3673/2017
Leitprojekte des Kulturdezernates
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Mitteilung Ausschuss
21186 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VII/VII
Vorlagen-Nummer
3673/2017
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Kunst und Kultur 05.12.2017
Leitprojekte Dezernat VII für Kunst und Kultur
Auf Vorschlag von Frau Oberbürgermeisterin Reker im Rahmen von Verwaltungsreform und der Defi-
nition strategischer Leitlinien neue Wege zu beschreiten haben die Dezernentinnen und Dezernenten
die Möglichkeit erhalten, über das Tagesgeschäft hinausgehende, aber unabänderlich anstehende
Ausbauprojekte im Haushalt 2018 zu definieren, darzustellen und einzureichen.
Die jeweiligen Leitprojekte bilden somit Schwerpunkte ab, die mit den strategischen Ausformulierun-
gen der einzelnen Ämter und Institute im Gesamtprozess „Perspektiven 2030“ im Laufe der nächsten
Jahre durch das Dezernat zusammengeführt werden sollen.
Mit Rücksichtnahme auf die finanzielle Situation der Stadt Köln wurde das Budget für alle Leitprojekte
pro Dezernat und Jahr auf 3 Mio. Euro begrenzt.
Leitprojekt „Museen, Menschen, Medien – neue Strategien für den Stand-
ort Köln“
Das Gesamtvorhaben im Überblick
Die Stadt Köln verfügt über einen einzigartigen Schatz von Museen und museumsbezogenen Ser-
viceeinrichtungen mit internationaler Geltung. Dies sollte in Zukunft noch fokussierter kommuniziert
werden. Die Domstadt hat als Museumsstandort weiteres Entwicklungspotenzial und muss die media-
le Wahrnehmung und den Publikumszuspruch noch steigern. Daher hat das Dezernat VII im Kontext
der Verwaltungsreform der Oberbürgermeisterin das Leitprojekt „Museen, Menschen, Medien – neue
Strategien für den Standort Köln“ auf den Weg gebracht. Das Vorhaben verfolgt zwei Ziele: nach in-
nen das einer Entlastung der Museen durch die Übernahme und Intensivierung von bestimmten Ser-
viceaufgaben an zentraler Stelle; nach außen die strategische Gewinnung und Bindung des Publi-
kums.
Das Leitprojekt ist an den Museumsdienst Köln angebunden, die Maßnahmen werden aber in enger
Abstimmung mit den Museen der Stadt Köln entwickelt. Situativ ist das Museumsreferat eingebunden.
Somit werden vorhandene Strukturen genutzt und weiterentwickelt: Bereits jetzt hat der Museums-
dienst Köln zwei Aufgaben. Zum einen ist er zentral für Bildung und Vermittlung an allen Museen der
Stadt Köln zuständig. Dabei entwickelt die Institution nachfrageorientierte Bildungsprogramme für alle
Zielgruppen, die die Museen besuchen. Zum anderen verantwortet er die übergreifende Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit der Museen der Stadt Köln (Medienkooperationen, Messeauftritte, Organisation
von Großevents, übergreifende Publikationen, Tourismus und Webportal museenkoeln.de) und ist
Ansprechpartner bei Fragen der Besucherforschung. Die Museen und die zugehörigen Serviceein-
richtungen (Kunst- und Museumsbibliothek, Rheinisches Bildarchiv und Museumsdienst) haben mit
dem Instrument der Direktorenrunde und dem zugehörigen Sprecheramt ein gutes Instrument zur
Abstimmung von Prozessen.
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Beim Museumsreferat sind bereits jetzt bestimmte übergreifende Verwaltungsaufgaben gebündelt.
Dies alles gilt es im Leitprojekt wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Die finanzielle Dimension des
Projekts ist in den Haushalt 2018 und in die mittelfristige Finanzplanung 2018 – 2020 eingeflossen.
Eventuell erforderliches Personal wird bedarfsorientiert zu den Haushaltsplanungen angemeldet. Die
Umsetzung startet mit Jahresbeginn 2018. Die Meilensteine 2018 bis 2020 sind unten umrissen. Pa-
rameter zur Erfolgsmessung werden im Kontext der Verwaltungsreform entwickelt.
Serviceaufgaben
Primäres Ziel ist die Entlastung der Museen zugunsten einer Konzentration auf die musealen Kern-
aufgaben durch die Übernahme von Serviceaufgaben im Verwaltungsbereich von zunächst
• IT-Sicherheit und Datenschutz
• „Dezentraler“ Vergabestelle entspr. KVO
• Projektierung der Optimierung der Kassensysteme
• strategischer IT-Entwicklung z.B. von „e“-Komponenten wie eTicketing und ePayment
• Fachadministration aller Museumsanwendungen zur Sicherstellung performanter
Services
• notwendigem Ausbau des IT-Netzes der Museen inkl. WLAN in den Häusern.
Die so zu erzielenden einheitlichen operativen Standards und Prozessoptimierungen führen zu einer
Verschlankung und Effizienzsteigerung. In diesem Zusammenhang ist auch die Erstellung einer ge-
meinsamen Digitalstrategie für den Museumsstandort zu sehen, die die Bestände nach einheitlichen
Standards für unterschiedliche Nutzergruppen erschließt und zudem die optimale Nutzung vorhande-
ner Ressourcen sicherstellt. Gleichzeitig werden so die notwendigen Voraussetzungen für das zweite
große Ziel des Leitprojekts geschaffen.
In einem nächsten Schritt werden integrative Konzepte für die weitergehenden organisatorischen
Aufgaben zur Unterstützung der Museen in Verwaltungsaufgaben wie die Koordination von Stellen-
plänen, Budgets und Bedarfen im Schulterschluss mit den Häusern entwickelt. Ergänzt werden sollen
diese Serviceaufgaben durch eine zentrale Unterstützung und Beratung der Museen bei Drittmittelan-
trägen sowie deren fallweise und inhaltsgebundene Anbindung an weitere gesamtstädtische Prozes-
se zur Akquise von Drittmitteln, wie Fördermittel des Landes, des Bundes und der Europäischen Uni-
on.
Da insbesondere für den Museumsbereich die Bindung von einflussreichen Persönlichkeiten, die den
Museen wohlwollend geneigt sind, von entscheidender Bedeutung ist, muss der bisher sehr erfolgrei-
che, sorgsame Umgang mit und die persönliche Ansprache von Sammlern und Stiftern zugunsten der
Kölner Museumslandschaft, die in hohem Maße auf bürgerschaftlicher Zuwendung gründet, sicherge-
stellt werden. Schließlich wäre die Kölner Museumslandschaft, in hohem Maße auf bürgerschaftlicher
Zuwendung gegründet, ohne die Stifter um vieles ärmer. Im Zuge des Leitprojekts soll daher das vom
Kulturdezernat aufgelegte Konzept zum Umgang mit Stiftern und Mäzenen fortgeschrieben und die
vorgesehenen operativen Maßnahmen verstetigt und ausgeweitet werden.
Gewinnung und Bindung von Publikum
Das zweite Ziel wird im Kulturmanagement mit dem Begriff des Audience Development beschrieben.
Beim Audience Development verbinden sich Aufgaben und Handlungsweisen von Kulturmarketing,
Öffentlichkeitsarbeit und Kulturvermittlung / Kultureller Bildung. Hinzu kommen Elemente der Besu-
cherforschung zur Qualitätssicherung. Erreichte Zielgruppen werden gebunden und potenzielle Ziel-
gruppen angesprochen. Ziel ist die quantitative und qualitative Erweiterung des Kölner Museumspub-
likums, die Ausweitung der übergreifenden Bildungsarbeit und die nachhaltige Platzierung der Muse-
en im Verständnis der Stadtgesellschaft als soziale Orte. Um diesen Bezug deutlich zu machen, wird
der im angelsächsischen Raum verbreitete Begriff des Audience Development verwendet.
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Strukturell implementiert wird das Audience Development durch den mit Um- und Ausbau der beiden
Abteilungen des Museumsdienstes: Marketing und Kommunikation (bisher: Abteilung für Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit) und Bildung und Vermittlung (bislang: Museumspädagogik). In Vorberei-
tung wurden Einrichtungen an großen Museumsstandorten im deutschsprachigen Raum im Rahmen
einer Best Practice-Analyse untersucht. Im Ergebnis dienen die Museumsdienste Basel, das Muse-
umsufer Frankfurt, die Besucherdienste der Staatlichen Museen zu Berlin und die Kulturprojekte Ber-
lin GmbH als Referenzeinrichtungen.
Abteilung Marketing und Kommunikation
Ziele eines modernen Museumsmarketings
• Museum als sozialer Ort steht im Mittelpunkt.
• Museum ist nicht nur Musentempel und Wissensspeicher.
• Museum bietet nachfrageorientiert Bildungs-, Erlebnis- und Freizeitqualitäten.
• Museum wird zu Stätte für Begegnung, offenen Diskurs, Innovation und Inspiration.
Strategien bezogen auf Köln
• Kommunikation der Museumsvielfalt mit Hilfe von sechs Leitthemen (Vermächtnis
der Römer, Schätze der Vergangenheit, Moderne trifft Avantgarde, Weltkultur am
Rhein, Gedenken und Erinnern, Köln mit allen Sinnen)
• (Niederschwellige) Kommunikation aus Nutzerperspektive
• Stärkung der Sichtbarkeit in der Metropolregion Rheinland, im Beneluxraum und
bundesweit
• Erschließung der Bestände über eine flächendeckende Digitalstrategie (siehe auch
Ziel 1)
• Kommunikative Vernetzung der Museen mit Angeboten, Veranstaltungen und Infor-
mationen aus anderen Kultursparten
• Bildung einer Schnittstelle zum Kulturmarketing innerhalb eines stadtweiten Marke
Tingkonzepts
Instrumente einer neuen Abteilung Marketing und Kommunikation
• Instrumente des klassischen Marketings (mit den Bereichen Produkt, Vertrieb, Preis
und Kommunikation) sowie der Besucherforschung
• Instrumente des Online Marketings (mit den Bereichen eContent, eCommerce,
eCommunity und eCommunication)
• Veranstaltungsmanagement (Management übergreifender Events und Besucher-
services für alle öffentlichen, drittmittelfinanzierten und buchbaren Bildungspro-
gramme)
Maßnahmen des übergreifenden Marketings
• Standortbezogene Kommunikation ganzer Produktgruppen (Ausstellungen, Events, Veran-
staltungen) statt Detailkommunikation einzelner Produkte eines Museums
• zielgruppenspezifisch und nachfrageorientiert ausgerichtete Kommunikationskanäle
(Print; Social Media-Plattformen; Community Building; Newsletter; Anzeigen- und
Plakatkampagnen)
• Schaffung und Ausbau von
o strategischen Kooperationen (Transportwesen, Messe, Handel, Tourismus)
o Werbe- und Medienpartnerschaften
o analogen und digitalen Vertriebskanälen (eCommerce)
o wirkungsvollem Direktmarketing (telefonisch, E-Mail-Marketing)
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• bessere Einbindung der nichtstädtischen Museen
• Abstimmung von Terminen zu Pressekonferenzen, Eröffnungsterminen und Medien
kampagnen zu Sonderausstellungen sowie deren und gebündelte Kommunikation
• regelmäßige Meetings innerhalb der Museumslandschaft und mit Stakeholdern
(Kultureinrichtungen; Presseamt; KölnTourismus)
Abteilung Bildung und Vermittlung
Ziele einer zeitgemäßen Vermittlungsarbeit in den Museen der Stadt Köln
• Konzeption, Durchführung und Evaluierung von Programmen für die gesamte
Bevölkerung, unabhängig von Alter, Herkunft, Bildung und Religion
• Sensibilisierung des Publikums für Kunst und kulturelles Erbe mit all seinen
Bezügen zu einer ständig sich wandelnden Gesellschaft
• Stärkung der Persönlichkeit mit ihren Anlagen und Kompetenzen
Leitlinien des Bildungskonzepts des Museumsdienstes Köln
• Sammlungsbezug
• Nachfrageorientierung
• Kompetenzorientierung
• Empowerment
• Partizipation
• Lebenslanges Lernen
• Vernetzung
Strategien
• Nachhaltigkeit von Bildungsarbeit für förderbedürftige Zielgruppen im belasteten
Sozialraum vertiefen
• bislang drittmittelabhängige Kernbereiche durch städtische Mittel verstärken
• Bildungsarbeit in den Bereichen Lebenslanges Lernen (LLL) und Alter, Inter
kulturalität und Diversität, Inklusion und barrierearme Vermittlung diversitäts-
sensibel erweitern
• Digitaloffensive für mediale Vermittlung im Rahmen einer digitalen Gesamtstrategie
für den Museumsstandort entwickeln
Maßnahmen
• Nachhaltige Bildungsarbeit für sozial schwache Zielgruppen
• Intensivierung von Maßnahmen für die gesamte Stadtgesellschaft
• Reduktion der Abhängigkeit von Drittmitteln
• Digitaloffensive für mediale Vermittlung am Museumsstandort (siehe auch Ziel 1)
• Qualitätssicherung für bestehende Programme
Milestones 2018 bis 2020
Folgende Ziele sind vorgesehen:
• Ende 2017
o Die barrierefreien Bildungsangebote in allen Museen sind neu gefasst
o Das Programm für KiTas in allen Museen ist neu gefasst.
o Ein strategisches Redaktionskonzept für Social Media zu museenkoeln
liegt vor.
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• Ende 2018
o Das Konzept einer Kölner Museumszeitung ist erstellt.
o Analoge und digitale Kommunikation sind eng miteinander verzahnt.
o Das strategische Konzept einer Digitalstrategie liegt vor.
o Online Ticketing und online-Kassensysteme sind erfolgreich eingerichtet.
o Werbepartnerschaften mit Bühnen Köln, ÖPNV und anderen Logistikunter-
nehmen sind etabliert
o Ein Newsletter für Journalisten im Raum BeneLux sind erschienen
o Das Konzept für eine Verstetigung des museumsbus.koeln liegt vor.
o Das Konzept einer nachhaltigen Bildungsarbeit für sozial schwache Ziel-
gruppen liegt vor.
• Ende 2019
Das Konzept einer nachhaltigen Bildungsarbeit für sozial schwache Ziel-
gruppen liegt vor.
o Das museumsmobil.koeln fährt zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen
o Maßnahmen des Regionalmarketings auf der Rheinschiene sind etabliert
o Die Online Collection der Museen der Stadt Köln geht online.
o Das strategische Konzept zur Digitaloffensive für mediale Vermittlung am
Museumsstandort steht.
o Suchmaschinen-Optimierung ist als permanenter Prozess etabliert.
o Es finden regelmäßige Besucherbefragungen statt.
• Ende 2020
Das Museumsportal museen.koeln wird in ein integrales Content-
Management-System überführt.
Digitale Kulturwege verbinden die Museen mit dem städtischen Raum
E-Publishing und E-Learning ergänzen die museumdidaktischen Angebote
Leitprojekt „Kulturmarketing“
Wie im Leitprojekt „Museen, Menschen, Medien – bereits für die kommunale Museumslandschaft
dargestellt, gilt für den gesamten Bereich von Kunst und Kultur: Köln benötigt ein professionelles Kul-
turmarketing, das als eine wichtige Säule eines übergreifenden Stadtmarketings zu positionieren ist.
Als Image- und Wachstumsmotor und durch viele Untersuchungen von Umwegrentabilität untermau-
ert hat sich Kultur längst zu einem harten Standortfaktor entwickelt, der als Marke „Köln und die Kul-
tur“ getragen von einer Kommunikationsstrategie präsentiert werden muss. Kultur lebt nicht dauerhaft
von selbstverständlichen Erfolgen, wie innovativen Sonderausstellungen und dem Ruf einer Mu-
sikstadt, einer Theaterstadt, einer Literaturstadt u. a. m. Das Profil und breitgefächterte Angebot der
Kölner Kulturmetropole muss neu im Bewusstsein der Menschen verankert werden, in der Stadt, nati-
onal und international.
Ein Runder Tisch des Kulturentwicklungsplans sowie weitere Überlegungen der auf diesem Gebiet
nötigen Akteure in Köln befasst sich seit geraumer Zeit mit diesen Herausforderungen.
Mit der Setzung des Leitprojektes Kulturmarketing im Haushaltsplan der Stadt 2018 beabsichtigt das
Kulturdezernat zu Beginn des kommenden Jahres einen Expertenkreis einzuladen, um ein tragfähi-
ges Konzept zu erarbeiten und erste Marketingschritte in die Wege zu leiten. Im Haushalt ist hierfür
im Jahr 2018 ein Ansatz von 150.000 € vorgesehen.
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Leitprojekt „Stärkung der freien Szene als Akteur der Stadtgesellschaft“
Kultur wird in Köln täglich in überwältigendem Variationsreichtum angeboten – von großen städti-
schen Institutionen wie den Bühnen der Stadt Köln, über das Gürzenich Orchester und der breitgefä-
cherten Museumslandschaft bis hin zu der „freien Kulturszene" und den vielen kulturwirtschaftlichen
Veranstalterinnen und Veranstaltern. Sie alle prägen das kulturelle Bild der Stadt; schaffen eine inno-
vative Atmosphäre und bedingen damit die Attraktivität Kölns. Die Kölner Kulturlandschaft ruht somit
auf zwei Säulen: der städtischen Kultur sowie der freien Kultur- und Kreativszene.
In einer zeitgenössischen Metropole, die durch stete massive Veränderungen der Stadtgesellschaft
aufgrund von Migration, Demographie sowie dem Selbstbewusstsein zahlreicher Bevölkerungsschich-
ten nach kultureller Teilhabe geprägt ist, kommt der freien Kulturszene mit ihren vielfältigen Protago-
nisten und ihrem ausdifferenziertem Kulturangebot eine immer wichtigere Bedeutung zu.
Damit die freie Szene den Anforderungen einer diversen Stadtgesellschaft gewachsen ist und mit
einem diversen Veranstaltungsangebot an die Bürgerinnen und Bürger begegnen kann, muss sie
gefördert und unterstützt werden, professionelle Strukturen auszubauen und zu entwickeln. Der aktu-
elle Datenreport der Kultur- und Kreativwirtschaft Köln belegt, dass die schwache wirtschaftliche La-
ge, d.h. die Honorarbedingungen der freien Kulturakteure, professionelle Kulturarbeit erschweren. Ziel
der Kulturförderung der freien Szene muss daher in Zukunft in höherem Maße sein, bestehende
Strukturen in Köln, die ein qualitätvolles Kultur- und Kunstprogramm bieten, mit höherer Förderung zu
unterstützen, damit sie Kunstschaffende angemessen entlohnen können.
Gleichzeitig sollen dadurch internationale Kooperations- und Netzwerkarbeit befördert werden sowie
durch die Bereitstellung von kreativen Freiräumen für die freie Szene künstlerische Weiterentwicklung
und künstlerisches Wagnis gefördert werden. Wie in vielen Metropolen werden in Köln Freiräume
durch starke Verdichtung der Innenstadt zur Mangelware. Die Erwartung an die Stadtverwaltung zur
Aufrechterhaltung des Kulturangebots an die Bürgerinnen und Bürger ist, neue und bestehende
Räume sowie den öffentlichen Raum auch in Zeiten einer innerstädtischen Verdichtung für freie Kul-
tur vorzuhalten. Um dies zu gewährleisten bedarf es der Entwicklung von neuen Förderformaten.
Eine weitere wichtige zukünftige Herausforderung liegt zudem in dem Ausbau kultureller Teilhabe
durch die Förderung zielgruppenspezifischer Ansprache und Vermittlung durch die freie Szene. The-
menfelder wie interkulturelle und inklusive Kulturarbeit prägen die Arbeit freier Kunstinstitutionen und
somit deren Förderung durch Kommunen. Ziel muss es sein, Zugangsbarrieren, die durch kulturelle
Diversität entstehen können, durch eine möglichst einfache und transparente Ansprache an die Bür-
gerinnen und Bürger abzubauen. Das Kulturamt sieht deshalb seine Aufgabe darin, freie Kulturinstitu-
tionen und Künstlerinnen und Künstler in ihrer Ansprache an ein diverses Publikum zu beraten und zu
begleiten.
Strategische Schwerpunkte/Antworten auf diese Herausforderungen
Das Kulturdezernat hat in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt zu den Haushaltsplanungen 2018ff das
Leitprojekt „Freie Szene als Akteur der Stadtgesellschaft weiter stärken“ (Nr. 44) eingebracht.
Der strategische Ansatz verfolgt eine kontinuierliche Erhöhung der Förderungen. Im Vordergrund
steht die Erhöhung der Transferaufwendungen zur Förderung der freien Szene.
In der mittelfristigen Finanzplanung werden daher folgende Mittel inklusive der Erhöhungen durch die
politischen Änderungsanträge in der TPZ 15 - Transferaufwendungen veranschlagt:
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Plan 2018 2019 2020 2021
15 – Transferaufwendungen
für Freie Szene 7.500.307 7.893.907 8.257.107 8.646.607
Steigerung 334.000 523.600 313.200 389.500
Absolute Steigerung
von 2018 zu 2021 1.560.300
20,8%
Das Leitprojekt soll in seiner Grundidee die Fördermittel der freien Szene an das Budget der instituti-
onalisierten Kulturlandschaft in eine stabile Relation bringen. Insoweit muss diese Relation immer
wieder geprüft werden, um das Leitprojekt auch über die mittelfristige Finanzplanung hinaus, fort-
schreiben zu können.
Die Wirkung des Leitprojektes zeigt sich in einem ersten Schritt in Maßnahmen, die für die Stärkung
und Sicherung der Qualität, der Vielfalt und Struktur der freien Szene in Köln geeignet sind. Daher
sind die zusätzlichen Mittel im Haushalt 2018 insbesondere für die gezielte Erhöhung der Institutionel-
len Förderung vorgesehen.
Die Verteilung der verbleibenden disponiblen Mittel wird zurzeit mit Blick auf die im Kulturamt mit der
Szene erarbeiteten und beschlossenen Förderkonzepte entwickelt, so dass die Verteilung der Steige-
rung in Höhe von 334.000 Euro für das Jahr 2018 in einer gesonderten Beschlussvorlage in der Sit-
zung im Januar 2018 eingebracht wird.
Mit dem Leitprojekt soll ab 2019 auch die Weiterentwicklung bzw. Wiederaufnahme von Maßnahmen
aus der Kulturentwicklungsplanung wie z.B. ein Kinderkulturhaus, eine Infrastruktur für den Tanzbe-
reich oder anderes wieder in den Blick genommen werden.
Neben der Förderung der freien Szene durch Zuwendungen müssen die städtischen Immobilien, die
insbesondere als subventionierte Atelierräume vermietet werden, in einem sicheren Zustand erhalten
bleiben. Dazu wurde in der TPZ 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen die Mittel zur
Unterhaltung der Gebäude ebenfalls erhöht.
Plan 2018 2019 2020 2021
13 – Aufwendungen
für Sach- und Dienstleistungen; 178.089 219.089 247.289 275.189
Sachkonto Unterhaltung der
Gebäude
Steigerung 98.000 41.000 28.200 27.900
Absolute Steigerung
von 2018 zu 2021 195.100
109,6%
Bei der Anmeldung der Leitprojekte wurden konsequenterweise auch die notwendigen personellen
Ressourcen angemeldet. Für das Kulturamt wurden daher folgende Ressourcen angemeldet:
a) Entfristung der Stelle für die Prüfung der Verwendungsnachweise
b) Zusätzliche Referentenstelle für spartenübergreifende, interkulturelle Bereiche
c) Zusätzliche Verwaltungsstelle
a) und b) wurden im Personalstellenplan genehmigt.
Eine weitere Verwaltungsstelle muss je nach Bedarf evtl. unterjährig zugesetzt werden.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3673/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 29.11.2017
- Erstellt
- 24.11.2017 13:43