AN/0967/2024
Zunehmende Bedrohungen und Angriffe gegenüber Amtsträger*innen, Ehrenamtlichen sowie Einsatz- und Rettungskräften gemeinsam bekämpfen – Prävention an Schulen, in der Jugendhilfe, im Sport und in der Kinderbetreuung stärken
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Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln Volt-Fraktion im Rat der Stadt Köln Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: AN/0967/2024 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 27.06.2024 Zunehmende Bedrohungen und Angriffe gegenüber Amtsträger*innen, Ehrenamtlichen sowie Ein-satz- und Rettungskräften gemeinsam bekämpfen – Prävention an Schulen, in der Jugendhilfe, im Sport und in der Kinderbetreuung stärken Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragstellenden bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Rates am 27.06.2024 aufzunehmen: Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, 1. sich auf allen politischen Ebenen dafür einzusetzen, dass Übergriffe (auch verbale) bzw. Straftaten gegen Wahlhelfer*innen, Verwaltungsmitarbeitende, Einsatzkräfte, Politiker*innen und Amtsträger*innen künftig entsprechend ihrer Schwere auf den zuständigen Ebenen (disziplinarisch, ordnungsrechtlich, strafrechtlich) konsequent geahndet werden. Für die entsprechenden Pro- zessschritte soll den Betroffenen Beistand gewährt werden. Dabei ist zu prü- fen, wie Mandatsträger*innen auf Rats- und Bezirksebene Rechtsbeistand, z. B. seitens des Rechtsamtes, gewährt werden kann. 2. eine Fachtagung zu organisieren, in deren Rahmen die kommunalen Hand- lungsspielräume für Respekt und Toleranz in der Stadtgesellschaft aufgezeigt werden und die Vertreter*innen der hauptbetroffenen Zielgruppen zu diesem Themenkomplex informiert, beraten und sensibilisiert werden sowie die Mög- lichkeit der Vernetzung nutzen können. - 2 - 3. Ihre Unterstützung für die bestehenden Strukturen im Jugend-, Sozial- und Sportbereich zu verstärken und dabei zu helfen, Programme aufzulegen, die lebensweltlich orientiert Demokratiebildung, Stärkung der sozialen Kompeten- zen und Gewaltprävention miteinander verbinden. 4. Angebote von Präventionsprogrammen zur Förderung eines respektvollen und friedlichen Miteinanders und zur Gewaltprävention in Schulen zu verstärken und in Zusammenarbeit mit der Polizei weiterzuentwickeln. Begründung: In den letzten Jahren ist eine alarmierende Zunahme von Respektlosigkeit und Angriffen auf Demokrat*innen, Amtsträger*innen, Ehrenamtlichen sowie Einsatz- und Rettungskräften zu beobachten. Jede Form der Gewalt und Bedrohung gegen diese Gruppen untergräbt die Grundwerte unserer Demokratie. Besonders besorgniserregend ist die jüngste Eskalation von Übergriffen während Wahlkämpfen, die nicht nur die betroffenen Personen, sondern das gesamte demokratische System angreifen. Konsequente Ahndung solcher Straftaten ist not- wendig, um ein klares Zeichen zu setzen, dass diese Formen der Gewalt und Bedrohung in unserer Gesellschaft nicht toleriert werden. Auch Mandatsträger*innen, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren, sehen sich zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. Um ihre Arbeit effektiv und ohne Angst vor Re- pressalien durchführen zu können, benötigen sie umfassenden rechtlichen Beistand. In die- sem Zusammenhang stellt die Gewährleistung von Rechtsbeistand durch das Rechtsamt der Stadt sicher, dass Mandatsträger*innen in Konfliktsituationen gut beraten werden. Um das Bewusstsein für Respekt und Toleranz in der Stadtgesellschaft zu stärken, bietet eine Fachtagung eine wertvolle Möglichkeit. Hier ist es wichtig, Vertreter*innen der betroffe- nen Gruppen zu informieren und ihnen eine Plattform zur Vernetzung zu bieten. Durch den Austausch von Erfahrungen und Best Practices können effektive Strategien zur Förderung eines respektvollen Miteinanders entwickelt werden. Des Weiteren ist die Förderung von De- mokratiebildung und sozialen Kompetenzen in allen Lebensbereichen essenziell, um lang- fristig ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten. Durch die Unterstützung und Erweite- rung von Präventionsprogrammen im Jugend-, Sozial- und Sportbereich kann eine nachhal- tige Wirkung erzielt werden. Besonders der Ansatz der "Peer-Education" sollte hierbei be- rücksichtigt werden, da Gleichaltrige wichtige Vorbilder in Bildungs- und Sozialisationspro- zessen sind. Ein zentraler Ort für die Vermittlung von Werten und sozialen Kompetenzen ist die Schule. Daher sind Präventionsprogramme, die auf Respekt und friedliches Miteinander abzielen, von großer Bedeutung. Eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei kann dabei helfen, diese Programme zu optimieren und Schüler*innen für die Folgen von Gewalt und Respektlosigkeit zu sensibilisieren. Sport schließlich hat eine einzigartige Fähigkeit, Menschen zu verbinden und Werte wie Fairness, Respekt und Teamgeist zu fördern. Prominente Sportler*innen kön- nen als Vorbilder eine starke Wirkung entfalten und junge Menschen inspirieren. Hier sei auf den Antrag Kölner Sportvorbilder (AN/0774/2023 und 3447/2023) verwiesen. Insgesamt zeigt sich, dass ein umfassendes und nachhaltiges Vorgehen notwendig ist, um die Herausforderungen der Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber den beschriebenen Gruppen zu bewältigen. Nur durch gemeinschaftliche Anstrengungen und gezielte Maßnah- men können wir die Grundwerte unserer Demokratie schützen und ein respektvolles Mitei- nander fördern. - 3 - Mit freundlichen Grüßen gez. Lino Hammer GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführe gez. Niklas Kienitz CDU-Fraktionsgeschäftsführer gez. Christian Joisten SPD-Fraktionsvorsitzender gez. Ulrich Breite FDP-Fraktionsgeschäftsführer Gez. Lucas Sickmöller Volt-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0967/2024
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
- Datum
- 17.06.2024
- Erstellt
- 17.06.2024 11:12