V/0296/2023
Ergebnisse der Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung in Münster
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage A
1684 Zeichen
Anlage A zur V/0296/2023
Kurzüberblick
Ergebnisbericht zur Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölke-
rung in Münster.
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Mit der Mobilitätsbefragung 2022 wurde die Datenbasis für die Erstellung des Masterplans
Mobilität Münster 2035+ fortgeschrieben. Die Mobilitätserhebung war nach 1982 die achte
Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung in Münster. Mit der aktuellen
Befragung wurde unteranderem festgestellt, der der Radverkehrsanteil weiter auf 47 % am
Modal Split angestiegen ist. Somit ist die Stadt Münster Ihrem selbstgesteckten Ziel von 50 %
Radverkehrsanteil am Modal Split einen großen Schritt nähergekommen.
Der Anteil des Umweltverbundes mit 74 % an allen Wege konnte ebenfalls weiter gesteigert
werden. Der ÖV-Anteil am Umweltverbund sank dagegen auf 8%. Die aktuelle Modal-
Splitwerte sind sicherlich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der hohen Inflati-
on zu bewerten. Ziel der zukünftigen Planungen sollte es sein, den ÖV wieder zu stärken, oh-
ne die gewonnenen Radverkehrsanteile zu verlieren.
Finanzierung
Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein X
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein X
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw.
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein
Bereits veranschlagt? Ja Nein X
Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist vollständig
pflichtig
überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
X vollständig
freiwillig
Berichtsvorlage
9608 Zeichen
V/0296/2023 V/0296/2023 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Ergebnisse der Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung in Münster Beratungsfolge 01.06.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht Bericht: Nach 1982 wurde in 2022 mit der nunmehr achten Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Bevölkerung in der Stadt Münster die Zeitreihe fortgeschrieben. Anlass für die nach 2019 bereits nach 3 Jahren erneute Mobilitätsbefragung war, dass sich das Ver- kehrsverhalten, bedingt durch die Corona-Pandemie verändert hat. So wurden während der Pande- mie massive Fahrgasteinbrüc he im ÖPNV festgestellt und auch die im Rahmen von regelmäßigen Erhebungen erfassten Kfz wiesen einen deutlichen Rückgang auf. Mit der Mobilitätsbefragung sollte nun das Maß der Veränderungen festgestellt, Rückschlüsse auf das Verkehrsverhalten der Münsteraner*innen ermöglicht und die Mobilitätsdaten aktuell gehalten werden. Die Durchführung der Haushaltsbefragung erfolgte im November 2022. Dabei handelte es sich um einen Zeitpunkt, zu dem bereits über ei nen längeren Zeitraum keine pandemiebedingten Kontaktbe- schränkungen mehr herrschten. Geringfügige Einschränkungen, beispielsweise die Maskenpflicht im Schienenfernverkehr bestanden noch. Es ist somit davon auszugehen, dass die Erhebung zu einem Zeitpunkt erfolgte, an dem sich durch die Pandemie veränderte Verhaltensweisen wieder zurückver- ändert oder verstetigt haben. Das prominenteste Beispiel, das sich auch merklich auf das Verkehrs- aufkommen auswirkt und entsprechend explizit abgefragt wurde, ist die Verfü gbarkeit und der Nut- zungsumfang von mobilem Arbeiten bzw. Homeoffice. Die Stadt Münster ist eine der ersten Kommunen, die nun nach der Pandemie eine Mobilitätsbefra- gung durchgeführt hat. Die wesentlichen Ergebnisse der Mobilitätsbefragung 2022 sind in einer Kurzfassung zusammenge- fasst worden und können im Ratsinformationssystem der Stadt Münster unter folgendem Link: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/info.php heruntergeladen werden. Amt für Mobilität und Tiefbau 17.05.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Renkhoff Telefon: 492-6502 Renkhoff@stadt- muenster.de - 2 - V/0296/2023 Kernaussagen der Mobilitätserhebung 2022 Eines der prägnantesten Ergebnisse von Mobilitätsbefragungen ist der wegebezogene Modal-Split. Er bezieht sich wie oben beschrieben auf die Münsteraner Bevölkerung und umfasst somit den Binnen- verkehr und die Auspendler, nicht jedoch die Einpendler aus dem Umland. Die folgende Abbildung 1 zeigt das Ergebnis, eingeordnet in die Zeitreihe der vergangenen sieben Erhebungen. Abbildung 1 Ergebnis der w egebezogenen Modal -Split-Auswertung in der Zeitreihe Die Ergebnisse können überwiegend positiv bewertet werden. Im Detail zeigt sich: Der mit 44 % ohnehin schon hohe Radverkehrsanteil hat sich innerhalb von 3 Jahren noch einmal um 3 Prozentpunkte auf 47 % erhöht. Der Umweltverbund (Fuß, Rad und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)) hat einen Anteil von 74 % und ist damit gegenüber 2019 mit 66 % erheblich gestiegen. Damit weist der Um- weltverbund in Münster bundesweit einen der höchsten Modal-Split-Anteile auf. Der Fußverkehrsanteil ist mit 19 % ebenfalls deutlich angewachsen. Diese Veränderung ist je- doch, zumindest zum Teil, auch auf methodische Unterschiede der Befragung zurückzufüh- ren. In Befragungen häufig vernachlässigte, auch kurze Fußwege, wurden nun konkreter ab- gefragt. Der ÖPNV-Anteil hat sich gegenüber dem in den Vorjahren konstanten Niveau von 10 % auf 8 % reduziert. Das bestätigen auch die mit dem automatischen Fahrgastzählsystem in den Stadtwerke Bussen ermittelten geringeren Fahrgastzahlen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass sich der genannte ÖPNV -Anteil allein auf die in Münster wohnenden bezieht. Er darf nicht mit der tatsächlichen Fahrgastzahl verwechselt werden, die darüber hinaus sämtliche Gäste und externe Umsteiger von der Schiene auf den städtischen ÖPNV beinhalten. Der Kfz-Verkehr hat sich auf einen Anteil von 26 % reduziert. Bezogen auf die Verkehrsleis- tung (Fahrtenanzahl*Wegelänge) hat der motorisierte Individualverkehr (MIV) jedoch weiterhin einen Anteil von 48 % (vgl. Tabell e 4 im Kurzbericht). Der größte Anteil dieser Fahrleistung ergibt sich aus Wegen zur Arbeit (vgl. Tabelle 7 im Kurzbericht). Weitere Erkenntnisse: Der Anteil der Pedelecs unter den Radfahrenden nimmt deutlich zu. Während 2019 noch etwa jede 10. Fahrt mit E-Unterstützung stattgefunden hat, war es 2022 schon mehr als jede 5. Fahrt (21 %). Eingerechnet sind hier auch E-Lastenräder. - 3 - V/0296/2023 Der Anteil der Pedelecs nimmt mit der Entfernung deutlich zu. Bei Wegelängen von 9 – 10 km (Radverkehrsanteil auch hier noch bei 27 %) liegt der Pedelecanteil bei fast 50 %. 40 % der arbeitenden und in Ausbildung befindlichen Befragten gaben an, mindestens an ei- nem Tag pro Woche von zu Hause tätig zu sein, am protokollierten Stichtag waren jedoch 87 % der Befragten nicht im Home-Office. Es ist somit anzunehmen, dass die Menge der Ar- beitswege in den vorliegenden Auswertungen eher überschätzt wird. Ein Grund dafür kann sein, dass das Home -Office häufig an Montagen bzw. Freitagen genutzt wird, die Befragung aber auf die Tage Dienstag bis Donnerstag abzielte. Der Anteil der Arbeitswege an der Reisezweckverteilung ist gegenüber 2019 mit 27 % kon- stant geblieben und bleibt der häufigste Wegezweck. Darauf folgen Freizeitwege mit 18 % und Einkaufswege mit 17 % (2019: 17 und 14 %) Im stadtgebi etsüberschreitenden Verkehr hat sich der MIV -Verkehrsanteil von fast 76 auf 71 % erheblich reduziert. Gleichzeitig ist der ÖV -Anteil von fast 22 % auf 24 % und der Rad- verkehrsanteil auf 4 % gestiegen (zuvor 2,6 %). Hier wird es spannend zu beobachten sein, wie sich das Deutschlandticket auf diesen Trend auswirken wird. Die Auswertung der Wegehäufigkeit und Wegelänge zeigt, dass sich die mittlere Wegelänge von 9 km in 2019 auf 7,6 km reduziert und die Wegehäufigkeit mobiler Personen von 3,4 auf 3,7 Personen erhöht hat (Wegehäufigkeit einschl. immobiler Personen: 3,2, zuvor 3,0). Das ist einerseits auf die nun stärker berücksichtigten kurzen Fußwege und den größeren Radver- kehrsanteil zurückzuführen. Die Nutzung von Homeoffice ist hier jedoch ebenfalls zu berück- sichtigen. Arbeitswege sind nämlich mit 12,6 km deutlich länger als die anderer Wegezwecke. Planerische Konsequenzen Anhand der beschriebenen Ergebnisse lässt sich feststellen, dass sich im Verkehrsverhalten der Münsteraner Bevölkerung in den vergangenen Jahren eine erhebliche Veränderung eingestellt hat. Sie ist auch auf pandemiebedingte Verhaltensänderungen zurückzuführen. Erst in den letzten Jahren ist flexibles Arbeiten in großem Maß ermöglicht worden. Diese Veränderung gilt es nun zu versteti- gen. Die Veränderungen im Mobilitätsverhalten sind aber auch auf verkehrsplanerische Maßnahmen zu- rückzuführen. Beispielsweise wurde zwischen Mai 2020 und Dezember 2022 mit 13 Fahrradstraßen auf einer Gesamtlänge von 8,2 km die Qualität für den Radverkehr maßgeblich erhöht. Ein weiteres prominentes Beispiel ist die Kanalpromenade, die es ermöglicht, auch längere Wege ohne Störungen auf einer komfortablen und sicheren Infrastruktur mit dem Rad zurückzulegen. Auch weitere Infra- strukturmaßnahmen wie das 3.000-Stellplätze-Programm und motivierende Kampagnen (u.a. Stadt- radeln) zeigen ganz offensichtlich die erwarteten Wirkungen. Daher gilt es die Radverkehrsförderung insbesondere mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität fortzuführen und auszuweiten. Der Rückgang des ÖPNV -Anteils muss Anlass sein, den ÖPNV zu stärken. Das Ziel darf nicht nur das „Vor-Corona-Niveau“ sein, vielmehr muss der ÖPNV ein wichtiges Element im Umweltverbund sein und Nutzer des MIV zum Umstieg bewegen. Die Auswertung der stadtgebietsübergreifenden Verkehre zeigt aber auch, dass die Münsteraner Bevölkerung bereit ist, in den ÖPNV umzusteigen. Die Wirkung des Münster-Abos und des Deutschlandtickets wird in der nächsten Haushaltsbefragung ausgewertet werden können. Der Rückgang des MIV -Anteils mit entsprechend geringeren Kfz -Verkehrsmengen im Straßennetz eröffnet Handlungsspielräume in der Straßenraumgestaltung. Weiterhin müssen neue Erkenntnisse in Planungsprozesse und –instrumente einfließen. Der Master- plan Mobilität Münster 2035+ bzw. die Verkehrsentwicklungsplanung der Stadt Münster ist als offener Prozess ausgelegt, sodass gezielt auf Veränderungen im Mobilit ätsverhalten reagiert werden kann und ggfs. beschlossene Maßnahmen korrigiert und angepasst werden können. Die Einflüsse auf die Mobilität, die sich in den Ergebnissen der aktuellen Mobilitätsbefragung 2022 widerspiegeln, werden - 4 - V/0296/2023 in Ihren Eckwerten, in geeigneter Form im Prozess des Masterplan Mobilität Münster 2035+ berück- sichtigt. Münsters bundesweite Vorreiterrolle in der Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel, hier insbe- sondere des Fahrrads basiert auf zielgerichteten Planungen und deren Umsetzung. Sie setzt aber eine gute Datenlage voraus. Mit dem Ziel, diese Datenlage zu halten und auch bereits Maßnahmen des Masterplan Mobilität Münster 2035+ zu evaluieren, sollte die nächste Mobilitätsbefragung für spä- testens 2028 geplant werden. i. V. gez. Robin Denstorff (Stadtbaurat) Anlagen Anlage A Mobilitätsbefragung 2022 zum werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung in Münster
Anlage1
51211 Zeichen
MOBILITÄTSBEFRAGUNG 2022
zum werktäglichen Verkehrsverhalten
der Bevölkerung in Münster
Ingenieurbüro Helmert
Wilhelmstraße 89
52070 Aachen
MOBILITÄTSBEFRAGUNG
ZUM WERKTÄGLICHEN VERKEHRSVERHALTEN
DER BEVÖLKERUNG IN DER
STADT MÜNSTER
KURZBERICHT
Aachen, 17.05.2023
Auftraggeber: Stadt Münster
- Amt für Mobilität und Tiefbau -
Abteilung Mobilitätsplanung
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Auftragnehmer: Ingenieurbüro Helmert
Wilhelmstr. 89
52070 Aachen
Auswertung und Bericht: Dipl.-Verkehrswirtschaftlerin Kathrin Henninger (Projektleitung)
M. Sc. Niklas van Heiss
M. Sc. Valerie Guérin
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert II
Aachen
Inhalt
1. METHODIK ........................................................................................................... 1
2. MOBILITÄTSKENNZIFFERN ..................................................................................... 2
3. FAHRZEUGAUSSTATTUNG DER HAUSHALTE ............................................................ 2
4. MOBILITÄT: AUßER-HAUS-ANTEIL UND WEGEANZAHL ............................................ 4
5. VERKEHRSMITTELWAHL ........................................................................................ 6
6. ZEITLICHE ASPEKTE ........................................................................................... 12
7. ENTFERNUNGEN................................................................................................. 16
8. GESCHWINDIGKEITEN ......................................................................................... 18
9. RÄUMLICHE ZIELE .............................................................................................. 19
10. WEGEZWECKE ................................................................................................... 23
11. ZUSAMMENFASSUNG .......................................................................................... 26
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert III
Aachen
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Besitz E-Bikes, (E-)Lastenrädern und E-Scootern nach Anzahl der
Fahrräder im Haushalt ................................ ................................ ................ 3
Abbildung 2: Nutzungshäufigkeit der Verkehrsmittel ................................ ........................ 4
Abbildung 3: Wegehäufigkeit nach aktueller Tätigkeit (gruppiert) ................................ ..... 5
Abbildung 4: Wegehäufigkeit nach Altersgruppe ................................ .............................. 6
Abbildung 5: Verkehrsmittelwahl (gruppiert) im Binnen- und Quell-Ziel-Verkehr
nach Verkehrsmittelgruppe ................................ ................................ ......... 7
Abbildung 6: Verkehrsmittelwahl nach Stadtbezirken ................................ ....................... 8
Abbildung 7: Verkehrsmittelwahl nach Altersgruppen ................................ ...................... 8
Abbildung 8: Verkehrsmittelwahl seit 1982 ................................ ................................ .... 10
Abbildung 9: Verkehrsmittelwahl im Städtevergleich ................................ ...................... 11
Abbildung 10: Mittlere Dauer pro Weg nach Verkehrsmittel ................................ ............. 12
Abbildung 11: Mittlere Dauer pro Weg nach Altersgruppen................................ .............. 13
Abbildung 12: Mittlere Dauer pro Weg nach Reisezweck ................................ ................. 13
Abbildung 13: Tageszeitliche Verteilung des Verkehrs nach Verkehrsmittelgruppe ......... 14
Abbildung 14: Tageszeitliche Verteilung der Aktivitäten ................................ ................... 15
Abbildung 15: Mittlere Entfernungen pro Weg nach Verkehrsmittel ................................ . 16
Abbildung 16: Mittlere Entfernung pro Weg nach Altersgruppe ................................ ........ 17
Abbildung 17: Verkehrsmittelwahl nach Entfernungsklasse ................................ ............. 17
Abbildung 18: Mittlere Geschwindigkeit nach Verkehrsmittel ................................ ........... 18
Abbildung 19: Verkehrsverflechtungen Gesamtverkehr zwischen den Stadtbezirken
(Relationen > 7.500 Wege) ................................ ................................ ....... 19
Abbildung 20: Verkehrsverflechtungen im Gesamtverkehr zwischen der Stadt
Münster und dem Umland (Quell-Ziel-Verkehr) ................................ ......... 21
Abbildung 21: Wegezweckverteilung ................................ ................................ ............... 23
Abbildung 22: Reisezweckverteilung - Zeitreihe ................................ ............................... 24
Abbildung 23: Verkehrsmittelwahl nach Wegezweck ................................ ....................... 24
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Ungewichtete (ungew.) und gewichtete (gew.) Datengrundlage .................. 1
Tabelle 2: Mobilitätskennzahlen der Stadt Münster ................................ ...................... 2
Tabelle 3: Fahrzeugausstattung der Haushalte ................................ ........................... 2
Tabelle 4: Modal Split der Verkehrsleistung ................................ ................................ . 9
Tabelle 5: Verkehrsbeziehungen innerhalb der Stadt Münster (hochgerechnete
Werte) ................................ ................................ ................................ ....... 20
Tabelle 6: Verkehrsbeziehungen zwischen der Stadt Münster und dem Umland
(hochgerechnete Werte der Hin- und Rückwege) ................................ ...... 22
Tabelle 7: Reisezweckverteilung der Verkehrsleistung ................................ .............. 25
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 1
Aachen
1. Methodik
Die Mobilitätsbefragung in der Stadt Münster wurde im Oktober und November 2022 –
außerhalb der Schul - und Semester ferien - durchgeführt. Sie basiert auf einer freiwilligen
Teilnahme der Bevölkerung. Die Stichprobe wurde zufallsverteilt aus dem Melderegister der
Stadt Münster über das Stadtgebiet verteilt gezogen. Die Grundgesamtheit bilden die
Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz in der Stadt Münster.
Für die Mobilitätsbefragung wurden die Formen der schriftlichen, tele fonischen und online-
Befragung gewählt. Alle in der Stichprobe ausgewählten Haushalte erhielten ein Anschreiben
des Oberbürgermeisters, das die Hintergründe der Mobilitätsbefragung aufzeigte, die
Datenschutzerklärung und die Aufforderung zur Teilnahme enth ielt. Auch die Zugangsdaten
zum Online-Fragebogen waren im Anschreiben gedruckt. So konnten die Haushalte direkt an
der Befragung teilnehmen. Dem Anschreiben lag weiter der schriftliche Fragebogen (siehe
Anhang) bei, den die Haushalte ausfüllen und kostenl os zurücksenden konnten. Weiter
konnten sie hierüber ihre Bereitschaft zur telefonischen Befragung signalisieren.
Es wurde jeweils der gesamte angeschriebene Haushalt mit allen Haushaltsmitgliedern befragt
und der gesamte Tagesablauf jedes Befragten erfasst. Dabei wurde zu jedem Weg der Start,
das Ziel, Beginn und Ende des Weges, das genutzte Verkehrsmittel und der Zweck erhoben.
In zwei Wellen wurden insgesamt 12.700 Haushalte angeschrieben. Insgesamt nahmen 4.450
Personen aus 2.085 Haushalten an der Befragung teil. Mit der Mobilitätsbefragung wurden
somit 1,4% der Münsteraner Einwohnerinnen und Einwohner erreicht. Damit sind die
Ergebnisse statistisch gesichert und repräsentativ für die Gesamtstadt.
Tabelle 1: Ungewichtete (ungew.) und gewichtete (gew.) Datengrundlage
ungew. gew. ungew. gew. ungew. gew.
Altstadt 76 76 131 105 369 321
Innenstadtring 401 401 754 641 2.595 2.347
Mitte-Süd 243 243 501 359 1.552 1.165
Mitte-Nordost 255 255 521 412 1.637 1.373
Münster-West 400 400 886 729 2.746 2.268
Münster-Nord 148 148 339 366 993 1.105
Münster-Ost 169 169 393 275 1.240 852
Münster-Südost 164 164 382 366 1.056 1.012
Münster-Hiltrup 229 229 543 451 1.575 1.329
Münster 2.085 2.085 4.450 3.704 13.763 11.772
Haushalte Personen Wege
Die Daten der Erhebung wurden in einem Gewichtungsverfahren an die Grundgesamtheit aller
Einwohner:innen der Stadt Münster angepasst. Dabei wurden die Kriterien Haushaltsgröße,
Alter, Geschlecht und Stad tbezirk genutzt. Im Ergebnis fließen Aussagen von
überrepräsentierten Personengruppen weniger stark in die Ergebnisse ein , während die von
unterrepräsentierten Personengruppen stärker einfließen.
In den Diagrammen und Tabellen werden gegebenenfalls durch Rundung von Anteilswerten
bei der Summierung nicht immer exakt 100% erreicht.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 2
Aachen
2. Mobilitätskennziffern
An einem normalen Werktag legt jede Bürgerin und jeder Bürger der Stadt Münster
durchschnittlich 3,2 Wege zurück. 12,4% aller Befragten verlassen am Stichtag das Haus aus
verschiedenen Gründen nicht. Bei der ausschließlichen Betrachtung der Personen, die am
Stichtag Wege zurückleg en, erhöht sich die Anzahl werktäglicher Wege auf durchschnittlich
3,7.
Tabelle 2: Mobilitätskennzahlen der Stadt Münster
Wege pro Tag 3,2
Zu Fuß 0,6
Fahrrad 1,5
ÖV 0,3
MIV 0,8
Mittlere Wegelänge 7,6 km
Mittlere Wegedauer 20 min
Unterwegszeit 74 min
3. Fahrzeugausstattung der Haushalte
Die Verfügbarkeit verschiedener Verkehrsmittel beeinflusst grundlegend die Entscheidung des
Einzelnen, wie die Wege an Werktagen zurückgelegt werden. Nachfolgende Auswertungen
zeigen die Verfügbarkeit der verschiedenen Verkehrsmittel und Tickets sowie die
Zugangszeiten für die Haushalte in Münster.
Tabelle 3: Fahrzeugausstattung der Haushalte
Anzahl pro
Haushalt
0 29,8% 92,3% 6,6%
1 50,9% 6,0% 26,1%
2 15,8% 1,4% 28,2%
3 2,5% 0,1% 14,4%
>3 0,9% 0,2% 24,7%
Fz. / HH (2022) 0,9 0,1 2,5
Fz. / HH (2019) 0,9 0,1 2,4
Fz. / HH NRW1 1,1 0,2 1,8²
Im Vergleich zu Durchschnittswerten für Nordrhein-Westfalen ist sowohl die Anzahl Autos als
auch die Anzahl Motorräder pro Haushalt auf niedrigerem Niveau. Deutlich höher als der
Vergleichswert in NRW ist der Besitzstand von Fahrrädern.
1 Quelle: MiD 2017 2 einschließlich Pedelecs
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 3
Aachen
Eine steigende Anzahl an Haushalten in Münster nutzt elektrisch betriebene Fahrzeuge, sei es
ein E -Bike, E-Lastenrad oder ein E -Auto. Das Elektroauto findet sich häufig als zweites
Fahrzeug im Haushalt. Der Anteil der E-Autos insgesamt liegt bei 5%, in Haushalten mit zwei
oder mehr Autos bei 13%.
Elektrofahrräder und Lastenräder sind in deutlich größerer Anzahl in den Haushalten
vorhanden. 29% aller Münsteraner Haushalte verfügen über E-Bikes bzw. Pedelecs .
Bundesweit liegt dieser Wert mit 13% im Jahr 2021 deutlich niedriger (Quelle: DESTATIS)2. In
der Mobilitätsbefragung 2013 besaßen im Mittel 4,8% der Haushalte ein E -Bike und im Jahr
2019 lag der W ert bei 16 %. D er seit Jahren kontinuierliche Trend zur Elektrom obilität ist
ungebrochen.
88
74
63
53
42
69
10
25
33
41
46
27
2 3
3 6 22 2 3
1 Fahrrad / HH
(HH = 545)
2 Fahrräder / HH
(HH = 588)
3 Fahrräder / HH
(HH = 300)
4 Fahrräder / HH
(HH = 238)
>4 Fahrräder /
HH
(HH = 278)
Gesamt / HH
(HH = 1948)
Besitz E-Bikes / Pedelecs, (E-)Lastenräder und E-Scooter
nach Anzahl Fahrräder im Haushalt
E-Scooter
E-Lastenräder
Lastenräder
E-Bikes
Fahrräder
Angaben in Prozent HH = Haus halte
Abbildung 1: Besitz E -Bikes, (E-)Lastenrädern und E-Scootern nach Anzahl der Fahrräder im
Haushalt
30% aller befragten Personen besitzen eine ÖV Zeitkarte. Es sind vor allem
Studierende, Auszubildende, Schüler:innen und Rentner:innen, die eine solche Karte
besitzen.
Die Erreichbarkeit des ÖV in fußläufiger Entfernung ist ein wichtiges Kriterium für die Nutzung
des ÖV. Die zum Wohnort nächstgelegen e Bushaltestelle ist innerhalb 4 min zu erreichen.
Dieser Wert unterscheidet sich im Stadtgebiet etwas: 3 min in der Altstadt, bis zu 6 min in
Münster-Hiltrup.
Der Weg zum nächstgelegenen Bahnhof dauert aufgrund der deutlich geringeren Anzahl
Bahnhöfe im Stadtgebiet mit 18 min deutlich länger (15 min in der Altstadt, 24 min in Münster-
Südost).
Nicht alle Befragten kennen den nächstgelegenen Standort einer Car-Sharing-
Station. Die Entfernung wird mit durch schnittlich 10 min angegeben. In der
Betrachtung nach den Stadtbezirken zeigt sich die Konzentration der Stationen
auf die Innenstadt, wo innerhalb 7 Minuten die Car-Sharing-Station erreicht wird, während für
2 DESTATIS (2021): Zahl der Woche Nr. 38 vom 21. September 2021.
<https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2021/PD21_38_p002.html> zuletzt
abgerufen am 14.02.2023.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 4
Aachen
die entfernt vom Stadtzentrum gelegenen Stadtbezirke 13 – 16 Minuten Zugangszeit erhoben
wurden.
8
21
55
56
12
29
23
21
8
22
17
8
8
3
9
27
6
4
4
95
80
31
26
9
12
CarSharing
(N = 3192)
E-Scooter
(N = 3206)
Bus&Bahn
(N = 3704)
Pkw / Motorrad
(N = 3704)
Fuß
(N = 3704)
Fahrrad / E-Bike
(N = 3704)
Nutzungshäufigkeit der Verkehrsmittel
täglich bzw.
fast täglich
an 1-3 Tagen
pro Woche
an 1-3 Tagen
pro Monat
seltener als
monatlich
nie bzw. fast
nie
Angaben in Prozent N = Anzahl Personen
Abbildung 2: Nutzungshäufigkeit der Verkehrsmittel
Von allen Verkehrsmittel n nutzen die Bürgerinnen und Bürger in Münster das Fah rrad am
häufigsten. Drei Viertel der Befragten geben an, täglich bzw. mehrmals je Woche das Rad zu
nutzen. Fahrräder und E -Bikes werden von 70% der 17 -29-Jährigen und 66% der 7 -16-
Jährigen fast täglich genutzt. Damit nutzen insbesondere junge Menschen das Fahrrad häufig.
Für den Pkw geben dies die Hälfte der Befragten an. Es sind also mehr Personen in Münster
täglich bzw. mehrmals in der Woche mit dem Fahrrad unterwegs als mit dem Pkw. Dies wird
sowohl im bundesweit en Vergleich als auch in zahlreichen vergleichbaren Studien genau
umgekehrt erhoben.
Den ÖV nutzen knapp 8% der Befragten täglich und weitere 12% nutzen ihn mehrmals in der
Woche. Die übrigen Verkehrsangebote, v. a. E -Scooter und Car-Sharing, werden in deutlich
geringerem Umfang im werktäglichen Verkehr genutzt.
4. Mobilität: Außer-Haus-Anteil und Wegeanzahl
In Münster waren 12 % der Befragten am Stichtag nicht außer Haus. Dieser Wert liegt etwas
über dem Wert der vergangenen Haushaltsbefragung in Münster (11 %) aus 2019. Als mobile
Personen werden nachfolgend Personen bezeichnet, welche bei der Befragung angegeben
haben am Stichtag außer Haus gewesen zu sein.
Die Wegehäufigkeit aller Einwohner von Münster liegt bei 3,2 Wegen pro Person und Tag.
Betrachtet man die mobilen Personen, beträgt die Wegehäufigkeit 3,7 Wegen pro Person und
Tag. Mit der letzten Befragung aus dem Jahr 2019 wurde eine Mobilität von 3,0 Wegen pro
Person und Tag bzw. 3,4 Wege pro mobiler Person und Tag erhoben. Die Wegehäufigkeit ist
somit in den letzten Jahren bei den mobilen Personen gestiegen. Das bedeutet, dass die
Anzahl immobiler Personen im Vergleich zur Haushaltsbefragung 2019 gestiegen ist, jedoch
die mobilen Personen unter den Befragten deutlich mehr tägliche Wege als 2019 zurückgelegt
haben.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 5
Aachen
Im deutschlandweiten Trend wurde eine Reduktion der täglichen Wegehäufigkeit feststellt. In
der Erhebung „Mobilität in Deutschland“ aus 2017 wurde für NRW eine Wegehäufigkeit für alle
Personen von 3,1 Wegen /Tag ermittelt.
Erwerbstätige Personen sind mit 3,3 Wegen am Tag die mobilste Personengruppe .
Aufgespalten in Vollzeit und Teilzeit Erwerbstätige, so liegt die Wegehäufigkeit der in Teilzeit
Erwerbstätigen mit 3,7 am höchsten im Vergleich zu allen anderen Tätigkeitsgruppen, während
hingegen die befragten Personen, die in Vollzeit beschäftigt sind, 3,1 Wege am Tag tätigen
und unter dem Durchschnitt liegen. Auch Hausfrauen, -männer, Rentner:innen und
Erwerbslose sind mit 3,2 Wegen am Tag ähnlich mobil. Unter dem Durchschnitt von 3,2 Wegen
pro Tag liegt die Gruppe der Studierenden, Auszubildenden, Schüler:innen und
Kindergartenkinder mit einer Wegehäufigkeit von 3,1 am Tag. Innerhalb dieser Gruppe gibt es
Differenzen, so sind Studierende mit überdurchschnittlichen 3,5 Wegen und nicht eingeschulte
Kinder mit unterdurchschnittlichen 2,3 Wegen mobil. Zudem sind Frauen in Bezug auf mobile
Personen mit 3,8 Wegen insgesamt etwas häufiger am Tag unterwegs als Männer mit 3,5
Wegen.
Mittel = 3,2
(N = 2.056)
3,2
3,1
3,3
Hausfrauen / -männer
Rentner / Rentnerinnen
Erwerbslose
(N = 823)
Studierende / Auszubildende
Schüler / Kindergartenkinder
(N = 1.102)
Erwerbstätige
(N = 1.742)
Wegehäufigkeit
nach aktueller Tätigkeit (gruppiert)
Angaben in Anzahl Wege / Tag N = Anzahl Personen
Abbildung 3: Wegehäufigkeit nach aktueller Tätigkeit (gruppiert)
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 6
Aachen
3,7
3,3
4,1
3,7
3,7
3,8
3,1
3,0
3,2
2,5
3,6
3,3
3,3
3,3
2,9
2,4
Gesamt
(N = 3.669)
80+ Jahre
(N = 220)
65-80 Jahre
(N = 430)
50-64 Jahre
(N = 720)
30-49 Jahre
(N = 934)
17-29 Jahre
(N = 838)
7-16 Jahre
(N = 296)
0-6 Jahre
(N = 232)
Wegehäufigkeit
nach Altersgruppe
alle Personen mobile PersonenAngaben in Anzahl Wege / Tag N = Anzahl Personen
Abbildung 4: Wegehäufigkeit nach Altersgruppe
Personen zwischen 65 und 80 Jahren legen die meisten täglichen Wege zurück. Im Mittel ist
es ein Weg mehr am Tag als die Mobilität bei den Jüngsten (bis 6 Jahre) und den Ältesten
(über 80 Jahre).
5. Verkehrsmittelwahl
Wie bewegen sich die Bürgerinnen und Bürger an einem normalen Werktag? Welche
Verkehrsmittel werden genutzt? Welche Einflussgrößen auf diese Wahl gibt es ? Diese
zentralen Elemente der Mobilitätsbefragung werden nachfolgend dargestellt.
Im Gesamtverkehr werden in Münster 26% aller Wege im motorisierten Individualverkehr
(MIV), also mit dem Auto oder Motorrad, zurückgelegt. 22% ihrer Wege legen die Befragten
am Steuer selbst zurück und 4% als Mitfahrer im Auto, während der Anteil der Motorradfahrer
weit unter 1% liegt. Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes (ÖV, Rad, Fuß) werden für die
verbleibenden 74% der Wege genutzt . Dabei nimmt der Radverkehr (Fahrrad / E -Bike /
Pedelec / (E-)Lastenrad) den bedeutendsten Anteil innerhalb des Umweltverbundes mit 47%
an allen Wegen ein, worunter das Lastenrad erstmals als signifikante Größe auftaucht.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 7
Aachen
20,4 18,9
40,4 37,0
8,4
2,4
7,8
2,0
20,9
2,5
6,1
2,7
5,8
4,3
5,6
4,5
17,6
64,8
21,5
Binnenverkehr
(N=10.703)*
Quell-Ziel-Verkehr
(N=936)*
Gesamt
(N=11.772)*
Verkehrsmittelwahl
im Binnen- und Quell-Ziel-Verkehr
MIV (Fahrer)
MIV (Mitfahrer)
Bus
Bahn
(E-)Lastenrad
E-Bike / Pedelec
Fahrrad
zu Fuß
* N = Anzahl WegeAngaben in Prozent
Abbildung 5: Verkehrsmittelwahl (gruppiert) im Binnen - und Quell-Ziel-Verkehr nach
Verkehrsmittelgruppe
Im Binnenverkehr, also auf Wegen innerhalb des Stadtgebietes, reduziert sich der Anteil des
motorisierten Individualverkehrs nochmals auf insgesamt 22%. Die Verkehrsmittel des
Umweltverbundes entwickeln sich in diese r Betrachtung unterschiedlich: W ährend der Ö V-
Anteil im Vergleich zum Gesamtverkehr leic ht sinkt, steigt der Fahrradanteil deutlich und der
Anteil der Wege zu Fuß leicht.
Erwartungsgemäß finden Wege, die über die Stadtgrenzen hinausführen (Quell-Ziel-Verkehr),
deutlich häufiger mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln statt und die Anteilswerte
beider Verkehrsmittel verdreifachen sich im Vergleich zum Binnenverkehr. So wird der ÖV für
Wege über die Stadtgebietsgrenzen hinaus mit 24% deutlich häufiger als im Binnenverkehr
genutzt. Die Anteile von Wegen mit dem Fahrrad und zu Fuß fallen erwartungsgemäß gering
aus.
Einen bedeutenden Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl hat der Wohnort der Befragten
innerhalb der Stadt Münster. In den Stadtbezirken Altstadt und Innenstadtring im Zentrum
werden mehr als drei Viertel aller Wege mit den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes
bewältigt. Auch in Mitte -Süd und Mitte Nordost wird der Großteil aller Wege mit dem
Umweltverbund realisiert. In Mitte -Nordost wurde der höchste Radverkehrsanteil vor dem
Stadtbezirk Innenstadtring mit je über 50% aller Wege erhoben. Für die Altstadt wurde der
höchste Fußwegeanteil ermittelt.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 8
Aachen
35 27 21 20 15 15 15 9 17 19
33 47
43 46
37
26 35
29
24
37
3
5
5 7
8
8
10
15 10
8
8
3
6
4
4
7 11 7
8 7
6
2
3
3
5 6 6
5 9
4
16 11
23 16 24 23 24 32 31
21
6
3
2 4
2
3
Altstadt
(N=321)
Innenstadtring
(N=2.346)
Mitte-Süd
(N=1.165)
Mitte-Nordost
(N=1.373)
Münster-West
(N=2.268)
Münster-Nord
(N=1.105)
Münster-Ost
(N=852)
Münster-
Südost
(N=1.012)
Münster-
Hiltrup
(N=1.329)
Gesamt
(N=11.772)
Verkehrsmittelwahl
nach Stadtbezirken
zu Fuß Fahrrad E-Bike / Pedelec (E-)Lastenrad Bahn Bus MIV (Mitfahrer) MIV (Fahrer)
N = Anzahl WegeAngaben in Prozent
Abbildung 6: Verkehrsmittelwahl nach Stadtbezirken
Betrachtet man die weiter vom Zentrum entfernt liegenden Stadtbezirke (Münster-Nord,
Münster-Südost, Münster -Hiltrup), so werden hier mehr Wege mit dem ÖV und dem MIV
realisiert und entsprechend weniger Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Der geringste
Radwegeanteil und gleichzeitig höchste MIV-Anteil wurde in MS-Hiltrup erhoben. In MS-Nord
findet der ÖV mit 15% seinen höchsten Anteilswert.
25,3
13,3 18,9 17,4 15,1
24,6 30,5
18,9
22,8
57,8 53,3
32,7 31,0
28,0 11,7 37,0
7,1
3,2
6,4 14,5
13,9
5,8
7,816,1
3,4
1,9
2,1
11,3 7,3
3,2
5,0
20,2
5,8
0,8 4,6
2,9 0,7 2,5
26,4
14,9
3,8 8,9 4,5
10,9
32,3 31,0 24,0 22,2 21,5
0-6 Jahre
(N = 547)
7-16 Jahre
(N = 864)
17-29 Jahre
(N = 2.808)
30-49 Jahre
(N = 3.097)
50-64 Jahre
(N = 2.352)
65-80 Jahre
(N = 1.554)
80+ Jahre
(N = 550)
Gesamt
(N = 11.772)
Verkehrsmittelwahl
nach Altersgruppen
zu Fuß Fahrrad E-Bike / Pedelec (E-)Lastenrad Bus Bahn MIV (Mitfahrer) MIV (Fahrer)
N = Anzahl WegeAngaben in Prozent
Abbildung 7: Verkehrsmittelwahl nach Altersgruppen
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 9
Aachen
In der Gruppe der 17- bis 29-Jährigen werden die meisten Wege mit den Verkehrsmitteln des
Umweltverbunds zurückgelegt, in der direkt nachfolgenden Gruppe der 30- bis 49-Jährigen
erreicht hingegen der MIV seinen höchsten Anteilswert.
Kinder bis 6 Jahre werden meist mit dem Fahrrad oder dem Auto mitgenommen. Danach
folgen Wege zu Fuß auf de n Platz drei. Der Ö V spielt eine untergeordnete Rolle in diesem
Alter. Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren realisieren mehr als die Hälfte ihrer
Wege mit dem Rad, gefolgt von Wegen mit dem MIV, Wegen zu Fuß und Wegen und zuletzt
jenen, die mit dem ÖV realisiert werden.
Mit Erreichen der Volljährigkeit änder n sich die M öglichkeiten in der Verkehrsmittelwahl
deutlich. Während in vielen anderen Städten mit dem Führerscheinbesitz die Wichtigkeit der
individuellen motorisierten Verkehrsmittel rapide zu nimmt, ist in der Stadt Münster diese
Tendenz kaum festzustellen. In der G ruppe der 17- bis 29-Jährigen wird der MIV (inkl.
Mitfahrer und motorisiertes Zweirad) für 12% aller Wege genutzt und hat damit den geringsten
Wert unter allen Volljährigen. Der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege ist in dieser
Altersgruppe stark ausgeprägt. Wege zu Fuß und mit dem ÖV nehmen eine nachgeordnete
Rolle ein.
Menschen im Alter zwischen 30 und 64 Jahre gehören nach der Altersgruppe 65-80 Jahre zu
der mobilsten Gruppe, mit 3,3 zurückgelegten Wegen am Tag. Hier steigt die Bedeutung des
MIV deutlich bis auf fast 35 % an. Dennoch werde n auch in diesem Alter mehr als die Hälfte
aller Wege mit dem Umweltverbund realisiert . Die Bedeutung des ÖV ist in diesen
Altersgruppen minimal. Der Radverkehrsanteil sinkt im Vergleich zu den jungen Erwachsenen
leicht.
Mit Eintritt in das potentielle Re ntenalter werden weniger Wege mit dem MIV unternommen.
Fußwege werden - geprägt durch den Wandel vom Berufsleben zum Ruhestand - wieder
deutlich häufiger. Der Anteil der Radwege geht leicht zurück.
Menschen ab 81 Jahren nutzen das Fahrrad im Vergleich zu anderen Altersgruppen am
seltensten. Im Gegensatz dazu erreichen Wege zu Fuß oder mit dem ÖV in dieser
Altersgruppe ihren höchsten Anteilswert.
Es wurden kaum geschlechtsspezifische Unterschiede der Verkehrsmittelwahl erhoben. In
geringem Maß zeigt sich, dass Frauen etwas häufiger zu Fuß gehen und seltener den MIV
nutzen als Männer.
Eine aufschlussreiche Betrachtung bietet nachfolgend die Ermittlung der Verkehrsmittelwahl
der Verkehrsleistung. Hierfür wi rd die durchschnittliche Wegean zahl mit der zurückge legten
mittleren Entfernung des jeweiligen Verkehrsmittels in Verbindung gebracht und dadurch ein
auf die Wegelängen bezogener Modal Split ermittelt.
Tabelle 4: Modal Split der Verkehrsleistung
Verkehrsmittel Anteil an allen Wegen Anteil an zurückgelegten
Gesamtkilometern
Zu Fuß 19% 3%
Fahrrad 37% 17%
E-Bike / Pedelec 8% 5%
(E-)Lastenrad 2% 1%
ÖV 8% 25%
MIV als Selbstfahrer 22% 43%
MIV als Mitfahrer 4% 5%
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 10
Aachen
Der öffentliche Verkehr hat in dieser Betrachtungsweise einen höheren Anteil am
Gesamtverkehr, da insbeson dere mit der Bahn weite Strecken zurückgelegt werden. Der
MIV-Verkehr gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Dementsprechend fallen die Werte für Rad- und
Fußverkehr mit den üblicherweise weitaus kürzeren Distanzen deutlich geringer aus.
Im Jahr 1982 wurde in Münster die erste Haushaltsbefragung durchgeführt. In den
nachfolgenden Jahren fanden regelmäßig erneut Untersuchungen zum Mobilitätsverhalten
statt, sodass mittlerweile eine Zeitreihe über die vergangenen 40 Jahre entstanden ist.
Die Erhebungsmethoden sind im Laufe der Zeit leicht verändert worden, sodass ein direkter
Vergleich nur bedingt möglich ist.
25 21 22
13 16 22
12 19
29 34 32
35
38
39
44
47
7 7 10
11
10
10
10
8
39 38 37 41 36 29 34 26
1982 1990 1994 2001 2007 2013 2019 2022
Verkehrsmittelwahl im Gesamtverkehr
Zeitreihe
zu Fuß Fahrrad ÖV MIV
Angaben in Prozent
Abbildung 8: Verkehrsmittelwahl seit 1982
Es wird deutlich , dass der MIV-Anteil an allen Wegen in Münster schon seit Beginn der
Erhebungen relativ gering war und bis heute nochmals deutlich gesunken ist. Der Anteil Wege,
die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln realisiert werden, liegt seit fast 20 Jahren auf einem
konstanten Niveau von ca. 10 % und ist zuletzt auf 8% gesunken. Mit nahezu durchgängiger
Kontinuität steigt der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege seit 1982 auf einen neuen
Höchstwert im Jahr 2022.
Der Anteil zu Fuß zurückgelegter Wege schwankt im Laufe der Jahre leicht, was u.a. auf sich
wandelnde Erhebungsmethoden zurückzuführen ist. Auch im bundesweiten Trend (MID 2017)
wird festgestellt, dass die Menschen weniger Wege zu Fuß gehen.3
Zur besseren Einordnung der aktuellen Ergebnisse zur Verkehrsmittelwahl in Münster ist der
Vergleich mit anderen Städten hilfreich. Hierfür wurden Städte ausgewählt, die ebenfalls stark
von einer großen Anzahl Studierender geprägt sind, und für die in der jüngeren „pre-COVID“
Vergangenheit mittels einer Mobilitätsbefragung aktuelles Zahlenmaterial erhoben wurde.
Leichte Unter schiede in der Erhebungsmethodik können zu einer eingeschränkten
Vergleichbarkeit der Daten führen. Die Mobilitätsbefragungen in Mainz und Dortmund wurden
vom Ingenieurbüro Helmert mittels einer ähnlichen Erhebungsmethodik durchgeführt, sodass
sich die Ergebnisse ohne Einschränkung vergleichen lassen.
3 Mobilität in Deutschland – MiD; Analysen zum Radverkehr und Fußverkehr; Bundesministerium für Verkehr und digitale
Infrastruktur; Mai 2019; Seite 63.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 11
Aachen
19 19 18 26
17
29 24 22
47
10
21
18
18
34
14 11
8
22
22 20
14
16
12
10
26
49
39 36
51
21
50 57
Münster 2022 Dortmund
2019
Mainz 2019 Dresden 2018 Bielefeld 2017 Heidelberg
2016
MiD
Großstadt
2017
MiD NRW
2017
Verkehrsmittelwahl
im Städtevergleich
zu Fuß Fahrrad ÖV MIV
Angaben in Prozent
Abbildung 9: Verkehrsmittelwahl im Städtevergleich
Bezogen auf den Fahrradanteil liegt Münster weiterhin deutlich an erster Stelle. D ie Städte
Heidelberg und Mainz weisen ebenfalls einen überdurchschnittlich hohen Radverkehrsanteil
auf.
In Bezug auf den Fußgängeranteil wurde in Münster mit 19% ein durchschnittlicher Wert im
Vergleich zu den anderen Erhebungen ermittelt.
Der ÖV-Anteil mit 8% ist im Vergleich zu den anderen Städten am niedrigsten. Im Vergleich
mit den Ergebnissen der MiD für Großstädte ist der Wert in Münster leicht
unterdurchschnittlich.
Fasst man die drei V erkehrsmittel des Umweltverbundes zusammen, so liegt der Anteil in
Münster mit 74% hoch. Die einzige Erhebung mit einem höher ermittelten Wert war Heidelberg
2016.
Dementsprechend zeigt sich ein umgekehrtes Bild beim MIV-Anteil: Hier liegt der Wert für
Münster im Städtevergleich vergleichsweise niedrig (26%) und nur in Heidelberg 2016 wurde
ein niedriger Anteilswert erhoben.
Im Vergleich mit der überregionalen Studie MiD zeigt sich, dass in Münster ein deutlich
größerer Anteil aller Wege mit Verkehrsmitteln des Umweltverbundes durchgeführt wird. Dabei
sticht insbesondere das Fahrrad hervor . Der Fußwegeanteil ist in Münster geringer erhoben
worden. Der ÖV-Anteil liegt ebenfalls auf einem niedrigeren Niveau als der in der MiD für
Großstädte erhobene ÖV-Anteil.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 12
Aachen
6. Zeitliche Aspekte
18
20
25
16
20
16
15
35
68
Mittel = 20
(N = 11.772)
Kfz Mitfahrer:in / Taxi
(N = 482)
E-Kfz Selbstfahrer:in
(N = 137)
Kfz Selbstfahrer:in
(N = 2.382)
(E-)Last enrad
(N = 223)
E-Bike / Pedelec
(N = 875)
Fahrrad
(N = 4.360)
zu Fuß / Rollstuhl
(N = 2.226)
Bus
(N = 677)
Bahn
(N = 297)
Mittlere Dauer pro Weg
nach Verkehrsmittel
Angaben in Minuten N = Anzahl Wege
Abbildung 10: Mittlere Dauer pro Weg nach Verkehrsmittel
Ein Weg dauert im Durchschnitt 20 min und die mittlere Dauer pro Weg fällt je nach
Verkehrsmittel unterschiedlich aus. Die am längsten dauernden Wege werden mit der Bahn
zurückgelegt. Wege zu Fuß und mit dem konvention ellen Rad dauern am kürzesten. Es ist
erkennbar, dass E-Fahrräder für längere Wege genutzt werden (vgl. Abbildung 10). E-Scooter,
Motorräder, Mopeds und Mofas sowie die Fahrzeuge des Anbieters Loop werden in geringem
Ausmaß genutzt.
Wege von Frauen dauern mit 19 min etwas weniger lange als die von Männern mit 21 min,
wobei Männer insbesondere mit der Bahn und im Kfz als Selbstfahrer länger unterwegs sind.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 13
Aachen
Mittel =20
(N = 11.772)
20
20
22
21
20
17
15
80+ Jahre
(N = 550)
65-80 Jahre
(N = 1.554)
50-64 Jahre
(N = 2.352)
30-49 Jahre
(N = 3.097)
17-29 Jahre
(N = 2.808)
7-16 Jahre
(N = 864)
0-6 Jahre
(N = 548)
Mittlere Dauer pro Weg
nach Altersgruppen
Angaben in Minuten N = Anzahl Wege
Abbildung 11: Mittlere Dauer pro Weg nach Altersgruppen
Personen zwischen 50 und 64 Jahren sind in Münster häufig unterwegs und legen die längsten
Wege zurück. Die Gruppen der unter 17 -Jährigen legt deutlich kürzere Wege zurück. Dies
deutet darauf hin, dass d ie meisten Aktivitäten in dieser Altersgruppe (Schule/Freizeit ) in der
näheren Umgebung ihr Ziel finden.
25
31
15
25
18
18
15
18
Mittel = 20
(N = 11.772)
zur Arbeit
(N = 3.135)
geschäftlich
unterwegs (N = 282)
Einkauf
(N = 1.942)
privater
Besuch (N = 643)
Ausbildung
(N = 1923)
Freizeit
(N = 2.143)
Bringen / Holen
(N = 397)
private Erledigungen (Arzt, Bank)
(N = 1.190)
Mittlere Dauer pro Weg
nach Wegezweck
Angaben in Minuten N = Anzahl Wege
Abbildung 12: Mittlere Dauer pro Weg nach Reisezweck
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 14
Aachen
Bei der Verteilung der mittleren Reisezeiten bzw. durchschnittlichen Wegedauern nach
Reisezwecken haben geschäftliche Wege den jeweils höchsten Zeitbedarf. Für diese Wege
benötigen die Befragten im Durchschnitt 31 min (vgl. Abbildung 12).
0
2
4
6
8
10
12
14
16
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23
Anteil der Stunde am gesamten Tag
Uhrzeit
Tageszeitliche Verteilung des Verkehrs
nach Verkehrsmittelgruppe
zu Fuß Fahrrad ÖV MIV
Angaben in Prozent
Abbildung 13: Tageszeitliche Verteilung des Verkehrs nach Verkehrsmittelgruppe
Abbildung 13 der tageszeitlichen Verteilung des Verkehrs verdeutlicht, dass insbesondere der
öffentliche Verkehr s tark ausgeprägte , kurzzeitige Spitzenbelastungen aufgrund des
gleichzeitigen Auftretens von Schul- und Berufsverkehren zu bewältigen hat. Fußwege werden
zu verschiedenen Zwecken und über den gesamten Tag verteilt unternommen und weisen
mehrere Spitzen im Tagesverlauf aus.
Wenn mittags ab 13 Uhr der Schulunterricht endet, erreichen die von Schülern bevorzugten
Verkehrsmittel des ÖV und das Rad wieder höhere Pegel. Zur Feierabendzeit steigen die
Anteile aller Verkehrsmittel ab etwa 15 Uhr wieder deutlich an und erreichen in der Zeit
zwischen 15 und 18 Uhr nochmals Höchstwerte.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 15
Aachen
00:00
01:00
02:00
03:00
04:00
05:00
06:00
07:00
08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
18:00
19:00
20:00
21:00
22:00
23:00
Uhrzeit
Tageszeitliche Verteilung der Aktivitäten
Freizeit
Bringen / Holen
privater Besuch
private Erledigungen (Arzt, Bank)
Einkauf
Schule / Kindertagesstätte
Berufsausbildung
Universität / Fachhochschule
geschäftlich unterwegs
zur Arbeit
nach Hause
Verkehr
41% der Befragten
sind zu Hause
29% der Befragten
s ind bei der Arbeit
16% der Befragten sind
bei der Ausbildung
Bezugsgröße: Personen
Abbildung 14: Tageszeitliche Verteilung der Aktivitäten
Die bestimmende „Aktivität“ über den gesamten Tag ist das Wohnen. Mehr als zwei Drittel des
Tages werden hierfür verwendet. Die meisten Aktivitäten außer H aus werden in der Zeit von
11:00 bis 11:30 Uhr durchgeführt. Hier sind nur etwa 41% der befragten Personen zu Hause,
während sich zu dieser Zeit 29% auf der Arbeit und 16% in der Schule, der Ausbildung, an der
Universität oder FH befinden.
Im Tagesverlauf schwankt die Verkehrsaktivität der Befragten zwischen minimal 4,8% und
maximal 15,8%. Die Verteilung über den Tag entspricht den klassischen Stoßzeiten des
Berufsverkehrs.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 16
Aachen
7. Entfernungen
Die mittlere Distanz aller Wege und Fahrten liegt in Münster bei 7,6 km. Im Vergleich zum Jahr
2019 (9,1 km) legen die Münsteraner weniger lange Wege zurück.
9,2
11,2
15,4
5,5
4,9
3,5
1,3
7,4
58,7
Mittel = 7,6
(N = 11.772)
Kfz Mitfahrer:in / Taxi
(N = 482)
E-Kfz Selbstfahrer:in
(N = 137)
Kfz Selbstfahrer:in
(N = 2.382)
(E-)Lastenrad
(N = 223)
E-Bike / Pedelec
(N = 875)
Fahrrad
(N = 4.360)
zu Fuß / Rollstuhl
(N = 2.226)
Bus
(N = 677)
Bahn
(N = 297)
Mittlere Entfernungen pro Weg
nach Verkehrsmittel
Angaben in Kilometern N = Anzahl Wege
Abbildung 15: Mittlere Entfernungen pro Weg nach Verkehrsmittel
Die mit Abstand längsten Wege werden mit der Bahn zurückgelegt, gefolgt von Wegen mit
dem Auto. Der Bus wird für Wege genutzt, die im Durchschnitt 7 km lang sind. Wege mit dem
E-Bike sind im Durchschnitt zwei Kilometer länger als die mit einem herkömml ichen Fahrrad.
Aufgrund von teilweise zu geringen Fallzahlen werden in Abbildung 15 nicht alle zur Auswahl
stehenden Verkehrsmittel visualisiert.
Wie bereits die Wegedauer nach Geschlecht gezeigt hat, legen Männer auch die weiter en
Distanzen zurück. Wege von Männern sind im Mittel 9,3 km lang, die von Frauen 6,2 km. Der
größte Unterschied zeigt sich bei Fahrten mit der Bahn (Männer: 73 km, Frauen: 42 km) und
als Kfz-Selbstfahrer (Männer: 18 km, Frauen: 13 km).
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 17
Aachen
3,9
5,2
8,8
9,5
8,4
4,2
3,6
Mittel = 7,6
(N = 11.772)
80+ Jahre
(N = 550)
65-80 Jahre
(N = 1.554)
50-64 Jahre
(N = 2.352)
30-49 Jahre
(N = 3.097)
17-29 Jahre
(N = 2.808)
7-16 Jahre
(N = 864)
0-6 Jahre
(N = 548)
Mittlere Entfernungen pro Weg
nach Altersgruppe
Angaben in Minuten N = Anzahl Wege
Abbildung 16: Mittlere Entfernung pro Weg nach Altersgruppe
Die Personengruppe der Hochmobilen (30 – 64 Jahre) legt Wege mit deutlich weiteren
Entfernungen zurück als alle anderen Personen. Dieser Unterschied ist i.d.R. auf die
unterschiedliche räumliche Entfernung zwischen Wohnort und de m jeweils in einer
Altersgruppe maßgeblichen Tätigkeitsort zurückzuführen: Schulen sind meist wohnungsnäher
als Arbeitsplätze. Die Gruppe der Menschen im hohen Alter realisiert kürzere Wege
(>80 Jahre: 3,9 km).
63
27
11 5 2 2
27
51
55
55
47
38
31 27 23
14 10
4
7
10
9
10
12
10 10 10
13
9
3
4
2
2
2
2
4
7
9
12
13 14 21
19
24
26
2 4
4
7
7
8 9 7
5
6
5
2 8 11 19 23 28
37 39 36
48 52
66
0 - 1 km 1 - 2 km 2 - 3 km 3 - 4 km 4 - 5 km 5 - 6 km 6 - 7 km 7 - 8 km 8 - 9 km 9 - 10
km
10 - 20
km*
> 20 km*
Verkehrsmittelwahl
nach Entfernungsklasse
zu Fuß Fahrrad E-Bike / Pedelec (E-)Lastenrad ÖV MIV (Mitfahrer) MIV (Fahrer)
* Intervallgröße geändert Angaben in Prozent
Abbildung 17: Verkehrsmittelwahl nach Entfernungsklasse
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 18
Aachen
Abbildung 17 zeigt die Anteilswerte der Verkehrsmittel in den jeweiligen Entfernungsklassen.
Es zeigt sich:
Der Fußverkehr hat seinen Höchstwert beim ersten Kilometer. Bereits Entfernungen ab 2
km werden zum Großteil mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Der Radverkehr hat den höchsten Anteilswert bei Wegen mit einer Distanz zwischen 2
und 3 km. Die Bedeutung des Radverkehrs nimmt in den höheren Entfernungsklassen zwar
langsam ab, aber steigerte sich im Vergleich zur HHB 2019.
Die Bedeutung des ÖV wächst ab einem mittleren Entfernungsbereich von 4 km. Wege ab
10 km Länge werden häufiger mit dem ÖV realisiert als mit dem Rad.
Der MIV wird auf kurzen Strecken bis 4 km Länge wenig genu tzt. Erst mit deutlich
zunehmenden Entfernungen steigen die Anteile des MIV an.
8. Geschwindigkeiten
Die Geschwindigkeit eines Weges über alle Verkehrsmittel liegt bei durchschnittlich 22 km/h.
Damit liegt Münster unter der für deutsche Großstädte ermittelten Durchschnitts -
geschwindigkeit von 24,8 km/h.4 Dies erklärt sich durch den überproportional hohen
Radverkehrsanteil gegenüber anderen deutschen Großstädten
Die höchsten Geschwindigkeiten werden erwartungsgemäß mit der Bahn und den
motorisierten Individualverkehrsmitteln realisiert.
30
33
37
20
14
13
5
13
52
Mittel = 22
(N = 11.772)
Kfz Mitfahrer:in / Taxi
(N = 482)
E-Kfz Selbstfahrer:in
(N = 137)
Kfz Selbstfahrer:in
(N = 2.382)
(E-)Lastenrad
(N = 223)
E-B ike / Pedelec
(N = 875)
Fahrrad
(N = 4.360)
zu Fuß / Rollstuhl
(N = 2.226)
Bus
(N = 677)
Bahn
(N = 297)
Mittlere Geschwindigkeit
nach Verkehrsmittel
Angaben in km/h N = Anzahl Wege
Abbildung 18: Mittlere Geschwindigkeit nach Verkehrsmittel
4 Quelle: MiD 2017, nach regionalstatistischem Gemeindetyp
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 19
Aachen
9. Räumliche Ziele
91% der werktäglichen Wege werden innerhalb des Stadtgebiets unternommen.
In der nachfolgenden Grafik zeigen sich starke Verkehrsverflechtungen zwischen allen
Stadtbezirken. Besonders stark ausgeprägt sind diese zwischen de m Stadtbezirk Mitte-
Nordost und den Innenstadtbezirken (Altstadt, Innenstadtring). Die Verkehrsverflechtungen der
peripher ge legenen Stadtbezirke wie z.B. Münster -Ost, Münster -Hiltrup sind stark auf den
Innenstadtbereich konzentriert.
Abbildung 19: Verkehrsverflechtungen Gesamtverkehr zwischen den Stadtbezirken (Relationen >
7.500 Wege)
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 20
Aachen
Eine weitere Auflistung der Verkehrsbeziehungen im Binnenverkehr zeigt folgende Tabelle:
Tabelle 5: Verkehrsbeziehungen innerhalb der Stadt Münster (hochgerechnete Werte)
nach
von
Altstadt
Innenstadtring
Mitte-Süd
Mitte-Nordost
Münster-West
Münster-Nord
Münster-Ost
Münster-Südost
Münster-Hiltrup
Summe
Binnenverkehr
Altstadt 28.500 24.100 5.800 12.300 12.300 5.600 6.000 5.100 2.900 102.600
Innenstadtring 24.000 53.800 13.400 23.600 24.700 7.500 8.500 6.900 6.000 168.400
Mitte-Süd 5.800 13.800 29.500 5.200 12.300 1.800 1.300 3.500 7.200 80.400
Mitte-Nordost 11.800 25.400 5.700 28.400 10.500 8.300 8.700 3.500 3.700 106.000
Münster-West 13.600 24.300 12.800 10.100 89.200 6.900 2.300 3.600 5.200 168.000
Münster-Nord 5.500 7.900 2.000 8.700 7.100 29.100 3.600 1.000 1.100 66.000
Münster-Ost 5.800 8.000 1.500 9.600 2.400 3.100 23.100 3.100 1.200 57.800
Münster-Südost 4.600 6.600 3.000 3.700 4.300 1.400 3.100 37.300 6.400 70.400
Münster-Hiltrup 2.800 5.900 6.800 3.700 5.600 1.500 1.100 6.500 63.500 97.400
Summe Binnenverkehr 102.400 169.800 80.500 105.300 168.400 65.200 57.700 70.500 97.200 917.000
Bei dem im Folgenden visualisierten Quell-Ziel-Verkehr sind die Verflechtungen vor allem mit
den direkt an die Stadt Münster angrenzenden Kommunen und Krei sen zu beobachten.
Darüber hinaus bestehen bedeutende Verflechtungen nach Hamm und Osnabrück.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 21
Aachen
Abbildung 20: Verkehrsverflechtungen im Gesamtverkehr zwischen der Stadt Münster und dem
Umland (Quell-Ziel-Verkehr)
Tabelle 6 stellt die Verkehrsbeziehungen im Quell-Ziel-Verkehr detailliert dar.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 22
Aachen
Tabelle 6: Verkehrsbeziehungen zwischen der Stadt Münster und dem Umland
(hochgerechnete Werte der Hin- und Rückwege)
Münster
Telgte 6.033
Greven 5.909
Kreis Unna 4.863
Senden 4.761
Kreis Recklinghausen 4.216
Hamm 3.660
Steinfurt 3.317
Osnabrück 3.123
Dortmund 3.047
Kreis Borken 2.972
Warendorf 2.889
Coesfeld 2.697
Altenberge 2.618
Havixbeck 2.539
Drensteinfurt 2.273
Sendenhorst 1.997
Everswinkel 1.368
Umland Nord 10.569
Umland Ost 7.595
Umland Süd 11.977
Umland West 6.179
Summe Quell-Ziel-Verkehr 94.601
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 23
Aachen
10. Wegezwecke
27
2
17
10
6
6
1
10
18
3
Verteilung der Wegezwecke
zur Arbeit
geschäftlich unterwegs
Einkauf
private Erledigungen (Arzt,
Bank)
privater Besuch
Universität / Fachhochschule
Berufsausbildung
Schule / Kindertagesstätte
Freizeit
Bringen / Holen
Anzahl Wege = 11.655 (ohne Wege nach Hause)Angaben in Prozent
Abbildung 21: Wegezweckverteilung
Der dominierende Reisezweck ist „Arbeit“ inklusive „geschäftlich unterwegs“ mit 29% der
Wege, gefolgt von Einkaufswegen und Wegen zum Zweck „private Erledigungen“ mi t
insgesamt 27% aller Wege. An dritter Stelle finden sich mit einem Anteil von 24% Wege zu
Freizeitaktivitäten (Freizeit + privater Besuch). „Bringen / Holen“ beinhaltet alle Servicewege
zum Holen und Bringen von Kindern (z.B. zum Kindergarten, zur Schule) und Erwachsenen
(z.B. zum Arzt).
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 24
Aachen
21 22 27 27
2 3
4 2
40
26
30 27
14
16
18
16
16
27
17 24
8 7 5 3
2007 2013 2019 2022
Verteilung der Wegezwecke
Zeitreihe
Bringen / Holen
Freizeit / Besuch
KiTa / Schule /
Ausbildung / Studium
Einkauf / priv.
Erledigungen
geschäftlich
Arbeiten
Angaben in Prozent
Abbildung 22: Reisezweckverteilung - Zeitreihe
Seit 2007 ergeben sich einige Schwankungen. Größere Unterschiede zeigt sich bei Wegen zu
Freizeitzwecken sowie beim Zweck „Bringen / Holen“. Die Menge der Servicewege (Bringen /
Holen) ist seit 2007 kontinuierlich zurückgegangen.
7 8
35
16 12 16
40
18
30
42
66
20
8
6
9
8
2
8
9
10
9
5
6
16
2
6
3
4
7
33
52
18 23
3
39
zur Arbeit
(N = 3.135)
geschäftlich
(N = 282)
Einkauf & priv.
Erledigungen
(N = 3.132)
Freizeit
(N = 2.786)
Ausbildung
(N = 1.923)
Bringen / Holen
(N = 397)
Verkehrsmittelwahl
nach Wegezweck
zu Fuß Fahrrad E-Bike / Pedelec (E-)Lastenrad ÖV MIV (Mitfahrer) MIV (Fahrer)
N = Anzahl WegeAngaben in Prozent
Abbildung 23: Verkehrsmittelwahl nach Wegezweck
Die Aufteilung der Verkehrsmittel nach Reisezwecken zeigt, dass der Ante il des
Umweltverbundes (ÖV, Fahrrad, Fuß) außer bei geschäftlichen Wegen stets überwiegt.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 25
Aachen
Das Fahrrad ist bei allen Reisezwecken stark vertreten und wird besonders für die Wege zur
Ausbildung genutzt. In der Freizeit und für Arbeitswege wird es in etwa der Hälfte der Fälle
genutzt.
Öffentliche Verkehrsmittel werden meist auf Wegen zur Ausbildung genutzt. Bei Wegen zum
Bringen und Holen wird der ÖV am wenigsten genutzt.
Die mit Abstand größte Bedeutung für den Fußverkehr haben Wege zum Einkauf und zu
privaten Erledigungen sowie zu Freizeitzwecken. Da Wege zu Fuß im Mittel 1,1 km lang sind,
zeigt sich hier, dass die Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten in Münster im nahen
Umfeld der Befragten erreicht werden können.
Tabelle 7: Reisezweckverteilung der Verkehrsleistung
Reisezweck Anteil an allen Wegen Anteil an zurückgelegten
Gesamtkilometern
zur Arbeit 27% 46%
geschäftlich unterwegs 2% 6%
Einkauf 17% 7%
Privater Besuch 6% 7%
Universität / Fachhochschule 6% 5%
Berufsausbildung 1% 1%
Schule / Kindertagesstätte 10% 6%
Freizeit 18% 13%
Bringen /Holen 3% 2%
Private Erledigungen (Arzt, Bank) 10% 6%
Wie in Tabelle 4 zuvor, wurde für Tabelle 7 die durchschnittliche Wegean zahl mit der
zurückgelegten mittleren Entfernung des jeweiligen Reisezwecks in Verbindung gebracht und
dadurch ein auf die Wegelängen bezogener Modal Split ermittelt
In dieser Betrachtung erhöht sich der Anteil der Arbeitswege und insbesondere der geschäftlich
indizierten Wege von ursprünglich 29% (Arbeit und geschäf tlich unterwegs) aller Wege
auf 52% der gefahrenen Gesamtkilometer. Der Anteil aller weiteren Reisezwecke reduziert
sich teils deutlich bzw. bleibt konstant. Das bedeutet: Auf Wegen zur Arbeit und
Geschäftsreisen werden deutlich größere Distanzen zurückgelegt, während die Z iele bei
Einkaufs-, Freizeit- und Ausbildungswegen näherliegen.
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 26
Aachen
11. Zusammenfassung
Die Mobilitätsbefragung 2022 wurde sowohl als schriftliche, telefonische und o nline-
Stichprobenbefragung durchgeführt. Es lieg en Wegeprotokolle von 4.450 Befragten aus
2.085 Haushalten vor, die wichtige Erkenntnisse zum werktäglichen Verkehrsverhalten liefern.
Mit der Erhebung wurden insgesamt 1,4% der Bevölkerung der Stadt Münster erreicht, sodass
die Untersuchung als statistisch gesichert und repräsentativ anzusehen ist.
An einem normalen Werktag verlassen 87,6% der Bevölkerung das Haus. Es werden am Tag
durchschnittlich 3,2 Wege pro Person unternommen. Jeder Weg dauert im Mittel 20 min, dabei
werden 7,6 Km zurückgelegt. Pro Tag werden insgesamt etwa 74 min für Ortsveränderungen
aufgewendet.
74% aller Wege der Münsteranerinnen und Münsteraner werden mit den Verkehrsmitteln des
'Umweltverbundes' zurückgelegt. Dabei werden das Rad für 47%, „Zu Fuß gehen“ für 19% und
die Verkehrsmittel des öffentlichen Verkehrs für 8 % aller Wege gewählt. Der Vergleich mit der
Mobilitätsbefragung 2019 zeigt eine weitere deutliche Zunahme des Radverkehrsanteils, einen
rückläufigen Anteil des ÖV und eine leichte Abnahme in der Anzahl der Wege zu Fuß. Dies
kann mit den noch immer b estehenden Auswirkungen der Pandemie erklärt werden, da die
Fahrgastzahlen im ÖV bisher noch nicht das Niveau von vor der Pandemie erreicht haben. Die
Abnahme der Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden, ist auch im deutsch landweiten Trend
erhoben worden.
26% aller Wege entfallen auf den MIV-Verkehr. Wege, die innerhalb des Stadtgebietes sowohl
starten als auch enden (Binnenverkehr) werden zu 22% mit dem MIV zurückgelegt. Auf kurze
Distanzen bis zu 3 km Entfernung entfallen 18% der Wege auf den MIV . Diese kurzen
Entfernungen werden hauptsächlich mit dem Rad realisiert: 56% aller Radverkehre und 95%
aller Fußwege sind kürzer als 3 km. Der ÖV wird v.a. für längere Wege genutzt. Nur 12% der
ÖV-Wege sind kürzer als 3km. Auf längeren Entfernungen (10-20 Km) sind zudem Zuwächse
zugunsten des Radverkehrs zu beobachten: 19% zu 12% in 2019.
Hauptreisezwecke sind Wege zur Arbeit und zu geschäftlichen Zwec ken (29%) sowie zum
Einkaufen und für private Erledigungen ( 27%). 24 % aller Wege führen zu Besuchs- und
Freizeitaktivitäten und weitere 16% entfallen auf Wege zur Ausbildung (Universität / FH,
Berufsausbildung, Schule / Kindertagesstätte).
Die verschiedenen Lebensstadien der Befragten beeinflussen deutlich das ind ividuelle
Verkehrsverhalten. So sind etwa teilzeiterwerbstätige Personen mit 3,7 Wegen/Tag deutlich
häufiger unterwegs als beispielsweise Schüler:innen mit 2,9 Wegen pro Tag.
Kinder und Jugendliche (7-16 Jahren) unternehmen 12% aller Wege mit dem ÖV und 60% mit
dem Rad. Kinder bis 6 Jahre laufen einerseits häufiger, jedoch werden sie auch für ca. jeden
vierten Weg mit dem Auto mitgenommen. Mit Erreichen der Volljährigkeit bleibt die Bedeutung
des Umweltverbundes erfreulicherweise weiter hoch. Erst im Alter zwischen 30 und 64 Jahren
gewinnt das Auto an Bedeutung. Im Rentenalter steigt der Anteil der Wege zu Fuß wieder an.
Bei den Personen über 80 Jahre nehmen der Rad- und der MIV-Anteil zugunsten des ÖV und
weiterer Fußwege spürbar ab.
Betrachtet man die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung im Vergleich zu den
Mobilitätskennziffern der MiD , so zeigt si ch, dass die Mobilität in Münster mit
3,2 Wegen/Person und Tag leicht über durchschnittlich ausfällt. Hinsichtlich der mobilen
Personen, d.h. d er Menschen, die mindestens einmal pro Tag das Haus verlassen , werden
3,7 Wege/Tag zurückgelegt. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Wert leicht angestiegen.
In den Vergle ichsstädten wurde ebenfalls ein hoher Anteilswert für den Umweltverb und
erhoben. In Münster wurde der mit Abstand höchste Radverkehrsanteil ermittelt. In anderen
Mobilitätsbefragung – Münster 2022
Ingenieurbüro Helmert 27
Aachen
Städten werden mehr MIV -Wege unternommen, mit Ausnahme der Erhebung in Heidelberg
(2016), welche einen ähnlich geringen MIV-Anteil wie in Münster aufweist.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Wilhelmstraße 89
- Albersloher Weg 33
- Kanalpromenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0296/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.05.2023
- Erstellt
- 09.05.2023 13:21