2010/0262
Verleihung der Bronzenen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an Frau Liane Palesch
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2010/0262
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 18.06.2010 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Hauptamt 100 Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2010/0262 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Verleihung der Bronzenen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an Frau Liane Palesch Vorlage vom: 14. 6.2010 Beschlussvorschlag: Frau Liane Palesch wird in Anerkennung ihrer Verdienste um die Kultur die Bronzene Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 14.06.2010 Liane Palesch wurde am 27. Juli 1935 in Ludwigshafen/Rhein geboren. Seit 1961 wohnt sie in Darmstadt. Nach einer Verlagslehre bei der Neuen Darmstädter Verlagsanstalt arbeitete sie u. a. an der Herausgabe der „Darmstädter Gespräche“ mit. Im Anschluss an eine Tätigkeit als Sekretärin bei BBC in Baden/Schweiz (1958 – 1960) trat Frau Palesch 1961 in städtische Dienste, zunächst beim Presseamt, später war sie als Sekretärin des Kulturreferenten und im Dezernat Schule – Jugend – Sport, das damals von Dr. Reinhold Staudt geleitet wurde, tätig. Mit seiner Wahl in den Bundestag 1977 unterstützte sie den Aufbau seines Büros in Bonn. 1977 wechselte Frau Palesch zum Direktionssekretariat der Südhessischen Gas- und Wasser AG, dort wurde sie 1980 für Aufgaben im kulturellen Bereich freigestellt. Bereits 1962 engagierte sich Frau Palesch ehrenamtlich im Heinerfestausschuss des Heimatvereins Darmstädter Heiner e. V., zunächst als Schriftführerin und seit 1993 als zweite Vorsitzende und Geschäftsführerin. Ihrer Initiative ist es mit zu verdanken, dass seit 2006 eine Persönlichkeit als „Bekennender Heiner“ vom Heinerfestausschuss ausgezeichnet wird. Von 1972 bis 1993 war Frau Palesch Geschäftsführerin der damals noch so benannten Neuen Darmstädter Sezession, heute Darmstädter Sezession. Gemeinsam mit Pit Ludwig war sie der Motor dieser unabhängigen Künstlervereinigung. Während Pit Ludwig als Präsident Verbindungen knüpfte und pflegte und die verschiedenen Interessen der Künstlerindividualisten auf gemeinsame Ziele zu fokussieren verstand, lagen Frau Paleschs Arbeitsschwerpunkte in der Organisation, der Wahrnehmung nahezu des gesamten Schriftverkehrs und in der Kontrolle aller finanziellen Risiken. Die Darmstädter Sezession mit ihren großen Ausstellungen auf der Mathildenhöhe hat sich in der Szene der bildenden Kunst in Deutschland und darüber hinaus in diesen Jahren einen hervorragenden Ruf erworben. Der überwiegende Teil dieser Ausstellungsorganisation lag in den Händen von Frau Palesch – Katalogproduktion, Transporte, Versicherungen, Terminplanungen usw. sind nur Teilaspekte der gewaltigen Arbeit, die von ihr geleistet wurde. Ebenfalls setzte sich Frau Palesch Anfang der 80er Jahre zusammen mit Pit Ludwig für die Rettung des alten Ziegelhüttengeländes an der Kranichsteiner Straße ein. 1983 wurde der Verein Künstlerhaus Ziegelhütte e.V. gegründet, seitdem fungiert Frau Palesch als zweite und geschäftsführende Vorsitzende. Verbunden mit erheblichen logistischen Anstrengungen, die weitgehend in ihren Händen lagen, wechselten sich die Ausstellungen auf der Mathildenhöhe mit den Freiplastikausstellungen auf dem Ziegelhüttengelände (bis heute) ab. Hier entstanden neue Anforderungen alleine dadurch, dass die auf der Mathildenhöhe vorgegebenen Aufsichts- und Kassendienste am neuen Ausstellungsort erst aufgebaut und organisiert werden mussten. Dass all diese Großprojekte immer unter komplexen und komplizierten Finanzstrukturen durchgeführt wurden, lässt sich leicht nachvollziehen. Die Aktivitäten Frau Paleschs für den Verein „Künstlerhaus Ziegelhütte e. V.“, ein als gemeinnützig anerkannter Verein, gehen über Arbeitsangebote, Unterstützungen usw. für Künstler weit hinaus. Bekannt und beliebt in der Darmstädter Kunstszene sind die Veranstaltungen „KKK – Kunst – Klamotten – Klunker“, die weitgehend von ihr initiiert, organisiert und durchgeführt werden. 3 ... Seit 1981 organisierte Frau Palesch gemeinsam mit Pit Ludwig zudem 16 so genannte internationale Künstler-Pleinairs in Mirabel/Frankreich, ursprünglich ein kleines ziemlich verlassenes Dorf, das durch die Aktivitäten der Darmstädter Sezession sukzessive den Aufenthalts- und Arbeitsanforderungen der eingeladenen Künstler angepasst wurde. Nach dem Tod von Pit Ludwig führte Frau Palesch diese Arbeit noch achtmal in eigener Regie durch (bis 2004). Die Belastung, aber auch die immer geringer fließenden öffentlichen und Spendenmittel machten eine sinnvolle Fortführung dieser Arbeit unmöglich. Zum Pleinair wurden nicht nur Sezessionisten eingeladen, sondern auch befreundete Künstler aus dem Ausland, zunächst mit dem Schwerpunkt Krakau/Polen, und das zu einer Zeit, als der „Eiserne Vorhang“ solche Begegnungen erschwerte und beeinträchtigte. Sinn der Pleinairs war neben den Begegnungen bildender Künstler aus nahezu allen Schaffensbereichen auch das Angebot einer völlig anderen Umgebung, in der, fern vom Alltagsbetrieb, kreatives Schaffen im Vordergrund stand. Weiterhin engagierte sich Frau Palesch von 1983 bis 2000 als Schriftführerin der Hessischen Spielgemeinschaft, deren Ehrenmitglied sie heute ist. Für ihre überdurchschnittlichen ehrenamtlichen Verdienste um die Kultur und die Völkerverständigung erhielt Frau Palesch im Jahr 1994 die Ehrenurkunde für verdiente Bürger der Stadt Darmstadt und 1995 die städtische Freundschaftsplakette. Das vielfältige und langjährige Engagement von Frau Palesch um das kulturelle Leben in unserer Stadt sollte durch die Bronzene Verdienstplakette der Stadt Darmstadt gewürdigt werden. Darmstadt, 14.06.2010 100 gö Walter Hoffmann Oberbürgermeister
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- Kranichsteiner Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2010/0262
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 14.06.2010
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00