Mandari Insight

0595/2022

Strategiepapier zur museumsübergreifenden Bildungs- und Vermittlungsarbeit

Mitteilung Ausschuss 23.02.2022

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Anlage 1 Mitteilung Strategiepapiere Bildung und Vermittlung

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Anlage 1 Mitteilung Strategiepapiere Bildung und Vermittlung

30383 Zeichen

Anlage: Darstellung der einzelnen Konzepte 
 
1. Museum und Diversität  
Auftrag und Nutzen 
Diversität ist keine neue oder zusätzliche Aufgabe, sondern die konsequente Fortführung 
zielgruppenorientierter Arbeit. Der Museumsdienst reagiert damit auf den gesellschaftlichen 
und demographischen Wandel und die Realität der Kölner Stadtgesellschaft.  
Diversität meint hier: gesellschaftliche Vielfalt. Sie umfasst die Kerndimensionen Alter, 
Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung, 
kulturelle und ethnische Herkunft, Behinderung sowie soziale Herkunft, berücksichtigt 
Überschneidungen und beachtet Wechselwirkungen (Intersektionalität). Diese 
Kerndimensionen können durch weitere Diversitätsdimensionen erweitert und mit 
fortschreitendem gesellschaftlichem Wandel ergänzt oder neu bewertet werden. Diese 
Definition stimmt mit der von der Stadt Köln verwendeten Begrifflichkeit überein.   
Der Programmbereich Museum und Diversität richtet sich somit nicht ausschließlich an 
migrantische Gruppen oder Einzelpersonen. Er schließt Überschneidungen in andere 
Arbeitsbereiche des Museumsdienstes – besonders zu Inklusion, Outreach und 
Lebenslangem Lernen – ein. 
Die Programme sollen Menschen erreichen, die bisher die Museen nicht regelmäßig 
besuchen, diese langfristig binden, ihnen aktive Teilhabe an Kultur ermöglichen und mit 
ihnen neue Formate der Zusammenarbeit erproben. Die Erweiterung des Programms für 
neue Zielgruppen ist also bedarfsgerecht, publikumsorientiert, partizipativ und nachhaltig. Es 
führt zu einem wachsenden und heterogeneren Publikum, ohne das bisherige 
Stammpublikum zu verlieren. 
Ausgangssituation 
Die Publikumsstruktur der Kölner Museen ist analog zu den meisten Kultureinrichtungen 
vergleichsweise homogen. Das Stammpublikum ist mehrheitlich weiblich, über 50 Jahre alt, 
christlich sozialisiert, ohne Migrationshintergrund und Behinderung sowie bürgerlich-
akademischer sozialer Herkunft.  
Zielgruppen jenseits des Stammpublikums waren stets im Fokus des Museumsdienstes. 
Schwerpunkte waren bisher das Thema Sprache (Deutsch als Zweitsprache, 
herkunftssprachlicher Unterricht, türkischsprachige und bilinguale Angebote) sowie die 
Zusammenarbeit mit Partner*innen der schulischen und Erwachsenenbildung, aber auch der 
Jugendsozialarbeit. Hierzu gehörten auch partizipative Projekte, deren Ergebnisse in 
Ausstellungen sichtbar waren. Viele Maßnahmen waren jedoch projekthaft aufgesetzt und 
endeten nach Ablauf wieder.  
Im Rahmen der Verwaltungsreform konnte 2019 eine unbefristete Stelle „Leitung Programme 
Diversität und Museum“ geschaffen werden. Dadurch können die langjährigen Bestrebungen 
systematisch fortgeführt und gebündelt werden. Die Arbeit des Museumsdienstes wird 
seither um neue Zielgruppen erweitert und durch Ressourcen unterstützt. Bisher projekthaft 
durchgeführte Maßnahmen werden verstetigt, ein Netzwerk mit Akteur*innen der 
Stadtgesellschaft aufgebaut, partizipative Zugänge zu Ausstellung geschaffen und das 
Programm planvoll, strategisch sowie nachhaltig erweitert.  
Arbeitsschwerpunkte 
Die Vermittlungsarbeit im Bereich Diversität gliedert sich zukünftig in vier Schwerpunkte: 
Programm

Der Museumsdienst öffnet sein Programm hin zu neuen Zielgruppen. Dies geschieht a) 
exklusiv durch Angebote für spezifische Zielgruppen (z.B. Werkbesprechungen 
ausschließlich für Schwarze Menschen und People of Color) und b) inklusiv durch den 
Abbau von Barrieren (z.B. mehrsprachige Veranstaltungen) und mit niedrigschwelligen 
Angeboten (z.B. virtuelles Museumsquiz). Die Vielfalt der Angebote für verschiedene 
Zielgruppen wird sich auch im digitalen Angebotsportfolio wiederfinden. Im nächsten Schritt 
erfolgt der weitere Ausbau an Führungen in Herkunftssprachen mit der begleitenden 
zielgruppengerechten Öffentlichkeitsarbeit. 
Personal 
Das Team der freiberuflichen Vermittler*innen ist essentiell für die Durchführung der 
Angebote und steht im direkten persönlichen Kontakt mit dem Publikum. Daher ist die 
Schulung und Weiterbildung der Guides im Hinblick auf neue Methoden und Kompetenzen 
(z.B. Einfache Sprache) sowie im Bereich Antidiskriminierung (z.B. diskriminierungsfreie 
Sprache, rassismuskritische Kunstvermittlung) ein wichtiger Baustein. Das Team muss 
sukzessiv ergänzt werden durch Menschen mit Kompetenzen und Erfahrungen, die noch 
nicht im Team vorhanden sind (bestimmte Sprachkenntnisse, Erfahrungen in der 
Community-Arbeit oder interreligiöse Kompetenzen). 
Projekte/Kooperationen 
Bedarfsgerechte, publikumsorientierte und nachhaltige Bildungsarbeit braucht Networking 
und Partnerschaft. Hierzu gehören Kontakte zu städtischen Stellen (z.B. Amt für Integration 
und Vielfalt), Vereinen (z.B. migrantische Selbstorganisationen) und unabhängigen 
Akteur*innen der Stadtgesellschaft. Diese tragen Informationen und Einladungen in die 
Zielgruppe(n) und werden als Multiplikator*innen fortgebildet. Darüber hinaus können sie als 
Kooperationspartner*innen Menschen an die Museen heranführen, die bisher nicht zum 
Stammpublikum gehören. Hierzu können auch Unternehmen und (Aus-
)Bildungseinrichtungen (z.B. AStA-Referate der Hochschulen) gehören, über die Menschen 
in Beruf oder Ausbildung erreicht werden, die im Museum unterrepräsentiert sind. 
Bei den genannten Kooperationen kann es sich um einmalige Projekte handelt, aus denen 
neue Angebote hervorgehen, oder Pilotprojekte, die im Anschluss verstetigt werden. Als 
nächstes sind Themen wie der interreligiöse Dialog geplant. 
Partizipation in Ausstellungen 
Der Museumsdienst ermöglicht partizipative Zugänge zu Ausstellungen der Kölner Museen. 
In einzelnen Museen werden Vertreter*innen der Stadtgesellschaft an der Erarbeitung neuer 
Ausstellungen beteiligt, ergänzen Ausstellungen mit eigenen Inhalten (z.B. Interventionen) 
oder machen auf der Vermittlungsebene (z.B. im Multimediaguide oder als Live-Speaker) 
ihre Perspektive für andere Gäste der Ausstellungen sichtbar. Sie agieren als 
Multiplikator*innen in ihren eigenen Netzwerken. Aktuell führt der Museumsdienst das 
Projekt „Köln-Expert*innen“ zusammen mit dem Kölnischen Stadtmuseum durch. Die 
Ergebnisse werden Teil der neuen Dauerausstellung im Haus Sauer sein. 
Die definierten Arbeitsschwerpunkte berühren die drei Bereiche des klassischen Diversity 
Managements – Publikum, Personal und Programm (3P-Ansatz) – und bewirken eine 
nachhaltige und grundlegende Öffnung. Maßnahmen im Bereich Personal (freiberufliche 
Guides) und im Publikum (z.B. exklusive Angebote) sind für die Öffnung des Programms 
unabdingbar. 
Wichtig für den Prozess in jedem der vier Handlungsfelder sind Partnerschaften mit den 
Zielgruppen – entweder direkt oder über Kooperationspartner*innen und Multiplikator*innen – 
als Brücke in die Zielgruppe, Ressource und für Expertise. Eine partizipative Einbindung der 
Stadtgesellschaft muss damit in allen Handlungsfeldern erfolgen.

Diversitätssensible Maßnahmen in der Vermittlung müssen durch entsprechende 
Kommunikations- und Marketingmaßnahmen begleitet werden Hierfür werden neue 
Kommunikationskanäle (z.B. Mailings, Community-Newsletter) und mehrsprachige 
Kommunikation genutzt. Hierbei wird auf eine diskriminierungs- sowie diversitätssensible 
(Bild-)Sprache sowohl online als auch im Print geachtet.  
2.  Museum und Inklusion 
Auftrag und Nutzen 
Inklusion und kulturelle Teilhabe für alle Menschen mit und ohne Behinderung und 
Beeinträchtigung sind Auftrag aus Politik und Gesellschaft, der Stadt Köln sowie der 
Museumsgemeinschaft und des Museumsdienstes Köln. Um diesen Leitgedanken in der 
Arbeit des Museumsdienstes zu stärken und nachhaltig auszubauen, konnte 2019 mit der 
„Leitung Programme Inklusion und Museum“ eine Stelle für das übergreifende Thema 
Inklusion in der Abteilung Bildung und Vermittlung geschaffen werden. So kann das Thema 
solide aufgestellt, strukturell gut verankert und prozessual in die alltägliche Arbeit des 
Museumsdienstes und der Museen integriert werden. 
Um inklusive Bildungs- und Vermittlungsangebote nachhaltig für die verschiedenen 
Zielgruppen von Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung anbieten zu können, 
werden die fünf nachstehenden Ziele verfolgt: 
 Der gesetzliche Anspruch auf kulturelle Teilhabe wird als Bildungsauftrag des 
Museumsdienstes umgesetzt. 
 Um Kompetenzen, Wünsche und (Problem-)Perspektiven der Menschen mit 
Behinderungen und Beeinträchtigung als Expert*innen in eigener Sache zu 
verstehen, werden diese durch Partizipation in die Konzeption von konkreten 
Vermittlungsangeboten für die verschiedenen Zielgruppen bzw. unterschiedlichen 
Museen einbezogen. 
 Auf Basis der musealen (Themen-)Vielfalt der neun Museen, der Artothek und der 
archäologischen Bodenfunde wird die Angebotspalette an inklusiven Angeboten für 
Menschen unterschiedlicher Behinderungen und Beeinträchtigungen gemeinsam mit 
den museumspädagogischen Referent*innen der Museen ausgebaut. 
 Inklusion wird nicht als „Nischenprodukt für eine Randgruppe“ oder „add-on“ zu 
einem „normalen“ Programm verstanden, sondern durch Sensibilisierung und 
Schulung der Museums(dienst)kolleg*innen für inklusive und barrierefreie Themen 
durch die Leitung Programme Inklusion und Museum möglichst im gesamten Umfeld 
der visitor journey qualitativ und nachhaltig umgesetzt. 
 Schnittstellen zu anschließenden oder überschneidenden Arbeitsbereichen des 
Museumsdienstes wie Diversität, Lebenslanges Lernen, Outreach, werden eng 
gehalten und Synergien genutzt. 
 
Ausgangssituation  
In der Bildungs- und Vermittlungsarbeit waren bereits vereinzelt Vermittlungsangebote für 
Menschen mit Demenz in vier Museen vorhanden. Für andere Zielgruppen lagen einerseits 
teilweise Konzepte vor, die aber nicht mehr aktuell waren und nicht aktiv angeboten wurden, 
anderseits hatten inklusive Veranstaltungen oftmals nur Projektcharakter. 
Durch Mittel des Landes NRW (Drittmittelförderung: 50.000 €) konnten 2019 und 2020 
inklusive und barrierearme Technik, Materialien, Texten und Hands-on für die Museen 
angeschafft werden.

2020 wurde innerhalb des Museumsdienstes die AG Inklusion initiiert. Die Arbeit fokussierte 
auf die Konzeption von Feedbackerhebungen zur Nutzung der Museen der Stadt Köln 
(Umsetzung abhängig von Coronabedingungen; Start nunmehr im April 2022). 
Um die verschiedenen Bedarfe nach Kenntnissen zu Inklusion und Barrierefreiheit in den 
Museen und in der Bildungsarbeit zu bearbeiten, wurde 2020 der Bereich Beratung und 
Fortbildung ausgebaut. 
Arbeitsschwerpunkte 
Die Vermittlungsarbeit im Bereich Inklusion und Barrierefreiheit gliedert sich zukünftig in 
sechs Schwerpunkte: 
Vermittlungsangebot 
Das Vermittlungsangebot an Menschen mit verschiedenen Behinderungen und 
Beeinträchtigungen versucht in erster Linie inklusiv für alle Besucher*innen zu sein. Unter 
besonderen Voraussetzungen ist das Vermittlungsangebot aber exklusiv zu gestalten (z.B. 
Peer-to-Peer-Führungen in Gebärdensprache). Als Raum für die Vermittlung eignet sich je 
nach Zielgruppe und Thema der analoge Museumsbesuch vor Ort. Hinzu kommen Angebote 
im digitalen Raum, vor allem an Jahres- und Aktionstagen, deren Bekanntheitsgrad eine 
größere Reichweite sichert. 
Partizipation 
Die Einbindung von Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung in die Arbeit des 
Museumsdienstes als Expert*innen in eigener Sache wird angestrebt. Die o. g. AG Inklusion 
wird die gemeinsame Arbeit von Museumsdienst und Expert*innen in eigener Sache im 
Rahmen des „Runden Tisch Inklusion und Museum“ vorbereiten und durchführen. Hier sollen 
u.a. gemeinsam museums- und zielgruppenspezifische Vermittlungsangebote, Hands-on-
Materialien, etc. entwickelt werden. Gestartet wird der Runde Tisch mit den MAKK 
(Menschen mit Hörbehinderung), dem ML (Schüler*innen mit Förderbedarf) und dem MOK 
(Menschen mit Demenz). 
Fortbildungen und Sensibilisierungen im Themenfeld 
Um die Bedeutung von Inklusion bei der täglichen Museums- und Bildungsarbeit zu würdigen 
und den spezifischen Umgang mit Menschen mit verschiedenen Behinderungen und 
Beeinträchtigungen zu erlernen, werden zukünftig Fortbildungen und 
Sensibilisierungsmaßnahmen angeboten. Sie lösen „Barrieren“ und geben Hilfestellungen. 
Die konkrete Umsetzung des Fortbildungs- und Sensibilisierungskonzeptes erfolgt nach 
einer konkreten Bedarfserfassung. 
Beratungen der Teams zu konkreten Bedarfen 
Die Anfragen zu Inklusion und Barrierefreiheit kommen aus allen Bereichen der 
Museumsarbeit: von Vermittlungskonzepten, Hands-on oder multimedialen Formaten, 
Formularen und Dateien, Werbung und Kommunikation, Ausstellungen und 
Museumsgebäude. Hierbei können im Rahmen von individuellen Beratungen erste 
Orientierungen gegeben werden. Das gezielte Fortbildungs- und Sensibilisierungskonzept (s. 
Punkt 3) wird diese zielgerichtet und weitgehend ablösen.  
Publikationen, Handreichungen, Checklisten  
Um einen gemeinsamen inklusiven Rahmen zu fixieren und als Arbeitshilfen für die 
unterschiedlichen Belange werden entsprechende Verschriftlichungen erstellt.  
Netzwerkarbeit und Kooperationen 
 Die Vernetzung mit städtischen Kolleg*innen und Abteilungen sowie kommunaler 
Gremienarbeit, der Kontakt zu nationalen und internationalen Institutionen und Expert*innen

ist die Basis für alle vorab genannten Handlungsfelder. Der fachliche Austausch und das 
Feedback wird zur Verbesserung des Arbeitsfeldes genutzt. Daher gehört die Präsentation 
von Methoden, Vermittlungsprogrammen und Strategien auf Tagungen und in Form von 
Publikationen zum Arbeitsbereich.  
Der Umfang des Querschnittsthemas Inklusion – es durchzieht alle vom Museumsdienst 
betreuten Bereiche, von den neun Museen über die Artothek bis hin zu den Bodenbefunden 
innerhalb der Stadt sowie die Bereiche Outreach, Schule, personale und digitale Vermittlung 
– erfordert Priorisierung. Bis vorerst Ende 2023 liegt der Fokus auf  
 Fortbildungen und Sensibilisierung  
 Partizipation  
 Vermittlungsangeboten  
 
3. Museum und Outreach 
Auftrag und Nutzen 
Der Bereich Outreach des Museumsdienstes Köln umfasst aufsuchende 
Vermittlungsangebote, die außerhalb der Museen, beispielsweise in Schulen, Jugend- und 
Senior*innenzentren und anderen (sozialen) Institutionen stattfinden. Die Idee ist, 
unterschiedlichen Zielgruppen direkt in ihrem Umfeld zu begegnen. Die aufsuchenden 
Angebote verknüpfen daher museale Inhalte mit den Lebenswelten der Teilnehmenden und 
schaffen niedrigschwellige und partizipative Angebote. 
Von KiTa-Kindern bis zu Senior*innen – die Angebotspalette des Museumsdienstes wird 
stetig und konsequent um weitere Outreach-Angebote erweitert, ohne dass diese als Ersatz 
zu Programmen im Museum betrachtet werden. Outreach stellt ein Vermittlungsformat dar, 
das eigenständig und autark neben den Angeboten in den Häusern stattfindet. 
Im Rahmen der Verwaltungsreform konnte eine unbefristete Stelle „Leitung Programme 
Outreach“ geschaffen werden. Dadurch werden die Bestrebungen des Museumsdienstes, 
Vermittlungsangebote für die gesamte Kölner Bevölkerung zu schaffen und sein Publikum 
am kulturellen Erbe mit all seinen Bezügen zu einer ständig sich wandelnden Gesellschaft 
teilhaben lassen systematisch fortgeführt und gebündelt werden.  
Ausgangssituation 
Im Selbstverständnis eines Museums ist die Vermittlungsarbeit eine verbindliche Aufgabe. 
Periodische Schließungen von Museen aber auch bildungspolitische Überlegungen haben in 
den letzten Jahren weltweit Outreach-Angebote entstehen lassen. Die Entwicklung ist stark 
dynamisch: von sogenannten „Museums-Koffern“ der 1960er Jahren im angelsächsischen 
Raum über monothematische „Leihsammlungen“ mit didaktischem Material oder „Travelling 
Exhibitions“ wie in Skandinavien bis zu mobilen Museumsbussen in afrikanischen und 
südamerikanischen Flächenstaaten. Stets geht es darum Menschen zu erreichen, die auf 
Grund einer großen Distanz Museen nicht besuchen können 
In einem dicht besiedelten Bundesland wie NRW mit einer breiten Museumslandschaft ist die 
geographische Erreichbarkeit kein Argumentationsgrund. Hier werden mobile Einrichtungen, 
wie z. B. in Köln das Projekt „museenkoeln IN DER BOX“ Erfolg (seit Mai 2020) jedoch 
genutzt, um Nicht-Besucher*innen, bzw. Noch-Nicht-Besucher*innen in den einzelnen 
Stadtteilen zu erreichen. Eine besondere Form von aufsuchender Museumsarbeit wird in 
Köln seit 2008 durch den „Museumsbus“ realisiert: Hier werden Schulklassen aus dem 
Kölner Umland vom Schultor direkt ins Museum und wieder zurück zur Schule gebracht. Der 
Museumsbus wurde 2021 als buchbares Angebot verstetigt.

Im Kontext der Coronapandemie hat die Outreach-Arbeit beim Museumsdienst an 
Bedeutung gewonnen: Da Einrichtungen wie Schulen und Kitas wieder geöffnet wurden, als 
Kultureinrichtungen noch geschlossen waren, konnten hier Vermittlungsangebote 
durchgeführt werden. Auch nach der Wiedereröffnung der Museen war vielen Gruppen ein 
Museumsbesuch nicht möglich, so dass viele Zielgruppen auf Outreach-Angebote 
zurückgegriffen haben.  
Arbeitsschwerpunkte 
Vorbilder von Outreach-Konzepten und -Methoden werden meist aus der Arbeit mit der 
Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ entnommen: Hier sind dialogische Formate seit 
Jahrzehnten selbstverständlich bei der Vermittlung von Kunst und Kultur, ebenso der Einsatz 
von Hands-on Materialien wie Repliken, Materialproben oder auch originale 
Sammlungsstücke zur Vermittlungsarbeit. Kinder und Jugendliche profitieren häufig von 
aufsuchenden Angeboten, da im gewohnten Umfeld eine unbefangene Auseinandersetzung 
und Begegnung mit fremden Inhalten leichter fallen kann. Prinzipien und Methoden aus 
diesen Vermittlungsansätzen können für alle Zielgruppen im Outreach angewandt werden, 
um eine natürliche Zugewandtheit und Selbstverständlichkeit im Umgang mit Kunst und 
Kultur für alle zu ermöglichen und zu fördern. Bedürfnisse der „Nicht-Besucher*innen“ sollen 
hierbei Gehör finden und sich in der Angebotspalette niederschlagen. Folgende Angebote 
wurden 2020  und 2021 etabliert und in 2022ff ausgebaut: 
museenkoeln IN DER BOX 
Das Projekt „museenkoeln IN DER BOX“ erweitert den Outreachbereich, um speziell in 
Stadtvierteln mit besonderem Förderbedarf Museumsinhalte vor Ort nicht nur Kinder und 
Jugendliche, sondern auch an Familien und Senior*innen zu vermitteln. Ein eigens für das 
Projekt umgerüstetes Fahrzeug mit E-Antrieb und voller Objekten und Materialien (Finanziert 
durch Drittmittel und Sachleistungen) dient in Stadtvierteln mit besonderem Förderbedarf als 
Ausgangspunkt für Workshops mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Erwachsenen. 
OGS-Angebote 
2020 und 2021 hat der Museumsdienst Köln rasch auf den coronabedingten Bedarf reagiert 
und vielfältige Angebote im Outreach für Kinder und Jugendliche in Schule und Freizeit 
entwickelt, so dass momentan ein breites Angebot für diese Zielgruppe besteht. Bei der 
Weiterentwicklung dieser Formate sollte nun verstärkt auf Qualitätsmanagement geachtet 
werden. Qualität geht hier vor Quantität.  
KiTa 
2022 wird die begonnene Ausarbeitung eines Outreach-Angebotes für Kindertagesstätten 
fortgeführt und erweitert. Es werden Angebote entstehen, die allen KiTas im Stadtraum ein 
museales (Bildungs-)Erlebnis unabhängig von Anfahrtsschwierigkeiten, niedrigen 
Betreuungsschlüsseln oder Zeitmangel ermöglichen. 
Lebenslanges Lernen (LLL) 
Ebenfalls Priorität hat der Ausbau des Bereiches Lebenslanges Lernen/Senior*innen. In 
Planung sind die Konzeption und Umsetzung bildnerisch-praktische Workshops und 
Angebote zum kreativen Schreiben in den einzelnen „Veedeln“ und/oder Senior*innen-
Einrichtungen. 
Ausblick 
Ab 2023 sollen weitere bisher nicht berücksichtigte Zielgruppen in den Fokus rücken: 
Strafvollzugsanstalten, Krankenhäuser, Hospizstationen, Notschlafstätten, Frauen- und

Männerhäuser, Obdachloseneinrichtungen oder Wohngruppen können neue Bereiche sein. 
Die dafür notwendigen Voraussetzungen sind zu eruieren.  
Perspektivisch wird eine Vernetzung von Outreach-Anbietern in musealen Bereich sowie ein 
Erfahrungsaustausch von Initiator*innen im Rahmen von Tagungen und Publikationen 
angestrebt. Als „Querschnittsvermittler“ aller städtischen Museen in Köln kann der 
Museumsdienst Köln für den Bereich Outreach in Zukunft eine wegweisende Rolle 
einnehmen. Die stetige Erweiterung der Angebotspalette im Bereich Outreach muss dann 
jedoch finanziert werden. Eine Verankerung im Haushalt wird angestrebt.  
 
4. Digitale Vermittlung  
Auftrag und Nutzen 
Im Rahmen der Verwaltungsreform wurden im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes analoge 
wie digitale Vermittlungsformate analysiert und auf Verbesserungsbedarf geprüft. Die 
Bedeutung von digitalen Vermittlungsformaten steigt in Museen und Kultureinrichtungen seit 
Jahren stetig, pandemiebedingte Schließungen haben dies noch einmal erheblich verstärkt. 
Die Vermittlung mittels digitaler Hilfsmittel und Medien ist jedoch auch unabhängig von den 
aktuellen Einschränkungen ein geeigneter Weg, neue Zielgruppen zu erreichen und 
Museuminhalte leichter und passgenauer zugänglich zu machen. 
Digitale Vermittlung kann und soll die Vermittlung vor Ort nicht ersetzen. Sie kann sie aber 
sehr gut ergänzen und erweitern. Bei der Konzeption digitaler Formate muss daher immer 
ein Mehrwert des digitalen Angebotes gegeben sein:  
 Größere Reichweite. Publikum in und außerhalb Kölns kann erreicht werden, vor 
allem im deutschsprachigen Raum, aber bei entsprechenden Angeboten auch 
darüber hinaus. Auch weniger mobile Gruppen wie (Senior*innen; 
mobilitätseingeschränkte Menschen) können im Digitalen eher an Veranstaltungen 
teilnehmen.  
 Erreichen neuer Zielgruppen: Die Hemmschwelle, ein Museumsgebäude zu betreten, 
fällt weg, digital-, aber nicht museumsaffine Gruppen werden leichter angesprochen. 
 Veranstaltungen können unabhängig von Öffnungszeiten und Gruppengrößen 
stattfinden.  
 Blicke hinter die Kulissen (Restaurierung, Depot, Provenienzforschung) sowie nah an 
den Details (Vergrößerungen, Röntgenaufnahmen) ermöglichen neue Blickwinkel.  
 Der Barrierefreiheit werden neue Möglichkeiten eröffnet.  
 Sammlungen oder Themen mehrerer Museen in oder außerhalb Kölns können 
zusammen behandelt werden.  
 Durch Einbindung von Chat- und Kommentarfunktionen sowie Social Media ist 
Partizipation leicht möglich.  
Dieser Mehrwert unterstützt den Auftrag der Museen, das kulturelle Erbe der Stadt Köln mit 
einem stärker lebensweltlichen Ansatz zu den Menschen zu bringen 
Ausgangssituation  
Bis 2020 beschränkten sich die Angebote auf Downloadmaterial vor allem für Lehrkräfte 
sowie die Mitarbeit an Produkten der Museen wie Medienguides o.ä., die online verfügbar 
waren und sind. Seit 2020 erfolgt eine kontinuierliche Erweiterung des Downloadmaterials, 
das nun auch die Zielgruppen Kinder und Familien sowie Erwachsene einbindet und neben 
reinen Infos oder Aufgabenblättern auch Kreativaufgaben bietet.

Ebenfalls seit 2020 wurden digitale Produktionen wie Tutorials zu praktischen (Museums-) 
Themen sowie Filme, in denen Objekte im Rahmen einer kreativ-informative Geschichte 
vorgestellt, werden, produziert. Der Zugang ist niedrigschwellig und soll überraschen. 
2021 folgten Konzeption und Durchführung digitaler Veranstaltungen wie Live-Vorträge oder 
Quizrunden. Weitere Formate sollen folgen. 
Erste Beispiele für Serious Gaming wurden konzipiert, ebenso Didaktik-Tools für die Nutzung 
von virtuellen Rundgängen durch Schüler*innen. 
Bei der technischen Infrastruktur ist auf die Vorgaben der Stadt Köln hinsichtlich nutzbarer 
Software sowie noch zu tätigende Ausgaben für Hardware (Mikrofone, etc.) zu achten. 
Zudem fehlte bis vor kurzem noch ein Bezahlsystem, um kostenpflichtige digitale 
Veranstaltungen anzubieten. Dies wird derzeit aber implementiert. 
 
Handlungsfelder und Schwerpunkte 
Die digitale Vermittlung ist ein sehr dynamisches Feld mit stetig wachsendem Angebot und 
vielen neuen Formaten. Daher sind die beständige Suche nach Best-Practice-Beispielen und 
ihre Prüfung zur Adaption grundlegend wichtig.  
Die bereits bestehenden Formate bei digitalen Produktionen und Veranstaltungen werden 
2022ff fortgeführt und stetig verbessert. Dabei ist die Analyse von Workflows und eigenen 
Erfahrungen ebenso wichtig wie die Evaluierung der Angebote. Die museumsübergreifenden 
Angebote des Museumsdienstes sollten bei den Produktionen wie bei den Veranstaltungen 
vermehrt in den Fokus rücken. Dies stärkt den themenbasierten Ansatz, der sich auch in der 
Gesamtstrategie des Museumsdienstes wiederfindet. Zu Sammlungsthemen einzelner 
Häuser wird es weiterhin entsprechende analoge wie digitale Angebote geben.  
Folgende Faktoren sind für die weitere Entwicklung digitaler Vermittlungsangebote 
grundlegend:  
 Ein Mehrwert digitaler Formate muss gegeben sein. 
 Es soll keine Konkurrenz zu den Produkten der einzelnen Museen entstehen. 
 Die Entwicklung von museumsübergreifenden Themen ist ein Schwerpunkt. 
 Möglichkeiten zur Partizipation sollen geschaffen werden.  
 Qualität geht vor Quantität. 
 Es werden Angebote für alle Zielgruppen geschaffen, der Fokus liegt aber auf 
niedrigschwelligen Angeboten. 
Entwickelt wird ein Angebotsportfolio aus vorproduzierten Filmen und Vorträgen, 
Produktionen, Live-Formaten, Download-Material sowie eine Kombination dieser Bausteine 
Auch Kombinationen analoger und digitaler Formate sind denkbar. Das Angebotsportfolio 
zahlt ein auf die Digitalstrategie der Museen.  
In der Weiter- und Neuentwicklung der Formate ist auf permanentes Qualitätsmanagement 
und die Kanalisierung der Angebote zu achten. Daher ist ein so schnelles Wachstum wie in 
den letzten beiden Jahren – auch im Hinblick auf finanzielle und personelle Ressourcen – 
nicht zwingend aufrecht zu erhalten. Eine langsamere Steigerung des digitalen Angebots ist 
besser mit den Ressourcen vereinbar und stellt die Qualität in den Mittelpunkt des Arbeitens.  
Folgende nächste Schritte sind geplant: 
 Qualitätsmanagement: Feedbackerhebungen zu entstandenen Veranstaltungen und 
Produktionen inkl. deren Analyse mit dem Ziel ihrer Verstetigung und 
Qualitätssicherung

 Kompetenzuwachs: Zur Erweiterung des Portfolios sind Fortbildungen von 
Mitarbeiter*innen (intern) zu Methoden und Tools erforderlich.  
 Wissenszuwachs: Etablierung einer museumsübergreifenden Arbeitsgruppe für 
Austausch, Beratung und Diskussion.Ressourcen: Geeignete Fördermittelbereiche 
sind zu identifizieren.  
 
5. Personale Vermittlung 
Auftrag und Nutzen 
Angesichts des demographischen Wandels ist die Erweiterung und Diversifizierung des 
Vermittlungsangebotes beim  Museumsdienst im vollen Gang. Dies führt unweigerlich zu 
einem erhöhten Bedarf und Einsatz von freiberuflichen Kräften (quantitativer Zuwachs), aber 
auch zu immer neuen Anforderungen und Qualifikationsbedarfen (qualitativer Zuwachs). Die 
Einbeziehung neuer Zielgruppen und die Intensivierung digitaler Vermittlungsarbeit erfordern 
Kompetenzen jenseits alleiniger Fachexpertise, während Angebote im „Outreach“ höhere 
Flexibilität und Mobilität im gesamten Kölner Stadtraum erfordern.  
Daraus erwächst ein Bedarf an freiberuflichen Kräften mit verändertem Kompetenzprofil und 
an Kompetenzgewinn für die bereits vorhandenen Teams. 
Um auch in Zukunft qualitativ hochwertige Bildung und Vermittlung für ein sich veränderndes 
Publikum mit vielfältigen Erwartungen, Voraussetzungen und Wünschen anzubieten, sollen 
Akquise, Ausbildung und Coaching der freien Mitarbeiter in Zukunft systematisiert und 
ausgebaut werden. Ziel ist es, das bestehende Team zu vergrößern, sowie seine 
Fähigkeiten, Kompetenzen und Einsatzmöglichkeiten breiter aufzustellen.  
Ausgangssituation  
In den vergangenen Jahren ließ sich ein Wandel im Berufsfeld der freiberuflichen 
Mitarbeiter*innen erkennen. Die Teams zeigten eine höhere Fluktuation, die 
Vermittlungsarbeit wurde vermehrt als Durchgangsstation betrachtet. Es kam und kommt zu 
Engpässen.  
Die Covid19-Pandemie hat seit 2020 zu weiteren nachhaltigen Veränderungen in den 
freiberuflichen Teams des Museumsdienstes geführt: Nach Wiederöffnung der Museen 
stehen viele Guides gar mehr oder nicht mehr im selben Ausmaß für die Übernahme von 
Honorartätigkeiten zur Verfügung. Gleichzeitig ist durch die Schaffung von Angeboten für 
neue Zielgruppen sowie Angeboten online und im Outreach der Bedarf an freien 
Mitarbeiter*innen stark gestiegen.  
Das bisherige Verfahren zur Akquise neuer freiberuflicher Guides zu überprüfen und zu 
revidieren. Daher wurde 2021 im Rahmen der Verwaltungsreform die 
Zugangsvoraussetzungen zur freiberuflichen Mitarbeit im Museumsdienst neu definiert und 
erweitert. Das Qualitätsmanagementsystem wurde angepasst und Akquiseprozesse in Gang 
gesetzt.  
Handlungsfelder und Schwerpunkte 
Folgende drei Arbeitsschwerpunkte wurden für den Bereich der personalen Vermittlung 
identifiziert: 
Akquise 
Die Akquise neuer freier Mitarbeiter*innen soll in Zukunft wird aktiver betrieben. Dabei ist auf 
eine Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen, mit Hochschulen und Museumsverbänden 
zu achten.

Ausbildung 
In Zukunft sollen vermehrt Personen als freie Mitarbeitende (Museumsguides, 
Werkstattleitungen etc.) gewonnen werden, die auch Kompetenzen außerhalb der bisherigen 
Fachrichtungen besitzen (sozial- oder heilpädagogische Qualifikationen, künstlerisch-
handwerklichen Fähigkeiten etc.). Zur Qualitätssicherung der Vermittlungsangebote wird 
flankierend ein modulares Traineesystem beim Museumsdienst etabliert.  
Lebenslanges Coaching  
Der beschriebe Wechsel von An- und Herausforderungen an die freiberufliche 
Museumspädagog*innen führt konsequenter Weise zu kontinuierlichen Briefings und  
Schulungen („Lebenslanges Coaching“) der Teams, gerade im Hinblick auf Methoden und 
Kompetenzen. Das modulare Traineesystem soll daher auch für die Weiterbildung der 
bestehenden Teams genutzt und weiterentwickelt werden. 
Folgende nächste Schritte sind geplant: 
 Recruiting: Publikation neuer Profilanforderungen und aktive Akquise, v.a. im 
Hochschulbereich 
 Network: Intensivierung des Austauschs mit anderen Kultur- und 
Bildungseinrichtungen vor Ort und in der Region 
 Qualitätsmanagement: Etablierung eines modularen Traineesystems und Umsetzung 
eines Basismoduls bis Ende 2022 
 Qualitätssicherung: Überarbeitung der Honorarordnung mit dem Ziel einer Erhöhung 
zum 1.1.2023.

Mitteilung Ausschuss

8748 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/4522 
 
Vorlagen-Nummer 23.02.2022 
 0595/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 08.03.2022 
 
Strategiepapier zur museumsübergreifenden Bildungs- und Vermittlungsarbeit 
Der Museumsdienst Köln leistet hausbezogen Vermittlungsarbeit für die städtischen Museen. Darüber 
hinaus bündelt er übergreifende Vermittlungsthemen und macht Museumsinhalte in themenbasierten, 
museumsübergreifenden Angeboten nutzbar – weg von der einzelnen Sammlung hin zum Thema und 
seinen Facetten. 
 
Digitaler Wandel, Diversität, Inklusion, Partizipation und Nachhaltigkeit sind Themen, die die Vermitt-
lungsarbeit in den Kölner Museen permanent formen und erweitern. Um die Bedürfnisse des Publi-
kums zu erfüllen und das reichhaltige kulturelle Erbe der Stadt zeitgemäß und nah an der Lebens-
wirklichkeit der Museumsbesucher*innen zu vermitteln, hat der Museumsdienst Köln im Kontext der 
Verwaltungsreform #wirfürdiestadt das folgende Strategiepapier entwickelt und 2020/2021 projekthaft 
einzelne Bereiche erprobt. 
 
Das Papier (s. Anlage) fasst das Selbstverständnis des Museumsdienstes als Bildungseinrichtung 
sowie seine Arbeitsschwerpunkte in den fünf Arbeitsbereichen 
 
 Diversität  
 Inklusion  
 Outreach  
 Digitale Vermittlung  
 Personale Vermittlung 
 
zusammen. Die hausbezogene Bildungsarbeit und die Vermittlung für die sehr relevanten schulischen 
Zielgruppen werden außerhalb der einzelnen Strategiekonzepte iterativ, nach Themen und Anlässen 
permanent der Nachfrage angepasst. 
 
Das zukunftsorientierte Arbeitsfeld 1: Diversität trägt den Bedarfen einer sich wandelnden Stadtge-
sellschaft Rechnung. Es nimmt ein breites, heterogenes Publikum in den Blick, das sich bisher nicht 
oder nicht ausreichend im Programm wiederfindet. Hierbei wählt es einen inklusiven und intersektio-
nalen Ansatz, der sich an Barrieren, Diskriminierungen und individuellen Lebenserfahrungen orientiert 
statt Gruppenzuschreibungen und Marginalisierungen fortzuschreiben. Dies geschieht in den vier 
Schwerpunkten Programm, Personal, Projekte/Kooperationen und Partizipation.  
Um neue Wege in der Vermittlung zu gehen und ein neues Publikum zu erreichen, sind auch Verän-
derungen in anderen Museumsaufgaben – Sammeln, Forschen und Ausstellen – notwendig, damit 
sich Menschen in der Narration der Ausstellung und in der Sammlung wiederfinden. Daher geht der 
Aufgabenbereich durch partizipative Projekte und beratende Unterstützung der Museen über die reine 
Vermittlungsarbeit hinaus und sorgt für ein Überdenken gängiger Paradigmen. 
Der Programmbereich Diversität ist langfristig angelegt. Die Fortentwicklung des freiberuflichen Ver-
mittlungsteams, die Bindung der Zielgruppen, die Pflege des Netzwerkes sowie die Etablierung neuer 
Angebote und Kommunikationswege sind mittel- und langfristige Prozesse. Parallel jedoch sorgen 
einzelne Maßnahmen (z.B. im Bereich Mehrsprachigkeit) für frühzeitige Sichtbarkeit.

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Diversität ist eine Querschnittsaufgabe und betrifft hierdurch alle Bereiche des Museumdienstes. 
Hierbei spielen interne Vernetzung, Beratung und Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Daher ist der 
Programmbereich in verschiedene interne Prozesse des Museumsdienstes eingebunden und unter-
stützt die Arbeit der Kölner Museen über die reine Vermittlungsarbeit hinaus. 
 
Das Arbeitsfeld 2: Inklusion zielt darauf ab, die Ansprüche aus Politik, Kultur und Gesellschaft zu 
Inklusion und Barrierefreiheit nachhaltig, qualitativ und zielgruppengerecht zu erfüllen. Die Strategie 
kann zusammenfassend mit folgenden Kernaussagen beschrieben werden:  
 
Inklusion braucht die Einbindung der Zielgruppe 
Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung sind partizipativ als Expert*innen in eigener Sache 
einzubeziehen. Dabei bildet die Zusammenarbeit im „Runden Tisch Inklusion und Museum“ die Basis 
für die Schaffung von museumsspezifischen, inklusiven und nachhaltigen Bildungs- und Vermitt-
lungsangeboten.  
 
Inklusion meint mehr als Menschen mit verschiedenen Behinderungen 
Auch Personengruppen von durch Alter gezeichneten Senior*innen über Menschen mit Einschrän-
kungen nach einem Unfall bis zu jungen Eltern mit Kinderwagen profitieren von einem inklusiven Um-
feld.  
 
Inklusion muss entlang der visitor journey umgesetzt werden 
Es sind alle Belange der Besucher*innen zu berücksichtigen. Dies reicht von der Information vor Be-
such eines Museums, Weg, Architektur und Orientierung eines Museums sowie der Ausstellungsin-
halte von Objekten über Texte zu Multimediaguides bis zum Umgang von Service- und Vermittlungs-
personal mit heterogenen Besuchergruppen. 
 
Inklusion ist ein immerwährender Prozess 
Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilnahme an, Nutzung von und Mitwirkung beim inklusiven Mu-
seumserleben entwickeln sich beständig sowohl im Kulturbereich als auch in der Forschung zu an-
gewandter Praxis und Design weiter. Diese Impulse und Entwicklungen sollen bei der Arbeit sinnvoll 
Berücksichtigung finden. Inhaltlich angebunden ist das Thema beim Programmbereich „Inklusion und 
Museen“, der im Rahmen der Verwaltungsreform geschaffen wurde. 
 
Das Arbeitsfeld 3: Outreach ist eine der möglichen Antworten auf die Veränderungen, denen Muse-
en gegenüberstehen. Ziel der kommenden Jahre wird es sein, Outreach in all seinen Formen als un-
verzichtbare Aufgabe in den Museen und Kultureinrichtungen zu implementieren. Hierzu bedarf es 
nicht nur finanzieller Mittel, sondern auch einer nachhaltigen  und langfristigen Ausgestaltung. 
Demographischer Wandel und die wachsende Diversität der Bevölkerung im urbanen Umfeld werden 
das klassische Museumspublikum verringern. Outreach kann die gesellschaftliche Akzeptanz und 
Relevanz von Museen fördern, die Reichweite von städtischen Kultureinrichtungen erhöhen und die 
Selbstkompetenz der Bürger*innen sowie deren aktiven Umgang mit Kultur ermöglichen. Langfristig 
entsteht eine Vertrauensbasis zwischen Bürger*innen und Kulturinstitutionen. Somit ist Outreach ein 
Weg, für die nächsten Jahrzehnte das Museum als Institution in seiner Existenz zu festigen und in 
seiner gesellschaftlichen Bedeutung zu stärken. 
Vor diesem Hintergrund hat der Museumsdienst den Programmbereich Outreach personell etabliert 
und strukturell ausgebaut. Im Fokus steht die aufsuchende Vermittlungsarbeit vor Ort, zunächst mit 
den Zielgruppen KiTa, Schule, OGS und Senior*inneneinrichtungen.  
 
Bildungsangebote im digitalen Raum haben eine hohe Sichtbarkeit. Folglich bietet das Arbeitsfeld 4: 
Digitale Vermittlung Chancen wie das Erreichen neuer Zielgruppen, aber auch Herausforderungen 
wie die Auswahl geeigneter Formate aus einer Vielzahl technischer Möglichkeiten. Der Museums-
dienst Köln wird seine bestehenden Formate fortlaufend einer Qualitätssicherung unterziehen, diese 
aktuell zu halten und neue Angebote zu schaffen. Dabei zählt weniger die Masse an Möglichkeiten, 
sondern vielmehr die Qualität der Angebote – ein Grundsatz, den der Museumsdienst auch in seiner 
analogen Bildungsarbeit in den Museen verfolgt. 
Überzeugende Angebote digitaler Vermittlung sind mit einem hohen personellen und finanziellen 
Aufwand verbunden. Dies kann teilweise über Fördermittel aufgefangen werden, für eine nachhaltige 
Entwicklung sollte der Bereich digitale Vermittlung jedoch auch im Haushalt berücksichtigt werden.

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Digitale Vermittlungsarbeit ist, anders als die vorgenannten Arbeitsfelder, nicht mit Stellenanteilen 
ausgestattet. Daher ist das Thema bis auf weiteres im Team zu führen. 
 
Das Arbeitsfeld 5: Personale Vermittlung ist der Hauptgegenstand der Bildungsarbeit des Muse-
umsdienstes. Aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen, struktureller Veränderungen im Museums-
dienst und der Covid19-Pandemie ist ein akuter Bedarf an neuen, flexiblen freien Museumspäda-
gog*innen mit neuen und vielfältigen Kompetenzen entstanden. Die Anpassung der Akquise, Aus- 
und Weiterbildung für freiberufliche Teams ist daher eine notwendige Reaktion auf die aktuelle Situa-
tion, ermöglicht aber auch die inhaltliche Neuausrichtung bzw. Weiterentwicklung des Vermittlungs-
programms und die Stärkung des Museumsdienstes im Wettbewerb um Talente. Die für eine Verän-
derung relevanten Schritte von Recruiting bis Qualitätssicherung wurden erarbeitet.  
 
Im Laufe des Jahres 2022 wird ein weiteres Strategiekonzept zum Thema Lebenslanges Lernen er-
arbeitet. Insgesamt kann festgehalten werden, dass dank der Verwaltungsreform eine nachhaltige 
Veränderung der Bildungs- und Vermittlungsarbeit für die Museen der Stadt Köln angestoßen und 
verankert werden konnte. Damit ist ein wichtiger Baustein für ein wirkungsvolles Audience Develop-
ment gelegt.  
 
gez. Charles

Beratungsverlauf (1)

08.03.2022 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0595/2022
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
23.02.2022
Erstellt
17.02.2022 13:24