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0666/2017

Errichtung eines autonomen Gewitter- und Unwetter Warnsystem am Aachener Berg

Mitteilung BV 06.03.2017

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 1 (Innenstadt), Sitzung am 16.03.2017, TOP 11.9

Mitteilung BV

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Anlage - Coptr_Antrag Befreiuung

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Mitteilung BV

1690 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VI/67/671 
 
Vorlagen-Nummer 
 0666/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 16.03.2017 
 
Errichtung eines autonomen Gewitter- und Unwetter Warnsystem am Aachener Berg 
Bedingt durch den Klimawandel wird es vermehrt zu Unwetterereignissen kommen. Die Zunahme von 
Gewittern verbunden mit Blitzen kann vor allem in den Sommermonaten zu einer Gefährdung von 
Personen führen, die sich im Freiland aufhalten. Vor diesem Hintergrund hat das Start-up-
Unternehmen Coptr das Gewitter-Warnsystem „Tube“ entwickelt. Konkret handelt es sich hierbei um 
eine in den Boden verankerte Stele, die auf ein heranziehendes Unwetter mit einem Farb- und Akus-
tiksignal reagiert. Ausgelöst wird es mit Hilfe eines kleinen Moduls, das mit Live-Daten des Blitzinfor-
mationsdienstes der Siemens AG gespeist wird. Das System, welches vor allem auf regionale und 
kleinräumige Daten zurückgreift, ist in Bad-Neuenahr auf einem Golfplatz im Feldversuch. 
 
Das Unternehmen Coptr hat mit dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen und der Unteren 
Naturschutzbehörde beim Amt für Umwelt- und Verbraucherschutzsamt Kontakt aufgenommen mit 
dem Ziel, an einem hochfrequentierten öffentlichen Ort zeitlich befristet eine Pilotanlage zu testen. 
Beide Ämter haben dem Vorhaben zugestimmt und schlagen als Standort den Aachener Berg vor. 
Hier halten sich in den Sommermonaten eine Vielzahl von Menschen auf, die über ein solches Sys-
tem rechtzeitig vor Gewittergefahren geschützt würden. 
 
Die Zielsetzung des bis 2020 begrenzten Pilotprojektes ist beigefügter Ausführung zu entnehmen. 
 
Anlage 
Coptr Antrag Befreiung

Anlage - Coptr_Antrag Befreiuung

7504 Zeichen

Coptr  
Warn- und Schutzsysteme GmbH
Brüsseler Str. 83
50672 Köln
 
Fon: 0221 569 85 18
Fax: 0221 52 03 44
Mobil: +49163 840 29 58
Vertretungsberechtigter Geschäftsführer:  
Dipl.-Betriebsw. Philipp Kominek
Steuernummer: 215/5808/4223
USt-IdNr.: DE307330609
Sitz der Gesellschaft ist Köln 
Amtsgericht Köln HRB 88335
Kontoverbindung:
Commerzbank
IBAN: DE 49 3704 0044 0504 3435 00
BIC: COBADEFFXXX  
www.coptr.de
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantragen wir für die Aufstellung und den Betrieb eines autonomen Gewitter- und Un-
wetter Warnsystems auf dem Hügel zwischen Aachener Weiher und der Bachemer Straße eine 
Befreiung vom Landschaftsschutz.
Der bevorzugte Standort zur Aufstellung des Warnsystems liegt in der Mitte des Hügels zwi-
schen dem Aachener Weiher und der Bachemer Straße. Der Hügel besteht zum größten Teil aus 
gemähter Wiese und hat im Randbereich zur Bahnlinie im Osten und zur Universitätsstraße im 
Westen ortsüblichen Laubbaum-Bestand. Zum Aachener Weiher und zur Bachemer Straße hin 
fällt die Wiese ohne Baumbestand ab. Die Wiese wird von mehreren sandigen Pfaden durchzo-
gen. Am Rand des Baumbestandes finden sich soziale Einrichtungen wie Metallbänke, Spiel-
platzgeräte und in direkter Umgebung zum zukünftigen Standort sechs Slackline Poles zwischen 
zwei Laubbäumen. Vor den Slackline Poles stehen zu einem Weg zwei Bänke.
Der Hügel wird vor allem im Sommer mehrheitlich von den Studenten der nahen Kölner Univer-
sität ganztägig bis in die Nacht als Ausflug- und Amüsierziel genutzt. Im gesamten Areal findet 
sich daher eine größere Anzahl an Mülltonnen. Der Hügel fällt zum Aachner Weiher hin auf den 
verbliebenen Teil der Dürener Straße ab. Dieser dient auch heute noch geschmälert als Fahrrad-
weg. Der geteerte Weg wird vom Weiher aus mit Straßenlaternen beleuchtet. Richtung Innen-
stadt befindet sich neben dem Weiher ein Biergarten mit großer Außengastronomie. Der zukünf-
tige Standort ist derart gewählt, dass Warnungen des Warnsystems vom Biergarten bis fast zur 
Universitätsstraße und von der Bachemer Straße aus gut wahrgenommen werden können.
 
Das Ziel der zeitlich zunächst bis September 2020 beabsichtigten Aufstellung des Gewitter- und 
Unwetter-Warnsystem (GUW) ist es, die Akzeptanz und den Umgang mit dem GUW durch die 
Bevölkerung zu testen. Bisher existieren keine GUWs im öffentlichen Raum und die Wahrneh-
mung von GUWs im nicht öffentlichen Raum (Flugplätze, großflächige Außenproduktionsflächen) 
ist auf Personen beschränkt, die hiermit Umgang haben. Bisher fehlt es mithin an einer breiten 
bzw. überhaupt relevanten konditionierten Wahrnehmung der Warnungen durch GUWs. Der 
vorliegende GUW ist derart gestaltet, dass er sich von bestehenden Warnsystemen (Fluchtweg-
1. 
2.

zeichen, Gefahrenmeldern Brandmelder) optisch und auch in der Kommunikation unterscheidet 
und mithin auf eine eigene Gefahr hinweist. Unter Berücksichtigung, dass der GUW vor allem für 
intensiv frequentierte öffentliche Flächen (keine geschlossenen Nutzergruppen) entwickelt wur-
de, bietet sich die angedachte Positionierung an einer Stelle, die von einer Vielzahl von Personen 
vor allem in den gewittergeprägten Sommermonaten für einen längeren Aufenthalt aufgesucht 
werden, ideal zum Testen an, ob die Warnfunktion von der anwesenden Bevölkerung wahrge-
nommen und verinnerlicht wird. Aufgrund der wechselnden Personen und der wetterbedingten 
geringen Prognosemöglichkeit sollte die Testphase einen Zeitraum von wenigstens 3 Jahren 
haben und mit dem Ende der Sommermonate (gewitteranfälligste Zeit) enden.     
 
Das Gewitter- und Unwetter-Warnsystem (GUW) besteht aus einer ca. 6 Meter hohen, 95 mm 
Durchmesser fassenden Stahlstehle. Die Stehle ist anthrazitfarben kann aber auch in anderen 
Farben gestellt werden. Im oberen Viertel der Stehle ist ein achteckiger Leuchtkörper (Durch-
messer 504 mm) platziert, der ohne Warnfunktion weißtransparent ist. Nur im Warnmodus 
leuchtet er über LED-Leuchtmittel gelb oder rot, je nach Warnstufe oder Gefahrenart. Der Gewit-
teralarm (rot) wir mit einem kurzen (5-10 Sekunden) akustischen Aufmerksamkeitssignal einge-
leitet. Zum Entwarnen erlöschen die LED-Leuchtmittel und die Laufschrift-Anzeige. Die Lauf-
schrift-Anzeige befindet sich im unteren Teil des Leuchtkörpers und liefert weitere Informationen 
zur Gefahr. Auf dem Leuchtkörper ist ein Photovoltaik-Modul (800 mm hoch x 680 mm breit) 
montiert, das das GUW mit Strom versorgt. Das GUW benötigt ausschließlich für seine Standfes-
tigkeit ein Fundament von 1 m x 1 m x 0,9 m. Weder für Strom noch für den Datenverkehr wird 
ein Anschluss oder eine Verkabelung benötigt. Das GUW ist vollkommen autark.
Das GUW soll vor den bestehenden Slackline Poles und den davor stehenden Metallbänken, 
Breitengrad: 50,9330 Längengrad: 6,9277, platziert werden. Das Fundament wird dabei unterhalb 
der Grasnarbe liegen und damit lediglich die 95 mm Durchmesser Stehle aus dem Boden her-
ausragen. Die weiteren 4 Meter bis zum Leuchtkörper schließen auf einer vergleichbaren Höhe 
wie die Slackline Poles ab, die noch etwas höher stehen. Ggf. könnte die Stehle auch entspre-
chend der Slackline Poles mit Holz umfasst werden, um ein einheitliches Bild zu gewährleisten. 
Unter Berücksichtigung des an den Seiten und hinter den Slackline Poles liegendem weit höhe-
ren Baumbestand integriert sich das GUW in den Bestand, ohne aber hierhinter zu verschwin-
den.
 
Als alternativer Standorte kommt die Aufstellung am geteerten Radweg zwischen Universitäts-
straße und Biergarten am Südufer des Aachener Weihers in Betracht. Neben dem Radweg finden 
sich versetzt Straßenlaternen in deren Verlaufslinie ein mit dem Aufbau der Laternen vergleich-
bare Anlage integriert werden könnte. Das Fundament würde wie bei den Straßenlaternen neben 
dem geteerten Radweg ebenerdig gesetzt. Der Nachteil des Standorts ist die fehlende Einseh-
barkeit von der Bachemerstraße und dem sich im Hiroshima Park befindlichen Spielplatz. Hinzu 
kommt, dass der GUW eventuell höher ausfallen muss um am niedrigsten Punkt des gesicherten 
Gebiets wahrgenommen zu werden.

Funktionsweise der punktgenauen Gewitterwarnung: Das GUW empfängt via eines zentralen 
Evaluationsservers CAS (Coptr Alert Server) Live-Koordinatendaten von tatsächlichen Blitzein-
schlägen in der Umgebung mit höchster Genauigkeit. Diese wandelt das GUW in optische Warn-
signale (rotes Blinklicht) und Laufschrift-Anzeige um. Das GUW warnt nach dem ersten Blitz im 
vorher festgelegten Überwachungsgebiet. Die Entwarnung erfolgt ohne Verzögerung nachdem 
die Gewitter-Gefahr nicht mehr besteht.
Funktionsweise amtlicher Warnungen: Das GUW empfängt via CAS amtliche Unwetter- und 
Katastrophen-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des BBK (Bundesamt für 
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe). Diese Daten werden nach ihren Geodaten und 
Warnstufen analysiert und an das betreffende GUW als optisches Alarmsignal (gelbes Blinklicht) 
und Laufschrift-Anzeige weitergeleitet. Basis für die Datenverarbeitung ist das CAP (Common 
Alert Protocol), dem internationalen Standard der Alarmmeldung.
Unter Berücksichtigung des sehr überschaubaren Eingriffs in die gemähte Wiese schlagen 
wir im Rahmen der Bilanzierung des Eingriffs zur Kompensation eine Spende an die Kölner 
Grünstiftung zur Setzung eines Straßenbaums in Höhe von Euro 600,00 vor.
  
Köln. 20. Februar 2016
 
Dipl.-Betriebsw. Philipp Kominek
Vertretungsberechtigter Geschäftsführer
 
3.

Anhang
Standort des GUW an Aachener Weiher

Beratungsverlauf (1)

16.03.2017 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 11.9 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Brüsseler Straße 83
  • Bachemer Straße
  • Universitätsstraße
  • Dürener Straße
  • Auf dem Hügel
  • Straße 8

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
0666/2017
Typ
Mitteilung BV
Datum
06.03.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27