1158/2017
3. Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept
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3. Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln 30.06.2015 bis 31.12.2016 Herausgeber: Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin 2 Inhaltsverzeichnis Einführung ................................................................................................................................ 3 1. Kommunikationsmaßnahmen zur Sensibilisierung ........................................................... 3 1.1 Abfall- und Wertstoffkalender ............................................................................................ 3 1.2 Online Angebote ............................................................................................................... 4 1.3 AWB App ........................................................................................................................... 4 1.4 Pädagogische Angebote ................................................................................................... 4 1.5 Aktiv für Köln ..................................................................................................................... 5 2. Maßnahmen zur Abfallvermeidung und –wiederverwendung ........................................... 6 2.1 Europäische Woche der Abfallvermeidung ....................................................................... 6 2.2 Online Tauschbörse .......................................................................................................... 6 2.3 Tipps zur Abfallvermeidung ............................................................................................... 6 3. Maßnahmen zur Abfallverwertung .................................................................................... 7 3.1 Ergebnisse der Hausmüllanalyse 2015 / 2016 .................................................................. 7 3.2 Dezentrale Sammlungen ................................................................................................... 8 3.3 Fortführung der Wertstofftonne ......................................................................................... 8 3.4 Papier, Pappe und Kartonagen ......................................................................................... 8 3.5 Ausweitung der Biotonne .................................................................................................. 9 3.6 Getrennte Sammlung von Friedhofsabfällen ..................................................................... 9 3.7 Glassammlung ................................................................................................................ 10 3.8 Kommunale Altkleidersammlung und Kölner Kleiderkammern ....................................... 10 3.9 Ausbau der Elektroaltgeräte-Erfassung .......................................................................... 10 3.10 Aufbereitung des Sperrmülls ........................................................................................... 11 3.11 Zusammensetzung des Straßenkehrichts ....................................................................... 11 3.12 Entsorgungsanlagen. ...................................................................................................... 11 3 Einführung Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 15. Mai 2012 das dritte Kölner Abfallwir t- schaftskonzept (AWK) beschlossen. Mit diesem AWK hat die Stadt Köln eine weitere Etappe hin zu einer nachhaltigen und ökologischen Kreislaufwirtschaft erfolgreich vollzogen. Hier wurden bereits die gesetzlichen Vorgaben des 2012 verabschiedeten Kreislaufwirtschaftsg e- setzes berücksichtigt. Hierzu zählen unter anderem die getrennte Erfassung der vier Wer t- stofffraktionen Papier, Kunststoff, Metall und Glas, die Vorgab e einer bundesweiten Recy c- lingquote von 65 % ab 2020 sowie eine neue 5 -stufigen Abfallhierarchie „Abfallvermeidung vor Vorbereitung zur Wiederverwendung vor stofflichem Recycling vor thermischer Verwe r- tung vor Beseitigung“. Insbesondere bei neuen abfallwi rtschaftlichen Entwicklungen ist es notwendig, diese im Rahmen eines S achstandsberichts zum Abfallwirtschaftskonzept zu erläutern. In diesem werden die Maßnahmen und Projekte beschrieben, die im Stadtgebiet umgesetzt w erden, um den weiteren Anforderungen u nd Vorgaben des Kreislaufwirtschaft sgesetzes Rechnung zu tragen sowie um sich den laufenden abfallwirtschaftlichen Herausfo rderungen zu stellen. Der vorliegende 3. Sachstandsbericht stellt die Maßnahmen und Pr ojekte, die ab Mitte 2015 bis Ende 2016 begonnen bzw. umgesetzt worden sind, vor. Entsprechend der neuen Abfal l- hierarchie werden die Maßnahmen in Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Wiederver- wendung (Kapitel 2) und Maßnahmen zur Abfallverwertung (Kapitel 3) unterschieden und um ein allgemeines Kapitel zu Kommunikationsmaßnahmen (Kapitel 1) ergänzt. 1. Kommunikationsmaßnahmen zur Sensibilisierung Um die Kölner Bürgerinn en und Bürger für die Themen Abfall - und Wertstofftrennung zu sensibilisieren, setzen die AWB und die AVG verschiedene Kommunikationsmaßnahm en um. 1.1 Abfall- und Wertstoffkalender Der Abfall - und Wertstoffkalender ist in Köln das Hauptinformationsmedium rund um die Themen Abfallwirtschaft, Wertstofftrennung und Stadtreinigung. Einmal im Jahr erhalten alle Kölner Haushalte und Gewerbebetriebe die informative Lektüre kostenfrei per Postwurfse n- dung zugestellt. Der Abfall - und Wertstoffkalender in formiert über die Ang ebote der Stadt Köln, die von der AVG und AWB Köln umgesetzt werden. 4 1.2 Online Angebote Die Webseiten der AWB als auch der AVG bieten den Kölner Bürgerinnen und Bürgern rund um die Uhr die wichtigsten Informationen über die Kölner Abfallwirtschaft. Auf der Webseite der AWB Köln sind relevante Informationen zur Abfall- und Ressourcenwirtschaft, Stadtreini- gung sowie dem Winterdienst zu finden . Im Jahr 2016 wurde knapp 850.000-mal auf die AWB Website (www.awbkoeln.de) zugegriffen. Im Januar 2016 wurde die Website für Mobil- geräte optimiert. Im zweiten Schritt stand die Gestaltung und Umstrukturierung der Inhalte im Fokus. Informationen werden künftig einfacher gefunden und das Internetangebot wird durch neue Funktionen verbessert. Auf der Webseite der AVG Köln ( www.avgkoeln.de) sind Daten und Fakten über die Aufgaben der AVG und ihrer Tochtergesellschaften AVG Komposti e- rung, AVG Ressourcen und AVG Service zusammengefasst. Zudem werden die Anlagen der Gesellschaften zur stofflichen und thermischen Verwertung wie auch zur Deponierung pr ä- sentiert. 1.3 AWB App Auch im vierten Jahr konnte die kostenlose AWB App die Kunden überzeugen und deutlich an Zuwachs gewinnen. Mit insgesamt knapp 42.000 (Stand 31. Dezember 2016 ) Nutzern verzeichnete die App im Jahr 2016, im Vergleich zu 2014, einen Zugewinn von über 83 % an aktiven Nutzern. Die App wurde a n neue technische Standards angepasst. Her zstück der App bleibt die Erinnerungsfunktion, aber auch alle weiteren Funktionen bleiben erhalten. 1.4 Pädagogische Angebote Im Rahmen der pädagogischen Arbeit, berät die AWB bereits Vorschulkinder in Tagesei n- richtungen zu den Themen Wertstoffsammlung und Sauberkeit. Kinder soll en möglichst früh erfahren, wie sie sich umweltgerecht verhalten und wie sie aktiv beitragen können , Wertstof- fe der V erwertung zuzuführen. Des Weiteren erfahren sie, dass aus vermeintlichem „Müll“ Neues entstehen kann. Auch in Schulen ist die AWB aktiv. Zwei ausgebildete Pädagoginnen beraten einzelne Klassen zu den Themen Abfallvermeidung, Wertstofftrennung und Stad t- sauberkeit. Dabei geht es vor allem darum, die Kinder und Jugendl ichen zu sensibilisieren und durch rechtzeitige Aufklärung zu eine m umweltbewussten Ve rhalten hinzuführen. Mit unterschiedlichen Aktionen berät die AWB auch Erwachsene, Vereine und Institutionen. Inte- ressierten wird kostenfrei Unterstützung geboten, wenn sie einen Beitrag dazu leisten möc h- ten, die Lebensqualität in Köln weiter zu er höhen. In 2016 wurden mit den zielgruppenspez i- fischen Angeboten in mehr als 600 Beratungen bzw. Aktionen rund 7.300 Erwachsene und mehr als 14.500 Kinder erreicht. 5 Die AVG Köln hat seit 2013 die Zusammenarbeit mit der Stadt Köln intensiviert, um gemei n- same Zielsetzungen der Umweltpädagogik und Umweltbildung zu bündeln, um noch effekt i- ver Lehrer, Schüler und eine interessierte Öffentlichkeit zu erreichen und anzusprechen. Diese intensive Zusammenarbeit wurde auch in 2015 und 2016 fortgesetzt. Das von der AVG Köln erarbeitete Lehrerfortbildungskonzept bietet Pädagogen aller Schulformen Fortbi l- dungskurse, in denen aktuelle Informationen rund um die Abfallwirtschaft ve rmittelt werden. Außerdem ist sie im Kölner Bildungsportal vertreten, einer Internetplattform, auf der Instituti- onen ihre Aktivitäten in den Themenfeldern Umwelt und Kultur präsentieren. Ferner ist die AVG Köln neben dem bereits existierenden Nachschlagewerk „Müllwe lten – Wohin mit dem Müll?“, einem Kompendium über die Kölner Abfallwirtschaft, in de m Ende 2013 aufg elegten Umweltführer Köln des städtischen Umwelt- und Verbraucherschutzamtes vertreten. Weiterhin ist d ie Restmüllverbrennungsanlage in die Liste der „Umweltpädagogischen Ler n- orte und Einrichtungen in Köln“ vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt Köln aufgenommen worden. Alle Umweltbildungsstätten sind für Schülerinnen und Schüler verschiedener Alter s- klassen und Schulformen geeignet. Außerdem ist sie Partner der Initiative „Out of School“, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten zu fördern. Die Erwachsenenbildung ist d as zweite wichtige Ziel, um das Abfallthema in die Öffentlic h- keit zu tragen. Daher ist es besonders erfreulich, dass auch im Jahr 2015 bzw. 2016 wieder viele Bürgervereine und Bildungswerke das Besichtigungsangebot der AVG Köln nut zten. Sie stellen mit rund 35 Prozent die zweitstärkste Teilnehmergruppe. Im Jahr 2015 nutzten wieder deutlich mehr als 4.000 Besucher das Angebot der AVG Köln. Ein besonderes Augenmerk legt die Öffentlichkeitsarbeit der AVG Köln auf die Präsentation der Restmüllverbrennungsanlage als Teil der gesamten Kölner Abfallwirtschaft, eingebettet in ein Konzept aus stofflichen und thermischen Verwertungsoptionen. Die Kölner Infrastruk- tur macht die gesetzlich geforderte Abfallhierarchie erleb- und nachvollziehbar. Um auch Interessierten mit Handicap die Anlage zeigen zu können, hat die AVG Köln ihren Besucher- rundgang rollstuhlgerecht modifiziert. 1.5 Aktiv für Köln Nachfolgend werden d ie konkreten Maßnahmen vorgestellt um mehr Ab fälle zu verme iden, wiederzuverwenden und zu verwerten . Um diese Maßnahmen unter einem Dach zu verbi n- den, hat die AWB ein Programm mit dem Titel „Aktiv für Köln“ initiiert. Inhalt dieses Pr o- gramms ist die Überprüfung und, mit Blick auf die Bedürfnisse der Kunden, die weitere Opti- mierung bzw. Erweiterung der bish erigen Wertstoffsammelsysteme. Auch in 2015 und 2016 wurden im Rahmen von „Aktiv für Köln“ wieder diverse Maßnahmen umgesetzt. 6 2. Maßnahmen zur Abfallvermeidung und –wiederverwendung Die Abfallvermeidung steht in der Abfallhierarchie als erstes Ziel, denn je später Produkte als Abfall anfallen, desto besser ist dies für die Ökobilanz. Die Stadt Köln ve rsteht es als ihre Verpflichtung, die Kölner Bürgerinnen und Bürger bei dem Weg der Abfallverme idung zu unterstützen. 2.1 Europäische Woche der Abfallvermeidung Vom 19. bis 27. November 2016 fand Europas größte Kommunikationskampagne für Abfal l- vermeidung statt - die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV). Tausende öffentl i- cher Aktionen zeigten bereits zum siebten Mal europaweit Alternativen zur Wegwerfgesel l- schaft und Ressourcenverschwendung auf. Die AWB Köln beteiligte sich zum fünften Mal an der Kampagne – in 2016 mit der Aktion „Verpackungsabfälle vermeiden!“, die insb esondere auf Kölner Wochenmärkt en stattfand. Zum Gesprächseinstieg erhielten 224 interessierte Marktbesucher wiederverwendbare AWB Einkaufstaschen aus 100 % recyce lten PET - Flaschen mit dem aufgedruckten Slogan „Clever Abfall vermeiden: Recycling –TO-GO – vermeide Verpackungsabfall und v erzichte auf Plastiktüten! Auch richtig Trennen gehört d a- zu-Mach mit!“ 2.2 Online Tauschbörse Nach dem Motto „Zum Wegwerfen zu schade“ hat die AWB im Dezember 2013 auf ihrer Homepage eine kostenlose Online -Gebrauchtwarenbörse für die Kölner Bürg erinnen und Bürger eingerichtet ( www.awbkoeln.de/tauschboerse). Auf der AWB -Tauschbörse können gut erhaltene Gegenstände, wie zum Beispiel Möbel oder Bücher, getauscht bzw. verschenkt werden. Jeder Nutzer kann auf die se Weise einen aktiven Beitrag zur Abfallvermeidung lei s- ten und so die Umwelt schonen. In 2016 wurden rund 182 Gegenstände eingestellt, hiervon der überwiegende Teil zum Ve rschenken (90 %), ca. 5% zum Tauschen und für knapp 4 % der eingestellten Gegenstän de wurden Suchanfragen gestellt. Insbesondere für Haushalt s- gegenstände und Möbel (knapp 70 %) sowie Computer und Elektrogeräte ( 10 %) wurde die Tauschbörse genutzt. 2.3 Tipps zur Abfallvermeidung Dinge, die in die Mülltonne geworfen werden, können eventuell von anderen noch gebraucht werden, mit einfachen Handgriffen repariert werden oder mit ein wenig Phantasie in anderen Bereichen noch einmal zum Einsatz kommen. Nützliche Tipps zur Vermeidung von Abfällen 7 zu Hause, im Büro oder beim Einkauf werden auf der A WB Webseite präse ntiert. Auf der Seite findet sich auch die AWB Re(st)zeptbroschüre der AWB zum kostenlosen Download. In 2016 wurden zusätzlich Flyer zu den Themen „Tipps und Hinweise zur Abfallvermeidung“ sowie zum sensiblen Umgang mit „Coffee to go Bechern“ realisiert. 3. Maßnahmen zur Abfallverwertung Die ambitionierten Anforderungen aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und aus dem Abfall- wirtschaftskonzept 2012 stellen für die Stadt Köln wichtige Rahmenbedingen und Zielse t- zungen dar. Um die hier benannten Ziele (Schaffung von Angeboten zur Wiederverwendung, Verbesserung der Recyclingquote) einzuhalten und noch mehr Wertstoffe g etrennt sammeln zu können, hat die AWB dies in der eigenen Strategie verankert. Den Kölner Bürgerinnen und Bürgern sollen bedarfsgerechte Entsorgungssysteme zur Verfügung gestellt werden, um Abfälle leichter zu trennen und d en Blick hierfür zu schärfen. Im Nachfolgenden we rden die bereits umgesetzten bzw. initiierten Maßnahmen vorgestellt. 3.1 Ergebnisse der Hausmüllanalyse 2015 / 2016 In 2015/ 2016 wurde eine neue Hausmüllanalyse in Köln durchgeführt. Die Hausmüllanalyse ist in erster Linie ein Kontrollinstrument und dient der Überprüfung umgesetzter abfallwir t- schaftlicher Maßnahmen, sowie der Aktualität der für die Gebührenkalkulation zugr unde ge- legten Dichtewerte. Die Analyse hat bezüglich der Zusammensetzung der Abfälle in der Restmülltonne gezeigt, dass der Wertstoffanteil im Restmüll im Vergleich zur letzten Hau s- müllanalyse 2007/2008 deutlich zurückgegangen ist und sich die Restmüllmeng e insgesamt um 12 Kg/ EW*Jahr reduziert hat. Dies lässt den Schluss zu, dass die Maßnahmen, die unter anderem im Rahmen von „Aktiv für Köln“ umgesetzt wurden , erfolgreich waren. Die größten Unterschiede sind im Bereich der biogenen Abfälle im Restmüll festzustellen. Diese sind um 15 kg/ EW*Jahr zurückgegangen. Was die Fraktion Kunststoffe, Verbunde und Metalle an- geht, so ist durch die Einführung der Wertstofftonne auch hier ein Rückgang im Restmüll von 6 kg/ EW*Jahr zu verzeichnen. Zudem sind 4 kg/ EW Altpapier und 1 kg/EW Glas weniger im Restmüll vorhanden. Auch im Vergleich zu anderen Großstädten konnte im Rahmen der Untersuchung gezeigt werden, dass Köln bei den separat erfassten Bioabfallmengen im ob e- ren Bereich und beim Altpapier, Glas bzw. LVP/ sNVP in vergleichbarer Höhe anderer Städte liegt. Dennoch bleibt weiterhin ein Abschöpfungspotenzial in der Restmülltonne vo rhanden, insbesondere von biogenen Abfällen, Kunstoffen und Metallen, sowie Papier und Pappe . Maßnahmen sollen im Schwerpunkt bei diesen Potentialen ansetzen. 8 3.2 Dezentrale Sammlungen Die Wertstoff-Center der AWB Köln ( Butzweiler Str. und August -Horch-Str.), die Recycling- höfe der AVG Köln (Köln-Niehl und Köln-Heumar.) sowie der Kölner Wertstoffhof an der Nie- hler Str. bieten verschiedene Möglichkeiten Wertstoffe bürgernah zu erfassen und der Ve r- wertung zuzuführen. An den AWB Wertstoff -Centern werden unter anderem Grünschnitt, Metalle, Papier und Kartonagen, Holz, Altkleider, Mischschrott, Elektronikschrott, Kunststo f- fe, kleine Mengen an Bauschutt, Sperrmüll und diverse Schadstoffe aus Kölner Haushalten und dem Kleingewerbe entsorgt. In 2015 und 2016 haben die Wertstoff -Center eine neue Beschilderung erhalten, so dass die Kunden noch einfacher ihre Abfälle entsorgen können. Bei den AVG Recyclinghö fen können private Anlieferer, kleine Gewerbetreibende und Handwerksbetriebe ihre gewerblichen Abfälle sowie Abfälle, die beim Aus -, Um- oder Neu- bau sowie bei Reparaturen anfallen, abgeben. Auch Stamm- und Wurzelholz wie auch sons- tige kompostierbare organische Abfälle und Grünschnitt nimmt die AVG Ressou rcen an. Hier sind auch Kompost und Blumenerde als Sackware erhältlich. 3.3 Fortführung der Wertstofftonne Die Stadt Köln hat sich in 2016 entschieden , die Wertstofftonne, die in Abstimmung mit den dualen System en als Erweiterung der Gelben Tonne eingeführt wurde, weiterhin einzuse t- zen. In der Wertstofftonne können neben Verkaufsverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Ver- bundstoffen und Metall auch alle stoffgleichen Nichtverpackungen (sNVP), also klassische Haushaltsabfälle aus Kunststoff und Metall entsorgt werden. Die Einführung der Wertstof f- tonne hat zu einer deutlichen Steigerung der Sammelmengen geführt. So stieg die Sammel- menge seit Einführung der Wer tstofftonne von 22,3 Kg/ EW auf 26,7 kg/ EW*Ja hr und somit um 3,4 kg/ EW* Jahr. Gleichzeitig ist auch eine Zunahme der Behälterzahlen zu verzeic h- nen. Sie ist im Zeitraum 2014 – 2016 um 3,5 % angestiegen auf aktuell 141.743 Behälter (einschließlich Unterflurbehälter und Sacksammlung). Diese Entwicklungen zeigen, dass die Akzeptanz der Bürger für die Kölner Wertstofftonne sehr hoch ist. 3.4 Papier, Pappe und Kartonagen Wertstoffe aus Papier, Pappe und Kartonagen (PPK) sind eine wichtige Rohstoffquelle für die Papierindustrie. Durch den Einsatz von Altpapier im Gegensatz zu Frischfasern kann die Umwelt nachhaltig entlastet werden. Über die letzten Jahre wurden durch die AWB verschi e- dene vertriebliche Maßnahmen umgesetzt um die Sammelmenge an PPK durchgängig hoch zu halten. Während die Anzahl der Behälter und somit die Anschl ussquote weiter wächst, bleibt die Sammelmenge an PPK in Köln recht konstant bei rund 63.000 t jährlich. Dies ist 9 hauptsächlich auf die Digitalisierung (weniger Zeitungspapier) sowie die sich veränderte Z u- sammensetzung des Materials (größerer Anteil Pappe durch Versandkartons) zurückzufü h- ren. 3.5 Ausweitung der Biotonne In der Zeit von 2014 – 2016 konnte die Bioabfallmenge um 820 t und die Zahl der aufgestel l- ten Biotonnen um 8 % gesteigert werden. Um den Anschluss an die Biotonne weiter ausz u- weiten wurde in 20 16 die bereits in 2013 begonnene Verdichtungskampagne fortgesetzt. Über ein Briefmailing wurden 5.800 Eigentümer von Ein -/Zwei-Familienhäusern und klein e- ren Mehrfamilienhäusern ohne Biotonne nanschluss im Bezirk Innenstadt angeschrieben. Weiterhin wurde i n den Jahren 2015 und 2016 die Biotonne bei insgesamt 295 Standaktio- nen auf Wochenmärkten, in Baumärkten, in einem Möbelhaus, einem Einkaufzentrum und bei Objekten der Wohnungswirtschaft beworben. Insgesamt fanden hierbei rd. 11.100 Infor- mationsgespräche sta tt. Die Beratung wird aufgrund der positiven Resonanz weiter fortg e- führt. Auch in der Wohnungswirtschaft wurden in 2016 die Aktivitäten zur Ausweitung der Biosammlung wieder aktiv in Angriff genommen. Dies bedeutete die aktive Ansprache der Kunden (z.B. W ohnungsunternehmen, Hausverwaltungen) bei Terminen vor Ort. Zusätzlich wurden diese, bei Bedarf, durch umfassendes Informationsmaterial für die Bewohner unte r- stützt. Nach Aufstellung der Behälter werden die Standorte durch die Kundenbetreuer weiter betreut und so können auftretende Probleme, hinsichtlich Fehlwürfe usw., konkret benannt und beseitigt we rden. Die Aktivitäten hinsichtlich der Ausweitung der Biosammlung werden auch in 2017 in der Wohnungswirtschaft weiter geführt. 3.6 Getrennte Sammlung von Friedhofsabfällen Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat unter der Federführung der AWB in 2013 flächendeckend die Abfalltrennung auf den städtischen Kölner Friedhöfen eingeführt. Zu diesem Zweck wurden annähernd 1.000 Behälter für kompostierbare Abfä lle auf den städtischen Friedhöfen aufgestellt. Antrieb für dieses Abfallkonzept ist die Bestrebung, Abfä l- le als Rohstoffe wieder im Stoffkreislauf wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll einzusetzen. In 2016 konnten so exakt zwei Drittel der Friedhofsabfäl le einer Verwertung / Kompostierung zugeführt und so der Res tmüllanteil deutlich reduziert werden . Weiterhin konnten durch die Maßnahmen die Optik auf den Friedhöfen verbessert und die Entsorgun gskosten gesenkt werden. In 2015 wurden z udem zusätzliche opti sch auffällige Aufkleber an den Biotonnen angebracht, um die Fehlwurfquote weiter zu senken. 10 3.7 Glassammlung Betrachtet man die Entwicklung von 2000 bis heute, so ist die Sammelmenge an Altglas in Köln um fast 10.000 t zurückgegangen. Heute stagnieren die Sammelmengen um die 18.000 t pro Jahr (18.475 t in 2016). Durch den ständigen Vormarsch der Kunststoffflasche wird die Glasflasche immer stärker verdrängt, was sich in den Sammelmengen wiederspiegelt. 3.8 Kommunale Altkleidersammlung und Kölner Kleiderkammern Ein städtisches Sammelsystem sichert eine langfristige und krisensichere Sammlung von Altkleidern mit einem hohen Servicegrad. Über das gesamte Kölner Stadtgebiet verteilen sich etwa 530 Altkleidercontainer der Stadt Köln. Die Vermarktung der gesammelten Alt klei- der wurde Mitte 2016 europaweit ausgeschrieben. Hierbei wurde besonders großer Wert auf eine hochwertige wie auch transparente Verwertung gelegt. Neben der Abgabe der Altkleider in die Altkleiderbehälter wird insbesondere die Nutzung der Kölner Kleider kammern empfoh- len, d enn in Köln gibt es zahlreiche Bedürftige, die auf Kleiderspenden angewiesen sind. Hilfsorganisationen und Kleiderkammern in Köln bieten gemeinnützige Projekte an, um hilf e- bedürftige Personen in Kölns Veedeln zu unterstützen. Die Websei te www.altkleiderkoeln.de bietet eine Übersicht gemeinnütziger Einrichtungen, die gerne Altkleiderspende n entgegen- nehmen. Insgesamt haben seit 2014 dieses Angebot 34 Einrichtungen wahrgenommen. Auch von den Bürgern wird die Seite gut angenommen – sie verzeichnet seit Start in 2014 ca. 240.000 Besuche. 3.9 Ausbau der Elektroaltgeräte-Erfassung Seit Inkrafttreten des Elektroaltgerätegesetztes (ElektroG) in 2006 werden Elektroaltgeräte getrennt gesammelt und zur Abholung in fünf verschiedenen Sammelgruppen bereitgestellt. Die bis dato vorgeschriebene Quote von 4 kg/ EW und Jahr wurde erfüllt. Im Oktober 2015 wurde das ElektroG novelliert und seitdem sind eine Reihe von neuen Vorgaben zu beac h- ten und umzusetzen. Unter anderem wurde der Handel zur kostenfreien Rücknahme be- stimmter Gruppen verpflichtet. Der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger wurde verpflichtet Photovoltaik-Module sowie Nachtspeicherheizgeräte aus privaten Hau shalten zu sammeln . Für diese Sammlungen mussten operative Voraussetzungen in 2016 geschaffen werden. Außerdem wurden neue, ambitionierte Anforderungen an Sammelmengen beschlossen, die es notwendig machen die Sammlung von Elektroaltgeräten durch die Stadt Köln bzw. die AWB weiter auszuweiten. Bereits seit 2006 bietet d ie AWB Köln verschiedene Hol- und Bringsysteme zur Sammlung und Erfassung von Altgeräten an. Neben den verschiedenen Bringsystemen für Groß- und 11 Kleingeräte (Wertstoffcenter, Wertstoffhof, Bezirksämter, Betriebshöfe und Schadstoffmobile) besteht auch das Angebot der Abholung fü r Elektrogroßgeräte. Um die Sammelmengen zu steigern, wurden in 2015 und 2016 weitere Maßnahmen im Rahmen von Aktiv für Köln init i- iert. So werden beispielsweise in Schulen, im Bereich der Wohnungswirtschaft oder in öffent- lichen Einrichtungen Sammelbehälter aufgestellt, in denen vor alle m Elektrokleingeräte g e- sammelt werden. Diese Aktionen werden zudem durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen begleitet. Weiterhin wird der Handel angesprochen, freiwillige Sammelstellen einzurichten. 3.10 Aufbereitung des Sperrmülls Der Sperrmüll wird bei der AVG Ressourcen aufbereitet, um noch verwertbare Bestandteile auszusortieren und wiederzuverwerten. Bei den verwertbaren B estandteilen des Sperrmülls handelt es sich in erster Linie um Holz und Metallanteile. Die Biomassen wurd en zur stoffl i- chen Verwertung in die Holzwerkstoffindustrie oder zur energetischen Verwertung in ve r- schiedene Biomassekraftwerke geliefert. Die Altmetalle gelangten in entsprechende Verwe r- tungsbetriebe. Die in 2014 vorhandene Infrastruktur ließ als Folge des Brandereignisses bei der AVG Ressourcen in Niehl nur eine vergleichsweise geringe Sortiertiefe zu. Nach der I n- betriebnahme der neuen Sperrmüllaufbereitungsanlage im August 2015 konnte die Verwer- tungsquote wieder erhöht werden. 3.11 Zusammensetzung des Straßenkehrichts Der Aufgabenb ereich der Stadtreinigung ist sehr vielfältig, entsprechend viele Abfallströme fallen an. Dies sind Abfälle aus Straßenpapierkörben, masch inell erfasster , überwiegend mineralischer Straßenkehricht, biogene Abfälle während der Blüte- und Laubzeit, Abfälle bedingt durch Hochwasser und Abfälle, die bei der Beseitigung von wilden Müllablagerungen (Littering) anfallen. So sind in 2016 u. a. rund 7.500 t an Abfällen aus Straßenpapierkörben , etwa 5.500 t masch inell erfasster Straßenkehricht sowie 2.100 t Laub angefallen. Littering Abfälle werden je nach Material bereits heute getrennt gesammelt, z. B. Autoreifen, Elektr o- altgeräte oder Altmetalle. Die Zusammensetzung von Straßenabfällen wurde über die letzten Jahre im Rahmen von diversen Stud ien analysiert. Aktuell werden die Abfälle der Restmül l- verbrennungsanlage zugeführt. 3.12 Entsorgungsanlagen. Die AVG stellt mit ihren Tochtergesellschaften nach wie vor die folgenden Entsorgungsanl a- gen zur Verfügung: Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen in Köln Rath/Heumar und Köln-Niehl 12 Altholzverwertungsanlage Köln-Niehl Kompostierungsanlage Köln-Niehl Restmüllverbrennungsanlage Köln in Köln-Niehl Deponie Vereinigte Ville in Erftstadt-Liblar Rostasche- und Konditionierungsanlage in Erftstadt-Liblar auf dem Gelände der Deponie Die Restmüllverbrennungsanlage wird um ein zweites Energieteil und damit um eine 2.Turbine erweitert. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist im Frühjahr 2017 vorgesehen. Damit wird es bei unveränderten Müllmengen künftig möglich, auch dann Elektrizität zu e r- zeugen, wenn eine Turbine in Folge von Revisions - oder Reparaturarbeiten nicht zur Verf ü- gung steht. Auch die biologischen Abfälle sollen energetisch genutzt werden. Nach Abstimmung mit der Stadt Köln und entsprechender Beschlussfassung wird die AVG deshalb als Vorschaltanlage zur Kompostierungsanlage eine Vergärungsanlage mit Biogasaufbereitungsanlage errichten und in das örtliche Gasnetz einspeisen. Mit zunächst 1 Fermenter sollen 20.000 t biolog i- scher Abfälle zunächst dem Fermenter zugeführt werden, in dem das Biogas erzeugt wird, und anschließend in der Kompostierungsan lage fertig kompostiert werden. Die Inbetrie b- nahme soll noch in 2018 erfolgen.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V-6 Vorlagen-Nummer 1158/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 04.05.2017 3. Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept In der Anlage befindet sich der 3. Sachstandsbericht zum Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- 1158/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 13.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27