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Eingabe gegen die Umbenennung der Gustav-Nachtigal-Straße in Köln-Nippes

Mitteilung BV 2168/2024 vom 11.07.2024

Stand: Am 19.09.2024 in der Bezirksvertretung 5 (Nippes) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    E-Mail: Per E-Mail: strassennamen@stadt-koeln.de An die Stadt Köln Die Oberbürgermeisterin - Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster 23 - 50605 Köln Umbenennung Gustav-Nachtigal-Straße , 50733 Köln Ihr Zeichen 235/1 Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, Köln, 26.01.2024 in der obigen Angelegenheit teile ich Ihnen auf Ihr Schreiben ohne Datum mit, dass ich die Um­ benennung der Gustav-Nachtigal-Straße ablehne. I. Ich möchte vorwegschicken, dass ich die Kolonialpolitik des damaligen Deutschen Reiches, die Behandlung der dortigen Einwohner und insbesondere die im deutschen Namen besonders ab 1904 begangenen Verbrechen (Massaker an Herrero, Nama, Maji-Maji etc.) uneingeschränkt verurteile. Dabei gilt auch nicht die Entschuldigung, dass auch andere europäische Mächte mit schlechtem Beispiel voran- gegangen sind und Ähnliches begangen haben. So würde ich durchaus unterstützen, wenn z.B. eine „Henning-von-Treskow-Straße", ,,Lettow­ Vorbeck-Straße" oder „Lothar von Trotha-Straße" (siehe SPIEGEL Nr.2/24, S.96) umbenannt werden sollte. Ich bin jedoch strikt gegen eine Umbenennung der Gustav-Nachtigal-Straße. Die von den Antragstellerinnen genannte Begründung trägt trotz Erarbeitung durch den Histori­ schen Beirat die Entscheidung nicht und lässt sich in den entscheidenden Punkten aus keiner Quelle und keinem Dokument, auch soweit sie von den Antragstellerinnen genannt werden, her­ leiten. II. Das sogenannte „koloniale Projekt", also die Eroberung von fremden Ländern zum Zwecke der Ausbeutung und Beherrschung, wie z.B. damals von Frankreich und England praktiziert, wurde zunächst keinesfalls von der damaligen Reichsregierung, sondern ausschließlich von privaten Handelshäusern und Einzelpersonen in Deutschland betrieben. Reichskanzler Otto von Bismarck hat bis 1884 mehrfach erklärt, dass er die Einrichtung von Kolonien ablehne, schon um das gute Verhältnis zu Großbritannien und Frankreich nicht zu be­ lasten. So erklärte er u.a. in 1881: ,,Solange ich Reichskanzler bin, treiben wir keine Kolonialpolitik ... ". Sollte dies dennoch trotz der vorstehenden Ausführungen ohne Rücksicht auf die Fakten ( oder sind ideologische und/oder parteipolitische Gründe maßgebend?) geschehen, ist nicht auszuschließen , dass ein kleiner Kreis Aktivisten am grünen Tisch einen Namen „auskungelt". Oder wird dann auch wieder eine Anhörung aller Bürger =Straßenanlieger durchgeführt, wobei natürlich hinzugefügt wird, dass die Bezirksvertretung dem keines­ falls folgen muss und in seiner Entscheidung frei ist.? Es ist vielmehr nicht auszuschließen, dass, um die heutigen ( !) Deutschen zu bestrafen, der Name eines/r „Widerstandskämpfers/in" gegen die deutsche Kolonialpolitik gewählt wird. Der Name dürfte niemandem außer einem kleinen Kreis von Aktivisten, bekannt sein und mit dem keiner, der nicht intimer Kenner der Kolonialgeschichte ist, etwas an­ fangen kann. Auf diese Weise würde die noch sichtbare Geschichte der Kolonien in allen Facetten. ungewollt ausgelöscht. Mit freundlichen Grüßen Seite 14
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    Dezernat, Dienststelle I/02/02-1 Vorlagen-Nummer 2168/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 5 (Nippes) 19.09.2024 Eingabe gegen die Umbenennung der Gustav-Nachtigal-Straße in Köln-Nippes Das in der Anlage beigefügte Schreiben vom 26.01.2024 ist der Geschäftsstelle für Anregun- gen und Beschwerden am 06.07.2024 zugegangen und wird hiermit der Bezirksvertretung Nippes zur Kenntnis gegeben. Gez. Dr. Ulrich Höver

Beratungsverlauf

  1. 19.09.2024

    Bezirksvertretung 5 (Nippes)

    TOP 10.2.24, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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