2134/2022
Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln - Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022
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KSN_Arbeitsmarkt_10-2022
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Kölner Statistische Nachrichten Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 2 Zusammenfassung: Der Kölner Arbeitsmarkt stand im vergangenen Jahr 2021 besser da, als von vielen Expert*innen erwartet wurde. Nach dem durch die Corona-Pandemie bedingten Rückgang der Beschäftigtenzahlen in 2020 war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Köln bereits zur Jahresmitte 2021 merklich gestiegen und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11 800 (+2,0 Prozent) auf 591 400 (entspricht dem Vorkrisenniveau). Schließlich wurde in Köln Ende September 2021 mit 599 600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein Allzeithoch erreicht. Außerdem erhöhten sich die sozialversicherungspflichtigen offenen Stellen 2021 um ganze neun Prozent (+1 500) gegenüber 2020. Auf der anderen Seite der Medaille steht allerdings, dass zwar die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten in Köln stagniert (-0,3%), jedoch die Zahl derer, die als Nebenjob zusätzlich zu ihrer Hauptbeschäftigung eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben, um 3 000 (+6,8%) gestiegen ist. Außerdem wird die Beschäftigungszunahme in Köln vor allem von Menschen getragen, die neu nach Köln ziehen. Die Vermittlung der arbeitslosen Kölnerinnen und Kölner ist dagegen schwieriger. So ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen von 2020 auf 2021 um mehr als ein Viertel gestiegen (+5 789, +26,8%). Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote nahm in 2021 mit 9,3 Prozent trotz des Beschäftigungshochs nicht ab. Zum einen ist die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau im Anschluss an die Entwicklung in 2020 gestartet und der stärkere Rückgang ab September 2021 konnte dies (noch) nicht kompensieren. Zum anderen spiegelt diese Entwicklung die zum Teil fehlende Übereinstimmung der Qualifikationsprofile der in Köln wohnenden Arbeitslosen mit den Anforderungsprofilen der angebotenen Stellen wider (Qualifikations-Mismatch). Das Thema Kurzarbeit spielte im Jahresverlauf 2021 im Gegensatz zur Entwicklung in 2020 eine untergeordnetere Rolle, wenngleich Kurzarbeit weiterhin als stabilisierend wirkt und viele Menschen vor Arbeitslosigkeit schützt. Im Gesamtjahr 2021 meldeten rund 3 200 Kölner Unternehmen für 45 100 Arbeitnehmer*innen Kurzarbeit an (8% aller Arbeitnehmer*innen). Im Vorjahr waren es noch 16 400 Betriebe mit 212 100 Beschäftigten (37% aller Arbeitnehmer*innen). Die Beschäftigtenentwicklung unterscheidet sich auch 2021 branchenspezifisch. In Folge der Corona- Krise ist die Beschäftigung beispielsweise im Einzelhandel (-3 000 Arbeitsplätze oder -8,2%) und im Gastgewerbe (-1 700 Arbeitsplätze oder -8,7%) weiter deutlich zurückgegangen. Deutliche Arbeitsplatzgewinne verbuchten vor allem der Großhandel (+4 700 oder +18,0%), die Öffentliche Verwaltung (+4 000 oder +13,9%) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+3 200 oder +4,2%). Von diesen Beschäftigungszuwächsen konnten insbesondere Ausländer*innen, Jüngere und Akademiker*innen profitieren. Nach der aktuellen IAB-Regionalprognose von März 2022 soll die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln in diesem Jahr um 1,7 Prozent auf rund 602 900 steigen und gleichzeitig die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl ziemlich deutlich auf 50 700 zurückgehen (-10,3%). Diese vorläufige Prognose steht unter der Prämisse, dass der Ukraine-Krieg nicht noch weiter eskaliert, aber auch nicht schnell beendet sein wird. Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 3 Nach dem Krisenjahr 2020: Beschäftigung in Köln 2021 mit neuem Rekordwert Nach dem krisenbedingten Einbruch in 2020 in Folge der Corona-Pandemie ist die Beschäftigung am Arbeitsort Köln im letzten Jahr 2021 wieder merklich gestiegen: Bereits zur Jahresmitte 2021 erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 11 800 auf 591 400 und erreichte damit exakt wieder das Vorkrisenniveau von Dezember 2019 (+2,0%, Grafik 1). Mit einem Beschäftigungszuwachs um rund 14 000 (+2,8%) hat hierzu alleine der Dienstleistungs- sektor beigetragen, während die Beschäftigung im Produktionssektor weiter um rund 2 300 (-2,8%) zurückging. Ende September 2021 wurde mit 599 600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln ein neuer Höchststand seit jeher erreicht. Beigetragen hierzu hat die Zunahme von rund 8 200 Beschäftigten (+1,4%) gegenüber Juni 2021. Erfahrungsgemäß gilt das dritte Quartal als Jahreshöchststand bei der Beschäftigung, weil zu diesem Zeitpunkt die Auszubildenden in die Beschäftigung eintreten. Grafik 1: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln seit 2016 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik 579 638 591 408 599 621 430 000 457 000 484 000 511 000 538 000 565 000 592 000 619 000 -7 000 -3 500 0 3 500 7 000 10 500 14 000 17 500 I/16 II/16 III/16 IV/16 I/17 II/17 III/17 IV/17 I/18 II/18 III/18 IV/18 I/19 II/19 III/19 IV/19 I/20 II/20 III/20 IV/20 I/21 II/21 III/21 Veränderungen zum Vorjahresquartal SVP-Beschäftigte Kölner Statistische Nachrichten – 4/2019 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Seite 4 Köln mit überdurchschnittlichem Beschäftigungszuwachs von 2020 zu 2021 Köln liegt mit seiner Beschäftigungszunahme vom Sommer 2020 bis zum Sommer 2021 (+2,0%) im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hinter Berlin (+2,8%) an zweiter Stelle (Grafik2). Grafik 2: Entwicklung der Beschäftigten in Köln sowie in Vergleichsstädten 2020 bis 2021 (jeweils am 30.06.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Dienstleistungssektor insgesamt bei 512 000 Beschäftigten – Verluste bei Einzelhandel und Gastgewerbe Die Zahl der Beschäftigten im in Köln dominierenden Dienstleistungssektor – 86 Prozent aller Kölner Beschäftigten sind hier tätig – ist im letzten Jahr wieder deutlich um 2,8 Prozent von 498 000 auf 512 000 gestiegen. Innerhalb des Sektors kam es sowohl zu Arbeitsplatzverlusten als auch zu Zuwächsen (Tabelle 1). In Folge der Corona-Krise ist die Beschäftigung im Einzelhandel (-3 000 Arbeitsplätze oder -8,2%) und im Gastgewerbe (-1 700 Arbeitsplätze oder -8,7%) deutlich zurückgegangen. Beschäftigtenzuwächse bei Großhandel, Gesundheitsämtern und Krankenhäusern Dagegen gab es innerhalb des Dienstleistungssektors zwischen Mitte 2020 und 2021 den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs im Bereich Handelsvermittlung und Großhandel. Hier erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 4 700 auf nunmehr 30 800 Arbeitsplätze (+18,0%). Beigetragen hierzu hat 2,8 2,0 1,9 1,7 1,4 1,2 1,1 1,0 1,0 0,2 1,8 1,4 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 Berlin Köln Leipzig Dortmund Düsseldorf München Hamburg Stuttgart Nürnberg Frankfurt/Main NRW Deutschland Veränderungen in Prozent Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 5 auch in Folge der Corona-Pandemie insbesondere der Beschäftigungszuwachs im Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (+3 700 Arbeitsplätze oder +74,9%, Tabelle 2). Die Öffentliche Verwaltung verzeichnete unter anderem durch die personelle Verstärkung in den Gesundheitsämtern ein Beschäftigungsplus von rund 4 000 Arbeitsplätzen (+13,9%, Tabelle 3). Dieses resultiert fast ausschließlich aus dem Bereich Allgemeine öffentliche Verwaltung (+3 900 Arbeitsplätze bzw. +24,8%). Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Köln 2020 und 2021 (jeweils am 30.6.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Zahl Prozent Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 192 196 4 2,1 Bergbau,Gewinnung von Erdöl und Erdgas, Steine und Erden 1 658 1 629 - 29 -1,7 Verarbeitendes Gewerbe 54 505 52 019 -2 486 -4,6 darunter: Ernährungsgewerbe 6 141 6 016 - 125 -2,0 Druckgewerbe, Vervielfältigung von Datenträgern 1 467 1 290 - 177 -12,1 Chemie- und Pharmaindustrie 7 290 7 191 - 99 -1,4 Maschinenbau 7 811 7 377 - 434 -5,6 Elektrotechnik 3 672 3 442 - 230 -6,3 Energieversorgung 4 502 4 456 - 46 -1,0 Abwasser- und Abfallentsorgung, Umweltreinigung, Recycling 3 360 3 397 37 1,1 Baugewerbe 17 345 17 600 255 1,5 Produktionssektor insgesamt 81 562 79 297 -2 265 -2,8 Handel, Instandhaltung und Reparatur von KFZ 69 730 71 590 1 860 2,7 darunter: Handelsvermittlung und Großhandel 26 067 30 765 4 698 18,0 Einzelhandel 36 073 33 121 -2 952 -8,2 Gastgewerbe 19 827 18 093 -1 734 -8,7 Verkehr und Lagerei (Logistik) 39 378 40 844 1 466 3,7 darunter: Landverkehr, Pipelines 14 272 14 582 310 2,2 Luftfahrt 2 836 2 421 - 415 -14,6 Lagerei sowie sonstige Verkehrsdienstleistungen 13 185 13 291 106 0,8 Post-, Kurier- und Expressdienste 9 085 10 550 1 465 16,1 Information und Kommunikation 49 654 51 567 1 913 3,9 darunter: Rundfunkveranstalter 7 151 7 260 109 1,5 Telekommunikation 4 379 3 389 - 990 -22,6 Dienstleistungen der Informationstechnologie 23 813 25 677 1 864 7,8 Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 37 538 37 894 356 0,9 darunter: Kreditgewerbe 11 801 11 601 - 200 -1,7 Versicherungsgewerbe 23 903 24 336 433 1,8 Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen 107 265 109 744 2 479 2,3 darunter: Rechts-, und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung 15 264 14 932 - 332 -2,2 Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung 27 763 28 628 865 3,1 Forschung und Entwicklung 6 812 6 855 43 0,6 Werbung und Marktforschung 8 110 8 038 - 72 -0,9 Befristete Überlassung v. Arbeitskräften (Zeitarbeit) 13 290 15 249 1 959 14,7 Weitere Dienstleistungen: 174 684 182 379 7 695 4,4 darunter: Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung 28 811 32 813 4 002 13,9 Erziehung und Unterricht 26 520 27 488 968 3,7 Gesundheits- und Sozialwesen 75 417 78 576 3 159 4,2 Dienstleistungssektor insgesamt 498 076 512 111 14 035 2,8 Insgesamt 579 638 591 408 11 770 2,0 Veränderung 2020-2021 20212020Branchen nach Wirtschaftszweigklassifikation WZ 2008 Kölner Statistische Nachrichten – 4/2019 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Seite 6 Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2020 und 2021 – Handelsvermittlung und Großhandel Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Tabelle 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2020 und 2021 – Öffentliche Verwaltung Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Auch im Gesundheits- und Sozialwesen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 3 200 auf nunmehr 78 600 Arbeitsplätze (+4,2%). Beigetragen hierzu haben auch in Folge der Corona-Pandemie insbesondere die Beschäftigungszuwächse im Krankenhausbereich (+1 000 Arbeitsplätze oder +4,2%, Tabelle 4), aber auch in der sozialen Betreuung älterer Menschen und Behinderter (+600 Arbeitsplätze oder +5,9%). Tabelle 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2020 und 2021 – Gesundheits- und Sozialwesen Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Zahl Prozent Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung 28 811 32 813 4 002 13,9 darunter: Allgemeine öffentliche Verwaltung 15 546 19 397 3 851 24,8 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten Gesundheit, Bildung, Kultur und Soziales 2 762 2 665 - 97 -3,5 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht 767 729 - 38 -5,0 Rechtspflege 1 953 2 047 94 4,8 Sozialversicherung 5 604 5 765 161 2,9 Übrige öffentliche Verwaltung (Feuerwehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung) 2 179 2 210 31 1,4 Branchensegmente WZ 2008 2020 2021 Veränderung 2020-2021 Zahl Prozent Handelsvermittlung und Großhandel 26 067 30 765 4 698 18,0 darunter: Handelsvermittlung 6 134 6 473 339 5,5 Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren 65 68 3 4,6 Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren 4 919 8 602 3 683 74,9 Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern 6 206 6 797 591 9,5 Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 417 436 19 4,6 Großhandel mit sonstigen Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör 2 184 2 685 501 22,9 Sonstiger Großhandel 6 142 5 704 - 438 -7,1 Branchensegmente WZ 2008 Veränderung 2020-20212020 2021 Zahl Prozent Gesundheits- und Sozialwesen 75 417 78 576 3 159 4,2 darunter: Krankenhäuser 24 458 25 492 1 034 4,2 Arzt- und Zahnarztpraxen 10 982 11 324 342 3,1 Sonstiges Gesundheitswesen 7 246 7 538 292 4,0 Pflegeheime 6 394 6 518 124 1,9 Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 2 979 3 025 46 1,5 Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 1 409 1 582 173 12,3 Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 9 405 9 961 556 5,9 Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 12 544 13 136 592 4,7 Branchensegmente WZ 2008 Veränderung 2020-20212020 2021 Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 7 Leichte Rückgänge bei Maschinenbau, Elektrotechnik und Druckgewerbe Im Produktionssektor insgesamt sind im Saldo rund 2 300 Arbeitsplätze verloren gegangen (-2,8%). Allein das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen deutlichen Beschäftigungsrückgang um rund 2 500 Mitarbeitende (-4,6%). In Folge der Corona-Krise und den damit verbundenen Lieferengpässen und Produktionsdrosselungen gab es hier vor allem im Maschinenbau (-434 oder - 5,6%), in der Elektrotechnik (-230 oder -6,3%) und im Druckgewerbe (-177 oder -12,1%) leichte Beschäftigungsrückgänge. Dagegen konnte das Baugewerbe mit 255 zusätzlichen Arbeitsplätzen (+1,5%) leicht zulegen. Beschäftigungszuwächse eher bei Ausländer*innen, Jüngeren und Akademiker*innen Deutlich stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ausländer*innen, nämlich um +4 100 oder 4,7 Prozent (Tabelle 5). Mit 91 000 Beschäftigten liegt ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung damit bei 15 Prozent. Tabelle 5: Struktur der Beschäftigung am Arbeitsort Köln 2020 und 2021 (jeweils am 30.6.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Überdurchschnittlich stieg die Beschäftigung bei den Jüngeren unter 25 Jahren (+2 300 oder +4,5%). Der Beschäftigungsanstieg um +4 800 oder 4,6 Prozent auf 108 700 bei den älteren Beschäftigten (55 bis 65 Jahre) ist überwiegend demografisch bedingt. Prozentual am stärksten erhöhte sich jedoch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ab 65 Jahre bis zur Regelaltersgrenze, nämlich um 538 oder 8,7 Prozent; eine Folge der sich sukzessiv erhöhenden Regelaltersgrenze. Zahl Prozent insgesamt 579 638 591 408 11 770 2,0 Männer 309 428 314 998 5 570 1,8 Frauen 270 210 276 410 6 200 2,3 Deutsche 492 714 500 412 7 698 1,6 Ausländer*innen 86 919 90 985 4 066 4,7 Jüngere unter 25 Jahre 51 441 53 751 2 310 4,5 25 bis unter 55 Jahre 418 114 422 207 4 093 1,0 55 bis unter 65 Jahre 103 871 108 700 4 829 4,6 65 bis Regelaltersgrenze 6 212 6 750 538 8,7 Vollzeitbeschäftigte 414 975 419 865 4 890 1,2 Teilzeitbeschäftigte 164 663 171 543 6 880 4,2 Auszubildende 20 761 19 090 -1 671 -8,0 Einpendler*innen 283 690 294 619 10 929 3,9 Auspendler*innen 128 205 134 548 6 343 4,9 anerkannter Berufsabschluss 282 924 283 915 991 0,4 akademischer Berufsabschluss1) 153 476 162 233 8 757 5,7 ohne Berufsabschluss 80 535 84 234 3 699 4,6 Geringfügig Beschäftigte insgesamt2) 115 768 118 558 2 790 2,4 Geringfügig Beschäftigte (ausschließlich) 71 416 71 208 - 208 -0,3 Geringfügig Beschäftigte (Nebenjob) 44 352 47 350 2 998 6,8 1) Bachelor, Diplom, Magister, Master, Staatexamen, Promotion 2) Geringfügig entlohnte Beschäftigte und Kurzzeitbeschäftigte Veränderungen 2020-2021 2020 2021Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kölner Statistische Nachrichten – 4/2019 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Seite 8 Hochqualifizierte Arbeitnehmer*innen konnten bei der Gesamtbeschäftigung deutlich zulegen: Ihre Beschäftigtenzahl erhöhte sich um 8 800 Personen (+5,7%). Bei den Nicht-Akademiker*innen verzeichnete die Beschäftigung dagegen lediglich ein leichtes Plus (+1 000 oder +0,4%). Sowohl die Zahl der Vollzeitbeschäftigten als auch die der Teilzeitbeschäftigten steigt: Allerdings ist die Teilzeitbeschäftigung mit einem Zuwachs von 6 900 Personen oder 4,2 Prozent stärker gestiegen, als die Vollzeitbeschäftigung (+4 900 oder +1,2%). Dabei ist Teilzeitarbeit nach wie vor eine Domäne der Frauen: Während in Köln nur rund 17 Prozent der Männer (52 600) einer sozialversicherungs- pflichtigen Teilzeittätigkeit nachgehen, sind es bei den Frauen 43 Prozent (118 900). Die Beschäftigung bei den Frauen insgesamt ist von Mitte 2020 bis Mitte 2021 etwas stärker gestiegen als bei den Männern: +6 200 Frauen (+2,3%) und +5 600 Männer (+1,8%). Anstieg der geringfügigen Beschäftigung im Nebenjob Die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse1 ist insgesamt von Mitte 2020 bis Mitte 2021 um rund 2 800 auf 119 000 gestiegen (+2,4%). Während die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten in Köln stagniert (-0,3%), ist die Zahl derer, die als Nebenjob zusätzlich zu ihrer Hauptbeschäftigung eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben um 3 000 (+6,8%) gestiegen. Mit einem Anteil von 60 Prozent Mitte 2021 sind Frauen in Minijobs gegenüber Männern (40%) überrepräsentiert. Kurzarbeit weiterhin wichtiges Instrument Auch im Hinblick auf die aktuelle Pandemieentwicklung wirkt die Kurzarbeit2 weiterhin als Stabilisierung und schützt viele Menschen vor Arbeitslosigkeit.3 Im Gesamtjahr 2021 wurden von den Kölner Unternehmen 3 231 neue Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 45 077 Arbeitnehmer*innen gestellt (8% aller Arbeitnehmer*innen). Im Krisenjahr 2020 waren es noch 16 355 Betriebe mit 212 086 Beschäftigten (37% aller Arbeitnehmer*innen). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 547 Millionen Euro Kurzarbeitergeld von der Kölner Arbeitsagentur an die Betriebe ausgezahlt. Das sind knapp 2,2 Millionen Euro pro Arbeitstag. 1 Geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse liegen vor, wenn das monatliche Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig 450 Euro nicht überschreitet. Sie werden nicht zu den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gezählt. 2 Kurzarbeitergeld soll einen Verdienstausfall zumindest teilweise wieder ausgleichen und auch den Arbeitsplatz erhalten, wenn die aktuelle Situation eines Betriebes Entlassungen notwendig machen würde. Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn Arbeitgebende die regelmäßige Arbeitszeit kürzen müssen, und dies bei der zuständigen Agentur für Arbeit angezeigt haben. In den meisten Fällen geschieht das aus konjunkturellen Gründen, da die wirtschaftliche Lage eines Betriebes schlecht ist. In der Corona-Pandemie wird auch für 100- prozentige Kurzarbeit ohne jegliche Arbeitsleistung Kurzarbeitergeld gezahlt. 3 Agentur für Arbeit Köln: 2021: Der Kölner Arbeitsmarkt im Jahresverlauf 2021; Siehe auch unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor- ort/koeln/presse/002-22, abgerufen am 20.1.2022 Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 9 In Folge des zweiten Lockdowns im November 2020 war die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, bis Januar 2021 zunächst wieder sukzessive auf 26 000 angestiegen (Grafik 3). Seit Februar 2021ging sie bis zum im Juni 2021 kontinuierlich auf 384 Personen im November 2021 zurück. Von Dezember 2021 bis Januar 2022 nahm die Zahl der Kurzarbeitsmeldungen vor allem in Folge der 2G(+)-Regelungen insbesondere im Gastgewerbe und im Handel wieder zu. Seit Februar war sie zunächst rückläufig, ist aber im Mai aufgrund von Lieferengpässen wieder angestiegen. Grafik 3: Anzeigen für Beschäftigte in Kurzarbeit in Köln Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Stärkerer Rückgang der Arbeitslosigkeit in Köln seit September 2021 Als Anknüpfung an die Entwicklungen 2020 ist die Arbeitslosigkeit in Köln 4 auf sehr hohem Niveau ins Jahr 2021 gestartet, ab September aber stärker gefallen als 2020 (Grafik 4). Diese positive Entwicklung wird allerdings im Jahresdurchschnittswert von 2021 mit einer Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent verdeckt (Grafik 5). 4 Die Arbeitsmarktstatistik ermittelt die Arbeitslosenzahl lediglich am Wohnort Köln. Von den insgesamt 591 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Köln waren 2021 die Hälfte Einpendler*innen (294 600) mit Wohnort außerhalb Kölns. Der Anteil der Kölner*innen, die außerhalb Kölns arbeiten (134 500 Auspendler*innen), beträgt 23 Prozent. 326 498 35 870 131 459 16 027 5 389 3 218 1 115 746 1 093 7 454 8 891 26 475 9 196 2 956 1 171 1 738 622 406 280 885 364 384 1 395 3 464 3 223 2 372 739 1 421 0 2 500 5 000 7 500 10 000 12 500 15 000 17 500 20 000 22 500 25 000 27 500 30 000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2020 2021 2022 Personen in Anzeigen über Kurzarbeit Die Anzeigepflicht für wirtschaftlich bedingte Saison-Kurzarbeit ist ab September 2016 entfallen. Aus verfahrenstechnischen Gründen können die Anzeigen zur Kurzarbeit noch vereinzelt Anzeigen zum Saison-Kurzarbeitergeld beinhalten. Kölner Statistische Nachrichten – 4/2019 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Seite 10 Ein Grund für den gleichzeitigen Anstieg von Beschäftigung und weiterhin höherer Arbeitslosigkeit auf dem Kölner Arbeitsmarkt ist die zum Teil fehlende Übereinstimmung der Qualifikationsprofile der in Köln wohnenden Arbeitslosen mit den Anforderungsprofilen der angebotenen Stellen (Qualifikations- Mismatch). Die Beschäftigungszunahme wird vor allem von Menschen getragen, die neu nach Köln ziehen. Die Vermittlung der arbeitslosen Kölnerinnen und Kölner ist dagegen schwieriger: 62 Prozent von ihnen besitzen keine Berufsausbildung. Grafik 4: Arbeitslosenzahl und –quote1) in Köln Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die Unterbeschäftigung, welche die Zahl der Kölnerinnen und Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, umfasst (Arbeitslose plus zum Beispiel Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen), ist zum Jahresende 2021 im Vergleich zum Vorjahr von rund 71 800 um 6 900 auf 64 900 Personen gesunken (-9,6%). 47 679 47 037 46 663 52 986 56 830 58 013 59 828 60 723 59 434 58 620 57 462 57 051 59 855 59 449 58 391 58 150 57 591 57 355 57 171 57 019 54 955 53 645 52 823 51 934 53 358 52 849 52 284 51 549 50 930 0 % 1,5 % 3 % 4,5 % 6 % 7,5 % 9 % 10,5 % 0 7 500 15 000 22 500 30 000 37 500 45 000 52 500 60 000 Jan 20 Feb 20 Mrz 20 Apr 20 Mai 20 Jun 20 Jul 20 Aug 20 Sep 20 Okt 20 Nov 20 Dez 20 Jan 21 Feb 21 Mrz 21 Apr 21 Mai 21 Jun 21 Jul 21 Aug 21 Sep 21 Okt 21 Nov 21 Dez 21 Jan 22 Feb 22 Mrz 22 Apr 22 Mai 22 Arbeitslose Arbeitslosenquote 1) Zu den Arbeitslosen im Sinne des Sozialgesetzbuch III (SGB III -Arbeitsförderung) zählen alle Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur eine kurzzeitige Beschäftigung ausüben, die der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen, nicht arbeitsunfähig erkrankt sind, das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich persönlich bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet haben und somit von der Arbeitsverwaltung registriert werden. Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 11 Neben den statistisch ausgewiesenen 51 900 Arbeitslosen zum Jahresende 2021 suchten im Dezember 13 000 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren Sinne). Grafik 5: Arbeitslosenzahl und -quote seit 2016 (Jahresdurchschnittswerte) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik In den Vergleichsstädten verlief die Entwicklung der Arbeitslosenzahl in ganz verschiedene Richtungen (Grafik 6). In Berlin nahm sie mit einem Plus von drei Prozent stärker zu als in Köln, in Stuttgart und Nürnberg dagegen sank sie (-4,8% und -3,5%). Anstieg der Arbeitslosigkeit bei fast allen Personengruppen Von 2020 bis 2021 verzeichneten fast alle Personengruppen eine Erhöhung der Arbeitslosenzahl (Tabelle 6, Grafik 7): Weit überdurchschnittliche Steigerungen bei den Arbeitslosenzahlen waren insbesondere bei den Langzeitarbeitslosen 5 (+26,8%), wo alleine im letzten Jahr ein extremer Schub zu beobachten war, den älteren Arbeitslosen über 55 Jahre (+11,3%) sowie den SGB-II-Arbeitslosen6 (+10,2%) zu beobachten. Dagegen ist sowohl die Zahl bei den SGB-III-Arbeitslosen7 (-12,6%) als auch bei den Jüngeren unter 25 Jahre (-2,2%) zurückgegangen. 5 Als Langzeitarbeitslose gelten alle Personen, die am jeweiligen Stichtag der Zählung ein Jahr (hier: 364 Tage) und länger bei den Agenturen für Arbeit oder bei den Trägern für Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II arbeitslos gemeldet waren. 6SGB-II-Arbeitslose beziehen Arbeitslosengeld II als eine Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II für erwerbsfähige Leistungsberechtigte (Hartz IV). 7SGB-III-Arbeitslose erhalten Arbeitslosengeld I als Lohnersatzleistung anstelle des ausfallenden Arbeitsentgeltes im Rahmen der Arbeitslosenversicherung. 49 596 48 227 45 968 46 397 55 194 56 528 8,7 8,4 7,9 7,8 9,2 9,3 0 % 1 % 2 % 3 % 4 % 5 % 6 % 7 % 8 % 9 % 10 % 11 % 12 % 0 5 000 10 000 15 000 20 000 25 000 30 000 35 000 40 000 45 000 50 000 55 000 60 000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Zahl Quote Kölner Statistische Nachrichten – 4/2019 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Seite 12 Tabelle 6: Kennziffern zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Mehr offene Stellen 2021 Im vergangenen Jahr ist in Köln die Anzahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten sozialversicherungspflichtigen offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, und zwar um 1 500 auf nunmehr 17 600 (+9,0%, Tabelle 6). Tendenziell bewirkten beide Lockdowns8 unmittelbar einen Rückgang der von den Kölner Unternehmen gemeldeten offenen Stellen (Grafik 8). 8Der erste Corona-Lockdown trat am 22. März 2020 in Kraft und endete weitestgehend am 10. Mai 2020. Der zweite Corona-Lockdown trat am 2. November 2020 zunächst als Teil-Lockdown in Kraft. Seit dem 16. Dezember 2020 galt ein harter Lockdown, der im Mai 2021 endete. Zahl in Prozent Arbeitslose insgesamt 55 194 56 528 1 334 2,4 Frauen 24 708 25 495 788 3,2 Männer 30 486 31 033 547 1, 8 Jüngere unter 25 Jahre 4 012 3 922 - 90 -2,2 25 bis 54 Jahre 41 528 41 866 337 0,8 über 55 Jahre 9 654 10 741 1 087 11,3 Ausländer*innen 21 647 22 804 1 157 5,3 Ausländer*innen (nichteuropäische Asylherkunftsländer) 5 771 6 239 468 8,1 Langzeitarbeitslose 21 577 27 366 5 789 26,8 Arbeitslose insgesamt SGB II 36 469 40 170 3 702 10,2 Frauen 16 917 18 571 1 654 9,8 Männer 19 551 21 599 2 048 10,5 Jüngere unter 25 Jahre 2 360 2 608 249 10,5 25 bis 54 Jahre 46 842 47 070 228 0,5 über 55 Jahre 5 992 6 850 857 14,3 Ausländer*innen 16 335 18 259 1 925 11,8 Ausländer*innen (nichteuropäische Asylherkunftsländer) 5 085 5 626 541 10,6 Langzeitarbeitslose 19 944 25 417 5 473 27,4 Arbeitslose insgesamt SGB III 18 725 16 358 -2 368 -12,6 Frauen 7 790 6 924 - 866 -11,1 Männer 10 935 9 434 -1 501 -13,7 Jüngere unter 25 Jahre 1 652 1 313 - 339 -20,5 25 bis 54 Jahre 13 412 11 153 -2 258 -16,8 über 55 Jahre 3 662 3 891 230 6,3 Ausländer*innen 5 312 4 544 - 768 -14,4 Ausländer*innen (nichteuropäische Asylherkunftsländer) 686 613 - 73 -10,6 Langzeitarbeitslose 1 633 1 949 317 19,4 Arbeitslosmeldungen 114 221 104 009 -10 212 -8,9 davon aus vorheriger Erwerbstätigkeit 52 744 46 493 -6 251 -11,9 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit 102 263 109 046 6 783 6,6 davon Abgänge in Erwerbstätigkeit 38 541 42 863 4 322 11,2 davon Ausbildung und sonstige Maßnahmenteilnahme 29 415 28 970 - 445 -1,5 davon Abgänge in Rente und Berufsunfähigkeit 28 041 29 550 1 509 5,4 gemeldete offene Stellen 16 469 19 036 2 567 15,6 davon ungefördert (SVP) 16 149 17 599 1 450 9,0 2020 2021 Veränderungen 2020-2021 Jahresdurchschnitte Jahressummen Arbeitslose Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln: Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Seite 13 Grafik 6: Entwicklung der Arbeitslosenzahl in Köln sowie in Vergleichsstädten 2020 bis 2021 (Jahresdurchschnitt) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Grafik 7: Arbeitslosigkeit in Köln von ausgewählten Personengruppen im Jahresdurchschnitt 2021 (Veränderung zum Jahresdurchschnitt 2020 in Prozent) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik -4,8 -3,5 -2,1 -0,3 -0,2 0,4 1,0 1,8 2,4 3,0 -2,1 -3,0 -6 -4 -2 0 2 4 6 Stuttgart Nürnberg Leipzig Hamburg München Frankfurt/Main Dortmund Düsseldorf Köln Berlin NRW Deutschland Veränderung in Prozent 26,8 8,1 5,3 11,3 0,8 -2,2 1,8 3,2 -12,6 10,2 2,4 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 Langzeitarbeitslose (nichteuropäische Asylherkunftsländer) Arbeitslose Ausländer*innen Arbeitslose Ausländer*innen Arbeitslose über 55 Jahre Arbeitslose 25 bis 54 Jahre Arbeitslose Jüngere unter 25 Jahre Arbeitslose Männer Arbeitslose Frauen Arbeitslose insgesamt SGB III Arbeitslose insgesamt SGB II Arbeitslose insgesamt Kölner Statistische Nachrichten – 4/2019 Bevölkerungsprognose für Köln 2018 bis 2040 Seite 14 Grafik 8: Meldung offener Stellen in Köln Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik Erholung des Arbeitsmarkts durch Ukraine-Krise ausgebremst Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB prognostizierte Ende März 2022 für dieses Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandproduktes um 1,5 Prozent, falls der Ukraine-Krieg nicht noch weiter eskaliert, aber auch nicht schnell beendet sein wird. Dabei soll die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland um 520 000 auf 34,4 Millionen Personen ansteigen (+1,5%) und zudem die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit um 352 000 auf 2,3 Millionen Personen zurückgehen (-13,4%).9 Die entsprechende IAB-Regionalprognose von März 2022 bestätigt diese verhalten positiven Wachstumsaussichten auch für Köln: Demnach soll hier die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2022 um 1,7 Prozent auf rund 602 900 steigen und gleichzeitig die jahresdurch- schnittliche Arbeitslosenzahl auf 50 700 zurückgehen (-10,3%).10 9Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – IAB-Kurzbericht 7/2022: IAB-Prognose 2022 - Konjunkturaufschwung ausgebremst (März 2022). Siehe auch unter: https://doku.iab.de/kurzber/2022/kb2022-07.pdf, abgerufen am 29.3.2022 10 IAB Regionale Arbeitsmarktprognosen März 2022. Siehe auch unter: https://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Regionale_Arbeitsmarktprognosen_2201.pdf, abgerufen am 5.4.2022 1 311 1 400 1 377 1 359 1 283 1 407 1 968 1 728 2 367 1 340 1 541 1 955 1 562 1 708 1 372 1 399 1 445 800 1 200 1 600 2 000 2 400 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2020 2021 2022 Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen Die Ergebnisse basieren ausschließlich auf Daten der Agentur für Arbeit gemeldeten Arbeitsstellen. Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy - Brandt- Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de Internet: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/06.2022
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IX/15 Vorlagen-Nummer 12.07.2022 2134/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 18.08.2022 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 18.08.2022 Integrationsrat 20.09.2022 Kölner Statistische Nachrichten – 10/2022 Arbeitsmarkt Köln - Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln hat mit den Kölner Statistischen Nachrich- ten 10/2022 den Bericht “Arbeitsmarkt Köln - Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022“ veröffentlicht. Der Kölner Arbeitsmarkt stand im vergangenen Jahr 2021 besser da, als von vielen Expert*innen er- wartet wurde. Nach dem durch die Corona-Pandemie bedingten Rückgang der Beschäftigtenzahlen in 2020 war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Köln bereits zur Jahresmitte 2021 merklich gestiegen und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11 800 (+2,0 Prozent) auf 591 400 (entspricht dem Vorkrisenniveau). Schließlich wurde in Köln Ende September 2021 mit 599 600 sozi- alversicherungspflichtig Beschäftigten ein Allzeithoch erreicht. Außerdem erhöhten sich die sozialver- sicherungspflichtigen offenen Stellen 2021 um ganze neun Prozent (+1 500) gegenüber 2020. Auf der anderen Seite der Medaille steht allerdings, dass zwar die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten in Köln stagniert (-0,3%), jedoch die Zahl derer, die als Nebenjob zusätzlich zu ihrer Hauptbeschäftigung eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben, um 3 000 (+6,8%) gestiegen ist. Außerdem wird die Beschäftigungszunahme in Köln vor allem von Menschen getragen, die neu nach Köln ziehen. Die Vermittlung der arbeitslosen Kölnerinnen und Kölner ist dagegen schwieriger. So ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen von 2020 auf 2021 um mehr als ein Viertel gestiegen (+5 789, +26,8%). Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote nahm in 2021 mit 9,3 Prozent trotz des Beschäftigungshochs nicht ab. Zum einen ist die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau im Anschluss an die Entwicklung in 2020 gestartet und der stärkere Rückgang ab September 2021 konnte dies (noch) nicht kompensieren. Zum anderen spiegelt diese Entwicklung die zum Teil fehlende Überein- stimmung der Qualifikationsprofile der in Köln wohnenden Arbeitslosen mit den Anforderungsprofilen der angebotenen Stellen wider (Qualifikations-Mismatch). Das Thema Kurzarbeit spielte im Jahresverlauf 2021 im Gegensatz zur Entwicklung in 2020 eine un- tergeordnetere Rolle, wenngleich Kurzarbeit weiterhin als stabilisierend wirkt und viele Menschen vor Arbeitslosigkeit schützt. Im Gesamtjahr 2021 meldeten rund 3 200 Kölner Unternehmen für 45 100 Arbeitnehmer*innen Kurzarbeit an (8% aller Arbeitnehmer*innen). Im Vorjahr waren es noch 16 400 Betriebe mit 212 100 Beschäftigten (37% aller Arbeitnehmer*innen). Die Beschäftigtenentwicklung unterscheidet sich auch 2021 branchenspezifisch. In Folge der Corona- Krise ist die Beschäftigung beispielsweise im Einzelhandel (-3 000 Arbeitsplätze oder -8,2%) und im Gastgewerbe (-1 700 Arbeitsplätze oder -8,7%) weiter deutlich zurückgegangen. Deutliche Arbeits- platzgewinne verbuchten vor allem der Großhandel (+4 700 oder +18,0%), die Öffentliche Verwaltung (+4 000 oder +13,9%) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+3 200 oder +4,2%). Von diesen Beschäftigungszuwächsen konnten insbesondere Ausländer*innen, Jüngere und Akademiker*innen 2 profitieren. Nach der aktuellen IAB-Regionalprognose von März 2022 soll die Zahl der sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigten in Köln in diesem Jahr um 1,7 Prozent auf rund 602 900 steigen und gleichzei- tig die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl ziemlich deutlich auf 50 700 zurückgehen (-10,3%). Diese vorläufige Prognose steht unter der Prämisse, dass der Ukraine-Krieg nicht noch weiter eska- liert, aber auch nicht schnell beendet sein wird. Anlage KSN 10/2022 Arbeitsmarkt Köln - Rückblick 2021, bisherige Entwicklung und Ausblick 2022 Gez. Greitemann
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Willy-Brandt-Platz 2
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Details
- Aktenzeichen
- 2134/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 24.08.2022
- Erstellt
- 04.07.2022 11:25