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Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022: Beschäftigung steigt in allen Bereichen

Mitteilung Ausschuss 2912/2023 vom 28.09.2023

Stand: Am 16.11.2023 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    1 Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 2 Datenquellen und Berichtsstand Datengrundlage für die vorliegende Veröffentlichung ist die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Diese wird mit einer zeitlichen Verzögerung von 6 Monaten quartalsweise veröffentlicht. Bei Redaktionsschluss (Mitte September 2023) wurden daher die Strukturzahlen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum 31.12.2022 (4. Quartal 2022) zugrunde gelegt (Veröffentlichung Mitte Juli 2023). 3 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen Zusammenfassung Im Gesundheits- und Sozialwesen waren in Köln Ende Dezember 2022 rund 82 000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Branchenanteil von 13 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln. Damit ist dies nach den unternehmensbezogenen Dienstleistungen der zweitgrößte Branchenkomplex am Standort. In den letzten zehn Jahren ist hier die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich angestiegen. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind überwiegend Frauen (73%) angestellt und das formale Qualifikationsniveau (Anteil an Akademiker*innen: 26%) ist nur geringfügig niedriger als bei der Kölner Gesamtbeschäftigung (28%). Konkret hat die Beschäftigung im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt sowohl vor der Corona-Pandemie (von Dezember 2012 bis Dezember 2019: +15 600 Arbeitsplätze oder +26,0%) als auch während der Corona-Pandemie (von Dezember 2019 bis Dezember 2022: +5 800 Arbeitsplätze oder +7,7%) zugenommen. Für den Gesamtzeitraum Ende 2012 bis Ende 2022 ergibt sich hieraus ein Beschäftigungszuwachs von rund 21 500 oder 36 Prozent. Mit diesem Plus verzeichnete Köln nach Düsseldorf die zweithöchste relative Beschäftigungszunahme im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten. Als beschäftigungsintensivste Teilbranche verzeichneten die Krankenhäuser (26 500 Arbeitsplätze) mit einem Plus von rund 5 900 Arbeitsplätzen den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs von Ende 2012 bis Ende 2022 (+28,7%). Davon entstanden 3 800 zusätzliche Arbeitsplätze (+18,6%) vor und 2 100 Arbeitsplätze (+8,5%) während der Pandemie. Mehr als ein Drittel des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 (+5 900) erfolgte während der Pandemie 2019 bis 2022. Köln belegt hier im Städtevergleich 2012 bis 2022 hinter Hamburg den zweiten Platz. In der zweitgrößten Teilbranche Sonstiges Sozialwesen (beispielsweise soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs- und Weitervermittlungsdienstleistungen) mit insgesamt 14 300 Beschäftigten nahm die Beschäftigung von 2012 bis 2022 ebenfalls ununterbrochen zu: Mit einem Plus von rund 4 700 Arbeitsplätzen stieg hier die Beschäftigtenzahl von Ende 2012 bis Ende 2022 besonders stark an, ein relativer Zuwachs um knapp die Hälfte (2012 bis 2019: +2 800 Arbeitsplätze oder +28,8%; 2019 bis 2022: +1 900 oder +15,3%). Etwa vierzig Prozent des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 erfolgten hier während der Pandemie. Im Sonstigen Gesundheitswesen (beispielsweise Praxen von Psychotherapeut*innen sowie Krankengymnastik- und Heilpraktiker*innenpraxen) gab es von 2012 bis 2022 mit einem Plus von 3 000 Arbeitsplätzen oder 63 Prozent den größten relativen Beschäftigtenzuwachs. Die Beschäftigten- zahl war hier bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) um rund die Hälfte (+2 500 oder +51,7%) angestiegen. Im Laufe der Pandemie (2019 bis 2022) sind nochmals rund 600 Arbeits- plätze hinzugekommen (+7,6%). Im Herbst letzten Jahres war die Stimmung in der Gesundheitsbranche aufgrund von deutlichen Preissteigerungen und der Furcht vor Energieengpässen auf einem Tiefpunkt angelangt. Mit Blick auf einen kurzen Zeithorizont von sechs Monaten ist sie im Sommer 2023 weniger pessimistisch. Dennoch: 26 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung und 17 Prozent eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage in Folge weiterhin bestehender struktureller Risiken wie die im Zuge der Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen. Längerfristig wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und des Fachkräftemangels mit einer deutlichen Steigerung unbesetzter Stellen im sozialen Bereich und einem zunehmenden Ver sorgungsengpass im Gesundheitssektor auf 35 Prozent im Jahr 2035 gerechnet. Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 4 Bedeutung des Gesundheits- und Sozialwesens in Köln Mit rund 82 000 Beschäftigten und einem Branchenanteil von 13 Prozent Ende 2022 hat sich der Branchenkomplex Gesundheits- und Sozialwesen in den letzten zehn Jahren nach den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (115 000) zur zweitgrößten Kölner Branche entwickelt. Im Stadtgebiet befinden sich etwa 2 000 Arzt- und Zahnarztpraxen1, das Universitätsklinikum Köln, drei städtische und circa 20 private und kirchliche Kliniken und Krankenhäuser mit insgesamt rund 7 000 Betten. Vor allem im Kölner Westen mit seiner hohen Krankenhausdichte hat sich ein Gesundheitscluster mit einem breit gefächerten Angebot an Arbeitsplätzen herausgebildet. Rund 230 Apotheken in Köln versorgen die Bevölkerung mit Medikamenten.2 Hinzu kommen rund 260 Pflegeeinrichtungen (150 ambulante und 110 stationäre Pflegedienste), die sich relativ gleichmäßig auf das gesamte Stadtgebiet verteilen.3 In Köln gibt es zudem zahlreiche mobile soziale Hilfsdienste der freien und kirchlichen Wohlfahrts- verbände (Arbeiterwohlfahrt, Arbeiter-Samariter-Bund, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe, usw.). Eine Reihe gesetzlicher und privater Krankenversicherungen haben in der Kölner Region ihren Hauptsitz, so etwa die Deutsche Krankenversicherung, der Bundesverband der Innungs- krankenkassen (IKK) und die Central Krankenversicherung AG. Auch der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) ist mit seiner Zentrale in Köln ansässig. Als Zentrum der Gesundheitsregion Rheinland zählt Köln zu den bedeutendsten Standorten der Gesundheitswirtschaft in Deutschland und Europa. Dabei reicht das Spektrum von der Grundlagenforschung über die Ausbildung von Fachkräften 4 bis hin zu spezifischen Angeboten im Präventions-, Diagnostik- und Rehabilitationsbereich. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Medizintechnik.5 Knapp 82 000 Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen Im Gesundheits- und Sozialwesen waren in Köln Ende Dezember 2022 rund 82 000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Tabelle 1). Gemessen am Beschäftigtenanteil der Gesamtbranche an allen Branchen (Branchenanteil) steht Köln (13,3%) hinter dem Spitzenreiter Leipzig (15,3%) und Berlin (14,9%) an dritter Stelle der Vergleichsstädte (Tabelle 2, Grafik 4). Die höheren Branchenanteile im Bundesdurchschnitt (15,3%) sowie im Landesdurchschnitt NRW (16,8%) sind darauf zurückzuführen, dass Köln, aber auch andere Großstädte über eine diversifiziertere Branchenstruktur verfügen als kleine Städte und Gemeinden. Durch dieses Stadt- Land-Gefälle besitzen Großstädte relativ betrachtet geringere Anteile an einzelnen Branchen. 1 Statistisches Landesamt IT.NRW (2023): Statistisches Unternehmensregister (Registerauszug vom 13.1.2023) 2 Landeszentrum für Gesundheit NRW (2023); Siehe auch unter: https://www.lzg.nrw.de/00indi/0data_kreis/06/html/0602100052021.html, abgerufen am 25.8.2023 3 Landeszentrum für Gesundheit NRW (2023); Siehe auch unter: https://www.lzg.nrw.de/00indi/0data_kreis/06/html/0601800052021.html, abgerufen am 25.8.2023 4 Die Universität zu Köln, die Technische Hochschule Köln, die Katholische Fachhochschule Köln und die EUFH bieten zudem am Standort Köln eine Hochschulausbildung in der Gesundheitswirtschaft und dem Sozialwesen an. 5 Stadt Köln – Gesundheitswirtschaft (2023); Siehe auch unter: https://www.stadt-koeln.de/artikel/20013/index.html, abgerufen am 25.8.2023 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 5 Die Gesamtbranche Gesundheits- und Sozialwesen unterteilt sich in drei Hauptbereiche: 1. Gesundheitswesen (Krankenhäuser einschließlich der Hochschul-, Vorsorge- und Rehakliniken, Arzt- und Zahnartpraxen sowie Sonstiges Gesundheitswesen6) mit rund 46 100 Beschäftigten (Branchenanteil: 56 Prozent); 2. Heime (Pflegeheime, Altenheime, Alten- und Behindertenwohnheime sowie sonstige Heime7). Hier arbeiten etwa 11 200 Beschäftigte (Branchenanteil: 14 Prozent); 3. Sozialwesen (Soziale Betreuung älter Menschen und Behinderter sowie Sonstiges Sozialwesen8) mit rund 24 200 Beschäftigten (Branchenanteil: 30 Prozent). Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen 2012 bis 2022 (jeweils 31.12.) Überdurchschnittlicher Beschäftigungsanstieg im Branchenkomplex insgesamt Im Branchenkomplex Gesundheits- und Sozialwesen, in dem rund drei Viertel aller Beschäftigten Frauen sind (Grafik 1), ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Dezember 2012 bis Dezember 2022 um rund 21 500 beziehungsweise 36 Prozent auf rund 81 500 Beschäftigte angestiegen (Tabelle 1). Damit wuchs die Branche wesentlich stärker als der gesamte 6 Das Sonstige Gesundheitswesen umfasst Praxen von psychologischen Psychotherapeut*innen, Massagepraxen, Krankengymnastikpraxen, Hebammen, Heilpraktiker*innenpraxen, Krankentransport- und Rettungsdienste, Notruf- und Alarmzentrale, (medizinische) Fußpflege, Ernährungsberatung, Gesundheitsberatung sowie medizinische Labore. 7 Hierzu zählen beispielsweise Flüchtlingsheime, Kinderheime, Erziehungsheime und Obdachlosenheime. 8 Das Sonstige Sozialwesen umfasst soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs-, Weitervermittlungs- und ähnliche Dienstleistungen durch staatliche, gemeinnützige oder private Einrichtungen. Hierzu gehören Gemeinschafts- und Nachbarschaftshilfe, Hilfe für Geflüchtete einschließlich vorübergehender oder längerfristiger Unterbringung, berufliche Rehabilitation sowie Qualifikationsmaßnahmen für Arbeitslose, Tagesstätten für Obdachlose und andere sozial schwache Gruppen sowie karitative Maßnahmen (beispielsweise Spendensammlungen). absolut in % absolut in % absolut in % Gesundheitswesen 34 640 42 944 46 135 8 304 24,0 3.191 7,4 11.495 33,2 davon Krankenhäuser 20 599 24 440 26 515 3 841 18,6 2.075 8,5 5.916 28,7 Arzt- und Zahnarztpraxen 9 259 11 251 11 814 1 992 21,5 563 5,0 2.555 27,6 Sonstiges Gesundheitswesen 4 782 7 253 7 806 2 471 51,7 553 7,6 3.024 63,2 Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 8 689 10 904 11 175 2 215 25,5 271 2,5 2.486 28,6 davon Pflegeheime 5 329 6 339 6 539 1 010 19,0 200 3,2 1.210 22,7 Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 2 404 3 049 3 083 645 26,8 34 1,1 679 28,2 Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 956 1 516 1 553 560 58,6 37 2,4 597 62,4 Sozialwes en (ohne Heime) 16 721 21 827 24 211 5 106 30,5 2.384 10,9 7.490 44,8 davon Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 7 082 9 415 9 896 2 333 32,9 481 5,1 2.814 39,7 Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 9 639 12 412 14 315 2 773 28,8 1.903 15,3 4.676 48,5 Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 60 050 75 675 81 521 15 625 26,0 5.846 7,7 21.471 35,8 Dienstleistungssektor insgesamt 441 369 528 560 548 087 87 191 19,8 19.527 3,7 106.718 24,2 Alle Branchen 498 550 591 536 612 598 92 986 18,7 21.062 3,6 114.048 22,9 Anteil Dienstleistungssektor in % 13,6 14,3 14,9 0,7 * 0,6 * 1,3 * Anteil an allen Branchen in % 12,0 12,8 13,3 0,7 * 0,5 * 1,3 * Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentw icklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Gesundheits- und Sozialwesen 2012 2019 2022 Veränderung 2012-2019 Veränderung 2019-2022 Veränderung 2012-2022 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 6 Dienstleistungssektor (+24,2%) und lag zudem deutlich über dem Beschäftigungswachstum der Kölner Wirtschaft insgesamt (+22,9%). Im Regionalvergleich belegt Köln hinter Düsseldorf (+39,5%) den zweiten Platz unter den Vergleichsstädten (Grafik 5). Der deutliche Beschäftigungsanstieg, der hier insgesamt von Ende 2012 bis Ende 2019 zu beobachten war (+15 600 oder +26,0%), hat sich während der Corona-Pandemie fortgesetzt: Die Beschäftigtenzahl ist von Ende 2019 bis Ende 2022 nochmals angestiegen (+5 800 oder +7,7%). Damit erfolgte mehr als ein Viertel (27,2%) des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 (+21 500) während der Corona-Pandemie 2019 bis 2022. Höchster absoluter Beschäftigungszuwachs bei Krankenhäusern Den höchsten absoluten Beschäftigungszuwachs von Dezember 2012 bis Dezember 2022 verzeichneten die Krankenhäuser (Tabelle 1): Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich hier um rund 5 900 auf rund 26 500 Arbeitsplätze (+28,7%). Damit belegt Köln hinter Hamburg (+31,1%) den zweiten Platz im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten (Grafik 6). Die deutliche Beschäftigungszunahme von Ende 2012 bis Ende 2019 (+3 800 oder +18,6%) hat sich während der Corona-Pandemie fortgesetzt: Die Zahl der Beschäftigten konnte von Ende 2019 bis Ende 2022 nochmals zulegen (+2 100 oder +8,5%). Mehr als ein Drittel (35%) des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 (+5 900) erfolgte damit während der Pandemie 2019 bis 2022. Deutliche Beschäftigungssteigerung auch im Sonstigen Sozialwesen Mit einem Plus von rund 4 700 Arbeitsplätzen stieg außerdem die Beschäftigtenzahl im Sonstigen Sozialwesen (beispielsweise soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs- und Weitervermittlungsdienstleistungen) von Ende 2012 und Ende 2022 besonders stark an, ein relativer Zuwachs um knapp die Hälfte (+48,5%). Unter anderem hat hierzu die Fluchtmigration seit 2015 und auch in Folge des Ukrainekrieges zum überdurchschnittlichen Wachstum dieser Sammelbranche beigetragen. Nach einer deutlichen Zunahme von Ende 2012 bis Ende 2019 (+2 800 oder +28,8%), konnte die Beschäftigung während der Corona-Pandemie von Ende 2019 bis Ende 2022 nochmals stark zulegen (+1 900 oder +15,3%). Damit erfolgten vierzig Prozent des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 während der Pandemie. Höchste relative Beschäftigungszunahme im Sonstigen Gesundheitswesen Auch im Sonstigen Gesundheitswesen (beispielsweise Praxen von Psychotherapeut*innen sowie Krankengymnastik- und Heilpraktiker*innenpraxen) sind von Dezember 2012 bis 2022 rund 3 000 neue Arbeitsplätze hinzugekommen (+63,2%). Bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) war hier die Beschäftigtenzahl um rund die Hälfte (+2 500 oder +51,7%) angestiegen. Im Laufe der Pandemie (2019 bis 2022) sind nochmals rund 600 Arbeitsplätze hinzugekommen (+7,6%). Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter verbucht ebenfalls mehr Beschäftigte Im Bereich der sozialen Betreuung älterer Menschen und Behinderter erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten in den letzten zehn Jahren um rund 40 Prozent (+2 800 Arbeitsplätze). Hier war bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) eine deutliche Beschäftigungszunahme um etwa ein Drittel zu beobachten (+2 300 oder +32,9%). Im Verlauf der Pandemie (2019 bis 2022) gab es einen weiteren Beschäftigungszuwachs um rund 500 Personen (+5,1%). Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 7 Mehr Beschäftigte auch in Arzt- und Zahnarztpraxen Mit einem Zuwachs von 2 600 Mitarbeitenden (+27,6%) ist von Ende 2012 bis Ende 2022 auch die Beschäftigung in den Arzt- und Zahnarztpraxen gestiegen. Nach einem Beschäftigungszuwachs um rund 2 000 Personen (+21,5%) von 2012 bis 2019 kamen hier im Zuge der Corona-Pandemie (2019 bis 2022) nochmals knapp 600 Arbeitsplätze hinzu (+5,0%). In diesem Bereich arbeiten zu 90 Prozent Frauen (Grafik 1), davon 85 Prozent als Arzt- oder Zahnarzthelferinnen mit mittlerem Qualifikationsniveau (Grafik 2). Daher sind hier männliche Beschäftigte mit akademischem Berufsabschluss (52%) gegenüber hochqualifizierten Frauen (15%) deutlich überrepräsentiert. Teilzeitbeschäftigte Frauen dominieren die Gesamtbranche Der Beschäftigtenanteil von Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen variiert deutlich zwischen 57 und 90 Prozent und liegt mit durchschnittlich 73 Prozent weit über dem bei der Gesamtbeschäftigung (47%, Grafik 1). Insgesamt haben 26 Prozent aller Beschäftigten der Branche einen akademischen Abschluss (Grafik 2). Bei der Gesamtbeschäftigung liegt der Anteil an Hochqualifizierten mit 28 Prozent nur geringfügig höher. Mit durchschnittlich 44 Prozent ist der Teilzeitanteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen höher als in der Gesamtwirtschaft (30%, Grafik 3). Rund die Hälfte der Frauen (49%) arbeitet in allen Branchenbereichen auffällig häufiger in Teilzeit als Männer (30%). Grafik 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen Anteil Frauen am 31.12.2022 (%) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 73 57 69 71 72 72 73 74 90 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Gesundheit und Sozialwesen (insgesamt) Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) Sonstiges Gesundheitswesen Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) Krankenhäuser Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime Pflegeheime Arzt- und Zahnarztpraxen Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 8 Grafik 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen Anteil Akademiker*innen am 31.12.2022 (%) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen Anteil Teilzeit am 31.12.2022 (%) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 49 36 42 40 49 62 61 63 68 30 16 21 34 33 42 44 41 48 44 27 36 39 45 56 56 58 62 0 20 40 60 80 100 Gesundheits- und Sozialwesen (insgesamt) Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter Krankenhäuser Arzt- und Zahnarztpraxen Sonstiges Gesundheitswesen Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime Pflegeheime Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) Insgesamt Männer Frauen 24 12 12 13 15 30 26 40 41 30 7 16 15 52 28 43 35 37 26 10 13 13 19 29 31 39 40 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Gesundheits- und Sozialwesen (insgesamt) Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter Pflegeheime Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime Arzt- und Zahnarztpraxen Sonstiges Gesundheitswesen Krankenhäuser Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) Insgesamt Männer Frauen Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 9 Regionalvergleich Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits- und Sozialwesen - Regionalvergleich am 31.12.2022 Gesundheitswesen 46 135 29 423 27 617 122 765 75 246 davon Krankenhäuser 26 515 16 643 17 043 64 565 42 027 Arzt- und Zahnarztpraxen 11 814 8 983 8 481 35 269 21 291 Sonstiges Gesundheitswesen 7 806 3 797 2 093 22 931 11 928 Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 11 175 6 993 4 704 38 030 19 784 davon Pflegeheime 6 539 4 659 2 858 18 262 9 413 Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 3 083 1 753 1 323 15 244 8 298 Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 1 553 581 523 4 524 2 073 Sozialwes en (ohne Heime) 24 211 17 641 19 045 88 283 35 716 davon Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 9 896 5 411 7 242 38 096 17 215 Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 14 315 12 230 11 803 50 187 18 501 Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 81 521 54 057 51 366 249 078 130 746 Alle Branchen 612 598 452 431 625 054 1 671 967 1 057 148 Anteil an allen Branchen in % 13,3 11,9 8,2 14,9 12,4 Gesundheitswesen 67 349 25 820 23 703 610 166 2 727 409 davon Krankenhäuser 39 710 16 976 13 996 358 535 1 551 935 Arzt- und Zahnarztpraxen 19 211 6 493 5 520 168 376 764 758 Sonstiges Gesundheitswesen 8 428 2 351 4 187 83 255 410 716 Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 13 272 7 567 5 185 254 939 1 089 804 davon Pflegeheime 3 084 3 888 3 165 120 780 587 477 Altenheime; Alten- und Behindertenwohnheime 8 957 2 200 1 559 101 556 380 208 Sonstige Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) 1 231 1 479 461 32 603 122 119 Sozialwes en (ohne Heime) 31 433 19 329 15 426 366 069 1 498 106 davon Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter 9 267 5 584 7 062 212 117 870 927 Sonstiges Sozialwesen (ohne Heime) 22 166 13 745 8 364 153 952 627 179 Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt 112 054 52 716 44 314 1 231 174 5 315 319 Alle Branchen 953 316 441 543 290 435 7 314 198 34 705 174 Anteil an allen Branchen in % 11,8 11,9 15,3 16,8 15,3 Gesundheits- und Sozialwesen Köln Düsse l- dorf Frankfurt/ Main Berlin Hamburg Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentw icklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Deutsch- landGesundheits- und Sozialwesen München Stuttgart Leipzig NRW Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 10 Grafik 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits- und Sozialwesen Regionalvergleich: Anteile am gesamten Beschäftigungsvolumen am 31.12.2022 (%) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 5: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits- und Sozialwesen Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 16,8 (1 231 174 15,3 (5 315 319) 8,2 (51 366) 11,8 (112 054) 11,9 (52 716) 11,9 (54 057) 12,4 (130 746) 13,3 (81 521) 14,9 (249 078) 15,3 (44 314) 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 20,0 Nordrhein-Westfalen Deutschland Frankfurt/Main München Stuttgart Düsseldorf Hamburg Köln Berlin Leipzig 39,5 (15 309) 35,8 (21 471) 34,4 (33 495) 33,5 (28 093) 28,9 (55 792) 27,8 (11 471) 27,5 (9 561) 25,4 (10 402) 27,7 (1 153 161) 31,6 (295 551) 11,1 (5 382) 7,7 (5 846) 7,1 (8 614) 7,7 (7 970) 6,7 (15 695) 6,2 (3 090) 9,8 (3 960) 3,5 (1 724) 5,4 (270 849) 6,2 (72 250) 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 Düsseldorf Köln Hamburg München Berlin Stuttgart Leipzig Frankfurt/Main Deutschland NRW 2012-2022 2019-2022 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 11 Grafik 6: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Krankenhäuser Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 31,1 ( 9 971) 28,7 (5 916) 26,0 (13 320) 14,9 (2 210) 14,2 (1 744) 14,0 (4 865) 11,9 (1 805) 11,0 (1 651) 17,2 (227 230) 19,8 (59 143) 8,7 (3 350) 8,5 (2 075) 10,0 (5 877) 2,2 (359) 8,0 (1 031) 4,9 (1 857) 7,1 (1 131) 7,1 (1 109) 5,0 (73 886) 6,0 (20 302) 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 Hamburg Köln Berlin Frankfurt/Main Leipzig München Stuttgart Düsseldorf Deutschland NRW 2012- 2022 54,9 (1 917) 46,1 (2 925) 45,1 (2 251) 39,7 (2 814) 32,7 (1 742) 25,1 (3 449) 18,8 (882) 15,0 (4 961) 37,8 (238 726) 43,9 (64 718) 13,9 (660) 9,5 (802) -3,9 (-296) 5,1 (481) 12,0 (756) 5,1 (838) 8,6 (443) 3,8 (1 377) 5,6 (45 898) 6,3 (12 664) -20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 Düsseldorf München Frankfurt/Main Köln Leipzig Hamburg Stuttgart Berlin Deutschland NRW 2012-2022 2019-2022 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen 12 Grafik 8: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Sonstiges Gesundheitswesen Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Demografischer Wandel und Fachkräftemangel stimmen eher pessimistisch Nach der aktuellen Bevölkerungsprognose für Köln 2022 bis 2050 nimmt die Bevölkerung zukünftig in nahezu allen Altersgruppen zu. Die höchste absolute Zunahme um 22 000 auf 85 200 Personen wird bis 2050 bei den 80-Jährigen und Älteren zu beobachten sein (+34,8%). Die Zahl der 65- bis unter 80-Jährigen soll ebenfalls um 20 000 auf 148 300 Personen ansteigen (+15,6%). Ursächlich für diese Entwicklung ist insbesondere das Älterwerden der sogenannten Babyboomer-Generation. Weil die Babyboomer-Jahrgänge im Laufe der Zeit älter werden, die nachfolgende Generation aber zahlenmäßig kleiner ist, wird sich die Zahl der 45- bis unter 65-Jährigen in Zukunft reduzieren9. Grundsätzlich wird in den nächsten Jahren die Zahl der Patientinnen und Patienten sowie der pflegebedürftigen Menschen deutschlandweit weiter steigen. Köln bildet hier also keine Ausnahme. Nach der aktuellen Prognose von PricewaterhouseCoopers PwC werden im Gesundheitswesen in Deutschland bis 2030 in Folge der demografischen Entwicklung und des damit verbundenen zu erwartenden Fachkräftemangels voraussichtlich 400 000 Vollzeitkräfte fehlen, davon etwa 330 000 in der Kranken- und Altenpflege. 9 Bevölkerungsprognose für Köln 2022 bis 2050; Siehe auch unter: https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-einwohner-und- haushalte/ksn_14_2022_bev%C3%B6lkerungsprognose_k%C3%B6ln_2022_bis_2050_- _mit_kleinr%C3%A4umigen_berechnungen_bis_2035.pdf, abgerufen am 25.8.2023 131,4 (2 156) 89,9 (3 990) 64,5 (1 642) 63,2 (3 024) 49,4 (3 946) 37,2 (638) 30,0 (5 287) 0,7 (14) 51,7 (140 004) 65,3 (32 881) 32,4 (930) 16,9 (1 216) 5,1 (202) 7,6 (553) 14,2 (1 481) 21,9 (422) 8,4 (1 784) 2,3 (48) 11,5 (42 247) 13,8 (10 086) 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0 Düsseldorf München Leipzig Köln Hamburg Stuttgart Berlin Frankfurt/Main Deutschland NRW 2012-2022 2019-2022 13 Kölner Statistische Nachrichten 12/2023 – Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen Damit verschärft sich der Fachkräftemangel deutlich und es wird äußerst schwierig werden, den Personalbestand weiter in ausreichendem Maße mit der Leistungsmenge anheben zu können.10 Durch die demografische Entwicklung (alternde Gesellschaft) ergibt sich zudem ein zunehmender Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen insbesondere bei Krankenhausbehandlungen und Pflege sowie eine wachsende Nachfrage nach haushaltsnahen und seniorenbezogenen Dienstleistungen (soziale Dienstleistungen). Dabei wird die Besetzung offener Stellen im Gesundheitssektor, insbesondere bei Ärzt*innen, Kranken- und Gesundheitspflegekräften sowie Altenpflegefachkräften bereits durch Fachkräfteengpässe und schlechte Arbeitsbedingungen erschwert. Im Jahr 2035 werden rund 1,8 Millionen offene Stellen nicht mehr besetzt werden können, weil qualifizierte Kräfte fehlen. Das entspricht einem Versorgungsengpass von 35 Prozent (2023: 7%).11 Die Gesundheitsbranche in Deutschland blickt im Som mer 2023 zwar weniger pessimistisch in die Zukunft als noch zum Jahresbeginn 2023 oder im Herbst 2022, wo die Stimmung aufgrund von deutlichen Preissteigerungen und der Furcht vor Energieengpässen auf einem Tiefpunkt angelangt war. Dennoch begleiten hohe Preisniveaus und weiterhin bestehende strukturelle Risiken wie die im Zuge der Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen die Unternehmen auch in diesem Jahr. So rechnen im Sommer 2023 26 Prozent der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft mit einer Verschlechterung (Jahresbeginn 2023: 31%; Herbst 2022: 43%) und 17 Prozent mit einer Verbesserung (Jahresbeginn 2023: 19%; Herbst 2022: 10%) ihrer wirtschaftlichen Lage mit Blick auf die nächsten sechs Monate.12 10 PricewaterhouseCoopers PwC (2023): Gesundheitswesen - Nach der Reform ist vor der Reform: Warum das deutsche Gesundheitssystem sich wandeln muss, um zukunftsfähig zu bleiben; Siehe auch unter: https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma.html, abgerufen am 25.8.2023 11 PricewaterhouseCoopers PwC (2023): Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen 2022; Siehe auch unter: https://www.pwc.de/de/gesundheitswesen-und-pharma/fachkraeftemangel-im-deutschen-gesundheitswesen- 2022.html#:~:text=Der%20Fachkr%C3%A4ftemangel%20im%20deutschen%20Gesundheitswesen,Versorgungsengpas s%20bei%20rund%20sieben%20Prozent., abgerufen am 25,8,2023 12 DIHK-Gesundheitsreport – Sommer 2023: Stimmung in der Gesundheitswirtschaft: heiter bis düster!; Siehe auch unter: https://www.dihk.de/resource/blob/99144/bfdafc2d82faf27537886058b9b9d3d1/gesundheitsreport -sommer-2023- data.pdf, abgerufen am 13.9.2023 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy - Brandt- Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de Internet: www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/ Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/11.2023
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    Dezernat, Dienststelle IX/153/11 Vorlagen-Nummer 28.09.2023 2912/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 16.11.2023 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 16.11.2023 Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022: Beschäftigung steigt in allen Bereichen Im Gesundheits- und Sozialwesen waren in Köln Ende Dezember 2022 rund 82 000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Branchenanteil von 13 Prozent an allen sozial- versicherungspflichtig Beschäftigten in Köln. Damit ist dies nach den unternehmensbezogenen Dienstleistungen der zweitgrößte Branchenkomplex am Standort. In den letzten zehn Jahren ist hier die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich angestiegen. Im Ge- sundheits- und Sozialwesen sind überwiegend Frauen (73%) angestellt und das formale Qualifi- kationsniveau (Anteil an Akademiker*innen: 26%) ist nur geringfügig niedriger als bei der Kölner Gesamtbeschäftigung (28%). Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Gesundheits - und Sozialwesen Regionalvergleich: Veränderungen 2012 bis 2022 und 2019 bis 2022 in Prozent (jeweils 31.12.) Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Datengrundlage für die vorliegende Veröffentlichung ist die Beschäftigtenstatistik der Bunde- 39,5 (15 309) 35,8 (21 471) 34,4 (33 495) 33,5 (28 093) 28,9 (55 792) 27,8 (11 471) 27,5 (9 561) 25,4 (10 402) 27,7 (1 153 161) 31,6 (295 551) 11,1 (5 382) 7,7 (5 846) 7,1 (8 614) 7,7 (7 970) 6,7 (15 695) 6,2 (3 090) 9,8 (3 960) 3,5 (1 724) 5,4 (270 849) 6,2 (72 250) 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 Düsseldorf Köln Hamburg München Berlin Stuttgart Leipzig Frankfurt/Main Deutschland NRW 2012-2022 2019-2022 2 sagentur für Arbeit. Diese wird mit einer zeitlichen Verzögerung von 6 Monaten quartalsweise ver- öffentlicht. Bei Redaktionsschluss (Mitte September 2023) wurden daher die Strukturzahlen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum 31.12.2022 (4. Quartal 2022) zugrunde gelegt. Konkret hat die Beschäftigung im Kölner Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt sowohl vor der Corona-Pandemie (von Dezember 2012 bis Dezember 2019: +15 600 Arbeitsplätze oder +26,0%) als auch während der Corona-Pandemie (von Dezember 2019 bis Dezember 2022: +5 800 Arbeitsplätze oder +7,7%) zugenommen. Für den Gesamtzeitraum Ende 2012 bis Ende 2022 ergibt sich hieraus ein Beschäftigungszuwachs von rund 21 500 oder 36 Prozent. Mit die- sem Plus verzeichnete Köln nach Düsseldorf die zweithöchste relative Beschäftigungszunahme im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten. Als beschäftigungsintensivste Teilbranche verzeichneten die Krankenhäuser (26 500 Arbeits- plätze) mit einem Plus von rund 5 900 Arbeitsplätzen den höchsten absoluten Beschäftigtenzu- wachs von Ende 2012 bis Ende 2022 (+28,7%). Davon entstanden 3 800 zusätzliche Arbeits- plätze (+18,6%) vor und 2 100 Arbeitsplätze (+8,5%) während der Pandemie. Mehr als ein Drittel des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 (+5 900) erfolgte während der Pande- mie 2019 bis 2022. Köln belegt hier im Städtevergleich 2012 bis 2022 hinter Hamburg den zweiten Platz. In der zweitgrößten Teilbranche Sonstiges Sozialwesen (beispielsweise soziale, Beratungs-, Fürsorge-, Flüchtlingsbetreuungs- und Weitervermittlungsdienstleistungen) mit insgesamt 14 300 Beschäftigten nahm die Beschäftigung von 2012 bis 2022 ebenfalls ununterbrochen zu: Mit einem Plus von rund 4 700 Arbeitsplätzen stieg hier die Beschäftigtenzahl von Ende 2012 bis Ende 2022 besonders stark an, ein relativer Zuwachs um knapp die Hälfte (2012 bis 2019: +2 800 Arbeitsplätze oder +28,8%; 2019 bis 2022: +1 900 oder +15,3%). Etwa vierzig Prozent des gesamten absoluten Zuwachses von 2012 bis 2022 erfolgten hier während der Pandemie. Im Sonstigen Gesundheitswesen (beispielsweise Praxen von Psychotherapeut*innen sowie Krankengymnastik- und Heilpraktiker*innenpraxen) gab es von 2012 bis 2022 mit einem Plus von 3 000 Arbeitsplätzen oder 63 Prozent den größten relativen Beschäftigtenzuwachs. Die Be- schäftigtenzahl war hier bereits vor der Corona-Pandemie (2012 bis 2019) um rund die Hälfte (+2 500 oder +51,7%) angestiegen. Im Laufe der Pandemie (2019 bis 2022) sind nochmals rund 600 Arbeitsplätze hinzugekommen (+7,6%). Im Herbst letzten Jahres war die Stimmung in der Gesundheitsbranche aufgrund von deutli- chen Preissteigerungen und der Furcht vor Energieengpässen auf einem Tiefpunkt angelangt. Mit Blick auf einen kurzen Zeithorizont von sechs Monaten ist sie im Sommer 2023 weniger pessimistisch. Dennoch: 26 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung und 17 Prozent eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage in Folge weiterhin bestehender struktu- reller Risiken wie die im Zuge der Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen. Längerfristig wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und des Fachkräftemangels mit einer deutlichen Steigerung unbesetzter Stellen im sozialen Bereich und einem zunehmenden Ver- sorgungsengpass im Gesundheitssektor auf 35 Prozent im Jahr 2035 gerechnet. Anlage KSN 12/2023 Branchenprofil Gesundheits- und Sozialwesen - Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2012 bis 2022 Gez. Haack

Beratungsverlauf

  1. 16.11.2023

    Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren

    TOP 12.3, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
  2. 16.11.2023 zuletzt

    Wirtschaftsausschuss

    TOP 15.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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