Mandari Insight

V/0756/2021

Eckpunkte, Rahmenbedingungen und Zielvorstellungen 2022 in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Vorlagen 07.10.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung, Sitzung am 26.10.2021, TOP 10

Anlage A

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Ansehen

Anlage_Glossar

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage A

2034 Zeichen

Anlage A zur V/0756/2021
Kurzüberblick
Mit der Vorlage werden die relevanten Eckpunkte und Rahmenbedingung für die arbeitsmarkt-
politische Planung des Jobcenters im Jahr 2022 dargestellt, die Korridore für den
Zielvereinbarungsprozess des Jobcenters der Stadt Münster mit dem Land NRW zu den
Bundeszielen nach § 48b SGB II für 2022 sowie die arbeitsmarktpolitische Grundausrichtung,
die Schwerpunkte und die weiteren Handlungsfelder zum Beschluss vorgelegt.
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Mit der Vorlage werden die gesetzlichen Ziele gem. § 48b Abs. 2 SGB II:
 Verringerung der Hilfebedürftigkeit
 Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit
 Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug
 Verbesserung der sozialen T eilhabe
verfolgt.
Im Rahmen der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 wird ein Beitrag in den
Themenfeldern Arbeit und Wirtschaft, Bildung sowie gesellschaftliche T eilhabeund Gender
geleistet.
Die T eilzieleund die Zielerreichung werden durch die zum Beschluss vorgelegten Zielkorridore
definiert, die die Grundlage für die Zielvereinbarungsgespräche der Verwaltung mit dem Land
NRW bilden.
Finanzierung
Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein x
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein x
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein x
Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig
pflichtig
überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
vollständig
freiwillig
Die Aufgabe beruht auf dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II), z. T .i. V. m. dem Dritten
Buch Sozialgesetzbuch (SGB III).
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Die arbeitsmarktpolitischen Handlungsfelder des Jobcenters umfassen die Bereiche
Förderung des inklusiven Arbeitsmarktes und Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Darüber
hinaus werden die besonderen Bedarfe von Menschen mit Migrationsvorgeschichte durch
zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten des Jobcenters berücksichtigt.

Anlage_Glossar

9040 Zeichen

Anlage 1 zur Basisinformation des Jobcenter Münster 
Glossar zur Grundsicherungs- und Arbeitsmarktstatistik (häufig verwendete Begriffe und Abkürzungen) 
 
Aktivierung Arbeitsmarktpolitische Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung zur beruflichen Eingliederung/ 
Weiterbildung (z. B. Umschulung). 
Aktivierungsquote  
der Langzeitleis-
tungsbeziehenden 
(K3E2) 
Quotient aus der Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden  in einer Maßnahme der aktiven A r-
beitsförderung im Berichtsmon at (Zähler) und der Zahl der La ngzeitleistungsbeziehenden 
gesamt im Berichtsmonat (Nenner). In der Basisinformation des Jobcenters wi rd die Aktivi e-
rungsquote der Langzeitleistungsbeziehenden jeweils als Jahresdurchschnittswert abgebildet. 
Alo = Arbeitslose 
Personen, die nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige 
zumutbare Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stehen 
und sich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben. 
Arbeitslosenquote Quotient aus der Anzahl der registrierten Arbeitslosen zum Stichtag (Zähler) und der Anzahl 
der zivilen Erwerbspersonen zum Stichtag (Nenner). Die Zahl der zivilen Erwerbspersonen 
setzt sich zusammen aus den abhängigen zivilen Erwerbstätigen sowie den Selbstständigen 
und den mithelfenden Familienangehörigen.  
Asu = Arbeitsuchende 
Personen, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen. Der B e-
griff ist weiter gefasst als der des Arbeitslosen und enthält zusätzlich auch die nicht arbeit slo-
sen Arbeitsuchenden. Das sind die Personen, die eine Beschäftigung suchen, auch wenn sie  
beispielsweise bereits eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit ausüben oder sich 
in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme befinden. 
AUS = Vom Leistungsanspruch ausgeschlossene Personen 
Personen, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben, selbst aber keinen Anspruch auf Leistun-
gen nach dem SGB II haben. Hierunter fallen u. a. Leistungsberechtigte nach dem Asylbe-
werberleistungsgesetz und Personen mit einem Anspruch auf Altersrente. 
 
BG = Bedarfsgemeinschaft 
Personen, die in einem Haushalt und in einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft 
miteinander leben und wirtschaften. Hierzu gehören die engsten Familienangehörigen (Ehe-
gatten/ Partner und Kinder unter 25 Jahre), nicht aber Großeltern/ Verschwägerte. Bedarfs-
gemeinschaften lassen sich differenzieren nach Regelleistungs-Bedarfsgemeinschaften und 
sonstige Bedarfsgemeinschaften. 
BM = Berichtsmonat 
Monat, über den sich die jeweilige Berichterstattung erstreckt. Er beginnt am Tag nach dem 
statistischen Stichtag des vorangegangenen Berichtsmonats und endet mit dem nächsten 
statistischen Stichtag (jeweils ca. Mitte eines Monats). 
ELB = Erwerbsfähige Leistungsberechtigte 
Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze noch nicht erreicht haben, 
die erwerbsfähig und hilfebedürftig sind und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der BRD haben. 
gE = gemeinsame Einrichtung 
Gemeinsame Trägerschaft der Bundesagentur für Arbeit und der kreisfreien Städte sowie 
Kreise zur einheitlichen Durchführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Gebiet des 
kommunalen Trägers.  
Integration Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, voll qualifizierenden beruflichen 
Ausbildung oder selbständigen Tätigkeit eines erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. 
Integrationsquote  
(K2) 
Quotient aus der Summe der Integrationen im Berichtsmonat und den vorangegangenen elf 
Monaten (Zähler) und dem durchschnittlichen Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberech-
tigten im Vormonat und den vorangegangenen elf Monaten (Nenner). In der Basisinformation

des Jobcenters wird die Integrationsquote als Jahresfortschrittswert abgebildet (entsprechend 
der mit dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen Zielvereinbarung). 
JDW = Jahresdurchschnittswert  
Durchschnitt von Januar eines Jahres bis zum aktuellen Berichtsmonat. 
JFW = Jahresfortschrittswert  
Summe von Januar eines Jahres bis zum aktuellen Berichtsmonat. 
Jugendarbeitslosen-
quote 
Quotient aus der Anzahl der registrierten Arbeitslosen unter 25 Jahren zum Stichtag (Zähler) 
und der Anzahl der zivilen Erwerbspersonen unter 25 Jahren zum Stichtag (Nenner). In der 
Basisinformation des Jobcenters wird die Jugendarbeitslosenquote jeweils als Jahresdurch-
schnittswert abgebildet (entsprechend der mit dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen 
Zielvereinbarung). 
KOL = Kind ohne Leistungsanspruch 
Minderjährige, unverheiratete Kinder in Bedarfsgemeinschaften, die ihren individuellen Bedarf 
durch eigenes Einkommen decken können und daher nicht hilfebedürftig sind.  
 
LB = Leistungsberechtigte 
Personen in Bedarfsgemeinschaften, die einen Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialge-
setzbuch Zweites Buch Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) haben. Leistungsberech-
tigte lassen sich differenzieren nach Regelleistungs-Berechtigten und sonstigen Leistungsbe-
rechtigten. 
 
LfU = Leistungen für Unterkunft und Heizung 
Umfasst ausgezahlte Ansprüche für Bedarfe, die die Unterkunft betreffen (z. B. Kaltmiete, 
Neben- und Heizkosten).  
LLU = Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes 
Umfasst ausgezahlte Ansprüche für Regelbedarfe (z. B. Ernährung, Kleidung, Haushaltsener-
gie) und Mehrbedarfe (z. B. Alleinerziehung, Schwangerschaft und Geburt).  
LZA = Langzeitarbeitslose 
Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind. 
LZB = Langzeitleistungsbeziehende 
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 
Monate hilfebedürftig waren. Um nicht Zeiten der Nichterwerbsfähigkeit (vor Vollendung des 
15. Lebensjahres) mit einzubeziehen, werden ausschließlich Zeiten berücksichtigt, in denen 
die Person als erwerbsfähiger Leistungsberechtigte im Bezug stand. 
Nachhaltigkeit Eine Integration gilt als nachhaltig, wenn die Person zwölf Monate nach Aufnahme des Be-
schäftigungsverhältnisses sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. 
Nachhaltigkeitsquote 
(K2E3) 
Quotient aus der Summe der nachhaltigen Integrationen in den vergangenen zwölf Monaten 
(Zähler) und der Summe der Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in 
den vergangenen zwölf Monaten (Nenner). 
NEF = Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte 
Personen innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft, die selbst noch nicht im erwerbsfähigen Alter 
sind (unter 15 Jahren) oder aufgrund ihrer gesundheitlichen Leistungsfähigkeit oder evtl. 
rechtlicher Einschränkungen nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich unter den 
üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu arbeiten. Sie erhalten Sozialgeld. 
NLB = Nicht Leistungsberechtigte 
Personen ohne Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II. Hierzu gehören vom Leistungsan-
spruch ausgeschlossene Personen und Kinder ohne Leistungsanspruch. 
 
PERS = Personen in Bedarfsgemeinschaften 
Personen, die in einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft leben. Es lässt sich

differenzieren zwischen Leistungsberechtigten und nicht Leistungsberechtigten. 
 
RLB = Regelleistungs-Berechtigte 
Personen mit Anspruch auf Gesamtregelleistungen. Hierzu gehören u. a. Regelbedarfe (Ar-
beitslosengeld II oder Sozialgeld), Mehrbedarfe sowie laufende und einmalige Leistungen für 
Unterkunft und Heizung. 
 
RL-BG = Regelleistungs-Bedarfsgemeinschaft 
Zu dieser Bedarfsgemeinschaft gehört mindestens ein Regelleistungsberechtigter, zusätzlich 
können auch Personen mit anderem Status dazugehören. 
 
Sanktionen Prozentuale Absenkung des Regelbedarfes bei Pflichtverletzungen oder Meldeversäumnisse 
durch den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten.  
Sanktionsquote Quotient aus der Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit mindestens einer gül-
tigen Sanktion zum Stichtag (Zähler) und allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten  zum 
Stichtag (Nenner).  
S-BG = Sonstige Bedarfsgemeinschaften 
Zu dieser Bedarfsgemeinschaft gehört kein Regelleistungs-Berechtigter, dafür jedoch mindes-
tens ein sonstiger Leistungsberechtigter. 
 
SLB = Sonstige Leistungsberechtigte 
Personen ohne Anspruch auf Gesamtregelleistungen, die ausschließlich sonstige Leistungen 
erhalten. Hierzu gehören u. a. Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung, abweichend 
zu erbringende Leistungen wie die Erstausstattung der Wohnung, Leistungen für Auszubil-
dende und Leistungen zur Bildung und Teilhabe.  
 
Veränderungsrate des 
Bestands der Lang-
zeitleistungsbezie-
henden (K3) 
Quotient aus der Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden im Berichtsmonat (Zähler) und der 
Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden im Berichtsmonat des Vorjahres (Nenner). In der 
Basisinformation des Jobcenters wird die Veränderungsrate jeweils als Jahresdurchschnitts-
wert abgebildet (entsprechend der mit dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen Zielverein-
barung). 
zkT = zugelassener kommunaler Träger  
Trägerschaft der Grundsicherung für Arbeitsuchende zur alleinigen Wahrnehmung (Options-
kommune) – z. B. Jobcenter Münster

Beschlussvorlage

64916 Zeichen

V/0756/2021
V/0756/2021
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Eckpunkte,RahmenbedingungenundZielvorstellungen2022inderGrundsicherungfür
Arbeitsuchende
Beratungsfolge
26.10.2021 AusschussfürSoziales,Gesundheit,Verbraucherschutzund
Arbeitsförderung
Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I.Sachentscheidung:
1. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung der Stadt
Münster nimmt die aktuell bestehenden sowie für das Jahr 2022 prognostizierten Eckwerte
undRahmenbedingungenzurKenntnis.
2. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung der Stadt
Münster beauftragt die Verwaltung, mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales
des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) zu den Bundeszielen nach Paragraph 48b
SGB 2 „Verbesserung der Integrationsquote“ und „Reduzierung der
Langzeitleistungsbeziehenden“ im Rahmen folgender Korridore eine Zielvereinbarung
abzuschließen:
VeränderungderSummederIntegrationen:
von +2,0 Prozent bis +10,0 Prozent (+55 bis +275)
VeränderungdesBestandsderLangzeitleistungsbeziehenden(Jahresdurchschnitt):
von -5,0 Prozent bis 0,0 Prozent (-460 bis +/-0)
undzudenvoraussichtlichenweiterenZielendesMAGSNRWimRahmen
folgenderKorridore
„IntegrationsquotederLangzeitleistungsbeziehenden“
VeränderungderIntegrationsquotederLangzeitleistungsbeziehenden:
Jobcenter
13.10.2021
Ihr/e Ansprechpartner/in:
FrauJürgensmeier
Telefon:492-9003
Juergensmeier@stadt-
muenster.de

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V/0756/2021
von +2,0 Prozent bis +10,0 Prozent (+20 bis +120).
3. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutzund Arbeitsförderung der Stadt
Münster stimmt der strategischen Ausrichtung, den Schwerpunkten und den weiteren
HandlungsfelderndesJobcentersderStadtMünsterfürdasJahr2022zu.
II.FinanzielleAuswirkungen:
Durch die Umsetzung der Entscheidung entstehen keine unmittelbaren Kosten für den städtischen
Haushalt.
Begründung:
Zu 1. Eckwerte und Rahmenbedingungen
A) Überregionale Prognose für Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Zu Beginn des Jahres 2021 haben Bundesregierung und Wirtschaftsforschungsinstitute eine
Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um knapp 5 Prozent für das Jahr 2021 prognostiziert. Diese
Vorhersage musste im Herbst mit einer erwarteten Wirtschaftsleistung von nur noch 2,5 Prozent
deutlichnachuntenkorrigiertwerden1.
Maßgeblich für die schwächelnde Wirtschaft waren, wie auch im Vorjahr, die Auswirkungen der
Coronapandemie.ZwarkonntenimzweitenHalbjahr2021,auchbedingtdurchdenImpffortschrittund
die damit einhergehenden Lockerungen der Coronabeschränkungen, insbesondere im
Dienstleistungsbereich Verluste aus dem Lockdown im 1. Quartal aufgeholt werden, das
verarbeitendeGewerbebleibtjedochweithinterdenErwartungenzurück.Diesliegtnichtinfehlenden
Aufträgen begründet, sondern in der Rohstoffknappheit und den Lieferengpässen bei wichtigen
industriellen Vorprodukten, die aktuell zu deutlichen Produktionsausfällen führen. Als Beispiele
könnenhierdasholzverarbeitendeGewerbeunddieAutomobilbranchegenanntwerden.
Für das Jahr 2022 rechnet das ifo-Institut damit, dass sich die Lieferengpässe auflösen und
aufgestaute Aufträge abgearbeitet werden können. Unter der Annahme, dass keine neuen
Restriktionen aufgrund der Coronapandemie erforderlich sind, wird ein deutliches
Wirtschaftswachstumvon5,1ProzentfürdasJahr2022prognostiziert.
Auf dieser Basis wird erwartet, dass sich 2022 auch der Arbeitsmarkt weiter erholen, die
Arbeitslosigkeit aber vorerst noch über dem Vorkrisenniveau liegen wird. Die Prognosen der
Wirtschaftsinstitute schwanken zwischen 2,35 Millionen und 2,49 Millionen Arbeitslosen im
Jahresdurchschnitt 2022. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Prognosen weiterhin mit
diversen Unwägbarkeiten behaftet sind. So könnten zum Beispiel durch Insolvenzen erneut vermehrt
Arbeitskräfte freigesetzt werden, die nur allmählich eine neue Anstellung in anderen
Wirtschaftsbereichenfindenwerden.
1 ifoKonjunkturprognoseHerbst2021:LieferengpässeinderIndustriebremsengesamtwirtschaftlicheErholung|Fakten|ifo
Institut;https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164530/umfrage/prognose-zur-arbeitslosenzahl-in-deutschland/
IMKderHans-Böckler-Stiftung;ReportNr.167

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V/0756/2021
B) Der lokale Arbeitsmarkt
a) Arbeitskräftenachfrage
Zum Stichtag 31.12.2020 zählte die Stadt Münster 316.403 Einwohner/-innen.2 Das ist eine Zunahme
um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresstichtag. 179.083 Personen waren am 31.12.2020 am
Arbeitsort Münster sozialversicherungspflichtig beschäftigt3. Dies entspricht einer Steigerung um 1,8
Prozent zum Vorjahresstichtag (0,1 Prozent in Nordrhein-Westfalen und -0,1 Prozent bundesweit).
Seit dem 31.12.2015 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigBeschäftigten in Münster um 12,2
Prozentgestiegen(8,6ProzentinNordrhein-Westfalenund8,2Prozentbundesweit).
Das Geschlechterverhältnis der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Münster ist fast
ausgewogen: 49,7 Prozent sind Frauen und 50,3 Prozent sind Männer. Ein ähnlich verteiltes
Geschlechterverhältnis ist auch in den einzelnen Altersgruppen zu beobachten, mit Ausnahme der
über60-Jährigen.Hiersind60ProzentMännerund40ProzentFrauen.
In Bezug auf die Altersgruppen haben die älteren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten den
höchsten prozentualen Zuwachs im Vergleichzum Vorjahresmonaterfahren, mit 5,1 Prozent bei den
55 bis unter 65-Jährigen und 6,9 Prozent bei den über 65-Jährigen. Letztere machen jedoch nur 1,1
Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus. Die Anzahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter 25 Jahren ist mit 0,7 Prozent unterdurchschnittlich
gestiegen; zum 31.12.2019 betrug die Zunahme im Vergleich zum Vorjahresmonat2,9 Prozent. Den
mit 68,1 Prozent weitaus größten Anteil stellen weiterhin die sozialversicherungspflichtig
BeschäftigtenimAltervon25bisunter55Jahren.
Mit 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresstichtag weiterhin hoch ist in Münster die Zunahme der
sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (2,9
Prozent Zunahme auf Bundesebene und 3,6 Prozent in Nordrhein-Westfalen). Während bei den
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit die Frauen mit 50,5
Prozent leicht überwiegen, sind es bei den Ausländer/-innen mit 59 Prozent deutlich mehr Männer.
Insgesamt machen die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer
Staatsangehörigkeit in Münster einen Anteil von 9,1 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten in Münster aus, im Vergleich zu einem Anteil von 9,9 Prozent im Bundesdurchschnitt
und12,4ProzentinNordrhein-Westfalen.
Rund zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in Vollzeit. Allerdings sind
dies mit einem Anteil von 61,6 Prozent überwiegend Männer, während bei den Teilzeitbeschäftigten
dieFrauenmit72,8Prozentdominieren.4
5,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind Auszubildende. Ihre Anzahl hat im
VergleichzumVorjahresmonatnurleichtum0,2Prozentzugenommen(sieheAbbildung1).
2 Quelle:InformationundTechnikNordrhein-Westfalen.
3 DieAnzahldersozialversicherungspflichtigBeschäftigtenamWohnortMünsteram31.12.2020betrug123.352Personen.
4 GeringfügigBeschäftigtesindzu55,4Prozentweiblichundzu44,6Prozentmännlich.

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V/0756/2021
Merkmale
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
am Stichtag 31.12.2020
Anzahl Anteil
(in Prozent)
Veränderung zum
Vorjahr
(in Prozent)
SV-pflichtige Beschäftigte insgesamt 179.083 100,0 1,8
Nach Geschlecht
Männer 90.145 50,3 1,6
Frauen 88.938 49,7 1,9
Nach Alter und Geschlecht
unter25Jahre 19.822 11,1 0,7
-Männer 9.822 49,6 0,7
-Frauen 10.000 50,4 0,7
25bisunter55Jahre 121.946 68,1 1,0
-Männer 61.616 50,5 1,1
-Frauen 60.330 49,5 0,8
55bisunter65Jahre 35.285 19,7 5,1
-Männer 17.489 49,6 3,7
-Frauen 17.796 50,4 6,4
65Jahreundälter 2.030 1,1 6,9
-Männer 1.218 60,00 5,9
-Frauen 812 40,0 8,4
Nach Nationalität und Geschlecht
Deutsche 162.707 90,9 1,2
-Männer 80.483 49,5 1,0
-Frauen 82.224 50,5 1,5
Ausländer/-innen 16.291 9,1 7,4
-Männer 9.605 59,0 7,4
-Frauen 6.686 41,0 7,5
Nach Arbeitszeit und Geschlecht
inVollzeit 120.537 67,3 1,7
-Männer 74.208 61,6 1,4
-Frauen 46.329 38,4 2,1
inTeilzeit 58.546 32,7 2,0
-Männer 15.937 27,2 2,7
-Frauen 42.609 72,8 1,7
Auszubildende nach Geschlecht 9.860 5,5 0,2
-Männer 4.969 50,4 0,1
-Frauen 4.891 49,6 0,3
Abbildung 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach ausgewählten Merkmalen
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.2020
Als regionales Oberzentrum und Universitätsstadt bietet Münster spezifische Dienstleistungs- und
Infrastrukturangebote, wie Regionalbehörden, Finanz- und Versicherungsdienstleister, Fach- und
Hochschulen und andere wissenschaftliche Einrichtungen, Fachkliniken, Spezialgeschäfte sowie
Unternehmen für Telefonmarketing und Marktforschung. Der mit Abstand größte Anteil der
sozialversicherungspflichtigen Erwerbspersonen in Münster übt dementsprechend dienstleistende
Tätigkeiten aus: Am 31.12.2020 waren dies 88 Prozent aller sozialversicherungspflichtig

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V/0756/2021
Beschäftigten. 12 Prozent sind im produzierenden Gewerbe tätig und 0,4 Prozent in der Land- und
ForstwirtschaftsowieinderFischerei(sieheAbbildung2).
Sektoren und Wirtschaftszweige
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte
am Stichtag 31.12.2020
Anzahl Anteil
(in Prozent)
Veränderung
zum Vorjahr
(in Prozent)
SV-pflichtige Beschäftigte insgesamt 179.083 100,00 1,8
Land-, Forstwirtschaft und Fischerei 702 0,4 5,7
Produzierendes Gewerbe 21.522 12,0 -3,4
-VerarbeitendesGewerbe 12.967 7,2 -6,0
-HerstellungvonVorleistungsgütern,insbes.vonchemischen
ErzeugnissenundKunststoffwaren 6.080 3,4 -1,5
-Baugewerbe 5.903 3,3 0,7
-Metall-undElektroindustriesowieStahlindustrie 4.564 2,5 -1,3
-Bergbau,Energie-undWasserversorgung,Energiewirtschaft 2.652 1,5 1,3
-HerstellungvonüberwiegendhäuslichkonsumiertenGütern 2.323 1,3 -22,7
Dienstleistungsbereich 156.859 87,6 2,5
-Gesundheitswesen 24.160 13,5 2,1
-Handel,InstandhaltungundReparaturvonKraftfahrzeugen 23.748 13,3 3,5
-Immobilien;freiberufliche,wissenschaftlicheundtechnische
Dienstleistungen 15.692 8,8 6,6
-ÖffentlicheVerwaltung,Sozialversicherung,Verteidigung,
Körperschaften 15.560 8,7 6,1
-ErbringungvonFinanz-undVersicherungsdienstleistungen 12.088 6,7 0,4
-HeimeundSozialwesen 12.078 6,7 5,2
-InformationundKommunikation 11.748 6,6 2,6
-ErziehungundUnterricht 9.879 5,5 1,0
-sonstigeDienstleistungen,privateHaushalte 9.672 7,0 0,4
-sonstigewirtschaftlicheDienstleistungen 7.810 7,0 0,4
-Gastgewerbe 4.834 2,7 -15,6
-VerkehrundLagerei 4.838 2,7 -0,4
-Arbeitnehmerüberlassung 4.752 2,7 11,7
Abbildung 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.2020
Die bedeutendstenBranchen sind in Münster das Gesundheitswesenmit 13,5 Prozent Anteil an allen
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen und der Handel inklusive Instandhaltung und
Reparatur von Kraftfahrzeugen mit rund 13,3 Prozent Anteil an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigungen. Den stärksten Rückgang innerhalb des Dienstleistungssektors hat das
Gastgewerbe zu verzeichnen (-15,6 Prozent); diese Entwicklung lässt sich auf die lange Schließung
der Betriebe in den Lockdownphasen und daraus resultierende Kündigungen beziehungsweise die
Abwanderung vieler Beschäftigter in andere Branchen zurückführen. Während die
Arbeitnehmerüberlassung von Dezember 2018 zu Dezember 2019 11,5 Prozent an
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten abgebaut hat, ist am 31.12.2020 im Vergleich zum
Vorjahresstichtag ein Zuwachs um 11,7 Prozent zu verzeichnen. Zwar macht die
Arbeitnehmerüberlassung mit 2,7 Prozent nur einen kleinen Anteil an allen

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V/0756/2021
sozialversicherungspflichtigen Stellen aus, sie dient aber immer wieder auch als Indikator für die
allgemeineBeschäftigungssituation.5
Der deutsche Arbeitsmarkt ist stark fachkräfteorientiert: 85 Prozent der sozialversicherungspflichtig
BeschäftigtensindalsFachkraft,Spezialist/-inoderExperte/Expertintätigundnurrund15Prozentals
Helfer/-in6. Auf dem münsterschen Arbeitsmarkt ist diese Verteilung mit rund 87 Prozent und 13
Prozentnochdeutlicherausgeprägt.
Parallel hierzu verfügen 55 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in
Münster über einen anerkannten Berufsabschluss und 24 Prozent über einen akademischen
Abschluss. Nur rund 14 Prozent haben keine abgeschlossene oder anerkannte Ausbildung, davon
sind 55,4 Prozent Männer und 44,6 Prozent Frauen (siehe Abbildung 3). 28 Prozent aller
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne beruflichen Ausbildungsabschluss sind
Auszubildende,diebereitskonkretaufeinenBerufsabschlusshinstreben.
Merkmale
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
am Stichtag 31.12.2020
Anzahl Anteil
(in Prozent)
SV-pflichtig Beschäftigte insgesamt 179.083 100,0
ohneberuflichenAusbildungsabschluss 24.786 13,8
-Männer 13.731 55,4
-Frauen 11.055 44,6
mitanerkanntemBerufsabschluss 97.860 54,6
-Männer 46.651 47,7
-Frauen 51.209 52,3
mitakademischemAbschluss 43.146 24,1
-Männer 22.022 51,0
-Frauen 21.124 49,0
Ausbildungunbekannt 13.291 7,4
-Männer 7.741 58,2
-Frauen 5.550 41,8
Abbildung 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Münster nach Berufsabschluss
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat Dezember 2020
Im August 2021 wurden 911Arbeitsstellen neu gemeldet (Zugang) und es befanden sich insgesamt
3.392 gemeldete Arbeitsstellen im Bestand, davon 3.346 (99 Prozent) sozialversicherungspflichtig,
2.995 (88 Prozent) unbefristet, 2.936 (87 Prozent) in Vollzeit und 2.707 (80 Prozent) für Fachkräfte,
Expert/-innen und Spezialist/-innen. Die durchschnittliche bisherige Vakanzzeit der gemeldeten
Stellenbetrug113Tage(sieheAbbildung4).
5 InZeiteneinesbeginnendenkonjunkturellenAufschwungssteigt–nebendemAufbauvonÜberstunden–auchdieInanspruchnahmevon
Leiharbeitskräften durch Unternehmen zunächst an. Hält der Aufschwung an, steigt das Vertrauen der Unternehmen in die konjunkturelle
Entwicklung und damit auch die Bereitschaft zu einer Erweiterung des eigenen Personals. In einer Phase des gesamtwirtschaftlichen
Abschwungs hingegen ist die Arbeitnehmerüberlassung der Sektor, der frühzeitig die Folgen der wirtschaftlichen Eintrübung spürt. Denn:
Vor der Entlassung der Stammbelegschaft wird in Unternehmen – neben Anpassungen der Arbeitszeit über eine Verringerung der
ÜberstundenoderdurchKurzarbeit–üblicherweiseauchdieInanspruchnahmevonZeitarbeitzurückgefahren.
6DieDefinitionenerfolgennachderKlassifikationderBerufe2010(KldB2010)derBundesagenturfürArbeit.Helfer/-in:keineberufliche
AusbildungerforderlichsowiegeregelteeinjährigeBerufsausbildung;Fachkraft:mindestenszweijährigeBerufsausbildung,auch
berufsqualifizierenderAbschlusseinerBerufsfach-oderKollegschule;Spezialist/-in:Meister-oderTechnikerausbildungbzw.ein
gleichwertigerAbschlusseinerFachschule,Hochschule,Fach-oderBerufsakademieoderggf.derBachelorabschlusseinerHochschule;
Experte/Expertin:mindestensvierjährigesabgeschlossenesHochschulstudium.

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Gemeldete Arbeitsstellen im August 2021
Zugang Bestand Sozialversich.-
pflichtig
unbefristet in Vollzeit Fachkräfte Vakanzzeit
In Tagen
911 3.392 99 88 87 80 113
Abbildung 4: Gemeldete Arbeitsstellen in Münster nach verschiedenen Merkmalen
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021
b) AuswirkungenderCoronakriseaufdenlokalenArbeitsmarkt
Anhand ausgewählter Eckdaten werden im Folgenden die Auswirkungen der Coronakrise auf den
ArbeitsmarktinMünsterdargestellt.
DerZugangunddamitauchderBestanddergemeldetenArbeitsstellenwarencoronabedingtabMärz
2020 deutlich gesunken. Bereits ab April (Zugang) beziehungsweise Juli (Bestand) 2020 war
allerdings wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten, der sich – mit einem erneuten Rückgang Ende
2020/Anfang 2021 – weiterhin fortsetzte (siehe Abbildung 5). Im August 2021 ist die Anzahl der neu
gemeldeten Stellen 16 Prozent höher als im Februar 2020, beim Stellenbestand ist sogar eine
Steigerungum24Prozentzuverzeichnen.
Abbildung 5: Zugang und Bestand gemeldeter Arbeitsstellen in Münster, Entwicklung von Januar 2020 bis August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021
Der Umfang von Kurzarbeit, die in den letzten Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs keine
nennenswerte Rolle als Indikator für die Arbeitsmarktsituation gespielt hat, ist in der Corona-Krise
wieder zu einem aktuellen Thema geworden. Mit dem ersten Lockdown waren die Anzeigen ab März
2020 sprunghaft in die Höhe geschnellt. Im April 2020 stellten 2.493 Unternehmen für insgesamt
35.338 Personen Anzeigen auf Kurzarbeit. Im Sommer 2020 lagen die Anzeigen auf Kurzarbeit
wieder auf einem moderaten Niveau, stiegen mit dem zweiten Lockdown ab November 2020

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allerdings vorübergehend erneut an. Im August 2021 wurden nach vorläufiger Auswertung 13
AnzeigenaufKurzarbeitfür175Personengestellt(sieheAbbildung6).
*vorläufigeDaten
Abbildung 6: Angezeigte Kurzarbeit in Münster, August 2020 bis August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021
In den Anzeigen geben Unternehmen an, für wie viele Mitarbeitende sie Kurzarbeit einplanen.
Erfahrungsgemäß wird jedoch nicht für jede zur Kurzarbeit angemeldete Person diese auch
tatsächlich durchgeführt.Im Februar 2021 waren 11.557Beschäftigte in 1.564 Betriebenin Kurzarbeit
(siehe Abbildung 7). Parallel zum Rückgang der Anzeigen auf Kurzarbeit ist auch für die tatsächlich
realisierte Kurzarbeit, die erst mit halbjähriger Verzögerung statistisch festgeschrieben wird, ein
starkerRückgangabdem2.Quartal2021zuerwarten.
Abbildung 7: Realisierte Kurzarbeit in Münster, Februar 2020 bis Februar 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021

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c) Ausbildungsmarkt
Die zuvor schon beschriebene Dominanz des Dienstleistungssektors in Münster, und hier
insbesondere der Branchen Gesundheit7, Handel, Finanz-, Versicherungs- und
Wirtschaftsdienstleistungen, zeigt sich auch anhand der „Top Ten“ der gemeldeten betrieblichen
Berufsausbildungsstellen(sieheAbbildung8).
Abbildung 8: „Top Ten“ der im Berichtsjahr 2020/2021 gemeldeten Berufsausbildungsstellen in Münster
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand August 2021
Bei den für einen Ausbildungsplatz gemeldeten Bewerber/-innen sind ebenfalls Berufe im
Gesundheitswesen und im Handel gefragt. Darüber hinaus werden auch Ausbildungen im Handwerk
undinderIT-Brancheangestrebt(sieheAbbildung9).
7 VieleGesundheitsberufewerdenschulischausgebildetundsinddarumindieserDarstellungnichterfasst.

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Abbildung 9: „Top Ten“ der im Berichtsjahr 2020/2021 gemeldeten Bewerber/-innen auf eine Berufsausbildungsstelle
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand August 2021
Insgesamt waren in Münster für das Berichtsjahr8 2020/2021 (Stand August) 2.165
Berufsausbildungsstellengemeldet(sieheAbbildung10).
Abbildung 10: Gemeldete Bewerber/-innen für Berufsausbildungsstellen und gemeldete Berufsausbildungsstellen in
Münster im Berichtsjahr 2020/2021, Stand August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
8 DasBerichtsjahrbeginntam1.Oktoberundendetam30.SeptemberdesjeweiligenFolgejahres.

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Das sind 79 Stellen (3,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.Auf der anderen Seite haben sich im
gleichen Zeitraum 1.175 Bewerber/-innen für eine Berufsausbildungsstelle gemeldet, das sind 63
Personen weniger (-5,1 Prozent) als im Vorjahr. 63 Prozent der gemeldeten Bewerber/-innen sind
männlichund37Prozentweiblich.
Aus den gemeldeten Berufsausbildungsstellen und den gemeldeten Bewerber/-innen ergibt sich ein
Quotient von 1,84. Das heißt, dass in Münster rein rechnerisch auf eine Bewerberin/einen Bewerber
1,84 gemeldete Berufsausbildungsstellen kommen9. Im Vorjahresmonatlag der Quotient bei 1,68, im
August2019bei1,85.
Um sich ein detailliertes Bild von der Lage am gesamten münsterschen Ausbildungsmarkt zu
machen, empfiehlt sich weitergehend ein Blick auf die unversorgten Bewerber/-innen sowie die
unbesetzten Berufsausbildungsstellen. Die Anzahl der unversorgten Bewerber/-innen beläuft sich im
August2021rechtskreisübergreifendauf15710,dassind70Personen(30,8Prozent)wenigerals zum
Vorjahreszeitpunkt. Auf der anderen Seite waren im August 2021 noch 426 Berufsausbildungsstellen
unbesetzt,daswaren91Stellenweniger(-17,6Prozent)alsimVorjahresmonat.Rechnerischstanden
damit im August 2021 jeder unversorgten Bewerberin/jedem unversorgten Bewerber noch 2,71
unbesetzte Berufsausbildungsstellenzur Verfügung. Zum Vorjahreszeitpunktlag die Relation bei 2,28
undimAugust2019bei2,10(sieheAbbildung11).
Abbildung 11: Unversorgte gemeldete Bewerber/-innen für Berufsausbildungsstellen und gemeldete unbesetzte
Berufsausbildungsstellen in Münster im Berichtsjahr 2020/2021, Stand August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Erfahrungsgemäßerfolgt im September nochmals ein „Endspurt“ im Bereich der Ausbildung, im Zuge
dessen bis dato unversorgte Bewerber/-innen noch in eine Ausbildung einmünden. Es muss aber
festgestellt werden, dass sich durch die Coronakrise und die damit verbundenen eingeschränkten
Möglichkeiten der Berufsorientierung die bereits seit mehreren Jahren vorhandene Tendenz zum
weiteren Schulbesuch oder einem Studium gegenüber der Aufnahme einer Ausbildung verstärkt. Im
9 IndenumliegendenKreisenundimLandesvergleichistderQuotientzumTeildeutlichniedriger:Borken=1,84;Coesfeld=1,35;Steinfurt
=1,17;Warendorf=0,98;NRW=1,01.
10DasJobcenterderStadtMünsterhatzudiesemStichtagnoch15unversorgteBewerber/-innenverzeichnet.

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Ergebnis bleiben zunehmend viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Anzahl der unversorgten
Bewerberinnen und Bewerber auf eine Ausbildung hat sich im Jobcenter allerdings in den letzten
JahrenimSchnittnichterhöht,dajamitSchuleundStudiumAnschlussperspektivenvorhandensind.
Ein detaillierter Blick auf die „Top Ten“ der unversorgten Bewerber/-innen sowie der unbesetzten
Ausbildungsstellen nach Berufen zeigt, dass in gewissen Bereichen eindeutige Passungsprobleme
zwischen Bewerber/-innen und Stellen bestehen. So waren im August 2021 zum Beispiel noch neun
StellenfüreineAusbildungzurKöchin/zumKochunbesetzt,aber-zumindestinden„TopTen“-keine
unversorgten Bewerber/-innen für diesen Beruf registriert. Auf der anderen Seite wurde noch von 12
unversorgten Bewerber/-innen eine Ausbildungsstelle zur Automobilkauffrau/zumAutomobilkaufmann
gesucht, hier gab es jedoch keine freien gemeldeten Stellen mehr. Für einige Berufe, wie zum
Beispiel Verkäufer/in und Kaufmann/-frau für Büromanagement, waren allerdings sowohl noch
unversorgte Bewerber/-innen als auch unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, die jedoch
anscheinend(noch)nichtzusammengeführtwerdenkonnten.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen
im August 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder leicht gestiegen ist, jedoch ein Rückgang
zum August 2019 zu verzeichnen ist. Die Zahl der gemeldeten Bewerber/-innen auf eine
Berufsausbildungsstellegehtseit2018kontinuierlichzurück.BeiderAnzahlderunbesetztbleibenden
Berufsausbildungsstellen ist, mit einem Hochpunkt im Jahr 2020, ein Aufwärtstrend zu beobachten,
während die Zahl der unversorgten Bewerber/-innen auf eine Ausbildung im August 2021 deutlich
geringer ist als in den Vorjahren.Damit sind die theoretischenChancen auf einen Ausbildungsplatz in
MünsterfürAusbildungsuchendenachwievorsehrgut,währenddieBetriebezunehmendeProbleme
haben,ihreAusbildungsstellenzubesetzen.
d) ArbeitslosigkeitundArbeitskräftenachfrage
Im Zuge der Corona-Krise war die Arbeitslosenquote in Münster rechtskreisübergreifend von 4,5
Prozent im Februar 2020 auf 5,7 Prozent im August 2020 angestiegen und seitdem mit leichten
Schwankungen wieder zurückgegangen, auf 5,0 Prozent im August 2021. Dabei ist im Rechtskreis
SGB 3 ein deutlicherer Rückgang zu verzeichnen als im SGB 2, von 2,4 Prozent im August 2020 auf
1,8 Prozent im August 2021. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bislang überwiegend die
arbeitsmarktnäheren (da kürzer arbeitslosen und im Schnitt besser qualifizierten) Arbeitnehmenden
im SGB 3 von der Erholung des Arbeitsmarktes profitieren. Im SGB 2 betrug die Arbeitslosenquote
3,3ProzentimAugust2021und3,1ProzentimAugust2021(sieheAbbildung12).

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Abbildung 12: Entwicklung der Arbeitslosenquote in Münster von August 2020 bis August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand August 2021
Auch die Jugendarbeitslosenquote war coronabedingt gestiegen, rechtskreisübergreifend von 2,9
Prozent im Februar 2020 auf 4,1 Prozent im August 2020. Von Oktober 2020 bis Juni 2021 lag die
Jugendarbeitslosenquote konstant in einem Bereich von 3,1 bis 3,3 Prozent, ist seit Juli 2021 jedoch
saisonal bedingt (Ende des Schuljahres) wieder leicht gestiegen und liegt im August
rechtskreisübergreifend bei 3,6 Prozent. Auch bei den Jugendlichen liegt die Arbeitslosenquote im
SGB 2 leicht höher als im SGB 3 (2,3 Prozent im Vergleich zu 1,3 Prozent im August 2021 (siehe
Abbildung13).
Abbildung 13: Entwicklung der Jugendarbeitslosenquote in Münster von August 2020 bis August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand August 2021

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Verglichenmit den Werten auf Landes- und Bundesdurchschnitt liegen die Arbeitslosenquote und die
Jugendarbeitslosenquote in Münster sowohl rechtskreisübergreifend als auch jeweils im SGB 2 und
SGB3aufeinemmoderatenNiveau(sieheAbbildung14).
  Münster NRW Deutschland
Arbeitslosenquote in Prozent  
•gesamt 5,0 7,3 5,6
darunterFrauen 4,6 7,5 5,5
darunterMänner 5,3 7,2 5,8
darunterAusländer/-innen 14,0 19,1 13,1
•SGB2 3,1 5,1 3,6
darunterFrauen 2,9 5,1 3,5
darunterMänner 3,4 5,2 3,7
darunterAusländer/-innen 10,8 15,7 9,9
•SGB3 1,8 2,2 2,0
darunterFrauen 1,7 2,1 2,0
darunterMänner 1,9 2,3 2,1
darunterAusländer/-innen 3,1 3,5 3,2
Jugendarbeitslosenquote in Prozent
•gesamt 3,6 6,2 5,4
•SGB2 2,3 3,9 3,0
•SGB3 1,3 2,3 2,4
Abbildung 14: Arbeitslosenquote und Jugendarbeitslosenquote in Deutschland, Nordrhein-Westfalen und Münster
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand August 2021
Auffällig ist, dass die Arbeitslosenquote von Ausländer/-innen in Münster rechtskreisübergreifend und
im SGB 2 deutlich unter dem Landesdurchschnitt, aber leicht über dem Bundesdurchschnitt liegt. Die
Arbeitslosenquote von Frauen liegt in Münster, im Landes- und im Bundesdurchschnitt in beiden
Rechtskreisen unter der Arbeitslosenquote der Männer.Zurückzuführen ist dies insbesondere darauf,
dass Frauen tendenziell häufiger als Männer Sorgearbeit (Kindererziehung und Pflege) leisten. Aus
diesem Grund sind sie für den Arbeitsmarkt nicht so verfügbar, wie es erforderlich wäre, um sich
arbeitslos zu melden beziehungsweise um statistisch als arbeitslos erfasst zu werden. Im Jobcenter
der Stadt Münster sind 96 Prozent der Personen, die dem Arbeitsmarkt wegen der Betreuung eines
Kindes unter drei Jahren oder der Pflege einer/eines Angehörigen nicht zur Verfügung stehen,
weiblich.
In den Abbildungen 15 und 16 ist die Verteilung der arbeitsuchenden und arbeitslosen Personen in
Münster auf die Rechtskreise im Detail dargestellt. Im SGB 2 ist die Anzahl der Arbeitslosen im
August2021imVergleichzumVorjahresmonatleichtum5,2Prozentgesunken.ImSGB3beträgtder
RückgangderarbeitslosenPersonenimgleichenZeitraumsogar24,1Prozentunderstrecktsichüber
alle Zielgruppen. Im SGB 2 dagegen hat die Anzahl der Langzeitarbeitslosen deutlich um 12,3
ProzentunddieAnzahlderArbeitslosenmitSchwerbehinderungleichtum2,9Prozentzugenommen.

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SGB 2
Anzahl Anteil
in Prozent
Veränderung
zum
Vorjahresmonat
in Prozent
Bestand Arbeitsuchende 8.788 * -4,0
Bestand Arbeitslose 5.491 100,0 -5,2
Männer 2.982 54,3 -6,5
Frauen 2.509 45,7 -3,6
15–24Jahre 535 9,7 -0,7
50Jahreundälter 1.460 26,6 -8,9
Langzeitarbeitslose 3.416 62,2 12,3
MenschenmitSchwerbehinderung 385 7,0 2,9
Ausländer/-innen 1.879 34,2 -9,0
Abbildung 15: Arbeitskräfteangebot in Münster im Rechtskreis SGB 2
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021
SGB 3
Anzahl Anteil
in Prozent
Veränderung
zum
Vorjahresmonat
in Prozent
Bestand Arbeitsuchende 4.993 * -19,3
Bestand Arbeitslose 3.182 100,0 -24,1
Männer 1.704 53,6 -28,7
Frauen 1.478 46,4 -17,9
15–24Jahre 319 10,0 -30,3
50Jahreundälter 1.110 34,9 -11,3
Langzeitarbeitslose 473 14,9 -3,5
MenschenmitSchwerbehinderung 219 6,9 -18,6
Ausländer/-innen 545 17,1 -34,7
Abbildung 16: Arbeitskräfteangebot in Münster im Rechtskreis SGB 3
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021
e) LeistungsberechtigtePersonenimJobcenterderStadtMünster
Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB 2 war in
Münster in den letzten Jahren rückläufig. Während sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften 2017 im
Jahresdurchschnitt auf 11.443 belief, sank sie 2019 auf 10.532. Damit korrespondierend sank auch
die Zahl der Leistungsberechtigten deutlich: Im Jahr 2017 verzeichnete Münster durchschnittlich
15.437 erwerbsfähige und 6.736 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, 2019 waren es 14.196
erwerbsfähige und 6.184 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Trotz des zeitweiligen
pandemiebedingten Anstiegs der Fälle ab März liegen die jahresdurchschnittlichen Zahlen 2020
nochmals leicht unter denen des Jahres 2019, mit 10.508 Bedarfsgemeinschaften, 14.159
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und 6.010 nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (siehe
Abbildung17).

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Abbildung 17: Entwicklung der Kundenstruktur im Jobcenter der Stadt Münster, Jahresdurchschnittswerte 2015 – 2020;
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021
Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften
und der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im vierten Quartal 2020 rückläufig war,im Verlaufdes
2. Lockdowns ab Januar 2021 jedoch zunächst wieder angestiegen ist. Seit April 2020 ist eine
erneuterückläufigeTendenzzu beobachten.Die Zahl der nicht erwerbsfähigenLeistungsberechtigten
nimmtweiterhinfastkontinuierlichleichtab(sieheAbbildung18).
*PrognosederBundesagenturfürArbeit
Abbildung 18: Entwicklung der Kundenstruktur im Jobcenter der Stadt Münster, September 2020 bis August 2021
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat August 2021

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Der aktuellste Monat, für den bei Redaktionsschluss in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit
detaillierte Werte für Bedarfsgemeinschaften und Leistungsberechtigte vorliegen, ist der Mai 2021.
Hier bezogen im Jobcenter der Stadt Münster rund 19.700 Personen in 10.413
Bedarfsgemeinschaften Leistungen der Grundsicherung im Rahmen des SGB 2. Rund 14.000 der
Leistungsberechtigten sind erwerbsfähig und damit grundsätzlich im Fokus der Förder- und
Vermittlungsbemühungendes Jobcenters. Die meisten davon (55 Prozent) sind zwischen 25 und 49
Jahrealt.
Die Anzahl der Männer unter den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist um 3,3 Prozent leicht
höher als die Anzahl der Frauen. Auffällig ist jedoch, dass in der Altersgruppe der 25 – 49-Jährigen
6,4ProzentmehrFrauenvertretensind.
12 Prozent aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind alleinerziehend, davon sind 93 Prozent
weiblich. Sieben Prozent aller erwerbsfähigenLeistungsberechtigtenhaben eine Schwerbehinderung,
die Mehrzahl von ihnen (59 Prozent) sind männlich. Über eine ausländische Staatsangehörigkeit
verfügen 36 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, hier überwiegt mit 52 Prozent ganz
leichtderAnteilderFrauen(sieheAbbildung19).
Anzahl
Frauen
Anzahl
Männer
Anzahl
gesamt
NichterwerbsfähigeLeistungsberechtigte 2.691 3.021 5.713
ErwerbsfähigeLeistungsberechtigte
(eLb)gesamt
6.883 7.110 13.996
-unter25Jahren 1.242 1.337 2.580
-25–49Jahre 3.969 3.730 7.701
-50Jahreundälter 1.672 2.043 3.715
eLbAlleinerziehende 1.613 125 1.738
-unter25Jahren 124 * 126
-25–49Jahre 1.378 90 1.468
-50Jahreundälter 111 33 144
eLbmitSchwerbehinderung 402 568 970
-unter25Jahren 30 41 71
-25–49Jahre 169 243 412
-50Jahreundälter 203 284 587
eLbAusländer/-innen 2.604 2.450 5.054
-unter25Jahren 473 560 1.033
-25–49Jahre 1.658 1.362 3.020
-50Jahreundälter 473 528 1.001
eLbLangzeitleistungsbeziehende 4.858 4.443 9.031
-unter25Jahren 627 660 1.287
-25–49Jahre 2.872 2.214 5.086
-50Jahreundälter 1.359 1.569 2.928
eLbErwerbstätige 1.653 1.904 3.557
-unter25Jahren 151 246 397
-25–49Jahre 973 1.140 2.113
-50Jahreundälter 529 518 1.047
*Wert<3;DifferenzenderSummenergebensichdurcheinegeringeAnzahlanLeistungsberechtigten,diealsdiverserfasstsind.
DiesewerdeninderStatistiknichtgesondertausgewiesen.
Abbildung 19: Personen in der Grundsicherung für Arbeit im Jobcenter der Stadt Münster
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat Mai 2021

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V/0756/2021
65 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind langzeitleistungsbeziehend, das heißt, sie
haben in den letzten 24 Monaten mindestens 21 Monate Arbeitslosengeld 2 bezogen. 54 Prozent der
Langzeitleistungsbeziehendensindweiblich.
Die meisten der Langzeitleistungsbeziehenden ist 4 Jahre und länger im Leistungsbezug. Ihr Anteil
hatsichvon55,4ProzentimDezember2018auf63,9ProzentimDezember2020erhöht11.
Dez. 2020 Dez. 2019 Dez. 2018
Anzahl Anteil in
Prozent
Anzahl Anteil in
Prozent
Anzahl Anteil in
Prozent
unter2Jahre 716 7,7 717 7,6 920 9,4
2bisunter3Jahre 1.397 15,0 1,579 16,7 2,130 21,8
3bisunter4Jahre 1.243 13,4 1,658 17,6 1,308 13,4
4Jahreundlänger 5.945 63,9 5,488 58,1 5,423 55,4
gesamt 9.301 100,0 9,442 100,0 9,781 100,0
Abbildung 20: Langzeitleistungsbeziehende nach Dauer des Leistungsbezuges im Jobcenter der Stadt Münster
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat September 2021
Rund ein Viertel aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist erwerbstätig und bezieht
Arbeitslosengeld 2 ergänzend zu einem Erwerbseinkommen, davon sind 54 Prozent männlich. Sechs
ProzentdererwerbstätigenLeistungsberechtigtensindselbständig,auchhierüberwiegtderAnteil der
Männermit63Prozent(sieheTabelle21).
Anzahl
Frauen
Anzahl
Männer
Anzahl
gesamt
ErwerbsfähigeLeistungsberechtigte 6.883 7.110 13.996
-darunterErwerbstätige 1.653 1.904 3.557
-bis450Euro 725 851 1.576
-450bis1.300Euro 720 671 1.391
-über1.300Euro 137 256 393
-selbständigerwerbstätig 80 139 219
Abbildung 21: Erwerbstätige Leistungsberechtigte im Jobcenter der Stadt Münster nach Einkommen
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat Mai 2021
MehralsdieHälfte(56Prozent)allerBedarfsgemeinschaftenbestehtausnureinerPerson,8Prozent
der Bedarfsgemeinschaften umfassen 5 und mehr Personen. Bei 17 Prozent aller
Bedarfsgemeinschaften handelt es sich um Ein-Eltern-Familien (Alleinerziehenden-BG). In rund
einem Drittel (33 Prozent) der Bedarfsgemeinschaften leben Kinder unter 18 Jahren (siehe Abbildung
22).
11DieDezemberdatensinddieaktuellsten,diebeiRedaktionsschlusszurDauerdesinderStatistikderBundesagenturfürArbeitvorlagen.

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Anzahl Anteil an allen
Bedarfsgemeins
chaften
in Prozent
Veränderung
zum Vorjahr in
Prozent
Bedarfsgemeinschaften (BG) gesamt 10.413 100,00 -4,0
mit1Person 5.853 56,2 -2,4
mit2Personen 1.704 16,4 -6,5
mit3Personen 1.180 11,3 -6,3
mit4Personen 840 8,1 -4,7
mit5undmehrPersonen 836 8,0 -5,9
BGmitKindernunter18Jahren 3.519 33,8 -6,2
davonmit1Kind 1.479 14,2 -6,2
mit2Kindern 1.114 10,7 -6,4
mit3undmehrKindern 926 8,9 -5,1
Alleinerziehenden-BG 1.767 17,0 -7,9
Partner-BGohneKinder 852 8,2 -3,6
Partner-BGmitKindern 1.738 16,7 -4,2
Abbildung 22: Bedarfsgemeinschaften nach Anzahl der Personen und Kindern im Jobcenter der Stadt Münster
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat Mai 2021
43 Prozent der arbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten haben keinen Schulabschluss, 22
Prozent verfügen über den Hauptschulabschluss und 12 Prozent über die Mittlere Reife. Das Abitur,
die Fachhochschulreife oder einen universitären Abschluss haben 17 Prozent der arbeitslosen
Langzeitleistungsbeziehendenerlangt(sieheAbbildung23).
Abbildung 23: Arbeitslose erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Schulabschluss
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat März 2021

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V/0756/2021
70 Prozent der arbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten verfügen über keinen
(anerkannten) Berufsabschluss (siehe Abbildungen 24). Für diese Gruppe verringern sich die
ChancenaufeineIntegrationindenerstenArbeitsmarkterheblich,dainsbesondereeinBedarfan gut
ausgebildetenArbeitskräftenbesteht(sieheoben).
Abbildung 24: Arbeitslose erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Berufsabschluss
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichtsmonat März 2021
Um die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gemäß ihren unterschiedlichen Lebenssituationen
individuell und professionell beraten und fördern zu können, werden sie entsprechend ihrer
zielgruppenspezifischen Bedürfnisse innerhalb der stadtbezirklichen Jobcenter-im-Jobcenter von
spezialisierten Jobcoaches beraten, die die relevanten Netzwerke gut kennen und eng mit ihnen
kooperieren.FolgendeZielgruppensindimJobcenterMünsterdefiniert:
- JugendlicheundjungeErwachsene(U25)12
- Alleinerziehende
- MenschenmitSchwerbehinderungundRehabilitand/-innen
- Geflüchtete
- SelbständigeundGründungswillige
Die jeweiligen Anteile der Zielgruppen an allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind aus der
Abbildung 25 ersichtlich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben sich diese Werte nicht verändert.
Esistzuberücksichtigen,dassesÜberschneidungenzwischendenZielgruppengibt,sozumBeispiel
AlleinerziehendemitFluchthintergrundoderJugendlichemitSchwerbehinderung.
12 DieZielgruppederJugendlichenundjungenErwachsenenistmittlerweilenichtmehrstriktaufdieunter25-Jährigenfestgelegt,der
Übergangzudenüber25-Jährigenwirdflexibelgehandhabt,dazentraleThemen-undZielstellungenwieinsbesondereberufliche
OrientierungundderErwerbeinesBerufsabschlussesauchfürvieleerwerbsfähigeLeistungsberechtigteüber25Jahrenochrelevantsind.

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*Mehrfachnennungenmöglich
Abbildung 25: Anteile der Zielgruppen im Jobcenter der Stadt Münster
Quelle: Eigene Auswertung der Datenbank OPEN/Prosoz, Berichtsmonat August 2021
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit Migrationsvorgeschichte13 sind in allen der definierten
Zielgruppen vorhanden. Das Jobcenter der Stadt Münster hat für diesen Personenkreis bereits 2015
die Stelle einer Migrationsbeauftragten eingerichtet, um die besonderen Belange und Bedarfe von
Leistungsberechtigtenmit Migrationsvorgeschichtezu berücksichtigen. Der Anteil von erwerbsfähigen
Leistungsberechtigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Jobcenter der Stadt Münster beträgt
37 Prozent. Weitere 18 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind Deutsche mit
Migrationsvorgeschichte. Es sind keine nennenswerten geschlechtsspezifischen Unterschiede
hinsichtlichderMigrationsvorgeschichteauszumachen(sieheAbbildung26).
 
gesamt
in Prozent
davon Frauen
in Prozent
davon Männer
in Prozent
DeutschemitMigrationsvorgeschichte 18 52 48
Ausländer/-innen 37 51 49
DeutscheohneMigrationsvorgeschichte 45 48 52
Abbildung 26: Erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Migrationsvorgeschichte
Quelle: eigene Auswertung, in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt, Stand September 2020
13 UmeineMigrationsbetrachtungderKundendatendesJobcentersdurchführenzukönnen,wirdinnerhalbderabgeschotteten
StatistikdienststelleausdemMelderegisterderStadtMünsterdieKundendateimitdennotwendigenMigrationsinformationenausdem
Melderegisterangereichert.DieStatistikdienststelleerstelltdannunterBeachtungdesDatenschutzesaggregiertestatistische
Auswertungen.DurchdiesesVerfahrenkanndiemitdemKommunalenIntegrationszentrumabgestimmteBetrachtungsweisevonMigration
aufdieKundendateidesJobcentersangewendetwerden.

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Das Profiling und die Zielplanung für die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten werden im Jobcenter
der Stadt Münster nach dem fa:z-Modell14 durchgeführt. Basierend auf einer umfangreichen
Potenzialanalyse wird dabei ein für die Leistungsberechtigten vorrangig zu verfolgendes Förderziel
vereinbart15.
Die Verteilungder Förderzieleauf alle erwerbsfähigenLeistungsberechtigtenist aus der Abbildung 27
ersichtlich.
Abbildung 27: Erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Förderzielen im Jobcenter der Stadt Münster
Quelle: Eigene Auswertung der Datenbank OPEN/Prosoz, Berichtsmonat August 2021
Mit 12 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, mit denen ein Förderziel vereinbart wurde,
wird die Direktvermittlung16 angesteuert. Die übrigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten werden
zunächstüberandereZieleandieAufnahmeeinerBeschäftigungherangeführt.
14Dasfa:z-Modell(=Förderansatz:Ziel)istdasFallsteuerungskonzeptdesJobcentersderStadtMünster.
15 Für über ein Drittel der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist aus verschiedenen Gründen (insbesondere die Absolvierung einer
allgemein- oder berufsbildenden Schule oder einer Ausbildung, die Erziehung eines Kindes unter drei Jahren oder Pflege eines/einer
Angehörigen) derzeit keine Vereinbarung eines Förderziels erforderlich. Diese Personen sind bei den Darstellungen der Verteilung der
Förderziele,gesamtundzielgruppenspezifisch,nichtberücksichtigt.
16 Bei Vereinbarung des Förderziels Direktvermittlung ist im Rahmen der fa:z-Logik nicht zwingend eine sofortige Integration in Arbeit
möglich. Mit vielen Leistungsberechtigten muss zunächst das Bewerbungs- und Stellensuchverhalten, zum Beispiel durch ein
Bewerbungstraining, gestärkt werden, und es sind umfassende Bemühungen notwendig, um die Leistungsberechtigten auf dem
Arbeitsmarktzuintegrieren.

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Zu 2. Ziele gemäß § 48b SGB 2
A) Das Zielsystem im SGB 2
Das Zielsystem des Jobcenters der Stadt Münster richtet sich vorrangig am gesetzlichen Auftrag des
Grundsicherungsträgers aus. Die Grundsicherung für Arbeitsuchende gemäß SGB 2 soll es den
Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.
Primäre Aufgabe ist es, die Eigenverantwortung der Leistungsbeziehenden zu stärken und
Unterstützung bei der Aufnahme beziehungsweise Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit zu leisten, so
dassderLebensunterhaltauseigenenMittelnbestrittenwerdenkann.
Zur Feststellung beziehungsweise Förderung der Leistungsfähigkeit der örtlichen
Grundsicherungsträger sieht der Gesetzgeber die Erhebung von Kennzahlen vor. Die Kennzahlen
wurden in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet und in der Verordnung der Kennzahlen nach
Paragraph 48a SGB 2 festgeschrieben. Die Leistungsfähigkeit der Träger der Grundsicherung für
ArbeitsuchendewirdinBezugaufvierZielegemessen:
In Paragraph 48b Absatz 1 SGB 2 ist geregelt, dass zur Erreichung dieser Ziele Zielvereinbarungen
zwischen der zuständigen Landesbehördeund dem kommunalen Trägerabzuschließen sind. Weitere
unterstützende Ziele zu den Schwerpunkten der Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik sollen der
Komplexität der Leistungserbringung im SGB 2 Rechnung tragen und den zielgerichteten Mittel- und
Ressourceneinsatz sicherstellen. Diese werden durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und
Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) in Zusammenarbeit mit der
Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit erarbeitet und bilden die
HandlungsschwerpunktefürdieJobcenterdesLandesab(siehedazuunter3.).
DieVerbesserungdersozialenTeilhabeist bislangnichtexpliziterBestandteilderZielvereinbarungen,
wird aber in den Gesprächender Jobcentermit dem Land ebenfalls in den Fokus genommen,um der
Komplexität der Integrationsarbeit im SGB 2 Rechnung zu tragen. Soziale Teilhabe durch
Beschäftigung zu ermöglichen, ist schon seit mehreren Jahren und auch weiterhin im Jahr 2022 die
strategischeGrundausrichtungdesJobcentersderStadtMünster.
B) Zielkorridore 2022 des Jobcenters der Stadt Münster

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Die nachfolgenden Zielkorridore, auf deren Grundlage das Jobcenter der Stadt Münster im weiteren
Verlaufdes Planungsprozesses die konkreten Angebotswerte für die Zielvereinbarung mit dem Land
NRW ermitteln wird, beruhen auf der Analyse der Eckdaten und Rahmenbedingungen (s. unter 1.)
unddencontrollingbasiertenPrognosendesJobcenterssowieaufdenAussagendesMAGSNRWzu
denErwartungenhinsichtlichderZielwerte2022aufLandesebene.
I.VerringerungderHilfebedürftigkeit
Die Zielgröße „Verringerung der Hilfebedürftigkeit“ wird auf der Grundlage eines Monitorings
beobachtet,einkonkreterZielwertbestehtnicht.
II.VerbesserungderIntegrationinErwerbstätigkeit
Zum Ziel „Verbesserungder Integration in Erwerbstätigkeit“ sind dem MAGS NRW für das Jahr 2020
konkreteZielwertealsAngebotzuübermitteln.
Gemessen wird die Erreichung dieses Ziels anhand der Kennzahl „K2 – Integrationsquote“. Diese
setzt sich zusammen aus dem Quotienten der Summe der Integrationen im Bezugsmonat und den
vorangegangenen elf Monaten (Zähler) und dem durchschnittlichen Bestand der erwerbsfähigen
Leistungsberechtigten im Vormonat und den vorangegangenen elf Monaten (Nenner). Wie bereits in
den vergangenen Jahren wird der Fokus durch das MAGS NRW auch im kommenden Jahr auf die
Summe der Integrationen (Zähler) gerichtet sein. Das Ministerium erwartet für das Jahr 2022 eine
ErhöhungderIntegrationszahlengegenüberdemVorjahr.
Beim Jobcenter der Stadt Münster war das Jahr 2020 ab dem Frühjahr geprägt durch die hohen
Zugangszahlen und den damit verbundenen Anstieg der erwerbsfähigen Leistungs-berechtigten. In
der zweiten Jahreshälfte hat sich der Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten bereits
wieder deutlich reduziert, so dass zum Jahresende in etwa der Vorjahreswerterreicht wurde. Anders
verhält es sich im laufenden Jahr. Der Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten verbleibt
seit Jahresbeginn relativ konstant bei rund 14.000 Personen. Zum Jahresende 2021 wird ein
jahresdurchschnittlicher Bestand von rund 13.900 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
prognostiziert. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um voraussichtlich rund 250 Personen
beziehungsweise 2 Prozent. Damit liegt der jahresdurchschnittliche Bestand der erwerbsfähigen
Leistungsberechtigten deutlich unter den Ergebnissen der Vorjahre und ist so niedrig wie zuletzt im
Jahr 2012. Für das Jahr 2022 wird ein leicht sinkender,aber weiterhin nahezu stagnierender Bestand
dererwerbsfähigenLeistungsberechtigtenerwartet.
Erste interne Hochrechnungen zeigen, dass die Summe der Integrationen im Jahr 2021 gegenüber
dem Vorjahr leicht abnehmen wird. Für 2022 wird in Münster trotz der guten Prognosen zur
Wirtschaftslage (siehe unter 1.) nur mit einem moderaten Anstieg bei der Anzahl der zu erreichenden
Integrationen zu rechnen sein. Dies liegt zum einen darin begründet, dass sich im Zuge der Corona-
Krise der Anteil der sehr arbeitsmarktfernen und damit am schwersten integrierbaren
Leistungsberechtigten erhöht hat (siehe hierzu auch weiter unten). Ein weiterer Grund ist
paradoxerweise der relativ robuste lokale Arbeitsmarkt: Trotz der Corona-Krise ist die
sozialversicherungspflichtigeBeschäftigunginMünsterdeutlichstärkergestiegenalsaufBundes-und
Landesebene.Die Arbeitslosigkeit hat in Münster coronabedingt zwar zugenommen, ist aber moderat
geblieben (siehe unter 2.) Das Aufholpotential ist in Münster somit geringer als im Bundes- und
Landesdurchschnitt.

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Auf der Basis der genannten Gründe wird daher vorgeschlagen, mit dem MAGS NRW eine
VeränderungderSummederIntegrationengegenüberdemJahr2021
von +2,0 Prozent bis +10,0 Prozent
(Veränderungvonvoraussichtlichrund2.715aufca.2.770bis2.990Integrationen)zuvereinbaren.
Auf Grundlage der prognostizierten Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im
Jahresdurchschnitt 2021 lässt sich eine Veränderung der Integrationsquote von +2,7 Prozent bis
+10,8Prozenterrechnen.
III.VermeidungvonlangfristigemLeistungsbezug
Zu dem Ziel „Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug“17 sind mit dem Ministerium ebenfalls
konkrete Zielwerte zu vereinbaren. Ausgedrückt wird dieses Ziel durch die Kennzahl „K3 -
Veränderung des Bestands an Langzeitleistungsbeziehenden“. Diese setzt den Bestand der
Langzeitleistungsbeziehenden des aktuellen Jahres zu dem Bestand des Vorjahres in Relation. Das
MAGS NRW hat zu dieser Kennzahl die Erwartung geäußert, dass eine Reduzierung der
Langzeitleistungsbeziehendenerreichtwerdensoll.
Zusätzlich wird die absolute Zahl der Integrationen von Langzeitleistungsbeziehenden Gegenstand
derZielvereinbarungmitdemMAGSsein.DieErwartungshaltungdesMinisteriums,dassdieZahlder
Integrationen im Jahr 2022 insgesamt gesteigert werden soll (siehe oben), geht einher mit einer
erwartetenSteigerungderabsolutenZahlderIntegrationenderLangzeitleistungsbeziehenden.
Zwar konnte die Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden in den letzten Jahren in Münster reduziert
werden, der Anteil der Personen mit einer Dauer des Leistungsbezugs von mehr als 4 Jahren hat
sich, insbesondere durch den pandemiebedingt erschwerten Zugang zum ersten Arbeitsmarkt, aber
deutlich erhöht. Langzeitleistungsbezug, oftmals verbunden mit Langzeitarbeitslosigkeit hat sich
verfestigt. Aufgrund der vielfältigen Problemlagen innerhalb dieser Personengruppe können positive
ImpulseamArbeitsmarkthäufignichtgenutztwerden.
Erschwerend kommt hinzu, dass rund ein Viertel der Langzeitleistungsbeziehendenzwar Einkommen
aus Erwerbstätigkeit erzielt, dieses aber aufgrund der geringen Höhe des Gehalts (häufig auf Helfer/-
innenniveauund/oderin Teilzeit18), der GrößederBedarfsgemeinschaftunddem hohenMietniveauin
Münster oftmals nicht ausreicht, um den Leistungsbezug zu beenden. Es wird zunehmend
schwieriger,auchsolchePersonenausdemLeistungsbezugherauszuführen.
Mit den zum 01.01.2019 eingeführten Förderinstrumenten der öffentlich geförderten Beschäftigung
(Paragraph 16i SGB 2 und Paragraph 16e SGB 2) sowie mit weiteren, kommunal geförderten
Beschäftigungsverhältnissen konnten auch im Jahr 2021 Langzeitleistungsbeziehende und
Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integriert werden. Auf die Entwicklung des Bestands der
Langzeitleistungsbeziehenden wirken sich diese Beschäftigungsmöglichkeiten jedoch nur moderat
aus. Aufgrund der zuvor beschriebenen Rahmenbedingungen in der Stadt Münster kann ein für die
Bedarfsgemeinschaft insgesamt bedarfsdeckendes Einkommen aus diesen geförderten
Beschäftigungsverhältnissenoftnichterzieltwerden.
17 LangfristigerLeistungsbezugbzw.Langzeitleistungsbezugliegtvor,wennerwerbsfähigeLeistungsberechtigteindenvergangenen24
Monatenmind.21Monatehilfebedürftigwaren.UmnichtZeitenderNichterwerbsfähigkeit(vorVollendungdes15.Lebensjahres)mit
einzubeziehen,werdenausschließlichZeitenberücksichtigt,indenendiePersonalserwerbsfähigeLeistungsberechtigteimBezugstand.
DieskönnenauchMenschensein,dieerwerbstätigsind,aberergänzendzuihremErwerbseinkommenArbeitslosengeld2beziehen.
18 ZumBeispielaufgrundvonKinderbetreuungodereingeschränkterLeistungsfähigkeitbeigesundheitlichenEinschränkungen.

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Für das Jahr 2021 wird prognostiziert, dass der jahresdurchschnittliche Bestand mit knapp 9.300
Langzeitleistungsbeziehenden leicht unter dem Durchschnittsbestand des Vorjahres (ca. 9.400
Langzeitleistungsbeziehende)liegenwird.
InAnbetrachtdervorgenanntenGründewirdfürdas Jahr2022fürdieVeränderungdesBestandsder
LangzeitleistungsbeziehendeneinAngebotswert
von -5,0 Prozent bis 0,0 Prozent
(Veränderungvon voraussichtlich etwa 9.280 auf ca. 8.820 bis 9.280 Langzeitleistungsbeziehendeim
Jahresdurchschnitt)alsrealistischeingestuft.
Ergänzend zum Ziel der Integration aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wird im Rahmen der
Ziele gemäß Paragraph 48b SGB 2 ein gesonderter Blick auf die Integrationen der
Langzeitleistungsbeziehenden gerichtet. Diese werden durch die Kennzahl K3E1 – Integrationsquote
der Langzeitleistungsbeziehenden – abgebildet. Hinsichtlich der Summe der Integrationen der
Langzeitleistungsbeziehenden wird für das Jahr 2022 eine, zwar nur geringe, aber dennoch
ambitionierte Steigerung gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Insbesondere die Förderung von
öffentlichgefördertenBeschäftigungsverhältnissenwirdauchimJahr2022einenSchwerpunktbeider
Integration von Langzeitleistungsbeziehenden bilden. An dieser Stelle ist jedoch anzumerken, dass
Beschäftigungsaufnahmen über das Förderinstrument Paragraph 16i SGB 2 (Soziale Teilhabe am
Arbeitsmarkt)gefördertwerden,nicht alsIntegrationengezähltwerdenundsomitnicht aufdas Ziel im
SinnederKennzahlK3E1einzahlen.
Aus diesen Gründen wird für die Veränderung der Integrationsquote der
LangzeitleistungsbeziehendeneinAngebotswert
von +2,0 Prozent bis +10,0 Prozent
(Veränderung von voraussichtlich 1.280 auf etwa 1.300 bis 1.400 Integrationen) als realistisch
eingeschätzt.
Zu 3. Strategische Ausrichtung, Schwerpunkte und weitere arbeitsmarktpolitische
Handlungsfelder des Jobcenters der Stadt Münster 2022
Das Jobcenter der Stadt Münster setzt seine strategische Grundausrichtung, soziale Teilhabedurch
Beschäftigung zu ermöglichen, auch im Jahr 2022 fort. Damit wird das Ziel verfolgt, Menschen durch
eine - ungeförderte, geförderte oder gegebenenfalls auch ehrenamtliche - Tätigkeit am Leben in der
Gemeinschaftteilhabenzulassen.
Als mögliche Schwerpunkte in der Grundsicherung für Arbeitslose hat das Land Nordrhein-Westfalen
in Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundes-agentur für Arbeit für
dasJahr2022sechsHandlungsfelderformuliert:
 LangzeitarbeitslosigkeitundLangzeitleistungsbezugbeendenundvermeiden.
 JugendlichenundjungenErwachsenenBerufsabschlüsseermöglichen.
 DieMöglichkeitendesTeilhabestärkungsgesetzesinderGrundsicherungnutzenund
gesundheitlichePräventionfördern.
 FrauenundMännergleichberechtigtanFörderungundIntegrationbeteiligen.
 MenschenmitMigrationshintergrundfürAusbildung,QualifizierungundBeschäftigunggewinnen.
 HerausforderungderDigitalisierungangehen.

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Um der regionalen Heterogenität des nordrhein-westfälischen Arbeitsmarktes gerecht zu werden und
örtliche Besonderheiten, Herausforderungen und Aktivitäten noch stärker als bislang zu
berücksichtigen, gibt das Land NRW den Jobcentern erstmals die Option, sich aus diesen
Handlungsfeldern auf drei lokale Schwerpunktthemen zu konzentrieren. Unter Abwägung
verschiedener Aspekte setzt sich das Jobcenter der Stadt Münster für das Jahr 2022 die folgenden
Schwerpunkte:
LangzeitarbeitslosigkeitundLangzeitleistungsbezugbeendenundvermeiden
Es ist systemimmanent, dass ein großer Teil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB 2
langzeitleistungsbeziehend und/oder langzeitarbeitslos19 ist. Während in den letzten Jahren
Langzeitarbeitslose und Langzeitleistungsbeziehende zunehmend vom Aufschwung der Wirtschaft
profitiert haben, hat die Corona-Krise ihre Chancen auf eine nachhaltige Integration in den
Arbeitsmarktwiederverschlechtert.
Zwar hat sich die Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden coronabedingt nicht erhöht, sondern von
Dezember 2018 zu Dezember 2020 sogar um 480 Personen verringert, allerdings ist die Zahl der
Menschen,die bereits seit 4 Jahren und länger Leistungen nach dem SGB 2 beziehen, gestiegen: Ihr
Anteil an allen Langzeitleistungsbeziehenden hat sich in Münster von 55,4 Prozent im Dezember
2018 auf 63,9 Prozent im Dezember 2020 erhöht (siehe dazu auch oben die Abbildung 20).
Langzeitleistungsbezug hat sich also pandemiebedingt weiter verfestigt und wird ohne geeignete
Gegenmaßnahmen schwer aufzubrechen sein. In den Blick zu nehmen sind in diesem Kontext auch
Leistungsbeziehende, die noch nicht langzeitarbeitslos oder langzeitleistungsbeziehend sind, damit
eine zu große Arbeitsmarktferne erst gar nicht entsteht. Dies sind insbesondere Menschen, die
aufgrundderCorona-Krisehilfebedürftiggewordensind.
Aufgrund des hohen Anteils an Langzeitarbeitslosen und Langzeitleistungsbeziehenden an allen
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat das Handlungsfeld eine große Schnittmenge zu den
anderen Handlungsfeldern: insbesondere Menschen mit Migrationsvorgeschichte, Frauen, (Allein-
)Erziehende und pflegende Angehörige sowie Menschen mit (Schwer-)Behinderung und
gesundheitlichen Einschränkungen sind von Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitleistungsbezug
betroffen. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es mit Blick auf die Entwicklung beruflicher
Perspektiven besonders wichtig, Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitleistungsbezug erst gar nicht
entstehen zu lassen, sondern einen möglichst reibungskosen Übergang von der Schule in den Beruf
zu gewährleisten. Mit der Wahl des Handlungsfeldes als Schwerpunkt werden also weitere
Handlungsfelder und Zielgruppen mit bedient. Zudem zahlt die Beendigung und Vermeidung von
Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitleistungsbezug auf die gesetzlichen Kernziele (siehe unter 2.)
einundträgtdamitzurZielerreichungdesJobcentersbei.
MenschenmitMigrationshintergrundfürAusbildung,QualifizierungundBeschäftigunggewinnen
Die Zuwanderunghat das Jobcenter der Stadt Münster,wie auch die anderen Grundsicherungsträger
und die Agenturen für Arbeit, in den vergangenen Jahren vor große Herausforderungen gestellt. Die
weiterhin unsichere Lage in vielen Ländern der Erde (aktuell zum Beispiel Afghanistan) löst erneute
Flüchtlingsbewegungen aus. Auch klimatische Veränderungenwerden mittelfristig eine Zuwanderung
bedingen,aufdiesichdieJobcenterfrühzeitigeinstellenmüssen.
Der Anteil der Leistungsberechtigten mit Migrationsvorgeschichte im Jobcenter der Stadt Münster hat
in den letzten Jahren nur leicht zugenommen, von rund 52 Prozent im Jahr 2015 auf 55 Prozent im
19 LangzeitarbeitslossindPersonen,diemindestenseinJahrarbeitslosgemeldetsind.

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Jahr 2020. Auffällig ist allerdings, dass innerhalb der Zielgruppe der Anteil der Menschen mit
ausländischer Staatsangehörigkeit kontinuierlich gestiegen ist. So hatten im Mai 2016 28 Prozent der
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten eine ausländische Staatsangehörigkeit, im Mai 2021 waren es
36 Prozent. Bei 44 Prozent dieser Personen handelt es sich um Geflüchtete20. Das heißt, dass
insbesondere die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erst seit vergleichsweise
kurzer Zeit in Deutschland leben und noch hohe Bedarfe auf dem Weg in den Arbeitsmarkt haben
(Spracherwerb,beruflicheOrientierungundQualifizierungundsoweiter),gewachsenist.
Festgestellt werden kann auch, dass erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit
Migrationsvorgeschichte in überproportionalem Ausmaß die grundlegende schulische und/oder
berufliche Ausbildung für die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt fehlen. So haben über 60
Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit Migrationsvorgeschichte keinen
Schulabschluss, bei den erwerbsfähigenLeistungsberechtigtenohne Migrationsvorgeschichtesind es
dagegennurrund25Prozent.
Entsprechend gibt es in diesem Handlungsfeld trotz einer sehr positiven Entwicklung der Beratungs-
und Förderangebote sowie der Netzwerkstrukturen für Menschen mit Migrationsvorgeschichte noch
viel Potenzial. Dies gilt insbesondere auch für Jugendliche und junge Erwachsene sowie für Frauen,
so dass auch bedeutsameSchnittstellen zu denHandlungsfeldernAusbildung und Chancengleichheit
am Arbeitsmarkt bestehen. Aufgrund der Größe der Zielgruppe ist über den Ausbau der Ausbildung,
Qualifizierung und Beschäftigung der Menschen mit Migrationsvorgeschichte nicht nur ein positiver
Effekt auf die gesetzlichen Ziele des Jobcenters (siehe unter 2.) herzustellen, sondern auch ein
BeitragzurFachkräftesicherungaufdemArbeitsmarktzuerreichen.
HerausforderungderDigitalisierungangehen
Die Digitalisierung hat Einfluss auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
Lebens. Auch die Kommunen und ihre Verwaltungen müssen sich dem digitalen Wandel stellen.
Darüber hinaus verändert die Digitalisierung die Arbeitswelt in nahezu allen Branchen und Berufen
undstellt somit neueHerausforderungenan Ausbildung undQualifizierung,aber auchan das Ziel der
sozialenTeilhabe.
Wie viele andere Organisationen hat das Jobcenter der Stadt Münster die Digitalisierung unter
anderemdurchdenProzesszurEinführungderelektronischenAktebereitsvorderCorona-Pandemie
in Angriff genommen. Durch die Pandemie hat Digitalisierung jedoch einen Schub erhalten, den es
nun in verschiedenen Handlungsfeldern zu nutzen und auszubauen gilt: interne und externe
Information und Kommunikation, Qualifizierung von Leistungsberechtigte und Mitarbeitenden und
weiteres. Das Jobcenter der Stadt Münster verfolgt dabei den Anspruch, sich als moderner
Dienstleister und attraktiver Arbeitgeber weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollen geeignete
Förderangebote die Leistungsberechtigten fit für die Transformationsprozesse am Arbeitsmarkt
machen. Somit ist die Digitalisierung ein zukunftsorientiertes Querschnittsthema, das große
MehrwertefürdieMenschenimLeistungsbezugunddieeigeneOrganisationschafft.
20 DieAbgrenzungderZielgruppederGeflüchtetenzurPersonengruppederausländischenLeistungsberechtigteninsgesamtgestaltetsich
komplex.DasJobcenterMünsterorientiertsichhierbeigrundsätzlichanderVorgehensweisederBundesagenturfürArbeitundzählt
hilfsweisejenePersonenimLeistungsbezugnachdemSGB2alsGeflüchtete,dieimBesitzeinerAufenthaltserlaubnisnachdemfünften
KapiteldesAufenthaltsgesetzessind(völkerrechtliche,humanitäreoderpolitischeGründe).DurchzusätzlicheAuswertungsmöglichkeiten
derinternenFachanwendunggelingtesdemJobcenterMünster,dieZielgruppederGeflüchtetennochmodifizierterzuermitteln:Überdie
VorgehensweisederBundesagenturderArbeithinauswerdenzusätzlichauchPersonenmiteinerNiederlassungserlaubnisnachdem
fünftenKapiteldesAufenthaltsgesetzesalsGeflüchtetegezählt.DarüberhinauswirdeinZeitbezughergestellt:DerEintrittinden
LeistungsbezugnachdemSGB22erfolgteabdem01.01.2015

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Aus den gesetzlichen Zielen sowie der Schwerpunktsetzung und den definierten Zielgruppen des
Jobcenters der Stadt Münster ergeben sich für das Jahr 2022 sieben Handlungsfelder, die es im
VerlaufdesPlanungsprozessesweiterzuoperationalisierengilt:
Dabei nehmen die Beendigung und Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit und
Langzeitleistungsbezug aufgrund der großen Schnittmenge zu allen anderen Handlungsfeldern eine
zentrale Rolle ein. Die strategische Grundausrichtung des Jobcenters, soziale Teilhabe durch
Beschäftigungzuermöglichen,wirddurchjedesderHandlungsfelderverfolgt.
Mit seiner strategischen Grundausrichtung und den Handlungsfeldern trägt das Jobcenter als
kommunale Einrichtung zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 203021 in den
ThemenfeldernArbeitundWirtschaft,BildungsowiegesellschaftlicheTeilhabeundGenderbei:
 GelebtegesellschaftlicheTeilhabeistinMünsterfüralleselbstverständlich.
 DieStadtMünstersetztsichdafürein,dieQuotederALGII/SGBII-Empfängerinnenund-
Empfängerbis2030kontinuierlichzusenken.
 AlleMenschengehenihrerQualifikationentsprechendeiner„GutenArbeit“nach.Inklusiveund
faireBeschäftigungsmöglichkeitensindausreichendvorhanden.
Planungs- und Zielvereinbarungsprozess des Landes und weiteres Vorgehen
Mitte September 2021 fand der Planungsauftakt des Landes NRW mit den kommunalen Jobcentern
statt, in dem die Erwartungshaltung an die Zielwertplanung für das Jahr 2022 übermittelt und den
JobcenternsechsHandlungsfelderalsmöglicheSchwerpunktthemenfür2022benanntwurden.
Auf Basis der Vorgaben des Landes und erster interner Hochrechnungen für die Zielwerte 202122
sowie der Eckpunkte und Rahmenbedingungenhat das Jobcenter in den letzten Wochendie unter 2.
dargestellten Zielkorridore erstellt sowie aufgrund der unter 3. beschriebenen Kriterien eine
Schwerpunktsetzung erarbeitet. Die Verwaltung wird die mit dieser Vorlage beschlossenen
Zielkorridore auf Grundlage der offiziellen Jahresendprognosen 2021, die den Jobcentern durch das
MAGS NRW im weiteren Verlauf des 4. Quartals übermittelt werden, zu konkreten Zielwerten
schärfenunddenAbschlusseinerZielvereinbarungmitdemLandanstreben.
21 Vgl.VorlageV/0515/2018:GlobalnachhaltigeKommuneNRW-NachhaltigkeitsstrategieMünster2030.
22 DieZielerreichungswertedeslaufendenJahresbildenjeweilsdieGrundlagefürdieZielwertedesfolgendenJahres.

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V/0756/2021
Sollte eine Zielvereinbarung mit dem Land ohne Abweichung von den mit dieser Vorlage
beschlossenen Korridore nicht möglich sein, wird die Verwaltung erst nach Herstellung des
Einvernehmens mit dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und
Arbeitsförderung eine Zielvereinbarung mit modifizierten Zielwerten abschließen. Dem für die
Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Fachausschuss wird im 1. Quartal 2022 über den
AbschlussderZielvereinbarungberichtet(vgl.RatsbeschlusszurVorlageV/0715/2012/1).
Auf inhaltlicher Ebene wird das Jobcenter der Stadt Münster die mit dieser Vorlage beschlossenen
Schwerpunkte und weiteren Handlungsfelder in einem Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm
operationalisieren und dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und
ArbeitsförderungindererstenSitzungsketteimJahr2022zurEntscheidungvorlegen.
InVertretung
gez.CorneliaWilkens
Stadträtin
Anlagen:
AnlageA
Glossar

Beratungsverlauf (1)

26.10.2021 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 10 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0756/2021
Typ
Vorlagen
Datum
07.10.2021
Erstellt
04.10.2021 18:28