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V/0078/2015

Männergesundheit in Münster 2015

Vorlagen 06.08.2015

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung, Sitzung am 28.10.2015, TOP 9

Berichtsvorlage

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Maennergesundheitsbericht2015

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Berichtsvorlage

2139 Zeichen

V/0078/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gesundheit, Veterinär - und 
Lebensmittelangelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Männergesundheit in Münster 2015 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
30.09.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und 
Arbeitsförderung Bericht 
22.10.2015 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
27.10.2015 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 
 
 
Bericht: 
1. Ausgangslage 
Mit dem Beitritt der Stadt Münster zur Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen 
und Männern war die Aufgabe verbunden, einen Aktionsplan aufzustellen. Dazu erar beiteten 
die Dezernate und Ämter ihre Ziele. 
  
Im Handlungsfeld Gesundheit ist als Ziel festgehalten, eine Bestandsaufnahme und Ma ß-
nahmenentwicklung zum Thema Männergesundheit zu erstellen, die deutlich machen sollen, 
warum eine nähere Betrachtung der Gesu ndheit von Männern angezeigt ist und welche Akt i-
vitäten es zum Thema Männergesundheit bislang gibt.   
 
2. Sachstand zur weiteren Umsetzung 
Der Auftrag dazu wurde mit Berichtsvorlage Nr. V/0108/2013 konkretisiert. Das Gesundheit s-
amt hat zwischenzeitlich einen Männergesundheitsbericht erstellt. Zur Erarbeitung notwend i-
ger Handlungsempfehlungen und zur Umsetzungsunterstützung wurde am 13.05.2015 der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz gemäß § 24 des Gesetzes über den öffentlichen G e-
sundheitsdienst des Landes NRW, das Berichtsvorhaben vorgestellt. Ein Facharbeitskreis der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz soll im Anschluss an die Berichterstattung in Fachau s-
schüssen des Rates zum Herbst eingerichtet werden. Es haben bereits interessierte Mitgli e-
der, Expertinnen und Exper ten aus Einrichtungen Interesse an der Entwicklung geeigneter 
Handlungsempfehlungen und der weiteren Umsetzung, signalisiert.  
 
 
In Vertretung 
 
Gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0078/2015 
Auskunft erteilt: 
Herr Dr. Weth 
Ruf: 
492 53 02 
E-Mail: 
WethClaus@stadt-muenster.de 
Datum: 
09.09.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0078/2015 
 
 
Anlagen: Gesundheitsbericht „Männergesundheit in Münster 2015“

Maennergesundheitsbericht2015

110599 Zeichen

Gesundheitsbericht  
 
Männergesundheit  in Münster  2015  
Amt für Gesundheit, Veterinär -  und  
Lebensmittelangelegenheiten

2 
Impressum 
Herausgeberin Stadt Münster, Amt für Gesundheit, Veterinär- und 
Lebensmittelangelegenheiten 
Berichtsverfasser  Dr. Claus Weth 
Wissenschaftliche  Beratung Univ. Prof. Dr. med. Klaus Berger 
Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der    Universität 
Münster 
Texte In Zusammenarbeit mit  Fachabteilungen des 
Gesundheitsamtes, anderer Fachämter und Institutionen 
Abbildungen/Tabellen Jana Lena Giesekus 
Druck  Burlage Münster 
August 2015 
Liste der Mitautorinnen und  -autoren: 
Anneke Graunke, Sozialpsychiatrische Versorgung 
Johanna Hovemann, Experteninterviews 
Dr.med. Axel Iseke, Jungengesundheit 
Männernetzwerk Münster, Experteninterview 
Renate Ostendorf, Männer und Selbsthilfe 
Christiane Ptok, Expertinneninterview 
Doris Rüter, Männer mit  Behinderungen 
Petra Schlickbernd, Sucht im Alter 
Prof. Dr. med. Gudrun Schneider, Expertinneninterview 
Dr. med. Norbert Schulze Kalthoff, Redaktion 
Dr.med. Armin Schuster, Experteninterview 
Dr. med. Annette Siemer-Eikelmann, Sozialpsychiatrische Versorgung 
Claudia Welp, Beratung im Rahmen der Europäischen Charta für die Gleichstellung

3  
 
Inhaltsverzeichnis  
1  Warum ein Männergesundheitsbericht?  ................................ ................................ ............  4  
2  Daten und Fakten zum Gesundheitsstatus  ................................ ................................ ........  5  
2.1  Lebenserwartungen  ................................ ................................ ................................ ....  5  
2.2  Bevö lkerungsentwicklung und Altersstruktur  ................................ ..............................  6  
2.3  Herz -  Kreislauferkrankungen  ................................ ................................ ......................  7  
2.4  Krebserkrankungen  ................................ ................................ ................................ ....  8  
2.5  Psyc hische Erkrankungen  ................................ ................................ ........................  10  
2.5.1  Psychische Gesundheit bei Männern auch mit Migrationsvorgeschichte in Münster 
  ................................ ................................ ................................ ..........................  12  
2.5.2  Suizide  ................................ ................................ ................................ ..............  14  
2.6  Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung  ................................ ...  15  
2.7  Gesundheit von Männern mit und ohne Migrationsvorgeschichte  .............................  16  
2.8  Männer mit Behinderungen  ................................ ................................ ......................  16  
3  Was fällt auf –  Unterschiede in der Gesundheit von Männern und Frauen  ......................  17  
4  Gesundheit durch Vorsorge  ................................ ................................ .............................  19  
4.1  Jungengesundheitsvorsorge  ................................ ................................ ....................  19  
4.2  Gesundheitsvorsorgeprogramme für Männer  ................................ ...........................  21  
5  Gesund bleiben –  Kriterien und Ansatzpunkte für Gesundheitsförderung und Prävention vor 
Ort   ................................ ................................ ................................ ................................ ........  22  
5.1  Ernährung  ................................ ................................ ................................ ................  23  
 ................................ ................................ ................................ ................................ ...........  23  
5.2  Bewegung  ................................ ................................ ................................ ................  25  
5.3  Entspannung  ................................ ................................ ................................ ............  25  
5.4  Alkoholkonsum  ................................ ................................ ................................ .........  25  
5.5  Tabakkonsum  ................................ ................................ ................................ ...........  2 6  
5.6  Gesundheitsförderung, Prävention und V orsorge vor Ort  ................................ .........  27  
6  Altersspezifische Betrachtungen  ................................ ................................ .....................  31  
6.1  Jungengesundheit  ................................ ................................ ................................ ....  31  
6.2  Gesundheit von Männern während der Arbeitsphase  ................................ ...............  32  
6.3  Gesundheit im Alter  ................................ ................................ ................................ ..  33  
6.3.1  Aktivitäten in Münster  ................................ ................................ ........................  35  
6.3.2  Sucht im Alter  ................................ ................................ ................................ ....  36  
7  Handlungsempfehlungen und Umsetzung  ................................ ................................ .......  39  
Literaturverzeichnis  ................................ ................................ ................................ ................  40  
Tabellenverzeichnis  ................................ ................................ ................................ ................  41

4  
 
1  Warum ein Männergesundheitsbericht?  
 
Mit dem Beitritt der Stadt Münster zur Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und 
Männern war die Aufgabe verbunden, einen Aktionsplan aufzustellen. Der Rat der Stadt Münster 
hat am 19. Oktober 2011 einstimmig den ersten Aktionsplan zur Eu ropäischen Char ta in Münster 
verabschiedet. Im Handlungsfeld Gesundheit ist als Ziel festgehalten, eine Bestandsaufnahme 
und Maßnahmenentwicklung zum Thema Männergesundheit zu erstellen.  Das Gesundheitsamt 
ist diesem Vorschlag gefolgt und hat mit Berichtsv orlage  V/0109/2013   vom 31. 05.2013 
Empfehlungen und Schritte zur weiteren Umsetzung des Themas Männergesundheit  
angekündigt. Dabei wurde auf den zu erwartenden und nun auch im  Dezember 2014 
veröffentlichten  M ännergesundheitsbericht des Bundes verwiesen, der  empirisch gesicherte, 
grundlegende Informationen zu dieser Thematik liefer t .  Der Münsteraner Bericht  macht  deutlich, 
warum eine nähere Betrachtung der Gesundheit von Männern angezeigt ist ,  welche Aktivitäten 
es zum Them a Männergesundheit  vor Ort bislan g gibt . In einem weiteren Schritt sollen mit 
Unterstützung durch die Kommunale Gesundheitskonferenz Handlungsempfehlungen aufgezeigt 
und gemeinsam umgesetzt werden.  
Das Gesundheitsamt der Stadt Münster hat in den zurückliegenden Jahren in seiner 
Gesundheit sberichterstattung die Gesundheitslagen soweit als möglich immer stärker auch 
geschlechterspezifisch  aus differenziert .  
Als Medizin -  und Gesundheitsstandort  und aus unterschiedlichen Lehr -  und Forschungsbezügen 
der Hochschulen in Münster gibt es eine Vielza hl von Aktivitäten zur Erhaltung der 
Männergesundheit. So propagieren z.B. die K liniken mit der niedergelassenen Ärzteschaft die 
Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen durch Männer u. a. 
zu Prostata - , Herz -  und Krei slauferkrankungen, Schlaganfall oder  Diabetes. Die Aktivitäten des 
Fördervereins des Prostatazentrums am Universitätsklinikum Münster sprechen insbesondere 
ältere Män ner an.  Schulen, Kindertages -  und Freizeiteinrichtungen in Münster bieten immer mehr 
junge nbezogene Förderangebote an. Auch die Beratungsstellen der Jugend - , Sozial -  und 
Gesundheitshilfe werden auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Männergesundheit 
konfrontiert und zeig en  uns, wie wichtig  auch der Einblick in die geschlechtersensiblen 
Unte rschiede der Gesundheitsförderung ist .  
Das Thema Männergesundheit gelangt derzeit  auch  bundesweit immer mehr in den Fo k us der 
Gesellschaft und entwickelt sich zu einem eigenen Forschungs -  und Praxisfeld. Untersucht 
werden  z.B.  Fragen zu den Themen  Männer u nd Lebensstil,  Männe r und Psyche, Männer und 
Sucht,  ältere Männer und Gesundheit, Männer und Behinderungen.  Auch soziologische 
Perspektiven zu Männer und Familie, Männer und Arbeitswelt, Männer und Sexualität spielen 
eine Rolle. Fragen zu den Potenzialen, die Männer für Ihre Gesundheit  haben ,  gewinnen an 
Bedeutung.  
Vor wenigen Monaten hat sich in Münster auf Initiative des Frauenbüros das MännerNetz werk  
Münster gegründet, da s  sich mit  geschlechterspezifische n  Fragestellungen  für Män ner in Münster 
auseinander setzt . Vertrete r  des  Caritasverband es  für die Stadt Münster, d er  Diakonie, d er  
Friedenskirche Münster, de s  Verein s  pro familia, d es  Bistums Münster sowie d es  
Gesundheit samt es  wirken daran mit.  Das MännerNetzwerkMünster ist offen für Interessier te.  
Eine  Ho mepage „Münsters Männer online“  wurde erstellt, die vielfältige Informationen zum 
Thema Männer zur Verfügung stell t :  www.maennernetzwerk - muenster.de  
Da mit  besteht in Münster die Möglichkeit, das Thema  Männer  -  und somit auch das Thema 
Männergesundh eit  -  sichtbarer zu positionieren.

5  
 
2  Daten und Fakten zum Gesundheitsstatus  
 
Bis vor wenigen Jahren war es noch schwierig, differenzierte Informationen über die 
gesundheitliche Lage, die Gesundheitsvorsorge, die Lebensweise sowie das 
Gesundheitsverhalten von Männern zu erhalten. Ein Erster Deutscher Männergesundheitsbericht 
erschie n im Oktober 2010  (Bardehle & Stiehler, 2010) . Ein weiterer Männerg esundheitsbericht 
aus dem Jahr 2013  (Weißbach & Stiehler)  hat die Psychische Gesundheit im Fokus.  Daneben 
beschäftigen sich Kran kenkasse n  in unterschiedlichen Gesundheitsreports mit ausgewählten 
Gesundheitsindikatoren zum Thema Männergesundheit.  Das Robert Koch - Institut im 
Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums hat einen ersten staatlichen Bericht zur 
Männergesundheit, der über zahlreiche Aspekte der Männergesundheit in Deutschland 
informieren wird ,  erarbeitet. Mit ihm  soll eine objek tive, gesicherte Grundlage für den öffentlichen 
Diskurs geschaffen werden.  Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) pflegt ein 
Männergesundheitsportal  www.männergesundheitsportal.de  Dies es Portal bietet zahlreiche 
seriöse und fachlich geprüfte männerspezifisch e Gesundheitsinformationen an.  
Eine Befragung zur Gesundheit in den Jahren 2003 und 2010 zeigt, dass die subjektive 
Bewertung der Gesundheit von Männern 2010 besser eingeschätzt wir d als 2003. Auf der 
anderen Seite ist bei vielen aufgezeigten Krankheiten ein Anstieg erkennbar. Lediglich die 
Raucherquote ist zurückgegangen und erhöhte Blutfette steigen nicht weiter an.  
 
Indikator  2003  2010  
Subjektive Gesundheit („sehr gut” und „gut“)  73,8 %  74,6 %  
Chronische Erkrankungen  34,7 %  35,2 %  
Diabetes (Lebenszeitprävalenz)  5,4 %  8,5 %  
Koronare Herzerkrankung (Lebenszeitprävalenz)  7,7 %  9,9 %  
Arthrose  (Lebenszeitprävalenz)  15,9%  17,9%  
Asthma (Lebenszeitprävalenz)  5,2 %  7,9 %  
Bronchitis (Lebenszeitprävalenz)  6,9 %  7,5 %  
Adipositas (BMI=  > 30,0)  12,8 %  16,1 %  
Bluthochdruck (Lebenszeitprävalenz)  26,6 %  31,6 %  
Erhöhte Blutfette (Lebenszeitprävalenz)  31,7 %  31,3 %  
Sportlich aktiv  60,9 %  63,7 %  
Sportlich aktiv (>4h pro Woche)  22,5 %  25,4 %  
Rauchquote  38,3 %  33,9 %  
Tabelle 1  -  Ausgewählte Gesundheitsindikatoren bei Männern in Deutschland in den Jahren 
2003 und 2010  (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 23)  
 
2.1  Lebenserwartungen  
 
Die Kennzahlen zur Lebenserwartung und Sterblichkeit sind wichtige Indikatoren zur 
Beschreibung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung. Die Lebenserwartung ist im Laufe der 
letzten Jahrzehnte erheblich angestiegen.  Dies gilt  für Männer wie auch für Frau en  (s. hierzu 
insbesondere Nr.  3 des Berichtes) .  Wichtige Messzahlen der Lebenserwartung sind u.a. die 
mittlere und  die fernere Lebenserwartung. Die mittlere Lebenserwartung zum Zeitpunkt der 
Geburt liegt aktuell bei Frauen bei  84 Jahren, bei den Männern bei aktuell 79 Jahren. Die fernere

6  
 
Lebenserwartung beschreibt die noch zu erwartende Lebenszeit in einem bestimmten Alter. Die 
Tabelle 2 zeigt die Entwicklung der fernen Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren seit 
1991/1993 nach Geschlecht .  
 
Tabelle 2  -  Entwicklung der fernen Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren seit 1991/1993 
nach Geschlecht (Starker, 2013, S. 12)  
 
2.2  Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur  
 
Das Statistische Bundesamt erwa rtet  bei seiner Bevölkerungsberechnung 2009, dass im Jahr 
2060 nur 16% der Einwohner in Deutschland unter 20 Jahre alt sein werden, 45% den 
Altersbereich von 20 bis 59 einnehmen und 39% über 60 Jahre alt sein werden. Ursachen für 
diesen demografischen Wand el  sind das niedrige Geburtenniveau und die Zunahme der 
Lebenserwartung . Der demografische Wandel läuft regional unterschiedlich. Während 
Ballungsräume und ihr Umland boomen, stehen bereits heute ländliche Gebiete vor gravierenden 
Problemen hinsichtlich de r Entwicklung des A rbeitsmarktes, der Abwanderung und der damit  
einhergehenden Alterung der Bevölkerung sowie  der Sicherung der Infrastruktur . Dazu zählt auch 
die gesundheitliche Vorsorge und  Versorgung . Diese Situation erfordert große Anforderungen an 
die  Gestaltungskraft von  Bund, Ländern und Kommunen  (BAGSO, 2013) .  Es bleibt zu 
beobachten und ggf. zu bewerten, ob und wie die momentane Migrationsbewegung die 
prognostizierte Altersentwicklung beeinflusst.   
Auch wenn die Stadt M ünster auf die nächsten Jahre hin gesehen wohl noch zu den privilegierten 
Regionen gehören wird, ist der demografische Wandel genauestens zu beobachten. Die Stadt 
hat hierauf be r eits vor einigen Jahren reagiert und unterzieht alle politischen Beschlüsse ei nem 
sog. „Demograficheck“. Ein regelmäßiger Austausch auch zwischen den einzelnen Fach -  und 
Planungsbereichen der Stadtverwaltung sensibilisiert zu dieser Thematik .  Die Gesundheit älterer 
Männer mit männerspezifischen Gesundheits - problemen wird an Bedeutun g gewinnen  und muss 
bei den Überlegungen zu einer bedarfsgerechten gesundheitlichen Vorsorge und Versorgung 
stärker als bisher mit in den Fokus genommen werden.  
0 
5 
10 
15 
20 
25 Ferne Lebenserwartung (Jahre)
Jahr 
Männer 
Frauen

7  
 
 
Tabelle 3  -  Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur. Bevölkerung in absoluten Zahlen, 
Anteile der Altersgruppen in Prozent, 1960 - 2060 (BAGSO, 2013, S. S.5 ;  zitiert nach 
Statistisches Bundesamt)  
In Münster stell t  sich die Situation wie folgt dar:  
 
Tabelle 4  -  Stadt Münster -  Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsprognose nach 
Altersgruppen  
 
2.3  Herz -  Kreislauferkrankungen  
  
S chädigungen des Herz - Kreislaufsystems zählen auch heute noch zu den häufigsten 
Erkrankungen und führenden Tode sursachen bundesweit. 260 . 000 Menschen erleiden in 
Deutschland jährlich einen Herzinfarkt . Ähnliches gilt für den Schlaganfall, von dem in 
Deutschland mehr als 150 . 000 Menschen jedes Jahr getroffen werden. Von Herz - Kreislauf - 
0,0 
10,0 
20,0 
30,0 
40,0 
50,0 
60,0 
70,0 
80,0 
90,0 
1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 
Einwohner (in Mio.)
Jahr 
unter 20 Jahre (in%) 20 bis unter 60 Jahre (in%) 60 Jahre und älter (in%) 
17,4 
20,0 
26,3 
19,4 
23,6 20,4 37,3 36,2 30,5 
39,2 38,9 
57,9 53,9 50,0 54,2 
46,6 47,1 
52,4 
55,3 55,3 
30,0 28,4 
45,1 45,5 
18,4 21,1 21,7 
26,8 
16,1 16,7 17,0 15,7 15,6 
79 , 0  
73,1  
7 9,8  7 8,4  82,3

8  
 
Erkrankungen werden in den Indu strienationen mehr Männer als Frauen betroffen und sterben 
daran, vor allem vorzeitig, d.h.  vor Erreichen des 65. Lebensjahres.  
 
Besonders gefährdet sind Männer mit Risikofaktoren wie:  
 
  Rauchen  
  Erhöhte Blutfettwer t e  
  Zuckerkrankheit  
  Alkoholmissbrauch  
  Bewegun gsmangel  
  Falsche Ernährung  
  Familiäre Häufung (genetische Disposition)  
  Stress  
sowie  
  Patienten nach überstandenem Herzinfarkt  
 
Viele dieser vorwiegend vermeidbaren Risikofaktoren finden sich bei Männern  häufiger als bei 
Frauen  aufgrund eines anderen Gesundheitsverhaltens. Auch biologische Faktoren, die Frauen 
begünstigen, werden diskutiert.  Eine reduzierte Lebensqualität, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und 
Frühberentung sind Folgen. Herz - Kreislauf - Erkrankungen verursachen die höchsten Kosten im 
deutschen Gesundheitswesen. Auch wenn  sich  in den zurückliegenden Jahren aufgrund von  
Prävention,  Früherkennung und verbesserte n  Behandlungsmöglichkeiten die Situation 
verbessert hat, kommt neben der ärztlichen Behandlung ,  der Aufklärung  und der  
Primärprävention eine besondere Bedeutung zu .  Siehe hierzu auch Nr.  4  (vgl. hierzu auch 
Gesundheitsberichterstattung des Bundes, „Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland“ , 
S.22;  Hrsg.  R obert Koch Institut, 2014)  
 
2.4  Krebserkrankungen  
 
Unter der Bezeichnung Krebs werden bösartige Gewebeneubildungen, einschließlich Lymphome 
und Leukämien verstanden. Obwohl Krebserkrankungen in der Öffentlichkeit auch mit einem 
höheren Lebensalter assoziiert werden, versterben durch bösartige Neubildungen viele 
Betroffene vorzeitig, d.h. vor Erreichen des 65 .  Lebensjahres.

9  
 
 
Tabelle 5  -  Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneu - 
erkrankungen bei Männern in Deutschland im Jahr 2008  (Starker, 2013, S. 34) .  
Das Epidemiologische Krebsregister NRW zählte im Jahr 2011 insgesamt 1609 
Neuerkrankungen  in Münster .  862 Frauen und 747 Männer waren davon betroffen.  Die 
häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Männern  in Münster  waren: Prostata 184, Darm 102, 
Lunge 93,  Harnblase 76, Niere 32,  Bauchspeicheldrüse 27, Leber und Galle 27,  Mund -  und 
Rachen 17,  Magen 14,  Kehlkopf 12 , Speiseröhre 11  
 
Tabelle 6  -  Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebssterbefällen 
bei Männern in Deutschland im Jahr 2008  (Starker, 2013, S. 35)  
Das Epi demiologische Krebsregister NRW  zählte 2012 insgesamt  752 Krebstodesfälle in 
Münster . 357 Männer und 395 Frauen waren davon betroffe n. Die häufigsten 
Krebssterblichkeiten bei Männern bezogen sich davon auf: Lunge  75 ,  Prostata 50, Darm 34,  
Bauchspeicheldrüse 22, Niere 11,  H arnblase 10, Mund und Rachen 9,  Spe iseröhre 7  
1,5 
1,9 
3 
3,6 
3,9 
4,6 
13,8 
14,3 
25,7 
0 5 10 15 20 25 30 
Kehlkopf 
Speiseröhre 
Bauchspeicheldrüse 
Niere 
Mundhöhle und Rachen 
Harnblase 
Lunge 
Darm 
Prostata 
Anteil (in %) 
Lokalisation
Krebsneuerkrankungen, die 
tabakassoziiert sein können 
=32,2% 
1,1 
2,6 
3,1 
3,2 
3,3 
6,3 
10,5 
11,8 
25,5! 
0 5 10 15 20 25 30 
Kehlkopf 
Niere 
Harnblase 
Speiseröhre 
Mundhöhle und Rachen 
Bauchspeicheldrüse 
Prostata 
Darm 
Lunge 
Anteil (%) 
Lokalisation
Krebssterbefälle, die 
tabakassoziiert sein können 
= 45,1%

10  
 
Lungenkrebs verursacht die meisten Sterbefälle. Bei 9 von 10 Männern wird der Lungenkrebs auf 
aktives Tabakrauchen zurückgeführt. Rauchen gilt aber auch als Risiko für eine ganze Gruppe 
weiterer Krebserkrankungen s. Tabellen 5 + 6 .  Entwicklung von  steigenden Erkrankungsraten und 
fallenden Sterberaten kennzeichnet vor allem die Situation beim Prostatakrebs, zu der eine 
frühzeitige Diagnosestellung beigetragen haben dürfte  (vgl. Gesundheitsberichterstattung des 
Bundes, „Gesundheitliche Lage der Männe r in Deutschland“  S. 36,  Hrsg. R obert Koch Institut 
2014) .  
 
2.5  Psychische Erkrankungen  
 
Psychische Erkrankungen werden bei Männern seltener diagnostiziert als bei Frauen. Gestiegen 
sind in den zurückliegenden Jahren allerdings bei Männern die Fehlzeiten im Be ruf aufgrund 
psychischer Störungen. Zu den wichtigsten Störungen gehören Depressionen, Angststörungen, 
s omatoforme Störungen (körperliche Beschwerden, die sich nicht oder nicht hinreichend auf eine 
organische Erkrankung zurückführen lassen) und Abhängigkei tsstörungen.  Experten gehen von 
einer hohen Dunkelziffer depressiver Erkrankungen bei Männern aus. Die Diagnose Depression 
von Männern wird vielfach noch als stigmatisierend erlebt und so finden Erkr ankte  Zuflucht zum 
Begriff des chronischen Erschöpfungssyndroms, zum „ Burnout “. Burnout ist zwar nicht identisch 
mit Depression, allerdings kann sich aus einem Burnout - Syndrom eine Depression oder eine 
Suchtst örung entwickeln (vgl.  Bardehle & Stiehler, 2010, S.  149 - 153) .   
 
Vermehrter sozialer Rückzug, der oft verneint wird  
Burnout: Berufliches Überengagement, das mit Klagen über Stress maskiert wird  
Abstreiten von Kummer und Traurigkeit  
Zunehmend rigide Forderung nach Autonomie (in Ruhe gelassen werden)  
Hilfe von anderen nicht annehmen: „ich kann das schon allein“ - Syndrom  
Ab -  oder zunehmendes sexuelles Interesse  
Zunehmende Intensität oder Häufigkeit von Ärgerattacken  
Impulsivität  
Vermehr ter bis exzessiver Alkohol -  und /oder Nikotinkonsum (süchtig nach TV, 
Sport, etc.  
Ausgeprägte Selbstkritik, bezogen auf vermeintliches Versagen  
Versagensangst  
Andere für eigene Probleme verantwortlich machen  
Verdeckte oder offene Feindseligkeit  
Unruhe und Agitiertheit  
Konzentrations - , Schlaf -  und Gewichtsprobleme  
Tabelle 7  -  Vorgeschlagene diagnostische Kriterien für „männliche Depression“  (Pollack, 
1998)  
Jede dritte Frühverrentung ist mittlerweile durch eine psychische Störung bedingt.  Verschiedene 
individue lle und soziale Faktoren sind für die Entstehung depressiver Störungen ursächlich. 
Männer weisen dabei eine andere depressive Symptomatik auf als Frauen. Diese umfasst Ärger - 
Attacken , eine gesteigerte Risikobereitschaft, Feindseligkeiten, gesteigerte n  Alk oholkonsum, 
eine Kombination aus Irritabilität  (Reizbarkeit,  Empfindlichkeit),  Aggressivität  und antisozialem 
Verhalten.  Dem Krisenverhalten wird oft mit exzessivem Suchtverhalten als Kompensation

11  
 
begegnet.  Männer sind im Gegensatz zu Frauen eher gehemmt, psychotherapeutische Hilfen in 
Anspruch zu nehmen. Ihr Hilfesuchverhalten unterschei det sich von dem der Frauen.  
Neben individuellen Folgen psychischer Störungen wie z.B. verminderte Lebensqualität und 
Wohlbefinden treten wirtschaftliche Folgen durch Produ ktionsausfälle aufgrund von  Fehlzeiten 
am Arbeitsplatz auf  vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes „Gesundheitliche Lage der 
Männer in Deutschland, S.56 ff, Hrsg. Robert Koch Institut (vgl. Gesundheitsberichterstattung des 
Bundes, S. 56ff) .  
 
Die 10 wi chtigsten Einzeldiagnosen nach AU Tagen  
Frauen  
Rang  ICD  Bezeichnung  Tage*  
1.  M54  Rückenschmerzen  974,2  
2.  F32  Depressive Episode  953,4  
3.  J06  Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten 
Lokalisationen oder oberen Atemwege  763,7  
4.  F43  Reaktionen auf schwere Belastungen und 
Anpassungsstörungen  508,9  
5.  F48  Andere neurotische Störungen  289,5  
6.  C50  Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Mamma)  288,1  
7.  M51  Sonstige Bandscheibenschäden  266,7  
8.  J20  Akute Bronchitis  264,5  
9.  M75  Schulterläsionen  235,0  
10.  F45  Somatoforme Störungen  232,1  
Männer  
Rang  ICD  Bezeichnung  Tage*  
1.  M54  Rückenschmerzen  1338  
2.  J06  Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten 
Lokalisationen oder oberen Atemwege  667,7  
3.  F32  Depressive Episode  562,8  
4.  M51  Sonstige Bandscheibenschäden  330,2  
5.  M23  Binnenschädigung des Kniegelenkes (internal derangement)  296,3  
6.  M75  Schulterläsionen  293,4  
7.  T14  Verletzungen an einer nicht näher bezeichneten Körperregion  272,1  
8.  F43  Reaktionen auf schwere Belastungen und 
Anpassungsstörungen  253,2  
9.  J20  Akute Bronchitis  253,2  
10.  A09  Diarrhoe und Gastroenteritis, vermutlich infektiösen Ursprungs  224,4  
Tabelle 8  -  Die häufigsten Krankheiten, die bei Männern und Frauen (BKK Dachverband) im 
Jahr 2011 zur Arbeitsunfähigkeit führten (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 22)

12  
 
 
Tabelle 9  -  Krankheitstage wegen Burn - out - Syndrom je 1000 BKK Versicherte nach 
Geschlecht, 2004 - 2011  (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 21)  
 
2.5.1  Psychische Gesundheit bei Männern auch mit Migrationsvorgeschichte  in 
Münster  
 
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes der Stadt Münster wertet regelmäßig die 
Inanspruchnahme des Dienstes durch Menschen , auch  mit Migrationsvorgeschichte ,  aus .  Waren 
es 2012 noch 274 KlientInnen mit Migrationsvorgeschichte, wurden 2013 bereits  337 gezählt.  
Tabelle 10  -  KlientInnen mit und ohne Migrationsvorgeschichte 2013  
Die Tabelle 10  zeigt, dass migrationsspezifische Aspekte in der alltäglichen Arbeit von 
zunehmender Bedeutung sind. So ist die mitarbeiterbezogene We iterbildung, z.B. durch die 
Teilnahme an entsprechenden Fortbildungen, Workshops etc. ein wichtiger  Aspekt für eine 
effektive und kultursensible Hilfeplanung und Hilfevermittlung. Nur so kann dazu beigetragen 
werden, Ressourcen, Integrationshemmnisse und Z ugangsbarrieren besser zu erkennen und zu 
berücksichtigen.  
 
 
4,6 
10,1 
16,0 
24,2 
34,9 
47,1 
63,2 
86,9 
6,0 
13,9 21,8 
33,6 
49,0 
62,7 
82,1 
110,3 
3,5 7,2 11,6 
17,0 
24,0 
35,0 
48,4 
68,4 
0,0 
20,0 
40,0 
60,0 
80,0 
100,0 
120,0 
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 
AU - Tage je 1000 Mitglieder ohne Rentner 
Gesamt Frauen Männer 
48,4% 
50,8% 
51,6% 
49,2% 
46% 
47% 
48% 
49% 
50% 
51% 
52% 
mit Migrationsvorgeschichte (n=337) ohne Migrationsvorgeschichte (n=1599) 
weiblich männlich

13  
 
Tabelle 11 -  D iagnoseverteilung nach Geschlecht 2013 –  Gesamtheit aller Klienten im 
Sozialpsychiatrischen Dienst  
 
 
 
Tabelle 12  -  Abhängigkeitserkrankungen (n= 521) –  Gesamtheit aller Klienten im 
Sozialpsychiatrischen Dienst  
 
Der Anteil männlicher Klienten mit Migrationsvorgeschichte  ist größer als der der weiblichen 
Klient i nnen mit  M igrationsvorgeschichte . Der  Anteil der Minderjährigen mit Mi grations - 
vorgeschichte  ist ebenfalls  höher als der der Minderjährigen ohne Mi grationsvorgeschichte . Etwa 
2/3 der Klient/innen mit Mi grationsvorgeschichte  sind nicht in Deutschland geboren.  Bei den 
8,8% 
0,4% 
25,3% 
41,1% 
3,1% 
0,2% 
8,8% 
24% 
0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 
multiple Abhängigkeit 
Abhängigkeitserkrankung 
nicht näher spezifiziert 
illegale Drogen 
legale Drogen 
(Alkohol, Medikamente) 
weiblich männlich 
10,6% 
4,4% 
1,6% 
1,5% 
8,4% 
0,3% 
14,2% 
16,3% 
15% 
24,5% 
3,1% 
9,7% 
2,1% 
0,8% 
1% 
10,5% 
3,5% 
19,5% 
22,3% 
15% 
11,9% 
3,7% 
0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 
nicht näher bezeichnete 
psychische Störung (F99) 
Verhaltens- u. emotionale 
Störungen mit Beginn in der… 
Entwicklungsstörungen (F8) 
Intelligenzminderung (F7) 
Persönlichkeits- u. 
Verhaltensstörungen (F6) 
Verhaltensauffälligkeiten 
mit körperlichen Störungen u.… 
Neurotische-, Belastungs- u. 
somatoforme Störungen (F4) 
Affektive Störungen (F3) 
Schizophrenie, schizotype u. 
wahnhafte Störungen (F2) 
Psychische u. Verhaltensstörungen 
durch psychotrope Substanzen (F1) 
Organische, einschl. 
symptomatische psychische… 
weiblich (n= 1449) männlich (n=1420)

14  
 
Frauen stehen  Affektiven Störungen  (F3) und bei den Männern  Abhängigkeits - erkrankungen 
(F1) an erster Stelle.  Dies gilt sowohl für KlientInnen mit und Migrations - vorgeschichte. Bei 1/3 
der Klient Innen  mit Migrationsvorgeschichte  sind  schwere familiäre Probleme ursächlich.  Zudem 
l iegen häufiger eine soziale Isolation, finanzielle Probleme und /oder eine mangelnde Compliance  
(Zusammenarbeit im Rahmen der Therapie), vor.  
 
 
2.5.2  Suizide  
 
In Deutschland gibt es trotz insgesamt rückläufiger Suizidzahlen mehr Tote durch Suizid als durch 
Verkeh rsunfälle.  Im Jahr 2011 haben bundesweit 7.646 Männer und 2.556 Frauen einen Suizid 
begangen.  Suizidversuche werden  allerdings  etwa zu zwei Dritteln von Frauen begangen, aber 
zwei Drittel aller Suizidopfer sind Männer . Diese Zahlen bestätigen sich auch für  Münster. Ältere 
Männer ab 65 Jahren sind besonders betroffen.  (vgl.  Bardehle & Stiehler, 2010, S. 152ff.)  
 
Suizide Münster 
Stadt       2010 - 2012  
2010  2011  2012  
Männlich  19  15  17  
Weiblich  8  3  7  
insgesamt  27  18  24  
Tabelle 13  -  Suizide Stadt Münster 2010 - 2012  (IT. NRW, 2014)  
 
Die auffällige Geschlechterdifferenz im suizidalen Verhalten ist bis heute noch nic h t ausre i chend 
erforscht. Ein wesentlicher Risikofaktor für Suizid ist eine Depression . Schätzungen zur Folge 
haben etwa 80% der Suizidenten jeden Alters an einer Depression gelitten. Suizidpräventive 
Angebote , z.B. durch spezielle Beratungsdienste  werden eher von Frauen genutzt , da sie , im 
Gegensatz zu Männern,  aktive Hilfen suchen. Suizidpr ophylaxe, die Männern gerecht wird, ist 
dringend erforderlich (vgl.  Bardehle & Stiehler, 2010, S. 153 - 157) .  
Sozial struktur ell  Psychosozial  Medizinisch  Biologisch  
Anomie  Scheidung/Trennung  Frühere 
Suizidversuche(M+F)  
Genetische 
Disposition  
Soziale Desintegration  Pensionierung  Suizid in Familie  Erniedrigte 5 - 
Hydroxy - 
indolsäure - 
Spiegel im Liquor  
Bevölkerungsdichte  Arbeitslosigkeit  Psychische 
Erkrankungen, insb. 
Depression  
Volumenreduktion 
im präfrontalen 
Kortex  
Gesellschaftlicher 
Umbruch  
Allein lebend  Alkohol - / 
Drogenabhängigkeit  
 
Individualismus  Geringes Einkommen  Chronische 
Erkrankungen  
Homosexualität  Nikotinkonsum  
Impulsivität/ 
Aggressivität  
 
Tabelle 14  -  Risikofaktoren für Suizid bei Männern  (Möller - Leimkühler, 2008) .

15  
 
2.6  Soziale Unterschiede in der  Mortalität und Lebenserwartung  
 
Ein niedriger sozialökonomischer Status geht mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko und einer 
verringerten Lebenserwartung einher. Männer und Frauen aus höheren Statusgruppen leben 
nicht nur länger, sie können auch mehr Lebensjahre in guter Gesundheit verbringen. Dies sind 
Ergebnisse aus za h lreichen Studien , die das  Robert Koch Institut RKI   aktuell kommentiert hat 
( Gesundheitsberichterstattung des Bundes, GBE Kompakt 2/2014 5. Jahrgang) .  Menschen m it 
einem geringeren Status, gemessen zumeist über Angaben zu Einkommen, Bildung und Beruf, 
haben ein höheres Krankheitsrisiko, häufiger Beschwerden und mehr Risikofaktoren . Diese 
Situation stellt Anfor derungen an Gesundheitsförderung und Prävention . Diskussionen und 
Verlaufsbeobachtungen über gesellschaftliche Solidarität und Chancengerechtigkeit müssen 
stattfinden. Die sozialen Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung stellen für Public 
Healt h und Gesundheitspolitik eine große Herausforderung dar . Dies wird z.B. an dem Thema 
Rauchen s. beide folgenden Tabellen, deutlich  (Wilkinson, 2008; Marmot, 2010) .  
 
 
Tabelle 15  -  Anteil der männlichen Raucher nach Bildung in den verschiedenen Altersgruppen  
(Starker, 2013, S. 30) .  
 
Tätigkeit (KldB - 92)  Rauchquote  
Zahnärzte  13,3  
Apotheker  14,8  
Elektroingenieure  15,2  
Verwaltungsfachleute (höherer Dienst)  15,6  
Gymnasiallehrer  15,7  
Hochschullehrer und verwandte Berufe  16,1  
Dachdecker  55,5  
Maler und Lackierer ohne nähere Angaben  56,2  
Sonstige Bauhilfsarbeiter, Bauhelfer  56,3  
Isolierer, Abdichter  57,7  
Gerüstbauer  58,1  
Restaurantfachleute, Stewards  58,3  
Gebäudereiniger, Raumpfleger  59,8  
Tabelle 16  -  Rauchquoten nach Berufsgruppen bei 18 -  bis 59 - jährigen vollzeitbeschäftigten 
Männern (Starker, 2013, S. 31) .  
0 
10 
20 
30 
40 
50 
60 
18-29 30-44 45-64 65+ 
Anteil (in %)
Altersgruppen (Jahre) 
Niedrig Mittel Hoch

16  
 
2.7  Gesundheit von Männern  mit und ohne Migrationsvorgeschichte  
 
Ethnische und migrationsbedingte Differenzen rücken als Determinanten gesundheitlicher 
Ungleichheit zunehmend in den Blickwinkel der epidemiologischen Forschung. “Internationale 
und nationale Erg ebnisse liefern Hinweise, dass Migrantenpopulationen bzw. ethnische 
Minderheiten in einigen Bereichen größeren gesundheitlichen Risiken unterliegen als Personen 
ohne Migrationshintergrund. Berichtet werden be ispielsweise höhere Erkrankungen  an 
Infektionskr ankheiten wie Tuberkulose, HIV und Hepatitis B und C, eine stärkere Betroffenheit 
von Übergewicht und Adipositas, eine schlechtere Zahngesundheit. In anderen Bereichen 
scheinen Personen aus Migrantenfamilien genauso oder sogar weniger gefährdet zu sein als  
Personen ohne Migrationshintergrund“ .  So leiden Migranten seltener unter Asthma, 
Neurodermitis und Heuschnupfen und haben eine geringere Sterblichkeit an koronaren 
Herzerkrank ung en“  (Schenk, 2007) .  
 
2.8  Männer mit Behinderungen  
 
D er Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit 
Beeinträchtigungen 1  informiert über die subjektive Einschätzung sowie objektive Indikatoren des 
Gesundheitszustands sowie das Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsverhalten von 
M enschen mit Beeinträchtigungen. Auch die Zugänglichkeit allgemeiner Gesundhei tsleistungen 
wird thematisiert ( Bundesministerium für Arbeit und Soziales  2013 ,  Teilhabebericht der 
Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen).  
Die Indikatoren aus dem Bereich Ge sundheit zeigen folgendes Bild:  
  Menschen mit Beeinträchtigungen bewerten ihren körperlichen Gesundheitszustand und ihr 
psychisches Wohlbefinden deutlich schlechter als Menschen ohne Beeinträchtigungen.  
  Menschen mit Beeinträch tigungen müssen -  gemessen an der Häufigkeit der Arztbesuche –  
häufiger medizinische Leistungen in Anspruch nehmen als Menschen ohne 
Beeinträchtigungen.  
  Vielfach sind Arztpraxen nicht barrierefrei und nicht auf Patientinnen und Patienten mit 
unterschiedlichen Beeinträchtigungen eingerichtet.  
  Junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen legen weniger Wert auf gesundheitsbewusste 
Ernährung und trinken häufiger regelmäßig Alkohol.  
Unter Menschen mit Beeinträchtigungen im Alter von unter  30 Jahren find en sich  
h äufiger  Raucherinnen und Raucher als unter Menschen ohne  Beeinträchtigungen  
( Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Teilhabebericht 2013,  s. o. ,  S.192)   
 
Bei den meisten Ergebnissen der Untersuchungen zu den einzelnen Indikatoren zeigt sich, dass 
es nur geringfügige Unterschiede zwischen Frauen und Männern mit Beeinträchtigungen gibt. 
Der Teilhabebericht weist aber darauf hin, dass 18 -  bis 29 jährige Männer  mit Beeinträchtigungen 
besonders häufig nicht auf eine gesundheitsbewusste Ernährung achten (Männer mit 
Beeinträchtigungen: 30 %, Frauen mit Beeinträchtigungen: 13 %; Männer ohne 
                                                
1  Der Begriff „Menschen mit Beeinträchtigungen umfasst im Teilhabebericht die Menschen, die nach dem 
Sozialgesetzbuch IX als behindert anerkannt sind und darüber hinaus auch diejenigen, der en körperliche 
Strukturen oder - funktionen beeinträchtigt sind und die über längere Zeit Beeinträchtigungen ihrer 
Aktivitäten und/oder ihrer Teilhabe erfahren (ohne amtlich festgestellte Behinderung)  (Bundesministerium 
für Arbeit und Soziales, 2013) .

17  
 
Beeinträchtigungen: 16 %, Frauen ohne Beeinträchtigung: 6 %.  (Bundesminister ium für Arbeit 
und Soziales 2013, Teilhabebericht ,  s.o.,  S. 204 )  
Auch der Forschungsbericht „Lebenssituation und Belastung von Männern mit Behinderungen  
und Beeinträchtigungen in Deutschland –  Haushaltsbefragung thematisiert die gesundheitliche  
Versorgun g von Männern mit Behinderung  ( Bundesminis terium für Arbeit und Soziales 2013 ,  
Forschungsbericht 435: Lebenssituation und Belastung von Männern mit Behinderungen und  
Beeinträchtigungen in Deutschland -  Haushaltsbefragung –  Abschlussbericht ).   
(Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2013) . Im Kapitel „Beeinträchtigungen, 
Unterstützung und gesundheitliche Versorgung wird festgestellt, dass die Ergebnisse der 
Stichproben „Männer mit Behinderungen“ und „Frauen mit Behinderungen“ sich bei den meisten 
Punkten in Ausprägung und Verteilung stark ähneln. Die Zufriedenheit mit der gesundheitlichen 
Versorgung weicht bei Männern und Frauen mit Beeinträchtigungen voneinander ab. 55 % der 
Frauen und 64 % der Männer mit Beeint rächtigungen sind mit der g esundheitlichen Versorgung 
zufrieden oder sehr zufrieden. Im Gegensatz zu den Männern nutzt ein größerer Anteil der 
befragten Frauen Angebote und Dienste für Menschen mit Behinderungen, u.a. ambulante 
Gesundheitsdienste (Männer   21%; Frauen 28 %). Eine Projektgruppe der Gesundheitskonferenz 
„Gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderung“ erarbeitet 
Handlungsempfehlungen zur Erreichung des Zieles:  
Eine wohnortnahe, barrierefreie und flächendeckende Versorgung mit Präventi ons - , 
Rehabilitations - , Pflege -  und allgemeinen Gesundheitsangeboten wird langfristig sichergestellt, 
die für Menschen mit und ohne Behinderungen zugänglich  ist. Teilziele werden in den Bereichen 
Aus - , Fort -  und Weiterbildung in medizinischen und pflegeris chen Berufen, 
Gesundheitsinformationen in Leichter Sprache, Quartiersentwicklung und Präventions - angebote 
für Menschen mit Behinderungen erarbeitet.  Dort wo es notwendig erscheint, werden auch 
genderspezifische Fragestellungen erörtert.  
 
3  Was fällt auf –  Un terschiede in der Gesundheit von Männern und 
Frauen  
 
Männer und Frauen unterscheiden sich i n Bezug auf Ihr Gesundheitsbewuss tsein und – befinden,  
auf ihr Gesundheitsverhalten und ihr Krankheitsspektrum. Auch in der  Krankheitsbewältigung 
werden Unterschiede deutlich.  
Die Lebenserwartung von Frauen ist im Dur ch schnitt um fünf Jahre höher als die von Männern.  
Das unterschiedliche Mortalitäts -  und Morbiditätsspektrum von Frauen und Männern ist bedingt 
durch verschiedene  Rahmenbedingungen  für Gesundheit ,  Unterschiede in den gesundheitlichen 
Belastungen und Ressourcen, in der Gesundheitsversorgung und im Gesundheitsverhalten .  
Männer haben häufiger  Übergewicht, rauchen häufiger, trinken mehr Alkohol, haben häufiger 
Herz - Kreislauf beschwerden und  erleiden zehn  Jahre früher einen Herzinfarkt . Sie  führe n einen 
riskanteren Lebensstil , haben ein größeres Unfallrisiko, eine höhere Suiz id rate und erkranken 
häufiger an  Aids als Frauen. Männer nehmen Angebote zur Vorsorge und Gesundhei tsförderung 
weniger häufig wah r.  Das Verhältnis zur Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen 
liegt aktuell zwischen  4/10 , die Teilnahme an Gesundheitsförderungsangeboten bei 3/10  
zugunsten von Frauen  ( Quellen: Statistisches Bundesamt, BZgA, TK, DKV) .

18  
 
 
Tabelle 17  -  Anteil der Personen mit mindestens einem Unfall mit ärztlicher Behandlung in 
den letzten 12 Monaten nach Alter  (Starker, 2013, S. 20) .  
 
„ Neben biologischen Faktoren haben a uch soziale Determi nanten wie Arbeit, Bildung  und 
Einkommen Einfluss auf  eine  unterschiedliche  Lebenserwartung. Frauen und Männer 
unterscheiden sich nach Alter, sozialer Position, Herkunft und besonderen Belastungen in 
einzelnen Lebensabschnitten. Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf , zeitliche Belastungen durch 
weitere vielfältige Aufgaben ,  geschlechterspezifische Bedingungen i n der Arbeitswelt , 
unterschiedliche Wahrnehmung von Gesundheitschancen und Inanspruchnahme von Prävention 
und Versorgung tragen zur gesundheitlic hen Ungleichheit bei“  (Robert - Koch - Institut, 2013) .  
Psychische Störungen bei Männern sind von wachsender Bedeutung. Der 
Männergesundheitsbericht 2013 zur Thematik der Psychischen Gesundheit zeigt Risiken  deutlich 
auf.  Männer si nd insgesamt gesehen nicht seltener psychisch krank als Frauen. Während Frauen 
häufiger an Erkrankungen wie Depression, Angst -  und psychosomatischen Störungen leiden, 
sind  Männer häufiger von  Alkohol -  und Drogenabhängigkeit, antisozialen  
Persönlichkeitsstö rungen  und Gewalttätigkeit betroffen  (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 65) . Die 
Suizidzahlen weisen  im Jahr 2011  7228 Männer und 2388 Frauen auf. Dabei sind die Zahlen in 
den zurückliegenden Jahren stetig gestiegen. Anstiege werden bei Jungen  im Alter zwischen 15 
und 24 Jahren,  bei Männern  im Alter von 45 bis 59 Jahren und im Rentenalter ab 70 Jahre 
beobachtet  (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 24) . Gesundheitsrisiken in der Arbeitswelt sind 
bedingt durch f ehlende Arbeitsplatzsicherheiten  und geringe Arbeitseinkommen gestiegen. Die 
globalen Krisensituationen führen darüber hinaus zu sozi alen Unsicherheiten  in 
Lebenssituationen, die die psychischen und psychosozialen Anforderungen an die 
Stressbewältigung erhöhen und zu höheren Risiken für soziale Desintegration und psychische 
Störungen speziell bei Männern führen (vgl. Weißbach & Stiehler , 2013, S. 19) .  
Das Thema der psychische n  Gesundheit bei Jungen  ist in  der Literatur  bisher nur wenig sichtbar.  
Es finden sich  nur wenige Differenzierungen , die bei Jungen eine ganz besondere Rolle beim 
Erwachsenwerden spielen. Im Vordergrund jungenbezogener Diskurse stehen häufig 
Phänomene wie  Aggression ,  Gewalt und Kriminalität oder der  gefährdete Bildungserfolg.  Bei 
psychischen Pro blemen stehen gesellsch aftliche  Entstehungsbedingung en  bisher zu wenig im 
Fokus.  Umfeld, Wohlergehen,  Emotionalität  und sozialisations bedingte Risiken und Ressourcen  
spielen insbesondere bei Jungen eine wichtige Rolle in der Entwicklung.   
21,1 
16,2 
11,1 
7,8 
5,6 
3,4 
12 
7,1 
5,5 5,7 5,1 4,3 
0 
5 
10 
15 
20 
25 
18-24 25-34 35-44 45-54 55-64 65+ 
Anteil (%)
Altersgruppen (Jahre) 
Männer Frauen

19  
 
Jungen  besuchen häufiger Förderschulen a ls Mädchen, Lern -  und  Entwicklungsstörungen treten 
be i Jungen wesentlich öfter auf. Familien mit Jungen benötigen deutli ch häufiger  Unterstützung  
durch gesundheitliche und soziale  Hilfesysteme.  Jungen haben einen stärkeren 
Bewegungsdrang als Mädchen. Sie s ind risikobereiter aber auch  empfindlicher und vulnerabler 
als Mädchen. D ies  erklärt sich aus biologischen, psychischen und sozialen Einflüssen und ihre n  
Wechselwirkung en  (BPTK Newsletter, 2014) .  
 
4  Gesundheit durch Vorsorge   
 
Vorsorge n  ist besser als Heilen . Dieses bekannte Sprichwort bringt es auf den Punkt:  
Vorsorgeuntersuchungen helfen ,  Krankheiten frühzeitig zu erkennen und mit einer größeren 
Heilungschance zu behandeln. Rechtzeitige Gesundheitsvorsorge kann viel Leid erspa ren und 
die Lebensqualität und Lebenserwartung erhöhen.   
 
4.1  Jungengesundheitsvorsorge  
 
Die Vorsorge beginnt  mit der Schwangerschaft und soll im Kindes -  und Jugendalter durch 
Inanspruchnahme der gesetzlichen Früherkennungs -  und Vorsorgeplanungen bis zum 14 
Lebensjahr ergänzt werden.  Einzelne Entwicklungsschritte wie Sehen, Hören, Sprechen, 
Bewegung, geistige - ,  s oziale und emotionale Entwicklungen werden  begleite t  und  unterstütz t .  
Kompetenz en werden  gefördert  und Stress bewältig ung  erlernt .  Bei Entwicklungsauffälligkeiten  
greifen  Frühfördermaßnahmen.  Diese Entwicklungs schritte  gelten für Jungen und Mädchen. 
Entwick lungsp rogramme  gibt es vielfältige, aber weniger geschlechterdifferenziert.  Der Bedarf 
wird aber  deutlich  gesehen. Projekte wie Frühe Hilfen , der Partnerprozess Gesund aufwachsen 
für alle , K ein Kind zurück lassen u.a.  sollen Eltern, PädagogInnen, Einrichtungen und Praxen bei 
der Unterstützung  hilfreich sein.  
 
U1  
Unmittelbar nach der 
Geburt (gelbes 
Vorsorgeheft)  
  Überprüfung von Atmung und Herzschlag  
  Erhebung on Körpergewicht, Körperlänge sowie Kopfumfang des 
Kindes  
  Überprüfung von Hautfarbe des Neugeborenen, der 
Muskelspannung und der Reflexe  
  Neugeborenenscreening: Blutentnahme am zweiten oder dritten 
Lebenstag und Untersuchung auf Anzeichen angeborener 
Krankheiten  
  Früherkennung auf angeborene Hörstörungen  
U2  
Drei bis maximal zehn 
Tage nach der Geburt  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Untersuchung von Motorik und Organen, wie Herz, Lunge, Magen 
und Darm  
  Überprüfung des Stoffwechsels und der Hormonproduktion  
U3  
Vierte bis sechste 
Lebenswoche  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Kontrolle der Körperhaltung des Babys  
  Ultraschalluntersuchung um zu überprüfen, ob eine Fehlstellung 
im Hüftgelenk vorliegt  
  Erhebung von Körpergewicht, Körperlänge sowie  Kopfumfang des 
Kindes

20  
 
  Überprüfung des Hörvermögen  
U4  
Dritter bis vierter 
Lebensmonat  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Überprüfung von Bewegungsverhalten und motorischer 
Entwicklung  
  Eingehende körperliche Untersuchung  
  Kontrolle von Hüftgelenk, Nervensystem sowie Hör -  und 
Sehvermögen  
  Ggf. Routineimpfung  
U5  
Sechster und siebter 
Lebensmonat  
(gelbes Vorsorgeheft )  
  Eingehende körperliche Untersuchung  
  Altersgemäße Entwicklung: Das Kind sollte beispielsweise bereits 
in der Lage sein, erste Laute zu bilden und sich vom Rücken auf 
den Bauch zu drehen  
U6  
Zehnter bis zwölfter 
Lebensmonat  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Beweglichkeitskontrolle und Sprache: Das Kind sollte sitzen, 
krabbeln und stehen können. Auch die ersten Schritte an der Hand 
fallen in dieses Lebensalter. Das Kind kann auf vertraute 
Geräusche reagieren und erste Worte wie „Mama“ oder „Papa“ 
sagen  
U7  
21.  bis 24. 
Lebensmonat  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Überprüfung von Sinnesorganen und motorischer Entwicklung: 
Das Kind sollte sicher laufen können, sowie in der Lage sein, 
bekannte Gegenstände zuzuordnen und sie zu benennen  
  Untersuchung der geistigen, die sozialen und der 
Sauberkeitsentwicklung  
U7a  
34. bis 36. 
Lebensmonat  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Untersuchung der körperlichen Gesundheit  
  Untersuchung auf psychische Krankheiten  
  Überprüfung auf sonstige Auffälligkeiten, Sprachentwicklungs - 
störungen, Übergewicht  
  Erkennen von allergischen Erkrankungen  
U8  
46. bis 48. 
Lebensmonat  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Untersuchung der körperlichen Beweglichkeit und 
Koordinationsfähigkeit, der Muskelkraft und des Zahnstatus  
  Untersuchung des körperlichen Geschicklichkeit (zum  Beispie l 
stehen auf einem Bein)  
  Neben dem Seh -  und Hörvermögen sowie der Sprachentwicklung 
achtet der Arzt nun auch genau auf das soziale Verhalten, den 
Grad der Selbstständigkeit und auf die Kontaktfähigkeit des Kindes  
U9  
Fünf bis fünfeinhalb 
Lebensjahre  
(gelbes Vorsorgeheft)  
  Untersuchungen wie U8, besonders wichtig im Jahr vor der 
Einschulung  
Tabelle 18  -  Vorsorgeuntersuchungen für Kinder  -  entnommen von www.familienratgeber - 
nrw.de  
Seit 2006 bekommen Kinder und Jugendliche ein zusätzliches Vorsorgeheft mit vier weiteren 
Vorsorgeuntersuchungen, für die aber die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht 
übernehmen.  
U 10  
Sechs bis sieben Jahre  
(grünes Vorsorgeheft)  
  Erkennen von Entwicklungsstörungen z.B. Lese -  Rechtschreib - , 
Rechenstörungen, ADHS etc.  
U11  
Acht bis  neun Jahre  
  Erkennen von Sozialisations -  und Verhaltens -  und 
Schulleistungsstörungen

21  
 
(grünes Vorsorgeheft)    Erkennen von Zahn - , Mund -  und Kieferanomalien  
  Beratung zu gesundheitsbewusstem Verhalten  
J1  
Zwölf bis vierzehn 
Jahre  
(gesonderter 
Dokumentationsbogen  
  Jugendgesundheitsuntersuchung zur körperlichen, sozialen und 
sexuellen Entwicklung  
  Aufklärung über gefährdende Verhaltensweisen  
J2  
Fünfzehn bis siebzehn 
Jahre  
(grünes Vorsorgeheft)  
  Internistische und orthopädische Untersuchung  
  Erkennen von Verhaltens -  und Sozialisationsstörungen  
  Fragen der Sexualität  
Tabelle 19  -  Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder  entnommen von 
www.familienratgeber - nrw.de  
 
4.2  Gesundheitsvorsorgeprogramme für Männer  
 
Alter  Früherkennungsuntersuchungen  Was wird gemacht?  
Ab 35  Check - up 35: Früherkennung 
Herz - Kreislauferkrankungen, 
Diabetes und Nierenerkrankungen.  
Alle zwei Jahre:  
  Anamnese (gezielte Erhebung der 
medizinischen Vorgeschichte des 
Patienten ) und Erstellen 
Risikoprofil   
  Körperliche Untersuchung  
  Blutdruckmessung, Kontrolle des 
Cholesterins und des Blutzuckers  
  Kontrolle des Urins  
  Beratung zum 
Untersuchungsergebnis  
Ab 35  Früherkennung Hautkrebs  Alle zwei Jahre:  
  Anamnese  
  Untersuchung der gesamten Haut  
  Beratung zum 
Untersuchungsergebnis  
Ab 45  Früherkennung 
Krebserkrankungen der Prostata 
und der äußeren Geschlechts - 
organe  
Jährlich:  
  Anamnese  
  Inspektion und Abtasten der 
äußeren Geschlechtsorgane  
  Enddarmaustastung zur 
Untersuchung der Prostata  
  Untersuchung örtlicher 
Lymphknoten  
  Beratung zum 
Untersuchungsergebnis  
Ab 50  Früherkennung Darmkrebs    Beratung über Ziel und Zweck des 
Früherkennungsprogramms  
Jährlich:

22  
 
  Test auf nicht  sichtbares 
(okkultes) Blut im Stuhl  
  Beratung zum 
Untersuchungsergebnis  
Ab 55  Früherken n ung Darmkrebs    Zweite Beratung über Ziel und 
Zweck des Darmkrebs - 
früherkennungsprogramms  
  Patientenaufklärung zur 
Koloskopie  
  Darmspiegelung(Koloskopie)  
  Beratung zum 
Untersuchungsergebnis  
Nach zehn Jahren:  
  Zweite Darmspiegelung  
  Oder:  
  Alle zwei Jahre: Test auf nicht 
sichtbares Blut im Stuhl  
  Beratung zum 
Untersuchungsergebnis  
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die 
Früherkennungsuntersuchungen für  die genannten zeitlichen Abstände (also z.B. den Check - 
up 35: ab 35 Jahren, alle zwei Jahre).   
Tabelle 20  -  Vorsorge -  und Früherkennungsuntersuchungen für Männer  
 
5  Gesund bleiben  –  Kriterien und Ansatzpunkte für 
Gesundheitsförderung und Prävention vor Ort  
 
Das Leben ist ein natürlicher biologischer Prozess .  Er ist individuell von Mensch zu Mensch 
unterschiedlich und wird sowohl von genetischen Faktoren als auch äußeren Faktoren  wie 
Umwelteinflüsse n  und Lebensweise n  beeinflusst. Der Körper ist dabei einem Alterungsprozess 
unterworfen.  Jeder von uns hat, abgese hen von den genetischen Anlagen ,  die wir nicht  ändern 
können ,  und gesundheitspolitischen Einflüsse n ,  die Möglichkeit ,  etwa s für seine Gesundheit , die 
Gesunderhaltung , also für seine eigene Lebensqualität  zu tun.  Dies gilt für Männer und Frauen 
gleichermaßen.  
Gesundheit zu fördern und Krankheiten zu vermeiden sind die zentralen Aufgaben von 
Gesundheitsförderung und Prävention.  Sie  tragen dazu bei, Wohlbefinden, Mobilität und 
Lebensqualität der  Menschen jeden Alters und aller sozialer Schichten  zu verbessern und sind 
unverzichtbare Bausteine für Gesundheit und ein langes Leben  (vgl. Positionspapier des GKV 
Spitzenverbandes v.  27 .06.2013).  
Gesund bleiben  bedeutet z.B. sich gesund zu ernähren,  sich ausreichend zu bewegen und zu 
entspannen, verantwortlich mit Alkohol umzugehen und  ein rauchfrei es  Leben  zu führen .  
Daten und Informationen zur Lage und Situation vor Ort liegen für alle  Themenbereiche nicht 
durchgängig vor. Ergebnisse aus Befragungen und Interviews geben aber wertvolle 
Informationen zu bestimmten Situat ionen und Verhaltensweisen (si ehe hierzu insbesondere 5.6).

23  
 
5.1  Ernährung  
 
Eine Gesunde Ernährung  bedeutet sich ausgewogen zu ernäh ren. Fett und Zucker werden von  
Männern und Frauen in größerem Maße konsumiert und sollten auf eine empfohlene Menge 
reduziert werden. Gemüse und Obst gehören häufiger auf den Speiseplan.  Studien zeigen, dass 
Männer in der  Regel ein anderes Essverhalten haben als Frauen: Männer orien tieren sich bei der 
N ahrungswahl tendenziell  weniger als Frauen an gesundheitlichen Gesichtspunkten –  
Ernährungsthemen haben für sie keine allzu große Bedeutung , so die Bundeszentrale für 
gesund heitliche Aufklärung BZgA . Übergewicht und Essstörungen  sind dann Folgen einer 
Fehlernährung, die zu Adipositas , Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen führen können.  
Jeder zweite Erwachsene in NRW ist übergewichtig. Information und Technik Nordrhein - 
West falen (IT. NRW, 2014)  berichtet über Körpergewicht und Größe, ausgewertet nach den 
Jahren 2005, 2009 und 2013. Danach ist die Übergewichtigkeit im genannten Zeitraum stetig 
gestiegen. 2013 waren bereits 52,8 % der Erwachsenen in NRW übergewichtig. Der Anteil der 
Männer  lag bei 62,4 und der der Frauen bei 43,5 % In Münster stellt sich die Situation wesentlich 
günstiger dar: Der Anteil übergewichtiger Männer lag 2013 bei 38,3% der der Frauen 29,5 %  
zusammen bei 39,4 %.

24  
 
 
 
Männer und Frauen in Münster  
 
Frauen in Münster   
 
Männer in Münster  
 
Tabelle 21  -  Bevölkerung in Nordrhein - Westfalen mit Angaben zu Körpergewicht und - größe  (IT. NRW, 2014) 
nicht 
adipös adipös massiv 
adipös 
unter- 
gewichtig 
normal- 
gewichtig 
übergewichtig 
Bevölkerung (Männer und Frauen)  in Nordrhein-Westfalen mit A ngaben zu Körpergewicht und -größe 2005, 2009 und 2013 
– Ergebnisse des Mikrozensus*) – 
GKZ 
Verwaltungsbezirk 
––––––––––––– 
Jahr 
Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung (ab 18 Jahren) 
insgesamt 
Anzahl Anteil 2)  in Prozent Durchschnittswerte 
darunter Personen, die Angaben zu Körpergewicht und -größe gemacht haben 
zusammen 
Body-Mass-Index (BMI) Klassifikation 1) 
Körpergröße 
in Meter 
Körpergewicht 
in Kilogramm BMI 1) 
Nordrhein-Westfalen 
2005 14 736 000   11 558 000   2,5   48,0   35,8   12,9   0,7   1,72   75,3   25,5   
2009 14 829 000   10 720 000   2,2   46,4   36,6   14,0   0,9   1,72   76,1   25,7   
2013 14 628 000   10 314 000   2,1   45,1   36,6   15,1   1,1   1,72   76,9   25,9   
  Münster, Stadt 
2005  230 000    182 000   3,5   63,4   28,7   9,1   0,7   1,73   73,5   24,5   
2009  228 000    175 000   2,1   55,5   32,5   10,9   0,3   1,73   74,5   24,9   
2013  255 000    165 000   2,8   57,3   29,2   9,6   0,6   1,74   74,9   24,7   
  Münster, Stadt 
2005  122 000    96 000   5,7   69,1   21,5   8,0   0,9   1,67   66,1   23,6   
2009  119 000    91 000   3,1   63,1   25,7   9,1   0,2   1,67   66,8   24,0   
2013  135 000    83 000   4,6   65,2   21,5   8,0   0,1   1,67   66,2   23,6   
  Münster, Stadt 
2005  108 000    86 000   1,0   57,1   36,6   10,3   0,5   1,80   81,8   25,2   
2009  108 000    84 000   1,0   47,3   39,9   12,8   0,3   1,80   82,9   25,6   
2013  120 000    81 000   0,9   49,1   37,1   11,1   1,1   1,81   83,7   25,6

5.2  Bewegung  
 
Männer sind häufiger übergewichtig als Frauen . Gesund bleiben, heißt daher auch in Bewegung 
bleiben . Bewegung sollte unkompliziert in den Alltag eingebaut werden. Wege zur Arbeit ,  zum 
Bäcker ,  zur Schule zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen,  d ie Treppe und nicht den Fahrstuhl 
nutzen,  in der  Mittagspause eine Runde um den Block laufen  oder einen  Abendspaziergang in 
die Tageszeitplanungen mit einbauen sind schon erste Schritte in die richtige Richtung.  Sport für 
die Gesundheit wäre ein nächster Schritt. Sportgruppen  und  Sportvereine  bieten für jede 
Altersgruppe  Bewegungsangebote nach Bedarf an.  De r Reha bilitations sport unterstützt zudem 
Menschen nach Erkrankungen. Die Angebotspalette ist sehr vielseitig.  Die gesetzliche 
Krankenversicherung ist mit vielen Programmen aktiv unterwegs.  Viele der Aktivitäten sind 
allerdings sporadisch und nicht nachhaltig angelegt . Hier bedarf es noch eine r  besseren 
Vernetzung von Akteuren und Projekten bundesweit. Unter dem Mo tto „Bewegte Kommune“ 
erarbeitet  derzeit das Gesunde Städte - Netzwerk mit der B armerGEK ein neues innovatives 
Bewegungsangebot für Menschen  in der Gesunden Stadt.  
 
5.3  Entspannung  
 
Körperliche oder seelische  Anspannungen können durch Überlastungen am Arbeitsplatz, in der 
häuslichen Versorgung oder durch verschiedenste Überforderungen durch Leistungsdruck 
entstehen. Stress, Burnout  können Folge n  s ein. U nterschiedlichste Entspannungsverfahren  
bewirken eine Steigerung des Wohlbefindens ,  Linderung -  und eine bessere Bewältigung von 
Beschwerden.  
 
5.4  A lkoholkonsum  
 
Ein erhöhter Alkoholkonsum  steigert das Risiko für Herz - Kreislauf - Erkrankungen, für Krankheiten 
der Leber und einige Krebsarten. Hinzu kommt das Risiko der Abhängigkeit.  
Übermäßiger Alkoholkonsum ist besonders ein Problem von Männern im mittleren Lebens alter 
aber  in wachsendem Maße  auch ein Problem von Kindern und Jugendlichen. „Die KIGGS – 
Studien zeigen, dass schon im Alter von elf Jahren knapp 20% der Jungen und 12% der Mädchen 
Alkohol getrunken haben, 45% der Kinder im Alter von 13 Jahren haben nach  Selbstangaben 
Erfahrungen mit Alkoholkonsum. Regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Woche, trinken 18% 
der männlichen Jugendlichen im Alter von 14 Jahren Alkohol. Diese Quote steigt mit dem Alter 
kontinuierlich bis auf 67% der 17 - jährigen jungen Männer. Mädchen berichten  seltener einen  
regelmäßigen Alkoholkonsum mit 9% (14 Jahre) bis 40% (17 Jahre). Eltern unterschätzen den 
Alkoholkonsum ihrer Kinder“  (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2008, S. 7 - 8) .  Mit dem  
Präventionsgesetz, das im Juni 2015 v erabschiedet worden ist , soll dem  Thema 
Alkoholprävention ,  als eines der bundesweiten Präventionsziele , eine besondere 
Aufmerksamkeit zukommen.

26  
 
5.5  Tabakkonsum  
 
Tabakkonsum  birgt viele Risiken. A llem voran  stehen Herz - Kreislauf - Erkrankungen, 
A temwegserkrankungen und bei 23 % aller Krebsfälle ist das Rauchen  die Ursache . Den größten 
Einfluss hat das Rauchen für Lungenkrebs, Krebserkrankungen der Harnblase, der Speiseröhre, 
der Bauchspeicheldrüse, des Darms sowie im Kopf und Halsbereich . 28% der Mä nner und 19% 
der Frauen rauchen .  Analysen aus 2012 über Ergebnisse aus 45 Studien zu 33 
Nichtraucherschutzgesetzen zeigen eindeutig: „Überall, wo Rauchverbote eingeführt wurden, 
sank im folgenden Zeitraum die Anzahl der Krankenhausfälle in bemerkenswerte m Umfang: um 
15 % bei Herzinfarkten, um 16 % bei Schlaganfällen  und um  25 % bei Asthmaanfällen. Der 
Rückgang von Frühgeburten, Krankheitsfällen bei Schwangeren, Asthmaerkrankungen bei 
Kindern sowie im Bereich von Herz -  und Kreislauferkrankungen bei Erwachs enen  belegt immer 
deutlicher die Wirksamkeit von Nichtraucherschutzgesetzen  (vgl. (Tamayo, 2014) .  
 
Tabelle 22  -  Anteil der Raucher an der männlichen Bevölkerung nach Alter  (Starker, 2013, S. 
29)  
 
 
Tabelle 23  -  Aufhörquote (Anteil der Ex - Raucher an Männern, die jemals mit dem Rauchen 
begonnen haben) in der männlichen Bevölkerung nach Alter  (Starker, 2013, S. 32)  
 
 
20,7 
26,8 
38,7 
46,7 
57,3 
78,3 
0 
10 
20 
30 
40 
50 
60 
70 
80 
90 
18-24 25-34 35-44 45-54 55-64 65+ 
Anteil (in %)
Altersgruppen (Jahre) 
40,0 
47,2 
40,6 
37,2 
31,0 
13,7 
0,0 
5,0 
10,0 
15,0 
20,0 
25,0 
30,0 
35,0 
40,0 
45,0 
50,0 
18-24 25-34 35-44 45-54 55-64 65+ 
Raucher

27  
 
5.6  Gesundheitsförderung ,  Prävention  und Vorsorge  vor Ort  
 
In Münster haben Gesundheitsförderung und Prävention einen hohen Stellenwert.  Die Stadt ist 
Mitglied im Gesunde Städte - Netzwerk  der Bundesrepublik Deutschland , ein bundesweiter 
Zusammenschluss von Kommunen, d er  sich für eine Verbesserung der  kommunale n  
Gesundheitsförderung als gesamtstädtische Querschnittsaufgabe  und Gesellschaftsaufgabe  
einsetzt . Ziel ist die Stärkung der gesundheitsförderlichen Kompetenzen und die 
Eigenverantwortung jedes Einzelne n und ein langfristiges Zusammenwirken aller Akteure 
innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens.  Die Chancen auf Gesundheit sollen 
verbessert werden durch die Stärkung von Ressourcen und Senkung von 
Gesundheitsbelastungen. Zu den Ressourcen zählen Selbs tbewusstsein, Kompetenzen, 
Information, Bildung, Handlungswissen, angemessene Partizipation, Verhaltensspielräume, 
Unterstützung durch soziale Netze .  Gesundheitsbelastungen  können sein chemische, 
physikalische und biologische Umweltbelastungen, körperliche  und seelische Überlastungen, 
falsche Ernährung, Bewegungsmangel, erhöhter Konsum von Suchtmittel oder auch soziale 
Isolation.  Das Gesunde Städte - Netzwerk ruft seine Mitglieder auch dazu auf, die Gesundheit von 
Jungen und Männern stärker in den Fokus des G eschehens zu nehmen. Das Gesundheitsamt  
greift im Rahmen seiner kommunalen gesundheitsförderlichen Aufgaben die Gesunde Städte - 
Strategien auf und kommuniziert unterschiedliche Themen über die Kommunale 
Gesundheitskonferenz.  
Seit vielen Jahren werden durch das Männerforum Münster  Männergesundheitstage 
durchgeführt . Das Männerforum Münster ist ein gemeinnütziger Verein der 1994 gegründet 
wurde. Entsprungen aus der Idee der Selbsthilfe leistet der Verein seine Arbeit ehrenamtlich vgl. 
www.maennerforum - muenster.de  
Das M ännernetzwerk Münster  befindet sich derzeit in der Aufbauphase . Die Netzwerkakteure 
sind Experten ,  die sich in ihren professionellen Arbeitsbereichen mit männerspezifischen Themen 
befassen und hierfür auch Position beziehen wollen , auch zum Thema Männergesundheit.  Das 
Männernetzwerk will über männer spezifische Angebote in Münster informieren, thematisiert  und 
reflektiert die Rolle von Männern in der Gesellschaft und beteiligt sich am fachlichen Diskurs zu 
männerspezifischen Themen.  Dies geschieht durch kontinuierlichen Austausch, Organisation von 
Fachveranstaltungen, Positionierung von männerspezifischen Themen und Fragestellungen im 
kommunalpolitischen Bereich  u.a.  Die Aktivitäten werden unterst ützt durch die Pflege einer 
Homepage  vgl. www.maennernetzwerk - muenster.de   
Da bewertete Informationen seitens der Beratungsdienste zur Männergesundheit in Münster nicht 
vorliegen, wurde das Männernetzw erk , deren Mitglieder aus unterschiedlichen 
Beratungsbereichen in Münster kommen,  mittels eines standardisierten Fragebogens zur 
Bewertung der Situation vor Ort befragt.  
Auf die  Frage „Nehmen Sie in Ihrer alltäglichen Arbeit geschlechterspezifische Umgangsweisen 
mit Gesundheit und Krankheit wahr?“ antworteten 50% der Teilnehmer mit ja bzw. nein . 75% der 
Befragten halten  allerdings  einen geschlechterspezifischen Umgang  von Männern mit 
Gesundheit und Krankheit in der Beratungsarbeit für wichtig .  Das Ge sundheitsbewusstsein von 
Männern bewerten die Beratungsdienste eher  gering . Unterschiede im Gesundheitsverhalten 
zwischen Männern in festen  Partnerschaften und Männern ohne eine solche  begründen die 
Befragten recht unterschiedlich . Sie  sprechen von einem ungesunden Lebensstil alleinstehender 
Männer und von  einem gesundheits - bewussteren Verhalt en  von Männern in einer Partnerschaft 
aufgrund von Regelmäßigkeiten im gemeinsamen Lebensalltag.  Auf der anderen Seite wird auch 
der gesundheitsbewusste Mann beschrie ben, der auf  Attraktivität und Gesundheit besonderen 
Wert legt.  50% der Befragten haben Strategien entwickelt, um Männer in der Beratungsarbeit

28  
 
besser zu erreichen. Beratungsangebote sind speziell auf Männer abgestimmt, Männer sowie 
Frauen werden Beratung en  auf Befragung und Wunsch  durch männliche  bzw. weibliche  
Mitarbeit erInnen  angeboten,  dies gilt  teilweise auch für Onlineberatungen  (Mail -  und 
Chatberatungen) .   
Aufgrund der guten Vernetzung der Beratungsstellen auf örtlicher -  und auch überregionaler 
Ebene, gibt es vermehrt männerspezifische Beratungsangebote, Fachtagungen, Fortbildungen 
und Publikationen , auch  im Sinne von Männern für Männer. Männer entwickeln dabei einen 
eigenen Kommunikationsstil. Sie benötigen ein eigenes Anspra chekonzept. Die Bera tungsarbeit,  
sowie der gesamte Soziale Bereich sind in ihrer Sprache, in ihren Konzepten und ihren 
Angeboten noch sehr stark weiblich orientiert.  Alle Befragten aus den Beratungsdiensten sehen  
allerdings  die Notwendigkeit, sich stärker  für Männer einzusetz en.   
Rollenbilder von Männern und Frauen haben sich gravierend verändert, Männer müssen sich neu 
positionieren.  Ein besserer Diskurs über Männer und ihre Rolle  wird gewünscht.  Besondere 
Bedarfe zu einem geschlechterdifferenziertem Vorgehen werden  in der Jungenarbeit gesehen, 
z.B.  durch eine bessere Besetzung der Bildungseinrichtungen mit männlichen Pädagogen , 
Lehrern und Erziehern. Jungen erleichtert dies e  eine  Identität mit dem gleichen Geschlecht. 
Werdende und junge Väter sind besondere Zielgrup pen weil es hier um Einbeziehung der Väter 
bzw. um gemeinsame Erziehungsfragen geht. Gesundheit s tellt ebenfalls ein wichtiges Thema 
dar, schon weil das G esundheits -  und Risikoverhalten von Jungen und Männer ein riskanteres 
ist, als das der Mädchen und Fra uen.  
Das Thema Frauen ist schon seit vielen Jahren ein gesellschaftlich etabliertes Thema.  
Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit funktioniert auf Dauer  aber  nur, wenn beide 
Geschlechter in den Blick genommen werden.  Gleichberechtigung muss dabei auf Augenhöhe 
erfolgen.  Die Teilnehmer an der Befragung haben aus dem Kontext der eigenen Beratungsarbeit 
heraus aber auch aufgrund eigener Lebenserfahrungen den Wunsch, sich für das Thema Männer 
zu engagieren in der Hoffnung , dass passgenauere Angebote für Männer entwickelt werden, das 
Thema Mann ein sichtbareres gesellschaftliches Thema wird und die Gleichstellung  auch hier in 
Münster  vorangebracht wird  (Hovemann & Weth, Expertenbefragung Männernetzwer k Münster, 
2014) .  
Aus Sicht de s Hausärzteverbundes  Münster , der für diesen Bericht zu einem Interview zur 
Verfügung gestanden hat, wird eine „Zweiteilung“ im Gesundheitsbewusstsein und im 
Gesundheitsverhalten von Männern gesehen. Auf der einen Seite s ind es die jungen Männer, die 
in Fitnessstudios gehen und „Körperkultur“ betreiben und da neben  das „Gros des Mannes“ 
welches, weniger um die eigene Gesundheit bemüht ist. Gesundheit ist nach Beschreibung des 
Hausärzteverbu ndes Münster statusabhängig. Sozia l schwache Menschen haben ein eher 
geringeres Gesundheitsbewusstsein und dadurch schneller  einen schlechteren 
Gesundheitszustand .  
Im Gesundheitsbewusstsein unterscheiden sich auch Männer von den Frauen. Frauen nehmen 
Vorsorgeuntersuchungen häufiger und von sich aus in Anspruch, Männer müssen dazu vielfach 
aufgefordert werden. Frauen vereinbaren häufig Vorsorgetermine für ihre Männer,  umgekehrt 
erlebt man dies nicht. „Was nicht weh tut, muss man nicht beachten“, so beschreibt der 
Hausärzteverb u nd Mü nster die Sichtweise des Mannes. Auf die Frage nach einer Wehleidigkeit 
des Mannes beobachten die Ärzte, dass Männer bei schweren Erkrankun gen meist gut mit ihrer 
Situation umgehen.  
Zum Hausarzt kommen Männer insbesondere mittleren Alters wegen Arbeitsunfähigkeit oder 
wegen Schmerzen. Der Hausarzt versucht Patienten , soweit es sinnvoll ist,  in Gesundheits - 
programme  einzugliedern. Häufiger als  früher treten Männer mit psychischen Krankheiten an den

29  
 
Hausarzt heran. Geriatrische Fragestellungen  steigen . Zivilisationskrankheiten allgemein wie 
Adipositas und Diabetes erfahren eine starke Zunahme.   
Männer sind in ihrer Arzt - Patienten - Kommunikation v erschlossener als Frauen und stellen sich 
häufig erst dann den Problemen, wenn sie wirklich akut sind.  Die Frage nach einer 
geschlechterspezifischen Strategie im Umgang mit den Patienten wird bejaht. „ Frauen kann man 
einfacher erklären, was wichtig ist “ . D er Mann muss mit möglichen zukünftigen 
Gesundheitsproblemen offener konfrontiert und ggf. „härter herangenommen“ werden. Bei 
Männern überlegt man eher „Wie provokativ kann ich mit meiner Aussage sein  -  nicht so 
mis sionierend, eher konfrontieren“  (Hovemann & Weth, Interview mit dem Vorsitzenden des 
Hausärzteverbundes Münster Dr. med. Armin Schuster, 2014) .  
Wie gesundheitsbewusst erleben Sie den Mann von heute, so lautete eine Frage gerichtet an die 
Klinik für  Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsklinik Münster . „ Den Mann 
von heute gibt es so ja nicht “ . Man kann sagen, dass  Männer  weniger gesundheitsbewusst  sind  
als die Frau en . Dies betrifft das Gesundheitsvorsorgeverhalten, die Ernährung, aber auch 
Themen wie Suchtmi ttelkonsum. Zum  Bereich der psychischen Gesundheit fällt es Männern 
schwerer, Probleme vor sich selbst zuzugeben und sie größere Hemmschwellen haben, sich an 
den Hausarzt zu wenden, durch welchen die Patienten oft überwiesen werden.   Gründe liegen 
beispiel sweise im starken  Selbstbild, in der Angst vor Stigmatisierung und davor, als „Weichei“ 
da zu stehen. Männer gehen eher technisch mit sich selbst um. Wahrnehmung und Ausdruck von 
Gefühlen stellen sich für Männer schwieriger dar. Männer gehen oft hart mit s ich um und nehmen 
ihre eigenen Grenzen nicht so wahr.  
In die psychosomatische bzw. psychotherapeutische Behandlung  der Klinik gelangen etwa  2/3 
Frauen und 1/3 Männer, wobei die Anzahl der Männer steigt. Dort werden behandelt:  
  Meist somatoforme Diagnosen un d dissoziative Störungen (körperliche Beschwerden) ohne 
ausreichenden organischen Befund und Mischbilder  
  Auch: Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungs störungen  
  Frauen werden öfter O p fer von Gewalt im nahen familiären Bereich  -  Männer öfter Opfer im 
öffentlichen Bereich.  
In die Klinik kommen Frauen oder Männer aufgrund des individuellen, persönlichen 
Leidensdruck s  freiwillig  –  oft in Zusammenhang mit Überforderungen oder Konflikten in Beruf 
und/oder Familie .  Die formale  Überweisung der Patienten und Patientinnen erfolgt durch den 
Hausarzt oder den Facharzt.  Männer äußern dabei beim Arzt eher körperliche Beschwerden, 
welche dann psychische Ursachen haben.  In der Therapie angekommen öffnen sich neue 
Erfahrungsw elten, körperliche Auswirkung en auf die Psyche werden erkannt. Von gemischten 
Gruppenangeboten profitieren sowohl Patientinnen als auch Patienten. Bei Frauen ist  im 
Vergleich zu Männern die Hemmschwelle , psychische Erkrankungen bei sich und anderen zu 
akzeptieren, niedriger. Sie sind offener als Männer und können besser von Gefühlen und 
Beziehungserfahrungen berichten.  
Eine stärkere Thematisierung geschlechterspezifischer Unterschiede in der Medizin wird seitens 
der Klinik für absolut wichtig erachtet.  Der Patient muss da abgeholt werd en, wo er gerade steht. 
Bei Männern geht es eher darum, Gefühle zu thematisieren. Männer sprechen eher m i t 
Partnerinnen über Probleme und Gefühle und nicht mit Freunden –  Frauen oft auch mit 
Freundinnen. En t stigmatisierung ist wichtig . Männern hilft  es  auc h, wenn Prominente sich äußern, 
z.B. im Fall  des Fußballspielers Robert Enke, der depressiv war.  Der Zugang in der 
psychosomatischen Medizin und der Psychotherapie ist allgemein individuell . Im persönlichen 
Kontakt  wird geschlechterdifferenziert vorgegange n. Im Zusa mmenhang mit Migration ist der 
Aspekt „Männerbild –  Frauenbild“ vor allem bei muslimischem  Hintergrund wichtig  (Hovemann &

30  
 
Weth, Interview mit Prof. Dr. med. Gudrun Schneider, Leitende Oberärztin der Klinik für 
Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Münster, 2014) .  
Männer gesundheit ist auch Thema der Selbsthilfe und der Selbsthilfe - K ontaktstelle des 
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes  am Dahlweg  in Münster . Die Selbsthilfegruppen  
beschäftigen sich  mit  sehr vielfältigen Themen: mit der Bewältigung bzw. dem Umgang einer 
chronischen Erkrankung oder einer Psychiatrischen Erkrankung , wie Borderline - Störungen,  
Depression  oder Phobien ,  mit  Krebserkrankungen, Essstörungen,  Suchterkrankungen uvm. 
Männer tun si ch zunächst häufig schwer mit der Inanspruchnahme von Selbsthilfe angeboten .  
Dennoch gibt es auch in Münster Selbsthilfegruppen nur für Männer, beispielsweise die Prostata 
Selbsthilfegruppe. Dies gilt auch für Gruppen mit ganz speziellen Anliegen wie das T he ma  
Transidentität/Intersexualität oder für Väter nach Scheidung oder Trennung. In vielen 
Selbsthilfegruppen z.B. zu Herzerkrankungen, Rheuma oder auch Suchterkrankungen sind 
ebenfalls viele Männer zu finden.  
Bei psychischen Erkrankungen oder auch Essstörungen suchen vor allem junge Männer, 
meistens aufgrund von Überlastungen  durch Beruf oder Studium ,  Hilfe durch den Besuch von 
Selbsthilfegruppen  in Münster ,  so die Selbsthilfe  K ontaktstelle . Das „klassische Klientel“ in der 
Selbsthilfe sind Frauen u nd Männer mittleren  und älteren  Alters . Durch das besondere 
Verständnis unter Gleichbetroffenen, können viele Menschen ihre Kräfte und Fähigkeiten 
(wieder) entdecken, diese mobilisieren und letztlich lernen, sich selbst zu helfen und die eigene 
Situation b esser zu bewältigen.  
Die Themen, die zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen werden, sind weiterhin die psychischen 
Erkrankungen aber auch Themen, die die Veränderungen unserer Gesellschaft deutlich machen,  
wie z.B. das Thema Onlinesucht  (Weth, Interview mit Renate Ostendorf, Selbsthilfekontaktstelle 
Münster) .  
 
Unterstützungsangebote für Krebspatienten und deren Angehörige  
In Münster gibt es über die Kliniken  und Praxen  im Rahmen der Nachsorge verschiedene 
Beratungsangebote für Patienten und auch deren Angehörige.  Prostatakrebs zählt zu den 
häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Die Ursache für das vermehrte Auftreten dieser 
Tumorerkrankung ist u.a. die steigende Lebe nserwartung, denn mit dem Älterwerden wächst 
auch das Risiko für diesen Krebs. Untersuchungen zur Früherkennung dieser Krebserkrankung 
werden immer noch selten genutzt. Das Prostatazentrum am UKM  bietet im Rahmen seiner 
interdisziplinären Kooperation mit b eteiligten Kliniken und Instituten  seit seiner Gründung im Jahr 
2003 Betroffenen, Interessierten sowie niedergelassenen Ärzten in Münster und Umgebung  
Informationen  und Unterstützung zu allen Fragen rund um das Thema der Prostataerkrankungen . 
Es wird dabei  vom Förderverein  des Prostatazentrums  aktiv unterstützt. Der Förderverein sieht 
seine Aufgabe in  der  ideellen und materiellen Förderung des Prostatazentrums am UKM, der 
Erarbeitung von Präventions - ,  Beh a ndlungs -  und Rehabilitationsmöglichkeiten und insbes ondere  
in der Verbesserung des Informationsstandes der Öf fentlichkeit zu den  Erkrank ung en der 
Prostata . Über Fachveranstaltungen wurden in den zurückliegenden Jahren  viele Männer und 
deren Angehörige erreicht. De m  Förderverein  gelingt es, das Thema in die Stadtgesellschaft zu 
tragen  (Weth, Interview mit Christiane Ptok, Geschäftsführerin des Prostatazentrums und des 
Fördervereins am Uniklinikum Münster, 2015) .   
Unterstützungsangebote für männliche Krebspatienten ab 60 Jahren wurden vor einigen Jahren 
vom  Zentrum für Krebsmedizin  der Universitätsklinik  (Comprehensive Cancer Center 
Münster),  entwickelt.  Das Projekt gibt   Männern Hilfe  zu psychoonkologischen Fragestellungen .

31  
 
Erfahrungen daraus zeigen, dass  es schwierig ist, Männe r zu m Mitmachen  zu gewinnen, wobei 
grundsätzlich nach erfolgter Teilnahme ein positives Feedback durch die Teilnehmer erfolgt.  
Seit vielen Jahren arbeitet in Münster und auch  seit einiger Zeit  im Münsterland die 
Krebsberatungsstelle  in Trägerschaft des Tumor - Netzwerkes im Münsterland e.V., de m  
Krankenhausträger, Kliniken, Praxen u.a.  als Mitglieder angehören. Die Stadt Münster unterstützt 
finanziell die Arbeit. Die B er atungsangebote sind vielseitig. Psychoonkologische Krebsberatung 
und Begleitung, Sozial e Arbeit in der ambulanten psychosozialen Krebsberatung, Vorträge, 
Gesundheitskurse, Bewegung und Sport, Ernährung, medikamentöse Therapie und 
Selbsthilfeunterstützung gehören zu  den Leistungen der Krebsberatungsstelle.  Im 
hauptamtlichen Beratungsteam arbe iten keine Männer.  
Seit Jahren liegt der Anteil der Inanspruchnahme von psychoonkologischen Einzelberatungen 
durch betroffene Männer deutlich unterhalb der Inanspruchnahme Quote durch Frauen. So betrug 
der Anteil in 2014 25% (Betroffene Männer)  im Vergleic h zu 47% (Betroffene Frauen). Laut 
epidemiologischem Krebsregister betreffen die vier häufigsten Krebsneuerkrankungen bei 
Männern in Münster die folgenden Organe in absteigender Reihenfolge: Prostata, Darm, Lunge 
und Harnblase.  
Es wird angeregt, die Inans pruchnahme Quote  der betroffenen Männer durch geeignete 
Maßnahme zu steigern. Dies könnten spezielle gender -  und zielgruppenspezifische Ansätze in 
der Öffentlichkeitsarbeit und Beratung sein.  
 
 
6  Altersspezifische Betrachtungen  
 
6.1  Jungengesundheit   
 
Deutschland hat einen hohen Lebensstandard und sowohl ein gut ausgebautes Bildungs -   als 
auch ein Gesundheitssystem. Es besteht Konsens, dass die Gesundheit von Kindern und 
Jugendlichen zu keiner Zeit in Deutschland so gut war, wie in der heutigen Zeit. Kl assische 
Infektionskrankheiten oder Mangelkrankheiten sind heute eine Seltenheit. Ebenso leben Kinder 
mit chronischen Erkrankungen beispielsw eise der Atemwege oder der Herz Kreislauforgane 
heute mit wesentlich weniger Einschränkungen und in höherer Lebensq ualität.  
Sorgen machen dagegen aber seit einigen Jahrzehnten die sogenannten „neuen Morbiditäten“ = 
„Neue Krankheiten“. Zu diesen werden psychische und psychiatrische Erkrankungen, 
Verhaltensauffälligkeiten, Allergien und asthmatische Erkrankungen aber auc h 
Stoffwechselstörungen wie Körperübergewicht und Fettleibigkeit gezählt.  Es entspricht dem 
Stand der Wissenschaft, dass es für diese Krankheiten oder „Normabweichungen“ in der Regel 
keine klaren Ursachen sondern eher ein Ursachengeflecht oder Ursachenbün del gibt. In vielen 
Fällen liegen nicht allein klassische Gesundheitsrisiken zu Grunde, die sich im 
Gesundheitssystem einfach behandeln ließen. Nicht selten bestehen Risikofaktoren im Bereich 
der persönlichen Bildung, des sozialen Standes oder der individu ellen Biographie.  
Demnach gelingt es auch kaum alleine im Gesundheitssystem wirksame Vorsorge -  oder 
Präventionsmechanismen zu entwickeln bzw. nachhaltig wirksame Therapien anzubieten. Dabei 
machen viele Untersuchungen deutlich, dass gerade auch diese neuen  Morbiditäten zwischen 
Jungen und Mädchen ungleich verteilt sind.   
Wichtigste Datenquelle für diese Fragestellungen ist der Kinder -  und Jugendgesundheitssurvey 
(KIGGS), des Robert - Koch - Instituts (RKI). Nach einer umfangreichen Datenerhebung in einer 
repräs entativen und bundesweit ausgelegten  Untersuchungsabfolge in den Jahren 2003 - 2006 
sind in der weiteren Zeit bis heute weitere Untersuchungen und Befragungen dazu gekommen.

32  
 
Die im Folgenden  zitierten Ergebnisse beziehen sich vornehmlich auf die telefonische n 
Befragungen, die in der Zeit zwischen 2009 -  2012 erfolgt s ind (sogenannte „ KIGGS - Welle 1 “ ).  
 
Die oben genannt en guten Lebensbedingungen spiegeln  sich auch im persönlichen 
Gesundheitsgefühl der be fragten Kinder und Jugendlichen wieder . Nur 6,3% der Befra gten 
bezeichnen ihre subjektive Gesundheit als mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht. Hier finden 
sich kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Gefragt, ob denn beim Kind chronische 
Krankheiten oder Gesundheitsprobleme bestehen trifft dies bei Jun gen mit 17,9% schon 
wesentlich häufiger zu, als bei Mädchen mit 14,3%. Dabei wird bei Jungen beispielsweise 
häufiger ein Asthma bronchiale angegeben als bei gleichaltrigen Mädchen.  
Häufiger sind auch Jungen von Unfällen und Unfallfolgen betroffen. Es gaben  17% der Jungen 
aber nur 14% der Mädchen an, in den letzten 12 Monaten einen b ehandlungsbedürftigen  Unfall 
erlitten zu haben.  
Deutlicher wird der Unterschied bei Symptomen, die für das Risiko einer psychischen Erkrankung 
stehen. In einer standardisierten B efragung fand man entsprechende Risikowerte bei 23,4% der 
Jungen aber nur bei 16,9% der Mädchen. Deutlich sind die Unterschiede auch bei der Diagnose 
von Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS). Während diese Diagnose bei Jungen im Alter von 3 - 17 
Jahren in 8,0% di agnostiziert wurde, gilt das für Mädchen in nur 1,7%. Anzeichen für 
Essstörungen dagegen findet man häufiger bei Mädchen (28,9%) als bei Jungen (15,2).  
Deutlich ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern auch bei der Frage nach persönlich 
erlittener Ge walterfahrung. Während 32,4% der befragten Jungen angeben, in den letzten 12 
Monaten entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben liegt die Quote bei Mädchen mit 17,5% 
knapp halb so hoch.  
Eine Angleichung hat sich in den letzten Jahren gegeben beim Konsum vo n Alkohol und Tabak. 
Etwa 11% der Jungen und Mädchen geben regelmäßiges Rauschtrinken an, etwa 12% rauchen, 
knapp die Hälfte davon täglich. Kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern finden sich auch 
bei der Verbreitung von Übergewicht und Adipositas.  
Be reits diese Auflistung der jüngsten Erkenntnisse der KIGGS - Studie machen deutlich, dass trotz 
der allgemein guten Lebens -  und Aufwachsens bedingungen  für Kinder und Jugendliche in 
Deutschland, kein Grund besteht, in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Krankh eits - 
vorbeugung und Prävention nachzulassen. Die zunehmende Verbreitung „ neuer “  und 
multifaktorieller Störungsbilder sowie der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen mit 
Risikofaktoren für psychische Erkrankungen deuten darauf hin , dass in der modernen 
Gesellschaft zielgruppenspezifische und vernetzte Angebote zur Gesunderhaltung und 
Krankenbehandlung erforderlich sind.  
Der immer wieder feststellbare Zusammenhang zwischen subjektivem Gesundheitsempfinden, 
körperlichen und psychischen Krankheiten aber auc h gesundheitlichem Risikoverhalten auf der 
einen Seite und persönlicher Bildungsbiographie und sozialem Status auf der anderen Seite 
lassen bewusst werden , dass eine systematische Vernetzung von Jugend - , Gesundheits -  und 
Sozialhilfe aber auch vom Bildungsw esen erforderlich sind , wie es bereits der 13. Kinder -  und 
Jugendbericht der Bundesregierung von 2008 formuliert hat, um der Krankheitsentwicklung von 
Jungen und von Mädchen im systemischen und gesellschaftlichen Maße wirksame Maßnahmen 
entgegenzusetzen.  
 
6.2  Gesundheit von Männern während der Arbeitsphase  
 
Die Situationen an Arbeitsplätzen können extrem belastend sein.  Männer sind stärker als Frauen 
von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen betroffen. Sie sind chemischen und physikalischen

33  
 
Stoffen oder Umständen,  die eine schädigende, krankheitserzeugende Wirkung auf den 
Organismus oder auf ein Körperorgan ausübt,  häufiger ausgesetzt. Sie leisten vermehrt 
körperliche schwere Arbeit in gesundheitsgefährdetem Ausmaß und leiden in größerem Umf ang 
an „Verschleiß - Krankheiten“ die zu Frühberentungen und einer höheren Frühsterblichkeit von 
Männern im Allgemeinen führen ( vgl. Bardehle & Stiehler, 2010, S. 85) .  
 
Betriebliche Gesundheitsförderung als Teil des Betrieblichen Gesundheit s managements hat i n 
den zurückliegenden Jahren  ein zunehmendes Interesse bei Arbeitgebern als  auch 
Arbeitnehmern gefunden. Ziel ist es, die Gesundheit, das Wohlergehen und die 
Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu fördern, gesundheitliche Risiken zu senken und die 
gesundh eitlichen Bedingungen in Betrieben  zu verbessern. Ein gutes Gesundheitsmanagement 
in Betrieben, stärkt die Motivation der Beschäftigten, minimiert Krankheits -  und 
Produktionsausfälle und führt so auch zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigke it.  
Dabei stehen ganzheitliche Konzepte mit Schwerpunkten wie „Sport und Bewegung“, „Gesunde 
Ernährung“ , Stressbewältigung“ und „Work - Life - Balance“ im Vordergrund der Bemühungen.  
D as am 16.06.2015 verabschiedete  Bundespräventionsgesetz stärkt die Gesundheitsförderung 
in Betrieben. Rahmenbedingungen dafür sollen verbessert werden , die betriebliche 
Gesundheitsförderung soll enger mit dem Arbeitsschutz verknüpft werden . D ie Betriebs - 
ärztlichen Dienste sollen in die Konzeption und Durchführung von Maßnahmen der 
Gesundheitsförderung stärker eingebunden werden.  Die Krankenkassen haben  den 
Unternehmen Beratung und Unterstützung an zu bieten.  
Da es sich bei diesen Aktivitäten primär um betriebliche Angelegenheiten und Leist ungen handelt, 
wird an dieser Stelle auf weitere Ausführungen dazu, verzichtet.  
 
6.3  Gesundheit im Alter  
 
Ab einem bestimmten Alter kann es sein, da s s eine Lesebrille benötigt wird, Fakten schneller als 
vorher vergessen werden, die Konzentrationsfähigkeit nach lässt und mehr Zeit für die eig ene 
Regenerierung benötigt wird.  Risikofaktoren  wie Rauchen, Alkohol, Adipositas u.a. können 
zunehmend chronische Krankheiten nach sich ziehen. Auf der anderen Seite können aber auch 
aufgrund von Lebenserfahrung  Krisen besser  bewältigt werden  (Bardehle & Stiehler, 2010, S. 
58) . Zwischenzeitlich gibt es umfangreiche Literatur zum Thema Alter und Älter werden. Eine 
geschlechterspezifische Sichtweise ist aber auch heute  leider  noch eher selten. Dabei spielt die 
p sychische Gesundheit von Männern auch im Alter eine stetig steigende Rolle. Der 
Männergesundheitsbericht 2013 hat das Thema Psychische Gesundheit im Fokus  (Weißbach & 
Stiehler, 2013) .  
Folgende entwicklungspsy chologische Besonderheiten im späten Lebensalter beschreibt der 
Erste Deutsche Männergesundheitsbericht:  
Umstellung auf das Rentenalter  
Erneute Änderung der Partnerschaftssituation durch „Ganztagskontakt“  
Neuanpassung hinsichtlich täglicher Aufgaben und Verpflichtungen  
Mehr Zeit für Hobbys und andere Aktivitäten  
Zunehmende Beschäftigung mit Krankheiten und altersbedingten Veränderungen des Körpers  
Krankheit und Tod der meist langjährigen Partnerin bzw. des meist. langjährigen Partners  
Zunehmende Konfr ontation mit Krankheiten und dem Tod von Freunden und Bekannten  
Altersdepression  
Konfrontation mit der Möglichkeit von altersgerechtem Wohnen bis hin zum Pflegeheim  
Tabelle 24  -  Entwicklungspsychologische Besonderheiten im spätem Lebensalter

34  
 
 
Die Andrologie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Männergesundheit  und speziell auch 
der Männergesundheit im Alter.  Erste Männergesundheitszentren etablieren sich, 
Männerberatungs konzepte und Männersprechstunden werden eingerichtet. Ziel ist dabei auch , 
Männer für ein gesundheitsbewusstes Verhalten zu motivieren. Nicht zuletzt soll  ein zeitgemäßes 
Männergesundheitsbild entwickelt werden .   
Gesundes Älterwerden wird heute vor allem i m Sinne einer aktiven Lebensgestaltung 
interpretiert.  
Die aktive Lebensgestaltung älterer Menschen ist gebunden :  
  an Fähigkeiten, Fertigke iten und Interessen des Menschen  (d urch körperliche, seelisch - 
geistige und soziale Aktivitäten trägt der Mensch bis ins  hohe Alter zur Erhaltung der 
Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen bei )  
  an die materielle und soziale Sicherung  (s ie sind für das Lebensgefühl älterer Menschen 
von zentraler Bedeutung )  
  an die Gestaltung der räumlichen, sozialen und infrastrukturellen U mwelt  
(s ie ist bedeutsam für Mobilität und soziale Integration und gibt Anregungen zur Aktivität z. 
B. in Bildungseinrichtungen, Institutionen, Selbsthilfe etc . )   
  an die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Alten und älteren Menschen  
(i n dem Maße, in dem  sich die Gesellschaft die Erfahrungen und das Wissen älterer 
Menschen, deren Kompetenz als Humanvermögen begreift, steigt auch die Bereitschaft sich 
für  die Gesellschaft zu engagieren).  
( vgl. Empfehlungen der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsfö rderung e.V.)  
Das Gesunde Städte - Netzwerk hatte sich im Jahr 2007  in Berlin  gemeinsam mit der 
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA und dem Deutschen Städtetag mit dem 
Thema „ Gesund älter werden in Städten und Regionen “  beschäftigt und dazu einen Berliner 
Appell  erarbeitet mit der Zielsetzung , möglichst vielen Menschen ein langes Leben zu 
ermöglichen und gleichzeitig für die verlängerte Lebenszeit eine h ohe Lebensqualität zu 
erreichen.  
Zwei Grundsätze sind dabei von ents cheidender Bedeutung:  
  ein Verständnis von Gesundheitsförderung als Querschnittsaufgabe, die möglichst viele 
Bereiche von Gesellschaft, Politik und Verwaltung einbezieht sowie  
  die systematische Beteiligung der älteren Menschen und ihrer Organisationen an 
k ommunalen Planungs -  und Entscheidungsprozessen.  
 
Festgestellt wurde, dass  eine geschlechterspezifische Sichtweise für die Bedürfnisse älterer, aber 
noch selbständig lebender Menschen kaum vorhanden ist.  
Im Rahmen ihrer Möglichkeiten sollten auf kommunaler Ebene folgende Handlungsfelder 
fokussiert werden:  
  Gesundheitsförderung und Prävention für älter werdende Menschen, insbesondere für die 
„jungen Alten“ und sozial schlechter gestellten Gruppen, sollten stärker als bisher in das 
Blickfeld der kommunalen Vera ntwortung und auch des Öffentlichen Gesundheitsdienstes 
gestellt und ressortübergreifend angegangen werden.

35  
 
  Vorhandene Angebote von Gesundheitsförderung und Prävention werden qualitativ und 
quantitativ weiterentwickelt und ausgebaut. Dabei ist ein vernetz tes Handeln der privaten und 
öffentlichen Träger und Beteiligten anzustreben und zu verstärken. Vernetzte Aktionsformen 
führen zu besseren Ergebnissen.  
  Angebote und Projekte für ältere Menschen werden wohnortnah eingerichtet. Die möglichst 
leichte Erreichb arkeit erleichtert deren Nutzung. Sie müssen auch für einkommensschwache 
Gruppen annehmbar sein. Wo nötig und möglich, sind sie um aufsuchende Angebote (z.B. 
Besuchsdienste) zu ergänzen.  
  Angebote sind geschlechterorientiert zu entwickeln.  
  Die Dimension der  psychischen Gesundheit wird ausdrücklich einbezogen.  
  Gesundheits -  und Pflegekonferenzen –  so sie noch nicht etabliert sind –  sollen in den 
Kommunen und Kreisen eingerichtet werden.  
  Die Bereitschaft in der Gesellschaft, sich für die eigenen Angehörigen un d die im 
unmittelbaren sozialen Umfeld lebenden Menschen zu engagieren, wird intensiver 
unterstützt. Neue Möglichkeiten werden geschaffen und erprobt. Dazu gehören auch 
unkonventionelle Formen des Bürgerengagements.  
Im Jahr 2012 wurde mit Unterstützung dur ch das Bundesgesundheitsministerium durch den 
Verbund gesundheistziele.de das  Nationale Gesundheitsziel „ Gesund älter werden “ , erarbeitet .  
Zu den Handlungsfeldern Gesundheitsförderung und Prävention, m edizinische, psychosoziale 
und pflegerische Versorgung und zu besonderen Herausforderungen wurden Ziele, Teilziele und 
Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet. Diese s  Nationale Gesundheitsziel kann örtlichen 
Aktivitäten bei der Ermittlung , Erarbeitung und Umsetzung von  Maßnahmen hilfreich sein und 
bietet sich als A rbeitshilfe an.   
 
6.3.1  Aktivitäten in Münster  
 
In Münster beschäftigen sich seit einigen Jahren Einrichtungen Gruppen und Akteure mit  dem 
Thema Gesundheit und Alter .  
Die Kommunale Gesundheitskonferenz hat diese Aktivitäten genutzt und im Jahr 20 08  einen  
Facharbeitskreis mit der Erarbeitung von H a ndlungsempfehlungen beauftragt.  D iese von der 
Gesundheitskonferenz verabschiedeten Handlungsempfehlungen haben auch  die Gesundheit 
von älteren Männern mit in den Fokus genommen .  Bewegt und mitten drin, Gut ernährt  und 
wirklich fit, psychische Gesundheit und soziale Teilhabe sind wesentliche Schwerpunkte der 
Empfehlungen. Die Gesundheitskonferenz hat eine sukzessive  Umsetzung in einzelnen Schritten  
im Sinne einer gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe al ler Akteure mit Beteiligung 
der älteren Menschen empfohlen. So arbeiten heute in Münster auch durch die Vernetzung 
unterschiedliche Akteure  aus dem Ehrenamt, der Wohlfahrtspflege und Ämter n  zum  The ma 
Gesundheit und Alter. Sie bieten Informationen, Beratung , Begleitung oder Arbeitshilfen zu 
unterschiedlichen Themen  für Männer und Frauen  an ,  wie:   
  Gesundheitsförderung im Alter  
  Sturzprävention

36  
 
  Pflegeberatung  
  Wohnen im Alter  
  Körperliche und geistige Betätigung  im Alter  
  Freizeit, Begegnung und Bildung im Alter  
 
 
Ein Seniorenportal rundet die Angebote ab.  Eine geschlechterspezifische Betrachtung ist bisher 
eher selten .  
Unter dem Motto „Gesund und aktiv älter werden in Münster“ laden das Gesundheits amt, die 
Kommunale Seniorenvertretung  und die Selbsthilfekontaktste lle Münster seit 20 12 Senioren und 
Seniorinnen zu einem jährlichen Fachaustausch ein. Die Veranstaltungsinhalte orientieren sich 
an Bedarfen aus de m K r eis der  Senio r inn en  und Senioren . G eschlechterspezifische 
Fragestellungen sollen besondere Berücksichtigu ng finden .  
Das Sozialamt der Stadt hat zudem in  seiner Seniorenarbeit das Querschnittsthema 
Gesundheitsförderung mit im Fokus  und kooperiert dazu mit dem Gesundheitsamt.  
 
6.3.2  Sucht im Alter  
 
Die Personengruppe ältere Menschen i st in Bezug auf das Thema Sucht  sowohl von der 
Suchtforschung als auch von der Suchtprävention eine bisher wenig beachtete Zielgruppe .  
Ein mangelndes Problembewusstsein in der medizinischen und pflegerischen Versorgung z. B. 
in Bezug auf Medikamentengabe wird immer wieder beobachtet un d durch den  Arznei mittelreport 
2011 der B ARMER GEK , bestätigt. Stationäre Einweisungen werden auch aufgrund multimorbider 
Erkrankungen selten auf Grund der Diagnose „Sucht“ , sondern eher wegen anderer, z. B. 
psychischer Erkrankungen vorgenommen, obwohl eine  manifeste Abhängigkeit das eigentliche 
Problem darstellt. Sucht spielt sich vielfach „hinter verschlossenen Türen“ ab, wird nicht rich tig 
erkannt bzw. bagatellisiert .  
 
Verschiedenste Ursachen können in eine Sucht führen:  
 
  Das Wegbrechen sozialer Kontakte,  Einsamkeit, Gefühle der zunehmenden Wertlosigkeit, 
Ängste und familiäre Probleme sind häufige Ursachen, die zu Konflikten mit dem Umfeld, 
zum Rückzug aus der Gesellschaft, zu weiteren gesundheitlichen Einschränkungen, zur 
Verwahrlosung bis hin zur Depress ion und Entwicklung von Suchterkrankungen führen 
können.  
  Beendigung des Berufslebens, Anpassung an einen neuen Lebensabschnitt  
  Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden  
  Einsamkeit, Wegfall sozialer Netze, Verwitwung, Verlust von Freunden und Angehörigen  
  unzureichende Freizeitgestaltung  
  Heimaufnahme  
  erlernte Hilflosigkeit durch Rollen -  oder Kompetenzverlust  
  nachlassende körperliche und intellektuelle Fähigkeiten  
  Zunahme von Krankheiten und körperlichen Beschwerden  
  zunehmende gedankliche Beschäftigung mit d em Tod  
vgl. (Dech; Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS))

37  
 
Datenlage bundesweit  
 
Es gibt bislang wenige Studien zur Häufigkeit, Entstehung, Verlauf und Behandlung von 
Suchtkrankheiten im höheren Lebensalter. Erste Ergebnisse aus Wissenschaft und 
Praxisprojekten verschaffen uns jedoch Einblicke in die Situation und zeigen Bedarfe und  
notwendige Hilfen auf  (s. siehe auch DHS und Förderschwerpunkt „Sucht im Alter“, BMG) .  
 
17,8 % der Frauen und 28,4 % der Männer in Deu t schland über 65 Jahre wird ein 
R isikoalkoholkonsum, also ein Genuss oberhalb der o. g. Empfehlungen, zugeschrieben, der zu 
einer Abhängigkeit führen kann. Je höher die Bildungsgruppe, umso größer ist der 
Alkoholmissbrauch  ( Gesundheitsberichterstattung des Bundes  (2008)  Alkoholkonsum und 
alkoholbezogene Störungen , Themenheft Bd.40, Hrsg. Robert Koch Institut) .  
  
Nach einer Studie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) schätzen Pflegekräfte, dass ca. 
14 % der Menschen die von ambulanten Pflegediensten un d in stationären Einrichtungen betreut 
werden, Alkohol oder Medikamentenprobl eme haben (Pressemitteilung der Drogenbeauftragten 
der Bundesregierung 20.10.2010)  
 
Zum Medikamentenmissbrauch gibt es eine Vielzahl von Beschreibungen und Hinweisen seitens 
der DHS und der Suchthilfeeinrichtungen. Auch Forschungsberichte machen auf Missstände 
aufmerksam. Die Beauftragte der Bundesregierung für Drogenfragen schätzt, dass es in der BRD 
ca. 1,4 bis 1,9 Millionen Medikamentenabhängige  gibt. Dabei sind im Gegensatz zum 
Alkoholmissbrauch Frauen häufiger betroffen als Männer . Der Arzneimittelreport 2011 der 
BarmerGEK beschreibt, dass 20 % der Versicherten, vor allem die Älteren,  80 % der 
Arzneimittelmengen verordnet bekommen  (Barmer GEK, 2011, S. 11) .  
 
Vermutlich wird aufgrund der demografischen Entwicklung die absolute Zahl älterer Erwachsener 
mit Alkoholproblemen deutlich steigen. So wird bis zum Jahr 2030 nach einer 
Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes die Zahlen der über 60 - Jährigen 
um etwa 40 % zunehmen.  
 
Die Konsummuster Älterer sind insgesamt weniger auffällig als die jüngerer Menschen mit 
Alkoholproblemen. Ältere tri nken in der Regel insgesamt weniger exzessiv und ihre 
Rauschzustände sind weniger ausufernd. Sie trinken eher über den Tag verteilt und halten dabei 
einen gewissen Alkoholpegel konstant. Auch die Trinkorte sind andere: Ältere trinken eher zuhause 
und allei n, also unbemerkt. In diesem Zusammenhang ist auch auf den verdeckten Alkoholkonsum 
hinzuweisen. Stärkungsmittel und Hustensäfte enthalten bis zu 80 % Alkohol. In Kombination mit 
weiteren Medikamenten, weiterem Alkoholkonsum oder bei Alkoholproblemen in de r 
Vergangenheit kann dies sehr problematische Nebenwirkungen nach sich ziehen.  
Schließlich stehen bei Männern und Frauen im höheren Erwachsenenalter andere 
Alkoholfolgeschäden im Vordergrund als in jüngeren Jahren. Neben häuslichen Unfällen, wie 
Stürzen, sind dies vor allem eine –  nicht durch Altersabbau verursachte –  verminderte körperliche 
und geistige Leistungsfähigkeit und Voralterung der Organe sowie alkoholassoziierte Krankheiten 
wie Lebererkrankungen bis hin zur Leberzirrhose, hirnorganische Schädig ungen und 
Krebserkrankungen, z. B. der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Enddarms und der 
weiblichen Brust. Ein besonders schwerwiegendes, noch nicht ausreichend beachtetes Problem 
ist das der Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol  (Deut sche Hauptstelle für 
Suchtfragen (DHS)) .

38  
 
Bewertung der Situation in Münster:  
 
Mit dem Bericht „Sucht im Alter“ hat sich das Gesundheitsamt im Jahr 2013 durch Recherchen 
und Befragungen in Praxen, Versorgungseinrichtungen und Experteninterviews ein Bild üb er die 
Situation und Versorgung älterer Menschen mit Suchtproblemen verschafft.  Zur Erstellung des 
Berichtes wurden  Daten aus diversen Anbietern der Sucht - , Kranken -  und Altenhilfe in Münster 
erhoben. Insgesamt nahmen vier psychiatrische Fachkliniken und f ünf Beratungsstellen an der 
Umfrage des Gesundheitsamtes teil. Zudem beteiligten sich 23 niedergelassene Hausärztinnen 
und - ärzte sowie Fachärzte für Psychiatrie/ Psychotherapie oder Nervenheilkunde aus Münster 
an der Umfrage.  
 Hierbei zeigte sich, dass si ch das Suchtverhalten von Männern deutlich von dem der Frauen 
unterscheidet. Di es gilt insbesondere für den Miss brauch von Alkohol und Medikamenten sowie 
für die Inanspruchnahme von Hilfe - , Beratungs -  und Behandlungsleistungen allgemein.  
 
 
Fragen und Hypothesen zu Problemstellung und Ursachen  
 
•  Sucht im Alter ist in der Öffentlichkeit ein wenig beachtetes Problem.  
•  Fehlen ausreichende Informationsmöglichkeiten über das Krankheitsbild, Hilfesystem, die 
Diagnostik und Therapieformen?  
•  Fehlen zielgruppen -  un d genderspezifische Konzepte?  
•  Gibt es zu wenige niederschwellige Beratungs - / Informationsangebote?  
•  Sind Sucht -  und Altenhilfe unzureichend vernetzt und deren Mitarbeiter in diesem 
speziellen Themengebiet unzureichend qualifiziert?  
•  Ist das Hilfesystem von der medizinischen Versorgung bis hin zur Apotheke zu wenig 
sensibilisiert im Themenfeld Sucht im Alter?  
 
 
Umfrageergebnis Beratungsstellen  (Rücklauf 100 %)  
 
Ältere Menschen gehören bisher nicht zum Klientel. Die Einrichtungen sind nicht auf die 
Altersgrup pe 65+ ausgerichtet. Es besteht keine offizielle Vernetzungsstruktur zwischen Alten -  
und Suchthilfesystemen.  
 
Umfrageergebnis Kliniken  (Rücklauf 100 %)  
Alkoholbedingte Anlässe dominieren. Einweisungen bzgl. Abhängigkeit/Missbrauch  
von Sedativa sind bei Fra uen häufiger als bei Männern. Die Krankenhausfalldaten für Münster 
aus dem Jahr 2010  zeigen keine besonderen Auffälligkeiten, wobei ältere Patientinnen und 
Patienten mit einer Suchtproblematik vielfach mit einer anderen Diagnose in die stationäre 
Versorgu ng eingewiesen werden. Im Jahr 2010 hat es vier Sterbefälle im Alter 80 und älter (2x 
w. und 2x m.) klassifiziert im Sinne ICD F10 –  F 19 (psychiatrische Erkrankungen) gegeben.  
 
Umfrageergebnisse aus den Arztpraxen  (Rücklauf 21 %)  
 
Die Ergebnisse lassen k eine verlässliche Berechnung zu. Nach Aussage der Praxen weisen  3 – 5 
% der Patientinnen und Patienten einen Alkoholmissbrauch und etwa die Hälfte davon eine 
manifeste Alkoholabhängigkeit auf. Ähnliches gilt für Patienten in Bezug auf einen 
Beruhigungsmittel missbrauch.

39  
 
   Umfrageergebnisse aus den Interviews  
  niederschwellige, altersgemäße Beratungsangebote müssen ausgebaut werden  
  teilstationäre psychotherapeutische Behandlungsangebote für medikamenten - abhängige 
Senioren müssen geschaffen werden  
  über geeignet e Pflegemaßnahmen für Opiat - /Methadonabhängige ältere Menschen muss 
in Zukunft nachgedacht werden  
  soziale Netze und Betätigungsmöglichkeiten fehlen und müssen ausgebaut werden  
  ambulant und stationär betreute Wohnformen müssen ausdifferenziert und ausgeweit et 
werden  
  besonderer Pflegebedarf von suchtkranken Menschen in der Altenhilfe muss sichtbarer 
werden  
  gesamter Bereich muss koordiniert werden  
  Ausbau von Fortbildungsangeboten für Therapeuten, Helfer und Laien  
  Thema muss aus der Grauzone heraus stärker in die Öffentlichkeit gelangen, 
Endstigmatisierung  
  Problembewusstsein in der medizinischen und pflegerischen Versorgung zur 
Medikamentengabe muss sich verändern  
  Sucht ist ein gesellschaftliches Thema  
  Entwicklung einer abgestimmten präventiven Arbeit durch unt erschiedliche  
Partner vor Ort  
 
 
Weitere Informationen zum Thema Sucht im Alter gibt der zitierte Bericht des Amtes für 
Gesundheit, Veterinär -  und Lebensmittelangelegenheiten der Stadt Münster.  
 
 
7  Handlungsempfehlungen und Umsetzung  
   
Das Gesundheitsamt hat am 13.05.2015 der Kommunale n  Gesundheitskonferenz Münster die 
Aktivitäten zur Erarbeitung des  Männergesundheitsberichtes vorgestellt . Bisher  haben sich  der 
Stadtsportbund, die LWL Klinik, die Ev. Familienbildungsstätte, das Männernetzwerk Münster, 
das  Frauenbüro, die FDP sowie  die SPD Fraktion  bereit erklärt, als  Arbeitskreis der Kommunalen 
Gesundheitskonferenz  zum Thema Männergesundheit , an der Entwicklung geeigneter 
Handlungsempfehlungen und  der weiteren Umsetzung mitzuwirken.   
Nach der Vorlage de s Berichtes in Fachausschüssen des Rates der Stadt wird dieser  neue 
Arbeitskreis der Kommunalen Gesundheitskonferenz seine Arbeit aufnehmen.

40  
 
Literaturverzeichnis  
BAGSO  (2013). Die BAGSO -  Publikation 36.  Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren - 
Organisationen e.V. (BAGSO).  
Bardehle, D., & Stiehler, M. (2010). Erster Deutscher Männergesundheitsbericht.  W. 
Zuckerschwerdt Verlag.  
Barmer GEK  (2011). Arzneimittelreport -  Kurzfassung.   
BPTK Newsletter (2014). Diagnose Junge! Pathologisierung eines Geschlechtes? Die Studie zur 
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland KiGGS, II 2014 , S. 6.  
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2013). Forschungsbericht 435: Lebenssituatio n und 
Belastung von Männern mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland -  
Haushaltsbefragung -  Abschlussbericht.   
Bundesmini sterium für Arbeit und Soziales  (2013). Teilhabebericht der Bundesregierung über die 
Lebenslagen von Menschen mit Beeint rächtigungen.   
Dech, H.  Studie. Berlin: Fachhochschule für Soziale Arbeit.  
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).  
Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland.  
(Robert - Koch - Institut, Hrsg.)  
Gesundheitsbericht erstattung des Bundes (2008). Alkoholkonsum und alkoholbezogene 
Störungen  (Bd. RKI Themenheft Nr. 40). (Robert - Koch - Institut, Hrsg.)  
Hovemann, J., & Weth, C. (10/ 2014). Expertenbefragung Männernetzwerk Münster.  
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Ho vemann, J., & Weth, C. (11/ 2014). Interview mit Prof. Dr. med. Gudrun Schneider, Leitende 
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Fortbildung.  
Statistisches Bundesamt, BZgA, TK, DKV. Studie.  
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41  
 
Tabellenverzeichnis  
Tabelle 1 -  Ausgewählte Gesundheitsindikatoren bei Männern in Deutschland in den Jahren 
2003 und 2010 (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 23) ................................ .........................  5  
Tabelle 2 -  Entwicklung der fernen Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren seit 1991/1993 
nach Geschlecht (Starker, 2013, S. 12) ................................ ................................ ...........  6  
Tabelle 3 -  Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur. Bevölkerung in absoluten Zahlen, 
Anteile der Altersgruppen in Prozent, 1960 - 2060 (BAGSO, 2013, S. S.5;  zitiert nach 
Statistisches Bundesamt)  ................................ ................................ ................................  7  
Tabelle 4 -  Stadt Münster -  Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsprognose nach 
Altersgruppen ................................ ................................ ................................ ..................  7  
Tabelle 5 -  Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneu - 
erkrankungen bei Männern in Deutschland im Jahr 2008 (Starker, 2013, S. 34).  ............  9  
Tabelle 6 -  Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebssterbefällen 
bei Männern in Deutschland im Jahr 2008 (Starker, 2013, S. 35) ................................ ....  9  
Tabelle 7 -  Vorgeschlagene diagnostische Kriterien für „männliche Depression“ (Pollack, 1998) 
 ................................ ................................ ................................ ................................ .....  10  
Tabelle 8 -  Die häufigsten Krankheiten, die bei Männern und Frauen (BKK Dachverband) im 
Jahr 2011 zur Arbeitsunfähigkeit führten (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 22) ................  11  
Tabelle 9 -  Krankheitstage wegen Burn - out - Syndrom je 1000 BKK Versicherte nach 
Geschlecht, 2004 - 2011 (Weißbach & Stiehler, 2013, S. 21)  ................................ ..........  12  
Tabelle 10 -  KlientInnen mit und ohne Migrationsvorgeschichte 2013  ................................ ......  12  
Tabelle 11 -  Diagnoseverteilung nach Geschlecht 2013 –  Gesamtheit aller Klienten im 
Sozialpsychiatrischen Dienst  ................................ ................................ .........................  13  
Tabelle 12 -  Abhängigkeitserkrankungen (n= 521) –  Gesamtheit aller Klienten im 
Sozialpsychiatrischen Dienst  ................................ ................................ .........................  13  
Tabelle 13 -  Suizide Stadt Münster 2010 - 2012 (IT. NRW, 2014)  ................................ ..............  14  
Tabelle 14 -  Risikofaktoren für Suizid bei Männern (Möller - Leimkühler, 2008). .........................  14  
Tabelle 15 -  Anteil der männlichen Raucher nach Bildung in den verschiedenen Altersgruppen 
(Starker, 2013, S. 30).  ................................ ................................ ................................ ...  15  
Tabelle 16 -  Rauchquoten nach Berufsgruppen bei 18 -  bis 59 - j ährigen vollzeitbeschäftigten 
Männern (Starker, 2013, S. 31).  ................................ ................................ ....................  15  
Tabelle 17 -  Anteil der Personen mit mindestens einem Unfall mit  ärztlicher Behandlung in den 
letzten 12 Monaten nach Alter (Starker, 2013, S. 20).  ................................ ...................  18  
Tabelle 18 -  Vorsorgeuntersuchungen für Ki nder -  entnommen von www.familienratgeber - 
nrw.de  ................................ ................................ ................................ ...........................  20  
Tabelle 19 -  Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder entnommen von 
www.familienratgeber - nrw.de  ................................ ................................ ........................  21  
Tabelle 20 -  Vorsorge -  und Früherkennungsuntersuchungen für Männer  ................................ .  22  
Tabelle 21 -  Bevölkerung in Nordrhein - Westfalen mit Angaben zu Körpergewicht und - größe (IT. 
NRW, 2014)  ................................ ................................ ................................ ..................  24  
Tabelle 22 -  Anteil der Raucher an der männlichen Bevölkerung nach Alter (Starker, 2013, S. 
29)  ................................ ................................ ................................ ................................  26  
Tabelle 23 -  Aufhörquote (Anteil der Ex - Raucher an Männern, die jemals mit dem Rauchen 
begonnen haben) in der männlichen Bevölkerung nach Alter (Starker, 2013, S. 32)  .....  26  
Tabelle 24 -  Entwicklungspsychologische Besonderheiten im spätem Lebensalter  ..................  33

42

Beratungsverlauf (3)

22.10.2015 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.10.2015 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.10.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Dahlweg

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Details

Aktenzeichen
V/0078/2015
Typ
Vorlagen
Datum
06.08.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37