1684/2025
Teilnahme am Projekt „TwinChain“ - Entwicklung digitaler Zwillinge für ein ganzheitliches Verständnis von Infektionsketten
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 30.05.2025 1684/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 17.06.2025 Teilnahme am Projekt „TwinChain„ - Entwicklung digitaler Zwillinge für ein ganzheitliches Verständnis von Infektionsketten Das Ziel von TwinChain ist es, die gesundheitliche Belastung durch potenzielle künf- tige Epidemien von Atemwegsinfektionen und saisonale endemische Spitzen von In- fluenza und neuen SARS-CoV-2-Stämmen zu verringern. Wie sich während der CO- VID-19-Pandemie gezeigt hat, entfällt ein großer Teil dieser Krankheitslast auf beson- ders gefährdete Gruppen, wie Patient*innen von Krankenhäusern und Bewohner*in- nen von Pflegeheimen. Das Projekt wird sich daher darauf konzentrieren, ein besse- res Verständnis der Infektionsketten in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu entwi- ckeln, um eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung bei der Bewertung und Umset- zung nicht-pharmazeutischer Interventionen (NPIs) zu unterstützen. Es wird auf einen digitalen Zwilling der Infektionsketten hingearbeitet, indem große Mengen hochaufgelöster Daten aus Pflegeheimen und Krankenhäusern mit Mobilitäts- forschung und Modellen der künstlichen Intelligenz (KI) für computergestützte Strö- mungssimulationen der Aerosolübertragung kombiniert werden. Der mehrstufige Mo- dellierungsansatz wird die Identifizierung von Übertragungswegen durch direkte Kon- takte und Aerosolübertragung ermöglichen und die Reaktionen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten durch gezieltes Unterbrechen von Infektionsketten stärken. Die Projektlaufzeit geht vom 01.01.2026 bis 31.12.2029. Das Gesamt-Finanzierungsvolumen beträgt 2.038.124,76 € und wird vom Bundesmi- nisterium für Bildung und Forschung (BMBF) bereitgestellt. Das Gesundheitsamt be- antragt davon 12.000 € zur Erstattung von Reisekosten für die am Projekt teilnehmen- den Mitarbeiter*innen aus dem Gesundheitsamt über die gesamte Projektlaufzeit. Zu- sätzliche Personalkosten ergeben sich nicht. Die Universität Münster hat als weiterer Projektpartner eine 0,5 Vollzeitäquivalent (VZÄ) wissenschaftliche Stelle beantragt. Diese soll an das Gesundheitsamt Köln abgeordnet werden. Zur Thematik der Pandemie entstanden zahlreiche wissenschaftliche Publikationen von und mit dem Gesundheitsamt Köln aus verschiedenen Zusammenarbeiten mit wissenschaftlichen Institutionen, so dass die fachliche und wissenschaftliche Exper- 2 tise der beiden hiesigen Sachgebiete Hygiene in Gesundheitseinrichtungen und Infek- tionshygiene in der Abteilung für Infektions- und Umwelthygiene von Dr. Martin Kühn vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR), Köln und den anderen Projekt- partnern (Universität Münster, TU Berlin, TU München und Charité Berlin) für dieses Projekt als Projektpartner angefragt wurde. Im Projekt vertritt das Gesundheitsamt der Stadt Köln als einziger Partner den öffentli- chen Gesundheitsdienst (ÖGD). Daneben ist das Landeszentrum Gesundheit LZG.NRW im wissenschaftlichen Beirat in das Projekt eingebunden. Durch die Einbin- dung des ÖGDs wird zum einen die Interpretation der Daten aus Praxissicht und zum anderen der Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse in die Praxis sichergestellt. Ein Letter of Intent (LOI) wurde am 05.11.2024 über eine Teilnahme am Projekt abge- geben. Eine Zusage der Annahme des Antrags anhand des Exposé wurde vom BMBF am 06.02.2025 dem Antragssteller Dr. Martin Kühn (Luft- und Raumfahrtzentrum Köln) bestätigt und an das Sachgebiet versandt. Darauf wurde zwischen den Projekt- partnern der finale Antrag bis zum 13.05.2025 ausgearbeitet, dessen ursprüngliche Einreichungsfrist auf den 15.09.2025 gesetzt war. Im Verlauf wurde die Frist vom BMBF auf den 31.05.2025 verkürzt. Der Antrag als Kooperationspartner wird fristgerecht von der Verwaltung eingereicht. Nach Erstellen eines Bescheides durch das BMBF werden Vorbereitungen zum Pro- jektstart wie Ausschreibung und Besetzung der Stelle bei der Universität Münster ge- troffen, so dass das Projekt am 1.1.2026 starten kann. Mitarbeit des Gesundheitsamts am Projekt: Durch die enge Betreuung der Pflegeeinrichtungen in Köln durch das „Interventions- team für ambulante stationäre Pflege und Behinderteneinrichtungen“ während der COVID-19-Pandemie steht eine große Datenmenge im Gesundheitsamt zur Verfü- gung. Das Gesundheitsamt stellt diese Daten zur Verfügung und nimmt an den wis- senschaftlichen Arbeitsrunden zur Auswertung und Modellierung der Daten teil. Der datenschutzrechtliche Aspekt ist geklärt. Die Förderung der Reisekosten über das Projekt ermöglicht die Teilnahme an den o.g. Netzwerktreffen sowie die Vorstellung des Projekts bei nationalen und internationalen Fachkongressen, auf denen ebenfalls Netzwerkarbeit geleistet wird, sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mitgenommen werden, von denen neben den Er- kenntnissen aus der Datenauswertung die Stadt ebenfalls für die zukünftige Planung von Maßnahmen zur Bewältigung von Infektionen, Ausbrüchen und Pandemien profi- tieren wird. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1684/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 30.05.2025
- Erstellt
- 27.05.2025 11:43