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AN/0218/2023

Den krisenhaften Arbeitskräftemangel bei der Stadt Köln bekämpfen: Personalgewinnung, -bindung und -vergütung verbessern

SPD Antrag nach § 3 10.02.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales, Sitzung am 28.08.2023, TOP 8.1

Vorabauszug Rat 09.02.2023, TOP 3.1.5

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Ansehen

SPD Antrag nach § 3

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Ansehen

Vorabauszug Rat 09.02.2023, TOP 3.1.5

1042 Zeichen

Geschäftsführung  
Rat 
Frau Escher 
Telefon:  (0221) 221 22061 
Fax:   (0221) 221 26570 
E-Mail:  annika.escher@stadt-koeln.de 
Datum: 10.02.2023 
Auszug 
aus dem Entwurf der Niederschrift der 23. Sitzung des Rates vom 
09.02.2023  
öffentlich 
3.1.5 Antrag der SPD-Fraktion betreffend "Den krisenhaften Arbeitskräfte-
mangel bei der Stadt Köln bekämpfen: Personalgewinnung, -bindung 
und -vergütung verbessern" 
AN/0218/2023 
Änderungsantrag der Fraktion Die Linke. 
AN/0259/2023 
Änderungsantrag der FDP-Fraktion 
AN/0254/2023 
Mündlicher Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Verweisung 
in den Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / 
Internationales 
Die Angelegenheit wurde mehrheitlich gegen die Stimmen der Fraktionen SPD, Die 
Linke. und Die FRAKTION bei Stimmenthaltung von RM Gabriel (KLIMA FREUNDE) 
zur Entscheidung in den Ausschuss für Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen 
/ Vergabe / Internationales verwiesen. 
__________ 
Anmerkung:  
Verweisungsantrag von RM Richter (Bündnis 90/Die Grünen).

SPD Antrag nach § 3

11330 Zeichen

An die  
Vorsitzende des Kölner Rates 
Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Köln  
Rathaus, Spanischer Bau  
50667 Köln 
fon 0221. 221 259 50  
fax 0221. 221 246 57  
mail fraktion@koelnspd.de  
web  www.koelnspd.de  
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 30.01.2023 
 
AN/0218/2023 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Rat 09.02.2023 
Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / 
Internationales 13.03.2023 
 
Den krisenhaften Arbeitskräftemangel bei der Stadt Köln bekämpfen: 
Personalgewinnung, -bindung und -vergütung verbessern 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
 
die antragstellende Fraktion bittet Sie, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sit-
zung des Rates am 09.02.2023 zu setzen. 
 
 
 
Der Rat der Stadt Köln fordert die Oberbürgermeisterin und die Stadtverwaltung auf,  
 
1. einen Krisenstab „Arbeitskräftemangel“ einzurichten, der sich aus Vertreter*innen 
der Verwaltungsspitze und Führungskräften (nicht nur Amtsleitungen) insbesondere aus 
Abteilungen, die unter hohen Vakanzen, Krankenständen und Rückständen leiden, zu-
sammensetzt. Dieser soll Sofortmaßnahmen für die Personalgewinnung und -sicherung 
entwickeln, die dafür sorgen,  
a. dass die Personalstrategie neu ausgerichtet wird und sich zur Überwindung des der-
zeitigen Mangels an Arbeitskräften verstärkt an der Bewerberperspektive anstelle 
von tradierten organisatorischen Gegebenheiten der öffentlichen Verwaltung orien-
tiert. 
b. dass ein konsequenter und massiver Ausbau von Ausbildungs- und Weiterbildungs-
möglichkeiten insbesondere der sogenannten Mangelberufe bei der Stadt erfolgt. Es 
müssen mehr und neue Ausbildungsplätze und Ausbildungsstatio-
nen/Ausbildungswerkstätten geschaffen werden. Kampagnen zur Gewinnung von 
Bewerber*innen sollen sich auch explizit an junge Menschen mit internationaler Ge-
schichte richten. Dringend müssen Maßnahmen zur Attraktivierung der Tätigkeit als 
Ausbilder*in auf den Weg gebracht werden.

- 2 - 
 
c. dass Ausbildungen bei der Stadt flexibilisiert werden, sodass sie auch in Teilzeit oder 
verkürzt oder als Training on the Job absolviert werden können. Finanzielle Unter-
stützungsmodelle – z. B. Ausbildungsdarlehen – sollen für Quereinsteigende geschaf-
fen, erfolgreiche Modelle wie die duale Ausbildung und die praxisorientierte Erzie-
her*innenausbildung auf andere Bereiche ausgerollt werden. Weitere entgeltfreie 
Qualifizierungsmodule für das Gesamtpersonal, Quereinsteiger*innen oder Umschu-
lungswillige müssen geschaffen, vorhandene Weiterbildungsmöglichkeiten insbeson-
dere für den Aufstieg in die höheren Entgelt- und Besoldungsstufen müssen gestrafft 
werden.  
d. dass Bevölkerungsgruppen für eine Beschäftigung bei der Stadt gewonnen und quali-
fiziert werden, die bisher noch nicht erreicht werden konnten, z. B. Frauen für den 
Einsatz in der Jobfamilie MINT oder im Bereich Sicherheit und Überwachung bzw. 
Männer in der Jobfamilie SAGE (Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung) sowie Ge-
flüchtete und Langzeitarbeitslose.  
e. dass  die Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung und 
anderen Einschränkungen verstärkt nicht nur als soziale Aufgabe gegenüber den Be-
troffenen verstanden wird, sondern als veritable Möglichkeit zur Bekämpfung des 
Arbeitskräftemangels. In diesem Rahmen sind sämtliche Bewerbungsverfahren und 
Zugangsmöglichkeiten auf mögliche Barrieren zu überprüfen und zu befreien. 
 
2. sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auf allen politischen Ebenen dafür 
einzusetzen,  
a. das Landesbeamtenrecht, insbesondere die Arbeitszeitverordnung NRW zu ändern, 
sodass Überstunden oder freiwillige Mehrarbeit in höherem Ausmaß möglich sind 
und angemessen vergütet werden können.  
b. dass in den Mangelberufen die 35-Stunden-Woche bei vollem Gehalt eingeführt wird. 
Dafür nimmt sie u.a. Kontakt mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband auf, um ein 
einheitliches Vorgehen und einheitliche Ziele abzustimmen.  
c. dass mit Hochdruck auf eine Reform der Stellenbewertungen hingewirkt wird, die zu 
höheren Entgelten und/oder Besoldungungen, Möglichkeiten übertariflicher Bezah-
lung, flexibilisierten Erfahrungsstufen und einer Überarbeitung von Stellenanforde-
rungen und -beschreibungen insbesondere bei den Mangelberufen führt.  
 
3. Die Stadt Köln prüft die Einführung einer Großstadtzulage für Tarifbeschäftigte insbe-
sondere in den Mangelberufen wie Erzieher*in, beim Jugendamt, in der Pflege, IT und 
Technik; hierbei konsultiert die Stadt den VKA. Die Stadt setzt  sich zudem für die Schaf-
fung einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage für Beamt*innen in NRW ein.  
 
4. Die Stadtverwaltung baut schnellstmöglich ein Mentoring-Programm für Mitarbei-
tende mit internationaler Geschichte auf.  
 
5. Die Stadt entwickelt ein klares Verfahren, wann Stellen im höheren Dienst intern und 
extern ausgeschrieben werden, damit sichergestellt wird, dass engagierten Mitarbeiten-
den der Stadt genügend Karrierewege offen stehenn. Die bereits auf den Weg gebrach-
ten Reformen in Bezug auf Führung und Zusammenarbeit müssen konsequent ausgebaut 
werden.

- 3 - 
 
 
 
6. Die Stadtverwaltung prüft die Wirksamkeit und Geeignetheit ihrer bisherigen Maß-
nahmen zur Gewinnung und Bindung von Personal und stellt in einem detaillierten Be-
richt mit Kostenkalkulation dar, wie und bis wann diese Maßnahmen ausgebaut werden 
können.  
 
7. Bei Austritten von Mitarbeitenden sollen Gespräche mit dem Ziel geführt werden, 
Ursachen für den jeweiligen Ausstieg zu ergründen, um ggf. mit Maßnahmen nachzubes-
sern und für die Zukunft vorzubeugen(Offboarding-Gespräche). 
 
8. Die Stadt optimiert ihr Recruiting und prüft die Einführung eines zentralen KI-
Talentpools zur Besetzung offener Stellen, der Jobsuchende mit den zu ihnen passenden 
Stellen bei der Stadt zusammenbringt. 
 
9. Die Stadtverwaltung zieht Digitalisierungsprozesse vor, die zur Unterstützung von 
Mitarbeitenden in den Mangelberufen und zum Abbau von Rückständen etabliert wer-
den sollen. 
 
10. Des Weiteren legt die Verwaltung dar, mit welchen Maßnahmen sie dem steigenden 
Bedarf an Arbeitsplätzen auch in Bezug auf eine hinreichende Anzahl moderner Arbeits-
plätze gerecht werden will.  
 
  
 
Begründung: 
Die Auswirkungen des steigenden Arbeitskräftemangels bei der Stadt Köln sind in den letz-
ten Jahren für die Einwohner*innen immer sichtbarer geworden: Termine sind über Monate 
ausgebucht, Ämter nicht erreichbar und Anliegen bleiben liegen. Durch Anfragen der SPD-
Fraktion wurde z. B. öffentlich, dass das Gewerbeamt mit der Bearbeitung von Anträgen ein 
Jahr im Rückstand ist. Ähnliches gilt zum Beispiel auch für die Ausländerbehörden. Vielen 
weiteren Ämtern und ihren Abteilungen fehlt ebenfalls das Personal, Rückstände abzuarbei-
ten und das Kerngeschäft zu erfüllen. Das zeigt die Antwort auf die Anfrage der SPD-Fraktion 
„Arbeitskräftemangel bei der Stadt: Aktuelle Personalsituation“. Dort führt die Verwaltung 
mit Stand 31.08.2022 auf, das insgesamt 2537,85 Stellen bei der Stadt vakant sind. Diese 
sehr hohe Anzahl an Vakanzen stellt zunehmend ein Risiko für die Aufgabenerfüllung der 
Stadtverwaltung dar. Diese ist sich des große Problems durchaus bewusst und hat u.a. ver-
sucht, ein Personalrisikomanagement einzuführen. Leider musste dieses Projekt wieder ein-
gestellt werden, da keine angemessene technische Unterstützung vorhanden ist und deut-
lich wurde, dass den Dienststellen erst die relevanten Steuerungsinformationen zugänglich 
gemacht werden müssen. Zum Jahresende 2023 will die Stadtverwaltung erneut berichten.  
Auch die Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung spüren die Zunahme von Belastungen, die 
durch fehlende Kolleg*innen entstehen. Die Aufgaben des öffentlichen Dienstes wachsen, 
werden komplexer und vielfältiger, . Bei immer mehr Mitarbeitenden der Stadt sind Überlas-
tungsanzeichen sichtbar. Ende November verschafften sich etwa Mitarbeitende der Jugend-
ämter vor dem Rathaus Gehör und wiesen auf den Personalmangel hin: Ihre Häuser stünden

- 4 - 
 
vor dem Kollaps. Es laste enormer Druck auf ihnen, nicht zuletzt aufgrund der Tragweite von 
Fehlern bei der Arbeit oder übersehenen Schicksalen. Zeitnahe Beratungen und Hilfestellun-
gen für Eltern könnten inzwischen nicht mehr geleistet werden. Ähnlich wie in der Notauf-
nahme der städtischen Kinderklinik müssten Kinder stundenlang auf Fluren der Einrichtun-
gen warten. In den städtischen Kitas der Stadt wurden aufgrund des Personalmangels Rota-
tionspläne eingeführt, die dazu führen, dass es im schlimmsten Fall dazu kommen kann, dass 
Kinder wochenlang nur noch jeden zweiten Tag in der Kita betreut werden können. Dies 
führt wiederum dazu, dass die Eltern ihrer Arbeit nicht nachgehen können, weil die Kinder 
dann zuhause betreut werden müssen – ein Teufelskreis. 
Aufgrund des demographischen Wandels dürfte sich dieser Personalmangel bei der Stadt 
leider noch verschärfen. Geburtenstarke Jahrgänge verlassen altersbedingt den öffentlichen 
Dienst. Im Zeitraum bis 2032 werden laut Personalbericht 2021 etwa 25 Prozent des zum 
jetzigen Zeitpunkt unter Vertrag stehenden Personalbestandes den Dienst verlassen haben, 
bei den Führungskräften knapp 40 Prozent. Die Verwaltungen stehen dabei nicht nur im 
Wettbewerb mit der freien Wirtschaft, sondern auch mit dem jeweiligen Land sowie mit 
anderen Verwaltungen. Dabei ist die Stadt Köln gerade heute eine interessante Arbeitgebe-
rin: Junge Menschen wünschen sich einen sicheren Job mit Sinn. Sie wollen etwas bewegen 
können. Wer aber heute in Frage kommendes Personal von sich überzeugen will, muss jetzt 
drastische Maßnahmen in die Wege leiten und sich als attraktive Arbeitgeberin aufbauen. 
Einige Ideen dazu werden im Beschlussteil dieses Antrags aufgeführt. Denkbar wäre z. B. die 
Einführung von Großstadtzulagen wie in anderen Großstädten. So konnte die Stadt Stuttgart 
etwa durch einen "Tarif plus" seit 2014 die Zahl der Bewerber*innen auf Ausbildungsplätze 
zu Erzieher*innen signifikant erhöhen.  Für Beamtinnen und Beamte müssen die entspre-
chenden gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. Hierfür sollte sich die Stadt einsetz-
ten. Andere Städte konnten Auszubildende trotz Konkurrenz mit der freien Wirtschaft durch 
Werkswohnungen und weitere Vergünstigungen gewinnen. Die Stadt Kiel nutzt zur Perso-
nalgewinnung die StartUp-Plattform Smart City Jobs, bei der der Prozess der Auswahl und 
Zuweisung von Bewerber*innen bzw. Jobinteressierten durch eine KI unterstützt abläuft. 
Auch die Stadtverwaltung in Köln hat schon viele berufliche Rahmenbedingungen verbes-
sert, etwa durch familienfreundlichere Arbeitsplätze, individuelle Arbeitszeitmodelle und 
vieles mehr. Die Kampagne zur Imageverbesserung der Stadt als Arbeitgeberin (Arbeitge-
bermarkenprozess) wurde immer weiter ausgebaut, allerdings reichen die Bemühungen ins-
besondere des Personalamtes bisher nicht aus, was u.a. daran liegt, dass auch hier Personal 
fehlt. , Der Arbeitskräftemangel ist jetzt schon so krisenhaft ist, dass Kernaufgaben der öf-
fentlichen Verwaltung liegenbleiben und in vielen Bereichen Stillstand herrscht. Daher ist die 
Einrichtung eines Krisenstabs angemessen.  
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Gez. Mike Homann 
SPD-Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf (2)

09.02.2023 Rat
TOP 3.1.5 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)

Zur Sitzung
28.08.2023 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales
TOP 8.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0218/2023
Typ
SPD Antrag nach § 3
Datum
10.02.2023
Erstellt
30.01.2023 12:45