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0920/2018

Aufbau einer dezentralen, psychosozialen Krebsberatungsstelle (KBS) in Köln

Mitteilung Ausschuss 09.04.2018

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Anlage2_Mitteilung_0920-2018

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Mitteilung Ausschuss

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Anlage3_Mitteilung_0920-2018

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Anlage 1 Bedeutung d. psychosozialen Krebsberatung FAZ 16.02.2018

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Anlage2_Mitteilung_0920-2018

10547 Zeichen

Anlage 2 
 
Informationen zum Verein Haus LebensWert e.V. und einer niedrigschwelligen und 
dezentralen psychosozialen Krebsberatung für alle Kölner Bürgerinnen und Bürger in 
Trägerschaft des Vereins LebensWert e.V. 
 
Der Verein LebensWert e.V. ist ein gemeinnützig anerkannter, spendenfinanzierter Verein 
zur Förderung der Psychoonkologie. 1997 von Prof. Volker Diehl und Patienten gegründet, 
fokussierte sich die Patientenversorgung zunächst primär auf die stationären Patienten. 
2002 änderten sich unter einem neuen Management die Strukturen des Vereins und sein 
Wirkungskreis und es etablierte sich die Auffassung einer sektorenübergreifenden 
Patientenversorgung. Zu den stationären Patienten kamen nun die ambulanten Patienten 
des Klinikums wie auch die der gesamten Kölner Region hinzu. Es wurden sukzessive 
Therapeuten eingestellt und die Abläufe professionalisiert. 2006 übernahm Herr Prof. 
Michael Hallek (Direktor des ‘Centrums für Integrierte Onkologie KölnBonn‘ –CIO) den 
Vorsitz des Vereins. Das Onkologische Zentrum (CIO) entstand und mit dem Hinzukommen 
des renommierten Versorgungsforscher PD Dr. Michael Kusch (2008) ins Team von 
LebensWert wurde ein differenziertes, wissenschaftlich orientiertes Konzept der Versorgung 
erarbeitet und etabliert (Screening, Dokumentation, bedarfsorientierte Versorgung nach 
einem Stufen-System, Kriseninterventionen, etc.). Damit erfüllt die Psychoonkologie in Köln 
alle nationalen Standards und gehört bundesweit zu den führenden Institutionen. 
Neben der psychoonkologisch-therapeutischen Patientenversorgung hat LebensWert e.V. 
die ambulante psychosoziale Krebsberatung sukzessive in einer separaten Beratungsstelle 
gebündelt. 
 
Obwohl die therapeutische Bedeutung der Psychoonkologie seitens der onkologischen 
Fachverbände und der Krankenkassen völlig unstrittig und signifikanter Teil des 
Forderungskatalogs für onkologische Zentren ist, gibt es weder für eine stationäre noch für 
eine ambulante Patientenversorgung entsprechende Abrechnungsziffern, wird die 
Psychoonkologie nicht refinanziert. Gleiches gilt auch für die psychosoziale 
Patientenversorgung, die, anders als die akute Psychoonkologie von psychisch schwer 
belasteten Patienten, nicht primär therapeutisch arbeitet, sondern als Anlaufstelle 
schwerpunktmäßig beratend und vermittelnd tätig ist. 
 
Für viele Patienten nimmt die Krebserkrankung einen chronischen Verlauf und ist mit 
teilweise erheblichen körperlichen und psychosozialen Belastungen verbunden, die auch in 
mittel- und längerfristiger Perspektive die Lebensqualität, Selbstständigkeit und soziale 
Teilhabe der Betroffenen beeinträchtigen. Ähnliche Belastungsmuster sind ebenso bei den 
Patienten-Angehörigen zu sehen; insbesondere wenn Krankheitsverläufe (zunehmend!) 
langfristig sind, der Patient jung, und die Zukunft einer Familie involviert ist. 
 
Zu den häufigen Belastungen bei Krebspatienten zählen Distress (negativer Stress), Angst, 
dass der Tumorweiter wächst, starke Angstzustände - bis zu Panikattacken -, ausgeprägte 
Depressionen und soziale Probleme. Sie bedingen eine professionelle psychosoziale 
Begleitung von Krebspatienten und deren Angehörig. Solche supportiven Maßnahmen und 
Interventionen sind gleichermaßen im stationären Kontext wie aber ebenso auch im 
poststationären, ambulanten Sektor notwendig (Beispiel: die durchschnittliche stationäre 
Verweildauer einer Brustkrebspatientin beträgt 3-5 Tage!) und sollten allen Bedürftigen in 
Krisensituationen niederschwellig, unbürokratisch und sektorenübergreifend zur Verfügung 
stehen: im stationären Kontext als (psycho-) therapeutisch angelegte Psychoonkologie, im 
ambulanten Sektor als beratendes Gespräch im Rahmen einer Krebsberatungsstelle (keine 
Psychotherapie). 
 
Die Krebsberatung im Rahmen einer unabhängigen Krebsberatungsstelle ist unter 
Federführung des BMG im ‘Nationalen Krebsplan‘ (NKP: 2008-2010/2012) aber auch in der

‘S3-Leitlinie Psychoonkologie‘ (2014) als geeignete Maßnahme beschrieben, um eine 
bedarfsorientierte, notwendige psychosoziale Unterstützung zu gewährleisten: 
NKP: Ziel 9: Alle Krebspatienten erhalten bei Bedarf eine angemessene 
psychoonkologische Versorgung.  
Teilziel 9.1: Verbesserung der Erkennung psychosozialen Unterstützungsbedarfs 
sowie behandlungsbedürftiger psychischer Störungen bei Krebspatienten und 
Angehörigen. 
Teilziel 9.2: Sicherstellung der notwendigen psychoonkologischen Versorgung im 
stationären und ambulanten Bereich. 
Ziel 11: Stärkung der Patientenorientierung.                                                                      
Es liegen für alle Krebspatienten und ihre Angehörigen niederschwellige, 
zielgruppengerechte und qualitätsgesicherte Informationsangebote (Ziel 11a) und 
qualitätsgesicherte Beratungs- und Hilfsangebote (Ziel 11b) vor. 
S3-Leitlinie „Psychoonkologische Interventionen“ 
Zentrale Aufgaben der psychoonkologischen Versorgung sind patientenorientierte 
und bedarfsgerechte Information, psychosoziale Beratung, psychoonkologische 
Diagnostik und psychoonkologische Behandlung zur Unterstützung der 
Krankheitsverarbeitung sowie Verbesserung / gezielte Behandlung psychischer, 
sozialer sowie funktionaler Folgeprobleme. 
Psychosoziale Beratung soll Krebspatienten und ihren Angehörigen in allen Phasen 
der Erkrankung bedarfsgerecht und möglichst frühzeitig angeboten werden. 
OnkoZert Erhebungsbögen: (1.4.6:) Die psychoonkologische Betreuung von Patienten ist in 
allen Phasen der Versorgung anzubieten, ab Diagnose, während des stationären 
Aufenthaltes, im poststationären Kontext. 
Positionspapier der DKH und der DKG1: Die Psychosozialen Krebsberatungsstellen sind ein 
zentrales Glied in der psychoonkologischen Versorgungskette und werden in Zukunft 
noch an Bedeutung gewinnen. (…) Das bedeutet, dass jetzt die nötigen politischen 
Schritte eingeleitet werden müssen, um eine Regelfinanzierung von 
qualitätsgesicherten psychosozialen Krebsberatungsstellen zu etablieren. 
Journal LW, 2/172: Wenn ein Krebspatient psychisch hoch belastet ist, dann leidet er nicht 
allein unter Ängsten oder Depressionen, er ist zudem mit erheblichen psychosozialen 
Problemen konfrontiert. 
 
Ergänzend sei angefügt, dass aus der praktischen, 19-jährigen Erfahrungen der 
Psychoonkologie von LebensWert in Köln sehr deutlich wird, dass einerseits auf Grund der 
Chronifizierung der Krankheitsbilder und andererseits auf Grund der zunehmend kürzer 
werdenden stationären Verweildauer (DRG’s), für den Patienten (und ebenso auch für die 
Angehörigen) eine engagierte, bedarfsorientierte psychoonkologische/psychosoziale 
Versorgung eine umfassende, deutlich stabilisierende Lebens-Erfahrung darstellt. 
 
                                                            
1 Siehe hierzu auch: ‘Positionspapier der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft zur 
Weiterentwicklung und Sicherung der ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen‘; Juli 2012 
 
2 Psychoonkologie in der Versorgungswirklichkeit; Dr. M. Kusch; Journal LebensWert, 2/2017, 16. Jg

Zu den Aufgaben einer Krebsberatungsstelle (KBS) gehören das Auffangen, nachhaltig 
Stabilisieren und Stärken durch: Vermitteln (zur Selbsthilfe; zu ambulanten Diensten; zu 
medizinischen, psychotherapeutischen und sozialen Einrichtungen) / Beratung (zum 
Umgang mit Unsicherheiten und Ängsten; bei der Neuordnung des Alltages in Familie und 
Beruf; bei der Umgestaltung von Lebensplänen) / Informationen (zu sozialrechtlichen 
Leistungen; zu Krankheitsbildern und Standardtherapien; zu therapiebegleitenden 
Maßnahmen; zu Nachsorge und Rehabilitation) / Sprechstunden (Psychoonkologische 
Gespräche; Beratungsangebote für Familien und Paare; Familiensprechstunden mit 
Kindern). 
Ziel einer möglichst nachhaltigen Stabilisierung: Lebensqualität und soziale Teilhabe. 
Krebsberatungsstellen agieren mit z.T. unterschiedlichen Angeboten. Standard ist das 
psychisch auffangende, psychoonkologische (nicht: psychotherapeutische) Gespräch, 
Sozialberatung und Vermittlungsdienste durch Fachkräfte. 
Bereits seit 2002 ist der Zugang zur psychoonkologischen Versorgung von LebensWert für 
alle Patienten der Region prinzipiell möglich, stehen die Angebote allen Patienten3 
sektorenübergreifend und kostenlos zur Verfügung. 
In Kooperation mit der Krebsgesellschaft NRW hat die LebensWert-Abteilung ‘Forschung 
und Entwicklung‘ - wissenschaftlich federführend unter der Leitung von Dr. M. Kusch - den 
„Qualitätsverbund KBS“ mit dem Ziel gegründet, die Versorgung der Patienten und 
Angehörigen auf hohem Niveau bedarfsorientiert im Rahmen der integrierten Versorgung 
anzubieten: jeder Patient soll entsprechend seinem Bedarf psychosozial und/oder 
therapeutisch versorgt werden - nicht mehr und auch nicht weniger. Evaluationen sollen 
gewährleisten, dass sich das System partizipativ kontinuierlich weiterentwickelt. 
Der Kölner Ansatz einer integrierten Versorgung ermöglicht die Versorgung der ambulanten 
Patienten, auch nach stationärem Aufenthalt. Viele stationäre Leistungen wie bspw. die 
sozialberatenden Leistungen oder auch die psychoonkologische Versorgung entfallen sonst 
im Regelfall ersatzlos, sobald der Patient nicht mehr Patient der jeweiligen Klinik ist.  
Das Prozedere ist in einer zur stationären Psychoonkologie-SOP4 (Standard Operation 
Procedere) ergänzenden, poststationären/ambulanten psychosozialen Krebsberatungs-SOP 
dargelegt. Die SOP’s sind jeweils in einem partizipativen Verfahren abgestimmt worden. Die 
KBS-SOP wurde im Kontext mit der Krebsgesellschaft NRW und verschiedenen 
teilnehmenden Krebsberatungsstellen entwickelt. Des Weiteren dokumentieren die 
einzelnen KBS’n mit einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten, differenzierten 
Dokumentationssystem (Tikanis GmbH). 
Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass aufgrund des vorgegebenen Ablaufs eine 
gemeinsame Dokumentation und Daten-Evaluation möglich, was letztlich wieder der 
Versorgungsstruktur zu Gute kommen wird. 
 
                                                            
3  … außer Patienten, die in anderen Organ-Krebszentren behandelt werden, da zertifizierte Krebszentren eine 
eigene psychoonkologische Versorgung anbieten (müssen). Diese Regelung ist aus Verantwortung für eine 
zeitnahe und bedarfsorientierte Hilfe für Patienten in Krisensituationen entwickelt worden. - Mit der 
Bewilligung der hier beantragten Gelder soll diese Regelung für ambulante Patienten in der Beratung 
aufgehoben werden. 
4 Im ‘Centrum für Integrierte Onkologie‘, Uniklinik Köln, etabliert; Juli 2012

Mitteilung Ausschuss

5396 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/53/530/1 
 
Vorlagen-Nummer  09.04.2018 
 0920/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 10.04.2018 
 
Aufbau einer dezentralen, psychosozialen Krebsberatungsstelle (KBS) in Köln 
Krebserkrankungen nehmen stetig zu – nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung und 
der verbesserten Diagnostik. Aktuell liegen Krebserkrankungen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen als 
häufigste Todesursache gleichauf; Tendenz steigend. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 485.000 
Patienten an Krebs; in NRW 108.296, in Köln 5.7041 Menschen. Die Mortalität liegt bei ca. 50%. 
Zahlreiche Studien belegen, dass eine Krebserkrankung nicht nur für den Patienten selbst, sondern 
auch für seine Angehörigen und sein soziales Umfeld als krisenhaftes Ereignis mit vergleichbaren 
psychischen und somatischen Folgen aufgefasst werden muss. Etwa die Hälfte der Patienten (und 
Angehörigen) leidet unter erhöhter psychischer Belastung und ca. ein Drittel unter behandlungsbe-
dürftigen psychischen Störungen aufgrund der Tumorerkrankung.2,3 
Ein Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16.02.2018 zur Bedeutung der psychosozia-
len Krebsberatung ist als Anlage 1 beigefügt. 
 
Die Krebsberatung im Rahmen einer unabhängigen Krebsberatungsstelle ist unter Federführung des 
Bundesgesundheitsministeriums im ‘Nationalen Krebsplan‘ (NKP: 2008-2010/2012) oder auch in der 
‘S3-Leitlinie Psychoonkologie‘ (2014), als geeignete Maßnahme beschrieben, um eine bedarfsorien-
tierte, notwendige psychosoziale Unterstützung zu gewährleisten. (Anlage 2) 
Aktuell gibt es in der Millionen-Stadt Köln lediglich eine weitgehend über Spenden finanzierte Krebs-
beratung durch das Haus LebensWert. Die Kölner Krebsberatungsstelle ’KIK – Krebsberatung in 
Köln’ musste aus finanziellen Gründen vor einigen Jahren schließen. 
 
Die Weiterführung und der Ausbau der Krebsberatung in Köln sind ohne eine finanzielle Beteiligung 
der Stadt Köln, wie dies auch in anderen Kommunen in NRW geschieht, nicht möglich. In NRW sind 
in zahlreichen Städten und Kommunen Krebsberatungsstellen unter freier Trägerschaft als Anlaufstel-
le für Krebspatienten und deren Angehörige etabliert, so zum Beispiel in Aachen, Bielefeld, Bochum, 
Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Erftstadt, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hürth, Herford, Köln (Lebens-
Wert), Krefeld, Leverkusen, Minden, Mönchengladbach, Münster, Paderborn, Siegburg, Solingen und 
Wuppertal. Die KBS in Werne hat erst kürzlich schließen müssen. 
Eine finanzielle Beteiligung der Stadt hätte zum Ziel, die Krebsberatungsstelle Haus LebensWert un-
ter der Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins LebensWert e.V. – Psychoonkologie, Leben mit 
Krebs – strukturell zu festigen und diese nachfrage- sowie bedarfsorientiert als dezentrales Versor-
gungsangebot für alle Kölner Bürgerinnen und Bürger anzubieten. (Anlage 3) 
Anlauf-, Kontakt- und Beratungsorte wären demnach nicht nur im Haus LebensWert, sondern zu fest-
gelegten Zeiten ebenso auch an anderen öffentlichen und gut erreichbaren Orten, wie der Stadtbiblio-
thek oder dem Gesundheitsamt möglich. 
 
Nach einer Laufzeit von 3 Jahren sollen die dokumentierten Daten als Basis für den weiteren Betrieb 
                                                 
1 Zahlen von 2014; Zahlen aus 2006: NRW: 101.763, in Köln 4.632 Menschen; Quelle Krebsregister NRW 
2 Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (PSO), Prof. J. Weis u.a. 
3 Klinische Psychoonkologie; Dr. Michael Kusch u.a., Springer-V., 2013

2 
 
evaluiert werden. 
 
Eine personelle Grundausstattung könnte wie folgt aussehen: 
 eine 0,75 Stelle Diplom Pädagoge/in mit entsprechender Fortbildung, 
 eine 0,5 Stelle Sozialarbeiter/in und 
einer 0,25 Stelle Verwaltungsangestellte/r (Sekretariat / Empfang) 
Sachkosten wie Raummieten und EDV trägt der Verein, ebenso die Kosten für die Bereitstellung der 
Dokumentationssoftware und der abschließenden Evaluation (Schlussbericht). 
Das Land NRW bewilligte in 2017 einen Zuschuss von 500.000 € gleichermaßen für die 23 Krebsbe-
ratungsstellen in NRW. Jeder Krebsberatungsstelle wurde für die Arbeit in 2017 eine Summe von 
21.700 € zugesprochen. Es steht in Aussicht, dass das Land auch in 2018 diese oder eine ähnliche 
Summe für die Krebsberatungsstellen in NRW zur Verfügung stellt. Mit diesem Geld könnten dann die 
Stellen Diplompädagoge/in und die Stelle Sozialarbeiter/in in der Krebsberatungsstelle LebensWert 
etwas aufgestockt werden. 
Mit der Einrichtung einer von der Stadt Köln (mit)geförderten Krebsberatungsstelle als dezentrales, 
niederschwelliges Beratungsangebot für ambulante Krebs-Patienten und deren Angehörige wird eine 
Versorgungslücke für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt geschlossen. Der Verein LebensWert 
e.V. als Träger der Krebsberatungsstelle bietet dafür die strukturelle und inhaltliche Expertise. 
 
Bei einer Umsetzung dieses Konzeptes müssten die dazu notwendigen Finanzmittel im Rahmen der 
aktuellen Haushaltsberatungen für die Haushaltsjahre 2019 ff. berücksichtigt werden. Entsprechende 
Umschichtungen im Rahmen des Teilergebnisplans 0701 – Gesundheitsdienste oder im Rahmen des 
Dezernatsbudgets sind aufgrund der vorrangig zu finanzierenden Pflichtaufgaben  und vor dem Hin-
tergrund aktueller Konsolidierungserfordernisse nicht möglich.  
 
Gez. Dr. Rau

Anlage3_Mitteilung_0920-2018

5248 Zeichen

Anlage 3 
Informationen zum Haus LebensWert 
Das Haus LebensWert unterhält seit 2015 Kooperationen mit 20 niedergelassenen 
Facharztpraxen, mit dem Ziel der psychosozialen Mitversorgung. 
Das Haus LebensWert ist im Netzwerk „Fachverband Krebsberatung NRW“ aktiv, in der 22 
Krebsberatungsstellen organisiert sind und kooperiert eng mit der „Krebsgesellschaft NRW“ 
in Düsseldorf mit der sie in 2014 den „Qualitätsverbund Krebsberatung“ federführend 
gegründet und diesen wissenschaftlich maßgeblich entwickelte. In diesem Qualitätsverbund 
kooperieren 7 Krebsberatungsstellen. Ziel des Qualitätsverbundes ist es, eine nach 
evaluierten Qualitätskriterien ausgerichtete Krebsberatung in NRW zu implementieren. 
Im ‘Qualitätsverbund‘ sind ambulante Krebsberatungsstellen in unterschiedlicher 
Trägerschaft zusammengeschlossen. Für knapp die Hälfte der Träger stellt Krebsberatung 
dabei den Hauptzweck ihrer Organisation dar, für die andere Hälfte ist ambulante 
Krebsberatung nur ein Element eines breiter gefächerten Gesamtportfolios. Eingetragene 
Vereine sind die dominierende Organisationsform (5 von 7), neben einem 
Wohlfahrtsverband und einem kommunalen Träger. 
Die beteiligten Einrichtungen differieren erheblich hinsichtlich der (Personal-) Ressourcen. 
So stehen der größten Einrichtung 14 Mitarbeiterinnen (davon zwölf Beratungsfachkräfte) 
zur Verfügung während kleinere KBSen ihr Angebot mit nur einer Vollzeitfachkraft bzw. zwei 
Teilzeitkräften aufrechterhalten. In den meisten KBSen stehen zwei Fachkräfte, 
überwiegend in Teilzeit, zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen sind sämtlich weiblich und von 
der Grundqualifikation mehrheitlich Diplomsozialarbeiterinnen bzw. -sozialpädagoginnen. 
Knapp Dreiviertel von ihnen besitzen eine psychoonkologische Zusatzqualifikation oder sind 
in entsprechender Weiterbildung. 
 
Alle ambulanten Krebsberatungsstellen (KBS) sind zur Sicherung ihrer Arbeitsgrundlage auf 
eine Mischfinanzierung aus unterschiedlichen Quellen angewiesen. Für 6 der 7 beteiligten 
KBS im ‘Qualitätsverbund‘ stellt sich dabei folgendes Bild dar: 5 Beratungsstellen werden 
von der öffentlichen Hand mitfinanziert (Kommune/Kreis), eine sogar vollständig. Über die 
Hälfte der 6 Beratungsstellen finanziert sich auch zu einem erheblichen Teil durch Spenden 
und Sponsoren/Förderer. Die Kranken- und Rentenversicherer sind bei jeweils 2 
Einrichtungen an der Finanzierung beteiligt. Die deutsche Krebshilfe fördert eine 
Krebsberatungsstelle (KBS) finanziell. Eine KBS finanziert sich zum Teil durch Eigenmittel 
des Trägers und zwei KBS erhalten eine finanzielle Unterstützung durch sonstige 
Finanzierungsquellen. 
 
Insgesamt wurden im Jahr 2016 in den 7 beteiligten KBS knapp 5000 Ratsuchende versorgt. 
Das zeigt im Vergleich zu 2015 eine Steigerung von ca. 30 Prozent. 
Insgesamt wurden in 7 der beteiligten KBSen rund 8200 Beratungen durchgeführt, die zu 72 
Prozent in Präsenzgesprächen stattfanden (Vis à vis-Gespräche). Telefonate machten etwa 
20 Prozent aller Beratungen aus, schriftliche Kommunikationsformen (Post, Fax und E-Mail) 
kamen eher selten vor. 82 Prozent der Beratungen waren Einzelgespräche, 10 Prozent 
entfallen auf Paar- und Familien- bzw. Gruppengespräche. In Einrichtungen, die spezielle 
Angebote für betroffene Familien vorhalten, ist dieser Anteil etwas höher. Bei 6 Prozent der 
Gespräche liegen keine Angaben zum Setting vor.1 
 
                                                            
1 Quelle: Jahresbericht 2016 der ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen im ‘Qualitätsverbund 
Krebsberatung NRW‘; Krebsgesellschaft NRW e.V., Düsseldorf; Oktober 2017

Anzahl der psychosozialen Beratungsgespräche im Haus LebensWert / Köln in 2016: 244 
Personen2; Versorgung in 2017: 220 Personen3 
Knapp die Hälfte der Ratsuchenden der im ‘Qualitätsverbund‘ kooperierenden KBSen haben 
in 2016 jeweils 1 Informationsgespräch in Anspruch genommen, ein Drittel 2 bis 3 
Beratungsgespräche und 10 Prozent bekamen mehr als 5 Beratungsleistungen. 
 
Zeitlich passt dazu die aktuell anlaufende Studie aus Mitteln des Innovationsfonds (April, 
2017)4: „isPO – integrierte, sektorenübergreifende Psychoonkologie“, in Kooperation mit 
LebensWert und unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. M. Kusch. Die über vier Jahre 
laufende Studie evaluiert die Möglichkeiten einer entsprechenden Versorgung in der 
Versorgungswirklichkeit und soll bei positiven Ergebnissen analog der spezialisierten 
Palliativversorgung (SAPV) in die Regelversorgung übernommen werden. 
                                                            
2 Vergleich Zahl der Psychoonkologie aus 2016: 1.269 Fälle, 6.378 therapeutische Leistungen. 
3 Festzuhalten ist, dass Haus LebensWert aus Kapazitäts-Gründen die Krebsberatung bislang nicht 
öffentlichkeitswirksam forcierte. Zudem wurde im Übergang im 3. Quartal 2017 die Stellen-Kapazität um 
50% auf 0,25 VK deutlich gekürzt, da eine Mitarbeiterin dringend in andere Tätigkeiten eingebunden werden 
musste. 
4 Der Innovationsfond ist ein hochdotierter Fond, der jährlich aus Mitteln des Bundes und der Krankenkassen 
für innovative Forschungsarbeiten mit dem Ziel einer späteren Integration der Ergebnisse in die 
Krankenversorgung zur Verfügung gestellt wird.

Anlage 1 Bedeutung d. psychosozialen Krebsberatung FAZ 16.02.2018

6453 Zeichen

vıduum 'mit'eigenen personlichen Bedurt-
nissen betrachtet und behandelt zu werden
-.als gleichberechtigter Partner des Arztes.
Das Gesundheitssystem hat inzwischen auf
diese Entwicklung reagiert: Die Stärkung
der Patientenorientierung ist ein wichtiges
und ernstgenommenes Handlungsfeld im

begegnen. Dazu gehört auch, dass wir es ih-
nen ermöglichen, die Vor- und Nachteile ei-
nes Therapieangebots zu verstehen. Darüber
hinaus brauchen. wir patientenorientierte
Versorgungsstrukturen mit gut organisier-
ten Arbeitsabläufen, die auch eine hohe Pati-
entensicherheit garantieren.

Herr Nettekoven, in Ihrer Organisation
legen-Sie einen besonderen Schwerpunkt
auf die Förderung von Forschungspro-
jekten. Sie erwähnten das neue Förder-
schwerpunktprogramm „Patientenorien-
tierung“. Welche Bereiche wollen Sie dort
beforschen lassen?

Bedeutung der psychosozialen Krebsberatung

. Krebserkrankungen be-
lasten viele Patienten und
ihre Angehörigen. Professi-
onelle psychoonkologische
Beratung leistet wertvolle
Unterstützung bei der Bewäl-
tigung der vielschichtigen -
Probleme.

VON JOACHIM WEIS
UND MARTIN WICKERT

n Deutschland leben etwa 1,5 Millionen

Menschen mit einer Krebserkrankung,

deren Diagnose nicht mehr als fünf Jah-

re zurückliegt. Die demographische
Entwicklung sowie kontinuierliche Fort-
schritte in der Diagnostik und der medizini-
schen Behandlung deuten darauf hin, dass
auch in den kommenden Jahren die Zahl
der Krebspatienten eher zunehmen wird.
Krebserkrankungen und deren Behandlung
führen bei Patienten und ihren Angehörigen
häufig zu psychischen und sozialen Belas-
tungen, die Einschränkungen in der Alltags-
bewältigung, der Lebensqualität sowie an
der Teilhabe am beruflichen und gemein-
schaftlichen Leben nach sich ziehen können.

Wichtige Unterstützung im
ambulanten Bereich

Daher gehört heute zu einer optimalen me-
dizinischen Versorgung auch eine bedarfs-
gerechte professionelle psychoonkologische
Unterstützung der Patienten und ihrer An-
gehörigen. Trotz einer Verbesserung der
psychoonkologischen Versorgung im sta-
tionären Bereich bestehen vor allem in der
ambulanten Versorgung von Krebspatienten
erhebliche Defizite. Eine wichtige Funktion
in der ambulanten psychoonkologischen
Versorgung nehmen psychosoziale Krebs-
beratungsstellen ein, deren Leistungen aber
bisher noch nicht gesetzlich geregelt sind.

Y

Krebsberatungsstellen sind niederschwellige
Anlaufstellen für ratsuchende Patienten und
‚Angehörige in allen Krankheitsphasen. Hier-
bei handelt es sich einerseits um soziale und
sozialrechtliche Anliegen, wie zum Beispiel
Fragen zur Schwerbehinderung, Reha, Ren-
te oder beruflichen Wiedereingliederung.
Andererseits geht es um psychische Prob-
lemlagen im Zusammenhang mit der Krank-
heitsverarbeitung, wie zum Beispiel Ängste,
Selbstwertprobleme, Schuldphantasien, Part-

‚ nerprobleme. Psychosoziale Krebsberatung

zielt darauf ab, die psychosozialen Belas-
tungen zu reduzieren, die Patientenkompe-
tenz im Umgang mit den Krankheitsfolgen
zu stärken sowie die Lebensqualität und die
Qualität der Versorgung zu verbessern.

Die Leistungen von Krebsberatungsstel-
len umfassen vor allem die Vermittlung von
qualitätsgesicherten und evidenzbasier-
ten Informationsquellen, psychologische
und soziale Beratung, psychoonkologische
Krisenintervention, Paar- und Familienbe-
ratung, Entspannungstechniken und Psy-
choedukation. Psychosoziale Krebsbera-
tungsstellen helfen darüber hinaus bei der
Erschließung von Versorgungsleistungen,
wie Schwerbehinderten-Ausweis, Selbsthil-
fegruppen, Psychotherapeuten oder medi-
zinischen Rehabilitationsmaßnahmen, und
beraten zur beruflichen Wiedereingliede-
rung und zur Sicherung der gesellschaftli-

' chen Teilhabe. Hierbei übernehmen sie auch

eine Lotsenfunktion bei der Weiterleitung zu
weiterführenden Hilfsangeboten.

Qualitätskriterien geben Sicherheit

Damit die komplexen Aufgaben einer psy-
chosozialen Krebsberatungsstelle als Versor-
gungseinrichtung angemessen ausgeführt
werden können, müssen wissenschaftlich
fundierte Qualitätskriterien erfüllt sein. Die-
se umfassen sowohl die Struktur- und Pro-
zessqualität als auch die Ergebnisqualität.
Unter Strukturqualität versteht man neben
einer entsprechenden räumlichen und per-
sonellen Ausstattung .die Niedrigschwellig-
keit und die Vorhaltung der oben aufgeführ-
ten professionellen Leistungsangebote sowie
die Öffentlichkeitsarbeit. Zur Prozessqualität
gehören die Einrichtung eines Qualitätsma-

nagementsystems, einer EDV-gestützten
einheitlichen Basis- und Verlaufsdokumen-
tation und der Einsatz von standardisierten
Instrumenten zur Erfassung der psychoso-
zialen‘ Belastungen. Regelmäßige externe
Supervision sowie Fort- und Weiterbildung
der Mitarbeiter sollen die Qualität in der
Beratung sicherstellen. Ebenso ist eine Ver-
netzung und Kooperation mit anderen Ein-
richtungen des Versorgungssystems unver-
zichtbar.

Um die Ergebnisqualität sicherzustel-
len, muss regelmäßig eine einrichtungs-
bezogene Auswertung der Dokumentation
erfolgen, die Aussagen über die Zusam-
mensetzung der Zielgruppe sowie das Leis-
tungsspektrum erlaubt. Diese Auswertung
sollte auch auf der Website öffentlich zu-
gänglich gemacht werden. Ergänzt werden
kann die einrichtungsbezogene Auswer-
tung durch eine übergreifende externe
Evaluation, die den Nutzen und die Effekte
der Krebsberatungsstellen auf verschiede-
nen Ebenen wissenschaftlich überprüft:
zum Beispiel durch die Bewertung der
Leistungsangebote durch die Patienten, die
Evaluation der Patientenzufriedenheit, der
Erreichung der Beratungsziele oder der In-
tegrationin das regionale Versorgungsnetz.

Die Qualitätssicherung in den psychoso-
zialen Krebsberatungsstellen ist nicht nur
eine wichtige Orientierungshilfe für die Rat-
suchenden, sondern auch eine Vorausset-
zung dafür, dass die psychosozialen Krebs-
beratungsstellen in naher Zukunft durch die
Kostenträger unseres Gesundheitssystems
regelhaft finanziert werden. Nur :so kann
dieses für Patienten und Angehörige so wich-
tige Angebot in Deutschland weiter ausge-
baut und gesichert werden.

Professor Dr. phil: Joachim Weis ist
Professor für Selbsthilfeforschung an der
Medizinischen Fakultät der Universität
Freiburg (Stiftungsprofessur der Deutschen
Krebshilfe).

Dipl. Psych. Martin Wickert ist Leiter der
Psychosozialen Krebsberatungsstelle Tübin-
‚gen und Vorsitzender der Bundesarbeits-
gemeinschaft für ambulante psychosoziale
Krebsberatung e. V.

iD (6 kb Jele

Beratungsverlauf (1)

10.04.2018 Gesundheitsausschuss
TOP 6.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0920/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
09.04.2018
Erstellt
22.03.2018 08:06