0353/2023
Benennung der Planstraßen im Baugebiet Fuchskaule in Köln-Porz-Elsdorf
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Gutachten Caro
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4520 29.04.2016 235/1 Benennung einer Straße nach Klara Caro - Ihre Mail vom 28.04.2016 Sehr geehrte Klara Caro (geb. 06.01.1886 in Berlin, gest. 28.09.1979 in New York), lebte seit der Heirat mit Dr. Isidor Caro (seit 1908 Rabbiner an der Synagogen-Gemeinde Köln) in Köln und wur de hier zu einer der führenden Aktivistinnen der jüdischen Gemeinde im Bereich ·der sozialen Arbeit und der Frauenrechte. Auch innerhalb der Stadtgesellschaft sowie überregional enga gierte sie sich in diesen Bereichen und setzte diese Arbeit nach 1933 unter sehr schwierigen Bedingungen fort. Gemeinsam mit ihrem Mann entschied sie sich gegen eine Emigration, um den Gemeinde mitgliedern beizustehen. Das Ehepaar wurde am 15. Juni 1942 von Köln aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo der Mann am 28. August 1943 starb. Klara Caro überlebte, indem sie im Februar 1945 aus dem Lager freigekauft werden konnte. Sie hat schon unmittelbar nach der Befreiung Berichte über die Zeit im Ghetto verfasst, die aufgrund ihrer Detailliertheit und Plastizität besonders wertvolle Quellen sind. In der Anlage schicke ich Ihnen Kopien aus dem Stadtführer 11Das jüdische Köln" von meiner Kollegin Dr. Barbara Becker-Jakli mit, in dem weitere biographische Informationen enthalten sind. Was die Schrei bweise des Namens angeht, so sollte die gebräuchliche, wenn auch von der Geburtsurkunde abweichende Schreibweise von Klara mit „K" beibehalten werden. Sie selbst hat ihren Namen stets in dieser Form geschrieben, auch Berichte über sie verwenden diese Schreibweise. Eine Verwendung der amtlichen Schreibweise des Vornamens mit „C" würde nur zu Verwirrung führen. . Mit freundlichen Grüßen
Gutachten Demmer
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44 13.01.2022 4414 44_71_01_Straßenbenen- nung_Heinz_Josef_Dem- mer.docx 235-1 Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster Zentrales Namensarchiv - Straßenneu- und umbenennung Betr. Straßenbenennung nach Heinz Josef Demmer In den verzeichneten Beständen des Historischen Archivs liegen keine Informationen über den in Porz aktiven Heinz Josef Demmer vor. Heinz Josef Demmer wurde am 13. August 1936 in Wahn geboren. Am 28. März 1963 heira- tete er Maria Elisabeth Demmer, geboren am 28. März 1940 (Standesamt Porz, Reg.-Nr. 163/63). Aus der Ehe gingen - soweit.bekannt - zwei Söhne hervor. Heinz Josef Demmer starb am 15. Mai 2020 in Köln. Heinz Josef Demmer war von 1975 bis 1999 hauptamtlicher Geschäftsführer des Altenzentrums Porz-Urbach, Tiergartenstraße 47. Schon zuvor hatte er an der Planung des Hauses als Mitglied des Bauausschusses der Kirchengemeinde St. Bartholomäus mitgewirkt. Nach seiner Pensionierung wurde er Vorsitzender des Fördervereins des Altenzentrums. Heinz Josef Demmer war in vielen Vereinen in Porz aktiv: «1958 bis 2003 Präsident der Karnevalsgesellschaft „Fidele Elsdorfer", später Ehren- präsident. 1972 war er Prinz des Porzer Dreigestirns. e 1979 bis 1989 leitete er die Proklamationen der "Porzer Dreigestirne" des Festaus- schuss Porzer Karneval (FAS) ' « Förderndes Mitglied des Männer-Gesang-Vereins Urbach 1891 e.V. e Ehrenamtlicher Mitarbeiter der Katholischen Kirchengemeinde Christ König, Köln- Porz Am 19. Februar 2011 ehrte ihn der Bund Deutscher Karneval, Regional-Verband Rhein-Sieg für seine Verdienste um den Karneval u.a. als Integrationsperson für die Belgischen Streit- kräfte in den Porzer Karneval. Auf Grundlage der veröffentlichten Quellen bestehen seitens des Historischen Archivs keine Bedenken, eine Straße oder einen Platz nach Heinz Josef Demmer zu benennen.
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Dezernat, Dienststelle VIII/23/235/1 Vorlagen-Nummer 0353/2023 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Benennung der Planstraßen im Baugebiet Fuchskaule in Köln-Porz-Elsdorf Beschlussorgan Bezirksvertretung 7 (Porz) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung Porz beschließt, die Verlängerung der Friedrich-Hirsch-Straße, die als Erschließungsstraße in südwestliche Richtung weiterführt und nach etwa 236 Metern als Sackgasse endet (im Plan mit 1 gekenn- zeichnet), in die Friedrich-Hirsch-Straße einzubeziehen, die Planstraße 2, die nach etwa 330 Metern von der Friedrich-Hirsch-Straße in südöstliche Richtung abgeht, nach etwa 80 Metern in nordöstliche Richtung abknickt und in einer Wende- anlage endet, in Bienenstockweg zu benennen, die Planstraße 3, die nach etwa 165 Metern von der Friedrich-Hirsch-Straße in südwestliche Richtung abgeht, nach etwa 145 Metern in nordwestliche Richtung abknickt, nach etwa 35 Metern abermals in nördliche Richtung abknickt um dann nach etwa 117 Metern in die Fried- rich-Hirsch-Straße zu münden, in Heinz-Josef-Demmer-Straße zu benennen, die Planstraße 4, die von der Planstraße 3 in südöstliche Richtung abgeht und nach etwa 61 Metern in einer Wendeanlage endet, in Jenny-Stucke-Straße zu benennen, die Planstraße 5, die von der Planstraße 3 in südwestliche Richtung abgeht und nach etwa 80 Metern in einer Wendeanlage endet, in Spitzmausweg zu benennen, Bezirksvertretung 7 (Porz) 16.03.2023 2 die Planstraße 6, die von der Planstraße 3 in südwestliche Richtung abgeht, sich nach etwa 41 Metern teilt, um dann zum einen in südwestliche Richtung nach etwa 53 Metern in einer Wendeanlage zu enden und zum anderen nach etwa 36 Metern an einem Fußweg zu enden, in Klara-Caro-Straße zu benennen. 3 Begründung: Das Plangebiet grenzt im Norden an die Friedrich-Hirsch-Straße, im Westen an einen land- wirtschaftlichen Wirtschaftsweg, im Osten an die rückwärtigen Gärten der Bebauung an der Gilsonstraße und im Süden an die Straße Fuchskaule. Ziel der Planung ist es, eine Mischung an unterschiedlichen Bauformen im Plangebiet realisie- ren zu können. Das Plangebiet wird als „Allgemeines Wohngebiet“ festgesetzt mit insgesamt 222 Wohneinheiten. Es sind Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser, Einzelhäuser und eine Kin- dertagesstätte geplant. Die äußere Erschließung des Plangebiets erfolgt aus verkehrsplanerischen Gründen nur über die Verlängerung der Friedrich-Hirsch-Straße im Nordosten des Plangebietes. Die südlich liegende Straße Fuchskaule weist keine ausreichende Ausbaubreite aus. Der überörtliche Radweg „Veloroute R 06“, der derzeit als ca. vier Meter breiter Weg über die Friedrich-Hirsch- Straße hinaus Richtung Westen geführt ist, wird dabei berücksichtigt und in seiner Funktion sichergestellt. Die geplante Ringerschließung wird mit einer Gesamtbreite von 10,5 m ausgebaut. Von dieser zentralen Erschließungsstraße gehen mehrere Erschließungsäste als Mischverkehrsflächen ab, die im Bereich der Wendeanlagen kleine Dorfplätze schaffen. Eine Erschließung über die Fuchskaule ist nur für den Fuß- und Radverkehr vorgesehen. Die Planstraße 1 soll aufgrund der örtlichen Begebenheiten in die Friedrich-Hirsch-Straße einbezogen werden. Diese verläuft abgehend von der Frankfurter Straße in westliche Rich- tung und endet derzeit nach etwa 100 Metern an dem geteerten Feldweg „Veloroute R 06“. Auf diesem Teilstück sind auch bereits Häuser zur Friedrich-Hirsch-Straße hin nummeriert. Aufgrund der bereits vergebenen Straßennamen Fuchskaule und Hasenkaul schlägt das zent- rale Namensarchiv auch thematisch dazu passende Benennungen vor. Zu den Benennungsvorschlägen: Spitzmausweg Die Spitzmäuse sind eine artenreiche Säugetierfamilie. Trotz der äußeren Ähnlichkeiten mit den Mäusen gehören sie nicht zu den Nagetieren, sondern zur Ordnung der Insektenfresser. Weltweit werden mehr als 350 Arten unterschieden, von denen rund 10 auch in Mitteleuropa leben. Bienenstockweg Als Bienenstock wird eine von einem Imker zur Verfügung gestellte künstliche Nisthöhle (Be- hausung) mitsamt dem darin befindlichen Volk von Honigbienen bezeichnet. Heinz Josef Demmer Heinz Josef Demmer wurde am 13.08.1936 in Wahn geboren und ist am 15.05.2020 in Köln verstorben. Er war von 1975 bis 1999 hauptamtlicher Geschäftsführer des Altenzentrums Porz-Urbach. Nach seiner Pensionierung wurde er Vorsitzender des Fördervereins des Alten- zentrums. Er war in vielen weiteren Vereinen in Porz aktiv. Da er Motor und Ideengeber des Elsdorfer Dorflebens war, wurde Heinz Josef Demmer für eine Straßenbenennung von den Porzer Politker*innen vorgeschlagen. Jenny Stucke Jenny Stucke, geborene Gusyk wurde am 29. Mai 1897 in Vilkaviškis, Litauen geboren und am 2. Januar 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Sie war eine jüdische und politisch links eingestellte Frau mit türkischer Staatsangehörigkeit, die als erste Studentin und Ausländerin 1919 an der Universität zu Köln immatrikuliert wurde. Dort studierte sie sieben Semester und schloss dann 1921 ihr Studium der Betriebswirt- schaftslehre mit Wirtschaftsgeschichte als Nebenfach als Diplom-Kauffrau mit Auszeichnung ab. Sie war die einzige Frau unter 51 Absolventen. Daneben war sie politisch aktiv. Es ist be- kannt, dass sie Mitglied des Allgemeinen Studierendenausschusses war und ihre Diplomarbeit 4 über den französischen Sozialisten Jean Jaurès verfasste. Nach Abschluss ihres Studiums zog Jenny Gusyk nach Berlin, wo sie den Journalisten Karl Stucke heiratete und Mutter eines Sohnes wurde. Die Universität zu Köln schreibt seit 2009 einen mit jährlich 5000 Euro dotierten Gleichstel- lungspreis für Projekte innerhalb der Hochschule zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern aus, der mit der Zustimmung ihres im US-Bundesstaat New York leben- den Sohnes den Namen „Jenny-Gusyk-Preis“ erhielt. Klara Caro Klara Caro wurde am 6. Januar 1886 als Klara Beerman in Berlin geboren und ist am 27. September 1979 in New York City verstorben. Sie lebte seit ihrer Heirat mit Dr. Isidor Caro in Köln und wurde hier zu einer der führenden Aktivistinnen der jüdischen Gemeinde im Bereich der sozialen Arbeit und der Frauenrechte. Auch innerhalb der Stadtgesellschaft sowie überregional engagierte sie sich in diesen Berei- chen und setzte diese Arbeit nach 1933 unter sehr schwierigen Bedingungen fort. Sie ent- schied sich gemeinsam mit ihrem Mann gegen eine Emigration, um den Gemeindemitgliedern beizustehen. 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Im Februar 1945 konnte sie aus dem Lager freigekauft werden und überlebte. Unmittelbar nach ihrer Befreiung ver- fasste sie Berichte über die Zeit im Ghetto, die aufgrund ihrer Detailliertheit besonders wert- volle Quellen sind. Mit der Benennung nach Frauen wird ein Beschluss des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden aus 2016, in dem die Bezirksvertretungen gebeten werden, vermehrt Straßen nach Frauen, „die sich vor allem durch ihrer Frauensolidarität und / oder den Bruch mit der herkömmlichen Geschlechterrolle auszeichnen“, zu benennen (Sessionnummer 0189/2016), Folge geleistet. Anlagen: - Plan - Gutachten zu Heinz-Josef Demmer und Klara Karo Hinweis: zu Jenny Stucke gibt es kein Gutachten, weil sie in den angeschriebenen Ar- chiven nicht geführt wird.
Benennungsplan
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NAnlage Bienenstockweg Heinz-Josef-Demmer-Straße Jenny-Stucke-Straße Spitzmausweg Klara-Caro-Straße Friedrich-Hirsch-Straße 2 3 5 6
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (10)
- Friedrich-Hirsch-Straße 2
- Heinz-Josef-Demmer-Straße
- Gilsonstraße
- Frankfurter Straße
- Tiergartenstraße 47
- Bienenstockweg
- Fuchskaule
- Elsdorf
- Hasenkaul
- Straße 2 3
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Details
- Aktenzeichen
- 0353/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 23.02.2023
- Erstellt
- 24.01.2023 10:46