AN/0394/2025
Enttabuisierung der Wechseljahre – Aufklärung, Personalpolitik und kommunale Handlungsspiel-räume
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SPD Anfrage nach § 4
4646 Zeichen
An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Teresa De Bellis -Olinger An Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 26.03.2025 AN/0394/2025 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 31.03.2025 Enttabuisierung der Wechseljahre – Aufklärung, Personalpolitik und kommunale Handlungsspiel-räume Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Ausschussvorsitzende, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 31.03.2025 auf- zunehmen: Mehr als neun Millionen Frauen in Deutschland sind zwischen 40 und 55 Jahre alt und damit voraus- sichtlich in ihren Wechseljahren. Die Wechseljahre betreffen Frauen in einer Lebensphase, in der sie oft mitten im Berufsleben stehen und gesellschaftlich sowie familiär stark eingebunden sind. Dennoch wird das Thema in vielen Bereichen der Gesellschaft noch immer tabuisiert. Die Folgen sind Unsicher- heit, Scham, mangelnde medizinische Versorgung, fehlende arbeitsrechtliche Sensibilität sowie gesell- schaftliche Stigmatisierung. Zahlreiche Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden – etwa Schlafstörungen, Hitzewallungen, de- pressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme oder körperliche Erschöpfung – nicht ernst genom- men werden. Nicht selten führt dies zu Arbeitsausfällen, Kündigungen oder einem frühzeitigen beruf- lichen Rückzug. Gleic hzeitig fehlt es häufig an spezifischen Beratungs- und Informationsangeboten – sowohl im medizinischen als auch im betrieblichen Kontext. Eindrücklich zeigte die im Jahr 2024 veröffentlichte Studie „Menosupport“ der Hochschule für Wirt- schaft und Recht Berlin, dass jede fünfte Frau über 55 aufgrund gesundheitlicher Herausforderungen im Zusammenhang mit den Wechseljahren vorzeitig in den Ruhestand geht. Rund ein Viertel reduziert ihre Arbeitszeit, viele weitere wechseln die Stelle oder nehmen eine berufliche Auszeit. Diese Entwicklung trifft den Arbeitsmarkt in einer Phase, in der qualifizierte Fachkräfte bereits heute händeringend gesucht werden. Der demografische Wandel verschärft diesen Mangel zusätzlich. Auch für die Kommunen hat dies spürbare Auswirkungen – sei es als Arbeitgeberin mit Personalverantwor- tung oder als Trägerin gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Infrastruktur. Für Städte wie Köln bedeutet das: - 2 - Der vorzeitige Rückzug erfahrener Mitarbeiterinnen aus dem Berufsleben ist ein Verlust an Know- how, Führungserfahrung und Stabilität. Fehlende Sensibilisierung bei Führungskräften und Personalverantwortlichen kann zu Fehlein- schätzungen, Diskriminierung oder dem Verlust leistungsfähiger Beschäftigter führen. Es entstehen höhere Kosten durch Fluktuation, Ausfallzeiten und Wiederbesetzungen von Stellen. Zunehmend gibt es Initiativen, die das Thema aufgreifen. Gefordert werden konkrete Maßnahmen zur Information, Sichtbarmachung und politischen Bearbeitung. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln hält es für notwendig, dass auch die kommunale Ebene Verant- wortung übernimmt: durch Aufklärung, durch Sensibilisierung innerhalb der Verwaltung und durch Maßnahmen, die Frauen in dieser Lebensphase konkret stärken. Ein bewusster, offener Umgang mit den We chseljahren ist ein Beitrag zu echter Gleichstellung und Gesundheitsgerechtigkeit. Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Welche Maßnahmen ergreift die Stadt Köln, um zur Aufklärung und Enttabuisierung der Wechsel- jahre beizutragen, z. B. städtische Informationsangebote, Angebote des Gesundheitsamtes, Ko- operationen mit Beratungsstellen, Kampagnenbeteiligungen oder geplante Projekte in diesem Be- reich? 2. Wie wird das Thema Wechseljahre in der Personalpolitik der Stadt Köln ber ücksichtigt? 3. Gibt es spezielle Schulungen von Führungskräften und Personalverantwortlichen, um sensibel mit betroffenen Mitarbeiterinnen umzugehen und die Belegschaft aufzuklären? 4. Welche Unterstützungsangebote wie flexible Arbeitszeitregelungen oder Gesun dheitsberatung bietet die Stadtverwaltung ihren Mitarbeitenden? 5. Wie wird das Thema aktuell im Rahmen der Gleichstellungsstrategie der Stadt Köln verortet? Wir bitten darum, die Antwort auch an den AVR weiterzuleiten. Mit freundlichen Grüßen Gez. Thomas Breustedt SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0394/2025
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 26.03.2025
- Erstellt
- 26.03.2025 08:58