2912/2023
Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022: Beschäftigung steigt in allen Bereichen
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Mitteilung Ausschuss
5375 Zeichen
Dezernat, Dienststelle IX/153/11 Vorlagen-Nummer 28.09.2023 2912/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 16.11.2023 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 16.11.2023 Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022: Beschäftigung steigt in allen Bereichen Im Gesundheits- und Sozialwesen waren in Köln Ende Dezember 2022 rund 82 000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Branchenanteil von 13 Prozent an allen sozial- versicherungspflichtig Beschäftigten in Köln. Damit ist dies nach den unternehmensbezogenen Dienstleistungen der zweitgrößte Branchenkomplex am Standort. In den letzten zehn Jahren ist hier die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich angestiegen. Im Ge- sundheits- und Sozialwesen sind überwiegend Frauen (73%) angestellt und das formale Qualifi- kationsniveau (Anteil an Akademiker*innen: 26%) ist nur geringfügig niedriger als bei der Kölner Gesamtbeschäftigung (28%). Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits - und Sozialwesen Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Datengrundlage für die vorliegende Veröffentlichung ist die Beschäftigtenstatistik der Bunde- 39,5 (15 309) 35,8 (21 471) 34,4 (33 495) 33,5 (28 093) 28,9 (55 792) 27,8 (11 471) 27,5 (9 561) 25,4 (10 402) 27,7 (1 153 161) 31,6 (295 551) 11,1 (5 382) 7,7 (5 846) 7,1 (8 614) 7,7 (7 970) 6,7 (15 695) 6,2 (3 090) 9,8 (3 960) 3,5 (1 724) 5,4 (270 849) 6,2 (72 250) 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 Düsseldorf Köln Hamburg München Berlin Stuttgart Leipzig Frankfurt/Main Deutschland NRW 2012-2022 2019-2022 2 sagentur für Arbeit. Diese wird mit einer zeitlichen Verzögerung von 6 Monaten quartalsweise ver- öffentlicht. Bei Redaktionsschluss (Mitte September 2023) wurden daher die Strukturzahlen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum 31.12.2022 (4. Quartal 2022) zugrunde gelegt. Konkret hat die Beschäftigung im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt sowohl vor der Corona-Pandemie (von Dezember 2012 bis Dezember 2019: +15 600 Arbeitsplätze oder +26,0%) als auch während der Corona-Pandemie (von Dezember 2019 bis Dezember 2022: +5 800 Arbeitsplätze oder +7,7%) zugenommen. Für den Gesamtzeitraum Ende 2012 bis Ende 2022 ergibt sich hieraus ein Beschäftigungszuwachs von rund 21 500 oder 36 Prozent. Mit die- sem Plus verzeichnete Köln nach Düsseldorf die zweithöchste relative Beschäftigungszunahme im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten. Als beschäftigungsintensivste Teilbranche verzeichneten die Krankenhäuser (26 500 Arbeits- plätze) mit einem Plus von rund 5 900 Arbeitsplätzen den höchsten absoluten Beschäftigtenzu- wachs von Ende 2012 bis Ende 2022 (+28,7%). Davon entstanden 3 800 zusätzliche Arbeits- plätze (+18,6%) vor und 2 100 Arbeitsplätze (+8,5%) während der Pandemie. Mehr als ein Drittel des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 (+5 900) erfolgte während der Pande- mie 2019 bis 2022. Köln belegt hier im Städtevergleich 2012 bis 2022 hinter Hamburg den zweiten Platz. In der zweitgrößten Teilbranche Sonstiges Sozialwesen (beispielsweise soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs- und Weitervermittlungsdienstleistungen) mit insgesamt 14 300 Beschäftigten nahm die Beschäftigung von 2012 bis 2022 ebenfalls ununterbrochen zu: Mit einem Plus von rund 4 700 Arbeitsplätzen stieg hier die Beschäftigtenzahl von Ende 2012 bis Ende 2022 besonders stark an, ein relativer Zuwachs um knapp die Hälfte (2012 bis 2019: +2 800 Arbeitsplätze oder +28,8%; 2019 bis 2022: +1 900 oder +15,3%). Etwa vierzig Prozent des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 erfolgten hier während der Pandemie. Im Sonstigen Gesundheitswesen (beispielsweise Praxen von Psychotherapeut*innen sowie Krankengymnastik- und Heilpraktiker*innenpraxen) gab es von 2012 bis 2022 mit einem Plus von 3 000 Arbeitsplätzen oder 63 Prozent den größten relativen Beschäftigtenzuwachs. Die Be- schäftigtenzahl war hier bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) um rund die Hälfte (+2 500 oder +51,7%) angestiegen. Im Laufe der Pandemie (2019 bis 2022) sind nochmals rund 600 Arbeitsplätze hinzugekommen (+7,6%). Im Herbst letzten Jahres war die Stimmung in der Gesundheitsbranche aufgrund von deutli- chen Preissteigerungen und der Furcht vor Energieengpässen auf einem Tiefpunkt angelangt. Mit Blick auf einen kurzen Zeithorizont von sechs Monaten ist sie im Sommer 2023 weniger pessimistisch. Dennoch: 26 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung und 17 Prozent eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage in Folge weiterhin bestehender struktu- reller Risiken wie die im Zuge der Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen. Längerfristig wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und des Fachkräftemangels mit einer deutlichen Steigerung unbesetzter Stellen im sozialen Bereich und einem zunehmenden Ver- sorgungsengpass im Gesundheitssektor auf 35 Prozent im Jahr 2035 gerechnet. Anlage KSN 12/2023 Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022 Gez. Haack
KSN_Branchenprofil Gesundheit und Sozialwesen_12-2023
30121 Zeichen
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Branchenprofil
Gesundheits- und
Sozialwesen
Beschäftigungsentwicklung in
Köln und im Regionalvergleich
2012 bis 2022
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
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Datenquellen und Berichtsstand
Datengrundlage für die vorliegende Veröffentlichung ist die Beschäftigtenstatistik der
Bundesagentur für Arbeit. Diese wird mit einer zeitlichen Verzögerung von 6 Monaten
quartalsweise veröffentlicht. Bei Redaktionsschluss (Mitte September 2023) wurden
daher die Strukturzahlen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum
31.12.2022 (4. Quartal 2022) zugrunde gelegt (Veröffentlichung Mitte Juli 2023).
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Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
Zusammenfassung
Im Gesundheits- und Sozialwesen waren in Köln Ende Dezember 2022 rund 82 000 Personen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Branchenanteil von 13 Prozent an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln. Damit ist dies nach den unternehmensbezogenen
Dienstleistungen der zweitgrößte Branchenkomplex am Standort.
In den letzten zehn Jahren ist hier die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich angestiegen. Im
Gesundheits- und Sozialwesen sind überwiegend Frauen (73%) angestellt und das formale
Qualifikationsniveau (Anteil an Akademiker*innen: 26%) ist nur geringfügig niedriger als bei der Kölner
Gesamtbeschäftigung (28%).
Konkret hat die Beschäftigung im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt sowohl vor der
Corona-Pandemie (von Dezember 2012 bis Dezember 2019: +15 600 Arbeitsplätze oder +26,0%) als
auch während der Corona-Pandemie (von Dezember 2019 bis Dezember 2022: +5 800 Arbeitsplätze
oder +7,7%) zugenommen. Für den Gesamtzeitraum Ende 2012 bis Ende 2022 ergibt sich hieraus ein
Beschäftigungszuwachs von rund 21 500 oder 36 Prozent. Mit diesem Plus verzeichnete Köln nach
Düsseldorf die zweithöchste relative Beschäftigungszunahme im Vergleich zu anderen deutschen
Großstädten.
Als beschäftigungsintensivste Teilbranche verzeichneten die Krankenhäuser (26 500 Arbeitsplätze)
mit einem Plus von rund 5 900 Arbeitsplätzen den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs von Ende
2012 bis Ende 2022 (+28,7%). Davon entstanden 3 800 zusätzliche Arbeitsplätze (+18,6%) vor und
2 100 Arbeitsplätze (+8,5%) während der Pandemie. Mehr als ein Drittel des gesamten absoluten
Zuwachses von 2012 bis 2022 (+5 900) erfolgte während der Pandemie 2019 bis 2022. Köln belegt
hier im Städtevergleich 2012 bis 2022 hinter Hamburg den zweiten Platz.
In der zweitgrößten Teilbranche Sonstiges Sozialwesen (beispielsweise soziale, Beratungs-,
Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs- und Weitervermittlungsdienstleistungen) mit insgesamt 14 300
Beschäftigten nahm die Beschäftigung von 2012 bis 2022 ebenfalls ununterbrochen zu: Mit einem Plus
von rund 4 700 Arbeitsplätzen stieg hier die Beschäftigtenzahl von Ende 2012 bis Ende 2022
besonders stark an, ein relativer Zuwachs um knapp die Hälfte (2012 bis 2019: +2 800 Arbeitsplätze
oder +28,8%; 2019 bis 2022: +1 900 oder +15,3%). Etwa vierzig Prozent des gesamten absoluten
Zuwachses von 2012 bis 2022 erfolgten hier während der Pandemie.
Im Sonstigen Gesundheitswesen (beispielsweise Praxen von Psychotherapeut*innen sowie
Krankengymnastik- und Heilpraktiker*innenpraxen) gab es von 2012 bis 2022 mit einem Plus von
3 000 Arbeitsplätzen oder 63 Prozent den größten relativen Beschäftigtenzuwachs. Die Beschäftigten-
zahl war hier bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) um rund die Hälfte (+2 500 oder
+51,7%) angestiegen. Im Laufe der Pandemie (2019 bis 2022) sind nochmals rund 600 Arbeits-
plätze hinzugekommen (+7,6%).
Im Herbst letzten Jahres war die Stimmung in der Gesundheitsbranche aufgrund von deutlichen
Preissteigerungen und der Furcht vor Energieengpässen auf einem Tiefpunkt angelangt. Mit Blick
auf einen kurzen Zeithorizont von sechs Monaten ist sie im Sommer 2023 weniger pessimistisch.
Dennoch: 26 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung und 17 Prozent eine
Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage in Folge weiterhin bestehender struktureller Risiken wie
die im Zuge der Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen. Längerfristig wird aufgrund der
zunehmenden Alterung der Gesellschaft und des Fachkräftemangels mit einer deutlichen
Steigerung unbesetzter Stellen im sozialen Bereich und einem zunehmenden Ver sorgungsengpass
im Gesundheitssektor auf 35 Prozent im Jahr 2035 gerechnet.
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
4
Bedeutung des Gesundheits- und Sozialwesens in Köln
Mit rund 82 000 Beschäftigten und einem Branchenanteil von 13 Prozent Ende 2022 hat sich der
Branchenkomplex Gesundheits- und Sozialwesen in den letzten zehn Jahren nach den
unternehmensbezogenen Dienstleistungen (115 000) zur zweitgrößten Kölner Branche entwickelt.
Im Stadtgebiet befinden sich etwa 2 000 Arzt- und Zahnarztpraxen1, das Universitätsklinikum Köln,
drei städtische und circa 20 private und kirchliche Kliniken und Krankenhäuser mit insgesamt rund
7 000 Betten. Vor allem im Kölner Westen mit seiner hohen Krankenhausdichte hat sich ein
Gesundheitscluster mit einem breit gefächerten Angebot an Arbeitsplätzen herausgebildet. Rund
230 Apotheken in Köln versorgen die Bevölkerung mit Medikamenten.2 Hinzu kommen rund 260
Pflegeeinrichtungen (150 ambulante und 110 stationäre Pflegedienste), die sich relativ gleichmäßig
auf das gesamte Stadtgebiet verteilen.3
In Köln gibt es zudem zahlreiche mobile soziale Hilfsdienste der freien und kirchlichen Wohlfahrts-
verbände (Arbeiterwohlfahrt, Arbeiter-Samariter-Bund, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband,
Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe, usw.).
Eine Reihe gesetzlicher und privater Krankenversicherungen haben in der Kölner Region ihren
Hauptsitz, so etwa die Deutsche Krankenversicherung, der Bundesverband der Innungs-
krankenkassen (IKK) und die Central Krankenversicherung AG. Auch der Verband der privaten
Krankenversicherungen (PKV) ist mit seiner Zentrale in Köln ansässig.
Als Zentrum der Gesundheitsregion Rheinland zählt Köln zu den bedeutendsten Standorten der
Gesundheitswirtschaft in Deutschland und Europa. Dabei reicht das Spektrum von der
Grundlagenforschung über die Ausbildung von Fachkräften
4 bis hin zu spezifischen Angeboten im
Präventions-, Diagnostik- und Rehabilitationsbereich. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die
Medizintechnik.5
Knapp 82 000 Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen
Im Gesundheits- und Sozialwesen waren in Köln Ende Dezember 2022 rund 82 000 Personen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Tabelle 1). Gemessen am Beschäftigtenanteil der
Gesamtbranche an allen Branchen (Branchenanteil) steht Köln (13,3%) hinter dem Spitzenreiter
Leipzig (15,3%) und Berlin (14,9%) an dritter Stelle der Vergleichsstädte (Tabelle 2, Grafik 4). Die
höheren Branchenanteile im Bundesdurchschnitt (15,3%) sowie im Landesdurchschnitt NRW
(16,8%) sind darauf zurückzuführen, dass Köln, aber auch andere Großstädte über eine
diversifiziertere Branchenstruktur verfügen als kleine Städte und Gemeinden. Durch dieses Stadt-
Land-Gefälle besitzen Großstädte relativ betrachtet geringere Anteile an einzelnen Branchen.
1 Statistisches Landesamt IT.NRW (2023): Statistisches Unternehmensregister (Registerauszug vom 13.1.2023)
2 Landeszentrum für Gesundheit NRW (2023); Siehe auch unter:
https://www.lzg.nrw.de/00indi/0data_kreis/06/html/0602100052021.html, abgerufen am 25.8.2023
3 Landeszentrum für Gesundheit NRW (2023); Siehe auch unter:
https://www.lzg.nrw.de/00indi/0data_kreis/06/html/0601800052021.html, abgerufen am 25.8.2023
4 Die Universität zu Köln, die Technische Hochschule Köln, die Katholische Fachhochschule Köln und die EUFH bieten
zudem am Standort Köln eine Hochschulausbildung in der Gesundheitswirtschaft und dem Sozialwesen an.
5 Stadt Köln – Gesundheitswirtschaft (2023); Siehe auch unter: https://www.stadt-koeln.de/artikel/20013/index.html,
abgerufen am 25.8.2023
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
5
Die Gesamtbranche Gesundheits- und Sozialwesen unterteilt sich in drei Hauptbereiche:
1. Gesundheitswesen (Krankenhäuser einschließlich der Hochschul-, Vorsorge- und
Rehakliniken, Arzt- und Zahnartpraxen sowie Sonstiges Gesundheitswesen6) mit rund
46 100 Beschäftigten (Branchenanteil: 56 Prozent);
2. Heime (Pflegeheime, Altenheime, Alten- und Behindertenwohnheime sowie sonstige
Heime7). Hier arbeiten etwa 11 200 Beschäftigte (Branchenanteil: 14 Prozent);
3. Sozialwesen (Soziale Betreuung älter Menschen und Behinderter sowie Sonstiges
Sozialwesen8) mit rund 24 200 Beschäftigten (Branchenanteil: 30 Prozent).
Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen 2012 bis 2022 (jeweils 31.12.)
Überdurchschnittlicher Beschäftigungsanstieg im Branchenkomplex insgesamt
Im Branchenkomplex Gesundheits- und Sozialwesen, in dem rund drei Viertel aller Beschäftigten
Frauen sind (Grafik 1), ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Dezember
2012 bis Dezember 2022 um rund 21 500 beziehungsweise 36 Prozent auf rund 81 500
Beschäftigte angestiegen (Tabelle 1). Damit wuchs die Branche wesentlich stärker als der gesamte
6 Das Sonstige Gesundheitswesen umfasst Praxen von psychologischen Psychotherapeut*innen, Massagepraxen,
Krankengymnastikpraxen, Hebammen, Heilpraktiker*innenpraxen, Krankentransport- und Rettungsdienste, Notruf- und
Alarmzentrale, (medizinische) Fußpflege, Ernährungsberatung, Gesundheitsberatung sowie medizinische Labore.
7 Hierzu zählen beispielsweise Flüchtlingsheime, Kinderheime, Erziehungsheime und Obdachlosenheime.
8 Das Sonstige Sozialwesen umfasst soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs-, Weitervermittlungs- und
ähnliche Dienstleistungen durch staatliche, gemeinnützige oder private Einrichtungen. Hierzu gehören Gemeinschafts-
und Nachbarschaftshilfe, Hilfe für Geflüchtete einschließlich vorübergehender oder längerfristiger Unterbringung,
berufliche Rehabilitation sowie Qualifikationsmaßnahmen für Arbeitslose, Tagesstätten für Obdachlose und andere
sozial schwache Gruppen sowie karitative Maßnahmen (beispielsweise Spendensammlungen).
absolut in % absolut in % absolut in %
Gesundheitswesen 34 640 42 944 46 135 8 304 24,0 3.191 7,4 11.495 33,2
davon Krankenhäuser 20 599 24 440 26 515 3 841 18,6 2.075 8,5 5.916 28,7
Arzt- und Zahnarztpraxen 9 259 11 251 11 814 1 992 21,5 563 5,0 2.555 27,6
Sonstiges Gesundheitswesen 4 782 7 253 7 806 2 471 51,7 553 7,6 3.024 63,2
Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 8 689 10 904 11 175 2 215 25,5 271 2,5 2.486 28,6
davon Pflegeheime 5 329 6 339 6 539 1 010 19,0 200 3,2 1.210 22,7
Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 2 404 3 049 3 083 645 26,8 34 1,1 679 28,2
Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 956 1 516 1 553 560 58,6 37 2,4 597 62,4
Sozialwes en (ohne Heime) 16 721 21 827 24 211 5 106 30,5 2.384 10,9 7.490 44,8
davon Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 7 082 9 415 9 896 2 333 32,9 481 5,1 2.814 39,7
Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 9 639 12 412 14 315 2 773 28,8 1.903 15,3 4.676 48,5
Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 60 050 75 675 81 521 15 625 26,0 5.846 7,7 21.471 35,8
Dienstleistungssektor insgesamt 441 369 528 560 548 087 87 191 19,8 19.527 3,7 106.718 24,2
Alle Branchen 498 550 591 536 612 598 92 986 18,7 21.062 3,6 114.048 22,9
Anteil Dienstleistungssektor in % 13,6 14,3 14,9 0,7 * 0,6 * 1,3 *
Anteil an allen Branchen in % 12,0 12,8 13,3 0,7 * 0,5 * 1,3 *
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentw icklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Gesundheits- und Sozialwesen 2012 2019 2022
Veränderung
2012-2019
Veränderung
2019-2022
Veränderung
2012-2022
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
6
Dienstleistungssektor (+24,2%) und lag zudem deutlich über dem Beschäftigungswachstum der
Kölner Wirtschaft insgesamt (+22,9%). Im Regionalvergleich belegt Köln hinter Düsseldorf (+39,5%)
den zweiten Platz unter den Vergleichsstädten (Grafik 5).
Der deutliche Beschäftigungsanstieg, der hier insgesamt von Ende 2012 bis Ende 2019 zu
beobachten war (+15 600 oder +26,0%), hat sich während der Corona-Pandemie fortgesetzt: Die
Beschäftigtenzahl ist von Ende 2019 bis Ende 2022 nochmals angestiegen (+5 800 oder +7,7%).
Damit erfolgte mehr als ein Viertel (27,2%) des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022
(+21 500) während der Corona-Pandemie 2019 bis 2022.
Höchster absoluter Beschäftigungszuwachs bei Krankenhäusern
Den höchsten absoluten Beschäftigungszuwachs von Dezember 2012 bis Dezember 2022
verzeichneten die Krankenhäuser (Tabelle 1): Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich hier um rund
5 900 auf rund 26 500 Arbeitsplätze (+28,7%). Damit belegt Köln hinter Hamburg (+31,1%) den
zweiten Platz im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten (Grafik 6). Die deutliche
Beschäftigungszunahme von Ende 2012 bis Ende 2019 (+3 800 oder +18,6%) hat sich während der
Corona-Pandemie fortgesetzt: Die Zahl der Beschäftigten konnte von Ende 2019 bis Ende 2022
nochmals zulegen (+2 100 oder +8,5%). Mehr als ein Drittel (35%) des gesamten absoluten
Zuwachses von 2012 bis 2022 (+5 900) erfolgte damit während der Pandemie 2019 bis 2022.
Deutliche Beschäftigungssteigerung auch im Sonstigen Sozialwesen
Mit einem Plus von rund 4 700 Arbeitsplätzen stieg außerdem die Beschäftigtenzahl im Sonstigen
Sozialwesen (beispielsweise soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs- und
Weitervermittlungsdienstleistungen) von Ende 2012 und Ende 2022 besonders stark an, ein
relativer Zuwachs um knapp die Hälfte (+48,5%). Unter anderem hat hierzu die Fluchtmigration seit
2015 und auch in Folge des Ukrainekrieges zum überdurchschnittlichen Wachstum dieser
Sammelbranche beigetragen. Nach einer deutlichen Zunahme von Ende 2012 bis Ende 2019
(+2 800 oder +28,8%), konnte die Beschäftigung während der Corona-Pandemie von Ende 2019
bis Ende 2022 nochmals stark zulegen (+1 900 oder +15,3%). Damit erfolgten vierzig Prozent des
gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 während der Pandemie.
Höchste relative Beschäftigungszunahme im Sonstigen Gesundheitswesen
Auch im Sonstigen Gesundheitswesen (beispielsweise Praxen von Psychotherapeut*innen sowie
Krankengymnastik- und Heilpraktiker*innenpraxen) sind von Dezember 2012 bis 2022 rund 3 000
neue Arbeitsplätze hinzugekommen (+63,2%). Bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019)
war hier die Beschäftigtenzahl um rund die Hälfte (+2 500 oder +51,7%) angestiegen. Im Laufe der
Pandemie (2019 bis 2022) sind nochmals rund 600 Arbeitsplätze hinzugekommen (+7,6%).
Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter verbucht ebenfalls mehr Beschäftigte
Im Bereich der sozialen Betreuung älterer Menschen und Behinderter erhöhte sich die Zahl der
Beschäftigten in den letzten zehn Jahren um rund 40 Prozent (+2 800 Arbeitsplätze). Hier war
bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) eine deutliche Beschäftigungszunahme um etwa
ein Drittel zu beobachten (+2 300 oder +32,9%). Im Verlauf der Pandemie (2019 bis 2022) gab es
einen weiteren Beschäftigungszuwachs um rund 500 Personen (+5,1%).
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
7
Mehr Beschäftigte auch in Arzt- und Zahnarztpraxen
Mit einem Zuwachs von 2 600 Mitarbeitenden (+27,6%) ist von Ende 2012 bis Ende 2022 auch die
Beschäftigung in den Arzt- und Zahnarztpraxen gestiegen. Nach einem Beschäftigungszuwachs um
rund 2 000 Personen (+21,5%) von 2012 bis 2019 kamen hier im Zuge der Corona-Pandemie (2019
bis 2022) nochmals knapp 600 Arbeitsplätze hinzu (+5,0%). In diesem Bereich arbeiten zu 90
Prozent Frauen (Grafik 1), davon 85 Prozent als Arzt- oder Zahnarzthelferinnen mit mittlerem
Qualifikationsniveau (Grafik 2). Daher sind hier männliche Beschäftigte mit akademischem
Berufsabschluss (52%) gegenüber hochqualifizierten Frauen (15%) deutlich überrepräsentiert.
Teilzeitbeschäftigte Frauen dominieren die Gesamtbranche
Der Beschäftigtenanteil von Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen variiert deutlich zwischen 57
und 90 Prozent und liegt mit durchschnittlich 73 Prozent weit über dem bei der
Gesamtbeschäftigung (47%, Grafik 1).
Insgesamt haben 26 Prozent aller Beschäftigten der Branche einen akademischen Abschluss
(Grafik 2). Bei der Gesamtbeschäftigung liegt der Anteil an Hochqualifizierten mit 28 Prozent nur
geringfügig höher.
Mit durchschnittlich 44 Prozent ist der Teilzeitanteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
im Gesundheits- und Sozialwesen höher als in der Gesamtwirtschaft (30%, Grafik 3). Rund die
Hälfte der Frauen (49%) arbeitet in allen Branchenbereichen auffällig häufiger in Teilzeit als Männer
(30%).
Grafik 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen
Anteil Frauen am 31.12.2022 (%)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
73
57
69
71
72
72
73
74
90
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Gesundheit und Sozialwesen (insgesamt)
Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter
Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime)
Sonstiges Gesundheitswesen
Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime)
Krankenhäuser
Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime
Pflegeheime
Arzt- und Zahnarztpraxen
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
8
Grafik 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen
Anteil Akademiker*innen am 31.12.2022 (%)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen
Anteil Teilzeit am 31.12.2022 (%)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
49
36
42
40
49
62
61
63
68
30
16
21
34
33
42
44
41
48
44
27
36
39
45
56
56
58
62
0 20 40 60 80 100
Gesundheits- und Sozialwesen (insgesamt)
Soziale Betreuung älterer Menschen und
Behinderter
Krankenhäuser
Arzt- und Zahnarztpraxen
Sonstiges Gesundheitswesen
Sonstige Heime (ohne Erholungs- und
Ferienheime)
Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime
Pflegeheime
Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime)
Insgesamt
Männer
Frauen
24
12
12
13
15
30
26
40
41
30
7
16
15
52
28
43
35
37
26
10
13
13
19
29
31
39
40
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Gesundheits- und Sozialwesen (insgesamt)
Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter
Pflegeheime
Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime
Arzt- und Zahnarztpraxen
Sonstiges Gesundheitswesen
Krankenhäuser
Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime)
Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime)
Insgesamt
Männer
Frauen
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
9
Regionalvergleich
Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits- und Sozialwesen - Regionalvergleich am 31.12.2022
Gesundheitswesen 46 135 29 423 27 617 122 765 75 246
davon Krankenhäuser 26 515 16 643 17 043 64 565 42 027
Arzt- und Zahnarztpraxen 11 814 8 983 8 481 35 269 21 291
Sonstiges Gesundheitswesen 7 806 3 797 2 093 22 931 11 928
Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 11 175 6 993 4 704 38 030 19 784
davon Pflegeheime 6 539 4 659 2 858 18 262 9 413
Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 3 083 1 753 1 323 15 244 8 298
Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 1 553 581 523 4 524 2 073
Sozialwes en (ohne Heime) 24 211 17 641 19 045 88 283 35 716
davon Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 9 896 5 411 7 242 38 096 17 215
Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 14 315 12 230 11 803 50 187 18 501
Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 81 521 54 057 51 366 249 078 130 746
Alle Branchen 612 598 452 431 625 054 1 671 967 1 057 148
Anteil an allen Branchen in % 13,3 11,9 8,2 14,9 12,4
Gesundheitswesen 67 349 25 820 23 703 610 166 2 727 409
davon Krankenhäuser 39 710 16 976 13 996 358 535 1 551 935
Arzt- und Zahnarztpraxen 19 211 6 493 5 520 168 376 764 758
Sonstiges Gesundheitswesen 8 428 2 351 4 187 83 255 410 716
Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 13 272 7 567 5 185 254 939 1 089 804
davon Pflegeheime 3 084 3 888 3 165 120 780 587 477
Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 8 957 2 200 1 559 101 556 380 208
Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 1 231 1 479 461 32 603 122 119
Sozialwes en (ohne Heime) 31 433 19 329 15 426 366 069 1 498 106
davon Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 9 267 5 584 7 062 212 117 870 927
Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 22 166 13 745 8 364 153 952 627 179
Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 112 054 52 716 44 314 1 231 174 5 315 319
Alle Branchen 953 316 441 543 290 435 7 314 198 34 705 174
Anteil an allen Branchen in % 11,8 11,9 15,3 16,8 15,3
Gesundheits- und Sozialwesen Köln Düsse l-
dorf
Frankfurt/
Main Berlin Hamburg
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentw icklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Deutsch-
landGesundheits- und Sozialwesen München Stuttgart Leipzig NRW
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
10
Grafik 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits- und Sozialwesen
Regionalvergleich: Anteile am gesamten Beschäftigungsvolumen am 31.12.2022 (%)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 5: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits- und Sozialwesen
Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
16,8 (1 231 174
15,3 (5 315 319)
8,2 (51 366)
11,8 (112 054)
11,9 (52 716)
11,9 (54 057)
12,4 (130 746)
13,3 (81 521)
14,9 (249 078)
15,3 (44 314)
0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 20,0
Nordrhein-Westfalen
Deutschland
Frankfurt/Main
München
Stuttgart
Düsseldorf
Hamburg
Köln
Berlin
Leipzig
39,5 (15 309)
35,8 (21 471)
34,4 (33 495)
33,5 (28 093)
28,9 (55 792)
27,8 (11 471)
27,5 (9 561)
25,4 (10 402)
27,7 (1 153 161)
31,6 (295 551)
11,1 (5 382)
7,7 (5 846)
7,1 (8 614)
7,7 (7 970)
6,7 (15 695)
6,2 (3 090)
9,8 (3 960)
3,5 (1 724)
5,4 (270 849)
6,2 (72 250)
0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0
Düsseldorf
Köln
Hamburg
München
Berlin
Stuttgart
Leipzig
Frankfurt/Main
Deutschland
NRW
2012-2022
2019-2022
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
11
Grafik 6: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Krankenhäuser
Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter
Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
31,1 ( 9 971)
28,7 (5 916)
26,0 (13 320)
14,9 (2 210)
14,2 (1 744)
14,0 (4 865)
11,9 (1 805)
11,0 (1 651)
17,2 (227 230)
19,8 (59 143)
8,7 (3 350)
8,5 (2 075)
10,0 (5 877)
2,2 (359)
8,0 (1 031)
4,9 (1 857)
7,1 (1 131)
7,1 (1 109)
5,0 (73 886)
6,0 (20 302)
0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0
Hamburg
Köln
Berlin
Frankfurt/Main
Leipzig
München
Stuttgart
Düsseldorf
Deutschland
NRW
2012-
2022
54,9 (1 917)
46,1 (2 925)
45,1 (2 251)
39,7 (2 814)
32,7 (1 742)
25,1 (3 449)
18,8 (882)
15,0 (4 961)
37,8 (238 726)
43,9 (64 718)
13,9 (660)
9,5 (802)
-3,9 (-296)
5,1 (481)
12,0 (756)
5,1 (838)
8,6 (443)
3,8 (1 377)
5,6 (45 898)
6,3 (12 664)
-20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0
Düsseldorf
München
Frankfurt/Main
Köln
Leipzig
Hamburg
Stuttgart
Berlin
Deutschland
NRW
2012-2022
2019-2022
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
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Grafik 8: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Sonstiges Gesundheitswesen
Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Demografischer Wandel und Fachkräftemangel stimmen eher pessimistisch
Nach der aktuellen Bevölkerungsprognose für Köln 2022 bis 2050 nimmt die Bevölkerung zukünftig
in nahezu allen Altersgruppen zu. Die höchste absolute Zunahme um 22 000 auf 85 200 Personen
wird bis 2050 bei den 80-Jährigen und Älteren zu beobachten sein (+34,8%). Die Zahl der 65- bis
unter 80-Jährigen soll ebenfalls um 20 000 auf 148 300 Personen ansteigen (+15,6%). Ursächlich
für diese Entwicklung ist insbesondere das Älterwerden der sogenannten Babyboomer-Generation.
Weil die Babyboomer-Jahrgänge im Laufe der Zeit älter werden, die nachfolgende Generation aber
zahlenmäßig kleiner ist, wird sich die Zahl der 45- bis unter 65-Jährigen in Zukunft reduzieren9.
Grundsätzlich wird in den nächsten Jahren die Zahl der Patientinnen und Patienten sowie der
pflegebedürftigen Menschen deutschlandweit weiter steigen. Köln bildet hier also keine Ausnahme.
Nach der aktuellen Prognose von PricewaterhouseCoopers PwC werden im Gesundheitswesen in
Deutschland bis 2030 in Folge der demografischen Entwicklung und des damit verbundenen zu
erwartenden Fachkräftemangels voraussichtlich 400 000 Vollzeitkräfte fehlen, davon etwa 330 000
in der Kranken- und Altenpflege.
9 Bevölkerungsprognose für Köln 2022 bis 2050; Siehe auch unter:
https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und-
haushalte/ksn_14_2022_bev%C3%B6lkerungsprognose_k%C3%B6ln_2022_bis_2050_-
_mit_kleinr%C3%A4umigen_berechnungen_bis_2035.pdf, abgerufen am 25.8.2023
131,4 (2 156)
89,9 (3 990)
64,5 (1 642)
63,2 (3 024)
49,4 (3 946)
37,2 (638)
30,0 (5 287)
0,7 (14)
51,7 (140 004)
65,3 (32 881)
32,4 (930)
16,9 (1 216)
5,1 (202)
7,6 (553)
14,2 (1 481)
21,9 (422)
8,4 (1 784)
2,3 (48)
11,5 (42 247)
13,8 (10 086)
0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0
Düsseldorf
München
Leipzig
Köln
Hamburg
Stuttgart
Berlin
Frankfurt/Main
Deutschland
NRW
2012-2022
2019-2022
13
Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen
Damit verschärft sich der Fachkräftemangel deutlich und es wird äußerst schwierig werden, den
Personalbestand weiter in ausreichendem Maße mit der Leistungsmenge anheben zu können.10
Durch die demografische Entwicklung (alternde Gesellschaft) ergibt sich zudem ein zunehmender
Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen insbesondere bei Krankenhausbehandlungen und Pflege
sowie eine wachsende Nachfrage nach haushaltsnahen und seniorenbezogenen Dienstleistungen
(soziale Dienstleistungen). Dabei wird die Besetzung offener Stellen im Gesundheitssektor,
insbesondere bei Ärzt*innen, Kranken- und Gesundheitspflegekräften sowie Altenpflegefachkräften
bereits durch Fachkräfteengpässe und schlechte Arbeitsbedingungen erschwert. Im Jahr 2035
werden rund 1,8 Millionen offene Stellen nicht mehr besetzt werden können, weil qualifizierte Kräfte
fehlen. Das entspricht einem Versorgungsengpass von 35 Prozent (2023: 7%).11
Die Gesundheitsbranche in Deutschland blickt im Som mer 2023 zwar weniger pessimistisch in die
Zukunft als noch zum Jahresbeginn 2023 oder im Herbst 2022, wo die Stimmung aufgrund von
deutlichen Preissteigerungen und der Furcht vor Energieengpässen auf einem Tiefpunkt angelangt
war. Dennoch begleiten hohe Preisniveaus und weiterhin bestehende strukturelle Risiken wie die im
Zuge der Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen die Unternehmen auch in diesem Jahr. So
rechnen im Sommer 2023 26 Prozent der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft mit einer
Verschlechterung (Jahresbeginn 2023: 31%; Herbst 2022: 43%) und 17 Prozent mit einer
Verbesserung (Jahresbeginn 2023: 19%; Herbst 2022: 10%) ihrer wirtschaftlichen Lage mit Blick
auf die nächsten sechs Monate.12
10 PricewaterhouseCoopers PwC (2023): Gesundheitswesen - Nach der Reform ist vor der Reform: Warum das
deutsche Gesundheitssystem sich wandeln muss, um zukunftsfähig zu bleiben; Siehe auch unter:
https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma.html, abgerufen am 25.8.2023
11 PricewaterhouseCoopers PwC (2023): Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen 2022; Siehe auch unter:
https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/fachkraeftemangel-im-deutschen-gesundheitswesen-
2022.html#:~:text=Der%20Fachkr%C3%A4ftemangel%20im%20deutschen%20Gesundheitswesen,Versorgungsengpas
s%20bei%20rund%20sieben%20Prozent., abgerufen am 25,8,2023
12 DIHK-Gesundheitsreport – Sommer 2023: Stimmung in der Gesundheitswirtschaft: heiter bis düster!; Siehe auch
unter: https://www.dihk.de/resource/blob/99144/bfdafc2d82faf27537886058b9b9d3d1/gesundheitsreport -sommer-2023-
data.pdf, abgerufen am 13.9.2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy - Brandt- Platz 2
50679 Köln
E-Mail: statistik@stadt-koeln.de
Internet: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
Die Oberbürgermeisterin
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 2192-9726
© Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe
13/15/0/11.2023
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2912/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 28.09.2023
- Erstellt
- 07.09.2023 09:54