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AN/1305/2024

Antrag des FachAK 4 zur Verbesserung der interkulturellen Öffnung des Senior*innenbereichs in Köln

Antrag nach § 3 der GeschO des Rates 15.10.2024

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Nächste Beratung: Integrationsrat, Sitzung am 19.11.2024, TOP 6.1

Antrag zur Verbesserung der interkulturellen Öffnung Seniorinnenarbeit

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Antrag zur Verbesserung der interkulturellen Öffnung Seniorinnenarbeit

5462 Zeichen

FachAK 4 - Gesundheit, Soziales und Senior*innen    12.09.2024 
 
 
 
 
An den  
Vorsitzenden des Integrationsrates 
Herrn Tayfun Keltek 
 
An die  
Geschäftsstelle des Integrationsrates 
Frau Dr. Gülşen Dikbaş 
 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Integrationsrates 
 
Gremium Datum der Sitzung 
Integrationsrat 08.10.2024 
Antrag zur Verbesserung der interkulturellen Öffnung des Senior*innenbereichs 
in Köln 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Keltek, 
Der Fachausschuss 4 – Gesundheit, Soziales und Senior *innen begleitet seit mehreren 
Wahlperioden das Thema der interkulturellen Öffnung des Seniorinnenbereichs und hat hierzu 
mehrfach Anfragen, Anträge und Initiativen eingebracht. In diesem Zusammenhang möchten 
wir auf den kürzlich vorgelegten Dritten Bericht zur Kommunalen Pflegeplanung hinweisen, 
der aus unserer Sicht erhebliche Defizite aufweist. 
Zur Sitzung des Integrationsrats am 03.09.2024 wurde die Mitteilung „Vorstellung des dritten 
Berichts zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln nach dem Alten- und Pflegegesetz 
Nordrhein-Westfalen (APG NRW)“ 1634/2024 vorgelegt.  
Der Facharbeitskreis begrüßt diese Untersuchung und die Vorlage des Berichtes zur 
Kommunalen Pflegeplanung. Dennoch ist es dem Integrationsrat und dem Facharbeitskreis 
ein wichtiges Anliegen, die bestehenden Defizite des Berichts zu benennen.  
In Köln haben lt. Statistischem Jahrbuch Köln 2023 (bezogen auf alle Kölner Einwohner*innen 
dieses Alters) 30,4% der 65 – 80jährigen bzw. 28,9% der 80jährigen und Älteren einen 
Migrationshintergrund.  
Im Bericht zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln nach dem Alten- und Pflegegesetz 
Nordrhein-Westfalen (APG NRW) wird betont, , dass „Die Zahl der Älteren ab 80 Jahren mit 
internationaler Familiengeschichte im Zeitraum von 2010 bis 2022 um 172% gestiegen  ist. 
Diese Personengruppen haben einen besonderen Unterstützungsbedarf in Bezug auf 
Information über und die Inanspruchnahme von Hilfe- und Pflegeangeboten.“ 
Trotz dieser Aussage berücksichtigt der Bericht die Belange von Senior*innen mit 
internationaler Familiengeschichte weiterhin nicht angemessen und enthält keine konkreten 
Handlungsempfehlungen zur Verbe sserung ihrer Situation. Die Mitglieder des 
Facharbeitskreises empfinden dies als mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit, insbesondere 
gegenüber der Generation der ehemaligen sogenannten „Gastarbeitenden“, die maßgeblich 
zum Aufbau dieser Stadt beigetragen hat. 
Zudem bedauern wir, dass der Integrationsrat erst zum Ende der Beratungsfolge eingebunden 
wurde, sodass  seine Einschätzungen nicht alle beteiligten Gremien erreicht haben. Dies 
schränkt die Möglichkeit einer umfassenden und frühzeitigen Berücksichtigu ng unserer 
Vorschläge erheblich ein.

Der Bericht hebt in Kapitel 2 die Bedeutung von Information und Beratung über kommunale 
Angebote hervor, um präventiv spätere Mehrkosten zu vermeiden. Der Integrationsrat fordert 
seit Jahren ein Angebot familiensprachli cher Seniorenberatungen, um den Bedarf von ein 
Drittel der Kölner Senior*innen (76.211 Personen) mit internationaler Familiengeschichte 
besser zu bedienen. Bedauerlicherweise ist nicht erkennbar, dass das Beratungssystem in 
dieser Hinsicht grundlegend neu ausgerichtet wird. 
Die Verwaltung wird daher gebeten, das Beratungssystem künftig angemessen auf die 
Bedürfnisse dieser Personengruppe auszurichten. 
In Kapitel 4 „Pflegebedürftigkeit und Demenz“ wird ausführliches Zahlenmaterial präsentiert, 
jedoch fehlen Angaben zu Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte. Es ist 
unerlässlich, künftig auch diese Daten zu erheben, um zielgenaue Planungen und passgenaue 
Konzepte entwickeln zu können. Die Verwaltung wird aufgefordert, diese Daten für den 
nächsten Bericht zu berücksichtigen. 
Darüber hinaus ist es unverständlich, dass das mehrjährige, vom Land geförderte Projekt 
„Guter Lebensabend“ mit seinen wichtigen Erkenntnissen und Ergebnissen weder in Kapitel 8 
noch an anderer Stelle im Bericht berücksichtigt wurde. Die Ergebnisse dieses Projekts, das 
ein Drittel  der Kölner Senior*innen betrifft, sollte n dringend in die strategische 
Ausrichtung der Fachverwaltung einfließen. 
In Kapitel 9 „Zusammenfassung und Empfehlungen“ werden allgemeine und unkonkrete 
Aussagen getroffen, die aus Sicht des FachAK 4 im Jahr 2024 einer Stadt wie Köln nicht mehr 
gerecht werden . Die demografische Entwicklung der Senior*innen  mit internationaler 
Familiengeschichte erfordert gezielte Maßnahmen und Konzepte, die über vage 
Absichtserklärungen hinausgehen. 
Wir fordern die Verwaltung daher auf, das Thema Senior *innen mit internationaler 
Familiengeschichte endlich ernst zu nehmen und die Anregungen des FachAK 4, des 
Integrationsrates sowie des Projekts „Guter Lebensabend“ aufzugreifen. Es müssen 
konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die sicherstellen, dass alle 
Senior*innen, unabhängig von ihrer Familiengeschichte, die bestehenden Angebote in 
Köln gleichberechtigt nutzen können. 
Ein Paradigmenwechsel ist erforderlich: Es geht nicht primär um zusätzliche finanzielle Mittel, 
sondern um eine gerechte Verteilung der vorhandenen Ressourcen. Alle Angebote müssen 
auch für Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte erreichbar und nutzbar sein. Wo 
dies nicht der Fall ist, müssen Gründe hinterfragt und entsprechende Anpassungen 
vorgenommen werden. 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
Facharbeitskreis 4 - Gesundheit, Soziales und Senior*innen

Beratungsverlauf (1)

19.11.2024 Integrationsrat
TOP 6.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/1305/2024
Typ
Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
Datum
15.10.2024
Erstellt
23.09.2024 05:49