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AN/1286/2022

Plätze mit besonderem Handlungsbedarf: Trotz Eröffnung des Drogenkonsumraums mehr statt weniger Probleme am Neumarkt

SPD Anfrage nach § 4 05.07.2022

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 19.09.2022, TOP 3.1

SPD Anfrage nach § 4

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SPD Anfrage nach § 4

4792 Zeichen

Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Köln  
Rathaus, Spanischer Bau  
50667 Köln 
fon 0221. 221 259 50  
fax 0221. 221 246 57  
mail fraktion@koelnspd.de  
web  www.koelnspd.de  
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 05.07.2022 
 
AN/1286/2022 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Hauptausschuss 11.07.2022 
 
Plätze mit besonderem Handlungsbedarf: Trotz Eröffnung des Drogenkonsumraums 
mehr statt weniger Probleme am Neumarkt 
Sehr geehrte Frau Reker, 
 
am 22.05.2022 wurde der Drogenkonsumraum am Neumarkt eröffnet. Die Einrichtung geht 
auf einen Ratsbeschluss vom 28.06.2016 zurück. Dabei wurde die Forderung nach einem 
Drogenkonsumraum in der Nähe des Neumarkts stets eingebettet in den Wunsch nach ei-
nem ganzheitlichen Drogenhilfekonzept für Köln, das u.a. auch die Einrichtung von Drogen-
konsumräumen in Mülheim und Kalk vorsah. Ergänzend wurden am 27.11.2018 im Gesund-
heitsausschuss mobile Drogenkonsumräume beschlossen. Diese wurden lange Zeit am 
Neumarkt eingesetzt, solange es das dauerhafte stationäre Angebot nicht gab.  
 
Die Drogenproblematik am Neumarkt beschäftigt die Stadt also schon sehr lange. Auch An-
wohner*innen und Bürgerinitiativen weisen seit geraumer Zeit auf die zunehmende Verelen-
dung der Menschen und die schlechten Zustände auf und rund um den Platz hin und haben 
der Stadt schon Konzepte und Ideen zur Verbesserung der Lage vorgeschlagen. Nun bekla-
gen die Initiativen, dass seit der Eröffnung des Drogenkonsumraums die unzumutbaren Be-
lastungen in Form von Schmutz, Aggression, Ruhestörung und Gewalt zugenommen haben. 
In einem Interview mit dem Kölner Stadt -Anzeiger bestätigt der Direktionsleiter des Polizei-
präsidiums Köln Martin Lotz, dass wegen des Drogenkonsumraums mehr suchterkrankte 
Personen am Neumarkt „auftauchen“, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass das Angebot 
eines Drogenkonsumraums für Suchterkrankte richtig und wichtig sei. Kritik äußerte Lotz an 
der Konzeption. Einerseits seien kurze Öffnungszeiten zu ungünstigen Zeiten ein Problem 
und andererseits müsse das Betreuungsangebot insgesamt, z. B. durch Streetworker*innen, 
erhöht werden. Der Drogenkonsumraum allein könne die Probleme nicht lösen.  
 
Ein Indiz dafür, dass es in Köln für suchterkrankte Personen nicht genügend Hilfe gibt, könn-
te die steigende Zahl der Drogentoten sein. Die PKS der Kölner Polizei erfasste für 2021 
einen Höchststand der in Köln bekannt gewordenen Drogentoten. Im Jahr 2021 sind dem-
nach in Köln insgesamt 74 Drogentote verzeichnet worden, das sind 24 mehr als 2020.

- 2 - 
 
Leider müssen wir als SPD -Fraktion konstatieren, dass die Suchtproblematik in Köln zu-
nimmt und die Überarbeitung und Umsetzung der Hilfekonzepte dringend erfolgen muss. Nur 
dezentral und breit aufgestellte Hilfsangebote können dafür sorgen, dass die Betroff enen 
mittelfristig durch Unterstützung einen menschenwürdigen Alltag bestreiten können und sich 
so der soziale Sprengstoff, der mit der Suchterkrankung einhergeht, entschärfen kann.  
 
Für die SPD -Fraktion Köln steht fest, dass schnell erste Lösungen für di e vielen und auch 
berechtigten Beschwerden über die Drogen- und Obdachlosenprobleme auf dem Neumarkt 
gefunden werden müssen. Dazu müssen endlich und zeitnah Planungen zur Nutzung für den 
Neumarkt entwickelt und umgesetzt werden. Dies können z.B. auch dauer hafte Gastrono-
mienutzungen sein. Die „BI Zukunft Neumarkt“ und die „IG Neumarkt“ haben schon Pläne 
vorgelegt, die geprüft und dann umgesetzt werden müssen. Ressourcen von Angeboten, die 
sich nicht bewährt haben, wie z.  B. die temporäre Container-Anlaufstelle, müssen an ande-
ren Stellen eingesetzt werden.  
 
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung:  
 
1. Welches kurzfristige Konzept verfolgt die Stadtverwaltung, um die bekannten und 
vorstehend beschriebenen Probleme auf dem Neumarkt zu lösen (bitte im Einzelnen 
darlegen)? 
2. Für welche Nutzendenzahlen ist der Drogenkonsumraum konzipiert, und wie viele 
Nutzende besuchen den Drogenkonsumraum durchschnittlich am Tag?  
3. Wie werden die suchterkrankten Nutzenden des Drogenkonsumraums nach dem 
Konsum innerhalb bzw. außerhalb der Räumlichkeiten des Drogenkonsumraums be-
treut? 
4. Welche Erkenntnisse hat das seit diesem Mai tätige „Kümmerertandem“ der Contai-
ner-Anlaufstelle über die Situation am Neumarkt gewinnen können? 
5. Mit welchem Personal und zu welchen Zeiten war die Container- Anlaufstelle auf der 
Platzfläche besetzt und wie oft wurde sie von wem, weswegen und mit welchem Er-
gebnis aufgesucht? (Bitte die Besetzungszeiten tageweise aufführen.) 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Christian Joisten      gez. Mike Homann 
Fraktionsvorsitzender      Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf (1)

19.09.2022 Hauptausschuss
TOP 3.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Sache ist erledigt

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Neumarkt

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Details

Aktenzeichen
AN/1286/2022
Typ
SPD Anfrage nach § 4
Datum
05.07.2022
Erstellt
05.07.2022 13:22