AN/0753/2021
Sachstand der Umsetzung des Toilettenkonzepts Köln – Problemverschärfung: keine „Happy Toilets" in der Pandemie
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SPD Anfrage nach § 4
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An den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses Herrn Dr. Ralf Unna Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 14.04.2021 AN/0753/2021 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Gesundheitsausschuss 20.04.2021 Sachstand der Umsetzung des Toilettenkonzepts Köln – Problemverschärfung: keine „Happy Toilets" in der Pandemie sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage auf die kommende Sitzung des Gesundheits- ausschusses am 20. April 2021 zu setzen: Kritik daran, dass es in Köln zu wenige öffentliche Toilettenanlagen gibt, hatte es in den ver- gangenen Jahren immer wieder gegeben, weswegen der Rat bereits am 17.12.2013 das Strategiepapier für ein ganzheitliches Toilettenkonzept in Köln beschlossen hat. Das Ziel dieses Konzepts war, das Angebot öffentlicher Toiletten im gesamten Stadtgebiet auszubau- en und auch stadtgestalterisch zu verbessern. Die Belange von Menschen mit Behinderung sollten dabei ebenfalls mehr Berücksichtigung finden. Ab 2014 sollten die Abfallwirtschafts- betriebe den einheitlichen Betrieb der Anlagen gewährleisten. Aus dem Evaluierungsbericht zum Strategiepapier für ein ganzheitliches Toilettenkonzept in Köln von 2017 geht hervor, dass sich der tatsächliche Neubau von das ganze Jahr verfügba- ren Toilettenanlagen in Grenzen gehalten hat. Zusätzliche Kapazitäten ergab die Übernahme aus dem Bestand anderer Träger. Dazu heißt es, dass die Einschränkung der Nutzbarkeit der Toiletten durch Vandalismus und Zweckentfremdung durch Suchtkranke Mehraufwand verursacht und sogar die Schließung einer Toilette erforderlich gemacht habe. Die Verwal- tung schreibt, dass „bis zur konkreten Umsetzung einer umfassenden städtischen Lösung zum Drogenhilfeangebot bzw. zum Umgang mit Drogenkonsumenten [...] von einer Installati- on der Citytoiletten an diesen Standorten [WienerPlatz, Mülheimer Stadtgarten, Appellhof- platz, Ostheim (KVB-Haltestelle), Trimbornstraße] abgesehen wird. Es bleibt unverständlich, warum mit diesen Problemen nicht von Beginn an kalkuliert wurde. Der Rat hatte darüber hinaus beschlossen, die bis 31.12.2014 befristete Maßnahme eines Toilettenangebots über private Unternehmen (z. B. Gaststätten) über das Jahr 2014 hinaus fortzuführen. Die „HappyToiletKöln“-Standorte in Gastronomie und Hotellerie konnten über eine Website in Erfahrung gebracht werden. Diese Angebote können wegen der Corona- - 2 - Pandemie nun im Großen und Ganzen nicht mehr in Anspruch werden. Im Zuge der Schlie- ßungen vieler Geschäfte in den Lockdowns kam es auch zur Einstellung des Betriebs vieler zugänglicher, jedoch privater Toiletten. Das hat die Toilettensituation in Köln noch einmal verschärft. In vielen Teilen der Stadt gibt es wegen des Ausfalls der Toiletten bei Cafés und Restaurants gar keine Möglichkeit mehr, die Notdurft zu verrichten. Insbesondere für woh- nungslosen Menschen ist es ein riesiges Problem, dass es kaum noch geöffnete Sanitär- möglichkeiten gibt. Die angespannte Lage am Wiener Platz wurde im Januar in der Bezirksvertretung Mülheim beraten. Die Verwaltung soll einen Toilettenwagen bereitstellen; bis 2023 soll eine Anlage folgen. Eine Obdachloseninitiative soll in die Planungen einbezogen werden. Zwar haben die Abfallwirtschaftsbetriebe am 1. April wieder 14 zusätzliche WCs in Betrieb genommen. Diese befinden sich in den Grünanlagen der Stadt. Doch das entspricht dem saisonalen Jahresplan, der eine Versorgung für die wärmere Hälfte des Jahres regulär vor- sieht. Eine echte Entspannung der Lage insbesondere in den Veedelszentren ist damit nicht erreicht. Deshalb fragen wir die Stadtverwaltung: 1.) Welche Standortwünsche für Toiletten, die im Evaluierungsbericht zum Strategiepapier für ein ganzheitliches Toilettenkonzept vorgestellt wurden, sind realisiert, und sind seit 2017 neue Standortwünsche hinzugekommen? Bitte nach Art der Toiletten (Einraumtoi- lette/Zweiraumtoilette/Barrierefreie Toilette usw.), Kostenkalkulation, Frequentierung und Zeithorizont der Inbetriebnahme aufschlüsseln.) 2.) In der Schlussbemerkung des Evaluierungsberichts zum Strategiepapier für ein ganz- heitliches Toilettenkonzept heißt es, dass ein weiterer Evaluationsbericht den Gremien im Herbst 2020 vorgestellt werde. Bis wann kann der Rat mit dem aktualisierten Bericht rechnen? 3.) Schon 2017 erklärte die Verwaltung, dass es große Probleme gebe, die gegebenenfalls eine Anpassung des Konzeptes notwendig machen würden. Welche Lösungen haben die Verwaltung und die AWB für diese Probleme gefunden? 4.) Was hat die Stadtverwaltung unternommen, um der Toilettenunterversorgung in den Stadtteilzentren und Parks durch die Corona-bedingte Schließung von Cafés und Res- taurants entgegenzuwirken, und wie hat sich das „Happy Toilet“-Konzept bis zum ersten Lockdown bewährt? 5.) Welche Lösung wird in Reaktion auf den Beschluss der Bezirksvertretung Mülheim für den Wiener Platz angestrebt, und wie steht es um die Anfrage, langfristig eine feste Lö- sung vor Ort baulich zu realisieren? Mit freundlichen Grüßen gez. Mike Homann SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0753/2021
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 14.04.2021
- Erstellt
- 14.04.2021 14:48