1837/2021
Dienstleistungen für Senior*innen - Berücksichtigung spezifischer Bedarfe?
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/503 Vorlagen-Nummer 18.05.2021 1837/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 27.05.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 22.06.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 08.10.2021 Dienstleistungen für Senior*innen - Berücksichtigung spezifischer Bedarfe? Zur Sitzung der Stadt AG LST am 21.04.2021 stellt rubicon e.V. eine Anfrage zu Dienstleistungen für Senior*innen und der Berücksichtigung spezifischer Bedarfe. Die einzelnen Fragen beantwortet die Verwaltung wie folgt: 1. Welche personenbezogenen Dienstleistungen, wie z.B. präventive Hausbesuche werden von der Stadt Köln für Senior*innen angeboten? 2. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um personenbezogene Dienstleistungen, wie z.B. präventive Hausbesuche in Anspruch nehmen zu können? Aktuell werden folgende Programme/Angebote der kommunalen Senior*innenarbeit mit perso- nenbezogenen Dienstleistungen umgesetzt: Senior*innenNetzwerke Senior*innenNetzwerke richten sich grundsätzlich an ältere Menschen im Stadtteil, sind aber auch für alle anderen Menschen offen, unabhängig von Alter, Bildung, Einkommen, ethnischer Her- kunft, geistiger und körperlicher Verfassung, Geschlecht, Hautfarbe, Identität, Nationalität, Religi- on, sexueller Orientierung und Weltanschauung. In erster Linie spricht das Programm „Seni- or*innenNetzwerke Köln“ Menschen mit Selbsthilfepotential an. Durch hauptamtliche Koordinator*innen sollen Senior*innen bei der Selbstorganisation unterstützt werden. Selbstbestimmung, Selbsthilfe und Teilhabe auf persönlicher, institutioneller und politi- scher Ebene werden gefördert. Die hauptamtliche Koordination hat insbesondere die Stärkung vorhandener Potenziale der älteren Menschen vor Ort und die Aktivierung weiterer Ressourcen im Blick. Haushaltsnahe Dienste Senior*innen, o die auf Unterstützung in ihrem Haushalt angewiesen sind, o die über geringe finanzielle Ressourcen verfügen und o deren Bedarfe nicht über die Pflegeversicherung abgedeckt sind, o bei denen Verwahrlosung droht, o oder bereits eingetreten ist, 2 können diese haushaltsnahen Dienste in Anspruch nehmen. Insofern ist das Angebot zwar an die genannten Voraussetzungen gebunden, aber ansonsten unabhängig von Bildung, ethnischer Herkunft, geistiger und körperlicher Verfassung, Geschlecht, Hautfarbe, Identität, Nationalität, Re- ligion, sexueller Orientierung und Weltanschauung. Es richtet sich an ältere, zum Teil kranke oder behinderte Menschen, denen die Bewältigung des Haushalts über den Kopf gewachsen ist. Präventive Hausbesuche Die Präventiven Hausbesuche sind die Einstiegsberatung für die Senior*innen, die bisher nicht er- reicht werden konnten. Die Mitarbeitenden der Präventiven Hausbesuche beraten u.a. zu den Themen o Wohnbedingungen (Barrierefreiheit, altersgerechtes Wohnen) o Alltags- und Freizeitgestaltung (z.B. Austausch mit Gleichaltrigen, ehrenamtliche Aufgaben) o Entlastungs- und Unterstützungsdienste (Hilfe und Entlastung durch ehrenamtliche Helfer*innen o Anträge und Formulare (z.B. Pflegegrad beantragen, Patient*innenverfügung, Schwerbehindertenausweis) o Hauswirtschaftliche und pflegerische Hilfen o Sozialhilfe und Grundsicherung (Hilfe bei der Beantragung im Bereich Grundsicherung und/oder Hilfe zur Pflege) Zielgruppe sind ältere Kölner Einwohner*innen ab 75 Jahren, Migrant*innen bereits ab 70 Jahren, die weder über soziale Dienstleistungen informiert sind, noch an der Kommunikation im öffentli- chen Raum teilnehmen. Das Angebot ist für Menschen im genannten Alter unabhängig von Bil- dung, Einkommen, ethnischer Herkunft, geistiger und körperlicher Verfassung, Geschlecht, Haut- farbe, Identität, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung und Weltanschauung. Senior*innenberatung Die differenzierte Beratung findet sowohl im Stadtbezirk durch Hausbesuche und aufsuchende Beratung in den Senior*innenberatungsstellen (außerhalb des Bezirksrathauses) als auch im standortgebundenen Bezirksrathaus statt. Die Senior*innenberatung informiert und berät u.a. zu den Themen o Vorsorgevollmacht, Patient*innenverfügung und gesetzliche Betreuung o Wohnen im Alter, z.B. Service-Wohnen, Pflegeheim o Ambulante und stationäre Pflege o Pflegehilfsmittel o Freizeitgestaltung und bürgerschaftliches Engagement unterstützt u.a. bei der Beantragung von o Grundsicherungsleistungen und Hilfe zum Lebensunterhalt o Wohngeld o Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung o Schwerbehindertenausweisen o Rundfunk- und Fernsehgebührenbefreiung vermittelt z.B. o Haushaltshilfen, Mahlzeitendienste und Hausnotrufsysteme 3 o Fahrdienste o Häusliche Alten- und Krankenpflege o Kurzzeitpflege- und Tagespflegeplätze o Beratung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen o Hospizdienste o Kulturelle Dienste und Einrichtungen Zielgruppe sind Kölner Einwohner*innen, in der Regel 60 Jahre und älter, die einen konkreten Hil- febedarf haben, der auf altersbedingte Schwierigkeiten zurückzuführen ist. Das Angebot ist für Menschen im genannten Alter unabhängig von Bildung, Einkommen, ethnischer Herkunft, geisti- ger und körperlicher Verfassung, Geschlecht, Hautfarbe, Identität, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung und Weltanschauung. Häusliche Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen In allen neun Stadtbezirken steht das Angebot eines häuslichen Unterstützungsdienstes zur Ver- fügung. Eine professionelle Fachkraft übernimmt die Koordination der Hilfen, sie berät und begleitet Be- troffene und Angehörige, gewinnt und qualifiziert freiwillige Helfer*innen, sorgt für passgenaue Hil- fen durch den Einsatz dieser ehrenamtlich tätigen Helfer*innen und begleitet den Einsatz. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Angehörige von Menschen, die an Demenz erkrankt sind und ist unabhängig von Bildung, Einkommen, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Identität, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung und Weltanschauung. Koordinierungsstelle für alleinstehende Menschen mit Demenz Die Koordinierungsstelle hat die Aufgabe, die zur Sicherstellung der häuslichen Versorgung not- wendigen ambulanten Dienstleistungen im Einzelfall zu organisieren und zu koordinieren, mög- lichst ein tragfähiges soziales Netzwerk mit den Betroffenen aufzubauen sowie für medizinische Hilfe zu sorgen. Das bedeutet die Steuerung all der Hilfen, die ein Mensch mit Demenz benötigt, der zu Hause bleiben möchte und der sich gegen die Unterbringung in einem Heim oder gegen eine andere gemeinschaftliche Wohnform entschieden hat. Das Angebot richtet sich an allein lebende Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz, in der Regel 60 Jahre und älter, die selbstbestimmt in der eigenen Häuslichkeit leben möchten und keine sich kümmernden Angehörigen haben. Es ist unabhängig von Bildung, Einkommen, ethni- scher Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Identität, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung und Weltanschauung. Senior*innenkoordinationen im Stadtbezirk Das Programm der „Seniorenkoordination im Stadtbezirk“ ergänzt die zuvor genannten Angebote um eine auf den gesamten Stadtbezirk bezogene, strukturelle programm- und angebotsübergrei- fende Betrachtung der Seniorenarbeit und soll deshalb an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden. Zielgruppe sind die Akteure der Senior*innenarbeit im Stadtbezirk (professionelle Anbieter und ehrenamtlich Tätige), nicht die Senior*innen selber. Es handelt sich insofern um keine „personen- bezogene Dienstleistung“. Begleitend hat die Verwaltung die jüngste Kommunale Konferenz Alter und Pflege am 22.04.2021 mit dem Schwerpunktthema „Spezifische Lebenslage und spezifische Bedarfe von schwulen, lesbischen und transgeschlechtlichen Senior*innen“ digital veranstaltet. Die Resonanz war sehr positiv und erste Erfolge einer gelungenen Vernetzung der verschiedenen teilnehmenden Akteure konnten bereits verzeichnet werden, wie rubicon e.V. selbst mitteilte. 4 Für den Herbst 2021 plant die Verwaltung als Kooperation des Amtes für Soziales, Arbeit und Se- nioren und des Amtes für Integration und Vielfalt eine Fachveranstaltung zu diesem wichtigen Thema. Beide Veranstaltungen waren ursprünglich bereits für das Jahr 2020 vorgesehen, mussten pan- demiebedingt aber leider mehrfach zeitlich verschoben werden. Darüber hinaus beabsichtigt die Verwaltung, im Rahmen des dritten Berichtes zur kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln einen Schwerpunkt auf die spezifischen Bedarfe von schwulen, les- bischen und transgeschlechtlichen (pflegebedürftigen) Senior*innen zu legen. 3. Inwieweit ist bei Anbietenden, insbesondere von präventiven Hausbesuchen, das Leitbild LSBTI verankert? 4. Inwieweit sind die Menschen, die diese Dienstleistungen durchführen, zu der spezifischen Lebenslage und zu den spezifischen Bedarfen von schwulen, lesbischen und transge- schlechtlichen Senior*innen sensibilisiert oder fortgebildet worden? Zur Beantwortung dieser Fragen hat die Verwaltung alle mit der Umsetzung der zuvor beschrie- benen Programme der kommunalen Senior*innenarbeit beauftragten Verbände, Träger und die Sozial-Betriebe-Köln gGmbH um eine untereinander abgestimmte Stellungnahme gebeten, die hier zur Beantwortung zitiert wird (Stand Mai 2021): „Leitbilder In allen Verbänden, bei allen Trägern und bei der Sozial-Betriebe-Köln gGmbH ist in den jeweili- gen Leitbildern in unterschiedlicher Form verankert, dass die Angebote und Hilfen allen Menschen offenstehen, unabhängig von ihrer Nationalität, Religion, politischer Überzeugung, geschlechtli- chen Identität und sexueller Orientierung. Diese Grundsätze gelten für die Kontakte zu Nutzer*innen sowie innerhalb der Organisationen und den Trägern für den Bereich der ambulanten und stationären Pflege wie für die kommunal ge- förderte Senior*innenarbeit. Hierzu gehören zum Beispiel die Programme Präventive Hausbesu- che, Senior*innenberatung und häusliche Unterstützungsdienste, und das Programm Seni- or*innenNetzwerke Köln. Folgende Maßnahmen wurden in den letzten fünf Jahren umgesetzt oder sind fester Bestandteil der Mitarbeiter*innenbegleitung. Schulungen zur kultursensiblen Altenpflege Bereitstellen von Informationsmaterial für die Mitarbeiter*innen und zur Weitergabe Einsatz von verschiedenen Medien zur Sensibilisierung Sensibilisierung im Programm Senior*innenNetzwerke in der Konferenz mit den hauptamt- lichen Koordinator*innen (durch rubicon) und im offenen Treff mit den Selbstorganisierten in den Jahren 2018 und 2019 (Neuauflage ist geplant) Einführung des Gendersternes (*) in die Dokumente der Fachberatung Umbenennung der Liga AG Senioren SBK in AG Senior*innen Liga / SBK im Januar 2021 Verankerung des Themenfeldes im Konzept der Senior*innenNetzwerke Köln 5 Folgende Maßnahmen sind bereits überwiegend umgesetzt Regelmäßige Veranstaltungen und öffentliche Aktionen wie die gemeinsame Teilnahme am CSD mit entsprechender Auseinandersetzung und Begleitung Nutzen von Regenbogenfahnen Nutzung des Leitbildes der Stadt Köln zur Wertschätzenden Kommunikation Informationsveranstaltungen und Workshops zu „Antidiskriminierungsberatung für Multipli- kator*innen“, „Interkulturelle Öffnung“, „Erster Einstieg in die Auseinandersetzung mit Dis- kriminierung und Rassismus“, „Sprache, Macht und Ausgrenzung“ Austausch zum Forum für eine kultursensible Altenhilfe Vermittlung von aktuellen Publikationen wie den Praxishandbüchern: Kultursensibilität im Gesundheitswesen Katho Köln Praxishandbuch zur Öffnung der Altenhilfeeinrichtungen für LSBTIQ* AWO Bundes- verband Folgende Maßnahmen plant die AG Senior*innen in Zusammenarbeit mit verschie- denen Akteuren zur weiteren Öffnung der Programme der Senior*innenarbeit Folgende Maßnahmen waren schon geplant und konnten in 2020 wegen der Pandemie nicht durchgeführt werden. Veranstaltungen zu den unterschiedlichen Problemfeldern älterer Lesben und Schwulen Antidiskriminierungstrainings Antirassismustrainings Folgende Maßnahmen sind in Planung Vortragsveranstaltung mit rubicon e.V., den Lesbischen und Schwulen ALTERnativen Köln (angefragt April 2021) für alle Mitarbeiter*innen in der Seniorenberatung, den Präventiven Hausbesuchen, den SeniorenNetzwerken, den Häuslichen Unterstützungsdiensten und der Seniorenkoordination. Trainings für die Mitarbeiter*innen in den SeniorenNetzwerken zur Förderung der Inklusion in den SeniorenNetzwerken Projekt Brückenbauer*innen Weitere beispielhafte Projekte der Leistungserbringer*innen und der AG Senior*innen AWO Köln Beteiligung am bundesweiten Modellprojekt „Queer im Alter“ (Modellstandort, mit dem Ziel der Öffnung der Altenhilfeeinrichtungen der AWO für die Zielgruppe LSBTI*. Einer der Mei- lensteine im Projekt war die Sensibilisierung aller Fachbereiche der AWO Köln zu dem Thema.) -Seit 2012 feste Kooperation zwischen rubicon e.V. und der AWO Köln, Fachbereich Pfle- ge zu den Themenstellungen kultursensible Altenpflege, neue Wohnformen im Alter, eh- renamtlichem Engagement u.v.m. Caritas Köln Juli 2020 Veröffentlichung der Broschüre „Wir leben Vielfalt“: 6 Im Zuge der aktuellen Diskussion um die Segnung homosexueller Paare setzt die Caritas Köln deutliche Zeichen. Zum Beispiel wurde im April an der Geschäftsstelle in Ehrenfeld, wie an vielen weiteren Gebäuden des CV Köln, die Pride-Flagge gehisst. Synagogen-Gemeinde Köln Kooperationen mit „Keshet Deutschland e.V. – the jewish lgbtqi-community in germany“ (http://keshetdeutschland.de/) Der Paritätische Köln In der AG Zukunft und Alter des Paritätischen in Köln (Zusammenschluss der in der Seni- or*innenarbeit aktiven Organisationen und Vereine im Paritätischen) ist die Sensibilisierung zum Themenfeld LSBTIQ seit 2016 eines von vier Schwerpunktthemen. Regelmäßig berichten die MA *innen von rubicon e.V. innerhalb der AG über Aktionen, Projekte und sensibilisieren zum Thema. Mehrfach wurde in der AG und in Fortbildungen mit Ehrenamtli- chen und Hauptberuflichen der Film „lesbisch.schwul.älter“ gezeigt. Zum CSD finden in verschie- denen Einrichtungen des Mainstreams Veranstaltungen unter dem Thema „Sichtbarkeit von älte- ren Lesben und Schwulen“ statt. Zahlreiche Mitgliedsorganisationen und Selbsthilfegruppen arbeiten ausschließlich oder haupt- sächlich für lesbisch, schwule, transidente, transsexuelle, inter* und queere Menschen. AG Senior*innen Liga / SBK Auf einem Klausurtag der AG Senior*innen Liga / SBK wurde beschlossen, den Mitarbeiter*innen in den gemeinsam begleiteten Programmen, regelmäßige Angebote zur Sensibilisierung zu un- terbreiten und für das Programm SeniorenNetzwerke Köln spezielle Veranstaltungen zu planen. Außerdem sollen alle in der Beratung Tätigen, wie Seniorenberater*innen und die Mitarbei- ter*innen im Programm der präventiven Hausbesuche, regelmäßig mit Informationsmaterial zum Thema LSBTIQ* ausgestattet werden. Hierzu gehört auch die Vermittlung von Einrichtungen, die über einen Schwerpunkt in der kultursensiblen Arbeit verfügen. Hierzu soll der Kontakt zu rubicon e.V. intensiviert werden.“ Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1837/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 18.05.2021
- Erstellt
- 16.05.2021 16:30