1376/2024
Beantwortung der mündlichen Fragen von Herrn Gümüs im JHA vom 12.03.2024 zur Jugendberufshilfe
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
8639 Zeichen
Dezernat, Dienststelle IV/51 Vorlagen-Nummer 23.05.2024 1376/2024 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 18.06.2024 Beantwortung der mündlichen Fragen von Herrn Gümüs im JHA vom 12.03.2024 zur Jugendberufshilfe Am 12.03.2024 hielt Frau Gilges in ihrer Funktion als Sachgebietsleitung der Jugendberufs- hilfe im Jugendhilfeausschuss einen Vortrag zur Jugendberufshilfe. Herr Gümüs, Jugendpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke., stellt die nachfolgenden Fragen: 1.) Zusammenarbeit der Jugendberufshilfe mit den Berufskollegs Er berichtete, dass er Kontakt mit Berufskollegs habe, welche nicht genügend Bezugspunkte zur Jugendberufshilfe haben. Die Verwaltung antwortet wie folgt: Die Jugendberufshilfe steht mit den Berufskollegs über verschiedene Ebenen in Kontakt: Die Mitarbeitenden der Jugendberatungsstellen des SGB VIII stehen als kompetente An- sprechpersonen zu Verfügung. Schulsozialarbeitende können sich bei Fragen oder dem Wunsch nach konkreter Zusammenarbeit direkt an die Beratungsstelle in ihrer Nähe wenden. Es wird auch kollegiale Beratung angeboten. Im Bezirk Innenstadt: Jugendberatungsstelle JUMP (Stadt Köln) Beratung für junge Menschen im Übergang Schule - Beruf - Stadt Köln (stadt-koeln.de) Kompetenzagentur Innenstadt (IN VIA) Köln-Innenstadt Kompetenzagentur - Claudia Cherrat, Susanne Koch-Mohné, Charlotte Pilatus | IN VIA (invia-koeln.de) Im Bezirk Mülheim: Jugendberatungsstellen SPBB/Kumm erin (Internationaler Bund): IB Standort | SpBB Köln (internationaler-bund.de) Im Bezirk Kalk: IB Standort | Kumm erin Köln (internationaler-bund.de) Im Bezirk Porz: Kompetenzagentur Porz (Internationaler Bund) IB Standort | Kompetenzagentur Köln-Porz (internationaler-bund.de) Im Bezirk Ehrenfeld: Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien (Coach e.V.) Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in Köln-Ehrenfeld (coach-koeln.de) Im Bezirk Rodenkirchen: Kompetenzagentur Rodenkirchen (Jugendhilfe Köln e.V) Kompetenzagentur Rodenkirchen | im Quartier - Jugendhilfe Köln e. V. (jugendhilfe-koeln.de) 2 In den Beratungsstellen besteht bereits regelmäßiger Kontakt und Austausch auf der Fach- kraftebene, auch zwischen Berater*innen und Schulsozialarbeitenden der Berufskollegs. Es bestehen zudem langjährige Kooperationen der Berufskollegs mit den Jugendwerkstätten. Die Beschulung der Teilnehmenden erfolgt an den Berufskollegs, jede Jugendwerkstatt hat dazu eine Kooperationsschule. Den Teilnehmenden wird eine eigene Klasse zur Beschulung eingerichtet, dort kann auch ein Schulabschluss nachgeholt oder verbessert werden. Um diese Kooperation zu stärken, gibt es ein Austauschgremium zwischen den Verantwortlichen der Berufskollegs sowie der Jugendwerkstätten. Dieses Gremium ist über die Corona Zeit et- was in den Hintergrund gerückt, wird aber gerade wieder neu belebt. Mit den durchführenden Trägern können auch weitere Kooperationswünsche besprochen so- wie kollegiale Beratung eingeholt werden. Jährlich findet die Messe der Berufskollegs im Mediapark statt, an der auch die Jugendbera- tungsstelle JUMP sowie die Bildungsberatung teilnehmen. In diesem Rahmen werden auch institutionelle Kontakte geschlossen und gepflegt. In der AG Schulabgänger*innen (durchgeführt von KAoA) treffen ebenfalls Vertreter*innen der Jugendberufshilfe und der Berufskollegs zusammen, planen Angebote (wie z.B. Kölner Be- rufswochen) und besprechen die Möglichkeiten von Schüler*innen, die ohne feststehende Perspektive die Schulpflicht beenden. KAoA stellt überdies eine Übersicht der Beratungsange- bote im Übergang Schule-Beruf zur Verfügung, die jährlich sowohl an die Lehrkräfte als auch an die unversorgten Schüler*innen versendet wird. Die Jugendberufshilfe ist Mitglied im Beirat Schule-Beruf, einem Gremium, in dem alle Schul- formen vertreten sind, auch die Berufskollegs. Sollte es sich im Einzelfall dennoch schwierig gestalten, in Kontakt zu kommen, können sich Mitarbeitende von Berufskollegs gerne an die Sachgebietsleitung der Jugendberufshilfe wen- den und dort Unterstützung erhalten: Ricarda.Gilges@stadt.koeln.de, Rufnummer: 0221-221 25410. 2.) Wegfall der Förderung für WORK4YOU nach §16h SGB II im Don Bosco Club In dem Vortrag wurde von Kürzungen im Übergang Schule-Beruf durch das Jobcenter berich- tet, darunter das Angebot „WORK4YOU“ im Don Bosco Club. Herr Gümüs fragt nach den Auswirkungen für die Zielgruppe und erkundigt sich, welches An- gebot der Don Bosco Club noch vorhalte. Die Jugendverwaltung beantwortet in Abstimmung mit der Sozialverwaltung und dem Träger die Frage wie folgt: Der Don Bosco Club in Köln-Mülheim erhielt fünf Jahre lang vom Jobcenter nach §16h SGB II eine Förderung zur Bereitstellung von Beratung, Tagesgestaltung, Verpflegung und berufli- cher Orientierung. Auch die kommunalen Reso-Dienste der Sozialverwaltung waren (und sind noch) Teil der Gesamtfinanzierung. Das Angebot richtete sich speziell an junge Obdachlose, von Obdachlosigkeit bedrohte junge Menschen und Sofahopper. Die Zielgruppe meidet häufig die üblichen Unterkünfte für obdachlose Erwachsene und konnte hier einen altersspezifischen Schutzraum finden, der auf ihre Bedürfnisse eingeht und Perspektiven bietet. Durch die Kürzungen im Bundeshaushalt in den Eingliederungstiteln des Jobcenters war auch das Jobcenter Köln gezwungen, Einsparungen vorzunehmen. So wurde unter anderem die Förderung von „WORK4YOU“ zum 31.12.2023 beendet. Durch die Projekteinstellung musste das Personal erheblich reduziert werden, so dass der Umfang von Beratung und Begleitung eingeschränkt werden musste. Trotz aller Schwierigkeiten nach der Einstellung der flankierenden Jobcenter-Förderung wurde das Angebot für obdachlose junge Menschen im Alter von 18 bis 27 Jahren mit sieben Not- schlafplätzen durchgehend aufrechterhalten. Über eine Rufbereitschaft wird eine 24-stündige Erreichbarkeit der Notschlafstelle gesichert. Die Grundfinanzierung war durch die fortgeführte Förderung durch die kommunalen Reso-Dienste möglich. 3 Neben einem sicheren Schlafplatz bietet der Don-Bosco-Club den jugendlichen Obdachlosen einen Schutzraum vor körperlicher und psychischer Gewalt, zwei Mahlzeiten (Frühstück und Abendessen), Möglichkeit zur Körperpflege, Nutzung der Waschmaschinen und Versorgung mit sauberer Kleidung aus einer Kleiderkammer. Die jungen Obdachlosen werden bei ihrem Aufenthalt im Don-Bosco-Club von qualifizierten Mitarbeiter*innen begleitet. Um den jungen Obdachlosen in ihren schwierigen Lebenslagen ein Weiterkommen zu ermög- lichen, steht vormittags eine erfahrene Diplom Pädagogin für eine umfassende sozialpädago- gische Erstberatung und Weitervermittlung bereit. Allerdings ist die berufliche Orientierung nur noch sehr eingeschränkt möglich, so dass hier häufig auf andere Angebote verwiesen werden muss, da hausintern nur noch kleinere Ange- bote gemacht werden können (z.B. Fahrrad reparieren). Zuvor standen drei Werkbereiche zum Ausprobieren zur Verfügung: Hauswirtschaft, Friseur/Kosmetik und Haustechnik. Für die Freizeitgestaltung werden Synergieeffekte mit der im Haus befindlichen offenen Tür genutzt. Ein Tagesangebot gezielt für diese Zielgruppe ist nicht mehr leistbar. Durch die Öffentlichkeitsarbeit in diversen Kanälen, die die finanziellen Schwierigkeiten zum Erhalt der Notschlafstelle mit Beratungsangebot publik machte, konnten Spenden gesammelt werden, so dass der Erhalt der Notschlafstelle mit einigen flankierenden Angeboten für 2024 größtenteils gesichert scheint. Abschließend kann festgehalten werden, dass es weiterhin eine Notschlafstelle im Don Bosco Club gibt, was maßgeblich der kommunalen Förderung der Sozialverwaltung und dem Enga- gement des Trägers zu verdanken ist, der erfolgreich Spenden eingeworben hat. Die jungen Menschen in prekären Lebenslagen können hier zwar noch aufgefangen werden, allerdings musste das flankierende altersspezifische Angebot zur Verbesserung der Lebenssituation stark eingeschränkt werden. Auch die in diesem Bereich so wichtige aufsuchende Arbeit ist nur noch reduziert möglich. Gerade diese Elemente waren aber das Alleinstellungsmerkmal dieses sehr erfolgreichen Angebots. Die Zielgruppe ist demnach nicht völlig unversorgt, aber zur Entwicklung von Perspektiven müssen nun andere Angebote genutzt werden, wobei jeder Wechsel immer die Gefahr birgt, dass die Schwelle nicht überwunden wird und weitere Ange- bote doch nicht wahrgenommen werden. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1376/2024
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 23.05.2024
- Erstellt
- 22.04.2024 15:43