Mandari Insight

2018/0002

Barrierefreie Gesundheitsversorgung - Projektverlängerung

Magistratsvorlage 20.12.2017

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2018/0002

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- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
17.01.2018 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat I 
Dezernat IV 
 
Amt: Dezernat V  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
I 10.1 10.2 
IV 20 
V 50 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2018/0002 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
31 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 311300 
Kostenstelle: 050-003-1013 Investitionsnummer:  
Kostenträger: 3113-70 Sachkonto:  6779322 Ertragskonto: 5421000 
 
Betreff: Barrierefreie Gesundheitsversorgung  - Projektverlängerung  
 
Vorlage vom: 20.12.2017  
 
Beschlussvorschlag : 
1. Der Teilnahme an der Projektverlängerung der Modellregion Barrierefreie 
Gesundheitsversorgung für die Laufzeit 01.04.2018 – 31.03.2019 und damit der Fortführung 
der erfolgreichen Umsetzung der aktuellen F ördermaßnahmen wird zugestimmt.  
 
2. Die durch die Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von 
Menschen mit Behinderung (UN - BRK) entstehenden Personalaufwendungen für die 
Projektleitung sowie für die verwaltungsmäßige Abwicklung, werden mit 50.000,00 Euro aus 
Fördermitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und 7.300,00 Euro 
mit Haushaltsmitteln der Wissenschaf tsstadt Darmstadt finanziert.  
 
3. Die städtischen Mittel stehen bei der Kostenstelle 050-003-1013, SK 6779322, 3113 -70 zur 
Verfügung.

- 3 - 
 
4. Der Verlängerung der Befristung der Stelle 508 GVPL. (LOGA 7430, 0,50 VZÄ, vorläufig 
ausgewiesen nach EG 10 TVöD, kw, Proje ktLtg.) mit zeitgleicher Bewirtschaftung bis zum 
31.03.2019 wird vorbehaltlich des Bewilligungsbescheides des HSMI zugestimmt.  
 
 
Anlagen: Dokumentation  
Finanzplan 
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom 24.01.2018 
 
Der Vorlage wird zugestimmt.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 20.12.2017:  
 
Das Sozialdezernat – hier Amt für Soziales und Prävention – führt das Projekt „Barrierefreie 
Gesundheitsversorgung“ im Rahmen der Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten 
Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN- BRK), als eine Modellregion von 
momentan 16 Modellregionen in Hessen seit 01.06.2016 durch (Laufzeit noch bis 
31.03.2018).  
Die bisherigen erfolgreich teilnehmenden Modellregionen wurden aufgefordert, diese Arbeit in 
einem weiteren Förderzeitraum von 01.04.2018 – 31.03.2019 fortzuführen. Die positiven 
Wirkungen des Projektes sind in der beigefügten Anlage der Dokumentation der ersten 
Forschungsphase dargestellt. 
Die Barrierefreie Gesundheitsversorgung konzentriert sich als flankierendes Projekt auf die 
Förderung der Teilhabe und die Identifikation der Hemmnisse und Barrieren von Menschen mit 
körperlichen und seelischen Behinderungen. Ziel ist es, den Zugang zur barrierefreien 
medizinischen Versorgung, die Zugänge zu Arztpraxen, Kliniken und Einrichtungen innerhalb 
des Gesundheitssystems in Darmstadt zu untersuchen und nachhaltige Maßnahmen der 
Inklusion in Bezug auf das Thema Gesundheit zu entwickeln.  
Eine barrierefreie Gesundheitsversorgung für Menschen mit verschiedensten 
Beeinträchtigungen ist trotz vieler Initiativen, Projekte und gesetzlicher Grundlagen nach wie 
vor ein menschenrechtsrelevantes Thema im Kontext der vollen und gleichberechtigten 
Teilhabe. Es gilt dabei die Weiterentwicklung von Informationsprozessen bzw. 
Umsetzungsprozessen auszubauen und durch bestimmte Maßnahmen den Gesundheitssektor 
positiv zu begleiten und zu beeinflussen. 
Darauf weisen Artikel 25 „Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ohne 
Diskriminierung“ und Artikel 26 „Höchstmaß gesundheitsbezogener Maßnahmen für mehr 
Unabhängigkeit und Teilhabe“ der UN-BRK ausdrücklich hin. 
Das Thema barrierefreie Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen besitzt eine 
hohe gesundheitspolitische Bedeutung und wird aktuell auf der Ebene von 
Selbsthilfeorganisationen, Fachverbänden, seitens der Sozialpolitik und der Wissenschaft stark 
diskutiert. 
Im Rahmen des Projektes konnten sich regelmäßig stattfindende Runde Tische etablieren und 
eine Befragung von Menschen mit Behinderung wurde durchgeführt. Daneben hat sich das 
Beratungsangebot „Gebärdendolmetscher-Sprechstunde“ in einer Apotheke für Menschen mit 
Hörbeeinträchtigungen entwickelt. Diese Maßnahmen zeigen einen erfolgreichen Einfluss auch 
in Bezug auf die Öffentlichkeit und die sich damit ändernde Haltung der Bevölkerung durch 
Sensibilisierung auf Menschen mit Behinderungen.

Für den anstehenden Förderzeitraum wird angestrebt, eine Fragebogenevaluation zum Thema 
Gesundheitsversorgung   durchzuführen, die eine besondere Herausforderung darstellt.  
Als Pilotprojekt in der Bundesrepublik wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt neue Wege 
gehen und einen Mehrwert für andere Kommunen darstellen. Zudem wird ein Fachtag für 
medizinisches Personal zum Thema barrierefreie ärztliche Praxen in 2018 angeboten. Geplant 
ist außerdem eine Einführung einer Kennzeichnung von medizinischen Praxen und 
Einrichtungen, die den Bedarfen der Menschen mit Behinderung gerecht werden.  
Die kommunale Projektleitung für Barrierefreie Gesundheitsversorgung begleitet die 
Umsetzung, führt gemeinsam mit den Akteur*innen des Gesundheitssektors und den 
Inklusionsakteur*innen eine Erfolgskontrolle durch und ist für die ordnungsgemäße 
Durchführung und Abrechnung des gesamten Vorhabens verantwortlich. Die Einrichtung einer 
Projektleitung bei der Kommune ist verpflichtend. Eine entsprechende Stelle ist befristet 
eingerichtet worden (0,5 VZÄ-Stelle nach EG 10 TVöD, kw, Koordination). Diese Stelle soll 
weiter befristet vom 01.04.2018 – 31.03.2019 für die Fortführung des Projektes eingesetzt 
werden.  
Das Gesamtfinanzvolumen des Projektes für die Haushaltsjahre 2018 – 2019 beträgt 
57.300,00 Euro. Entsprechend der Förderrichtlinie werden 50.000,00 Euro aus Mitteln des 
HSMI getragen. 
Die Eigenbeteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt für den gesamten Förderzeitraum vom 
01.04.2018 bis 31.03.2019 beträgt insgesamt 7.300,00 Euro. Sie wird aus den bereits zur 
Verfügung stehenden Mitteln der Koordinationsstelle inklusiver Projekte, Kostenstelle 050 -003-
1013, SK 6779321, KT 3113-70 sichergestellt.  
 
Darmstadt, 20.12.2017  
 
Dezernat I                                      Dezernat IV                                    Dezernat V  
 
 
 
 
Jochen Partsch                              André Schellenberg                       Barbara Akdeniz  
Oberbürgermeister                        Stadtkämmerer                              Stadträtin

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Barrierefreie Gesundheitsversorgung Darmstadt 
Dokumentation der ersten Forschungsphase und des Treffens des zweiten Runden 
Tisches

Herausgeberin | Kontakt 
 
    Wissenschaftsstadt Darmstadt 
    Amt für Soziales und Prävention 
    Projektleitung Barrierefreie Gesundheitsversorgung 
    Stadthaus III 
    Frankfurter Str. 71 
    64295 Darmstadt 
    Telefon (0 61 51) 13 -3785 
    E-Mail julia.tamm@darmstadt.de 
    Internet www.darmstadt.de

Inhalt 
 
Barrierefreie Gesundheitsversorgung ................................................................................................... 4 
Die erste Forschungsphase .................................................................................................................. 5 
Zeitplan der Begleitforschung .............................................................................................................. 7 
Präsentation der Ergebnisse der Befragung durch die Studierenden.................................................... 8 
Einstiegsinformationen ........................................................................................................................ 9 
Zusammenfassung der Themen .......................................................................................................... 11 
Übersicht zu den analysierten Barrieren ............................................................................................ 21 
Wünsche und Vorschläge aus Sicht der Interviewpartner_innen.........................................................22  
Der Runde Tisch (zweites Treffen) ..................................................................................................... 23 
Ausblick ............................................................................................................................................. 24

4 
  
 
Barrierefreie Gesundheitsversorgung 
   
Befragung der Menschen mit Behinderung zu einer barrierefreien Gesundheitsver-
sorgung  
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde Modellregion zur Umsetzung der UN - Behindertenrechtskon-
vention. Am 16. Februar 2017 lud die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Masterstudierenden der 
Evangelischen Hochschule Darmstadt (Studiengange Inclusive Education/ Integrative Heilpädagogik) 
zusammen mit Prof. Dr. Erik Weber und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter M.A. David Knöß,  zur 
Ergebnisvorstellung der ersten Forschungsphase des Modellprojektes „Barrierefreie Gesundheitsversor-
gung“ ein. 
 
Menschen mit Behinderung benötigen mehr Unterstützung und gute Ideen in ihrer Gesundheitsförd e-
rung. Durch das Modellprojekt gilt es den Zugang zur barrierefreien medizinischen Versorgung, die Zu-
gänge zu Arztpraxen, Kliniken und Einrichtungen innerhalb des Gesundheitssystems in Darmstadt zu 
untersuchen.  
Daraus werden verschiedenste Maßnahmen entwickelt, welche im besten Fall zum Abbau von Barrieren 
sowohl im Gesundheitssystem, als auch in den Köpfen aller Bürgerinnen und Bürger beitragen werden. 
Eine Maßnahme beinhaltet die Durchführung einer Befragung der Bedarfserhebung. Für die Umsetzung 
der Maßnahme wurde die Evangelische Hochschule Darmstadt beauftragt eine Befragung als Grundl a-
genforschung durchzuführen. Diese ist notwendig um Barrieren aus Sicht von Darmstädter Bürgerinnen 
und Bürgern mit Behinderung zu ermitteln, um in einer zweiten Forschungsphase (welche Mitte 2017 
beginnt) einen Fragebogen zu entwickeln, welcher repräsentative Ergebnisse bieten kann. 
 
Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bedeutet:  
 
a. Erschließung von privatem und öffentlichem Raum 
b. Vernetzung von zentralen Akteur_innen 
c. Mobilität in ausgewählten Sozialräumen der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
Die Bearbeitung dieser 3 Punkte beinhaltet die Befragung von Menschen mit Behinderung mit der Fra-
ge,:“ Was denn überhaupt Barrieren der Gesundheitsversorgung innerhalb der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt sind?“   
Gesundheit ist für jeden Menschen ein wesentlicher Aspekt erfüllten Lebens und eine grundlegende V o-
raussetzung für eine umfassende Teilhabe und Inklusion. Das Thema der barrierefreien Gesundheitsve r-
sorgung von Menschen mit Behinderung besitzt eine hohe gesundheitspolitische Bedeutung und wird 
aktuell auf mehreren Ebenen diskutiert. Es wird davon ausgegangen, dass die Gesundheitsversorgung 
von Menschen mit Behinderung in Bezug auf die Barrierefreiheit und Teilhabechance noch Weiteren t-
wicklungspotential hat.

5 
 
Die erste Forschungsphase 
   
Bedarfserhebung  zur Sicht der Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung zu indivi-
duellen Barrieren ihrer Gesundheitsversorgung: Interviews und Sozialraumbegehun-
gen 
 
Eine barrierefreie Gesundheitsversorgung für Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen ist 
trotz vieler Initiativen, Projekte und gesetzlicher Grundlagen nach wie vor ein menschenrechtsrelevantes 
Thema im Kontext der vollen und gleichberechtigten Teilhabe. 
Darauf weisen bspw. Artikel 25 (Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ohne Diskrimini e-
rung) und 26 (Höchstmaß gesundheitsbezogener Maßnahmen für mehr Unabhängigkeit und Teilhabe) 
der UN-BRK ausdrücklich hin. 
Das Thema barrierefreie Gesundheitsversorgung von Menschen mit Beeinträcht igungen besitzt hohe 
gesundheitspolitische Bedeutung und wird aktuell auf der Ebene von  Selbsthilfeorganisationen, Fach-
verbänden, seitens der Sozialpolitik und der Wissenschaft diskutiert. 
 
Folgende Fragen sollen in dem Zusammenhang der ersten Forschungsphase leitend sein: 
 
1. Wie kann Gesundheitsförderung von Menschen mit Beeinträchtigungen gemeinsam mit ihnen 
gestaltet werden? 
2. Wie kann eine integrierte kommunale Strategie der Gesundheitsförderung inklusiv umgesetzt 
werden? 
 
Die für eine solidarische und eman zipatorische Sozialpolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt bekan n-
ten Prämissen Prävention, Partizipation, Barrierefreiheit und Sozialraumorientierung sollen auch die 
Grundprinzipien der Begleitforschung darstellen. 
 
I. Die Vorgehensweise  
 
Im Rahmen der Begleitforschung ging es um eine Bedarfsanalyse als  grundlegende  Basis  für  weitere  
Planungen  und  Maßnahmen. 
Dazu wurden Befragungen von Nutzer_innen der Gesundheitsversorgung, konkret von Menschen mit 
verschiedensten Beeinträchtigungen  durchgeführt. Zudem wurden gemeinsam mit Studierenden und 
Adressaten Sozialraumbegehungen gemacht. Diese Befragungen und Sozialraumbegehungen überna h-
men 11 Masterstudierende des Studiengangs Inclusive Education/ Integrative Heilpädagogik  unter der 
Leitung von Prof. Dr. Erik Weber und seinem wissensch aftlichen Mitarbeiter M.A. David  Knöß. Diese 
standen eng in Absprache mit der Projektleitung Julia Tamm. 
 
Inhalte der Befragung waren folgende Themen : Zugänglichkeit, Erreichbarkeit und  Verfügbarkeit der 
Gesundheitsversorgung. 
 
Folgende Items fanden im Kontext der Befragungen Berücksichtigung: 
• Zugänge zu barrierefreier Gesundheitsversorgung 
• öffentlicher Raum und barrierefreie Gesundheitsversorgung 
• Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsentwicklung im Sozialraum 
• Zugänglichkeit der Informationssysteme und Erreichbarkeit der Versorgungsangebote  
• Zugang zu Gesundheitsleistungen 
• geschultes/qualifiziertes Personal 
• Adressat_innenperspektive

Die erste Forschungsphase 
 
 
6 
 
II. Methodik 
 
In Form einer zunächst qualitativen Befragung (Führu ng von qualitativen offenen Interviews) und  in 
Ergänzung von Sozialraumbegehungen (Wege mit Adressaten ablaufen um eventuelle Barrieren zu an a-
lysieren) mit Menschen mit Behinderung wurden grundlegend Daten erhoben. Diese waren notwendig, 
um anschließend in einem nächsten Schritt,  die Entwicklung eines Fragebogens zu ermöglichen. Die in 
einem sogenannten Methoden-Mix anzuwendenden quantitativen und qualitativen Forschungsstrategien 
werden im weiteren Projektverlauf wissenschaftstheoretisch reflektiert und miteinander verzahnt. 
 
Die qualitative Befragung wurde mit teil-narrativen Interviews (unterschiedlich gesampelt ) mit einer An-
zahl von 17  Teilnehmer_innen geführt. Die Nutzer_innen wu rden in diesem Zusammenhang als  Ex-
pert_innen ihres eigenen Lebens betrachtet und fungierten als subjektive Perspektiven , um zu reko n-
struieren, was diese als Barrieren im Kontext der Gesundheitsversorgung wahrnehmen und in ihrem 
Alltag als hinderlich erleben. 
 
Die Umsetzung dieser Forsch ungsphase wurde im Kontext einer Lehrveranstaltung des Master -
Studiengangs Inclusive Education/Integrative Heilpädagogik der Evangelischen Hochschule Darmstadt 
(EHD) (Modultitel: Gestaltung inklusiver Gesellschaftsstrukturen; Seminartitel: Inklusive Strukt uren und 
Handlungskonzepte  - Schwerpunkt Inklusives Gemeinwesen) bewerkstelligt. 
Die Studierenden führte jeweils ein Interview, transkribierten dieses und werteten die Interviews unter 
bestimmten Gesichtspunkten mittels der Methode der „Grounded Theory“ gemeinsam aus. Die Erge b-
nisse aller Interviews w urden dann zu Themenschwerpunkten gebündelt  (Bildung von Kategorien)  und 
analysiert. In wöchentlichen Auswertungssitzungen  unter Beteiligung der Projektleitung, erfolg ten C o-
dierungen und Kategorisierungen des  erhaltenen Datenmaterials. Die Interviews wurden mit der Metho-
de der Sozialraumbegehung mit ausgewählten Nutzer_innen (ca. 3-4 Begehungen) ergänzt. 
  
Die gesamte qualitative Bedarfserhebung betraf den stationären, teilstationären, sowie den ambulanten 
Bereich der Gesundheitsversorgung. Um diese Erfassung in allen Bereichen zu ermöglichen, wurden die 
verschiedensten Darmstädter Einrichtungen und Dienste als Kooperationspartner_innen  angefragt und 
genutzt. 
 
Aus der Ermittlung d er Bedarfe durch die Interviews konnten Barrieren und Hemmnisse erkannt und 
kategorisiert werden. Ergebnis der Befragung sind somit die Benennung  und damit der Abbau von Ba r-
rieren. Die qualitative Bedarfserhebung wurde von Oktober 2016 bis März 2017 durchgeführt. 
 
Die Ergebnis se präsentierten die  Studierenden am 17. Februar in Form einer Abendveranstaltung  im 
Magistratssaal der Wissenschaftsstadt Darmstadt . Anschließend wurde am 27. März 2017 ein zweiter 
runder Tisch beteiligt, um die Ergebnisse mit den Fachkräften zu diskutieren und die fachliche Sicht mit 
in die Erstellung eines Fragebogens einfließen zu lassen . Auf Basis dieser Ergebnisse wird momentan in 
einem zweiten Schritt eine quantitative Befragung in Form eines Fragebogens entwickelt. 
 
Es folgt nun die Zeitplanung der ersten Forschungsphase und die Zusammenfassung der Präsentation 
der Ergebnisse vom 17. Februar 2017. Anschließend wird auf die Diskussion des runden Tisches eing e-
gangen.

7 
 
Zeitplan der Begleitforschung 
Von Oktober 2016 bis Februar 2017 
 
Der Zeitplan beschreibt die sechs Meilensteine des Projektverlaufes  von Mitte Oktober 2016 bis Ende 
Februar 2017. Die Kick Off  (Meilenstein 1) war der Auftakt der Forschungsphase. Nach der Kick Off 
Veranstaltung folgte die Findung der konkreten Fragestellung  (Meilenstein 2) . Dazu wurde eine Ei n-
gangsfrage konstruiert, welche für den Anfang des Interviews entscheidend sein könnte, um durch einen 
Erzählstimulus die Stehgreiferzählungen der Interviewten zu aktivieren.  Diese lautete: „Was machen Sie 
denn eigent lich wenn S ie krank sind? “ Anhand dieser Einstiegsfrage wurden die Interviews begonnen 
und die Befragten aktiviert, über ihre Sichtweisen zur Gesundheitsversorgung in Darmstadt eigene G e-
schichten zu erzählen. 
Im Dezember 2016 (Meilenstein 3 Erhebung der Interviews und 4 Erhebungsstop) führten die Master-
studierenden der Evangelischen Hochschule die Interviews mit insgesamt 17 Menschen mit Behind e-
rung mit den unterschiedlichsten Bedarfen, Ressourcen und Unterstützungen. Zudem wurden Sozia l-
raumbegehungen mit Menschen mit Behinderung geführt. Dabei ging man gemeinsam den Weg von der 
Wohnung der Beteiligten bis zu einer Arztpraxis, in eine Apotheke, zu einem Facharzt, in ein Kranken-
haus oder zu einer Krankenkasse. Es wurden Wege studiert, welche von den befragten Menschen mit 
Behinderungen zur Nutzung der Gesundheitsversorgung in Darmstadt benutzt werden. Aufgrund dieser 
Erfahrung konnten Barrieren aus Sicht der Menschen mit Behinderung identifiziert werden.  
Von Mitte Dezember 2016 bis Anfang Februar 2017 transkribierten die Masterstudierenden in Beglei-
tung von Herrn Weber und Herrn Knöß die Interviews und analysierten diese, um Barrieren und relevan-
te Themen von denen die Befragten berichteten zu finden (Meilenstein 5 Abschluss der Auswertung- 
beinhaltet auch die Dokumentation und den Anfang der Auswertung. Dieser sind drei Schritte: Erst I n-
terviews transkribieren, dann analysieren und dann dokumentieren der Ergebnisse). 
Von Anfang bis Mitte Februar 2017 wurde die Projektpräsentation im öffentlichen Raum vorbereitet. 
Dazu wurde eine Präsentation entwickelt, eine PowerPoint- Präsentation entworfen, der Ablauf der Prä-
sentation geplant und dann ausgeführt.

8 
  
 
Präsentation der Ergebnisse der Befragung durch die 
Studierenden 
 
Begrüßung von Julia Tamm: „Wir brauchen Expertenwissen der Menschen mit Be-
hinderung“ 
 
Der Abend wird von der Projektleitung Julia Tamm durch eine Begrüßungsrede eröffnet. Frau Tamm 
erläutert noch einmal, dass es in der Forschung wichtig ist zu verstehen, wie aus Sicht von Menschen 
mit Behinderung die Gesundheitsversorgung wahrgenommen wird. Dies sei ein erster wichtiger Grund-
stein, um sich der Frage zu nähern was denn barrierefreie Gesundheitsversorgung in Darmstadt bede u-
tet und wie man diese mit Inhalt füllt. Sie appelliert an die Interessierten den Abend zu nutzen, gemein-
sam darüber nachdenken und verstehen lernen, was die Sichtweisen der Befragten sind, um die Begriffe 
Barriere und Barrierefreiheit, im Kontext Gesundheit greifbarer zu machen. Es sei wichtig denjenigen 
eine Stimme zu geben die es auch wirklich betrifft. Dazu sagt Julia Tamm: „Wir brauchen genau dieses 
Experten- und Expertinnenwissen. Die Erfahrungswerte der Menschen mit Beeinträchtigungen sind 
grundlegend, denn nur durch ihre Aussagen können wir Barrieren verstehen. So können wir Erlebnisse 
über die Gesundheitsversorgung in Darmstadt rekonstruieren und damit soziale Wirklichkeiten abbil-
den. Dies gibt uns die Möglichkeit in einem nächsten Schritt aus diesen Ergebnissen der Interviews und 
Sozialraumbegehungen heraus, einen Fragebogen zu erstellen, der repräsentativ erfassen kann, was 
eine barrierefreie Gesundheitsversorgung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Zukunft sein kann.“ 
 
 
 
 
 
 
                                                      Dipl- Päd. Julia Tamm (Projektleitung) / Bild: Sophia Meier

9 
 
Einstiegsinformationen 
 
Nach der Rede von Frau Tamm begrüßt Professor Doktor Erik Weber alle Interessierten und übergibt 
dann das Mikrofon an die Masterstudierenden des Studiengangs Inclusive Education/Integrative Heil-
pädagogik. Zunächst bedanken sich die Studierenden bei Ihren Interviewpartner_innen und berichten 
wie überwältigt sie waren, dass ihnen seitens der Menschen mit Behinderung so viel Offenheit und Be-
reitschaft zur Beteiligung am Projekt entgegengebracht wurde.  
 
Die Zugänge zu den Interviewpartner_innen verliefen auf ganz unterschiedliche Weise. Es wurde einer-
seits in den diversen Einrichtungen Flyer verteilt, auf diesen Informationen standen, was denn zum Bei-
spiel überhaupt Interviews sind und warum man diese mit Menschen mit Behinderung führen möchte. 
Diese Flyer wurden zusätzlich auch in leichter Sprache verfasst, so dass möglichst viele Menschen be-
teiligt werden konnten. Ein anderer Weg wie man an Interviewpartnerinnen kam, war die Bereitschaft 
von Interessierten vorab, welche sich bevor die Befragungen losgingen schon bei Frau Tamm gemeldet 
hatten. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Bereitschaft durch Selbstinitiierung bei den Befragten geg e-
ben war und als ein besonderes Merkmal identifiziert werden kann. Die Eigenbeteiligung war zur Freude 
aller groß. 
 
Ein weiterer Zugang war der Besuch der Studierenden in einer Einrichtung bei einem Nachmittagskaffee 
oder bei einem Stammtisch einer Selbsthilfegruppe. Es haben aber auch Fachkräfte der Einrichtungen 
mitgeholfen und zum Beispiel Bewohner_innen einer stationären Einrichtung angefragt, ob diese even-
tuell Lust hätten, an der Befragung oder Sozialraumbegehung mitzumachen. Diese Erschließung der 
Zugänge zeigt, wie vielfältig die Studierenden ihre Projektpartner_innen rekrutiert haben und wie viel 
Arbeit dies gekostet haben muss. Dies zeigt aber auch wie hilfsbereit und engagiert die Kooperations-
partner_innen waren. 
 
Bei den Befragten selbst, handelte es sich um 17 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters von Mitte 
zwanzig bis Anfang 90. Dabei wurde sowohl in der Geschlechterauswahl als auch in der Altersgruppe 
auf Validität geachtet und alle Gruppierungen, sowie auch Bedarfe eingebunden. Die Befragten wohnten 
in den verschiedensten Wohnformen, waren sowohl mit als auch ohne Partner, Arbeit, familiären Bezi e-
hungen etc. 
 
 
 
Masterstudierende der Evangelischen Hochschule/ Bild: Marcel Düpont

Die erste Forschungsphase 
 
 
10 
 
Die Studierenden beginnen ihre Präsentation mit der Aufführung von bestimmten Einstiegsinformati o-
nen in das Thema der barrierefreien Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen. Dazu 
wird zunächst den Teilnehmer_innen nahegebracht, was denn überhaupt die Begriffe: Behinderung, Ge-
sundheitsversorgung und Barrieren bedeuten. Die Definition von Behinderung wird laut der Präambel 
der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 folgendermaßen definiert:„ [dass] das Verständnis von 
Behinderung sich ständig weiterentwickelt und dass Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen 
Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren entsteht.“ Mit die-
sem Zitat wollten die Studierenden beschreiben, dass der Begriff Behinderung auch immer etwas mit 
der sozialpolitischen Haltung aller Akteure zu tun hat und einem ständigen Wandel unterliegt. Dieser 
Wandel wird durch die Haltung und Barrieren innerhalb der Gesellschaft bedingt. Die Barrieren haben 
dabei einen Umfang von räumlichen Barrieren wie beispielweise keine Rampen, bis hin zu gesetzlichen 
Barrieren usw.  
 
 
Folie 5 aus dem Vortrag der Studierenden 
 
Barrieren werden demnach in Bezug auf das Thema Gesundheitsversorgung als Bedingungen gesehen, 
welche den Zugang zu der Versorgung erschweren oder verhindern. Gesundheitsversorgung umfasst in 
diesem Zusammenhang den Besuch von Arztpraxen, Krankenhäusern, Krankenkassen oder Sanitäts-
häusern. Die Beteiligten an einem Gesundheitssystem sind die Empfänger_innen von Gesundheitsleis-
tungen (Leistungsempfänger), die Leistungserbringer: Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Pflegepersonal, 
Therapeuten. (Der Begriff „Leistungserbringer“ ist ein juristischer Begriff aus dem SGB V, der von den 
Heilberufsangehörigen als abwertend empfunden wird).,die Leistungsfinanzierer: Direktzahler (Selbs t-
zahler), freiwillig Versicherte, gesetzlich versicherte Arbeitnehmer, Arbeitgeber, privat Versicherte, die 
Leistungszahler: Direktzahler, die Krankenversicherungen, die Gesetzliche Unfallversicherung, Pfleg e-
versicherung und Rentenversicherung, die Kassenärztlichen Vereinigungen, Kassenzahnärztliche Vere i-
nigungen staatliche Beihilfestellen, der Staat: seine gesetzgebenden Körperschaften wie Länder und 
Kommunen und seine Regulierungs- und Überwachungsstellen, wie z. B. Gesundheitsämter,weitere im 
Gesundheitswesen tätige Interessensverbände z. B. Patientenverbände, Bundesverbände und Selbsthi l-
feorganisationen, Berufsverbände, die Wissenschaft: Medizin, Gesundheitswissenschaften und Gesun d-
heitssystemforschung. Anhand dieser Aufzählung wird deutlich, wie komplex sich das Feld der Gesund-
heitsversorgung darstellt und wie schwierig es sein kann sich dieses System mit seiner eigenen System-
logik zu erschließen.

11 
  
 
Zusammenfassung der Themen  
Was sind Barrieren in der Gesundheitsversorgung aus Sicht von Menschen mit Be-
hinderung? 
 
Nach den Einstiegsinformationen werden nun die Ergebnisse der Forschung erläutert. 
Aus den Befragungen durch die Interviews und ergänzend durch die Sozialraumbegehungen ergaben 
sich sieben unterschiedliche Themen, welche Barrieren identifizierten. Diese wurden von den Befra g-
ten immer wieder in diversen Zusammenhängen genannt und durch viele Situationsschilderungen, 
Geschichten und Erfahrungen verbalisiert. Diese Aussagen wurden zusammengefasst und in diverse 
Themen zugeordnet. Diese werden im Folgenden erklärt und analysiert: 
 
Themen: 
1. Zeit 
2. Kommunikation 
3. Informationen 
4. Einstellungsbezogene Barrieren 
5. Räumliche Barrieren 
6. Dienstleistungs- und Einrichtungsstrukturen 
7. Finanzierung von Leistungen 
 
Die Barriere Zeit 
 
Die Barriere Zeit beschreibt den zeitlichen Aspekt bis es zur Behandlung kommt, den zeitlichen Rah-
men während der Behandlung und die Dauer bis zur Bewilligung von Leistungen . 
Zeit wird in Bezug auf einen Arztbesuch von den Befragten thematisiert.
  
Folie 10 aus dem Vortrag der Studierenden:2017 EHD 
 
Die Interviewten berichten davon, dass es immer wieder Geduld und Durchhaltevermögen braucht bis 
man einen Termin für eine Behandlung bekommt. Es gilt sich zum einen, einen Überblick zu verscha f-
fen zu welchem Arzt man gehen möchte bzw. im Akut Fall gehen muss. Diesen muss man meist ent-
weder alleine oder mit Hilfe einer anderen Person telefonisch kontaktieren und dann die Zeit / den

Die erste Forschungsphase 
 
 
12 
 
Termin annehmen, der einem zugeteilt wird. Dabei richtet sich das Fachpersonal manchmal, aber 
nicht immer an einen von der befragten Person gewünschten Zeitraum. Die Terminwartezeit für einen 
Facharzt dauert nach Aussagen der Adressat_innen am längsten. 
Dazu berichtet zum Beispiel eine Person folgendes: „Und dann bekommt man einen Termin, wenn 
man Glück hat ist der zeitnah. Also so um die drei Monate.“  
Durch diese offensichtlich zynische Bemerkung „wenn man Glück hat ist der zeitnah. Also so um die 
drei Monate.“ wird deutlich wie schwierig es ist einen Facharzttermin zu bekommen. Jede Wartezeit 
unter drei Monate ist nach dieser Aussage vermutlich eine „schnelle“ Terminvermittlung. Je nach Zu-
stand der Interviewten sind diese Wartezeiten aber zu lang und eine kaum auszuhaltende Ausgang s-
bedingung. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Wahrnehmung der Befragten, welche sich in 
einem ersten Moment von der Wahrnehmung von Menschen ohne Behinderung eventuell nicht unter-
scheidet. Doch genau diese Tatsache ist eigentlich eine bedenkliche Lage für unsere Gesundheitsve r-
sorgung. Da wird die Frage doch laut: Braucht ein Mensch mit besonderen Bedarfen aufgrund eine r 
Behinderung in diesen Fällen nicht die Möglichkeit eines unproblematischeren Zugang s für einen 
Facharzttermin? 
 
 
Interessierte der Präsentation / Bild: Marcel Düpont 
 
Zeit wird von den Adressat_innen in Bezug auf die Wartezeit im Wartezimmer erwähnt. Ei nige berich-
ten, dass man bis es zur Behandlung kommt, innerhalb der Praxisräumlichkeiten lange warten muss.  
Dazu sagt ein Befragter: „Da muss man erst mal lange im Wartezimmer sitzen dann ist man ermü-
det, erschöpft.“. Anhand dieser Aussage wird deutlich, dass die Wartezeit, das „Sitzen“ im Wartezim-
mer ein Zustand ist,  welcher als anstrengend wahrgenommen wird, denn man fühlt sich „ermüdet, 
erschöpft“. Dies kann zum einen damit zusammenhängen, dass auf Grund der Tatsache, dass für die 
meisten Befragten ein Arztbesuch keine Alltagssituation darstellt, eventuell Patienten Nervosität mit-
bringen und deshalb dieser Zustand anstrengend ist. Es kann aber auch sein, dass langes Sitzen an 
sich, in einem Raum mit vielen Unbekannten anstrengend ist, oder eine lange Wartezeit einfach zu 
einer Müdigkeit führt.  Dies lässt sich mit der Aussage nicht näher belegen, Fakt ist aber: Auf die Be-
handlung warten müssen, bis man aufgerufen wird, ist aus Sicht der Befragten eine Barriere. 
Die bis hier hin geschilderten Wahrnehmungen  beinhalteten beide den Faktor Zeit als eine Spanne, 
welche sich durch die Länge negativ  für die Befragten auswirkt . Zeit als Barriere kann aber auch als 
störend empfunden werden, in Bezug auf eine zu kurz e Behandlung, beziehungsweise dadurch, dass 
die Behandlung als kurz empfunden wird und  sich die Befragten dabei nicht ernst genommen fühlen.

13 
 
Es wurden dazu Umschreibungen der Befragten gewählt, wie „Massenabfertigung.“ oder „In Gedan-
ken schon an dem N ächsten.“ Alleine durch die Wortwahl wird deutli ch, dass in Bezug auf Arztbes u-
che die Adressat_innen teilweise Situationen erlebt haben. welche den Verdacht nahe legen, dass nicht 
auf individuelle Belange und Schilderungen eingegangen wurde, sondern aus Sicht der Befragten eine 
schnelle Behandlung erfol gt, ohne kompetente Umgangsweisen. Beide Umschreibungen verweisen 
dennoch darauf, dass viele Patient_innen behandelt werden. „Masse“ und „beim Nächsten“ scheint in 
diesem Zusammenhang wenig mit Empathie und individueller Behandlung zu tu n zu haben, sondern 
mehr mit einer großen Anzahl an zu behandelten Patient_innen. 
Zeit als Barriere wurde auch in Bezug auf die Wartezeiten genannt, in denen ausgehandelt wird, ob die 
Betroffenen eine Leistung von der Krankenkasse bewilligt bekommen oder nicht. Diese Schilde rungen 
machten deutlich, dass der Zeitpunkt bis zu einer Bewilligung einen undurchsichtigen Zustand da r-
stellt. In diesem weiß der Betroffene nicht und kann es wahrscheinlich auch nicht einschätzen, ob Z u-
zahlungen bewilligt werden oder nicht. Jemand umschrieb diese Barriere folgendermaßen : „Wenn ja, 
dann bekommt man einen Bewilligungsbescheid per Post und irgendwann kommt dann auch das 
Gerät.“ In dem Fall welcher hier umschrieben wird, ging es um den Bewilligungsbescheid für ein en 
neuen Aufsatz eines Rollstuhltabletts. Es wird anhand des Zitates deutlich, dass zum einen auf einen 
Brief gewartet werden muss, denn das „ja“ kommt immer „per Post“. Z um anderen verweist das Wort 
„irgendwann“ auf diesen unbestimmten Zeitpunkt, welchen es auszuhalten gilt.  Das Zitat umschreibt 
noch mehr, nämlich dass selbst wenn die gute Nachricht der Bewilligung schriftlich eingegangen ist, 
die Betroffenen immer noch nicht wissen, ab wann sie das benötigte Hilfsmittel nutzen können. Dies 
alles zeugt von einem Ablauf welcher f ür die Befragten nicht transparent, sondern eher als willkürlich 
wahrgenommen wird.  
 
 
Die Barriere Kommunikation 
 
Kommunikation bedeutet für die Interviewten der  Austausch mit einer anderen Person . Sie kann in 
Bezug auf die Gesundheitsversorgung gelingen, oder misslingen und dadurch zu  einer Barriere we r-
den. 
 
Folie 12 aus dem Vortrag der Studierenden:2017 EHD

Die erste Forschungsphase 
 
 
14 
 
Kommunizieren in Bezug auf einen Arztbesuch ist notwendig, denn es wird womöglich von Seiten des 
Arztes durch ein Anamnesegespräch ein Befund gestellt, oder es werden Medikamente verschrieben, 
Überweisungen zu einem Facharzt ausgestellt oder ähnliches. Som it ist Kommunikation aus Sicht der 
Interviewten wichtig und wird von  ihnen in vielen Situationen innerhalb der Interviews erwähnt.  Eine 
befragte Person (mit einer wie sie selbst erklärt geistige n Behinderung) erwähnt in Bezug auf Komm u-
nikation:„ Die1 verstehen mich nicht. Da muss ich immer meinen Betreuer mitnehmen.“ 
 
Diese Schilderung macht deutlich, dass es für Menschen mit einer geistigen , oder mehrfachen Behin-
derung schwierig ist, sich mit medizinischem Personal zu verständigen. Dazu benötigt die Person Un-
terstützung durch ihren Betreuer. Dieser versucht dann das Gespräch  zu begleiten und zu vermitteln. 
Er fungiert quasi als Vermittlung und Brücke für eine Sprachbarriere der beiden Kommunikation s-
partner. Andererseits bedeutet dies aber für den Patie nten mit Behinderung, dass in diesem Fall keine 
Selbstbestimmung oder Selbstständigkeit möglich ist und immer jemand drittes in dem Gespräch i n-
volviert sein muss. Zudem bedeutet der Arztbesuch einen organisatorischen Aufwand, denn es muss 
ein Termin gefunden werden, an dem auch der Betreuer mitkommen kann.  
Eine Befragte beschrieb die Kommunikation als: „Das wurde alles mit dieser Betreuungsperson g e-
regelt, mit mir wurde da nicht gesprochen, ich bekam dann im Nachhinein so ein paar Infos.“  
Es handelt sich bei der Befragten um eine Person mit Hörbeeinträchtigungen. Es wird anhand dieses 
Zitates deutlich, dass der Arzt mit ihr als Betroffene nicht kommunizierte, sondern nur mit der B e-
treuungsperson in ihrem Beisein, über sie gesprochen wurde. Sie erläuterte d ie Situation weiter, dass 
sie sogar dann zu dritt an dem Schreibtisch des Arztes saßen und sie aber immer erst nach dem Te r-
min von ihrem Betreuer dann Erklärungen zu dem Arztbesuch bekam. Es gab „so ein paar Infos“ und 
die auch noch erst im Nachhinein. Vie lleicht ist auch dieser Umgang genau dass, was die Befragten 
mit dem Gefühl beschreiben, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen. Es wird über sie geredet 
anstatt mit ihnen. Und wenn diese Situation dann noch ohne Betreuungsperson stattfindet, wer weiß 
welche „Infos“ dann überhaupt vermittelt werden können.  
 
 
 
Herr Knöß, Herr Weber und Masterstudierende der EHD / Bild: Marcel Düpont
                                                
 
1 in diesem Zusammenhang ist mit „Die“ das Ärztepersonal gemeint

15 
  
 
Die Barriere Information 
 
Die Barriere Information beinhaltet sowohl das Wissen wie man an Leistungen kommt, als auch das 
Wissen darüber, wie man Informationen über Angebote erhält. Dieses Wissen über Leistungen und An-
gebote, ist zudem eng mit der Aufklärung von Patientinnen und Patienten verknüpft. Diese kann sich auf 
Wirkungen/Nebenwirkungen von Medikamenten ebenso wie auf bestimmte Behandlungsmethoden b e-
ziehen. Nicht alle Medien zur Informationsübermittlung können von allen Personengruppen genutzt 
werden. Dazu wurde zum Beispiel von Befragten mit Hörbeeinträchtigungen mehrfach erläutert, dass 
sie des Öfteren schriftlich auf Informations- Hotlines verwiesen werden und sie sich dann immer fragen, 
warum die Krankenkassen ihnen diese Telefonnummern angeben, wenn doch auf Grund der Beeinträc h-
tigung telefonieren schwierig oder in einigen Fällen auch unmöglich wird. Informationen im Sinne der 
Aufklärung beziehen sich auf Wahlfreiheit der Ärzte und Informationen über einzunehmende Medika-
mente. Zu den Informationen über Medikamente wurde mehrfach berichtet, dass es wichtig ist eine 
Apotheke besuchen zu können, welche nah gelegen ist und die Personen und ihre Krankheitsgeschichte 
kennt. 
 
 
Folie 14 aus dem Vortrag der Studierenden:2017 EHD 
 
Die Barriere Informationen ist somit eine Art Expertenwissen und Aneignung dieses Wissens. Es braucht 
manchmal aus Sicht der Befragten aber auch ein bisschen „Glück“ um an den/die richtige Person zu 
geraten, welche einen umfangreich informieren und aufklären kann. Dazu werden viele Erfahrungen g e-
schildert wie zum Beispiel jemand erfahren hat, dass die Krankenkasse bestimmt Anträge hat, um b e-
stimmte Zuschüsse für Hilfsmittel zu bekommen, oder es hat sich per Zufall ergeben, dass bei einem 
Kaffee in der Einrichtungen jemand „einen guten Tipp“ zu einem Facharzt gegeben hat. 
Wenn es um das Wissen der Interviewten geht in Bezug auf die Frage: Wie komme ich an Leistungen? 
Sagte ein Befragter: „Ich habe mich durchgefragt und irgendwann hat man es dann raus.“ Aus dieser 
Aussage wird deutlich, dass es sich hier um eine Aneignung von Expertenwissen handelt, welches nur 
möglich wird, in dem sich „durchgefragt“ werden muss. „Irgendwann“ hat man dann die Information, 
die man benötigt. Durch dieses „Irgendwann“ wird suggeriert, dass es unbestimmte Zeit dauern kann, 
bis die kompatible Information über ein bestimmtes Wissen abgefragt werden kann. 
Betrachtet man die Barriere Information unter der Fragestellung: Wie kommen ich an Infos über Ange-
bote? scheint auch dies nicht einfach für die Befragten zu sein. Dazu sagte eine Person: „Ich weiß gar

Die erste Forschungsphase 
 
 
16 
 
nicht, was Darmstadt anbietet.“ diese Aussage war kein Einzelphänomen, sondern steht stellvertretend 
für ähnliche Aussagen von mehreren Personen. Die Aussage macht jedoch deutlich, dass es nicht ei n-
fach ist an bestimmte Informationen in Bezug auf seine individuellen Bedarfe zu kommen.  
 
Betrachtet man die Barriere Information unter dem Gesichtspunkt der Aufklärung, also wie die Befrag-
ten in der Rolle des/der Patient_in informiert werden, dann gibt es dort vermehrt Schilderungen einer 
misslungen Kommunikation. So beschreibt eine Person: 
„Und oft kann man als Betroffener nicht die Handlungsweisen nachvollziehen, warum das jetzt so und 
so gemacht wird.“ Diese Aussage macht deutlich, dass nicht verständlich gemacht wird warum eine 
Behandlung einen bestimmten Verlauf nimmt. Es scheint so zu sein, dass sich die Inter-
viewpartner_innen mehr Informationen wünschen würden. Was aus den Beschreibungen der Befragten 
in diesem Zusammenhang leider nicht ganz deutlich wurde ist, ob man die Behandlung nicht nachvol l-
ziehen kann, weil zu wenig Aufklärung betrieben wurde, oder weil vielleicht in einem Fachvokabul ar Din-
ge erklärt werden, die man dann kognitiv nicht nachvollziehen kann. Dennoch machen solche Aussagen 
deutlich, dass es wichtig ist in klaren Worten genau zu erklären warum medizinisches Personal so han-
delt, wie es handelt und was dabei genau mit den Patient_innen passiert. 
In Bezug auf die Wahlfreiheit eines Arztes gab es aus dem stationären Bereich auch die Aussage:  
„Hier im Haus nehmen den Zahnarzt alle.“ Das Wort „Hier“ ist es Sicht der Befragten aber nicht unbe-
dingt wertend gemeint, sondern lediglich eine Sachlage, dass aus einer Wohngruppe alle zu einem 
Zahnarzt in der näheren Umgebung der Einrichtung gehen. In wie weit dies nun die Wahlfreiheit ei n-
schränkt, kann an dieser Stelle nicht genauer erläutert werden. Dennoch ist diese Aussage eine  wichti-
ge, denn an Hand dieser wird noch einmal deutlich, dass Arztbesuche in einem stationären Setting mit 
einer ganz anderen Logistik und auch teilweise Logik ablaufen, als im ambulanten Setting. Hier gilt es 
im stationären Setting manchmal alleine bei der Frage nach dem Weg zum Arzt und den dazu vorge-
schriebenen Zeitressourcen praktikabel die Herausforderungen zu lösen. So gibt es entweder Hausbe-
suche von Ärzten in den Einrichtungen, oder ein Betreuer fährt an einem Tag mit mehreren Pati-
ent_innen zu einem Arzt, wo sie dann nacheinander Termine bekommen. Aus Adressat_innensicht kann 
dies ein Einschnitt in die Wahlfreiheit darstellen, kann aber auch eine nettere Erfahrung sein, zusam-
men zu einem Arzt zu fahren und die Situationen gemeinsam zu meistern. Dazu gab es seitens der Be-
fragten positive, wie auch negative Aussagen.

17 
 
Die einstellungsbezogenen Barrieren 
 
Dieses von den Befragten immer wieder erwähnte Thema, bezieht sich auf Barrieren in den Köpfen und 
umfasst Diskriminierungs- und Stigmatisierungserfahrungen. Diese werden gerade dann von den Be-
troffenen geschildert, wenn es darum ging, den Interviewern Situationen zu beschreiben, in denen man 
sich ungerecht behandelt gefühlt hat, oder sich geärgert hat. Dies sind Momente aus sehr subjektiven 
Sichtweisen. Es kann auf Grund dieser Aussagen auch nicht analysiert werden, ob die Befragten von 
Außenstehenden absichtlich oder unabsichtlich diskriminiert wurden, dies ist in diesem Zusammenhang 
aber auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Befragten sich in diesen Situationen diskriminiert fühlen 
und Stigmatisierungsprozesse erlebt haben. 
 
Folie 17 aus dem Vortrag der Studierenden:2017 EHD 
 
So berichtet eine Befragte über individuell erlebte Stigmatisierung und Diskriminierung folgendes: 
„Dass keiner zu mir sagt, ich wäre behindert, weil ich das Wort nicht so gerne höre. Der Doktor hat 
gesagt, dass ich behindert bin. Das höre ich nicht so gerne.“ 
Hier wird deutlich, dass die Befragte sich nicht durch den Terminus „ sie ist behindert“ stigmatisieren 
lassen möchte. So scheint es, dass der Begriff „behindert sein“ hier negativ erlebt wird und Mensch mit 
Beeinträchtigung das politisch korrekt erlebte Wort der Wahl wäre. 
 
Ein Interviewpartner mit Hörbeeinträchtigung beschreibt folgende Situation: „Gerade dieses Thema 
Cochlea Implantat und HNO-Arzt ist so ein Moment, wo man immer sehr bevormundet, angegriffen 
wird, wo man echt kämpfen muss zu sagen: ‚Nein danke! ‘  
Was der Interviewpartner hier beschreibt, ist die Situation, dass ein Facharzt immer wieder zu einem 
neuen technikbasierten Hörgerät dem Betroffenen rät, der Betroffene aber dieses Gerät gar nicht in A n-
spruch nehmen möchte, denn er ist völlig zufrieden mit seiner Hörbeeinträchtigung und seiner gesund-
heitlichen Verfassung. Er möchte sich für seine Behinderung weder rechtfertigen, noch ein Implantat, da 
er sein Leben gar nicht anders kennt, als mit einer Hörbeeinträchtigung. So vermittelt ihm dieses Fac h-
gespräch mit seinem Arzt leider immer eine Art Rechtfertigungsdruck und genau dieses Gefühl ist das 
was, er sich von einem Facharzt nicht wünscht. Sondern er möchte sich verstanden fühlen und nicht 
„bevormundet“.  Durch dieses Beispiel wird deutlich, dass es wichtig ist als Facharzt Empathie zu zei-
gen und Besonderheit und Individualität anzuerkennen.

Die erste Forschungsphase 
 
 
18 
 
Die räumlichen Barrieren 
 
Die Betroffenen beschreiben zu diesem Thema direkte bauliche und gestalterische Hindernisse. 
Bei den räumlichen Barrieren handelt es sich demnach um die Hindernisse in der selbstständigen Mobi-
lität, oder aber auch ganz einfach um sehr unpraktische Lösungen des architektonischen Innendesigns 
von Arztpraxen. So benennen die Adressat_innen innerhalb der Interviews bauliche Hindernisse wie feh-
lende Rampen, fehlende Handläufe, hinderliche Treppen, einzelne Stufen, die die Barrierefreiheit ver-
hindern oder nicht vorhandene Aufzüge. 
 
Folie 19 aus dem Vortrag der Studierenden:2017 EHD 
 
Es wird auch von gestalterischen Barrieren berichtet, wie beispielweise weiße Stühle in weißen Räumen. 
Der weiß gehaltene Raum bietet Menschen mit Sehbeeinträchtigungen keine Kontraste, so dass eine 
Orientierung was nun ein Stuhl ist und ab wann die Wand anfängt kaum möglich wird. Zudem sind zu 
kleine Beschriftungen von Schildern ein Problem, oder das Aufsuchen der barrierefreien Behinderten 
Toilette. Alleine bei der Wortwahl „Behindertentoilette“ sollte sich doch die Fachwelt fragen, ob es diese 
Unterscheidung überhaupt braucht, oder ob barrierefreie Toilette nicht ein sehr we niger stigmatisieren-
des Wort ist und zudem die Funktion besser trifft. 
 
In Bezug auf zu kleine Beschriftungen, in dem Falle von Türklingeln, schildert eine Befragte folgende 
Situation:„[…] bei manchen Ärzten ist ja unten an der Haustür zu klingeln, und man weiß nicht, wel-
che Klingel es ist. Ich habe zwar eine elektronische Lupe dabei, aber ich kriege dann trotzdem nicht 
immer raus, wer es ist.“ Die Betroffene berichtet darüber, wie schwierig es für sie ist, die richtige Tür-
klingel für ihren Arzt am Hauseingang zu finden. Durch eine Sehbeeinträchtigung fällt es ihr schwer 
Türklingelschilder zu lesen wenn die Schriftgröße zu klein ist. Das interessante an diesem Zitat ist z u-
sätzlich wie die dazugehörige Geschichte der Interviewpartnerin weiter geht, denn sie s childert ihrem 
Interviewpartner, dass sie anfänglich, immer bei allen Ärzten in dem Ärztehaus an den Türklingeln ge-
läutet hat, damit ihr irgendjemand schon mal die Eingangstüre öffnet. Danach fragte sie sich dann in-
nerhalb des Hauses durch, bis sie den richtigen Arzt gefunden hatte und sich den richtigen Weg und die 
richtige Türklingel dann merken konnte.

19 
 
Was an dieser Vorgehensweise interessant ist, ist das Selbstbewusstsein des Umgangs mit der Au s-
gangssituation. Es macht ihr nichts sich „durchzufragen“, muss dieses Mittel aber dennoch notgedrun-
gen nutzen, da ihre „elektronische Lupe“ als Hilfsmittel in diesem Fall nicht weiterhelfen kann. Hier 
stellt sich die Frage, ob jeder Mensch mit Behinderung diesen Mut und diese Geduld hat, sich dem 
Problem so anzunehmen. Zum anderen stellt sich die Frage, warum müssen Türschilder zu kleinschrif t-
lich gestaltet sein? Große Schilder helfen wahrscheinlich allen, sich schneller und selbstsicherer zu-
rechtzufinden.  
 
Die Barriere der Finanzierung von Leistungen 
 
Die Barriere der Finanzierung von Leistungen beschreibt die Komplexität hinsichtlich der Finanzierung 
von gesundheitlichen Leistungen, die eine Person in Anspruch nehmen möchte. Dabei wurde aus den 
Sichtweisen der Befragten deutlich, dass der Vorgang um Leistungen zu bekommen unüberschaubar 
und manchmal durch eine erlebbare Willkürlichkeit wahrgenommen wird.  
 
Folie 23 aus dem Vortrag der Studierenden :2017 EHD 
 
In Bezug auf die Beschreibung wie man Finanzierungen von Leistungen bekommt, schildert eine Befrag-
te: „Die Krankenkasse sagt ‚Wer vor zwei Jahren ein Gerät gekriegt hat, kriegt nicht jetzt schon wi e-
der eins. ‘ Und da hat die Krankenkasse nichts bezahlt.“ Dieses Zitat veranschaulicht die begrenzte 
Finanzierung von Leistungen. Es gibt nicht immer ein neues Gerät, welches die körperliche Beeinträch-
tigung erleichtert. In diesem Fall gibt es die Auflage der Zahlung einer Leistung in einem Zeitraum von 
zwei Jahren. Dies ist in Anbetracht der Entwicklung von technischen Geräten für Menschen mit Beei n-
trächtigungen besonders schwer nachzuvollziehen. So berichtet die zitierte Person, dass es einmal im 
Jahr eine große Messe gibt, bei der es immer viele, neue, technische, fortschrittliche Hilfsmittel gebe, 
man sich diese aber nicht leisten kann und dann auch nicht zum passenden Zeitpunkt von der Kranken-
kasse als Leistung beanspruchen kann.  
Eine andere befragte Person schildert diese Situation noch etwas drastischer und sagt:  „Die sagen ein-
fach ‚wird nicht erstattet. ‘ Auch an diesem Zitat wird deutlich es gibt oft keine nachvollziehbare Be-
gründung für die Befragten seitens der Krankenkasse, warum nun eine Leistung abgelehnt wurde. Es 
scheint eher eine Schwarz – weiß Mentalität erfahren zu werden, nach dem Motto: Entweder gibt es U n-

Die erste Forschungsphase 
 
 
20 
 
terstützung durch Hilfemittel, oder nicht.“ Hier wären von Seiten der Befragten mehr Transparenz und 
einfache Erläuterungen der Leistungserbringer wünschenswert. 
 
Die Barriere durch Dienstleistungs- und Einrichtungsstrukturen  
Dieses Thema beschreibt das Verhältnis, in dem sich eine Person sowohl während ihrer gesundheitli-
chen Versorgung, als auch in ihrem privaten Leben, zu Einrichtungen der Gesundheitsversorgung befi n-
det. Eine Person welche in ihrer eigenen Wohnung wohnt und ambulant betreut wird, dabei ein bis zwei 
wöchentliche Kontakte mit einer Betreuungsperson hat, wird höchstwahrscheinlich weniger planerische 
Schwierigkeiten in der eigenen Zeitstruktur in Bezug auf einen Arztbesuch haben, wie eine Person wel-
che stationär lebt und gewissen Regeln und der Logik der Einrichtung unterliegt. Hier wird es dann 
schwieriger einen Arzttermin zu finden, an dem die betroffene Person und eine Betreuungsperson ge-
meinsam Zeit haben.  
 
Folie 23 aus dem Vortrag der Studierenden :2017 EHD 
 
Es gilt bestimmte Regeln einzuhalten, wenn man den Einrichtungsstrukturen des Krankenhauses folgen 
muss. . So beschreibt ein Adressat in Bezug auf Krankenhaus-und Arztbesuche. „Und dann sagt der 
Arzt zu mir: „Nein, Sie sind hier in einer Einrichtung, Sie müssen das jetzt so und so machen!“ Was 
durch dieses Zitat deutlich wird, ist die Aussage „ das man etwas machen muss“ und zwar so, wie es in 
der Einrichtung (in dem Falle ein Krankenhaus) üblich bzw. der strukturellen Logik unterliegt. Diese Lo-
gik mit ihrer Struktur ist aus der Sicht der Betroffenen aber nicht immer nachzuvollziehen und nicht 
immer kompatibel zu der eigenen Wahrnehmung, oder auch der individuellen Routine.  
 
Es gibt ähnliche Berichte aus Sicht der Befragten in Bezug auf das private Leben in stationären Einrich-
tungen. So beschreibt eine Person, dass der Arzt eigentlich eine Diät verordnet habe, doch dieser könne 
er nicht nachgehen. Dazu sagt er: „Vier Häuser haben wir und da kann man nicht auf Diät machen, das 
macht zu viel Arbeit.“ Was der Befragte hier erläutert, ist die Tatsache das die stationäre Einrichtung 
Bewohner_innen aus insgesamt vier Wohnhäusern bewirten muss und aufgrund dieser logistischen Au f-
gabe, die Verantwortlichen keine Rücksicht auf individuelle Diätplane nehmen können. Diese Diätrege-
lungen sind in den Planungen der gastronomischen Bewirtung nicht vorgesehen. Aus subjektiver Sicht 
des Befragten könnte man annehmen, dass in seinem Falle die Einrichtungspläne und Interessen in der 
Umsetzung der Einrichtung, vor seinem Interesse gehen. Erst an zweiter Stelle folgen individuelle Inte-

21 
 
ressen der Bewohner_innen in Bezug auf ihre Gesundheit. Ob dies häufig der Fall ist, oder nur ein Ein-
zelbeispiel kann an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden. 
Übersicht zu den analysierten Barrieren 
 
Themen aus der qualitativen Befragung von Bürger*innen mit Beeinträchtigung in 
Darmstadt: 
 
Zeit:  
Die Kategorie Zeit beschreibt den zeitlichen Aspekt bis es zur Behandlung kommt, den zeitlichen Ra h-
men während der Behandlung und die Dauer bis zur Bewilligung von Leistungen.  
 
Kommunikation:  
Die Kategorie Kommunikation beschreibt den Austausch mit einer anderen Person. Sie kann gelingen 
oder misslingen und wird beeinflusst durch Vertrauen zu einem Gegenüber und die Sensibilität des G e-
genübers, sowie durch Sympathie und Respekt.  
 
Information:  
Die Kategorie Information beinhaltet sowohl das Wissen wie man an Leistungen kommt, als auch das 
Wissen darüber, wie man Informationen über Angebote erhält. Die Kategorie Wissen ist zudem eng mit  
der Aufklärung von Patientinnen und Patienten verknüpft. Diese kann sich auf Wirku n-
gen/Nebenwirkungen von Medikamenten ebenso wie auf bestimmte Behandlungsmethoden beziehen.  
 
Finanzierung von Leistungen:  
Diese Kategorie beschreibt die Komplexität hinsichtlich der Finanzierung von gesundheitlichen Leistun-
gen, die eine Person in Anspruch nehmen möchte.  
 
Dienstleistungs- und Einrichtungsstrukturen:  
Diese Kategorie beschreibt das Verhältnis, in dem sich eine Person sowohl während ihrer gesundheitl i-
chen Versorgung, als auch in ihrem privaten Leben, zu Einrichtungen der Gesundheitsversorgung befi n-
det.  
 
Einstellungsbezogene Barrieren:  
Diese Kategorie bezieht sich auf Barrieren in den Köpfen und umfasst Diskriminierungs - und Stigmati-
sierungserfahrungen.  
  
Räumliche Barrieren:  
Diese Kategorie beschreibt direkte bauliche und gestalterische Hindernisse. 
 
Abschließend kann zu den identifizierten Barrieren gesagt werden, dass die Untersuchung genaue Hi n-
weise geben konnte, was aus der Sicht von Menschen mit Behinderung in Darmstadt Hindernisse sind. 
Diese Tatsache ist eine große Chance etwas zu ändern und die Gesundheitsversorgung hinsichtlich der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu verbessern.

Die erste Forschungsphase 
 
 
22 
 
Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Inter-
viewpartner_innen 
Neben der klaren Benennung von Barrieren und Hindernissen, konnten die Interviewten detaillierte 
Verbesserungsvorschläge und Wünsche formulieren. Aus Sicht der Befragten benötigt medizinisches 
Fachpersonal mehr Hintergrundwissen über ihre individuellen Beeinträchtigungen. Dies könnte ent-
weder durch diverse Schulungen des Personals möglich werden, oder durch eine gezielte Nachfrage 
und Aktenführung über die Krankheitsgeschichten der Betroffenen. Zudem forderte eine befragte 
Person, dass es sinnvoll wäre, wenn die Ärzt_innen mal die Erfahrungen einer Perspektivsübernahme 
machen würden. Das medizinische Fachpersonal solle Betroffenenerfahrungen machen und sa m-
meln, zum Beispiel indem sich diese für einen Tag in einen Rollstuhl setzen könnten, o der mit Krü-
cken laufen, zugebundenen Augen arbeiten etc. Diese Erfahrungen könnten dazu beitragen, die Se n-
sibilisierung auf Menschen mit Behinderung zu stärken. Zudem würde so das Bewusstsein aller m e-
dizinischen Fachkräfte berührt und vielleicht dadurch zumindest räumliche und gestalterische 
Hindernisse abgebaut.  
 
Es wird von den Befragten mehr Zeit für die Behandlungen gewünscht. Zeit für  Gespräche zur Identi-
fizierung der jeweiligen Spezifik der Bedarfe müsse besser bzw. generell eingeplant werden. So kann 
durch die Krankheitsbiografie mehr Hintergrundwissen vermittelt werden und Patient_innen und Per-
sonal lernen sich besser kennen. Der Wunsch nach mehr Zeit zwischen Fachpersonal und Pati-
ent_innen wurde immer wieder benannt, um das Verhältnis und die Vertrauensbasis zwischen den 
Akteuren zu stärken. Dies sei laut der Interviewten der einzige Weg, sich mehr ernstgenommen und 
respektvoll behandelt zu fühlen. Es gilt aus Sicht der Adressat_innen viel mehr eine zielgerichtete, 
mitmachende Unterstützung auf dem Genesungsweg von seitens der Mediziner_innen zu verlangen. 
 
Die Befragten wünschten sich kürzere Wartezeiten in psychotherapeutischen, neurologischen und 
therapeutischen Praxen. Dies liegt unteranderem daran, dass oft akute Zustände der Betroffenen in 
der Wartezeit für diese Fachärzte vorliegen und deswegen eine lange Wartezeit den Leidensdruck der 
Befragten erhöht. 
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden mehr Fachärzt_innen für Kassenpatient_innen seitens 
der Menschen mit Behinderung gewünscht. Dazu wurde berichtet, dass gerade Kassenpatient_innen 
mit Behinderung in Bezug auf eine Neuaufnahme vermehrt abgelehnt werden. Die Befragten müssen 
dann Facharztrecherche betreiben und überall anrufen, um einen Termin bei einem Facharzt zu b e-
kommen. Dieser beschriebene Zustand muss verbessert und ein Zugang erleichtert werden.  
 
Des Weiteren forderten die Befragten einen stärkeren Abbau von räumlichen Barrieren, beziehungs-
weise pragmatische Lösungen. Es könne aus Sicht der Interviewten nicht schwierig sein zum Beis piel 
mobile Rampen bereit zu stellen, oder die Praxen innenarchitektonisch kontrastreicher zu gestalten.  
Auch die Leichte Sprache in Arztpraxen muss zur Inklusion alle Menschen grundsätzlich verankert 
sein, sowie eine große Beschriftung von Türen, Räumen und Eingängen.

23 
 
Das Treffen des zweiten Runden Tisches 
 
Der Runde Tisch traf sich am 27.03.2017 in der Frankfurter Straße 71. Julia Tamm eröffnete die 
Runde, begrüßte die Anwesenden, erläuterte den bisherigen Projektverlauf und machte einen kurzen 
Rückblick auf die Ergebnispräsentation aus der Interviewerhebung. Darüber hinaus wurde geklärt, 
dass der Runde Tisch eine beratende und fachlich steuernde Rolle hat, in dem durch die Expertise 
aller beteiligten Expert_innen ein Einfluss auf den Projektverlauf genommen werden darf und soll. 
Deswegen ist der Runde Tisch ein wichtiges Instrument innerhalb des Projektes und muss  durch die 
freiwillige Beteiligung aller aktiv werden.  
 
Auch David Knöß begrüßte stellvertretend für das Forschungsteam die Gäste des Runden Tisches. 
Die Begleitforschung erfolgt durch die Evangelische. Hochschule Darmstadt. Das Forschungsteam 
wird kurz namentlich vorgestellt (es beinhaltet Prof. Dr. Erik Weber, die Studentin Laura Steiner und 
David Knöß). Es folgten eine kurze fachliche Einschätzung zum bisherigen Forschungsablauf: Wie 
waren die Interviews mit den Menschen mit Behinderung? Welche Barrieren wurden identifiziert? Zu-
dem wurde das Ziel der Begleitforschung den Anwesenden nahegebracht. In der Sitzung ging es um 
die Diskussion der Ergebnisse der Befragung, zur Optimierung der Entwicklung und Konzeptionie-
rung eines Fragebogens für das Projekt Barrierefreie Gesundheitsversorgung.  
 
Herr Knöß erläuterte danach die Methode der kommunikativen Validierung. 
Es geht darum über die Befragung von und Diskussion mit Expert*innen die Forschungsergebnisse 
zu überprüfen. Hierzu werden die Forschungsergebnisse der Studie mit der Perspektive von E x-
pert*innen ergänzt und diskutiert. Ggf. können sich hieraus Anpassungen ergeben. Am Ende des 
Prozesses soll die Möglichkeit bestehen perspektivische Lernprozesse, Ideen der Weiterentwicklung 
von Projektideen und -zielen und die Initiierung von Maßnahmen und Programmen zu entwickeln und 
zu sammeln. Die Ziele der Methode sind in diesem Fall: Die Überprüfung der korrekten Erfassung 
von Sichtweisen; mögliche Änderungen von Projektzielen; Entwicklung und Initiierung weiterführe n-
der Lernprozesse. Das Konkrete Ziel ist die Entwicklung des Fragebogens zum Projekt Barrierefreie 
Gesundheitsversorgung. Ferner können in Bezug auf das Gesamtprojekt jedoch auch weiterführende 
Lernprozesse, Aktionen und Maßnahmen angedacht werden, welche im weiteren Verlauf im A n-
schluss an die Fragebogenerhebung initiiert und ausgestaltet werden sollen.  
 
Danach ging es in die Arbeitsphase. Laura Steiner erläuterte den konkreten Ablauf, so .erfolgt zu-
nächst die Benennung der entwickelten Barrieren. Die Struktur der abgebildeten Themen mit Codes 
und Subcodes wird beispielhaft erläutert, dabei wird erklärt wie die Codes zustande gekommen sind. 
Zudem wurden ggf. einzelne erklärungsbedürftige Codes erläutert 
Innerhalb der Arbeitsphase widmeten die Beteiligten sich folgenden Leitfragen: 
Sind die dargestellten Barrieren mit ihren Kategorien, Codes und Inhalten plausibel? 
Gibt es Aspekte, die aus Ihrer Perspektive zum Thema Barrieren und Barrierefreiheit der Gesun d-
heitsversorgung zu ergänzen sind?  
Danach wurden alle eingeladen im Raum umherzugehen und sich an den Tischen zu den verschiede-
nen Kategorien auszutauschen. An allen Plakaten lagen Stifte aus, mit denen Ergänzungen, Anmer-
kungen und Fragen formuliert werden konnten  
Aus der Expertise und den Anregungen aller Beteiligten ergaben sich gezielte Hinweise für die Ent-
wicklung des Fragebogens. Diese werden in die Entwicklung einfließen. Zum Schluss war der Aufruf 
an alle Beteiligten, die Erhebung zu unterstützen, ggf. auch die verschiedenen Verteiler zu nutzen um 
eine möglichst breite Beteiligung zu realisieren.

24 
  
 
Ausblick 
 
In einer zweiten Forschungsphase erfolgt nun basierend auf den Ergebn issen der Interviews und Sozia l-
raumbegehungen eine quantitative Befragung [Fragebogen zum Thema der (Mobilitäts -)Barrieren im 
Kontext der Gesundheitsversorgung]: 
 
Die Entwicklung eines quantitativen Fragebogens als Instrument für eine Bedarfserhebung, soll nach der 
Erarbeitung der Runden Tische und den jeweiligen analysierten Themenschwerpunkten als zweiter Er -
hebungsschritt erfolgen. 
Im Rahmen der quantitativen B efragung soll ermittelt werden, wo und wie die Bürger_innen  und Bürger 
Darmstadts, bestehende Barrieren, insbesondere in Bezug auf ihre Mobilität sehen. 
 
Hier ist zu einem späteren Zeitpunkt noch zu klären, wie der Fragebogen gestreut werden soll, d.h. an 
welche Gruppierungen konkret er gehen soll. Die genannte Zielgruppe der Bürger_innen Darmstadts ist 
noch näher einzugrenzen. Denkbar ist hier die Nutzung eines Verteilers, bestehend aus Akteur_innen im 
Bereich der Senioren- und der Behindertenhilfe, oder die Zusammenarbeit mit dem hessischen Amt für 
Versorgung und Soziales. Zudem werden zu einem frühen Zeitpunkt die Einrichtungen für Menschen mit 
Behinderung informiert. 
 
Der Fragebogen wird federführend von der EHD in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch und  unter 
Beratung der Abteilung Statistik der Stadt Darmstadt (Herrn Günther Bachmann) erfolgen. 
Eine genaue Zeitplanung dieses Forschungsschrittes ist noch nicht möglich, es sollte aber angestrebt 
werden, den Fragebogen bis Ende April 2017 fertig gestellt z u haben, so dass die Befragung im So m-
mer 2017 beginnen kann. 
 
Das Nächste Treffen des Runden Tisches wird voraussichtlich der 12.06.17 um 16.30 Uhr sein. 
 
 
Abschließende Worte: Links: Prof. Dr. Erik Weber mit Masterstudierenden. Rechts: Gebärdensprac h-
dolmetscherinnen/ Bild: Marcel Düpont

anlage 2

1746 Zeichen

Finanzierungsplan 01.04.2018 - 31.03.2019

2018 j
Einmalige Aufwendungen
Homepage 1.000,00 €
Fragebogen ( Personalkosten ) 3.000,00 €
| _5.100.00€ |

5.100,00 € _|* siehe Projektskizze
je |
=
4.000,00 € 5.100,00 €

2018
It |Laufende Betriebskosten
Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation 1.665,00 € 505,00 €

Pauschale Sachkosten 20 % der Personalkosten 4.980,00 € 1.531,00 €

I 2019 |
BEE
| 73 “]FortBilaung/Schuling Prey SR EM TEEN Bere
BR Gebärdensprache Pos. 3 (je nach Notwendigkeit ne
4 |2 Personen 2.000,00 € 900,00 €
BE Auftragsforschungs/ wissenschaftliche Begleitung/ ae
Konzipierung/ Befragung Auswertung/ Runde Tische 7.250,00 € 2.410,00 €
ERNST VERREe  ERee
TEEN DE BEN

RRFEITRET RE FERNE ERTURFERRFT EFT EIERN
Personalkosten 24.905,00 € 7.654,00 €

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24.905,00 € 7.554,00€

Eee are nn 2 Fe 2018 re 2019
[Einnahmen a Tina a en rer I [RS ee
37.500,00 € 12.500,00 €

FE

[Einenmittel ER]

| Diittraftte SERIE Var RE TR ne ke | 7ER
Übertrag auf 2018 für Abschlussveranstaltung EHRT FAN ZIRSRSNNDOE
34.800,00 € 18.100,00 €

| ER EDEN ER TEE: NT ENTE 2018 FESTE RE2019 |
V |Gegenüberstellung Einnahmen / Ausgaben NSS NERFRAUT VENEN TG]
Einnahmen ones 44.800,00 EUR 18.100,00 EUR
44.800,00 EUR 18.100,00 EUR

7.300,00 € 500,00 €

ET IeN EEE RETTEN Er are
Rechnungsergebnis = 0,00 EUR 0,00 EUR

BESSERE EREEEERHBREEEEEEREBE

Bei allen Einzelansätzen sind jährliche Abweichungen von bis zu 50% zulässig, sofern Mehrausgaben
durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden können. Bei höheren Abweichungen muss
Rücksprache mit dem Referat IV7 UN-BRK gehalten werden.

anlage 4

184 Zeichen

Punkt 9: Barrierefreie Gesundheitsversorgung  - Projektverlängerung 
 (V-Nr. 2018/0002) 
 
Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage 
zuzustimmen.

anlage 6

131 Zeichen

Punkt 27: Barrierefreie Gesundheitsversorgung  - Projektverlängerung 
 (V-Nr. 2018/0002) 
 
Der Vorlage wird einstimmig zugestimmt.

anlage 5

185 Zeichen

Punkt 16: Barrierefreie Gesundheitsversorgung  - Projektverlängerung 
 (V-Nr. 2018/0002) 
 
Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der 
Vorlage zuzustimmen.

2018/0002

6802 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
17.01.2018 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat I 
Dezernat IV 
 
Amt: Dezernat V 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2018/0002 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 311300 
Kostenstelle: 050-003-1013 Investitionsnummer:  
Kostenträger: 3113-70 Sachkonto:  6779322 Ertragskonto: 5421000 
 
Betreff: Barrierefreie Gesundheitsversorgung  - Projektverlängerung  
 
Vorlage vom: 20.12.2017  
 
Beschlussvorschlag : 
1. Der Teilnahme an der Projektverlängerung der Modellregion Barrierefreie 
Gesundheitsversorgung für die Laufzeit 01.04.2018 – 31.03.2019 und damit der Fortführung 
der erfolgreichen Umsetzung der aktuellen F ördermaßnahmen wird zugestimmt.  
 
2. Die durch die Umset zung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von 
Menschen mit Behinderung (UN - BRK) entstehenden Personalaufwendungen für die 
Projektleitung sowie für die verwaltungsmäßige Abwicklung, werden mit 50.000,00 Euro aus 
Fördermitteln des Hessi schen Ministeriums für Soziales und Integration und 7.300,00 Euro 
mit Haushaltsmitteln der Wissenschaftsstadt Darmstadt finanziert.  
 
3. Die städtischen Mittel stehen bei der Kostenstelle 050-003-1013, SK 6779322, 3113 -70 zur 
Verfügung.

- 2 - 
4. Der Verlängerung der B efristung der Stelle 508 GVPL. (LOGA 7430, 0,50 VZÄ, vorläufig 
ausgewiesen nach EG 10 TVöD, kw, ProjektLtg.) mit zeitgleicher Bewirtschaftung bis zum 
31.03.2019 wird vorbehaltlich des Bewilligungsbescheides des HSMI zugestimmt.  
 
 
Anlagen: Dokumentation  
Finanzplan 
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 20.12.2017: 
 
Das Sozialdezernat – hier Amt für Soziales und Prävention – führt das Projekt „Barrierefreie 
Gesundheitsversorgung“ im Rahmen der Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten 
Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN- BRK), als eine Modellregion von 
momentan 16 Modellregionen in Hessen seit 01.06.2016 durch (Laufzeit noch bis 
31.03.2018).  
Die bisherigen erfolgreich teilnehmenden Modellregionen wurden aufgefordert, diese Arbeit in 
einem weiteren Förderzeitraum von 01.04.2018 – 31.03.2019 fortzuführen. Die positiven 
Wirkungen des Projektes sind in der beigefügten Anlage der Dokumentation der ersten 
Forschungsphase dargestellt. 
Die Barrierefreie Gesundheitsversorgung konzentriert sich als flankierendes Projekt auf die 
Förderung der Teilhabe und die Identifikation der Hemmnisse und Barrieren von Menschen mit 
körperlichen und seelischen Behinderungen. Ziel ist es, den Zugang zur barrierefreien 
medizinischen Versorgung, die Zugänge zu Arztpraxen, Kliniken und Einrichtungen innerhalb 
des Gesundheitssystems in Darmstadt zu untersuchen und nachhaltige Maßnahmen der 
Inklusion in Bezug auf das Thema Gesundheit zu entwickeln.  
Eine barrierefreie Gesundheitsversorgung für Menschen mit verschiedensten 
Beeinträchtigungen ist trotz vieler Initiativen, Projekte und gesetzlicher Grundlagen nach wie 
vor ein menschenrechtsrelevantes Thema im Kontext der vollen und gleichberechtigten 
Teilhabe. Es gilt dabei die Weiterentwicklung von Informationsprozessen bzw. 
Umsetzungsprozessen auszubauen und durch bestimmte Maßnahmen den Gesundheitssektor 
positiv zu begleiten und zu beeinflussen. 
Darauf weisen Artikel 25 „Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ohne 
Diskriminierung“ und Artikel 26 „Höchstmaß gesundheitsbezogener Maßnahmen für mehr 
Unabhängigkeit und Teilhabe“ der UN-BRK ausdrücklich hin. 
Das Thema barrierefreie Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen besitzt eine 
hohe gesundheitspolitische Bedeutung und wird aktuell auf der Ebene von 
Selbsthilfeorganisationen, Fachverbänden, seitens der Sozialpolitik und der Wissenschaft stark 
diskutiert. 
Im Rahmen des Projektes konnten sich regelmäßig stattfindende Runde Tische etabliere n und 
eine Befragung von Menschen mit Behinderung wurde durchgeführt. Daneben hat sich das 
Beratungsangebot „Gebärdendolmetscher-Sprechstunde“ in einer Apotheke für Menschen mit 
Hörbeeinträchtigungen entwickelt. Diese Maßnahmen zeigen einen erfolgreichen Einfluss auch 
in Bezug auf die Öffentlichkeit und die sich damit ändernde Haltung der Bevölkerung durch 
Sensibilisierung auf Menschen mit Behinderungen. 
Für den anstehenden Förderzeitraum wird angestrebt, eine Fragebogenevaluation zum Thema 
Gesundheitsversorgung   durchzuführen, die eine besondere Herausforderung darstellt.

- 4 - 
Als Pilotprojekt in der Bundesrepublik wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt neue Wege 
gehen und einen Mehrwert für andere Kommunen darstellen. Zudem wird ein Fachtag für 
medizinisches Personal zum Thema barrierefreie ärztliche Praxen in 2018 angeboten. Geplant 
ist außerdem eine Einführung einer Kennzeichnung von medizinischen Praxen und 
Einrichtungen, die den Bedarfen der Menschen mit Behinderung gerecht werden.  
Die kommunale Projektleitung für Barrierefreie Gesundheitsversorgung begleitet die 
Umsetzung, führt gemeinsam mit den Akteur*innen des Gesundheitssektors und den 
Inklusionsakteur*innen eine Erfolgskontrolle durch und ist für die ordnungsgemäße 
Durchführung und Abrechnung des gesamten Vorhabens verantwortlich. Die Einrichtung einer 
Projektleitung bei der Kommune ist verpflichtend. Eine entsprechende Stelle ist befristet 
eingerichtet worden (0,5 VZÄ-Stelle nach EG 10 TVöD, kw, Koordination). Diese Stelle soll 
weiter befristet vom 01.04.2018 – 31.03.2019 für die Fortführung des Projektes eingesetzt 
werden.  
Das Gesamtfinanzvolumen des Projektes für die Haushaltsjahre 2018 – 2019 beträgt 
57.300,00 Euro. Entsprechend der Förderrichtlinie werden 50.000,00 Euro aus Mitteln des 
HSMI getragen. 
Die Eigenbeteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt für den gesamten Förderzeitraum vom 
01.04.2018 bis 31.03.2019 beträgt insgesamt 7.300,00 Euro. Sie wird aus den bereits zur 
Verfügung stehenden Mitteln der Koordinationsstelle inklusiver Projekte, Ko stenstelle 050-003-
1013, SK 6779321, KT 3113-70 sichergestellt.  
 
Darmstadt, 20.12.2017 
 
Dezernat I                                      Dezernat IV                                    Dezernat V  
 
 
 
 
Jochen Partsch                               André Schellenberg                       Barbara Akdeniz  
Oberbürgermeister                        Stadtkämmerer                              Stadträtin

Beratungsverlauf (4)

TOP 9
TOP 16
TOP 31
TOP 27

Orte (1)

  • Frankfurter Straße 71

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2018/0002
Typ
Magistratsvorlage
Datum
20.12.2017
Erstellt
29.09.2026 00:00