V/0293/2013
Sachstandsbericht 2013 zum Handlungskonzeptes zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 und Ergebnisse der Energie- und Klimabilanz 1990 - 2011
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Berichtsvorlage
5682 Zeichen
V/0293/2013
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Betrifft
Sachstandsbericht 2013 zum Handlungskonzeptes zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
2020 und Ergebnisse der Energie- und Klimabilanz 1990 - 2011
Beratungsfolge
02.07.2013 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht
04.07.2013 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht
Bericht:
Der Rat der Stadt Münster hat am 08.12.2010 das Handlungskonzept zur Umsetzung des Klim a-
schutzkonzeptes 2020 beschlossen (V/0592/2010 sowie V/0592/2010/E1) und dabei die Verwa l-
tung beauftragt, nach zwei Jahren einen Sachstandsbericht vorzulegen, der mit dieser Vorl age
den zuständigen Gremien zur Kenntnis gegeben wird. Insgesamt ist die Umsetzung der Ma ß-
nahmen auf einem guten Weg und eine Vielzahl an Maßnahmen ist in Angriff genommen wo r-
den. Der Umsetzungsstand kann daher als positiv bewertet werden. In der Anlage ist der Sac h-
stand in einer Übersicht mit kurzen Erläuterungen zu allen Maßnahmen zusammengestellt wo r-
den (Anlage 1).
Die Finanzlage zur Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen stellt sich wie folgt dar:
Haushaltsmittel 2011 2012 2013
Handlungskonzept 2020 gemäß V/0592/2010/E1
- Ansatz 285.000,- Euro 405.000,- Euro 245.000,- Euro
- Übertrag aus Vorjahr 245.000,- Euro 135.000,- Euro
- verausgabt 40.000,- Euro 395.000,- Euro
Weitere Haushaltsmittel 2011 2012 2013
Projektmittel Klenko 56.000,- Euro 55.000,- Euro 56.000,- Euro
Schulprojekt – BMU* gefördert 67.640,- Euro 60.120,- Euro **
Allianz f. Klimaschutz – BMU*
gefördert
53.000,- Euro 59.520,- Euro 54.800,- Euro
Verbraucherzentrale Energiebe-
ratung Münster
57.400,- Euro 57.400,- Euro 49.200,- Euro***
Klimaschutzpartnerschaften 6.000,- Euro 5.890,- Euro 0,- Euro
* BMU - Bundesumweltministerium
** die 3 jährige Förderung für das Schulprojekt ist Ende 2012 ausgelaufen und ein neuer Antrag zur
Folgeförderung im März 2013 gestellt worden.
*** Kosten auf Grund krankheitsbedingter Ausfälle in 2012 + 2013 reduziert
Vorlagen-Nr.:
V/0293/2013
Auskunft erteilt:
Frau Wildt
Ruf:
492 67 03
E-Mail:
WildtB@stadt-muenster.de
Datum:
12.06.2013
Öffentliche Berichtsvorlage
2
V/0293/2013
Da im Jahr 2011 die personelle Verstärkung erst zum Ende des Jahres umgesetzt werden kon n-
te, konnten nur wenige neue Projekte aus dem Handlungskonzept in Angriff genommen werden,
wobei die offenen Haushaltsmittel in das Jahr 2012 übertragen worden sind. Der Aufbau und die
Umsetzung der bestehenden Projekte (wie z.B. Schulprojekt, Allianz f. Klimaschutz, Münster
packts! etc.) haben alle personellen Kapazitäten gebunden. Im Jahr 2013 ist der Ansatz im Ra h-
men der Haushaltskonsolidierung von 405.000,- Euro um 140.000,- Euro reduziert worden sowie
20.000,- Euro sind für die Umsetzung der Maßnahme „Öffentlichkeitsarbeit umweltfreundliche
Mobilität“ in 2014 geschoben worden, so dass der neue Ansatz 245.000,- Euro beträgt.
Das positive Ergebnis der bisherigen Klimaschutzarbeit in Münster spiegelt sich aber nicht nur im
Sachstandsbericht wider, sondern auch in den Ergebni ssen der Energie - und Klimabilanz 2011
für Münster, die mit diesem Bericht ebenfalls vorgelegt werden soll.
Im Rahmen der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes 2020 ist die Bilanzierung überarbeitet
worden und wird nunmehr jährlich fortgeschrieben. Die detaillierte Darstellung der Ergebnisse der
Energie- und Klimabilanz 2011 sind dem beigefügten Bericht (Anlage 2) zu entnehmen.
Insgesamt kann die Entwicklung der Energie- und Klimaschutzbilanz mit einem Ergebnis von
18% CO 2-Reduzierung bis 2011 als positiv bewertet werden, wobei das angestrebte Klim a-
schutzziel mit einer CO2-Reduzierung von 40% bis 2020 noch weiterer intensiver Anstrengungen
in den kommenden Jahren bedarf.
In allen Sektoren ist der Trend zur Reduzierung der CO 2-Emissionen in Münster seit 1 990 er-
kennbar, der sich besonders deutlich bei den privaten Haushalten und im gewerblichen Bereich
darstellt. Die umfangreichen Maßnahmen der aktiven Klimaschutzarbeit in Münster seit fast 20
Jahren zeigen hier ihre Wirkung, wobei diese positive Entwicklun g natürlich durch die zune h-
menden Klimaschutzaktivitäten auf Europa -, Bundes - und Landesebene - wie im Klimaschut z-
konzept 2020 mit der Maßnahme “ Akteure plus“ beschrieben (vgl. Klimaschutzkonzept 2020,
Kapitel 8, S.108) - forciert worden ist.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
1990 1995 2000 2005 2006 2009 2010 2011 Ziel
2020
Ziel 2020
Verkehr
Industrie
Gewerbe +
Sonstiges
Private
Haushalte
Münster 2012
100%
98%
90%
82%84% 84%
98% 95%
3
V/0293/2013
Das im Jahr 2010 vom Rat der Stadt Münster verabschiedete Handlungskonzept zur Umsetzung
des Klimaschutzkonzeptes 2020 ist in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt worden, wobei
verschiedene Maßnahmen noch verstetigt und intensiviert werden müssen, wie z.B. di e Einbin-
dung der Bürger und der Unternehmen in die Klimaschutzaktivitäten. Dies gilt aber auch für den
Ausbau der Sanierungstätigkeit und die Verbesserung der Dämmstandards bei privaten Gebä u-
den oder die konsequente Umsetzung der verkehrsplanerischen Maßna hmen aus dem Han d-
lungskonzept.
Die Berichtsvorlage soll dem Beirat für Klimaschutz in seiner Sitzung am 16.07.2013 vorgestellt
werden und seine Stellungnahme den politischen Gremien zur Verfügung gestellt werden.
i.V.
gez.
Thomas Paal
Stadtrat
Anlage 1: Sachstandsbericht 2013 zum Handlungskonzept zur Umsetzung des Klim a-
schutzkonzeptes 2020
Anlage 2: Energie- und Klimabilanz der Stadt Münster 2011
Anlage 1 zu V/0293/2013
46684 Zeichen
Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 gemäß V/0592/2010 sowie V/0592/2010/E1 vom 08.12.2010 Anlage 1 zu V/0293/2013 Sachstandsbericht 2013 Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 Ü1 Klimaschutzkoordination (Klenko) personell ausbauen Die Klenko war mit 2 Stellen besetzt. Bei der Vielzahl der Themen und Ansprüche war eine deutliche Über- belastung der Mitarbeiter zu verzeichnen und neue Projekte konnten nicht mehr in Angriff genommen wer- den oder bestehende nicht mehr ausgebaut werden. Die Klenko ist mit nunmehr personell auf 4 Personen aufge- stockt worden und das Arbeitsspektrum konnte entspre- chend dem Handlungskonzept 2020 ausgeweitet werden. Neue Themen wie die Klimaanpassung sollen in Zukunft ebenfalls angegangen werden. Ü2 Klimaschutzfond zur Finanzie- rung eines Teils der zusätzli- chen Maßnahmen und Projek- te Zur Finanzierung eines Teils der zusätzlichen Maß- nahmen und Projekte soll ein Klimaschutzfond einge- richtet werden. Finanzierung z.B. aus den Gewinnen der Stadtwerke Münster sowie möglichst ergänzend durch weitere Unternehmen in der Stadt Münster. Auf Grund der angespannten Haushaltslage ist die Umset- zung eines Klimaschutzfonds zurzeit nicht möglich, da der nötige Grundstock nicht gebildet werden kann. Ü3 Klima-Check von Ratsbe- schlüssen Systematik zur durchgängigen Prüfung der Auswirkun- gen von Ratsbeschlüssen auf Klimaschutzstrategie und Klimagasausstoß Das Projekt ist bislang noch nicht in Angriff genommen wor- den, da es im Rahmen der Zuständigkeitsregelung für den Klimaschutz eingebunden werden soll. Die Umsetzung eines Klimacheck für Ratsbeschlüsse sollte zur Erleichterung der Arbeit des Beirates für Klimaschutz beitragen. Ü4 Münsters Allianz für Klima- schutz Aufbau eines stadtweiten Netzwerkes "Allianz für Kli- maschutz" mit gesellschaftlichen Akteuren aus Wirt- schaft, Handwerk, Dienstleistung., etc. zur Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen. Im Mai 2011 wurde die Allianz für Klimaschutz gegründet. Gleich zu Beginn traten 40 Unternehmen der Allianz bei. Im zweiten Projektjahr konnte die Teilnehmerzahl auf 70 Unter- nehmen erhöht werden. Die Unternehmen, Institutionen und Verbände haben sich bisher in mehr als 45 Workshops und Fachveranstaltungen getroffen und mit Hilfe externer Experten Ideen und Projekte für die Einsparung von Energie in den Betrieben entwickelt. Der Fokus lag auf den Themenbereichen Sofortmaßnahmen und Mitarbeitermotivation, Energie-Controlling, Green IT, LED, Optimierung der Regelungstechnik, Solare Eigenstro- merzeugung, energieeffiziente Kältetechnik und Mobilitäts- management. Eine besondere Rolle kommt den so genannten Klima- Paten zu. Sie definieren Ziele, treiben konkrete Projekte voran und repräsentieren die Allianz in der Öffentlichkeit. Dazu treffen sich Vertreter der Firmengruppe Brück, der Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH, der Westfälischen Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 Provinzial Versicherung AG, der Kenersys GmbH, der Stadtwerke Münster GmbH und des Batterieforschungsinsti- tuts MEET der Universität Münster einmal jährlich mit Ober- bürgermeister, Verwaltungsspitze und Politik. Ü5 Fortsetzung und Weiterent- wicklung Öffentlichkeitsarbeit Die guten Aktivitäten in Münster sollen beibehalten und weiter ergänzt werden, z.B. Energiestadtplan Münster ausbauen oder übergreifender Claim für Klimaschutz- projekte Die Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz ist intensiviert und ausgebaut worden, wobei die Grundlagen in der Be- schlussvorlage V/0234/2011 - Fortsetzung und Weiterent- wicklung Öffentlichkeitsarbeit dargestellt worden sind. Ins- besondere sind folgende Projekte umgesetzt worden: 1. „Münster packt´s! Der Bürgerpakt für Klimaschutz“ ist weiter entwickelt worden. Seit Mai 2011 wurden 6 neue Kooperationspartner hinzugewonnen und in 19 verschiede- nen Aktionen (z.B. Infostände auf der Messe Bauen und Wohnen; Hafenfest; Kampagne mit einer Bäckerei, Interkul- turelles Fest; Sommerfest Kinderhaus mit Einbindung ein- kommensschwacher Haushalte, …) wurden weitere 1.000 Bürgerpakt-Teilnehmer gewonnen. Für das Jahr 2013 ist der Schwerpunkt auf Studierende gelegt worden. 2. Das „Klimasparbuch“, ein Ratgeber und Gutscheinbuch zum Klimaschutz im Alltag, wurde in einer Auflagenhöhe von 10.000 Exemplaren in Münster über den Buchhandel verkauft oder als Präsent im Rahmen von verschiedenen Aktionen (auch der Stadtwerke) abgegeben. 3. Eine eigene Seite im Internet www.klima.muenster.de wurde eingerichtet und wird regelmäßig mit aktuellen Infor- mationen zum Thema „Bürgerpakt für Klimaschutz“, „Allianz für Klimaschutz“ und „Bauen und Sanieren“ bestückt. Auch eine Facebook - Seite wurde eingerichtet, wobei eine positi- ve Verstetigung noch nicht erreicht worden ist. 4. Viele Anregungen aus der Beschlussvorlage wurden auf- gegriffen, wie die Beteiligung am Veggitag, die Umsetzung des Solarchecks und die Beteiligung an vielen Aktionen. Ü6 Energieberatung ausbauen und differenzieren Energie-/Umweltberatung der Stadt (ganztags statt halbtags) und der Verbraucherzentrale werden weiter ausgebaut Ein Ausbau der Energie-/Umweltberatung ist nicht umge- setzt worden. Insgesamt konnte eine halbe Personalstelle für die Energie- /Umweltberatung auf der Grundlage des Handlungskonzep- tes erhalten werden. Ü7 Klimaschutz und Veränderung der Altersstruktur der Bevölke- rung Veränderung in der Altersstruktur erfordert auch Ver- änderungen im baul. Bereich, z.B. altersgerechte oder barrierefreie Wohnungen, dabei Chancen für den Kli- Im Rahmen des Projektes „AltbauNeu“ in Zusammenarbeit mit der Energieagentur NRW und anderen Städten in NRW wird das Thema in Zusammenhang mit der Gebäudesanie- Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 maschutz nutzen. rung betrachtet und soll zukünftig stärker in die Beratung eingebracht werden. Der Zubau an altengerechten bzw. barrierefreien Wohnungen ist auch Teil der Überlegungen im Handlungskonzept Wohnen, das derzeit von der Verwal- tung erarbeitet wird. Ü8 Klimaschutz in der Stadtpla- nung Der Leitfaden „Energiegerechte Bauleitplanung“ soll aktualisiert werden, insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung städtebaul. Verträge, die neuen Aspekte der EnEV 2009, des EEWärme-Gesetzes sowie des Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW". (ergän- zend dazu: Antrag der SPD-Fraktion vom 15.9.2008: A-R/0047/2008) Die Beauftragung bzw. Bearbeitung eines Leitfadens konnte kapazitätsbedingt und in Priorität zu anderen konkreten Planungsprojekten noch nicht angegangen werden. Gleich- wohl kann der Sachstand inhaltlich wie folgt dargestellt wer- den: - energetischen Baukonzepten stehen, nach wie vor und wie seit Jahren, keinerlei öffentlich-rechtliche Vorschriften in Festsetzungen von Bebauungsplä- nen bei Neuplanungen entgegen; - städtebauliche Aspekte des Klimaschutzes werden nach wie vor frühzeitig im Planungsprozess durch Einspeisung der entsprechenden Aspekte in Wett- bewerbsverfahren berücksichtigt, auch in Verfahren Dritter; - im Rahmen von Anträgen auf Bauleitplanung und zu neuen städtebaulichen Konzepten wird dem ASSVW regelmäßig ein städtebaulicher Klima-Check als er- gänzende Basis seiner Entscheidung vorgelegt; die- ser enthält oftmals Empfehlungen der Stadtplanung, die vorliegenden Bebauungskonzepte energetisch zu optimieren (Kompaktheit, Ausrichtung, Abstände, Dachflächen); - eigene städtische städtebauliche Konzepte werden unter dem Focus o.g. städtebaulich wirksamer kli- matischer Aspekte geprüft und optimiert; - für Sommer 2013 ist eine Vorlage zur Energieeffi- zienz von Gebäuden im Zusammenhang mit Fragen des Stadtbildes geplant, die sich i.S. einer Handrei- chung an die Bürgerschaft, Investoren, Architekten und Planung wendet. Ü9 Bürger-/Firmen-Klimafonds Mit einem Fonds für loka le und internationale Klima- schutzprojekte soll Bürgern wie auch Unternehmen in der Stadt Münster eine Geldanlagemöglichkeit geboten werden, aus der heraus konkrete Klimaschutzprojekte finanziert werden. Zusammen mit dem Verein WattFair sollte ein Bürgerfond entwickelt werden. Nach ersten vielversprechenden Ge- sprächen teilte der Verein 2012 jedoch mit, dass er keine Umsetzungsmöglichkeiten sieht. Die Stadtwerke Münster haben im Rahmen ihrer Aktivitäten Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 Bürger-Fonds für die Umsetzung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien (Photovoltaik und Windkraft) aufge- legt und den Bürgern angeboten. Die Anteile waren jeweils in kürzester Zeit vergriffen. Üneu Beirat für Klimaschutz Einrichtung eines Beirates f ür Klimaschutz ist be- schlossen worden. Mit Ratsbeschluss vom 21.09.2011 wurde der Beirat für Klimaschutz (V/0358/2011) eingerichtet und die Mitglieder berufen. Der Beirat tagt viermal jährlich. Üneu Klimaschutzkonzept Landwirt- schaft und Ernährung Die Verwaltung soll die Produktion klimaschädlicher Gase durch die landwirtschaftl. Tierhaltung im Stadt- gebiet abschätzen und prüfen, ob weitere Umweltda- ten für Landwirtschaft und Ernährung abgebildet wer- den können Um die Emissionen aus dem Sektor Landwirtschaft zu ermit- teln, wurde eine quantitative Bilanz der Emissionen von Treibhausgasen im Herbst 2012 in Auftrag gegeben. Neben einer aktuellen Bilanzierung für das Jahr 2011 sollten auch rückwirkende Bilanzen durchgeführt werden und ein fortschreibbares Bilanzierungstool auf Excel-Basis, mit dem zukünftig die Bilanzierung durch die Stadt erfolgen kann, erstellt werden. Die Ergebnisse werden Mitte 2013 vorlie- gen. Üneu Heizstrahler verbot Außengast- ronomie Außengastronomieflächen sollen nur noch unter der Bedingung des Verzichtes von Heizpilzen, Infrarot- strahlern usw. genehmigt werden. Auch bei bereits bestehenden Verträgen werden die Betreiber um eine Selbstverpflichtung gebeten Mit dem Handlungskonzept 2020 wurde der Verzicht von Heizpilzen, Infrarotstrahlern, usw. beschlossen (V/0592/2010 + V/0592/2010/E1). Bei der Genehmigung von Außengastronomieflächen auf öffentlichen Flächen wird der Beschluss konsequent umgesetzt. Bei den wenigen städtischen Privatflächen wird der Ratsbe- schluss bei Neuvermietungen ebenfalls seit 2011 umge- setzt. Bei bestehenden Verträgen gilt die Genehmigung zum Aufstellen von Tischen und Stühlen überwiegend nicht in den Wintermonaten und / oder Heizpilze o.ä. werden nicht verwendet. Bei 2 Vertragsverhältnissen bestehen langfristi- ge Bindungen, die zur Zeit nicht kündbar sind. Eine Selbst- verpflichtung wurde von den betroffenen Pächtern abge- lehnt. Bei einem Neuabschluss sollen die Verträge entspre- chend angepasst werden. B1 Gütesiegel Gebäudesanierung Entwicklung eines Gütes iegels Gebäudesanierung ist im Rahmen der Workshops für das Klimaschutzkon- zeptes als ein sehr wichtiges Instrument der Altbausa- nierung gesehen worden. Das seit 1997 bestehende Gütesiegel für vorbildlich sanierte Altbauten ist in 2012 novelliert und in zwei Varianten (Stan- dard und Premium) an die aktuellen Anforderungen der Energieeinsparverordnung breitenwirksam angepasst wor- den. Jährlich wiederkehrend können sich nunmehr Gebäudeei- gentümer mit dem nach der Sanierung ausgestellten Ener- gieausweis für das Gebäudegütesiegel der Stadt Münster bis Anfang September bewerben. In 2012 sind 55 Gebäu- Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 degütesiegel vergeben worden. B2 Förderprogramm „Energieein- sparung und Altbausanierung“ Förderprogramm soll fortgeführt werden. Wichtig ist ein hohes Budget, um Breitenwirkungen zu erzielen. Zu- dem Weiterentwicklung z.B. Konzentration auf Außen- wanddämmung, Innendämmungsqualität, Passivhaus- elemente, Hemmnis Denkmalschutz, Dachintegration von Solaranlagen Mit Ratsbeschluss zum Handlungskonzept 2020 (V/0592/2010 + V/0592/2010/E1) ist die Fortführung des Förderprogrammes mit einem Haushaltsvolumen von 350.000 Euro pro Jahr beschlossen worden. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 2012 wurden die Mittel für die Jahre 2013 bis 2017 auf jeweils 250.000 Euro reduziert. B3 Konjunkturprogramm Klima- schutz – 100 Gebäude- Sanierungsprogramm Ergänzend zum Förderprogramm Altbausanierung soll ein „Konjunkturprogramm Klimaschutz“ für 100 Ge- bäude, die vorbildlich und begleitet von Öffentlichkeits- arbeit optimal energetisch saniert werden, aufgelegt werden. Die Maßnahmen „Konjunkturprogramm Klimaschutz – 100 Gebäude-Sanierungsprogramm“ beschränkt sich auf das öffentlichkeitswirksame Aufzeigen von Sanierungen sowohl in energetischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, was einen wichtigen Impuls für die Bürger zur Initiierung weiterer Maßnahmen in der Stadt darstellt. Nach Erarbeitung eines entsprechenden Öffentlichkeitskonzeptes konnten bislang zwei Bauvorhaben öffentlichkeitswirksam begleitet werden, die mit jeweils vier Vor-Ort-Terminen von den Bürgern sehr gut angenommen wurden. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 2012 wurden die Mittel in Höhe von 30.000 Euro gestrichen. In diesem Jahr ist die einfache Begleitung von zwei weiteren Bauvorhaben mit vorhandenen Mittel geplant. B4 Arbeitskreis Mieter/Vermieter Der Konflikt zwischen Mieter und Vermieter im Rah- men der Altbausanierung und Energieeinsparung ist dauerhaft und könnte durch einen gezielten Projektan- satz deutlich verbessert werden, um auch so weitere Energieeinsparungen zu realisieren. Das Projekt ist bislang noch nicht in Angriff genommen wor- den. Es sollte im Rahmen der Allianz für Klimaschutz aufge- nommen werden, wurde von den beteiligten Unternehmen bislang aber noch nicht ausgewählt. B5+6 Technikimpulse „Bauen“ sowie Öffentlichkeitsarbeit Bauen: Neue Bausteine Für einen Zeitraum von 2 -3 Jahren sollte jeweils ein bestimmter technischer Schwerpunkt, wie z.B. hydraul. Abgleich von Heizungen, Wärmepumpe, Lüftungsan- lagen und Klimatisierung, kooperativ vorangebracht werden. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit kann hier zur Intensivierung der Sanierungstätigkeit führen und dabei eine deutliche Wirkung auf die lokale Wirtschaft haben. Im Jahr 2011/12 wurde das Thema „Die richtige Heizung für mein Haus“ in den Vordergrund gestellt. Dazu wurde die erforderlichen Materialien wie Flyer, Broschüre, Plakat, etc. erarbeitet und im Herbst 2012 eine Themenkampagne mit Ausstellung, Vorträgen und Beratungstagen im Cityshop und in den Stadteilen angeboten. Ergänzend wurde das Thema „Münsters Energiesparhaus“ öffentlichkeitswirksam aufbereitet und in die Beratungsinitiative eingebunden. In 2013 soll das Schwerpunktthema Lüftungsanlagen in Wohngebäuden umgesetzt werden. B7 Energie und Denkmalschutz Aufbauend auf die erarbeiteten Materialien wird ein Vermittlungs- und Beratungsschwerpunkt zu diesem Im Dezember 2012 ist das Hearing „Stadt und Klima“ zum Thema Altbausanierung mit unterschiedlichen Sanierungs- Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 Themenfeld durch spez. Beratung und Öffentlichkeits- arbeit angeboten. möglichkeiten durchgeführt worden, um aufzuzeigen, dass Sanierungen nicht zwingend eine Veränderung der Fassade beinhalten müssen. Im Hearing wurde auch das Thema erhaltenswerter oder denkmalgeschützter Gebäude ange- sprochen. B8 Passivhausstandard in städt. Grundstücken Der bisherige Niedrigenergiehausstandard, der durch die EnEV 2009 erreicht worden ist, sollte mit dem Ziel des anspruchsvolleren Passivhausstandards schritt- weise fortgeschrieben werden. Trotz geringer Neubau- tätigkeit sollte Münster seiner Vorreiterrolle weiterhin gerecht werden. Mit Ratsbeschluss vom 14.12.2011 (V/0675/2011 sowie V/0675/2011/E1) ist das sogenannte „Energiesparhaus Münster“ mit einer Unterschreitung des Transmissionswär- meverlustes von -35 % gegenüber der Energieeinsparver- ordnung (EnEV) 2009 eingeführt worden. Eine von der Ver- waltung vorgeschlagene Weiterentwicklung ab 2014 in Rich- tung Passivhausstandard wurde nicht beschlossen. Ein Hearing zur Vorbereitung der Einführung eines Passivhaus- standards wurde im Frühjahr 2012 durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass die Novellierung der EnEV abgewartet wer- den sollte und diese die Grundlage der Anpassung in An- lehnung an das Passivhaus bilden soll. B9 Passivhausstandard bei Neu- bau städtischer Gebäude Einführung eines Passivhausstandards für städtische Neubauten, z.B. Frankfurter Modell prüfen (Wirtschaft- lichkeitsprüfung: Nachweis, dass Passivhaus nicht wirtschaftlich ist) oder Aachener Modell mit 20 kWh/m2*a ansetzen. Die Einführung der Gebäudeleitlinien der Stadt Münster wurde nach ausführlicher politischer Diskussion am 21.03.2012 beschlossen. Für städtische Neubauten gilt damit ein „nahezu Passivhausstandard“ nach dem Vorbild der Stadt Aachen. Auch für die Sanierung von Bestands- bauten wurden bauteilbezogene Grenzwerte festgelegt, die die gesetzlichen Vorgaben erheblich unterschreiten. B10 Energetische Zielwertfestle- gung bei Sanierung städt. Ge- bäude Ausarbeitung wirkungsvoller Zielwerte für Strom, Wärme und Wasser nach Gebäudetypen sowie Dar- stellung der Aufgaben und Zuständigkeiten (Leitlinien) für das Energiemanagement (vgl. Dt. Städtetag). Für den Bereich Wärme wurden in den Gebäudeleitlinien der Stadt Münster Zielwerte für den Gebäudebestand defi- niert. Für Strom und Wasser sind bisher keine Zielwerte formuliert worden. Dieses ist kaum möglich, da sowohl der Wasser- als auch der Stromverbrauch hauptsächlich von der Nutzung abhängig sind. Die bauliche Ausstattung spielt hier eine geringere Rolle als im Bereich Wärme, hier sind Benchmarks bereits jahrelang in der Anwendung. B11 Wiedereinführung des Ener- giespar-Intractings Aufbau eines Programms für rentable Intractingprojek- te für die Jahre 2012 bis 2016 (150.000 € pro Jahr) Das Programm wird umgesetzt. Der Schwerpunkt der Inves- titionen lag im Bereich der Gebäudeautomation. Im Jahr 2012 wurden 139.000,-€ für 8 Projekte verausgabt. Alle Maßnahmen sind wirtschaftlich und führen zu Kapitalrück- flusszeiten von unter 10 Jahren. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 2012 wurden die Mittel für die Jahre 2013 und 2014 auf jeweils 90.000 Euro und für das Jahr 2015 auf 115.000 Euro reduziert. Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 B12 Erhöhung des Personaleinsat- zes beim Energiemanagement Die zusätzlichen Kosten für personelle Ressourcen können zu Energiekosteneinsparungen führen, die 5- bis 8-fach höher liegen und damit im Netto-Effekt den städtischen Haushalt entlasten. Die beschlossene Personalaufstockung für das Energiema- nagement konnte nicht umgesetzt werden. Eine Besetzung aus vorhandenem Personalbestand des Amtes 23 ist nicht umsetzbar, da die Vielzahl zusätzlicher Aufgaben im Amt 23 (U3-Ausbau, Dichtigkeitsprüfung, elektrische Betriebsmittel, Trinkwasserhygiene, etc.) keinerlei personellen Spielraum zur Aufstockung des Energiemanagements zu lassen. B13 Konzepte zur Strom- verbrauchsminderung in städt. Gebäuden Erarbeitung von Stromsparkonzepten für typische An- wendungsfelder (z.B. der Optimierung von PC- Netzwerken in Schulen, Beleuchtung, Pumpen und Lüftung) und durch externe Beratung ergänzen. Projekt konnte aus Personalgründen nur ansatzweise be- gonnen werden. Es wurden Untersuchungen zur Wirtschaft- lichkeit von Beleuchtungssystemen durchgeführt. Auch bei externer Vergabe bleibt ein erheblicher Personalaufwand zur Betreuung der mit dem heutigen Personal nicht zu leis- ten ist. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 2012 wurden die Mittel ab 2013 eingespart. B14 Anreizsystem Stromsparen in Münster (ehemals: Stromspar- prämien) Die Stadtwerke Münster erarbeiten ein Konzept, wie unabhängig von einer Stromsparprämie bestehende Anreize für energiesparendes Verhalten durch einen Boni geben werden könnten. Der Themenkomplex wurde seitens der Stadtwerke Münster GmbH im Rahmen einer Bachelor-Arbeit beleuchtet. Hierbei werden verschiedenste Aktivitäten von Energieversorgern analysiert und auf ihre Anwendbarkeit für die Stadtwerke Münster GmbH bewertet. Im Laufe des Jahres wird die Stadtwerke Münster GmbH eine Energiesparkampagne umsetzen, wobei unter Einbin- dung der unterschiedlichsten Kommunikationskanäle der Ansatz verfolgt wird, die Anreize zum Energiesparen für die Münsteraner Bürger zu verstärken. Die Ergebnisse der Ba- chelor-Arbeit fließen in die Kampagne ein. B15 Informative Stromrechnung Die Stadtwerke arbeiten seit Jahren an einer Optimie- rung der Stromrechnungen, um den Informationsgehalt und die Verständlichkeit der Rechnungen zu verbes- sern. Der Smart Meter als eine weitere Informations- quelle für den energiebewussten Kunden sowie Tarif- modelle mit kürzeren Abrechnungsintervallen werden interessierten Kunden zukünftig noch mehr Informatio- nen zur Verfügung stellen können. Gemäß § 40 des Energiewirtschaftsgesetztes (EnWG) sind Energieversorger verpflichtet „bei Haushaltskunden unter Verwendung von Grafiken darzustellen, wie sich der eigene Jahresverbrauch zu dem Jahresverbrauch von Vergleichs- gruppen verhält“. Diese Anforderung ist bei den Stadtwer- ken Münster umgesetzt. Die Auseinandersetzung der Kun- den mit den dargestellten Werten wird durch das Angebot einer kostenlosen Energieeinsparberatung im City Shop der Stadtwerke unterstützt. Das bestehende Smart-Meter Produkt münster:Transparenz ist durch die Einführung der Produktoption Smart Web er- setzt worden. Dabei kann unabhängig vom gewählten Tarif, auf Basis eines Smart Meters eine Stromvisualisierung mit- tels Internet und Smart Phone erfolgen. Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 G1 Energie-Coaching für KMU und deren Fachplaner Aufbau eines Pools von Energie-Beratern, die kosten- pflichtig für KMU als Spezialisten für Energieeffizienz arbeiten und diese beraten. Eine Startberatung „Energieeffizienz für Unternehmen“, die mit einen Zeitrahmen von ca. zwei Stunden vor Ort durch externe Fachingenieure durchgeführt wird, ist entwickelt und umgesetzt worden. Zielsetzung war es, kleine und mittel- ständische Unternehmen für das Thema Energieeffizienz und Klimaschutz zu sensibilisieren sowie Sparpotenziale und Lösungsansätze aufzuzeigen. Als Pilotprojekt wurde allen 27 Betrieben des Gewerbegebietes „Zum Kaiserbusch“ die Teilnahme angeboten. 12 Betriebe haben das Angebot angenommen. In der zweiten nun folgenden Stufe werden die beratenen Unternehmen noch mal angesprochen und der Umsetzungsstand nachgefragt sowie ggf. Hilfestellung bei der Umsetzung angeboten. In 2013 sollen in den Start- beratungen Empfehlungen für ein mögliches Energiecontrol- ling (G3) einfließen. Eine Auszeichnung der Betriebe mit einem Siegel/Label ist ebenfalls in Planung. G2/ Ü4 Netzwerke für Erfahrungsaus- tausch im Sektor GHD Erfahrungsaustausch zwischen GHD-Unternehmen zu Themen wie Technische Anlagen (z.B. Beleuchtung, Kühlung/ Klimatisierung), Mitarbeitermotivation, Fuhr- park, etc.. Möglicher Bestandteil der geplanten „ Müns- ters Allianz für Klimaschutz. Das Projekt ist in "Münsters Allianz für Klimaschutz" integ- riert worden. Es sollten keine weiteren neuen Netzwerke oder Foren für Erfahrungsaustausche zusätzlich eingeführt werden, sondern das 2011 gegründete Netzwerk „Münsters Allianz für Klimaschutz“ ausgebaut werden. G3 Energiecontrolling für KMU Entwicklung eines Qualit ätsmanagementsystems zum Aufbau eines einfachen Energiemanagements in KMU Eine Recherche zu den am Markt erhältlichen Energiecont- rolling-Systemen für KMU wurde durchgeführt, wobei kein einfaches System zur Verfügung steht. Die Systeme haben alle einen hohen Arbeitsaufwand, der von den kleinen Un- ternehmen nicht geleistet werden kann. Für die kontinuierli- che Erfassung und Auswertung der Stromverbrauchsdaten kleiner Betriebe ist der Einsatz eines Smart-Meter-Zählers mit entsprechender Dienstleistung die einfachste Lösung. Hier wird der Status Quo der Einsatzmöglichkeit durch die Stadtwerke Münster GmbH geprüft. Die Ergebnisse fließen in die „Initialberatung Energieeffizienz“ (G1) ein. G4 energet. Optimierung schwer vermietbarer Büroimmobilien Ziel der Maßnahme ist die Verringerung des Energie- verbrauchs der Immobilien bei Wiedervermietung um 20-40% durch eine Analyse des betroffenen Bestan- des an Gewerbeimmobilien und die Entwicklung eines entsprechenden Energieberatungsangebotes. Da es sich quantitativ um nicht so viele Gebäude handelt und somit die Auswirkungen auf den CO 2-Ausstoß eher gering sind, ist die Maßnahme als eingeschränkt bedeutsam und nicht prioritär eingestuft worden. Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 G5 Themenspezifische Kampag- nen Entwicklung und Durchführung von Kampagnen für verschiedene Branchen zur Energieeffizienz wie z.B. Optimierung der Beleuchtung, Kühlung, Green IT, KWK, etc. Im Rahmen von „Münsters Allianz für Klimaschutz - das Netzwerk für Unternehmen“ wurden in den letzten beiden Jahren die Themen LED-Beleuchtung, Green-IT und die Installation von Photovoltaik-Anlage intensiv behandelt und durch Informationsveranstaltungen, Exkursionen und Mate- rialen begleitet. Schwerpunkt in diesem Jahr wird der Einsatz von Energie- monitoring und –managementsystemen sein. G6 „Energieeffizienz durch Nut- zermotivation“ Aufbau eines Kompetenzzentrums „Energieeffizienz durch Nutzermotivation“ als Servicestelle für Unter- nehmen aus dem Sektor GHD. Entwicklung von Um- setzungskonzepten mit Materialien und Bereitstellung eines Beratungsangebotes für die Firmen. Das Thema ist in „Münsters Allianz für Klimaschutz - das Netzwerk für Unternehmen“ eingebunden worden und als Schwerpunktthema „Mitarbeitermotivation“ in der Umset- zung. G7 Förderprogramm „Energieeffi- zienzmaßnahmen im Sektor GHD“ Entwicklung eines Förderprogramms mit kleinen finan- ziellen Zuschüssen für Unternehmen. Das Programm soll dabei als Anreizsystem funktionieren und der Brei- tenförderung kleinerer Maßnahmen dienen (G1, G5, G6). Finanzierung ggf. in Kooperation mit Herstellern von Effizienzprodukten. Die Förderung von kleineren vorbildlichen Klimaschutzmaß- nahmen in kleinen und mittleren Unternehmen gestaltet sich schwierig, da die Investitionen in den Unternehmen in die- sem Sektor sehr zögerlich sind. In 2012 konnte ein Projekt zur Installation von LED-Beleuchtung gefördert werden, wobei im März 2013 die Nachricht kam, dass das Unter- nehmen die Maßnahme nicht umsetzen wird. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 2012 wurden die Haushaltsmittel um 50% gekürzt. E1 Ausbau der Fernwärme in der Fläche Ausbau des bestehenden FW-Netzes im Umfeld vor- handener Fernwärmetrassen durch die Stadtwerke. Unterstützend soll ein Öko-Image für die Fernwärme aufgebaut werden, d.h. Verbesserung und Aufwertung des Image der Fernwärmeversorgung im Sinne eines ökologisch wertvollen Produktes wie z.B. Ökostrom. In Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Münster GmbH ist in 2012 die Imagekampagne für die Fernwärme in Münster ausgearbeitet und gestartet worden. Im Rahmen der Haus- haltskonsolidierung 2012 wurden die städtischen Haus- haltsmittel für die Kampagne eingespart und die Stadtwerke Münster führen die Kampagne in den kommenden Jahren eigenständig fort. E2 Ausbau Kraft-Wärme- Kopplung (KWK) im Heizkraft- werk Uni Stadtwerke nehmen sich des Themas an und erarbei- ten mit der Uni ein Konzept. Der aktuelle Vertrag l äuft noch bis Oktober 2012. Nachdem die Prüfung zum Bau einer dritten Gasturbinenli- nie (GT) am Standort des Gas- und Dampfturbinen – Heiz- kraftwerkes (GuD-Anlage) am Hafen ergeben hat, dass ein wirtschaftlicher Betrieb einer dritten GT unter den derzeiti- gen bzw. mittelfristig zu erwartenden Rahmenbedingungen nicht möglich erscheint, verfolgen die Stadtwerke Münster das KWK-Ausbauziel durch die Projektierung von Groß- BHKWs, die in das Fernwärmenetz eingebunden werden sollen. Durch große BHKWs in der Netzperipherie, die mit Wärmespeichern kombiniert werden, wird der Erzeugungs- Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 anteil der in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Fernwärme weiter gesteigert werden. Darüber hinaus kann durch die dezentrale Fernwärmeeinspeisung hydraulischen Engpäs- sen im Fernwärmenetz begegnet werden. Die Stadtwerke haben ihr Konzept der Universität vorgestellt und befinden sich mit der Uni im Gespräch über diesbezüg- lich mögliche Standortkooperationen. Die laufende Kooperation in der Fernwärmeerzeugung wird über das Auslaufen der Lieferverträge im Oktober 2012 zzt. dergestalt fortgesetzt, dass der Uni KWK-Grundlastwärme im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten aus der GuD- Anlage zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt wird, so dass der Einsatz der eigenen Gas-Kessel am Or- léansring entsprechend zurück gefahren werden kann. E3 Ausbau dezentrale Kraft- Wärme-Kopplung (KWK) Die Stadtwerke wollen den Block-Heizkraftwerk- Ausbau (BHKW) über den Ansatz des Gutachten aus- bauen und planen einen jährlichen Zuwachs von rd. 300 kW(el), was deutlich über dem Ansatz der Gutach- ter von 150 kW(el) liegt. Der Ausbau der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung wurde durch den Bau weiterer BHKWs der unteren und mittleren Leistungsklasse kontinuierlich fortgesetzt. So konnten im Jahr 2011 rd. 375 kW und im Jahr 2012 rd. 580 kW zusätzli- che elektrische Erzeugungsleistung durch Sanierungs- und Neubaumaßnahmen von Blockheizkraftwerken zur Objekt- versorgung installiert werden. Damit lagen die beiden ver- gangenen Jahre deutlich oberhalb der selbst gesetzten Zielmarke von rd. 300 kW pro Jahr. Zukünftig werden jedoch große Stromverbraucher BHKW´s im jetzigen regulatori- schen Rahmen vermehrt selbst errichten, so dass die Per- spektive der Stadtwerke eher auf Klein-BHKW´s und in Zu- sammenarbeit mit der Stadt auf kleinere Nahwärmenetze zur Objektversorgung gerichtet ist. E4 Ausbau landwirtschaftliche Biogasnutzung Ausbau der Biogaserzeugung in landwirtschaftlichen Betrieben möglichst mit anfallender Gülle und nur zum Teil zusätzlich angebauten Energiepflanzen. Dabei könnte die Biogasanlage das Biogas über eine Gaslei- tung zum Ort des Wärmeverbrauchs liefern (Biogassa- telliten-BHKW). Ziel ist die Verbesserung der Wärme- erzeugung und nicht die Ausweitung der Anbauflächen für Energiepflanzen. In Münster gibt es 8 betriebsbereite Biogasanlagen sowie 2 Biogasatelliten-BHKW, die zusammen rund 29 Mio. kWh elektrisch sowie 24 Mio. kWh thermisch erzeugen und eine Leistung von rund 3,4 MW aufweisen. Nach einem Bau- boom bis zum Jahr 2011 ist u.a. durch die hohen Substrat- preise sowie die verschlechterten Bedingungen des Erneu- erbare Energien Gesetzes (EEG 2012) eine verminderte Nachfrage nach Biogasanlagen zu verzeichnen. Die im Handlungskonzept 2020 anvisierten 4 MW sind jedoch durch die bestehenden Anlagen sowie eine genehmigte, noch nicht fertig gestellte Anlage, annähernd erreicht. Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 E5 Biogaserzeugung aus Grün- schnitt Eine energetische Nutzung eines Großteils des Grün- schnitts der AWM könnte durch eine Vorschaltung einer Vergärungsstufe vor die Kompostierung erfolgen. Aufbereitung des Biogases zu Erdgasqualität und Ein- speisung in das Erdgasnetz der Stadtwerke, damit sowohl das Strom- als auch das Wärmepotenzial ge- nutzt werden kann. Dies wäre nur wirtschaftlich, wenn eine elekt. Leistung von 500 kW bis 1 MW erzielt wird. Bislang keine wirtschaftliche Nutzung des Potenziales mög- lich bzw. absehbar. E6 Gestaltungs- und Integrations- förderung für Solarthermie und Fotovoltaik Gute gestaltete Solaranlagen sollten über ein Förder- programm mit einem Investitionszuschuss unterstützt werden, um technische Lösungen für architektonisch gut integrierte Anlagen voranzubringen. Maßnahme erst ab 2016 wirksam E7 Umfeld Solarenergie unterstüt- zen Solaranlagen sollten in der öffentlichen Wahrnehmung gestärkt werden, z.B. durch weitere Referenzobjekte mit Wirtschaftspartnern aus der Wohnungswirtschaft oder Hotelgewerbe, Förderung noch mehr bewerben, Präsentationen in Vereinen, „Rundum-Sorglos-Pakete“ für Hausbesitzer, etc. Um das Thema Solarenergie öffentlichkeitswirksam zu be- werben, wurde neben den seit Jahren stattfindenden Aktio- nen und Beratungen ein Flyer erstellt, der den städtischen Solarcheck bewirbt und weitere Informationen zur Nutzung von Photovoltaikanlagen liefert. Der internetbasierte Solar- check ist unter www.klima.muenster.de eingestellt und ist von den Bürgern gut angenommen worden. Die in Münster installierte Leistung der Fotovoltaikanlagen konnte von 2010 mit 9.797 kWp bis 2012 mit 31.600 kWp mehr als verdreifacht werden. Dies zeigt, dass unterstützt durch den Bundestrend die vielfältigen Aktionen zum Aus- bau der Solarstromnutzung in Münster sehr erfolgreich ge- wesen sind. E8 Windkraftnutzung Die Planungen für die Ausweisung n euer Windkraftvor- rangflächen laufen bereits seit Herbst 2010 in Zusam- menarbeit mit den Stadtwerken, Amt 61 und Amt 67. Die Flächen sollen möglichst in den neuen Regional- plan aufgenommen werden. Am 12.12.2012 hat der Rat der Stadt Münster das "Gesamt- städtisches Konzept zur Ermittlung von Flächenpotenzialen zur Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) und zur Darstellung entsprechender Konzentrationszonen für WEA im Flächennutzungsplan der Stadt Münster" (Vorlagen V/0247/2012 und V/0247/2012/1) einstimmig beschlossen und damit den Aufstellungsbeschluss für das entsprechende FNP-Änderungsverfahren erteilt. E9 Beteiligung an Solaranlagen unterstützen Akquisition von großen, publikumsnahen Dachflächen bei Industrie und Gewerbe, Aufbau einer „Tauschbör- se“ für Investoren und Anbieter von Dachflächen, Ent- wicklung von unterschiedlichen Betreibermodellen, Kampagne zur Einwerbung von Beteiligungen, Servi- ceplattform für Planer und Architekten, etc. Auf städtischen Dachflächen sind insgesamt 41 Anlagen mit fast 1.500 kWp erreichtet worden. Die Stadtwerke Münster GmbH hat dabei einen großen Beitrag geleistet. Sowohl auf städtischen Schulen als auch auf anderen großen privaten Gebäuden betreiben die Stadtwerke mehr als 50 Anlagen mit einer Leistung von rund 3.740 kWp. Das Potenzial an Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 Dachflächen ist in der Stadt Münster größtenteils erschlos- sen. Vneu umfassendes Konzept für eine Klima schonende Verkehrs- entwicklung, für Klimaschutz in der räumlichen Stadtentwick- lung und im Städtebau Die Verwaltung wird beauftragt, ein umfassendes Kon - zept für eine Klima schonende Verkehrsentwicklung, für Klimaschutz in der räumlichen Stadtentwicklung und im Städtebau vorzulegen: Dabei sind für das Jahr 2020 folgende Ziele zu be- rücksichtigen: - Die Anteile der umweltfreundlichen Verkehrsmit- tel im Stadtverkehr und der öffentlichen Ver- kehrsmittel im regionalen Verkehr sollen deutlich gesteigert werden, - das weitere Wachstum der Siedlungsflächen im Stadtgebiet soll gestoppt und durch Innenent- wicklung, durch Flächenrecycling und durch städ- tebauliche Verdichtung in den Siedlungskernen kompensiert werden, - die Inanspruchnahme von Freiraum, insbesonde- re von land- und forstwirtschaftlichen Flächen für die Siedlungsentwicklung, soll beendet werden, - Städtebauliche Planungen und Vorhaben sind grundsätzlich auf die Ziele der Energieeinspa- rung, der Energieeffizienz und der Nutzung Er- neuerbarer Energien auszurichten. Die bislang im Klimaschutzkonzept 2020 vorgesehe- nen Maßnahmen in den Bereichen Verkehr (V1– V12) sowie Stadtentwicklung/Städtebau (Ü8) werden in dieses Konzept integriert. Die Verwaltung arbeitet kontinuierlich im Bereich der Ge- samtverkehrsplanung. So wird aktuell der 3. Nahverkehrs- plan der Stadt Münster als Teil des Gesamtprojektes „Mobi- lität Münster 2025“ (ehemals „VEP Münster 2025“) erstellt. Im Dezember 2012 wurden die zukünftigen Bedienungs- und Beförderungsqualitäten des ÖPNV in Münster be- schlossen (V/0791/2012/1 „Dritter Nahverkehrsplan Stadt Münster – Rahmenvorgaben“). Mit dieser Vorlage wurde gleichzeitig das Ziel formuliert, den Anteil des ÖPNV am innerstädtischen Verkehr auf 15 Prozent zu steigern. Es ist geplant den Entwurf „Dritter Nahverkehrsplan Stadt Münster“ noch in 2013 der Politik vorzulegen. V1 Klimaschutz als zentrale Ziel- stellung im Verkehrsent- wicklungs-plan 2025 Zur Ausrichtung der zukünftigen Klima schonenden Verkehrsplanungen sollte der Klimaschutzaspekt in den VEP Münster 2025 aufgenommen werden und durch ein Monitoring die Verkehrsentwicklung mittel s regelmäßig aktualisierter Nachhaltigkeits- bzw. Kli ma- schutzindikatoren überprüft werden. kein neuer Sachstand Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 V2 Aufbau und Fortführung einer kontinuierlichen regionalen Verkehrsplanung Zur Optimierung der Regionalverkehre sollte eine ge - meinsame regionale Verkehrsplanung im Rahmen einer kommunalen Partnerschaft aufgebaut werden. Das Thema wird im Rahmen des VEP Münster 2025 systematisch mit dem Zielhorizont 2050 aufbereitet. Inwieweit sich daraus konkrete Ansätze zur Verände- rung des Regionalverkehrs ableiten lassen, bleibt a b- zuwarten. Das Thema wird im Rahmen des Projektes „Mobilität Müns- ter 2025“ systematisch mit dem Zielhorizont 2050 aufberei- tet. Inwieweit sich daraus konkrete Ansätze zur Verände- rung des Regionalverkehrs ableiten lassen, bleibt abzuwar- ten. Eine bestehende Kooperation ist schon heute der Ar- beitskreis Verkehrsplanung beim ZVM, der sich allerdings bislang ausschließlich mit den Belangen des SPNV befasst. Darüber hinaus werden Belange des regionalen ÖPNV zu- nehmend zwischen der Region und der Stadt Münster erör- tert und abgestimmt. Der Dritte Nahverkehrsplan Stadt Münster wird auch hierzu Aussagen treffen. Seit einiger Zeit wird das Thema Verkehr auch unterstüt- zend in der Stadtregion mit dem Schwerpunkt Radverkehr diskutiert. V3 Betriebliches Mobilitätsmana- gement (BMM) für Unterneh- men Der Aufbau eines BMM zur effizienteren Gestaltung der von Unternehmen erzeugten Verkehre insb. Be- rufsverkehr ist bei der Vielzahl an auswärtige Einpend- ler ein wichtiges Thema. Ansätze dazu sind bereits im Luftreinhalteplan (Förderung Firmenabo) enthalten. Maßnahmen sind vielfältig, wie Parkraummanagement der Unternehmen, Mitfahrbörsen, Fahrradkonzepte, Telearbeit, etc.. Im Rahmen der Allianz für Klimaschutz wurden sowohl mit Mobilitätsanbietern (Stadtwerke, Beresa, Hürter, Concept to go, Stadtteilauto...) als auch mit Unternehmer als Nutzer (Provinzial, Sparkasse, WWU,…) Workshops durchgefüh rt, um ein Mobilitätskonzept für Unternehmen zu erarbeiten. In diesem Jahr soll noch in den ersten Unternehmen ein Mobi- litätstag durchgeführt werden, um mehr Mitarbeiter für Klima schonende Mobilität zu begeistern. V4 Öffentlichkeitsarbeit zur um- weltfreundlichen Mobilität Planung von Maßnahmen zum Ausbau der Öffentlich- keitsarbeit mit einem Budget von 20.000 € pro Jahr, um die Akzeptanz der umweltfreundlichen Mobilität zu fördern. Aktueller Sachstand vgl. Vorlage V/0725/2012/1 „Ergebnis- se des Expertenworkshops „Öffentlichkeitsarbeit umwelt- freundliche Mobilität“ und weiters Vorgehen. Die Verwaltung wird den Beschluss des Hauptausschusses entsprechend, ein Maßnahmebündel konzentriert im Jahr 2014 umsetzen. V5 Ausbau des Schienenperso- nennahverkehrs (SPNV) Sicherlich eine geeignete Maßnahme um der Pendler- problematik zu begegnen. Zuständigkeit jedoch beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL). Aktuelle wird der Nahverkehrsplan SPNV fortgeschrie - ben. Erkennbar ist, dass ein großes Mehr an Verkehrs- leistungen im Bereich des Münsterlandes kurz- bis mittelfristig aufgrund der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen nicht zu erwarten ist. Die Maßnahme „Ausbau des Schienenpersonennahver- kehrs“ ist im Grundsatz mit der am 10.02.2011 erfolgten Beschlussfassung der Vorlage V/0916/2010 zum Nahver- kehrsplan NWL erarbeitet worden. Aktuell werden der zwei- gleisige Ausbau Münster – Lünen (Landesebene) und die Reaktivierung der WLE Münster – Sendenhorst – (Neube- ckum) (Orts- und Regionalebene) voran getrieben. Der Rat der Stadt Münster hat am 12.12.2012 erneut seine Zielvor- stellung bekräftigt, die Reaktivierung der WLE zügig umzu- setzen (V/0916/2012). Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 V6+7 Sicherung und Optimierung Regionalbus + Stadtbus - Angebot Der Busverkehr im Münsteraner Stadtgebiet + mit dem Umland wurde in den vergangenen Jahren bereits kontinuierlich verbessert. Angebotsumfang und Quali - tät des ÖPNV sollten auch zukünftig gesichert und weiter optimiert werden, unter anderem bei Reisezei - ten, Angebotskapazitäten, Beförderungskomfort, Fahr - gastinformation, etc. Im Rahmen des Projektes „Dritter Nahverkehrsplan Stadt Münster“ werden die bestehenden und vom Fahrgast aner- kannten Bedienungs- und Beförderungsqualitäten sowohl für den Stadtbus- als auch für den Regionalbusverkehr si- chergestellt und fortentwickelt (siehe V/0791/2012/1). Be- gleitend wird ein Stadt-Umland-Konzept erarbeitet. V8 Erschließung neuer Finanzie- rungswege für den ÖPNV Kein Handlungsfeld der Stadt Münster, sondern deut- lich übergeordnete politische Zuständigkeit außerha lb der kommunalen Kompetenzen, wobei sich die Stadt im Rahmen des Dt. Städtetages, etc. in entsprechende Diskussionen einbringt. Die genannten Beispiele wie Rückerstattung von ÖPNV-Tickets, etc. stellen keine neuen Finanzierungswege dar. Dieser Maßnahmebaustein ist kein Handlungsfeld der Stadt Münster, sondern hat eine bundesweit politische Bedeutung und Zuständigkeit außerhalb der kommunalen Kompeten- zen, wobei sich die Stadt im Rahmen des Deutschen Städ- tetages etc. in entsprechende Diskussionen intensiv ein- bringt. Die genannten Beispiele wie Rückerstattung von ÖPNV-Tickets etc. stellen keine neuen Finanzierungswege dar. V9 Verbesserung des Abstellan- gebots für Fahrräder Die Abstellsituation für Fahrräder sollte weiter ve rbes- sert werden z.B. durch einen generellen Ausbau der Radabstellmöglichkeiten im Stadtgebiet, den Ersatz weggefallener Anlagen, die Überprüfung der Bereitha l- tung gesetzlich vorgeschriebener Anlagen durch Ge- schäfte (LBauO § 51) oder den Ausbau an ÖPNV- Haltestellen und Carsharing-Punkten. Die Verwaltung ist bemüht, das Angebot an Fahrradabstell- plätzen zu erweitern, daher wurde die Vorlage V/0054/2012 "Mehr Platz für mehr Radverkehr - Lücken im Netz schlie- ßen - Hindernisse für FußgängerInnen aus dem Weg räu- men" eingebracht und im Juni 2012 beschlossen, dass neue und zusätzliche Parkmöglichkeiten für Fahrräder in der Alt- stadt und in den innenstadtnahen Wohngebieten geschaffen werden sollen, damit das Fahrradparken in diesen Berei- chen weiter ausgebaut und geordnet wird. Zunächst sollen in den Altbaugebieten zwischen dem 1. und 2. Tangentenring systematisch Stellen identifiziert werden, wo die Fußgänger auf den Gehwegen durch ungeordnet abgestellte Fahrräder behindert werden. In der Örtlichkeit wird entschieden, ob die Fahrradständer / Anlehnbügel un- ter Aufgabe eines Stellplatzes auf der Fahrbahn oder auf dem Gehweg unter Wahrung einer ausreichenden Gehweg- breite und unter Wahrung ortsgestalterischer Belange (Stra- ßenbild) aufgestellt werden. Die Verwaltung setzt diese Aufgabe sukzessive im Rahmen der finanziellen und personellen Möglichkeiten um. In der Altstadt wird die Ausweitung der Fahrradabstellplätze durch den Druck anderweitiger Nutzungen auf den öffentli- Maßnahme Beschreibung im Handlungskonzept 2020 Sach stand 2013 chen Raum begrenzt. Es werden in der Altstadt nur noch in sehr geringem Umfang Möglichkeiten gesehen, das Ange- bot zu erweitern, daher wird einem Abbau von Fahrradab- stellplätzen in der Altstadt nur noch zugestimmt, wenn der Verlust der Fahrradabstellplätze anderweitig kompensiert werden kann. V10 Förderung des Fußverkehrs in Münster Die Förderung des Fußgängerverkehrs wird ein Schwerpunktthema des VEP Münster 2025, wobei hier dann Möglichkeiten zur Intensivierung des Fußgänger - verkehrs aufgezeigt werden sollen. kein neuer Sachstand V11 Gesamtstädtisches Park- raummanagement Steuerung von Parkraumangebot und -nachfrage im gesamten Stadtgebiet u.a. durch Anpassung des Park- raumangebots im öffentlichen Straßenraum, eine au- toarme Innenstadt (u.a. Steigerung der Aufenthalts- qualität), eine dynamische Zufahrtsbeschränkung der Innenstadt sowie die Regulierung von Parkraumange- bot und Gebührenpflicht auch in den äußeren Stadtbe - zirken. Mit dem Parkraumkonzept Münster 2010 Bereich Altstadt/ Hauptbahnhof (Vorlage V/0906/2002) wurden die Rahmen- bedingungen für die Parkraumentwicklung beschlossen und integriert in städtebauliche Entwicklungen z.B. das Parkhaus Engelenschanze, Alter Steinweg und die Tiefgaragen Stu- bengasse und Münster-Arkaden umgesetzt. Abgesehen vom Kreuzviertel sind nahezu flächendeckend auch Bewoh- nerparkzonen und eine Stellplatzbewirtschaftung in der In- nenstadt (innerhalb des zweiten Tangentenringes) umge- setzt. Zwischen der Stadt Münster und dem Landesbetrieb Straßen NRW ist vereinbart worden, auf der B51 im Jahr 2013 zwei zusätzliche Wechselwegweiser zur besseren Erreichbarkeit des Messe und Congress Zentrums Halle Münsterland zu installieren. Damit können Parksuchverkeh- re weiter reduziert werden. Weiter gehendere Veränderungen sind in den nächsten Jahren nicht geplant. Das Parkraumkonzept soll eingebettet in das Projekt „Mobilität Münster 2025“ in den nächsten Jahren durch die Verwaltung fortgeschrieben werden. V12 Mobilpunkte zur Optimierung der Verkehrsmittelverknüpfung im Umweltverbund Die bestehenden Mobilpunkte bedürfen, sollte man das Konzept weiterverfolgen, sicherlich einer Aufwe r- tung. Ob weitere Standorte für Mobilpunkte eingeric h- tet werden sollen, wird im Rahmen des VEP Münster 2025 geprüft. Das Thema wurde von der Verwaltung aufbereitet. Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen steht noch aus. Die Stadtwerke Münster GmbH haben darüber hinaus das Projekt Multimodale Mobilität aufgelegt.
Anlage 2 zu V/0293/2013
47248 Zeichen
Seite 1
Energie- und Klimabilanz
der Stadt Münster
Bilanzierung des Energieeinsatzes und der Treibhausgas-
Emissionen für die Jahre 1990 – 2011
Anlage 2 zu V/0293/2013
Seite 2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ...................................................................................................................... 3
Tabellenverzeichnis .......................................................................................................................... 3
Energie- und Klimabilanz 1990 - 2011 für die Stadt Münster ........................................................... 4
1. Ergebnis der CO 2-Bilanz 1990 - 2011........................................................................................... 5
2. Entwicklung der Energie- und CO 2- Bilanzierung in den Bereichen Wärme, Strom und Verkehr
1990 bis 2011 ................................................................................................................................... 7
2.1. Entwicklung im Bereich Wärme (Endenergie und CO 2-Emissionen)...................................... 9
2.2. Entwicklung im Bereich Strom (Endenergie und CO 2-Emissionen)...................................... 11
2.3. Entwicklung im Bereich Verkehr (Endenergie und CO 2-Emissionen)................................... 13
2.4. Entwicklung von Endenergie und CO 2-Emissionen nach Sektoren im Jahr 2011 ................ 15
3. Entwicklung Erneuerbare Energien ............................................................................................ 17
4. Fazit und Ausblick....................................................................................................................... 19
Seite 3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung der CO 2-Emissionen in Münster in 1.000 t............................................... 5
Abbildung 2: Prozentuale Entwicklung der CO 2-Emissionen in Münster .......................................... 6
Abbildung 3: Entwicklung der spezifischen CO 2-Emissionen pro Einwohner in Münster und in der
BRD in t/Einwohner...................................................................................................... 7
Abbildung 4: Prozentuale Verteilung von Endenergie und CO 2-Emissionen in Münster 2011 ......... 8
Abbildung 5: Endenergieverbrauch (MWh) und CO 2-Emissionen (1.000 t) für Wärme ................. 10
Abbildung 6: CO 2-Emissionen für Wärme 1990 – 2011.................................................................. 11
Abbildung 7: Entwicklung des Stromverbrauchs und der CO 2-Emissionen für Strom ................... 12
Abbildung 8: CO 2-Emissionen für Verkehr 1990 – 2011................................................................. 13
Abbildung 9: Endenergieverbrauch 2011 nach Verbrauchssektoren in Münster in GWh
(witterungsbereinigt)................................................................................................... 16
Abbildung 10: CO 2-Emissionen 2011 nach Verbrauchssektoren in Münster in t/a ........................ 16
Abbildung 11: Entwicklung des Anteils der Erneuerbaren Energien in Münster am
Energieverbrauch 1990- 2011.................................................................................... 19
Abbildung 12: Entwicklung der CO 2-Emissionen nach Verbrauchssektoren in Münster in t/a ....... 19
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Wichtigste Veränderungen im Bilanzierungssystem ........................................................ 4
Tabelle 2: Entwicklung der CO 2-Emissionen (1.000 t) in Münster 1990 - 2011 ................................ 5
Tabelle 3: Endenergieverbrauch in Münster in GWh/a ..................................................................... 7
Tabelle 4: Entwicklung der Emissionsfaktoren in g/kWh ................................................ ................. 8
Tabelle 5: Endenergieverbrauch (witterungsbereinigt) und CO 2-Emissionen für Wärme nach
Energieträgern................................................................................................................ 9
Tabelle 6: Entwicklung von Bevölkerung und Wohnungen in Münster zwischen 1990 und 2011 .. 10
Tabelle 7: Endenergieverbrauch und CO 2-Emissionen für Strom................................................... 11
Tabelle 8: Endenergieverbrauch und CO 2-Emissionen für Verkehr 1990 – 2011 .......................... 14
Tabelle 9: Fahrleistung nach Sektoren 1990 - 2011 ....................................................................... 14
Tabelle 10: CO 2-Emissionen für Verkehr 1990 – 2011 incl. überregionale Verkehr ...................... 15
Tabelle 11: Erneuerbare Energien im Wärmemarkt in Münster 2005 und 2011............................. 17
Tabelle 12: Erneuerbare Energien im Strommarkt in Münster 2005 und 2011............................... 18
Seite 4
Energie- und Klimabilanz 1990 - 2011 für die Stadt Münster
Die erste Energie- und Klimaschutzbilanz wurde für das Jahr 1990 im Endbericht des Beirates für
Klima und Energie 1995 veröffentlicht und 1997 von der Koordinierungsstelle für Klima und Ener-
gie für das Jahr 1995 fortgeschrieben. Auf Grund de s hohen Arbeitsaufwandes einer Bilanzierung,
wurde 1998 beschlossen, den fünf Jahreszyklus beizu behalten. Das Wuppertal-Institut wurde so-
mit 2001 beauftragt, die Bilanzierung für das Jahr 2000 aufzustellen und legte 2003 seinen Bericht
vor. Für das Jahr 2005 hat die Koordinierungsstelle für Klima und Energie die Systematik fortge-
führt und entsprechend des methodischen Ansatzes de s Beirates für Klima und Energie die Bilanz
aufgestellt.
Die Bilanzierungen sind unter dem Ansatz des 1995 b eschlossenen Klimaschutzziels zur Reduzie-
rung der CO
2-Emissionen um 25% bezogen auf das Basisjahr 1990 b is zum Zieljahr 2005 erarbei-
tet worden. Im Frühjahr 2008 hat der Rat der Stadt Münster ein neues Klimaschutzziel beschlos-
sen, in dem sich die Stadt Münster verpflichtet ein e CO 2-Reduzierung von mindestens 40% bis
2020 und einem Anteil von 20% erneuerbaren Energien am Energieverbrauch zu erreichen.
Zur Umsetzung des neuen Klimaschutzzieles ist 2009 das Klimaschutzkonzept 2020 erarbeitet
worden und in diesem Zusammenhang die bisherige Bil anzierungsmethodik überprüft worden.
Darauf aufbauend ist ein neues fortschreibbares Ber echnungstool entwickelt worden, das für die
Energie- und Klimaschutzbilanzierungen ab 2005 eing esetzt worden ist. Um eine Vergleichbarkeit
über den gesamten Bilanzierungszeitraum von 1990 bi s 2011 zu erhalten, ist eine überschlägige
Anpassung der Jahre 1990, 1995 und 2000 durchgeführ t worden. Ab 2009 erfolgt nunmehr die
Energie- und CO 2-Bilanzierung jährlich, wobei die ersten Ergebnisse mit diesem Bericht vorgelegt
werden.
Die wichtigsten Veränderungen im Überblick.
1
1. Berücksichtigung von CO 2-Äquivalenten (Methan, etc.) und Vorketten. Die CO 2-
Gesamtemissionen steigern sich durch die neuen Emissionsfaktoren gegenüber der alten Syste-
matik. Dafür werden jedoch alle klimarelevanten Treibhausgase und bei deren Abbau erzeugte
Emissionen berücksichtigt.
2. Berücksichtigung eines lokalen Strommixes nach dem Territorialprinzip . Aufgrund der klima-
freundlichen Stromerzeugung im neuen GuD-Kraftwerk liegt der lokale Stromemissionsfaktor unter
dem Wert des Bundesstrommixes. Die Stromerzeugung des GuD-Kraftwerks in Münster kann nun
durch das Territorialprinzip voll abgebildet werden.
3. Berechnung der Strom- und Fernwärmefaktoren in Kraft-Wärme-Kopplungsprozessen nach der
Exergiemethode . Die bisher genutzte Gutschriftenmethode wird nicht weiter angewendet. Diese
Veränderung führt zu den größten Unterschieden zwischen der alten und neuen CO 2-Bilanz. Der
Emissionsfaktor für Fernwärme liegt nun über den bisher ermittelten Werten. Die bis 2005 in Müns-
ter vom Beirat seit 1995 eingesetzte Gutschriftenmethode ist für Techniksystemvergleiche entwi-
ckelt worden und ist bei diesen auch gut einsetzbar. Bei (kommunalen) CO 2-Bilanzierungen ist sie
jedoch nur sehr begrenzt zielführend einsetzbar.
4. Nutzung des durchschnittlichen lokalen Strommixes auch bei Nachtspeicheröfen. Bisher wurde für
Nachtspeicherheizungen der CO 2-Emissionsfaktor für Mittellastkraftwerke angenommen.
5. Neben dem Personenverkehr wird auch der Straßengüterverkehr in der Bilanzierung der Treibhaus-
gasemissionen auf Grundlage des Territorialprinzips berücksichtigt, da er einen relevanten Anteil an
den verkehrlichen Emissionen im Stadtgebiet hat und auch anteilig im Bereich der kommunalen
Handlungsmöglichkeiten ist.
Tabelle 1: Wichtigste Veränderungen im Bilanzierungssystem
1 Detaillierte Beschreibung der neuen Bilanzierungsm ethode im Klimaschutzkonzept 2020 für die Stadt
Münster, 2010 (IFEU, Heidelberg)
Seite 5
1. Ergebnis der CO 2-Bilanz 1990 - 2011
Für Münster bildet das Jahr 1990 mit 2.517 kt CO 2-Emissionen das sogenannte Basisjahr. Dabei
stellen die drei Bereiche Wärme, Strom und Verkehr die wichtigsten Sektoren dar. Innerhalb dieser
Bereiche können die Energieverbräuche nach den unte rschiedlichen Energieträgern und Nutzern
ausgewiesen werden, wodurch die Ergebnisse der Bila nz in den folgenden Kapiteln differenziert
analysiert und bewertet werden können. Zu Beginn di e Ergebnisse der Energie- und CO 2-
Bilanzierung im Überblick.
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
1990 1995 2000 2005 2006 2009 2010 2011
Wärme Strom Verkehr
100% 98% 98%
Stadt Münster 2012
1.000 t CO 2
90%
84% 84%
95%
82%
Abbildung 1: Entwicklung der CO 2-Emissionen in Münster in 1.000 t
Insgesamt sind in Münster die CO 2-Emissionen von 2.517 kt im Jahr 1990 auf 2.061 kt im Jahr
2011 gesunken. Gegenüber dem Basisjahr 1990 bedeute t dies eine Reduzierung um 18,1% bzw.
455.000 t CO 2. Während in den ersten Inventurzeiträumen bis 2005 die CO 2-Emissionen in Müns-
ter nur um rund 2% bis 5% reduziert worden sind, is t ab 2006 erstmals ein deutlicher Rückgang
der CO 2-Emissionen zu verzeichnen. Unterschiedliche Faktor en und teilweise gegenläufige Ent-
wicklungen nehmen hier Einfluss, die in den folgenden Kapitel detailliert betrachtet werden.
CO 2 – Emissionen
in 1.000 t
Basis
1990 1995 2000 2005 2010 2011
in %
zu 1990
Ziel
2020
- Wärme 1.119 1.060 1.064 958 788 742 -34% 672
- Strom 819 822 839 885 800 789 -4% 491
- Verkehr 579 577 568 543 528 530 -8% 347
Gesamt 2.517 2.459 2.471 2.386 2.116 2.061 -18% 1.5 10
in % zu 1990 - 2,3% - 1,8% - 5,2% - 15,9% - 18,1% - 40,0%
in t/EW 9,1 8,8 8,8 8,6 7,4 7,0 -24% 5,1
in % zu 1990 - -3,8% -3,3% -6,5% -18,9% -24,0% - - 44,3%
BRD in t/EW 12,9 11,0 10,4 10,7 9,6 - - 7,7
Tabelle 2: Entwicklung der CO 2-Emissionen (1.000 t) in Münster 1990 - 2011
Seite 6
Im Wärmebereich sind die Emissionen trotz eines erh eblichen Zuwachses an Wohnfläche in den
letzten 20 Jahren in Münster um 34% verringert word en. Ausschlaggebend ist hier einerseits die
gezielte Ausrichtung der Klimaschutzaktivitäten auf den Bereich Bauen und Wohnen, wodurch der
Energieverbrauch um 15% reduziert werden konnte, un d andererseits die Verbesserung der Emis-
sionsfaktoren durch den Neubau des Gas- und Dampftu rbinen-Heizkraftwerkes der Stadtwerke
Münster (GuD-Anlage) im Jahr 2005.
Bei den Emissionen im Stromsektor ist trotz eines s tarken Anstieges des Energieverbrauches (um
47%) ein leichter Rückgang ab 2005 um 4% bis 2011 e rzielt worden, der auf die erhebliche Ver-
besserung der Emissionsfaktoren für Strom in Münste r wiederum durch den Neubau des Heiz-
kraftwerkes der Stadtwerke Münster GmbH als auch bundesweit durch den Ausbau der erneuerba-
ren Energien und der Kraftwärmekopplung begründet ist.
Im Bereich Verkehr ist insgesamt ein geringer Ansti eg der Nutzung von Bus und Bahn zu ver-
zeichnen. Zusammen mit deutlich sinkenden spezifisc hen Verbräuchen der PKW sind so die
Emissionen und der Energieverbrauch des Personenver kehrs zwischen 1990 und 2011 kontinuier-
lich um 8% reduziert worden.
-40%
-30%
-20%
-10%
0%
10%
1990 2005 2011
Wärme
- 34 %
Verkehr
- 8 %
Strom
- 4 %
Gesamt
- 18 %
Stadt Münster 2012
Abbildung 2: Prozentuale Entwicklung der CO 2-Emissionen in Münster
Insgesamt kann festgehalten werden, dass der erfolg reichen Klimaschutzpolitik der Stadt Münster
verbrauchssteigernde Trends wie der stark ansteigen de Stromverbrauch in Münster entgegen-
standen aber auch unterstützende Klimaschutzaktivit äten auf Bundes- und Landesebene die Ziel-
erreichung von 40% CO 2-Reduzierung bis 2020 in Münster in realisierbare D imensionen gerückt
haben. Im Ergebnis ist die Emissionsminderung um me hr als 18% (bzw. 24% je Einwohner) für
Münster als deutlicher Erfolg zu bewerten.
Bezogen auf die Einwohner fällt die CO
2-Reduzierung in Münster mit 24% sogar noch deutlich er
aus und liegt auf Bundesniveau (25,4% bis 2011). Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt liegt
Münster mit einem Kennwert von 9,1 t CO pro Einwohner im Jahr 1990 und 7,0 t CO 2/Einwohner in
Seite 7
2011 deutlich unter den Bundeskennwerten, da Münste r durch Verwaltung und Dienstleistung und
nicht durch Industrie geprägt ist.
0,0
2,0
4,0
6,0
8,0
10,0
12,0
14,0
1990 1995 2000 2005 2006 2009 2010 2011 Ziel 2020
CO2 in t/EW
Münster BRD Münster 2012
Abbildung 3: Entwicklung der spezifischen CO 2-Emissionen pro Einwohner in Münster und in der BRD in t/Einwohner
2. Entwicklung der Energie- und CO 2- Bilanzierung in den Bereichen
Wärme, Strom und Verkehr 1990 bis 2011
Die Entwicklungen sowohl des Endenergieeinsatzes al s auch der CO 2-Emissionen lassen sich in
den drei Bereichen (Wärme, Strom und Verkehr) diffe renziert darstellen und ermöglichen eine de-
taillierte Betrachtung der Veränderungen und Einflu ssfaktoren auf die CO 2-Bilanzierung in Müns-
ter. Innerhalb der Bereiche Wärme und Strom können die Energieverbräuche auch nach den un-
terschiedlichen Energieträgern ausgewiesen werden, wodurch die Ergebnisse der Bilanz transpa-
renter dargestellt und bewertet werden können.
Insgesamt ist der (witterungsbereinigte) Endenergie einsatz im Vergleich zum Basisjahr 1990 von
6.519 GWh bis zum Jahr 2005 auf 6.748 GWh kontinuie rlich angestiegen. Dies bedeutet eine Stei-
gerung von 3,5% im Jahr 2005. In den Folgejahren is t ein gegenläufiger Trend zu erkennen, bei
dem die Werte des Jahres 1990 ab 2010 sogar untersc hritten werden und im Jahr 2011 eine Re-
duzierung um knapp 4% gegenüber 1990 erreicht wird.
Energieverbrauch in
GWh
Basis
1990 1995 2000
2005
2010
2011
in %
zu 1990
- Wärme 3.690 3.606 3.724 3.650 3.263 3.130 - 15%
- Strom 959 1.009 1.119 1.341 1.420 1.411 + 47%
- Verkehr 1.870 1.864 1.834 1.756 1.720 1.729 - 8%
Gesamtenergie 6.519 6.479 6.678 6.748 6.404 6.270 - 3,8%
Änderung ggü. 1990 in % - 0,6% +2,4% +3,5% -1,8% - 3,8%
Tabelle 3: Endenergieverbrauch in Münster in GWh/a
Seite 8
Einen wichtigen Einfluss auf die CO 2-Bilanz hat neben dem tatsächlichen Endenergieeinsa tz auch
die Entwicklung der Emissionsfaktoren für die unter schiedlichen Energieträger. Gravierende Ver-
änderungen haben in Münster bei den Emissionsfaktor en für Strom und Fernwärme stattgefunden.
Die Emissionsfaktoren für Erdgas und Heizöl sind bu ndesweit und damit auch in Münster konstant
geblieben.
1990 1995 2000 2005* 2006* 2010 2011
Erdgas 252 252 252 252 252 252 252
Erdöl 321 321 321 321 321 321 321
Fernwärme Münster 266 266 266 196 144 124 118
Strommix Münster 854 815 750 660 600 564 559
Strommix BRD 739 683 683 626 626 595 595
Tabelle 4: Entwicklung der Emissionsfaktoren in g/kWh (* = in 2005 ist das GuD-Heizkraftwerk im Herbst in Betrieb ge-
gangen und 2006 das erste Jahr vollständig gelaufen)
Der bundesweite Emissionsfaktor für Strom ist seit 1990 von 739 g/kWh auf 595 g/kWh im Jahr
2011 deutlich gesunken. Hier spiegeln sich insbeson dere die Entwicklungen auf Bundesebene im
Rahmen der Sanierung des bundesweiten Kraftwerkpark s als auch dem Ausbau der erneuerbaren
Energien wider. Der lokale Emissionsfaktor für Stro m konnte durch den Neubau der GuD-Anlage
der Stadtwerke Münster GmbH im Jahr 2005 und der da mit verbundenen Verdopplung der Stro-
merzeugung in Münster sogar von 854 g/kWh im Jahr 1 990 auf 559 g/kWh im Jahr 2011 verbes-
sert werden. Der Einsatz der erneuerbaren Energien spielt in Münster dabei bislang eine unterge-
ordnete Rolle.
Der Neubau der GuD-Anlage der Stadtwerke Münster Gm bH hat auch einen erheblichen Einfluss
auf den Emissionsfaktor für die örtliche Fernwärme. Vom kohlebasierten Heizkraftwerk im Jahr
1990 mit 266 g/kWh ist der Emissionsfaktor für Fern wärme in Münster durch die gasbetriebene
GuD-Anlage kontinuierlich um mehr als die Hälfte au f einen Wert von 118 g/kWh im Jahr 2011 re-
duziert worden. Die Fernwärmeversorgung stellt sich somit als klimafreundlichste Versorgungsva-
riante neben den erneuerbaren Energien in Münster dar.
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Endenergie CO2-Emissionen
Wärme Strom Verkehr Münster 2012
Abbildung 4: Prozentuale Verteilung von Endenergie und CO 2-Emissionen in Münster 2011
Seite 9
Bei der Verteilung der Endenergie sowie der CO 2-Emissionen auf die drei Bereiche werden die
Auswirkungen der Emissionsfaktoren auf die CO 2-Bilanz deutlich. Der Wärmebereich dominiert im
Endenergiesektor mit 50% die Verteilung deutlich, w ird aber bei der CO 2-Bilanzierung auf 36% auf
Grund der guten Emissionsfaktoren für den Wärmesekt or zurückgedrängt. Dagegen steigt der
Strombereich mit 23% bei der Endenergie auf 38% in der CO 2-Bilanzierung an, weil die Emissions-
faktoren für Strom trotz der Verbesserungen insgesa mt noch deutlich schlechter sind als im Wär-
mebereich und somit eine Verschiebung bewirken.
Durch die detaillierte Betrachtung in den folgenden Kapiteln wird eine genauere Analyse und Be-
wertung mehr Transparenz in die Ergebnisse bringen, woraus sich Handlungsoptionen für die wei-
teren Aktivitäten erarbeiten lassen.
2.1. Entwicklung im Bereich Wärme (Endenergie und CO 2-Emissionen)
Insgesamt ist im Bereich Wärme der Endenergieeinsat z von 1990 bis 2011 um 15% zurückgegan-
gen (witterungsbereinigt) und die CO 2-Emissionen konnten um 34% reduziert werden.
In Münster sind der Erdgasabsatz bis 2000 und der F ernwärmeabsatz bis 2005 kontinuierlich an-
gestiegen, um danach bis 2011 wieder leicht zurückz ugehen. Insgesamt ist der Erdgaseinsatz um
4% gesenkt worden, während die Fernwärme trotz eines Rückganges seit 2005 mit einer Zunahme
von 18% doch deutlich ausgeweitet worden ist. Diese Entwicklungen fanden zu Lasten von Heiz-
strom und Öl statt, die um 75% bzw. 46% reduziert w orden sind und überwiegend durch Erdgas
und Fernwärme substituiert worden sind. Ausschlagge bend für die rückläufigen Entwicklungen
beim Erdgas wie auch bei der Fernwärme sind die int ensive Sanierungstätigkeit und die steigende
Effizienz der Heizanlagen in Münster, die hier eine nachhaltige Wirkung zeigen. Verdeutlicht wird
diese Entwicklung durch die Betrachtung des spezifi schen Wärmeeinsatzes pro Quadratmeter
Wohnfläche in Münster, der von knapp 400 kWh/m 2 im Jahr 1990 auf 263 kWh/m 2 im Jahr 2011
zurückgegangen ist.
Jahr
Gas
[MWh/a]
Fernwärme
[MWh/a]
Heizstrom
[MWh/a]
Heizöl
[MWh/a]
Sonstiges
[MWh/a]
Wärme
Gesamt
[MWh/a]
in %
zu 1990
1990 1.872.022 589.003 172.725 1.030.782 25.522 3.6 90.054
1995 2.016.515 645.159 152.824 780.193 11.181 3.605 .872 -2%
2000 2.125.904 644.106 115.425 831.315 7.389 3.724. 138 1%
2005 2.006.022 756.773 56.279 718.634 112.498 3.650 .207 -1%
2010 1.805.351 715.730 43.510 667.769 30.949 3.263. 309 -12%
2011 1.795.570 696.458 43.790 556.401 38.036 3.130. 255 -15%
1990-2011 -4% +18% -75% -46% +49% -15%
CO 2 1000 t/a 1000 t/a 1000 t/a 1000 t/a 1000 t/a 1000 t/a
1990 472 157 148 331 11 1.119
1995 508 172 125 250 5 1.060 -5%
2000 536 171 87 267 3 1.064 -5%
2005 506 149 37 231 36 2 958 -14%
2010 455 89 25 214 5 788 -30%
2011 452 82 24 179 5 742 -34%
1990-2011 -4% -48% -84% -46% -58% -34%
Tabelle 5: Endenergieverbrauch (witterungsbereinigt) und CO 2-Emissionen für Wärme nach Energieträgern
2 Bei dem Energieträger „Sonstiges“ treten starke Sc hwankungen auf, da hier ab 2005 Daten zugewiesen
werden, die nicht eindeutig einem anderen Energietr äger zu geordnet werden können. Das hat insbe-
sondere im Jahr 2005 zu einer deutlichen Erhöhung des Anteils geführt, der aber nicht bewertet werden
kann.
Seite 10
Die CO 2-Emissionen im Wärmebereich haben mit einer Reduzie rung um 34% gegenüber 1990 ei-
ne gravierende Verringerung erfahren. Der bedeutend ste Anteil an diesem Einsparerfolg ist der
Verbesserung des spezifischen Emissionsfaktors für die Bereitstellung der Fernwärme in Münster
(vgl. Tab. 4) durch einen stetig steigenden Erdgasa nteil im kohlebetriebenen Heizkraftwerk Hafen
bis 2005 und dem dann folgenden Neubau des GuD-Heiz kraftwerkes der Stadtwerke Münster
GmbH zu zurechnen. Auch der Zubau an Blockheizkraft werken (BHKW) in Münster mit insgesamt
fast 50 Anlagen mit einer Leistung von 8 MW spielt hier eine wichtige Rolle.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
4.000.000
1990 1995 2000 2005 2006 2009 2010 2011
MWh
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.000 t
Wärme CO2-Emissionen Stadt Münster 2012
Abbildung 5: Endenergieverbrauch (MWh) und CO 2-Emissionen (1.000 t) für Wärme in Münster
Betrachtet man die gegenläufigen Trends im Wohnungs markt stellt die positive Entwicklung der
CO 2-Emissionen im Wärmemarkt einen sehr großen Erfolg für die Stadt dar. Bei stetig gestiegenen
Einwohnerzahlen (+8%) ist ein Zuwachs von fast 11.0 00 Wohngebäuden (+27%) und einer Wohn-
fläche von 2,4 Mio. qm (+ 25%) zu verzeichnen, wodu rch die Zahl der Personen pro Wohnung von
2,25 auf 1,86 sank und die Anzahl der Haushalte um 30% zunahm. Trotz dieses starken Zuwach-
ses an Wohngebäuden, beheizter Wohnfläche sowie der gestiegenen Zahl der Haushalte ist der
Endenergieeinsatz für Heizzwecke in Münster - wie b ereits dargestellt – gesunken. Damit wird
deutlich, dass die Erfolge einer konsequenten Klima schutzpolitik mit der Umsetzung energieeffi-
zienter Neubauten sowie umfangreicher Energiespar- und Sanierungsmaßnahmen (Förderpro-
gramm Altbausanierung, Kampagnen zur Gebäudesanieru ng und Heizanlagenerneuerung, Netz-
werke mit Energieberater und Handwerkern, etc.) in Münster ihre Wirkung zeigen.
1990 1995 2000 2005 2010 2011 in %
Wohnber. Bevölkerung 275.150 279.632 279.461 278.925 285.180 296.440 +8%
Wohngebäude 40.495 42.923 45.679 48.016 50.611 51.3 67 +27%
Haushalte 122.405 130.906 139.060 144.160 150.188 1 59.583 + 30%
Personen/Haushalt 2,25 2,14 2,01 1,93 1,90 1,86 -17%
Wohnfläche (m2) 9.385.400 10.036.600 10.743.200 11. 164.600 11.484.300 11.741.000 +25%
Tabelle 6: Entwicklung von Bevölkerung und Wohnungen in Münster zwischen 1990 und 2011
Seite 11
0%
20%
40%
60%
80%
100%
120%
1990 2011 Münster 2012
CO 2-Emissionen: - 34%
Wohnfläche +25%
Bevölkerung +8%
Zahl der Haushalte +30%
Senkung der CO 2-Emissionen pro Einwohner um 38 %
Abbildung 6: CO 2-Emissionen für Wärme 1990 – 2011
Steigende Energiepreise und ein geändertes Nutzerve rhalten sowie die stetig steigenden Anforde-
rungen an die Sanierung von Gebäuden durch den Bund unterstützen die lokalen Aktivitäten posi-
tiv und flankieren dieses gute Ergebnis.
2.2. Entwicklung im Bereich Strom (Endenergie und CO 2-Emissionen)
Der Stromverbrauch hat 2011 mit insgesamt 1.411.197 MWh einen Anteil von 23% am gesamten
Endenergieeinsatz in Münster. Bemerkenswert ist bei der Entwicklung im Bereich Strom, dass
zwar einerseits die CO 2-Emissionen geringfügig zurückgegangen sind, andere rseits der Energie-
verbrauch für Strom mit 47% Zunahme sich seit 1990 fast verdoppelt hat.
Strom Endenergie CO 2-Emissionen
Jahr [MWh/a] in % zu 1990 1.000 t in % zu 1990
1990 959.275 0% 819 0%
1995 1.009.176 5% 822 0,4%
2000 1.119.248 17% 839 2,5%
2005 1.341.608 40% 885 8,1%
2010 1.420.298 48% 800 -2,3%
2011 1.411.197 47% 789 -3,7%
Tabelle 7: Endenergieverbrauch und CO 2-Emissionen für Strom
Betrachtet man die Entwicklung des Stromeinsatzes i n Münster im Detail wird deutlich, dass bis
zum Jahr 2000 der Strom zwar stetig um 17% angestiegen ist, der entscheidende Sprung aber erst
2005 mit einem Mehrverbrauch von 200.000 MWh und so mit 40% gegenüber 1990 erfolgt ist. In
den letzten Jahren ist die Entwicklung langsam abge flacht und im Jahr 2011 sind nunmehr 47%
Mehrverbrauch seit 1990 erreicht worden. Der Anstie g des Stromeinsatzes ist auf die Wirtschafts-
struktur Münsters als Verwaltungsstadt zurückzuführ en. Denn gerade im Verwaltungs- und Dienst-
leistungssektor ist seit 1995 mit dem Einzug der ED V-Technik ein deutlicher Zuwachs in der
Seite 12
Stromanwendung zu verzeichnen. Ergänzend hat diese Entwicklung auch in den Haushalten statt-
gefunden, die durch den Trend zum Singlehaushalt in Münster mit einem Anstieg der Zahl der
Haushalte um 30% verbunden ist und somit ebenfalls zu stetig steigenden Stromverbräuchen ge-
führt hat.
Insgesamt liegt der spezifische Stromverbrauch in M ünster mit 4.760 kWh/Einwohner weit unter
dem Bundesdurchschnitt, der mit 6.320 kWh/Einwohner angesetzt wird, wobei auf Bundesebene
der Zuwachs in der Stromanwendung mit 10% seit 1990 deutlich defensiver ausgefallen ist. Auch
hier werden die Strukturunterschiede sichtbar, denn einerseits ist der höhere spezifische Strom-
verbrauch auf Bundesebene durch den deutlich größer en Anteil der Industrie bedingt, der anderer-
seits die Steigerung in anderen Bereich abfängt, da in diesem Sektor enorme Einsparungen um-
gesetzt worden sind.
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
1.400.000
1.600.000
1990 1995 2000 2005 2006 2009 2010 2011
MWh
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1.000
1.000 t
Strom CO2-Emissionen Stadt Münster 2012
Abbildung 7: Entwicklung des Stromverbrauchs und der CO 2-Emissionen für Strom in Münster
In den letzen Jahren ist eine erste Stagnation beim Stromverbrauch in Münster zu erkennen, die
einerseits auf eine Sättigung der Ausstattung in de n Haushalten und im Dienstleistungssektor zu-
rückzuführen ist und andererseits auf bundesweite M aßnahmen wie z.B. sparsamere Geräte und
Leuchtmittel, weniger Stand-by-Verbräuche in den Geräten, etc. bedingt ist. Aber auch kommunale
Klimaschutzmaßnahmen in Münster wie beispielsweise der Bürgerpakt für Klimaschutz, eine in-
tensive Stromsparberatung oder eine dauerhafte Ener gieberatung führen langsam zu Verhaltens-
änderungen.
Die mit dem Stromeinsatz verbundenen CO
2-Emissionen sind in Münster seit 1990 zunächst bis
2005 um + 8% angestiegen, um dann sogar leicht auf -3,7% gegenüber 1990 zu sinken. Die abge-
schwächte und moderate Entwicklung der CO 2-Emissionen für die Stromanwendungen ist durch
die positive Entwicklung der spezifischen CO 2-Emissionsfaktoren (vgl. Tab. 4) bedingt. Während
bis 2000 der Strommix für Münster wie auch der Bund esstrommix auf einem relativ konstanten ho-
hen Niveau lag, ist ab 2005 beim Strommix für Münst er eine deutliche Reduzierung zu verzeich-
nen. Hier wirkt sich der Neubau des GuD-Heizkraftwe rkes mit einer Verbesserung des Emissions-
faktors von 854 g/kWh in 1990 auf 559 g/kWh im Jahr 2011 deutlich aus. Zudem ist der Anteil der
Seite 13
eigenen Stromerzeugung in Münster von früher ca. 15 % auf fast 50% seit 2006 angestiegen, wo-
durch der verbesserte Emissionsfaktor für eine deut lich höhere Strommenge angesetzt werden
kann. Aber auch der Bundesstrommix erfährt auf Grun d des steigenden Einsatzes erneuerbarer
Energien eine stetige Verbesserung (von 739 g/kWh in 1990 auf 595 g/kWh im Jahr 2011).
2.3. Entwicklung im Bereich Verkehr (Endenergie und CO 2-Emissionen)
Entsprechend dem Territorialprinzip der Bilanzierun g wird die Emissionsbilanz für den Personen-
verkehr ohne den überregionalen Verkehr erstellt, d .h. Flug-, Bahngüter-, Fernstraßen- und Schie-
nenfernverkehr bleiben unberücksichtigt. Der Grund für diese Abgrenzung liegt in der überregiona-
len Bedeutung sowohl des Güter- als auch des Fern- und Flugverkehrs für Münster, d.h. die Stadt
Münster kann keinen Einfluss auf diese Bereiche neh men und somit auch den CO 2-Ausstoß nicht
verändern. Zudem können diese Werte nur über bundes weite Kennzahlen ermittelt werden (d.h.
Personenkilometer pro Einwohner) und stellen damit rein statistische Werte dar. Der Vollständig-
keit halber sind die Werte in einem separaten Absatz dargestellt worden.
Die Treibhausgasemissionen des Verkehrs in Münster beliefen sich 1990 nach der Territorialprin-
zip auf 579.000 t CO 2. Im Jahr 2011 konnten die Emissionen um 8,4% auf 5 30.000 t reduziert wer-
den.
0%
20%
40%
60%
80%
100%
120%
1990 2011 Münster 2012
CO 2-Emissionen: - 8%
Anzahl der PKW +11%
Bevölkerung +8%
Fahrleistung (MIV) +11%
Senkung der CO 2-Emissionen pro Einwohner um 11,5 %
Abbildung 8: CO 2-Emissionen für Verkehr 1990 – 2011
Die Entwicklung des Energieverbrauches und der CO 2-Emissionen im Bereich Verkehr verläuft re-
lativ parallel, wobei die Einsparungen überwiegend im motorisierten Individualverkehr (MIV) statt-
gefunden haben und durch die kontinuierliche Verbes serung der Fahrzeugflotte mit geringeren
Spritverbräuchen als auch besseren Emissionsfaktoren bedingt sind.
Seite 14
Verkehr Endenergie CO 2-Emissionen in 1.000 t
Jahr [MWh/a]
in % zu
1990
MIV+Straßen-
güter ÖPNV SPNV Gesamt in % zu
1990
1990 1.870.138 540 12 26 579
1995 1.864.446 -0,3% 535 15 27 577 -0,3%
2000 1.834.648 -1,9% 516 18 33 568 -1,9%
2005 1.756.000 -6,1% 517 14 13 * 543 -6,2%
2010 1.720.000 -8,0% 502 13 12 528 -8,7%
2011 1.729.000 -7,5% 506 13 12 530 -8,4%
Tabelle 8: Endenergieverbrauch und CO 2-Emissionen für Verkehr 1990 – 2011 (* geänderte Systematik ab 2005)
Die Veränderungen beim Schienenpersonennahverkehr ( SPNV) sind auf die ab 2005 geänderte
Systematik zurückzuführen sowie auf verbesserte Emissionsfaktoren.
Selbst eine Steigerung der Fahrleistung um 16% beim Binnenverkehr bzw. 11% beim Regional-
verkehr ist durch die Einführung besserer Technik i n den Kraftfahrzeugen seit 1990 und die damit
verbundenen geringeren Verbräuche und Schadstoffaus stöße kompensiert worden. Die Zunahme
der Wege im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und bei der Bahn hat zudem einen weite-
ren Anstieg der MIV-Emissionen verhindert.
Fahrleistung Mio. Pkm 1990 1995 2000 2005 2010 2011
Binnenverkehr
MIV 649 628 669 658 662 699
ÖPNV 131 185 220 205 208 208
Summe Binnenverkehr 780 813 889 863 870 907
Änderung gegenüber 1990 4% 14% 11% 12% 16%
Regionalverkehr
MIV 793 825 857 978 900 900
ÖPNV + SPNV 184 185 195 185 185 185
Summe Regionalverkehr 977 1.010 1.052 1.163 1.085 1.085
Änderung gegenüber 1990 3% 7% 19% 11% 11%
Gesamt 1.757 1.771 1.854 2.026 1.955 1.992
Änderung gegenüber 1990 4% 10% 15% 11% 13%
PKW-Dichte je 1.000 Ein-
wohner 368 393 418 435 440 432
Tabelle 9: Fahrleistung nach Sektoren 1990 - 2011
Der Trend zu einer veränderten Mobilität ist in Mün ster nicht nur durch den guten Modal Split im
Umweltverbund mit fast 65% für ÖPNV, Rad- und Fußve rkehr zu erkennen, sondern auch an der
seit 2005 stagnierenden PKW-Dichte, die zwar seit 1990 um knapp 20% angestiegen ist jedoch mit
432 PKW pro 1.000 Einwohnern in 2011 seit 2005 fast gleichgeblieben ist. Der Bundeswert lag
2011 bei 530 PKW pro 1.000 Einwohner deutlich höher . Auch hier spiegelt sich der gute Modal
Split im Umweltverbund in Münster wieder, wobei aus schlaggebend in erster Linie der hohe Rad-
verkehrsanteil mit 38% ist. Bundeswerte für die Fah rleistung sowie die PKW-Dichte würden in der
Bilanzierung zu einer deutlichen Fehleinschätzung führen.
Entwicklung der CO 2-Emissionen im Verkehrsbereich in Münster inklusive überregionale Verkehre
Ergänzend werden für den Verkehrsbereich die Ergebnisse zuzüglich der überregionalen Verkehre
dargestellt, um die Auswirkungen auf die Bilanzieru ng in Münster zu verdeutlichen und die daraus
resultierende Unschärfe aufzuzeigen.
Eine Bilanzierung, wie sie in Münster auf der Basis ermittelter Fahrleistung der regionalen Verkehr
erfolgt, ist bundesweit die Ausnahme, da diese Date n oftmals nicht vorliegen und eine so konkrete
und detaillierte Verkehrsplanung nur in Großstädten umgesetzt wird. Überwiegend werden bei der
Bilanzierung von Verkehrsdaten bundesweite Kennwert e angesetzt. Das bedeutet, dass die CO
2-
Seite 15
Emissionen, die beispielsweise bundesweit für den F lugverkehr ermittelt worden sind, über die
Einwohnerzahl auf die Stadt Münster heruntergebroch en werden. Das gleiche wird mit den ande-
ren Verkehrsträgern gemacht. Auch der Personennahve rkehr (MIV) wird in vielen Bilanzierungs-
verfahren (wie z.B. ECORegion) so ermittelt und ent hält somit auch den überregionalen Anteil an
Fern- und Autobahnkilometern und vernachlässigt reg ionale Verkehrskonzepte wie einen hohen
Radverkehrsanteil in Münster, der zu einer Reduzier ung der Fahrzeugkilometer insbesondere im
innerstädtischen Verkehr führt.
Verkehr CO 2-Emissionen in 1.000 t
Jahr
MIV+Stras-
sengüter ÖPNV SPNV Gesamt Flug*
Güter
(Bahn/
Schiff)*
Bahn-
fernver-
kehr*
Gesamt in % zu
1990
1990 540 12 26 579 42 13 8 641
1995 535 15 27 577 51 13 8 648 1,0%
2000 516 18 33 568 66 11 7 652 1,6%
2005 517 14 13 543 74 11 6 634 -1,2%
2010 502 13 12 528 82 11 6 625 -2,5%
2011 506 13 12 530 85 11 6 632 -1,5%
Tabelle 10: CO 2-Emissionen für Verkehr 1990 – 2011 incl. überregiona le Verkehr (* Basis ECORegion Münster über
bundesweite Kennwerte und Einwohnerzahlen)
Durch die überregionalen Verkehre erhöht sich das B ilanzergebnis für den Verkehrssektor um ca.
100.000 t CO 2 pro Jahr (20%) und die Einsparungen seit 1990 verr ingern sich auf 1,5%. Aus-
schlaggebend für die Entwicklung ist dabei der Flug verkehr während der Güter- und Bahnfernver-
kehr fast konstant geblieben sind. Obwohl beim Flug verkehr die Emissionsfaktoren durch bessere
Kerosine deutlich gesenkt werden konnten, haben sic h die CO 2-Emissionen auf Grund der bun-
desweit gestiegenen Flugtätigkeit verdoppelt. Die Zahl der Flugkilometer der Münsteraner Bevölke-
rung hat sich berechnet über den bundesweiten Ansat z 3 von 252 Mio. Personen-Kilometern (Pkm)
1990 auf 665 Mio. Pkm im Jahr 2011 fast verdreifach t. Dabei spielt die lokale Flugtätigkeit am
Flughafen Münster-Osnabrück keine Rolle, da in dies er Betrachtung von bundesdurchschnittlichen
Kennwerten ausgegangen wird.
In der Gesamtbilanz würde sich der Anteil des Verke hrssektors für das Jahr 2011 von 26% (vgl.
Abb. 10) auf 29% zu Lasten der privaten Haushalte u nd des gewerblichen Sektors erhöhen und im
Gesamtergebnis die CO
2- Einsparung von 18,1% seit 1990 auf 16,2% (vgl. Ab b. 12) für das Jahr
2011 sinken.
2.4. Entwicklung von Endenergie und CO 2-Emissionen nach Sektoren im Jahr 2011
Bei der Betrachtung der aktuellen Endenergieverbrau chs- und CO 2-Emissionssituation in den un-
terschiedlichen Verbrauchssektoren werden die Herau sforderungen für den Klimaschutz in Müns-
ter in den kommenden Jahren deutlich.
Die privaten Haushalte
stellen mit 31% am Endenergieverbrauch und mit 32% bei den CO 2-
Emissionen den wichtigsten Sektor dar. Dominiert wi rd der Sektor durch den hohen Anteil am Erd-
gaseinsatz während Fernwärme und Heizöl eine unterg eordnete Rolle spielen. Der Fernwärmean-
teil des Wohnungsbaus bzw. der größeren Wohnungsbau gesellschaften findet sich beim gewerbli-
chen Sektor wieder. Der Stromeinsatz ist mit 23% eb enfalls nicht zu vernachlässigen, da hier
durch den hohen Emissionsfaktor eine größere Bedeut ung für die CO 2-Emissionen (knapp 40%)
resultiert.
3 Angesetzt werden dabei die Verkehrsleistungen der von deutschen Verkehrsflughäfen abgehenden Flüge
bis zur ersten Zwischenlandung bzw. Landung - in 2011 sind das 2.237 Flugkilometer pro Einwohner
Seite 16
Handlungsschwerpunkte sind in diesem Sektor nach wi e vor einerseits die Altbausanierung zur
Reduzierung des Wärmeeinsatzes für Erdgas und Heizö l sowie der Ausbau des Fernwärmeeinsat-
zes bei den privaten Haushalten. Andererseits die S tromanwendungen über Maßnahmen wie die
kommunale Klimaschutzkampagne „Münster packt`s! Der Bürgerpakt für Klimaschutz“ durch einfa-
che Handlungsempfehlungen, die in den Alltag eingef ührt werden, oder die gezielte Beratung der
Bürger in der Energie- und Umweltberatung.
0
500
1000
1500
2000
2500
Private Haushalte Gewerbe+Sonstiges Industrie Verkehr
Strom
Kraftstoffmix
Verkehr
Sonstiges
Kohle
Heizöl
Fernwärme
Erdgas
Gesamt: 6.270 GWh
31%
11%
30%
28%
GWh
Münster 2012
Abbildung 9: Endenergieverbrauch 2011 nach Verbrauchssektoren in Münster in GWh (witterungsbereinigt)
0
100000
200000
300000
400000
500000
600000
700000
Private Haushalte Gewerbe+Sonstiges Industrie Verkehr
Strom
Kraftstoffmix
Verkehr
Sonstiges
Kohle
Heizöl
Fernwärme
Erdgas
Tonnen CO 2
Gesamt: 2.061.000 t 32%
11%
31%
26%
Münster 2012
Abbildung 10: CO 2-Emissionen 2011 nach Verbrauchssektoren in Münster in t/a (incl. Äquivalente)
Im Sektor Gewerbe und Sonstiges , der mit 30% am Endenergieverbrauch und 31% bei de n CO 2-
Emissionen nur knapp unter den privaten Haushalten liegt, stellt sich die Zusammensetzung des
Seite 17
Energieeinsatzes ganz anders dar. Hier dominiert ne ben dem Strom die Fernwärme deutlich vor
dem Erdgaseinsatz die Verbrauchsstruktur in diesem Sektor. Auf Grund der guten Emissionsfakto-
ren für die Fernwärme und beim Erdgas wird bei der Darstellung der CO 2-Emissionen der Hand-
lungsschwerpunkt für den Gewerbesektor schnell ersi chtlich – der Stromverbrauch, der in diesem
Sektor nicht nur 41% des Energieeinsatzes sondern a uch 68% der CO 2-Emissionen ausmacht.
Bedingt ist diese Struktur durch den hohen Anteil a n Dienstleistungsunternehmen in Münster, die
sowohl einen hohen Raumwärmebedarf haben als auch m it der stetig zunehmenden IT-
Ausstattung einen hohen Stromverbrauch aufweisen. U m diesen Anstieg in den Griff zu bekom-
men, ist 2011 Münsters Allianz für Klimaschutz – ei n Netzwerk für Unternehmen gegründet wor-
den, um bei den gewerblichen Unternehmen gezielt Verbrauchsreduzierungen zu erzielen.
Der Sektor Industrie nimmt mit 11% am Endenergieeinsatz und bei den CO 2-Emissionen eine un-
tergeordnete Rolle in Münster ein, was auch die Str uktur der Stadt Münster als Dienstleistungs-
zentrum widerspiegelt. Der Erdgaseinsatz liegt mit 65% am Endenergieverbrauch deutlich vor dem
Stromeinsatz mit 31% wobei Heizöl und Fernwärme zu vernachlässigen sind. Der Schwerpunkt
der industriellen Anwendung liegt bei den drei müns terschen Großbetrieben in der Wärmeanwen-
dung. Bei den CO 2-Emissionen gleicht sich das Verhältnis auf Grund d es höheren Emissionsfak-
tors für Strom aus.
Der Verkehrssektor
stellt mit 28% am Endenergieverbrauch sowie 26% be i den CO 2-Emissionen
einen wichtigen Bereich dar, der auf Grund des gute n Standards in Münster im Umweltverbund
(ÖPNV und Radverkehr) nur noch schwer erschlossen w erden kann und nur durch eine deutliche
Intensivierung der Aktivitäten zur Eindämmung des Individualverkehres erreicht werden kann.
3. Entwicklung Erneuerbare Energien
Durch intensive Förderung der erneuerbaren Energien auf Bundes-, Landes- und auch kommuna-
ler Ebene (Stadtwerke Münster) ist die Anzahl der A nlagen in den letzten zwanzig Jahren stetig
angestiegen und gewinnt zunehmend an Bedeutung, so dass für das Jahr 2005 und 2011 in einer
kurzen Übersicht die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Münster dargestellt werden soll.
Der Einsatz erneuerbarer Energien ist dabei sowohl für den Wärme- als auch für den Strommarkt
von Bedeutung.
Wärmemarkt 2005 2011
kWh/a kWh/a
Solaranlagen 4.372.400 9.568.360
Solarkollektoren 8.840 qm 4.066.400 19.766 qm 9.092.360
Solarabsorber 1.800 qm 306.000 2.800 qm 476.000
Beheizung 1.137.500 15.090.000
Holzpellet 35 Gebäude 437.500 170 Gebäude 2.125.000
Erdwärme 40 Gebäude 500.000 662 Gebäude 10.265.000
Holzhackschnitzel 80 kW 200.000 900 kW 2.700.00
Biomasse (KWK-Anlagen) 24.891.230 39.169.510
Stadtwerke Münster
- Biogas incl. Klär-/Deponiegas - 4.814 kW
16.416.000 4.814 kW 15.266.000
Landwirtschaft 4 Anlagen 8.475.230 10 Anlagen 23.903.510
Summe 30.401.130 63.827.870
Anteil am Wärmemarkt 0,8% 2,0%
Tabelle 11: Erneuerbare Energien im Wärmemarkt in Münster 2005 und 2011
Insgesamt ist der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt in 2005 von 30.400 MWh/a
auf 63.900 MWh/a im Jahr 2011 angestiegen und deckt damit nunmehr 2% des Wärmemarktes in
Münster ab. Die CO 2-Einsparung beträgt bei Ansatz eines mittleren Emis sionsfaktors von 219
g/kWh für die Raumwärme in Münster 13.532 t pro Jahr (0,7% der CO 2-Emissionen im Jahr 2011).
Seite 18
Der Ausbau der Solarenergienutzung im Wärmemarkt ha t bereits in den Jahren ab 1995 begon-
nen, hat aber in den letzten Jahren noch mal einen deutlichen Schub erfahren, wie die Steigerung
der Solarkollektorfläche von 2005 mit 8.840 qm auf fast 20.000 qm in 2011 beeindruckend belegt.
Vor allem die Beheizung der Wohngebäude mit Erneuer baren Energie ist ab 2005 erheblich aus-
geweitet worden, wobei der starke Zuwachs bei der E rdwärmenutzung auch einen deutlichen Zu-
wachs bei der Stromnutzung mit sich bringt, der hier nicht berücksichtigt worden ist.
Strommarkt 2005 2011
kWh/a kWh/a
Solarstromanlagen 3.232 kW 2.585.600 19.974 kW 15.979.200
Windkraft 17.250 kW 21.804.000 18.050 kW 22.815.200
Wasserkraft 110 kW 239.800 210 kW 455.000
Stadtwerke Münster
- Biogas incl. Klär-/Deponiegas - 2.360 kW
12.997.000 2.360 kW 11.419.000
Landwirtschaft - Biomasse 4 Anlagen 7.741.988 10 Anlagen 39.059.400
Summe 45.390.188 79.727.800
Anteil am Strommarkt 4,2% 5,5%
Tabelle 12: Erneuerbare Energien im Strommarkt in Münster 2005 und 2011
Im Strommarkt übernehmen die erneuerbaren Energien mittlerweile einen Anteil von 5,5%. Der
Aufbau der Windkraftnutzung erfolgte vor mehr als z ehn Jahren durch die Ausweisung entspre-
chender Windkraftvorrangflächen in Münster und konn te in den letzten Jahren nur noch marginal
ausgebaut werden. Anders dagegen die Solarstromnutz ung, die sich ab 1999 durch Einführung
der sogenannten kostendeckenden Vergütung langsam e ntwickelte und in den letzten beiden Jah-
ren durch eine starke Preisdegression bei den Anlagenkosten und guten Förderbedingungen einen
weiteren deutlichen Schub erfahren hat und 2011 fas t 20.000 kWp Leistung in Münster erreicht
hat. Auch die landwirtschaftliche Biomassenutzung i n Blockheizkraftwerken (BHKW) hat auf Grund
der guten Förderbedingungen des Bundes seit 2005 er heblich zugenommen und nimmt mit fast
30.000 MWh/a den bedeutendsten Anteil ein. Insgesam t werden 2011 fast 50.000 t CO 2 pro Jahr
im Stromsektor durch den Einsatz erneuerbaren Energien vermieden.
0,00%
2,00%
4,00%
6,00%
8,00%
10,00%
1990 1995 2000 2005 2010 2011 Ziel 2020
Münster 2012
20,00 %
Seite 19
Abbildung 11: Entwicklung des Anteils der Erneuerbaren Energien in Münster am Energieverbrauch 1990- 2011
Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten En ergieeinsatz beträgt im Jahr 2011 in Müns-
ter 3,2% und ist damit vom angesetzten Ziel von 20% erneuerbare Energien bis 2020 noch weit
entfernt. Die Schwierigkeit dieser Zielerreichung ist bereits im Klimaschutzkonzept 2020 (Seite 118
– Kapitel 9) ausführlich beschrieben worden und leg t dar, dass selbst bei Umsetzung aller tech-
nisch-wirtschaftlichen Potenziale bis 2020 nur ca. 6% erreicht werden können oder andersherum
der Endenergieverbrauch um 77% sinken müsste, damit der 20% Anteil der erneuerbaren Ener-
gien erlangt wird.
Die Herausforderungen in diesem Bereich sind sehr g roß und bedürfen nicht nur einen deutlich
Ausbau der Nutzung erneuerbaren Energien sondern au ch eine massive Reduzierung des End-
energieeinsatzes in der Stadt.
4. Fazit und Ausblick
Insgesamt kann die Entwicklung der Energie- und Kli maschutzbilanz mit einem Ergebnis von 18%
CO 2-Reduzierung bis 2011 als positiv bewertet werden, wobei das angestrebte Klimaschutzziel mit
einer CO 2-Reduzierung von 40% bis 2020 noch weiterer intensi ver Anstrengungen in den kom-
menden Jahren bedarf.
In allen Sektoren ist der Trend zur Reduzierung der CO
2-Emissionen in Münster seit 1990 erkenn-
bar, der sich besonders deutlich bei den privaten H aushalten und im gewerblichen Bereich dar-
stellt. Die umfangreichen Maßnahmen der aktiven Kli maschutzarbeit in Münster seit fast 20 Jahren
zeigen hier ihre Wirkung, wobei diese positive Entw icklung natürlich durch die zunehmenden Kli-
maschutzaktivitäten auf Bundes- und Landesebene forciert worden ist.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
1990 1995 2000 2005 2006 2009 2010 2011 Ziel
2020
Ziel 2020
Verkehr
Industrie
Gewerbe +
Sonstiges
Private
Haushalte
Münster 2012
100%
98%
90%
82% 84% 84%
98% 95%
Abbildung 12: Entwicklung der CO 2-Emissionen nach Verbrauchssektoren in Münster in t/a (incl. Äquivalente)
Seite 20
Das im Jahr 2010 vom Rat der Stadt Münster verabsch iedete Handlungskonzept zur Umsetzung
des Klimaschutzkonzeptes 2020 ist in den letzten Ja hren erfolgreich umgesetzt worden, wobei
verschiedene Maßnahmen noch verstetigt und intensiv iert werden müssen, wie z.B. die Einbin-
dung der Bürger und der Unternehmen in die Klimasch utzaktivitäten. Dies gilt aber auch für den
Ausbau der Sanierungstätigkeit und die Verbesserung der Dämmstandards bei privaten Gebäuden
oder die konsequente Umsetzung der verkehrsplaneris chen Maßnahmen aus dem Handlungskon-
zept. Insbesondere sind dabei die Bemühungen zur Re duzierung des Endenergieverbrauches in
Münster zu intensivieren, denn die erneuerbaren Ene rgien können erst eine signifikante Bedeu-
tung gewinnen, wenn der Endenergieverbrauch weiter deutlich gesenkt wird. Es reicht nicht aus al-
le Anwendungen mit erneuerbaren Energien betreiben zu wollen, die entsprechende „grüne“ Ener-
gie muss auch verfügbar sein. Daher bilden die drei großen „E E E“ weiterhin die Prämisse für den
Klimaschutz in Münster:
Unsere Prämisse für den Klimaschutz
– die drei EEE -
Energieeinsparung -> die Vermeidung von Energie-
verbräuchen ist der beste Klimaschutz!
Energieeffizienz -> effiziente Anlagentechnik vermindert
ebenfalls den Energieeinsatz!
Erneuerbare Energien -> haben einen bedeutenden An-
teil zur umweltfreundlichen Energieerzeugung!
Energieeinsparung, als wirksamste Maßnahme für effe ktiven Ressourcen- und Klimaschutz; da-
nach Energieeffizienz durch effiziente Anlagentechn ik und dann können die Erneuerbaren Ener-
gien einen bedeutenden Anteil an einer klimafreundlichen Energieversorgung einnehmen.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (4)
- Alter Steinweg
- Zum Kaiserbusch
- Engelenschanze
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0293/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 14.05.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37