3389/2019
Phosphorgewinnung aus Klärschlamm
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Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
3152 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/II/2-1 Vorlagen-Nummer 3389/2019 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 5 (Nippes) 14.11.2019 Phosphorgewinnung aus Klärschlamm In dem Antrag der SPD-Fraktion ( AN/1156/2019) vom 04.09.2019 werden die Fachverwaltung und der zuständige Ausschuss gebeten zu beschließen, aus der in Köln anfallenden Klärschlammasche Recycling-Phosphorsäure zu gewinnen. Dies könne nicht in der bestehenden Klärschlammverbren- nungsanlage passieren. Wie nächstes Jahr in Hamburg geplant, könnte eine Großstadt wie Köln eben- falls eine geeignete Anlage errichten, ggf. gemeinsam mit anderen Kommunen. Die für diesen Bereich zuständigen Stadtentwässerungsbetriebe (StEB), AöR nehmen zu diesem An- trag wie folgt Stellung: „Der Gesetzgeber fordert ab spätestens 2029 ein Recycling des im Klärschlamm enthaltenen Phos- phors. Der Phosphor kann aus der Wasserphase, der Klärschlammphase oder aus der Asche des ver- brannten Klärschlamms zurückgewonnen werden. Die höchsten Rückgewinnungsraten (ca. 90%) la s- sen sich dabei aus der Asche bei einer Monoverbrennung des Klärschlamms erzielen. Aus diesem Grund planen die StEB Köln gemeinsam mit den anderen großen Klärschlammerzeugern in der Region (Stadt Bonn, Erftverband, Niersverband, Wasserverband Eifel -Ruhr) die Errichtung einer Monover- brennungsanlage als Voraussetzung für ein effektives Phosphorrecycling. Das in Hamburg derzeit realisierte Verfahren des Phosphorrecyclings ist eines von mehreren in Er- probung befindlichen Verfahren. Um für die Kölner Region unter den Aspekten Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Verwertbarkeit die günstigste Lösung zu finden, arbeiten wir mit unseren Kooperationspartnern unter Federführung des Wasserverbandes Eifel-Rur an einer Lösung und haben hierzu gemeinsam mit dem Lehr- und For- schungsgebiet Technologie der Energierohstoffe der RWTH Aachen einen Forschungsantrag für eine regionale Phorsphorrecycling-Lösung gestellt. Gegenstand des Forschungsvorhabens „Phoreka“ ist, zugeschnitten auf die bei der Kooperation anfallenden Klärschlämme eine Führung des Verbren- nungsprozesses zu erreichen, die eine schadstoffarme und für weitere Verwendungen geeignete Asche produziert. Ein Teilaspekt ist auch die verbesserte Pflanzenverfügbarkeit des Phosphates. Ganz praktisch sollen dazu Verbrennungsversuche in der Verbrennungsanlage des WVER in Düren durchge- führt werden. Merkmal des Projektes ist außerdem die vorgesehene Einbindung regionaler Partner aus Industrie und Landwirtschaft, um eine auf die Region zugeschnittene optimale Nutzung des Pro- duktes zu erreichen. Für das Projekt wurden Fördermittel beantragt. Mit einer Entscheidung ist in 2020 zu rechnen. 2 Die StEB Köln wird mit ihren Kooperationspartnern auf Grundlage des vorgenannten Forschungsvor- habens eine anwendungsreife Lösung erarbeiten, die dann rechtzeitig mit der Realisierung der Mo- noverbrennungsanlage vorliegen wird. Eine vorzeitige Festlegung auf eines von vielen derzeit in der Untersuchung befindlichen Verfahren würde bedeuten, auf Chancen zu verzichten.“
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3389/2019
- Typ
- Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
- Datum
- 08.10.2019
- Erstellt
- 26.09.2019 10:37