3482/2025
Frauen-Nacht-Taxi
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle II/03 Vorlagen-Nummer 11.12.2025 3482/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 15.12.2025 Frauen-Nacht-Taxi Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern hat am 24. Juni.2024 be- schlossen, ein sogenanntes „Frauen-Nacht-Taxi“ als Pilotprojekt einzuführen (AN/1007/2024). Vom 16. Dezember 2024 bis zum 15. August 2025 wurde das Projekt durchgeführt. Hierfür standen Mittel in Höhe von 15.000 Euro zur Verfügung. Die Verwaltung hat nach Abschluss der Pilotphase das Projekt umfassend evaluiert. Unter- sucht wurden die Nutzung, die organisatorische Umsetzung und die Finanzierung des Ange- bots. Ziel der Evaluation war es, zu prüfen, wie effektiv das Konzept ist, wie hoch der Verwal- tungsaufwand ist und ob das Angebot die intendierte Zielgruppe erreicht. Ergebnisse Bis zum ersten Abrechnungszeitpunkt am 1. April 2025 wurden 142 Gutscheine bei der TAXI RUF Köln eG eingelöst, bis zum zweiten Abrechnungszeitpunkt am 1. September 2025 wurden weitere 113 Gutscheine eingelöst. Insgesamt wurden somit 255 von 1500 ausgegebenen Gutscheinen eingelöst. Das entspricht einer Nutzungsquote von 17 Prozent. Abrechnungs- zeitpunkt eingelöste Gut- scheine ausgegebene Gut- scheine Nutzungsquote 01.04.2025 142 9,5 % 01.09.2025 113 7,5 % Gesamt 255 1500 17 % Der logistische und innerorganisatorische Verwaltungsaufwand war hoch: An der Umsetzung waren diverse Akteur*innen beteiligt, darunter das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern, das die Gesamtkoordinierung des Projektes inne hatte, die Zentralen Dienste, die die Gestaltung und Herstellung übernommen haben und die Kundenzentren, die mit der Aus- gabe der Gutscheine betraut wurden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der Aufwand in kei- nem Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung stand. Die Auswertung zeigt, dass das „Frauen- Nacht-Taxi“ nur von einem kleinen Teil der vorgesehenen Zielgruppe, zudem einkommensun- abhängig, genutzt wurde. 2 Schlussfolgerungen Die Evaluation zeigt: Ein vergünstigter bzw. bezuschusster Heimweg bewirkt nur eine kurzfris- tige Unterstützung eines begrenzten Betroffenenkreises und ersetzt insofern nicht die struktu- rellen Probleme wie schlechte Beleuchtung, mangelnde städtische Sicherheit, Belästigung, Mangel an öffentlichen Nahverkehrsangeboten oder generelle Unsicherheiten im öffentlichen Raum, für deren Verbesserung ebenfalls Mitteleinsatz notwendig ist. Die Ausgabe von Gutscheinen deckt in der Regel nur einen kleineren Teil der Kosten für ein Taxi ab und die Anzahl der verfügbaren Gutscheine ist begrenzt. Für Frauen mit geringem o- der ohne Einkommen, die möglicherweise auf flexible, kostengünstige oder spontane Mobilität angewiesen sind, bietet das Programm daher keinen signifikanten finanziellen Vorteil. Eine Kommune erreicht mit diesem Modell also nicht die Gruppe effektiv, die vermutlich am drin- gendsten auf Unterstützung angewiesen ist. Auch der Blick in andere Städte bestätigt, dass Frauen-Nacht-Taxi-Modelle nicht nur häufig mit erheblichen Kosten verbunden sind, die im sechsstelligen Bereich pro Jahr liegen, son- dern die tatsächliche Nutzung und Zielgruppenerreichung auch vergleichsweise gering blei- ben. In München besteht trotz hoher Förderbeträge ein ähnliches Problem bei der Nutzung und Umsetzung. Auf Grundlage der durch das Gleichstellungsamt erstellten Auswertung sowie der geringen Wirkung mit Blick auf den Mitteleinsatz und den Koordinationsaufwand haben sich die mit dem Projekt verknüpften Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Verwaltung empfiehlt den Einsatz der vorhandenen Ressourcen für Maßnahmen, die eine nachhaltige und strukturelle Verbesse- rung der Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum gewährleisten. Gez. Prof. Dr. Diemert
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3482/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.12.2025
- Erstellt
- 05.12.2025 10:39