Leitprojekte des Kulturdezernates
Mitteilung Ausschuss 3673/2017 vom 29.11.2017
Stand: Am 05.12.2017 im Ausschuss Kunst und Kultur beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
Die KI fasst die Dokumente zusammen. Das dauert bis zu drei Minuten.
Dokumente
-
Mitteilung Ausschuss
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/VII Vorlagen-Nummer 3673/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 05.12.2017 Leitprojekte Dezernat VII für Kunst und Kultur Auf Vorschlag von Frau Oberbürgermeisterin Reker im Rahmen von Verwaltungsreform und der Defi- nition strategischer Leitlinien neue Wege zu beschreiten haben die Dezernentinnen und Dezernenten die Möglichkeit erhalten, über das Tagesgeschäft hinausgehende, aber unabänderlich anstehende Ausbauprojekte im Haushalt 2018 zu definieren, darzustellen und einzureichen. Die jeweiligen Leitprojekte bilden somit Schwerpunkte ab, die mit den strategischen Ausformulierun- gen der einzelnen Ämter und Institute im Gesamtprozess „Perspektiven 2030“ im Laufe der nächsten Jahre durch das Dezernat zusammengeführt werden sollen. Mit Rücksichtnahme auf die finanzielle Situation der Stadt Köln wurde das Budget für alle Leitprojekte pro Dezernat und Jahr auf 3 Mio. Euro begrenzt. Leitprojekt „Museen, Menschen, Medien – neue Strategien für den Stand- ort Köln“ Das Gesamtvorhaben im Überblick Die Stadt Köln verfügt über einen einzigartigen Schatz von Museen und museumsbezogenen Ser- viceeinrichtungen mit internationaler Geltung. Dies sollte in Zukunft noch fokussierter kommuniziert werden. Die Domstadt hat als Museumsstandort weiteres Entwicklungspotenzial und muss die media- le Wahrnehmung und den Publikumszuspruch noch steigern. Daher hat das Dezernat VII im Kontext der Verwaltungsreform der Oberbürgermeisterin das Leitprojekt „Museen, Menschen, Medien – neue Strategien für den Standort Köln“ auf den Weg gebracht. Das Vorhaben verfolgt zwei Ziele: nach in- nen das einer Entlastung der Museen durch die Übernahme und Intensivierung von bestimmten Ser- viceaufgaben an zentraler Stelle; nach außen die strategische Gewinnung und Bindung des Publi- kums. Das Leitprojekt ist an den Museumsdienst Köln angebunden, die Maßnahmen werden aber in enger Abstimmung mit den Museen der Stadt Köln entwickelt. Situativ ist das Museumsreferat eingebunden. Somit werden vorhandene Strukturen genutzt und weiterentwickelt: Bereits jetzt hat der Museums- dienst Köln zwei Aufgaben. Zum einen ist er zentral für Bildung und Vermittlung an allen Museen der Stadt Köln zuständig. Dabei entwickelt die Institution nachfrageorientierte Bildungsprogramme für alle Zielgruppen, die die Museen besuchen. Zum anderen verantwortet er die übergreifende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Museen der Stadt Köln (Medienkooperationen, Messeauftritte, Organisation von Großevents, übergreifende Publikationen, Tourismus und Webportal museenkoeln.de) und ist Ansprechpartner bei Fragen der Besucherforschung. Die Museen und die zugehörigen Serviceein- richtungen (Kunst- und Museumsbibliothek, Rheinisches Bildarchiv und Museumsdienst) haben mit dem Instrument der Direktorenrunde und dem zugehörigen Sprecheramt ein gutes Instrument zur Abstimmung von Prozessen. 2 Beim Museumsreferat sind bereits jetzt bestimmte übergreifende Verwaltungsaufgaben gebündelt. Dies alles gilt es im Leitprojekt wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Die finanzielle Dimension des Projekts ist in den Haushalt 2018 und in die mittelfristige Finanzplanung 2018 – 2020 eingeflossen. Eventuell erforderliches Personal wird bedarfsorientiert zu den Haushaltsplanungen angemeldet. Die Umsetzung startet mit Jahresbeginn 2018. Die Meilensteine 2018 bis 2020 sind unten umrissen. Pa- rameter zur Erfolgsmessung werden im Kontext der Verwaltungsreform entwickelt. Serviceaufgaben Primäres Ziel ist die Entlastung der Museen zugunsten einer Konzentration auf die musealen Kern- aufgaben durch die Übernahme von Serviceaufgaben im Verwaltungsbereich von zunächst • IT-Sicherheit und Datenschutz • „Dezentraler“ Vergabestelle entspr. KVO • Projektierung der Optimierung der Kassensysteme • strategischer IT-Entwicklung z.B. von „e“-Komponenten wie eTicketing und ePayment • Fachadministration aller Museumsanwendungen zur Sicherstellung performanter Services • notwendigem Ausbau des IT-Netzes der Museen inkl. WLAN in den Häusern. Die so zu erzielenden einheitlichen operativen Standards und Prozessoptimierungen führen zu einer Verschlankung und Effizienzsteigerung. In diesem Zusammenhang ist auch die Erstellung einer ge- meinsamen Digitalstrategie für den Museumsstandort zu sehen, die die Bestände nach einheitlichen Standards für unterschiedliche Nutzergruppen erschließt und zudem die optimale Nutzung vorhande- ner Ressourcen sicherstellt. Gleichzeitig werden so die notwendigen Voraussetzungen für das zweite große Ziel des Leitprojekts geschaffen. In einem nächsten Schritt werden integrative Konzepte für die weitergehenden organisatorischen Aufgaben zur Unterstützung der Museen in Verwaltungsaufgaben wie die Koordination von Stellen- plänen, Budgets und Bedarfen im Schulterschluss mit den Häusern entwickelt. Ergänzt werden sollen diese Serviceaufgaben durch eine zentrale Unterstützung und Beratung der Museen bei Drittmittelan- trägen sowie deren fallweise und inhaltsgebundene Anbindung an weitere gesamtstädtische Prozes- se zur Akquise von Drittmitteln, wie Fördermittel des Landes, des Bundes und der Europäischen Uni- on. Da insbesondere für den Museumsbereich die Bindung von einflussreichen Persönlichkeiten, die den Museen wohlwollend geneigt sind, von entscheidender Bedeutung ist, muss der bisher sehr erfolgrei- che, sorgsame Umgang mit und die persönliche Ansprache von Sammlern und Stiftern zugunsten der Kölner Museumslandschaft, die in hohem Maße auf bürgerschaftlicher Zuwendung gründet, sicherge- stellt werden. Schließlich wäre die Kölner Museumslandschaft, in hohem Maße auf bürgerschaftlicher Zuwendung gegründet, ohne die Stifter um vieles ärmer. Im Zuge des Leitprojekts soll daher das vom Kulturdezernat aufgelegte Konzept zum Umgang mit Stiftern und Mäzenen fortgeschrieben und die vorgesehenen operativen Maßnahmen verstetigt und ausgeweitet werden. Gewinnung und Bindung von Publikum Das zweite Ziel wird im Kulturmanagement mit dem Begriff des Audience Development beschrieben. Beim Audience Development verbinden sich Aufgaben und Handlungsweisen von Kulturmarketing, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturvermittlung / Kultureller Bildung. Hinzu kommen Elemente der Besu- cherforschung zur Qualitätssicherung. Erreichte Zielgruppen werden gebunden und potenzielle Ziel- gruppen angesprochen. Ziel ist die quantitative und qualitative Erweiterung des Kölner Museumspub- likums, die Ausweitung der übergreifenden Bildungsarbeit und die nachhaltige Platzierung der Muse- en im Verständnis der Stadtgesellschaft als soziale Orte. Um diesen Bezug deutlich zu machen, wird der im angelsächsischen Raum verbreitete Begriff des Audience Development verwendet. 3 Strukturell implementiert wird das Audience Development durch den mit Um- und Ausbau der beiden Abteilungen des Museumsdienstes: Marketing und Kommunikation (bisher: Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und Bildung und Vermittlung (bislang: Museumspädagogik). In Vorberei- tung wurden Einrichtungen an großen Museumsstandorten im deutschsprachigen Raum im Rahmen einer Best Practice-Analyse untersucht. Im Ergebnis dienen die Museumsdienste Basel, das Muse- umsufer Frankfurt, die Besucherdienste der Staatlichen Museen zu Berlin und die Kulturprojekte Ber- lin GmbH als Referenzeinrichtungen. Abteilung Marketing und Kommunikation Ziele eines modernen Museumsmarketings • Museum als sozialer Ort steht im Mittelpunkt. • Museum ist nicht nur Musentempel und Wissensspeicher. • Museum bietet nachfrageorientiert Bildungs-, Erlebnis- und Freizeitqualitäten. • Museum wird zu Stätte für Begegnung, offenen Diskurs, Innovation und Inspiration. Strategien bezogen auf Köln • Kommunikation der Museumsvielfalt mit Hilfe von sechs Leitthemen (Vermächtnis der Römer, Schätze der Vergangenheit, Moderne trifft Avantgarde, Weltkultur am Rhein, Gedenken und Erinnern, Köln mit allen Sinnen) • (Niederschwellige) Kommunikation aus Nutzerperspektive • Stärkung der Sichtbarkeit in der Metropolregion Rheinland, im Beneluxraum und bundesweit • Erschließung der Bestände über eine flächendeckende Digitalstrategie (siehe auch Ziel 1) • Kommunikative Vernetzung der Museen mit Angeboten, Veranstaltungen und Infor- mationen aus anderen Kultursparten • Bildung einer Schnittstelle zum Kulturmarketing innerhalb eines stadtweiten Marke Tingkonzepts Instrumente einer neuen Abteilung Marketing und Kommunikation • Instrumente des klassischen Marketings (mit den Bereichen Produkt, Vertrieb, Preis und Kommunikation) sowie der Besucherforschung • Instrumente des Online Marketings (mit den Bereichen eContent, eCommerce, eCommunity und eCommunication) • Veranstaltungsmanagement (Management übergreifender Events und Besucher- services für alle öffentlichen, drittmittelfinanzierten und buchbaren Bildungspro- gramme) Maßnahmen des übergreifenden Marketings • Standortbezogene Kommunikation ganzer Produktgruppen (Ausstellungen, Events, Veran- staltungen) statt Detailkommunikation einzelner Produkte eines Museums • zielgruppenspezifisch und nachfrageorientiert ausgerichtete Kommunikationskanäle (Print; Social Media-Plattformen; Community Building; Newsletter; Anzeigen- und Plakatkampagnen) • Schaffung und Ausbau von o strategischen Kooperationen (Transportwesen, Messe, Handel, Tourismus) o Werbe- und Medienpartnerschaften o analogen und digitalen Vertriebskanälen (eCommerce) o wirkungsvollem Direktmarketing (telefonisch, E-Mail-Marketing) 4 • bessere Einbindung der nichtstädtischen Museen • Abstimmung von Terminen zu Pressekonferenzen, Eröffnungsterminen und Medien kampagnen zu Sonderausstellungen sowie deren und gebündelte Kommunikation • regelmäßige Meetings innerhalb der Museumslandschaft und mit Stakeholdern (Kultureinrichtungen; Presseamt; KölnTourismus) Abteilung Bildung und Vermittlung Ziele einer zeitgemäßen Vermittlungsarbeit in den Museen der Stadt Köln • Konzeption, Durchführung und Evaluierung von Programmen für die gesamte Bevölkerung, unabhängig von Alter, Herkunft, Bildung und Religion • Sensibilisierung des Publikums für Kunst und kulturelles Erbe mit all seinen Bezügen zu einer ständig sich wandelnden Gesellschaft • Stärkung der Persönlichkeit mit ihren Anlagen und Kompetenzen Leitlinien des Bildungskonzepts des Museumsdienstes Köln • Sammlungsbezug • Nachfrageorientierung • Kompetenzorientierung • Empowerment • Partizipation • Lebenslanges Lernen • Vernetzung Strategien • Nachhaltigkeit von Bildungsarbeit für förderbedürftige Zielgruppen im belasteten Sozialraum vertiefen • bislang drittmittelabhängige Kernbereiche durch städtische Mittel verstärken • Bildungsarbeit in den Bereichen Lebenslanges Lernen (LLL) und Alter, Inter kulturalität und Diversität, Inklusion und barrierearme Vermittlung diversitäts- sensibel erweitern • Digitaloffensive für mediale Vermittlung im Rahmen einer digitalen Gesamtstrategie für den Museumsstandort entwickeln Maßnahmen • Nachhaltige Bildungsarbeit für sozial schwache Zielgruppen • Intensivierung von Maßnahmen für die gesamte Stadtgesellschaft • Reduktion der Abhängigkeit von Drittmitteln • Digitaloffensive für mediale Vermittlung am Museumsstandort (siehe auch Ziel 1) • Qualitätssicherung für bestehende Programme Milestones 2018 bis 2020 Folgende Ziele sind vorgesehen: • Ende 2017 o Die barrierefreien Bildungsangebote in allen Museen sind neu gefasst o Das Programm für KiTas in allen Museen ist neu gefasst. o Ein strategisches Redaktionskonzept für Social Media zu museenkoeln liegt vor. 5 • Ende 2018 o Das Konzept einer Kölner Museumszeitung ist erstellt. o Analoge und digitale Kommunikation sind eng miteinander verzahnt. o Das strategische Konzept einer Digitalstrategie liegt vor. o Online Ticketing und online-Kassensysteme sind erfolgreich eingerichtet. o Werbepartnerschaften mit Bühnen Köln, ÖPNV und anderen Logistikunter- nehmen sind etabliert o Ein Newsletter für Journalisten im Raum BeneLux sind erschienen o Das Konzept für eine Verstetigung des museumsbus.koeln liegt vor. o Das Konzept einer nachhaltigen Bildungsarbeit für sozial schwache Ziel- gruppen liegt vor. • Ende 2019 Das Konzept einer nachhaltigen Bildungsarbeit für sozial schwache Ziel- gruppen liegt vor. o Das museumsmobil.koeln fährt zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen o Maßnahmen des Regionalmarketings auf der Rheinschiene sind etabliert o Die Online Collection der Museen der Stadt Köln geht online. o Das strategische Konzept zur Digitaloffensive für mediale Vermittlung am Museumsstandort steht. o Suchmaschinen-Optimierung ist als permanenter Prozess etabliert. o Es finden regelmäßige Besucherbefragungen statt. • Ende 2020 Das Museumsportal museen.koeln wird in ein integrales Content- Management-System überführt. Digitale Kulturwege verbinden die Museen mit dem städtischen Raum E-Publishing und E-Learning ergänzen die museumdidaktischen Angebote Leitprojekt „Kulturmarketing“ Wie im Leitprojekt „Museen, Menschen, Medien – bereits für die kommunale Museumslandschaft dargestellt, gilt für den gesamten Bereich von Kunst und Kultur: Köln benötigt ein professionelles Kul- turmarketing, das als eine wichtige Säule eines übergreifenden Stadtmarketings zu positionieren ist. Als Image- und Wachstumsmotor und durch viele Untersuchungen von Umwegrentabilität untermau- ert hat sich Kultur längst zu einem harten Standortfaktor entwickelt, der als Marke „Köln und die Kul- tur“ getragen von einer Kommunikationsstrategie präsentiert werden muss. Kultur lebt nicht dauerhaft von selbstverständlichen Erfolgen, wie innovativen Sonderausstellungen und dem Ruf einer Mu- sikstadt, einer Theaterstadt, einer Literaturstadt u. a. m. Das Profil und breitgefächterte Angebot der Kölner Kulturmetropole muss neu im Bewusstsein der Menschen verankert werden, in der Stadt, nati- onal und international. Ein Runder Tisch des Kulturentwicklungsplans sowie weitere Überlegungen der auf diesem Gebiet nötigen Akteure in Köln befasst sich seit geraumer Zeit mit diesen Herausforderungen. Mit der Setzung des Leitprojektes Kulturmarketing im Haushaltsplan der Stadt 2018 beabsichtigt das Kulturdezernat zu Beginn des kommenden Jahres einen Expertenkreis einzuladen, um ein tragfähi- ges Konzept zu erarbeiten und erste Marketingschritte in die Wege zu leiten. Im Haushalt ist hierfür im Jahr 2018 ein Ansatz von 150.000 € vorgesehen. 6 Leitprojekt „Stärkung der freien Szene als Akteur der Stadtgesellschaft“ Kultur wird in Köln täglich in überwältigendem Variationsreichtum angeboten – von großen städti- schen Institutionen wie den Bühnen der Stadt Köln, über das Gürzenich Orchester und der breitgefä- cherten Museumslandschaft bis hin zu der „freien Kulturszene" und den vielen kulturwirtschaftlichen Veranstalterinnen und Veranstaltern. Sie alle prägen das kulturelle Bild der Stadt; schaffen eine inno- vative Atmosphäre und bedingen damit die Attraktivität Kölns. Die Kölner Kulturlandschaft ruht somit auf zwei Säulen: der städtischen Kultur sowie der freien Kultur- und Kreativszene. In einer zeitgenössischen Metropole, die durch stete massive Veränderungen der Stadtgesellschaft aufgrund von Migration, Demographie sowie dem Selbstbewusstsein zahlreicher Bevölkerungsschich- ten nach kultureller Teilhabe geprägt ist, kommt der freien Kulturszene mit ihren vielfältigen Protago- nisten und ihrem ausdifferenziertem Kulturangebot eine immer wichtigere Bedeutung zu. Damit die freie Szene den Anforderungen einer diversen Stadtgesellschaft gewachsen ist und mit einem diversen Veranstaltungsangebot an die Bürgerinnen und Bürger begegnen kann, muss sie gefördert und unterstützt werden, professionelle Strukturen auszubauen und zu entwickeln. Der aktu- elle Datenreport der Kultur- und Kreativwirtschaft Köln belegt, dass die schwache wirtschaftliche La- ge, d.h. die Honorarbedingungen der freien Kulturakteure, professionelle Kulturarbeit erschweren. Ziel der Kulturförderung der freien Szene muss daher in Zukunft in höherem Maße sein, bestehende Strukturen in Köln, die ein qualitätvolles Kultur- und Kunstprogramm bieten, mit höherer Förderung zu unterstützen, damit sie Kunstschaffende angemessen entlohnen können. Gleichzeitig sollen dadurch internationale Kooperations- und Netzwerkarbeit befördert werden sowie durch die Bereitstellung von kreativen Freiräumen für die freie Szene künstlerische Weiterentwicklung und künstlerisches Wagnis gefördert werden. Wie in vielen Metropolen werden in Köln Freiräume durch starke Verdichtung der Innenstadt zur Mangelware. Die Erwartung an die Stadtverwaltung zur Aufrechterhaltung des Kulturangebots an die Bürgerinnen und Bürger ist, neue und bestehende Räume sowie den öffentlichen Raum auch in Zeiten einer innerstädtischen Verdichtung für freie Kul- tur vorzuhalten. Um dies zu gewährleisten bedarf es der Entwicklung von neuen Förderformaten. Eine weitere wichtige zukünftige Herausforderung liegt zudem in dem Ausbau kultureller Teilhabe durch die Förderung zielgruppenspezifischer Ansprache und Vermittlung durch die freie Szene. The- menfelder wie interkulturelle und inklusive Kulturarbeit prägen die Arbeit freier Kunstinstitutionen und somit deren Förderung durch Kommunen. Ziel muss es sein, Zugangsbarrieren, die durch kulturelle Diversität entstehen können, durch eine möglichst einfache und transparente Ansprache an die Bür- gerinnen und Bürger abzubauen. Das Kulturamt sieht deshalb seine Aufgabe darin, freie Kulturinstitu- tionen und Künstlerinnen und Künstler in ihrer Ansprache an ein diverses Publikum zu beraten und zu begleiten. Strategische Schwerpunkte/Antworten auf diese Herausforderungen Das Kulturdezernat hat in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt zu den Haushaltsplanungen 2018ff das Leitprojekt „Freie Szene als Akteur der Stadtgesellschaft weiter stärken“ (Nr. 44) eingebracht. Der strategische Ansatz verfolgt eine kontinuierliche Erhöhung der Förderungen. Im Vordergrund steht die Erhöhung der Transferaufwendungen zur Förderung der freien Szene. In der mittelfristigen Finanzplanung werden daher folgende Mittel inklusive der Erhöhungen durch die politischen Änderungsanträge in der TPZ 15 - Transferaufwendungen veranschlagt: 7 Plan 2018 2019 2020 2021 15 – Transferaufwendungen für Freie Szene 7.500.307 7.893.907 8.257.107 8.646.607 Steigerung 334.000 523.600 313.200 389.500 Absolute Steigerung von 2018 zu 2021 1.560.300 20,8% Das Leitprojekt soll in seiner Grundidee die Fördermittel der freien Szene an das Budget der instituti- onalisierten Kulturlandschaft in eine stabile Relation bringen. Insoweit muss diese Relation immer wieder geprüft werden, um das Leitprojekt auch über die mittelfristige Finanzplanung hinaus, fort- schreiben zu können. Die Wirkung des Leitprojektes zeigt sich in einem ersten Schritt in Maßnahmen, die für die Stärkung und Sicherung der Qualität, der Vielfalt und Struktur der freien Szene in Köln geeignet sind. Daher sind die zusätzlichen Mittel im Haushalt 2018 insbesondere für die gezielte Erhöhung der Institutionel- len Förderung vorgesehen. Die Verteilung der verbleibenden disponiblen Mittel wird zurzeit mit Blick auf die im Kulturamt mit der Szene erarbeiteten und beschlossenen Förderkonzepte entwickelt, so dass die Verteilung der Steige- rung in Höhe von 334.000 Euro für das Jahr 2018 in einer gesonderten Beschlussvorlage in der Sit- zung im Januar 2018 eingebracht wird. Mit dem Leitprojekt soll ab 2019 auch die Weiterentwicklung bzw. Wiederaufnahme von Maßnahmen aus der Kulturentwicklungsplanung wie z.B. ein Kinderkulturhaus, eine Infrastruktur für den Tanzbe- reich oder anderes wieder in den Blick genommen werden. Neben der Förderung der freien Szene durch Zuwendungen müssen die städtischen Immobilien, die insbesondere als subventionierte Atelierräume vermietet werden, in einem sicheren Zustand erhalten bleiben. Dazu wurde in der TPZ 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen die Mittel zur Unterhaltung der Gebäude ebenfalls erhöht. Plan 2018 2019 2020 2021 13 – Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen; 178.089 219.089 247.289 275.189 Sachkonto Unterhaltung der Gebäude Steigerung 98.000 41.000 28.200 27.900 Absolute Steigerung von 2018 zu 2021 195.100 109,6% Bei der Anmeldung der Leitprojekte wurden konsequenterweise auch die notwendigen personellen Ressourcen angemeldet. Für das Kulturamt wurden daher folgende Ressourcen angemeldet: a) Entfristung der Stelle für die Prüfung der Verwendungsnachweise b) Zusätzliche Referentenstelle für spartenübergreifende, interkulturelle Bereiche c) Zusätzliche Verwaltungsstelle a) und b) wurden im Personalstellenplan genehmigt. Eine weitere Verwaltungsstelle muss je nach Bedarf evtl. unterjährig zugesetzt werden.
Beratungsverlauf
-
05.12.2017
TOP 8.5, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
Zur Rückmeldung speichern wir nur Ihre Antwort, die Seite und den Tag. Eine IP-Adresse speichern wir dazu nicht, und wir setzen kein Cookie. Mehr zum Datenschutz