0736/2025
Antrag zur Benennung der Grünfläche an den Wallarkaden in der Altstadt/Süd in Marie-Luise-Nikuta-Platz
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Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Dezernat, Dienststelle VIII/23/235/1 Vorlagen-Nummer 0736/2025 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Antrag zur Benennung der Grünfläche an den Wallarkaden in der Altstadt/Süd in Marie- Luise-Nikuta-Platz Beschlussorgan Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung Innenstadt dankt den Petent*innen für den Vorschlag, die Grünfläche vor den Wallarkaden in Marie-Luise-Nikuta-Platz zu benennen. Die Bezirksvertretung Innenstadt nimmt die Stellungnahme der Verwaltung zu dem Vorschlag der Petent*innen zur Kenntnis und beschließt, die Grünfläche vor den Wallarkaden in Marie- Luise-Nikuta-Platz zu benennen. Alternativ Die Bezirksvertretung Innenstadt dankt den Petent*innen für den Vorschlag. Sie beauftragt die Verwaltung, den Namen „Marie-Luise Nikuta“ auf die Vorschlagsliste zu nehmen. Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 08.05.2025 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit Schreiben vom 07.09.2023 an die Bezirksvertretung Innenstadt wird beantragt, die Grün- fläche vor den Wallarkaden in der Nähe der Hahnentorburg am Rudolfplatz in Marie-Luise- Nikuta-Platz zu benennen. Der anonymisierte Antrag sowie der Lageplan sind als Anlage bei- gefügt. Mit der Benennung soll an das Leben und Wirken der im Jahr 2020 verstorbenen und stadt- weit sowie überregional bekannten Kölnerin erinnert werden. Marie-Luise Nikuta wurde am 25. Juli 1938 in Köln-Nippes geboren und hat sich um Köln, die Kölsche Sprache, das Kölsche Liedgut und den Kölner Karneval verdient gemacht. Außerdem hat sie sich eingesetzt für die Akzeptanz homosexueller Lebensformen. Nach den Richtlinien des Rates für die Neu- und Umbenennung von Straßen und Plätzen (nachfolgend RL genannt) können Straßen nur nach Personen benannt werden, deren Todes- tag mindestens zwei Jahre zurückliegt (Punkt 3.1). Eine Benennung nach Marie-Luise Nikuta ist demzufolge seit dem 25.02.2022 möglich. Eine Benennung nach Personen kann nur erfolgen, wenn deren Geschichtsbild abgeklärt ist (Punkt 3.2.4 der RL). Die Geschichtsprüfung ist erfolgt. Das positive Gutachten ist als Anlage beigefügt. Eine Benennung der kleinen Grünfläche vor den Wallarkaden in der Altstadt/Süd ist zwar für die Auffindbarkeit oder eine Adressgebung nicht zwingend notwendig, jedoch auf Basis der RL auch nicht obligatorisch abzulehnen. Einer Benennung steht aus Sicht der Verwaltung nichts im Wege. Anlagen Anonymisierter Antrag der Petent*innen Gutachten zu Marie-Luise Nikuta Benennungsplan
Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung
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Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung für Gremien, auf die die Leitlinien Öffentlichkeitsbeteiligung Anwendung finden, beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? - Sonstiges Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): In der Zuständigkeitsordnung der Stadt Köln sowie in den Richtlinien des Rates für Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen ist eine Öffentlichkeitsbeteiligung nicht vorgesehen. Kontakt OB/1 Büro der Oberbürgermeisterin OB/12 Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 25044 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
Antrag Benennung nach Nikuta - anonymisiert
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An die Stadt Köln Bezirksvertretung 1 - Innenstadt zZ. H. Herrn Bezirksbürgermeister Andreas Hupke Ludwigstraße 8 50697 Köln Umwidmung einer Grünfläche und Benennung als Marie-Luise-Nikuto-Plotz Köln, 07.09.2023 Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Hupke, als u :: es uns ein Herzensonliegen on dos Leben ung Wirken der im Jahr 2020 verstorbenen Kölnerin Morie-Luise Nikuto zu erinnern. Ein Aspekt unseres satzungsgemäßen Vereinszweckes ist die Schaffung eines öffentlichen Erinnerungsraums. Wir haben uns dazu bereits vertiefte Gedanken gemacht ung einen ous unserer Sicht idealen Platz gefunden — nämlich die Grünfläche vor den Wallorkaden on der Verbindung zwischen Hahnenstroße und Pilgrimstroßs (Siehe auch Anlage 1), Dozu weiter unten mehr. Zunächst ober möchte ich auf die Überlegungen eingehen, worum die Stodt Köln mit einem Platz an die Kölnerin Morie-Luise Nikuto erinnern sollte. Marie-Luise Nikuta hat sich um Köln, die Kölsche Sprache, dos Kölsche Liedgut, den Kölner Karneval und so vieles mehr verdient gemacht. Als Frau hat sie „Ihren Mann gestanden" ist Beispiel gelebter Emanzipation und von Toleranz gewesen, Persönlich hatte ich eine sehr enge Verbindung zu Marie-Luise Nikuta und habe sie als großartige, witzige und liebenswerte Persönlichkeit kennenlernen dürfen. Bereits zu Lebzeiten habe ich mich bemüht, ihrern Wirken in und für Köln Ausdruck zu verleihen. Ich darf hierzu ouf meine Schreiben an Herrn Oberbürgermeister Jürgen Roters bzw. Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker verweisen, nl Meinem Wunsch auf Ehrenbürgerschaft ist zwar nicht entsprochen worden, die in meinen Schreiben aufgeführten Begründungen meines Vorschloges möchte ich zitieren und ols Begründung zur Widmung eines Platzes wiederholen: Sie war ein leuchtendes Vorbilg für Toleranz Marie-Luise Nikuta ist bereits bei Lesben- und Schwulen-Veronstaltungen aufgetreten, als 8 175 StGB homosexuelle Handlungen noch unter Strafe stellte und noch hinter verschlossenen Türen gefeiert werden musste. Sie hatte nie Berührungsängste - im Gegenteil, sie hat damals schon dort als eine der Ersten Präsenz gezeigt und feierte bis in Hohe Alter gerne mit der Community. Auch dafür musste sie sich viel gefollen Iossen, ob von Presse oder dem „etoblierten" Karneval. Es war für sie selbostverständlich gemeinsam mit der StattGarde den CSD zu feiern und hot die StattGorde regelmäßig bei der Porade begleitet. Dies war schlicht ihrer offenen Einstellung geschuldet. Solange sich Menschen mit Respekt behandeln und sich offen begegnen, war sie dobei und setzte sich nach ihrem Können auch für Außenstehende ein. Ich dorf mich glücklich schätzen, doss ich eine so außergewöhnliche Kölner Persönlichkeit kennenlernen durfte und als persönliche Freundin bezeichnen konnte. Nun noch einige Überlegungen, für die Auswohl der Grünftäche am Rudolfplatz. Diese Fläche ist aus mehreren Gründen prädestiniert. « Die zentralen Lage wäre ein ongemessener Standort an dem wohl jeder Kölner vorbei kommen würde. « Die Fläche liegt on der Straßenbahnhaltestelle Rudoliplatz und hätte damit einen tollen Bezug zu ihrem „Stroßenbahn-Song" einer ihrer bekanntesten Lieder. « Mit der Nähe zur Hahnentorburg, dem Sitz der EhrenGarde gäbe es eine Verbindung zu Ihrer großen Passion dam Karneval, «. mit der Nähe zur Schoofenstroße dann zusätzlich die Verbindung und Erinnerung ar ihre Offenheit ung Toleranz sowie ihren Einsatz als Botschafterin für die Community. Wir würden uns über eine eingehende und wohlwollende Prüfung unseres Antrages sahr freuen. Morie-Luise Nikuto ist nunmehr seit mehr als zwei Jahren verstorben, wos eine Voroussetzung für die Widmung eines Platzes / einer Stroße darstellt. Zudem könnte die Stadt ein Zeichen setzen, indem sie einen weiteren und sehr ze ‚Standort nach einer weiblichen Persönlichkeit benennen würde, Wir als Verein würden uns Im Gegenzug dozu verpflichten ehrenamtlich die Pflege des Standortes zu übernehmen. Wir haben porallel auch bereits eine Grünflächenpotenschaft als ersten Schritt beontroo: 20° ce: Price ser Grüntiöche würden wir uns zudem bereit erklären und verpflichten Spendengelder einzuwerben und Sponsoren zu akquirieren, um noch einem Ideenwettbewerb auf der Fläche auch ein Denkmal aus eigenen Mitteln zu errichten, Sehr gerne stehe ich auch für persönliche Gespräche mit Ihnen odar der Bezirksvertretung zur Verfügung, um unser Anliegen weiter auszuführen und zu bekräftigen. Mit freundlichen Grüße vom gesort
Gutachten anonymisiert
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/ 2 44 06.03.2024 44_71_01_Straßenbenen- nung_Nikuta_Marie_Lu- ise.docx 235-1 Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster Zentrales Namensarchiv - Straßenneu- und -umbenennung Betr. Straßen- oder Platzbenennung nach Marie-Luise Nikuta In den verzeichneten Beständen des Historischen Archivs der Stadt Köln finden sich kaum Informationen zu Marie-Luise Nikuta. Die Stellungnahme ergibt sich aus veröf- fentlichten Quellen Aus Bestand 446B (Meldekartei) sind einige Lebensdaten zu ergänzen. Maria Luise Oberbrinkmann wurde am 25. Juli 1938 in Köln(-Nippes) als zweites Kind der Ehe- leute Friedrich und Agnes Oberbrinkmann geboren (Standesamt Nippes, Reg.-Nr. 717/38). Beruflich war sie bei Gerling als „Versicherungskauffrau“ tätig. Am 9. No- vember 1962 (Standesamt Nippes; Reg.-Nr. 1075/62) heiratete sie den Schwei- ßer/Kunstschlosser Emil Wilhelm Nikuta (geb. 4. Oktober 1929 in Köln). Der Ehe- mann Wilhelm Nikuta ist am 14. Mai 2008 in Köln gestorben. Aus der Ehe ging ein Kind hervor, die 1968 geborene Tochter Andrea Elinor. Alle Familienmitglieder waren katholisch. Maria Luise Nikuta lebte seit ihrer Geburt in Nippes und zog 1970 nach Mauenheim, wo sie bis zum Umzug in die Seniorenresidenz am Dom 2014 wohnte. Am 25. Februar 2020 starb Maria Luise Nikuta in Köln. Marie-Luise – dieser Vornamen ist in allen Veröffentlichungen zu finden – oder in der Kurzform Marlis Nikuta ist als Mundartsängerin bekannt geworden, insbesondere durch ihre zahlreichen Mottolieder, die sie für den Kölner Karneval geschrieben hat. Nach ihren eigenen Angaben begann sie im Alter von 13 Jahren im Karneval aufzu- treten, 1967 schickte sie ihr Lied „Kölsch, Kölsch, Kölsch“ an den WDR und hatte nach der Geburt ihrer Tochter damit erste Erfolge. Seitdem behauptete sich Marie- Louise Nikuta in der Männerdomäne Karneval. Sie textete, komponierte und sang bis zum gesundheits- und altersbedingte Ende ihrer Karriere im Jahr 2014 rund 170 Lie- der. Darunter sind die bekanntesten: „E paar Grosche für Ihs“ (1977), „Straßenbahn Song - Weißte wat, mr fahre met dr Stroßebahn noh Hus“ (1978), „Do kannste nix dran mache“ oder „Dat ahle Sofa us dr Köch“. Als erste Frau erhielt sie 1973 die „Goldene Ostermann-Medaille“ der Stadt Köln. - 2 - Die in den Organisationen des Karnevals bis in die 1990er Jahre vorhandene Ableh- nung homosexueller Lebensformen teilte Marie-Louise Nikuta nicht. Nach eigenen Angaben trat sie schon Anfang der 1980er Jahre in der Diskothek „Pimpernel“ auf, einem bekannten Treffpunkt der schwulen Community in Köln. Später war sie fester Bestandteil der „Rosa Sitzung“. Seit 2003 war sie mehrfach Teilnehmerin des „Co- logne Pride“, fuhr auf verschiedenen Paradewagen mit und trat im Bühnenprogramm auf. Im Jahr 2015 erhielt Marie-Louise Nikuta den „Goldenen Hennes“ einen Preis für To- leranz und Akzeptanz“, der im Rahmen des Schaafenstraßenfestes verliehen wurde. Hier heißt es in der Würdigung: „Mit der Preisverleihung wird nicht nur ihr Lebens- werk geehrt, sondern auch ihr öffentliches Engagement für die Kölner Schwulen und Lesben und die Unterstützung verschiedener Projekte der Kölner Aids-Hilfe.“ Als An- erkennung ihrer Unterstützung für die Aidshilfe Köln wurde sie in den Beirat des Ver- eins berufen. Im Jahr 2014 erhielt sie den Ehrenamtspreis „Knuddel Award“ des „Ver- eins für mehr Respekt und Akzeptanz der Vielfalt“. Marie-Luise Nikuta engagierte sich in vielfältiger Weise für den Kölner Karneval. Schon 1974 nahm sie an der Steubenparade in New York teil und vertrat dort Köln. Als „Botschafterin des Kölner Karnevals“ besuchte sie 1987 Windhoek in Namibia, um dort am „Windhoek Karneval“, der von der „Karnevalsgesellschaft Windhoek 1952“ organisiert wird, teilzunehmen. Nähere Informationen zu diesem Besuch sind nicht vorhanden. Auf Grundlage der veröffentlichten Quellen bestehen keine Bedenken seitens des Historischen Archivs, eine Straße oder einen Platz nach Marie-Louise Nikuta zu be- nennen.
Benennungsplan
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Benennungsplan Marie - Luise - Nikuta - Platz N
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Brückenstraße 5
- Marie-Luise-Nikuta-Platz
- Rudolfplatz
- Ludwigstraße 8
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Details
- Aktenzeichen
- 0736/2025
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 24.03.2025
- Erstellt
- 11.03.2025 09:41