1416/2021
StadtGrün naturnah: Monitoringskonzept Artenreichen Wiesen
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Beschlussvorlage Ausschuss
4153 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/671/46 Vorlagen-Nummer 1416/2021 Freigabedatum 26.04.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff StadtGrün naturnah: Monitoringskonzept Artenreichen Wiesen Beschlussorgan Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün begrüßt das beigefügte und abgestimmte Monitoringkonzept für die Artenreichen Wiesen. Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün stimmt der Mittelvergabe in Höhe von 10.000 € p.a. ab 2022 für das Monitoring Artenteiche Wiesen zunächst für 5 Jahre zu und beauftragt die Verwaltung mit der NABU-Naturschutzstation Leverkusen | Köln eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen. Die Mittel stehen unter der Finanzposition 6700.572.1100.5 zur Verfügung. Alternative: Der Ausschuss stimmt der Umsetzung des Monitoringkonzeptes für die Artenreichen Wiesen nicht zu. Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 10.06.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 10.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2022 a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Der Ausschuss Umwelt und Grün hat in seiner Sitzung am12.03.2020 im Rahmen der Grünen Infra- struktur Stadtgün naturnah das Grünflächenstrategiekonzept zur naturnahen Gestaltung und Unter- haltung der öffentlichen Grünflächen beschlossen (3657/2019). Der Beschluss sah u.a. die Anlage artenreicher Wiesen in einer Größenordnung von ca. 10 ha je Stadtbezirk vor. Die Anlage soll schritt- weise in den nächsten 3 Jahren erfolgen. Den jeweiligen Bezirksvertretungen wurden die einzelnen Maßnahmen gesondert zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Beschlüsse der entsprechenden Be- zirksvertretungen liegen mittlerweile vor: - Stadtbezirk Innenstadt am 26.08.2020 (1667/2020) - Stadtbezirk Rodenkirchen am 15.06.2020 (1668/2020) - Stadtbezirk Lindenthal am 08.06.2020 (1651/2020) - Stadtbezirk Ehrenfeld am 15.06.2020 (1670/2020) - Stadtbezirk Nippes am 04.06.2020 (1679/2020) 3 - Stadtbezirk Chorweiler am 20.08.2020 (1681/2020) - Stadtbezirk Porz am 16.06.2020 (1684/2020) - Stadtbezirk Kalk am 24.09.2020 (1686/2020) - Stadtbezirk Mülheim am 15.06.2020 (1688/2020) Im Rahmen der EFRE Grünen Infrastruktur wurde im Zusammenhang mit der Anlage von Artenrei- chen Wiesen ein Monitoringkonzept in Zusammenarbeit mit der NABU-Naturschutzstation Lever- kusen - Köln entwickelt, welches auch auf den gesamtstädtischen Raum anzuwenden ist. Ziel des Konzeptes ist es die Entwicklung der Wiesen zu dokumentieren und zu kontrollieren, um Erfahrungen für weitere Maßnahmenflächen zu sammeln und um Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Das Mo- nitoring ist ein elementarer Baustein zur Anlage von artenreichen Wiesen und zur erfolgreichen Erhö- hung der Artenvielfalt. Zur Umsetzung des notwendigen Monitoringkonzeptes soll die Naturschutzstation beauftragt werden. Eine geprüfte Kostenkalkulation beläuft sich auf ca. 10.000 Euro pro Jahr, die für die Umsetzung des Konzeptes benötigt werden. Die Verwendung der Mittel wäre jährlich nachzuweisen und abzurech- nen. Zur Planungssicherheit für die Naturschutzstation ist das Projekt auf 5 Jahre, 2022 – 2026, kon- zipiert und soll bei erfolgreichem Verlauf fortgeführt werden. Der Ausschuss wird jährlich über die Entwicklung des Projektes informiert. Anlagen: - Anlage 1: Öffentlichkeitsbeteiligung - Anlage 2: Monitoringkonzept zur Erfolgskontrolle
Anlage 2 Monitoringkonzept
36933 Zeichen
Rietmann Beratende Ingenieure
Partnerschaftsgesellschaft mbB
Freiraum + Landschaftsplanung
Siegburger Str. 243 A
53 639 Königswinter
Tel. 02244 / 91 26 26 Fax 91 26 27
E-Mail: info@buero-rietmann.de
Grüne Infrastruktur Köln „Vielfalt vernetzen“
Projekt: Grün vernetzen – Grün entwickeln
- Artenreiche Wiesen -
Monitoringkonzept zur Erfolgskontrolle
Gefördert durch:
und
Auftraggeber:
Amt für Landespflege und Grünflächen
Erarbeitet: August –Februar 2021
Stand: 01.02.2021
„Artenreiche Wiesen“
Stand: 01.02.2021
Rietmann Beratende Ingenieure PartG mbB, 53639 Königswinter-Uthweiler 1
Inhalt
1 EINFÜHRUNG UND ZIELSETZUNG .................................................................................................................... 2
2 METHODIK ...................................................................................................................................................... 3
2.1 VEGETATIONSMONITORING ................................................................................................................................... 3
2.1.1 Zeitpunkt, Anzahl........................................................................................................................................ 3
2.1.2 Vegetationserfassung................................................................................................................................. 3
2.1.3 Bewertungskriterien ................................................................................................................................... 6
2.2 INSEKTENMONITORING ......................................................................................................................................... 9
2.2.1 Methodik .................................................................................................................................................... 9
2.2.2 Auswertung Insektenvielfalt ..................................................................................................................... 11
2.3 MONITORING DER BODENEIGENSCHAFTEN ............................................................................................................. 12
3 LITERATUR ..................................................................................................................................................... 13
4 VERFASSERIN ................................................................................................................................................. 13
5 ANHANG 1 - LAGE DER TRANSEKTE ............................................................................................................... 14
Tabellen und Abbildungen
Tabelle 1: Häufigkeitsklassen ................................................................................................................................ 3
Tabelle 2: Erfassungstabelle für Flächen ohne Einsaat oder Mahdgutübertragung ................................................ 7
Tabelle 3: Erfassungstabelle für Flächen mit erfolgter Einsaat oder Mahdgutübertragung .................................... 8
Tabelle 4: Methodiküberblick Tagfaltererfassung ................................................................................................10
Tabelle 5: Methodiküberblick Heuschreckenerfassung ........................................................................................11
Tabelle 6: Beispielhafte Bewertungstabelle für das Insektenmonitoring (Beispielfläche E10-Süd) .......................11
Abbildung 1: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E06 - Karl-Doll-Weg .................................................... 4
Abbildung 2: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E02 - Am Springborn .................................................. 5
Abbildung 3: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E10-Nord Merheimer Heide ....................................... 5
Abbildung 4: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E01 ............................................................................ 6
Abbildung 5: Vegetationstransekte Fläche E01.....................................................................................................14
Abbildung 6: Vegetationstransekte Fläche E02.....................................................................................................14
Abbildung 7: Vegetationstransekte Fläche E03.....................................................................................................15
Abbildung 8: Vegetationsstransekte Fläche E07-Nord (Blatt 1) ............................................................................16
Abbildung 9: Vegetationstransekte Fläche E07-Nord (Blatt2) ...............................................................................16
Abbildung 10: Vegetationstransekte Fläche E07-Süd ............................................................................................17
Abbildung 11: Vegetationstransekte Fläche E08 ...................................................................................................17
Abbildung 12: Vegetationstransekte Fläche E10-Nord..........................................................................................18
Abbildung 13: Vegetationstransekte Fläche E10-Süd ............................................................................................18
Abbildung 14: Vegetationstransekte Fläche E13 ...................................................................................................19
„Artenreiche Wiesen“
Stand: 01.02.2021
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1 Einführung und Zielsetzung
Mit dem Projekt „Grün vernetzen – Grün entwickeln“ , welches durch Mittel aus dem Europäischen
Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird, entwickelt die Stadt Köln im rechtsrheinischen
Äußeren Grüngürtel auf bisher häufig gemähten städtischen Scherrasenflächen artenreiche Extensivwie-
sen. Auf einem linearen Band soll en hier durch unterschiedliche Entwicklung smaßnahmen und Pflege-
vorgaben hochwertige Wiesen entstehen und damit die ökologische Vielfalt gefördert und vernetzt
werden. Es werden verschiedene Entwicklungsmaßnahmen aufgezeigt und umgesetzt , um städtische
Grünflächen zu artenreichen Wiesenbeständen zu entwickeln. Bewusst wurden im Rah men des EFRE -
Projekts „Grün vernetzen – Grün entwickeln“ unterschiedlichste Maßnahmen umgesetzt.
Um die Entwicklung der Projektflächen fortlaufend zu dokumentieren und zu kontrollieren wird im Fo l-
genden ein Monitoringkonzept dargestellt. Ziel des Monitori ngskonzepts ist eine durchführbare Metho-
de zu entwickeln, die zum einen geeignet ist einfach und praktikabel eine Erfolgskontrolle der Projek t-
flächen durchzuführen und zum anderen auf weitere Flächen im Stadtgebiet Köln übertragen werden
kann.
Um möglichst breite Ergebnisse zur Entwicklung der Flächen zu erhalten ist das folgende Konzept in drei
Teile gegliedert:
1. Vegetationsmonitoring,
2. Insektenmonitoring,
3. Monitoring der Bodeneigenschaften.
Durch eine dauerhafte Beobachtung der Flächen kann zum einen die Entwicklung der Flächen dokumen-
tiert werden und wertvolle Informati onen für weitere Maßnahmen zur Entwicklung von artenreichen
Wiesen gesammelt werden (flächenspezifische Entwicklung). Über die regelmäßige und dauerhafte Ve-
getationserhebung der unterschiedlich entwickelten Flächen lassen sich weiterhin die verschiedenen
angewendeten Entwicklungsmaßnahmen untereinander vergleichen (maßnahmenspezifische Entwic k-
lung). Auf Grundlage der Erfahrungen können die angewendeten Methoden zur Entwic klung weiterer
artenreicher Wiesen angepasst und weiterentwickelt werden. Zum Beispiel lässt sich u ntersuchen, ob
sich der Erfolg bei einer Einsaat von kleinen Teilflächen von dem einer flächigen Einsaat unterscheidet.
Darüber hinaus bildet ein regelmäßiges Monitori ng die Grundlage um Pflegemaßnahmen (Mahdzeit-
punkte und Häufigkeiten ) an aktuelle Vegetationsentwicklungen anzupassen. Bei der Konz ipierung der
Pflegemaßnahmen wird eine bestimmte Entwicklung der Vegetation angenommen. Diese kann jedoch
nicht mit abschließ ender Sicherheit vorhergesagt werden, so dass es bei langfristigen Maßnahmen i m-
mer zu einer Anpassung der Pflege kommen kann. Des Weiteren kann durch ein regelmäßiges Monit o-
ring die Ausbreitung von invasiven Arten wie der Kanadischen Goldrute oder des Japa nischen Stauden-
knöterichs frühzeitig erkannt und bei Bedarf der weiteren Ausbreitung entgegengewirkt we rden. Die
zum aktuellen Zeitpunkt vorgesehenen dauerhaften Pflegemaßnahmen können, sofern dies zur Erfü l-
lung der Zielsetzung erforderlich erscheint, auf Grundlage eines erfolgten Monitorings angepasst we r-
den. Darüber hinaus können ergänzende Maßnahmen entwickelt werden sofern anderweitige Aspekte
die Erfüllung der Zielsetzung verhindern (z. B. übermäßiger Nutzungsdruck).
Unterstützend zum Vegetationsmonitoring ist im Rahmen dieses Projektes ein Insektenmonitoring aus-
gewählter Arten durchzuführen. Aus vielen wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass die floristische
Artenvielfalt und die Artenvielfalt der Insekten positiv miteinander korrelieren. Daher ka nn durch die
Ergebnisse der Vegetationskartierungen generell auch auf das Insektenreichtum geschlossen werden.
Eine tatsächlich erfasste Insektenvielfalt kann bei dem Nachweis des Ziels der Artenreichen Wiesen je-
doch unterstützend wirken. Für die zukünftige Anwendung der hier erprobten Maßnahmen auf weiteren
städtischen Flächen kann zur Erfolgskontrolle ein bedarfsorientiertes Insektenmonitoring durchgeführt
werden. Die erfassten Ergebnisse können im Anschluss mit den Ergebnissen einer fundierten Potentia l-
analyse verglichen werden.
Lässt sich sowohl durch die Vegetationskartierung als auch die Insektenerfassung kein Erfolg einer Ma ß-
nahme feststellen und sind keine anderweitigen Parameter erkennbar, die den Erfolg der Fläche nac h-
„Artenreiche Wiesen“
Stand: 01.02.2021
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teilig beeinflussen (z.B. Witterung, Nutzungsdruck, etc.), kann ein erneutes Monitoring der Bodeneigen-
schaften durchgeführt werden. Dies kann als Mittel herangezogen werden, um die Gründe für eine
schlechte Flächenentwicklung zu evaluieren. Eine standardmäßige Überprüfung der Bodeneigenschaften
ist im Allgemeinen nicht notwendig.
2 Methodik
2.1 Vegetationsmonitoring
2.1.1 Zeitpunkt, Anzahl
Um die Vegetation der Untersuchungsflächen in einer möglichst vollständigen Artenliste zu dokumentie-
ren sollte die Erhebung der Vegetation zu deren optimalem En tfaltungszustand erfolgen. Für Grünland-
flächen gilt der Mai als günstigste Zeit für eine solche Aufnahme. Als Anhaltspunkt für den o ptimalen
Zeitpunkt kann die Blüte der Margerite, vor der ersten Mahd, angesehen werden . Da die einzelnen A r-
ten aber unterschiedliche Entwicklungszeiten haben und damit zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr
optimal erfasst werden können, sollte für eine möglichst vollständige Erfassung des Arteninve ntars eine
zweite Kartierung im Juli erfolgen.
Zeitpunkt Vegetationserhebung:
1. Erhebung: Ende Mai (vor der ersten Mahd)
2. Erhebung: Juli
Die Vegetationserfassung sollte in den ersten drei Jahren nach Umsetzung der Maßnahme in jährlichen
Abständen durchgeführt werden. Ist in diesen drei Jahren keine Erhöhung der Artenvielfalt zu erkennen,
gibt das Monitoring Aufschluss über die Gründe dieser Entwicklung . So kann die erfolgte Pflege falls
notwendig entsprechend umgestellt werden oder Rückschluss auf die allgemeine Eignung einer Fläche
durch z.B. Bodenfaktoren oder den vorhandenen F lächendruck gezogen werden. Bei positiver Entwick-
lung der Vegetationsz usammensetzung ist anschließend zur Kontrolle der Entwicklung eine Erfassung
alle drei Jahre zu wiederholen.
2.1.2 Vegetationserfassung
Das vorhandene Vegetationsinventar (Gräser und Kräuter) der Einzelflächen wird über die Begehung
von Linientransekten erfasst. Diese sind in zuvor erstellten Plänen festzulegen und über die Jahre beizu-
behalten um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Dabei wird eine grobe Einschätzung der Häufigkeit
(Abundanz) und D eckungsgrade (Dominanz) der einzelnen Arten vorgenommen. Die Artmächtigkeiten
werden nach dem LANUV-Standard in Häufigkeitsklassen eingeordnet:
Tabelle 1: Häufigkeitsklassen
d flächig dominant (zahlreiche Individuen, > 25 % Deckung)
f
regelmäßig häufig auf der Fläche verteilt (zahlreiche Indivi-
duen, < 25 % Deckung)
s Vereinzelt, nur wenig Individuen
l
Viele Individuen, an einigen Stellen gehäuft (in Kombination
mit d oder f)
Rahmenbedingungen zur Festlegung der Linientransekte
Zunächst erfolgt eine visuelle Differenzierung unterschiedlicher Strukturen innerhalb der Einzelflächen .
Beispielsweise sind Uferb ereiche oder offensichtliche Feuchtflächen von den übrigen Wiesenflächen
abzugrenzen und gesondert zu erheben.
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Durch die Begehung und Erfassung der Vegetat ion im Bereich von ca. 1 m links und rechts entlang von
Transekten sollen möglichst vollständige Artenlisten für die jeweiligen Maßnahmenflächen entstehen.
Gewährleistet werden soll dies durch die Festlegung gewisser Rahmenbedingungen zur Transektwahl.
Bei der Transektwahl ist immer eine Abdeckung der ‚Rand‘ und ‚Innenbereiche‘ vorzusehen , da Randbe-
reiche in ihrer Ausprägung häufig von der angrenzenden Vegetation oder anderen Faktoren beeinflusst
werden. Die Anzahl und die Lage der zu begehenden Transekte richte n sich nach der Größe der jeweil i-
gen Fläche.
Bei kleinen und schmalen Flächen ist ein e Querschnittbegehung vorzusehen, um sowohl die Randbere i-
che, als auch die Innenbereiche abzudecken. Bei kleinen Blühinseln is t der Schutz der Vegetation zu b e-
achten und Transekte außerhalb entlang der Blühinseln anzulegen (vgl. Abbildung 1).
Auf entsprechend großen Flächen (in etwa ab einer Größe von 15 x 30 m) ist nach Möglichkeit alle 15
Meter ein Linientransekt anzulegen, angepasst an die Bedingungen vor Ort (z.B. Verlegen der Transekte
wenn Gehölze in Fläche vorhanden sind). Bei sehr großen Flächen kann der Abstand der Transekte ve r-
doppelt werden, bzw. wie in Abbildung 2 dargestellt an die konkrete Maßnahme angepasst werden.
Werden im Rahmen der Pflege wechselnde Anteile der Fläche von der Mahd ausgenommen, ist darauf
zu achten, dass die Linientransekte im 90° Winkel zur Mahdrichtung ang elegt werden (Abbildung 1-3).
Die Auswirkungen auf die erfasste Vegetationszusammensetzun g, durch die potentiell entstandenen
Entwicklungsunterschiede innerhalb der Fläche aufgrund der abschnittsweisen Mahd, können damit
minimiert werden.
Strukturelle Besonderheiten, die zu Beginn der Erhebung ggf. differenziert wurden (z.B. Feuchtflächen,
Uferbereiche), sind in gesonderten Transekten und Artenlisten zu erheben . Ein Beispiel hierfür zeigt
Abbildung 4. Bei Flächen die nur zum Teil (in Streifen/bereichsweise) eingesät werden sind diese ebenso
gesondert zu betrachten, um eine Bewertung des Maßnahm enerfolges der teilweisen Einsaat bewerten
zu können (vgl. Abbildung 3). Hierdurch kann die Ausbreitung der eingesäten Arten in die nicht einges ä-
ten Flächen dokumentiert werden.
Abbildung 1: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E06 - Karl-Doll-Weg
getrennte Artenlisten bei unterschiedlichen Einsaatmischungen oder Pflegekonzepten
Ausrichtung Transekte wenn möglich 90 ° zur Mahdrichtung
Aufgrund der geringen Flächengröße 1 diagonales Transekt pro Fläche
Transekte zum Schutz der Vegetation außerhalb der Blühinseln
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Abbildung 2: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E02 - Am Springborn
getrennte Transekte nach eingesäten Bereichen und nicht eingesäten Bereichen
Transektausrichtung wenn möglich und sinnvoll mit 90 ° zur Mahdrichtung
Abstand der Transekte standardmäßig 15 m
Abbildung 3: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E10-Nord Merheimer Heide
getrennte Artenlisten für eingesäte Bereiche und nicht eingesäte Bereiche
Ausrichtung Transekte wenn möglich 90 ° zur Mahdrichtung
Anpassung der Transekte an die Lage der eingesäten Bereiche
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Abbildung 4: Vegetationstransekte am Beispiel der Fläche E01
getrennte Artenlisten für besondere Strukturen (z. B. Uferbereiche oder wie hier: Feuchtflächen
in hellblau)
Anpassung Lage der Transekte an Flächenzuschnitt
Abstand der Transekte standardmäßig 15 m
2.1.3 Bewertungskriterien
Neben der verbalen Beschreibung der Flächen und der Arten zusammensetzung gibt es numerische B e-
wertungskriterien, die für alle Flächen einheitlich erfolgen.
Gesamtartenzahl
Ziel ist die Entwicklung artenreicher Wiesen, mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Gefäßpflan-
zen. Die Gesamtartenzahl stellt eine Orientierungsgröße für artenreiche Wiesen dar, ist aber nur
bedingt geeignet dieses Ziel widerzuspiegeln. So sind zahlreiche Arten eher Hinweise auf eine
suboptimale Wiesenentwicklung (z. B. Ruderalarten, nitrophile Arten, Neophyten) und stellen
keine Zielarten artenreicher Wiesenbestände dar.
Rote Liste Arten
In den Artenlisten der Flächen sind Rote Liste Arten (Deutschland, NRW , Niederrheinische
Bucht) zu vermerken. Diese sind in die Bewertung der einzelnen Fläche im Fließtext mit zu b e-
achten.
Anteil Ruderalarten und nitrophile Arten
Neben den angestrebten Arten der Wiesen und Weiden kommen auf Grünlandflächen auch R u-
deralarten oder nitrophile Arten vor. Ruderalarten zeichnen sich dadurch aus, dass sie überwi e-
gend auf gestörten Standorten vorkommen. Nitrophile Arten hingegen kommen schwerpunk t-
mäßig auf Flächen vor, die eine n erhöhten Stickstoffgehalt aufweisen (Arten mit einem Stic k-
stoff-Zeigerwert ≥ 7 nach Ellenberg)
Der Anteil an ruderalen und nitrophilen Arten kann absolut und in % der Gesamtartenzahl ange-
geben werden. Hohe Anteile der ruderalen und nitrophilen Arten deuten auf einen ungünstigen
Zustand der Fläche hin.
„Artenreiche Wiesen“
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Lebensraumtypen (Zuordnung und Bewertung)
Die Länder der EU haben im Rahmen der Fauna -Flora-Habitat-Richtlinie unterschiedliche L e-
bensräume fest gelegt, die aufgrund ihrer Ausbreitung und Gefährdung als besonders schü t-
zenswert eingestuft sind. Diese Lebensraumtypen (LRT) werden nach einem standardisierten
Verfahren anhand des vorkommenden Arteninventars zugeordnet und in drei Kategorien eing e-
stuft (A: hervorragend; B: gut; C: mittel-schlecht).
Flächendruck
Der Parameter stellt den zum Zeitpunkt der Erhebung vorgefundenen Nutzungsdruck auf die
Fläche dar. Negativ in die Bewertung eingehende Aspekte sind beispielsweise vermehrt auftre-
tender Hundekot, Vermüllung (auch Grünschnitt) , Nutzung als Picknickfläche, Feuerstellen,
Trampelpfade oder Nutzung als Stellfläche für Pkw.
Die Bewertung erfolgt dreistufig (schwach; mittel; stark).
Erfassungsbogen für Flächen ohne Einsaat oder Mahdgutübertragung
Tabelle 2: Erfassungstabelle für Flächen ohne Einsaat oder Mahdgutübertragung
Fläche (Teilfläche): z. B. E1 – Im Weidenbruch (Feuchtfläche)
Entwicklungsmaßnahme: (ohne aktive Einbringung neuer Arten)
Dauerhafte Pflege:
Gesamtartenzahl:
Anzahl Rote Liste Arten (D/NRW/Niederrheinische Bucht):
Anteil ruderale und nitrophile Arten:
LRT:
Bewertung LRT:
Flächendruck:
Bewertung für Flächen mit erfolgter Einsaat/Mahdgutübertragung
Wurde die betrachtete Fläche aktiv mit Arten ang ereichert, z. B. durch eine Einsaat oder eine Mah d-
gutübertragung sind im Rahmen des Vegetationsmonitorings weitere Bewertungskriterien zu unters u-
chen:
Erfolgreiche Arten aus Saatgutmischung/ Arten der Spenderfläche
Angabe der nachgewiesenen Arten, die dur ch Einsaat oder Mahdgutübertragung in die Fläche
eingebracht wurden.
Die Bewertung der Artenzusammensetzung orientiert sich neben den oben angegebenen B e-
wertungskriterien an dem Erfolg der eingesäten Mischungen. Ziel ist die Entwicklung artenrei-
cher Wiesen durch die dauerhafte und flächige Etablierung möglichst vieler Arten der einges ä-
ten Mischungen. Je mehr Arten regelmäßig in der Fläche erfasst werden, desto e rfolgreicher ist
die Maßnahme entsprechend zu bewerten.
Ausbreitung der eingebrachten Arten in angrenzende Bereiche
Ist die Fläche nur in Teilen ( bereichsweise) mit Arten angereichert worden, erfolgt die Veget a-
tionserfassung in getrennten Transekten (vgl. Kap. 2.1.2). Neben der erfolgreichen Etablierung
eingebrachter Arten innerhalb der bearbeitete n Bereiche ist hier auch der Anteil der eing e-
brachten Arten außerhalb der bearbeiteten Bereiche zu erfassen.
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Tabelle 3: Erfassungstabelle für Flächen mit erfolgter Einsaat oder Mahdgutübertragung
Fläche:
Entwicklungsmaßnahme: aktive Einbringung neuer Arten (Einsaat/ Mahdgutübe rtragung)
Dauerhafte Pflege:
Gesamtartenzahl
Anzahl Rote Liste Arten (D/NRW/Niederrheinische Bucht):
- davon Arten aus Saatgutmischung/Mahdgut:
- Arten aus Saatgutmischung innerhalb der Ansaatfläche
- Arten aus Saatgutmischung außerhalb der Ansaatfläche
Anteil Ruderalarten, nitrophile Arten
LRT
Bewertung LRT
Flächendruck
Die flächenspezifische Auswertung in Tabellenform ist im Anschlus s in einem kurzen Fließtext zu erlä u-
tern und hinsichtlich des angestrebten Zieles einzuordnen.
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2.2 Insektenmonitoring
Um den Erfolg der Maßnahmen auf die Insektenfauna messen zu können , soll ergänzend zur Vegetation
auch ein standardisiertes Insektenmonitoring erfolgen. Das Ziel ist, durch Umwandlung von eher arten-
armen Grünlandbeständen in artenreiche Wiesen, den Insekten diese Flächen als Nahrungs- und L e-
bensraum zur Verfügung zu stellen und die Artenvielfalt der Flächen insgesamt zu erhöhen.
Mit etwa 25.000 Insektenarten in NRW ist ein Monitoring aller Taxa nicht realisierbar. Insbesondere weil
der limitierende Faktor der fehlenden Artexpertinnen und –experten beachtet werden muss, da viele
Artengruppen schwer zu bestimmen sind und einen enormen Artenreichtum aufweisen. Um trotzdem
Aussagen über den Erfolg der Flächen machen zu können w erden sogenannte Indikatortaxa gewählt.
Diese können Rückschluss auf den Zustand weiterer Artengruppen geben, indem die Ökologie der ei n-
zelnen Arten der ausgewählten Indikatortaxa ausreichend erforscht ist. Als Zielobjekte des In sektenmo-
nitorings werden die Taxa der Tagfalter (184 Arten in D) und Heuschrecken (86 Arten in D) ausgewählt
und qualitativ (Artenanzahl) sowie quantitativ (Tagfalter) un d halbquantitativ (Abschätzung in Größe n-
klassen1) (Heuschrecken) erfasst. Die Erfassun g der Artanzahlen sowie der Abundanzen in Größenkla s-
sen geben Rückschluss auf die Biodiversität einer Fläche und sind für die Zielsetzung der Erhöhung der
Artenvielfalt hinreichend . Aufgrund der unterschiedlichen Lebensraumansprüche von Lar ven und
Images einiger Tagfalter, gibt deren Artvorkommen guten Aufschluss über die Eignung der Lage der Fl ä-
che durch ihre angrenzenden Strukturen, da sie auf Vegetationskomplexe angewiesen sind. Heuschr e-
cken sind dagegen noch ortstreuer und lassen Aussage n über die Eignung der Fläche zur Bi odiversitäts-
erhöhung an sich zu.
Eine Erweiterung um andere Artengruppen, wie z.B. Wildbienen oder Laufkäfer, ist beispielsweise durch
eine Kooperation mit den nahegelegenen Universitäten Köln oder Bonn durch wissenschaf tliche Arbei-
ten grundsätzlich möglich.
Die Durchführung des Insektenmonitorings erfolgt in den ersten drei Jahren jährlich. Ist in diesen 3 Ja h-
ren keine Erhöhung der Biodiversität feststellbar, können rechtzeitig weitere Maßnahmen zur Verbesse-
rung als Lebe nsraum für die Insekten getroffen werden ., Dies geschieht unter der Vora ussetzung, dass
nicht andere erkennbare Fakt oren für die ausbleibende Erhöhung der Artenvielfalt verantwortlich sind.
Bei erfolgreicher Erhöhung der Bi odiversität in den ersten 3 Jahren ist anschließend zur Kontrolle alle 3
Jahren ein erneutes Monitoring durchzuführen.
Bei der Umsetzung der Maßnahmen auf weiteren Flächen (Zielsetzung des Projektes) innerhalb von
Köln, kann ein bedarfsorientiertes Insektenmonitoring angewendet werden.
Wann eine Untersuchung zum Insektenreichtum besonders interessant ist, kann von unterschiedlichen
Faktoren abhängen. Sollte im Rahmen des Vegetationsmonitorings beispielsweise eine unerwartet hohe
Aktivität oder auch auffällig geringe Aktivität von Insekten wahrgenommen werden, wäre es zu empfeh-
len eine Untersuchung zum Vorkommen von Insekten auf der Fläche durchzuführen. Die Erfassung kann
unter Beachtung der standardisierten Methodik in einem Jahr durchgeführt werden. Diese Ergebnisse
können mit den Ergebnissen einer Potentialabschätzung auf Grundlage der vorhandenen Lebensraum-
strukturen und einer Einschätzung, für welche Arten diese als Lebensraum (Nahrungsraum oder auch
Fortpflanzungsraum) geeignet sein können und welche aufgrund ihrer Ökologie und allgemeinen Ver-
breitung erwartet werden können durchgeführt werden. Um eine Einschä tzung zu einem potentiellen
Vorkommen treffen zu können, sind die jeweilige Fachliteratur (z.B. Verbreitungsatlanten) oder auch
spezielle Untersuchungen zu ähnlichen Fläche n heranzuziehen. Dadurch kann ein theoretisch zu erwa r-
tendes Artenspektrum einer Fläche abgeleitet werden und als Vergleich zum tatsächlich erfassten A r-
tenspektrum herangezogen werden.
2.2.1 Methodik
Beim Zeitpunkt der Erfassungen ist darauf zu achten, dass die Mahd und die Erfassung nach Möglichkeit
nicht am selben Tag durchgeführt werden, da die Mahd einen Vergrämungseffekt auf die flugfähigen
Insekten ausübt.
1 Größenklasse: 1, 2-5, 6-10, 11-20, 21-50, >50 Individuen
„Artenreiche Wiesen“
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Die erfassten Daten der Flächen auf denen Maßnahmen durchgeführt werden geben Aufschluss da r-
über, welchen Einfluss die Pflegeumstellung und Einsaaten und die damit einhergehende Veränderung
der Vegetation auf die Biodiversität der Insektenfauna haben.
Zur Standardisierung und damit Aussagefähigkeit der Erfassungen ist eine einheitliche Methodik für die
jeweilige Artengruppe festzulegen. Die hier festgelegte Me thodik richtet sich dabei in großen Teilen
nach den Empfehlungen des BfN im ‚einheitlichen Methodenleitfaden „Insektenmonitoring“‘ und der
standardisierten Erfassungsmethodik TMD (Tagfalter Monitoring Deutschland) koordiniert durch das
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, sowie dem Handbuch des LÖBF.
Methodik Tagfaltererfassung
Die Erfassung der Tagfalter erfolgt vier Mal im Jahr entlang eines bzw. mehrerer fes tgelegter Linientran-
sekte. Mit vier Begehungen pro Jahr (mindestens eine davon während der Hauptauftretens der meisten
Arten im Juli oder August) können etwa 90 % des vorhandenen Artenspektrums abgebildet werden
(Schuch et al. 2020) . Beim entlang schreiten der Transekte wird ein Raum von 2,5 m zu beiden Seiten
und 5 m nach vorn e beobachtet. Die Transekte sind entlang der Transekte der Veget ationserfassung zu
legen. Zudem gilt möglichst die gesamte Fläche abzubilden, mit Rand- und Innenbereichen. Hierbei wer-
den alle Arten und deren Abundanzen pro Fläche erfasst. Die Fundpunkte sind für die spätere Erstellung
der Fundortkarte festzuhalten. Zudem ist die Information zu vermerken, ob die Fläche zur Nahrungsau f-
nahme (Blütenbesuch) oder nur zum Überflug genutzt wurde.
Der Erfassungszeitraum erstreckt sich von April bis September, um da s Artenspektrum gut abzudecken.
Dabei sind bestimmte Mindestanforderungen an die Witterungsbedingungen gestellt, welche eingeha l-
ten werden müssen (vgl. Tabelle 4).
Arten, die nicht eindeutig aus der Entfernung zu bestimmen sind, müssen mittels Handkescher gefangen
und vor Ort bestimmt werden.
Tabelle 4: Methodiküberblick Tagfaltererfassung
Erfassungsmethodik Linientransekt
Transektgröße Entlang der Linientransekte der Vegetationserfassung
Dauer der Transektbegehung Pro 50 Meter ca. 5 Minuten
Anzahl Erfassungsdurchgänge pro Jahr Vier
Erfassungszeiträume April bis September zwischen 10 und 17 Uhr
Wetterbedingungen Über 13° C bzw. bei starker Bewölkung über 17° C
Windstärke maximal 4 Bft.
Kein Niederschlag
Methodik Heuschreckenerfassung
Bei der Erfassung der Heuschrecken, sind zwei Begehung im Jahr durchzuführen. Wird festgestellt, dass
bei beiden Zeiträumen regelmäßig das gleiche Artenspektrum kartiert wird, so kann auf eine Begehung
pro Jahr im August reduziert werden. Die erste Erfassung sollte zwischen Juni und Juli stattfinden, wä h-
rend die 2. Erfassung von August bis September durchgeführt werden sollte. Hiermit deckt man die Zeit-
räume des Vorkommens der meisten Imagina lstadien ab. Die Erfassung wird ebenfalls entlang von 50 -
100 m langen Linientransekten durchgeführt. Auch hierbei sollte auf die Abd eckung von Rand - und In-
nenbereichen geachtet werden. Die La ge kann sich ebenfalls entlang der Tra nsekte der Vegetationskar-
tierung orientieren. Die festgelegten Transekte sind auch bei späteren Erfassungen beizubehalten. Hier-
bei werden alle Arten erfasst und die Anzahl der Individuen in eine Größe nklasse geschätzt. Die Fund-
punkte sind für die spätere Erstellung der Fundortkarte festzuhalten.
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Wie bei der Tagfaltererfassung gelten auch für die Erfassung der Heuschrecken Mindestanforderungen
an die Witterungsbedingungen, welche es einzuhalten gilt (vgl. Tabelle 5).
Tabelle 5: Methodiküberblick Heuschreckenerfassung
Erfassungsmethodik Linientransekte
Transektgröße 50 bis 100 m
Anzahl Erfassungsdurchgänge pro Jahr Zweimalig
Erfassungszeiträume 1. Juni bis Juli, 2. August bis September
zwischen 10 und 17 Uhr
Wetterbedingungen Über 15° C
Kein starker Wind
Kein Niederschlag
Da die faunistische Erfassung einer Fläche über mehrere Jahre angedacht ist, um eine Entwicklung fest-
stellen zu können, sind die Zeitpunkte der Erfassung und die begangenen Transekte beizubehalten. Die
Methodiken sind wie festgeschrieben einzuhalten, um eine eventuell gewünschte Reproduzierbarkeit
gewährleisten zu können.
2.2.2 Auswertung Insektenvielfalt
Die Ergebnisse der Erfassungen werden flächenspezifisch und getrennt nach Tax a in einem kurzen B e-
richt zusammengefasst. Hierbei ist eine Artentabelle je Fläche mit Angabe der geschätzten Größenklas-
se, Nennung besonderer Biotoptypen/Strukturen (Bsp. Feuchtflächen, Ufervegetation) , Angaben zum
Schutzstatus und zum Rote-Liste-Status sowie eine Fundortkarte ( bei Begehung festgestellten Fun d-
punkte) hinzuzufügen. Dabei ist nicht die Fundort -Erfassung jedes einzelnen Individuums angedacht,
sondern eine allgemeine Darstellung des Vorkommens einer Art auf einer Fläche. Hierfür ist ein Punkt in
die Fläche einzutragen, der je nach vorgefundener Abundanz/Größenklasse größer bzw. kleiner darg e-
stellt wird. Ist dabei das Vorkommen der Art auf bestimmte Bereiche der Fläche beschränkt, so kann der
Punkt präzise dorthin gesetzt werden. Bei einem fläch endeckenden Vorkommen kann der Punkt zentral
platziert werden. Bei der Erfassung der Tagfalter kann ergänzt werden, ob die Erfassung eines Individ u-
ums während eines Blütenbesuches stattgefunden hat oder bei einem reinen Überflug. Hierdurch kann
Rückschluss auf die Qualität einer Fläche als Nahrungsfläche gezogen we rden. Zusätzlich werden für die
Flächen die jeweiligen Fundortkarten angefertigt.
Tabelle 6: Beispielhafte Bewertungstabelle für das Insektenmonitoring (Beispielfläche E10-Süd)
Arten Größenklas-
se/Abundanz
Schutzstatus (nach
BNatSchG)
Status Rote
Liste D
Status rote Liste
NRW
Biotoptyp/Struktur
Dunkler Ame i-
senbläuling
(Phengaris na u-
sithous)
5 Besonders ge-
schützt,
streng geschützt
3 2S /
Distelfalter
(Vanessa cardui)
2 / * * /
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2.3 Monitoring der Bodeneigenschaften
Sollten sowohl die Ergebnisse aus der Vegetationskartierung einer Fläche als auch aus dem Insektenm o-
nitoring Ergebnisse hervorbringen, welche nicht den Zielerwartungen der ‚Artenreichen Wiesen‘ ent-
sprechen, so kann eine erneute Kontrolle der bodenkundlichen Standor teigenschaften durchgeführt
werden. Hierzu sind die Bodenverhältnisse hinsichtlich der Hauptnährstoffe, der Spure nelemente (Mg,
P, K, Ca), des pH -Werts, des Humusgehaltes, des pflanzenverfügbaren Stickstoffs (Nitrat) sowie der b o-
denkundlichen Standorteigenschaften zu erkunden und zu bewerten. Hierzu wird je Pr ojektfläche eine
Mischprobe des Oberbodens (ca. 30 cm) erstellt und eine bodenchemische Laboranalyse durchgeführt.
Eine Mischprobe wird hierbei aus ca. 5-10 Einzelproben zusammengestellt.
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3 Literatur
BFN (2019): Einheitlicher Methodenleitfaden „Insektenmonitoring“, online abrufbar unter
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/monitoring/Dokumente/Methodenleitfaden_Insektenmonitori
ng_2019.pdf
HILL, DAVID A. (2005): Handbook of biodiversity methods. Survey, evaluation and monitoring. Cambridge:
Cambridge Univ. Press.
KÜHN, ELISABETH (2016): Tagflater -Monitoring: Transekt -Zählung, aufgerufen am 02.11.2020 unter
https://www.ufz.de/tagfalter-monitoring/index.php?de=41769.
LÖBF (1996): Methoden für naturschutzrelevante Freilanduntersuchungen in NRW.
MÜHLENBERG, MICHAEL; BOGENRIEDER, ARNO; BEHRE, GERHARD F. (1993): Freilandökologie. 3., überarb. Aufl.
Heidelberg: Quelle & Meyer (Uni-Taschenbücher, 595).
SCHUCH, S., LUDWIG, H., WESCHE, K. (2020): Erfassungsmethoden für ein Insektenmonitoring - Eine Materi-
alsammlung, online abrufbar unter
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/
Skript565.pdf
4 Verfasserin
Dieser Erläuterungsbericht ist durch
Rietmann Beratende Ingenieure PartG mbB
Freiraum + Landschaftsplanung
Siegburger Str. 243a
53639 Königswinter - Uthweiler
als Verfasserin erarbeitet worden.
Bei Zitaten von Textteilen oder Inhalten ist die jeweilige Quelle vollständig anzugeben:
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Grüne Infrastruktur Köln „Vielfalt vernetzen“, Projekt: Grün vernetzen – Grün entwickeln
- Artenreiche Wiesen -
Erläuterungsbericht
Bearbeitet: M. Sc. Landschaftsökologie Greta Hörsch
M. Sc. Naturschutz und Landschaftsökologie C. Reuber
Dipl.Ing.(FH) Landespflege I. Rietmann
Aufgestellt: Königswinter-Uthweiler, Februar 2021
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5 Anhang 1 - Lage der Transekte
E 01 – Im Weidenbruch/ TuS Höhenhaus
Abbildung 5: Vegetationstransekte Fläche E01
E02 – Am Springborn
Abbildung 6: Vegetationstransekte Fläche E02
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E03 – Neurather Ring
Abbildung 7: Vegetationstransekte Fläche E03
E06 – Karl-Droll-Weg
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E07 – Strunder Bach - Nord
Abbildung 8: Vegetationsstransekte Fläche E07-Nord (Blatt 1)
Abbildung 9: Vegetationstransekte Fläche E07-Nord (Blatt2)
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E07 – Strunder Bach - Süd
Abbildung 10: Vegetationstransekte Fläche E07-Süd
E08 – Wichheimer Straße
Abbildung 11: Vegetationstransekte Fläche E08
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E10 – Merheimer Heide - Nord
Abbildung 12: Vegetationstransekte Fläche E10-Nord
E10 – Merheimer Heide - Süd
Abbildung 13: Vegetationstransekte Fläche E10-Süd
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E13 - Uckermarkstraße
Abbildung 14: Vegetationstransekte Fläche E13
Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteilig. ( UmweltA + VA)
1687 Zeichen
Hinweise zum Ausfüllen der Anlage Anlage „Öffentlichkeitsbeteiligung“ VARIANTE 1 Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesentliche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung VARIANTE 2 ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesentliche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist gesetzlich vorgeschrieben. ☐ Folgende Form des Verfahrens ist vorgeschrieben: ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Ein spezielles Verfahren ist nicht vorgeschrieben. Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: ☐ Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. VARIANTE 3 x Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen, weil: Grund Begründung ☐ Dringlichkeitsentscheidung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. x Der Gestaltungsspielraum ist nicht ausreichend. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts Stadtgrün naturnah- Artenreiche Wiesen. Das zugrundeliegende Konzept liegt schon vor. ☐ Eine Verfahrensverlängerung erzeugt schwerwiegende Nachteile. ☐ Sonstiges Sollte der Platz zur Skizzierung der Ausgestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung oder zur Begründung, weshalb keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen wird, nicht ausreichen, fügen Sie bitte ein zusätzliches Blatt bei.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1416/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 26.04.2021
- Erstellt
- 15.04.2021 10:45