2011/0004
Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt an einem House of IT
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2011/0004
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 03.02.2011 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschluss- fassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2011/0004 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Bete iligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt an einem House of IT Vorlage vom: 23.12.2010 Beschlussvorschlag: 1. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt begrüßt die Initiative zur Etablierung eines House of IT in Darmstadt ausdrücklich als richtungweisendes Projekt der Standortentwicklung. 2. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird dem House of IT e.V. als Gründungsmitglied beitreten. 3. Im Jahr 2011 wird dem House of IT als städtischer Beitrag eine Summe in Höhe von 100 000 € zur Verfügung gestellt. 4. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erklärt die Absicht auch für die Jahre 2012 und 2013 eine entsprechende Summe bereit zu stellen. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 03.01.2011 Darmstadt ist einer der leistungsfähigsten Standorte der Informationstechnologie (IT) in Europa. Die ansässige IT-Branche ist sowohl durch eine Vielzahl kleiner Unternehmen gekennzeichnet, die oft auf Nischenmärkte spezialisiert sind, als auch durch weltweit führende Unternehmen, die als Arbeit- geber und Imageträger eine wichtige Rolle spielen. Die Mischung von sehr jungen Unternehmen mit bereits Etablierten zeigt die Dynamik und gleichzeitig auch die Stab ilität der IT-Branche. Der Grün- dergeist junger Unternehmer und der Erfahrungsschatz der „Renommierten“ vereinen sich zu einem starken Cluster. Hinzu kommen zahlreiche IT-Forschungseinrichtungen, welche die Stadt prägen. Das ausgeprägte Angebot an Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Informatik und ver- wandten Fachrichtungen ergänzt das Bild. In Darmstadt sind laut IHK-Stammdatenbank über 600 IT-Unternehmen angesiedelt. Schwerpunkte bilden der Telekommunikationssektor und die Unternehmens-Softwareentwicklung. Spezialisie- rungstendenzen, die auf regionale Absatzmärkte abzielen, sind erkennbar: betriebswirtschaftliche Spezialsoftware, Banken- und Finanzsoftware sowie Steuerungssoftware für den Mechatronik- Bereich. Die branchenübliche Form der freien Mitarbeit erschwert die Datenerfassung. Qualifizierte Schät- zungen gehen jedoch davon aus, dass im engen IT-Umfeld in Darmstadt deutlich über 10 000 Per- sonen beschäftigt sind. Die IT-nahen Fachrichtungen werden in Darmstadt von ca. 6 000 Studieren- den belegt. Mithin ist der IT-Sektor als ein zentrales Cluster des Darmstädter Wirtschafts- und Wissenschaftsle- bens zu benennen. Die Förderung des IT-Sektors insgesamt, vor allem aber der Schnittstellen zwi- schen Forschung und Ökonomie, muss ein Vitalinteresse der Wissenschaftsstadt Darmstadt sein, um die Zukunftsfähigkeit der Stadtgesellschaft insgesamt zu garantieren. Die Förderung der Clusterbildung im IT-Bereich führt sich bis Anfang 2003 zurück, als eine gemein- same Delegation der IHK Darmstadt und des Amts für Wirtschaftsförderung beim Bundesministeri- um für Bildung und Forschung (BMBF) die Anerkennung eines Kompetenznetzes Virtuelle Arbeits- welten (später „IT4work“) erreichen konnte. Weitere Wegpunkte (um nur eine Auswahl zu nennen) waren die Preisträgerschaft des Software-Clusters Rhein Main Neckar, das sich u.a. aus dem IT4work-Projekt entwickelt hat, beim 1. Hessischen Clusterwettbewerb 2008, die Förderung des Centers for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) der TU Darmstadt durch die Loewe- Initiative der Landesregierung, die Regionalen IT- bzw. Software-Cluster Foren 2008, 2009 und 2010, der 3. Nationale IT-Gipfel der Bundesregierung im darmstadtium im November 2008 sowie Prämierung eines Nationalen Software-Spitzenclusters mit dem Eckpfeiler Darmstadt durch das BMBF im Januar 2010. Unter den zahlreichen Partnern, die in diesem Umfeld auf kommunaler und Landes- und Bundes- ebene vertrauensvoll und eng zusammen arbeiten, ist für die Stadt unzweifelhaft die Software AG und dort ihr Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Streibich hervor zu heben. Seitdem sich das Unter- nehmen im Bereich der Clusterbildung verstärkt engagiert und sein Vorstandsvorsitzender die Rolle eines lokal-regionalen Promotors einnimmt, konnte die Entwicklung entscheidend an Fahrt aufneh- men. Zur weiteren Stärkung des IT-Sektors hat ein Verbund von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den Aufbau eines House of IT in Darmstadt beschlossen. Das House of IT soll nach der Idee des bereits etablierten House of Finance sowie des im Aufbau be- findlichen House of Logistics & Mob ility (beide Frankfurt a.M.) dazu beitragen, die wissenschaftli- 3 ... chen und wirtschaftlichen Stärken der Stadt und der Region international noch sichtbarer zu ma- chen. Das House of IT ist als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Kooperation konzipiert. Die Aktivitäten folgen dem Leitbild der Interdisziplinarität und der Vernetzung der Akteure aus Poli- tik, Wirtschaft und Wissenschaft. Es ist das Ziel, nachhaltige Innovationen in einem dauerhaft güns- tigen Klima zu ermöglichen. Dabei integriert es zum einen bestehende IT-Initiativen und -angebote in der Region (s.o.). Zum anderen werden im Rahmen des House of IT neue Projekte und Angebote aufgebaut. Dazu wurde ein auf drei Säulen ruhendes Gesamtkonzept erarbeitet: - Forschung / Wissens- und Technologietransfer - Weiterbildung und Lehre - Unternehmensgründungen und Wachstum Die Säulen im Einzelnen: Forschung / Wissens- und Technologietransfer Im House of IT sollen Informatiker mit Ingenieuren, Ökonomen, Wirtschaftsinformatikern, Naturwissenschaftlern sowie Rechtswissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern interdisziplinär zusammenarbeiten. Ausgangspunkt sind die Stärken in der informatiknahen Forschung rund um die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Das House of IT soll als Ort der Begegnung und des Austauschs zwischen Wirtschaft, Politik und Hochschulen z.B. Unternehmen die Chance bieten, mit Wissenschaftlern im House of IT in gemein- samen Forschungsprojekten eng zu kooperieren. Auf diese Weise sollen die Praxisrelevanz der Forschungsaktivitäten weiter erhöht sowie der Wissens- und Technologietransfer vorangetrieben werden. Zudem bieten solche Kooperationen bessere Chancen, innovativere Ergebnisse zu erzie- len, als dies bei „Einzelkämpfern“ der Fall ist. Für eine kooperative Zusammenarbeit ist trotz flä- chendeckender Verfügbarkeit moderner IuK-Technologien die räumliche Nähe der beteiligten Part- ner von entscheidender Bedeutung. Die Kooperationsplattform beinhaltet unter anderem: - einen Marktplatz für kooperative Forschungsvorhaben - Veranstaltungen (Konferenzen, Workshops, Unterstützung bei Messeteilnahmen) - Entwicklung und Verteilung von Informationsmaterialien - Schaffung eines „Living Labs“ zur Demonstration neuer Technologien und Produkte Zudem soll gemeinsam mit dem CASED (s.o.) im House of IT ein „Institute for Interdisciplinary Stu- dies on the Future Internet“ aufgebaut werden. Dieses Institut soll zukunftsrelevante Themen, wie z.B. Internet-Sicherheit, Internet-Wirtschaft, mobile Kommunikation und Cloud Computing weniger aus klassisch technologischer, sondern aus einer interdisziplinären Perspektive betrachten. Weiterbildung und Lehre Die berufliche Weiterbildung als zentrales Element von Personalentwicklungsmaßnahmen in Unternehmen und damit der Standortentwicklung insgesamt soll im House of IT in Kooperation mit regionalen, nationalen aber auch internationalen Partnern in Form von Weiterbildungsprogrammen für IT-Fachkräfte entwickelt werden. Diese sollen von Seminaren und Zertifikatskursen über Web- Trainings bis hin zu einem Masterprogramm sowie auf Wirtschaftsbedürfnisse zugeschnittenen Programme reichen. 4 ... Unternehmensgründungen und Wachstum Für Gründungsinteressenten und junge Unternehmen soll das House of IT Unterstützung für die Verwirklichung und erfolgreiche Vermarktung neuer Ideen bieten. Als zentraler Ansprechpartner für IT-Gründungen soll das House of IT gezielt Kontakte vermitteln und Partnerschaften anbieten. Zu den Beratungsangeboten des House of IT werden u.a. zählen: - Einzelberatungen - Workshops und Schulungen - Inhouse-Beratungsprojekte - ein Internetportal - eine internetbasierte Kooperationsplattform Zur räumlichen Verortung des House of IT ist die Anmietung von Büroflächen in Vorbereitung, die hohe Nähe zu bestehenden Spitzeneinrichtungen des IT-Sektors garantieren. Die Vorstellung der Immobilie ist seitens des Initiatorenkreises kurzfristig geplant. Selbiges gilt für die Gruppe der Gründungsmitglieder und Partner des House of IT. Als formeller Träger des House of IT ist die Gründung eines Vereins beabsichtigt (House of IT e.V.). Derzeit wer- den in zahlreichen Institutionen, Hochschulen und Unternehmen Gremienentscheidungen für eine Beteiligung am House of IT herbeigeführt, so dass es tagesaktuell nicht sinnvoll ist, eine abschlie- ßende Mitgliederliste vorzulegen. Als Beispiele für Gründungsmitglieder kann man bereits das Land Hessen, die TU Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für graphische Datenverarbeitung, das Fraunho- fer-Institut für Sichere Telekooperation, die Software AG und SAP nennen. Es ist gewünscht, dass sich Gründungsmitglieder des House of IT mit einer Summe in Höhe von 100 000€/a für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren engagieren. Der städtische Beitrag für 2011 soll aus einer Mehrausschüttung der Sparkasse Darmstadt bereit gestellt werden. Da beabsichtigt ist, die Arbeit House of IT e.V. zunächst für drei Jahre abzusichern, ist zu empfeh- len, dass die Stadt mit dieser Vorlage zugleich den Willen erklärt, auch für die Folgejahre 2012 und 2013 eine entsprechende Summe bereit zu stellen. Danach ist im Zuge einer Evaluation des House of IT erneut über die Ziele, Maßnahmen und den Finanzaufwand für die Partner zu entscheiden. 03.01.2011 Dez. I Dez. II Walter Hoffmann Wolfgang Glenz Oberbürgermeister Bürgermeister
Beratungsverlauf (3)
Orte (1)
- Marktplatz
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2011/0004
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 23.12.2010
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00