0327/2017
Emissionen von Stickoxiden in Köln
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
5063 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/574 Vorlagen-Nummer 21.02.2017 0327/2017 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 16.03.2017 Emissionen von Stickoxiden in Köln Zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün vom 02.02.2017 hat die Fraktion Die Lin- ke aufgrund der hohen Belastung durch Stickstoffdioxid im Kölner Stadtgebiet die Frage nach den Verursachern der Luftschadstoffbelastung sowie der hohen Hintergrundbelastung ge- stellt (AN/0004/2017). „Die Fraktion bittet daher um die Beantwortung folgender Fragen: 1) Im Erhebungsgebiet des derzeit noch aktuellen Luftreinhalteplanes für Köln wurden im Bezugsjahr 2008 mehr als 56.000t Stickoxide emittiert. Hiervon sind, gemäß den Angaben der Bezirksregierung im Luftreinhalteplan 2012, mehr als 48.600t dem Bereich Bergbau, Wärme und Energie zuzurechnen. In welchem Maß sind diese Emissionen, gemäß den Kenntnissen der Verwaltung der regio- nalen Hintergrundbelastung zuzuordnen? 2) Welche Emittenten sind gemäß den Erkenntnissen der Verwaltung für diese Hintergrund- belastung mitverantwortlich? 3) Wie groß ist der Anteil der Stickoxidemissionen durch die, dem Bundes- Immissionsschutzgesetz gemäß meldepflichtigen industriellen Großanlagen, an der Gesam- temission in Köln? 4) Welche Möglichkeiten zur nachhaltigen Reduktion der Stickoxidemissionen sieht die Ver- waltung? 5) Wie hoch wäre der Kostenaufwand für die im Punkt 4 gefragten Maßnahmen?“ Antwort der Verwaltung: Zu Frage 1: Grundsätzlich ist bei dem regionalen Hintergrund ein tendenziell abnehmender Trend der 2 NO2-Belastung feststellbar (s. folgende Auswertung des Umweltbundesamtes). Für die Ursachenanalyse im Luftreinhalteplan 2012 wurde ein Erhebungsgebiet von 36 x 38 km² ausgewählt. In diesem Gebiet liegen im Westen vom Kölner Stadtgebiet die Braunkohle- kraftwerke, die einen großen Emissionsanteil der im Luftreinhalteplan für die Emittentengrup- pe der Industrie genannten Stickoxide ausmachen. Insofern tragen die Kraftwerke des Rhei- nischen Braunkohlereviers auch einen Anteil zur regionalen Hintergrundbelastung bei. Dieser ist abhängig von der Schornsteinhöhe der Kraftwerke und der Windrichtungsverteilung. Bei einer Schornsteinhöhe von bis zu 200 m und einer statistischen Windrichtungsverteilung in der Kölner Bucht mit Hauptwindrichtungen aus Südsüdost bei Schwachwindwetterlagen und Westwinden bei starken Windgeschwindigkeiten, verteilt sich die Emission der Kraftwerke eher im großräumigen Hintergrund. Der Stickoxidanteil der nordwestlich des Kölner Stadtge- biets gelegenen Braunkohlekraftwerke bewegt sich daher voraussichtlich im einstelligen Be- reich. Eine detaillierte Erhebung des Anteils der Braunkohlekraftwerke in der regionalen Hin- tergrundbelastung in Köln liegt nicht vor. Da die regionale Hintergrundbelastung nicht auf lokale Quellen im Kölner Stadtgebiet zu- rückzuführen ist, greifen lokale Maßnahmen zur Minderung der Stickoxidbelastung nicht. Hierzu bedarf es Änderungen der Genehmigungsvoraussetzungen auf Bundesebene. Zu Frage 2: Die regionale Hintergrundbelastung setzt sich aus einer Grundbelastung basierend auf dem ländlichen Hintergrund und dem großräumigen Hintergrund zusammen. Der ländliche Anteil lässt sich an der Messstation in der Eifel (Simmerath) ablesen, dieser macht ca. ein Viertel des regionalen Hintergrunds aus. Der übrige Anteil ist im Wesentlichen auf den grenzüber- schreitenden Transport, den regionalen Kfz-Verkehr und Industrieemissionen zurückzufüh- ren. 3 Zu Frage 3: Im Emissionskataster des Landes Nordrhein Westfalen wird unterschieden zwischen den Emittentengruppen Industrie, Kleinfeuerungsanlagen, Landwirtschaft und Verkehr. Im Ver- hältnis der auf Kölner Stadtgebiet verursachten Gesamtemissionen sind die Stickoxidemissi- onen, die von genehmigungsbedürftigen Anlagen ausgehen, mit einem Anteil von 42% ver- treten. Hiervon fällt der größte Teil auf die Betriebsbereiche Wärmeerzeugung, Bergbau, Energie und Chemie. Zu Frage 4: Im Luftreinhalteplan Köln wurde an verschiedenen Straßenabschnitten auf Kölner Stadtge- biet eine Ursachenanalyse der Stickoxidbelastung durchgeführt. Diese hat zum Ergebnis, dass neben dem großen Anteils der Hintergrundbelastung, der größte Beitrag der lokalen Stickoxidbelastung dem Kfz-Verkehr zuzuordnen ist. Der Einfluss der Stadtverwaltung auf die Reduzierung der Stickoxidbelastung ist auf lokale Maßnahmen begrenzt. Derzeit wird im Rahmen der Fortschreibung des Luftreinhalteplans geprüft, welche Maßnahmen geeignet sind, kurzfristig zu einer deutlichen Reduzierung der Stickstoffdioxidbelastung zu führen. Letztlich wird eine Kombination von Maßnahmen erfor- derlich sein, die v.a. den Verkehrssektor betreffen. Erste Ergebnisse dieser Prüfung werden im Laufe des Jahres erwartet. Zu Frage 5: Kosten lassen sich nach Abschluss des Abstimmungsprozesses anhand von konkreten Maßnahmen erörtern. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0327/2017
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 21.02.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27