
leistet werden.
4. Finanzierung
Die Kosten (Zuschuss auf Basis des Konzeptes) werden auf der Grundlage des KGSt-Berichts „Kos-
ten eines Arbeitsplatzes (2017/2018)“ für überwiegend aufsuchende Tätigkeit bei Menschen mit b e-
sonderer Problematik ermittelt. Mit diesem Betrag werden die Personalkosten (zwei Stellen Sozialar-
beiter/in/Sozialpädagoge/in S12 TVöD SuE) und Sachkosten finanziert.
In einem ersten Schritt ist eine Anhebung im Umfang von 177.739 € im Jahr 2020, 181.160 € im Jahr
2021 und 61.549 € bis zum 30.04.2022 vorgesehen.
In einem zweiten Schritt wird auf Basis des kürzlich erstellten Konzeptes ab 01.05.2022 ein konkre-
tes, bedarfsgerechtes Volumen ermittelt und ein Vorschlag zur Finanzierung erarbeitet, mit dem Ziel,
„Plan 27“ rechtskreisübergreifend in die Regelfinanzierung überzuleiten.
Der Haushaltsplanentwurf 2020/2021 sieht keine zusätzlichen Mittel für diese Stellen vor. Die in den
Planjahren zur Veranschlagung vorgesehenen Mittel im Teilergebnisplan 0701 – Gesundheitsdienste,
Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen - für die Clearingstelle Migration in Höhe von 180.000 € p.
A. werden jedoch nicht benötigt, da diese in der zweiten Projektphase – 01.05.2019 bis einschließlich
30.04.2022 - über Mittel des Landes NRW gefördert werden, so dass die erforderlichen Haushaltsmit-
tel für 2020, 2021 und die erste n vier Monate des Jahres 2022 daher aus dieser Position finanziert
werden können.
Perspektivisch ist vorgesehen, das Angebot ab dem 01.05.2022 kostenträger - und rechtskreisüber-
greifend in die Regelfinanzierung überzuleiten, um jungen Menschen mit psychis chen Problemen
eine nachhaltige Unterstützung zu ermöglichen.
Dabei ist die weitere Finanzierung der für „Plan27“ benötigten Stellen ab 01.05.2022 auf Basis des
aktuellen, trägerübergreifenden Konzeptes zu klären.
4
Begründung der Dringlichkeit:
Der Handlungsdruck angesichts der jungen Menschen mit psychischen Problemen in Köln ist i m-
mens. Im öffentlichen Interesse, im Interesse der betroffenen jungen Menschen und im Interesse des
für Plan27 tätigen Fachpersonals muss eine Weiterführung des Angebotes Plan27 ab dem
01.01.2020 zwingend eingehalten werden. Dies entspricht auch dem Beschluss des Finanzausschus-
ses vom 11.02.2019. Deshalb ist eine Entscheidung des Rates in der Sitzung am 07.11.2019 dri n-
gend erforderlich.
Anlagen
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3512/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 25.10.2019
- Erstellt
- 08.10.2019 13:35