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1805/2017

Beantwortung von Nachfragen des SE Dr. Dr. Mück zur Dokumentation der Winterhilfeaktivitäten 2016/2017 für wohnungslose Bürgerinnen und Bürger durch das Amt für Soziales und Senioren (1085/2017)

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 29.06.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 07.09.2017, TOP 12.4

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

6147 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/502/7 
 
Vorlagen-Nummer  29.06.2017 
 1805/2017 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 04.07.2017 
Ausschuss Soziales und Senioren 07.09.2017 
 
Beantwortung von Nachfragen des SE Dr. Dr. Mück zur Dokumentation der 
Winterhilfeaktivitäten 2016/2017 für wohnungslose Bürgerinnen und Bürger durch das Amt für 
Soziales und Senioren (1085/2017) 
Die Dokumentation der Winterhilfeaktivitäten 2016/2017 wurde in der Sitzung des Gesundheitsaus-
schusses am 09.05.2017 als Mitteilung vorgelegt. Zu dieser Mitteilung wurden durch den Sachkundi-
gen Einwohner, Herrn Dr. Dr. Mück, ergänzende Fragen gestellt. 
Die Sozialverwaltung möchte hierzu die gestellten Fragen nachfolgend beantworten. 
 
1. Im Zeitraum 05.12.2016 bis 15.03.2017 nahmen 568 verschiedene Personen das Winterhilfe-
übernachtungsangebot an. Waren die Zahlen in den Vorjahren ähnlich hoch? Oder sind 
diese vergleichbar hochgeschnellt wie die Zahl der Meldungen, die sich rund verdreifacht 
hat? (von 91 Meldungen in 2014/2015 auf 303 Anrufe in 2016/2017)? Gibt es vielleicht einen 
Zusammenhang zwischen der Zahl der Meldungen (Anrufe) und den erfolgten Übernach-
tungen?  
Das Winterhilfeangebot besteht aus drei sich ergänzenden Bausteinen:  
1. Zusätzliche Notübernachtungsangebote 
2. Eine 24-stündige Hotline für Meldungen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, die Schlaf-
plätze von Wohnungslosen im öffentlichen Raum gesichtet haben 
3. Durchführung von Kältegängen. 
 
Die Zahl der Personen, die das Übernachtungsangebot in der Thieboldsgasse angenommen hat, 
lag mit 568 leicht unter den Zahlen der Vorjahre (2015/2016= 608 Personen, 2014/2015= 689 Per-
sonen).  
Der deutliche Anstieg der Anrufe von Bürgerinnen und Bürger bei der Hotline steht im Zusammen-
hang mit den Witterungsverhältnissen des jeweiligen Winters. Der Winter 2016/2017 war der käl-
teste Winter seit vier Jahren mit wochenlangem Dauerfrost. Die Winter 2014/2015 und 2015/2016 
waren beide sehr mild mit geringen Frostperioden. 
 
 
2. Ist bekannt, wie viel Prozent der Meldungen (303) letztlich zum Erfolg (also einer Übernach-
tung) führten? War also die „Trefferquote“ hoch oder gab es viele Fehlmeldungen?  
Bei den Kältegängen werden in den Abendstunden die bereits bekannten und/ oder die über die 
Hotline gemeldeten Schlafplätze wohnungsloser Menschen aufgesucht. Die Kältegängerinnen und 
Kältegänger informieren wohnungslose Menschen über bestehende Übernachtungsmöglichkeiten 
und andere notwendige Hilfeangebote.  
Bei den über die Hotline gemeldeten wohnungslosen Personen kann es bei den zeitversetzten Käl-
tegängen vorkommen, dass der gemeldete Schlafplatz aufgegeben oder die Person nicht mehr 
angetroffen wurde. 
Es bestehen keine Angaben darüber, wie viele Menschen über die Meldungen oder über die Käl-

2 
 
tegänge im Anschluss eine Notübernachtung in Anspruch genommen haben, da hier keine Perso-
nalien erhoben oder abgeglichen werden können. 
 
 
3. Wie war die Alters- und Geschlechterverteilung der Übernachtenden? Gab es darunter viele 
ältere Personen? Veränderte sich die Geschlechterverteilung mit dem Alter? 
Es wurden insgesamt 568 Personen (78 Frauen / 490 Männer) in der Thieboldsgasse aufgenom-
men. Die Altersstruktur zeigt sich wie folgt:  
 
Alter Anzahl Frauen Anzahl Männer 
     < 26 Jahre 10   43 
26 – 45 Jahre 41 273 
46 – 59 Jahre 19 145 
      >59 Jahre   8   29 
Gesamt 78  490 
 
Eine valide Aussage über eine Veränderung zur altersmäßigen Geschlechterverteilung liegt nicht 
vor. 
 
 
4. Erhielten die Übernachtenden Angebote der Nachbetreuung? Wenn ja: Welche? 
 
Bei der zusätzlichen ordnungsbehördlichen Unterbringung im Winter handelt sich um ein nied-
rigschwelliges Angebot im Rahmen des Ordnungsbehördengesetzes, das ausschließlich der Über-
nachtung zum Schutz vor der Winterkälte für Männer und Frauen dient. Bei den Übernachtenden 
handelt es sich um Menschen, die nicht in der Lage sind, das umfangreiche Kölner Wohnungslosen-
hilfesystem in Anspruch zu nehmen, keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben oder ohne Ein-
kommen sind oder sich dem ordnungsbehördlichen Unterbringungssystem verweigern. 
 
Eine Beratung kann und wird daher lediglich auf Wunsch durch die qualifizierten Mitarbeiterinnen 
bzw. Mitarbeiter des SKM in Form einer beratenden Vermittlung geleistet. 
 
Beispielhaft können hier die Vermittlung an die Kontakt- und Beratungsstellen oder das Regelsystem. 
Bei der zusätzlichen ordnungsbehördlichen Unterbringung im Winter handelt sich um ein nied-
rigschwelliges Angebot im Rahmen des Ordnungsbehördengesetzes, das ausschließlich der Über-
nachtung zum Schutz vor der Winterkälte für Männer und Frauen dient. 
 
5. Was weiß man über die Zahl der „Wiederholungsübernachter“? Übernachtete die Mehrheit 
nur einmal im Beobachtungszeitraum? Gab es viele Personen, die immer wieder übernach-
teten? Gibt es hierfür differenzierte Angaben?  
 
Die Mehrzahl der Übernachter hat das Übernachtungsangebot mehrfach in Anspruch genommen. 
 
1          Nacht 134 Personen 
2-3       Nächte 105 Personen 
4-10     Nächte 138 Personen 
11–30   Nächte 105 Personen 
31–90   Nächte   84 Personen 
über 90 Nächte     2 Personen 
 
Erläuterungen zur Tabelle: 
 
Die Tabelle listet die Anzahl der Personen mit den jeweiligen Übernachtungen in der Thieboldsgasse 
während der Winterhilfe auf.  
 
Mit Beginn des Angebotes übernachteten bereits durchschnittlich 43 Personen pro Nacht in der 
Thieboldsgasse. Bis Weihnachten steigerte sich die Personenzahl auf 64 Personen und im Januar bis

3 
 
zum Ende des Angebotes auf durchgängig 90-100 Besucher und Besucherinnen pro Nacht. Da diese 
Winterhilfe auf 70 max. 100 Personen ausgelegt war, musste bei der steigenden Nachfrage eine Al-
ternative angeboten werden. Im Zusammenspiel mit der Fachstelle Wohnen, dem SKM Köln und an-
deren freien Trägern wurde daher zusätzlich in andere ordnungsbehördliche Notschlafstellen vermit-
telt. Diese Vermittlungen waren regelmäßig erfolgreich und wurden von den vermittelten Personen 
angenommen. 
 
 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (2)

04.07.2017 Gesundheitsausschuss
TOP 2.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
07.09.2017 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1805/2017
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
29.06.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27