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V/0579/2009

Klimaschutzkonzept 2020 für Münster - vorläufiger Bericht

Vorlagen 10.09.2009

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, Sitzung am 29.09.2009, TOP 4.1

Berichtsvorlage

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Ansehen

Anlage 1

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Ansehen

Berichtsvorlage

4643 Zeichen

V/0579/2009 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Klimaschutzkonzept 2020 für Münster - vorläufiger Bericht 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
29.09.2009 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Der Rat der Stadt Münster hat am 12.03.2008 das neue Klimaschutzziel der Stadt Münster be-
schlossen und damit die Verpflichtung ausgesprochen, eine CO
2-Reduzierung von mindestens 
40% bis zum Jahre 2020 ausgehend vom Basisjahr 1990 zu erreichen sowie einen Anteil von 
20% erneuerbarer Energie an der Energieversorgung der Stadt Münster bis 2020 anzustreben. 
Zur Umsetzung und Erreichung dieses ehrgeizigen K limaschutzzieles wurde die Vergabe eines 
Klimaschutzkonzeptes mit der Erarbeitung eines konkreten Handlungs- bzw. Maßnahmenkatalo-
ges beschlossen. 
 
Im Sommer 2008 wurde der Förderantrag im Rahm en der Klimaschutzinitiative des Bundesum-
weltministeriums (BMU) zur Unterstützung der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes 2020 für die 
Stadt Münster eingereicht und im Oktober lag der Bewilligungsbescheid vor, so dass im Novem-
ber 2008 der Auftrag für die Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes an die Firma Ifeu-Heidelberg 
GmbH (mit Unterauftrag an Gertec GmbH, Essen) vergeben werden konnte.  
 
Erste Ansätze des Klimaschutzkonzeptes wurd en dem Ausschuss für Umweltschutz und Bauwe-
sen im März 2009 vorgestellt, die nunmehr weiter ausgearbeitet worden sind. Der vorliegende 
Bericht umfasst die vorläufige Darstellung der neuen CO
2-Bilanzierung, die Analyse der Einspar-
potenziale und den ersten Entwurf des Maßnahmenkataloges (Anlage 1). Der Maßnahmenkata-
log bildet dabei das Kernstück der zukünftigen Klimaschutzarbeit der Stadt Münster und soll da-
her bereits vor der endgültigen Fertigstellung dem Ausschuss vorgestellt werden, um gegebenen-
falls weitere Anregungen noch einarbeiten zu können.  
 
Das weitere Vorgehen ist wie folgt geplant:  
Der Endbericht zum Klimaschutzkonzept 2020 für Münster soll im November 2009 vorliegen und 
als Bestandteil einer Beschlussvorlage am 09.12.2009 zunächst in den Rat eingebracht werden. 
Anschließend ist im Januar 2010 eine neue Klimakonferenz für die Stadt Münster geplant, in der 
die Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes dargestellt und mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, 
Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden, etc. diskutiert werden sollen. Darauf aufbauend sollen 
dann im Februar/März 2010 die Beratung und Besch lussfassung in den Ausschüssen und im Rat 
der Stadt Münster stattfinden. Für eine konstruktive Umsetzung der Maßnahmen des Klima-
Vorlagen-Nr.: 
V/0579/2009 
Auskunft erteilt: 
Frau Wildt 
Ruf: 
492 67 03 
E-Mail: 
WildtB@stadt-muenster.de 
Datum: 
08.09.2009 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0579/2009 
 
schutzkonzeptes ist es sinnvoll, ein sogenanntes Handlungskonzept zur Umsetzung der Maß-
nahmen des Klimaschutzkonzeptes auszuarbeiten, um damit die Grundlage für das zukünftige 
Handeln der Stadt Münster in Sachen Klimaschutz zu legen. Dieses Handlungskonzept wird von 
der Verwaltung erarbeitet, sobald der Endbericht zum Klimaschutzkonzept 2020 vorliegt. Es soll 
gemeinsam mit diesem beschlossen werden, damit im Frühjahr 2010 eine umsetzungsfähige 
Handlungsgrundlage für die Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster vorliegt. 
 
Parallel bereitet die Verwaltung derzeit einen weiteren Förderantrag beim Bundesumweltministe-
rium im Rahmen der Klimaschutzinitiative zu r Begleitung der Umsetzung von Klimaschutzkon-
zepten vor. Mit diesem Förderantrag soll - wie bereits in der Berichtsvorlage V/0616/2008 darge-
stellt - die Umsetzung und Einführung des „Netzwerkes für Klimaschutz in Münster“ zu 80% mit 
Bundesmitteln unterstützt werden. Bereits bei der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes wurde 
der Ansatz der Entwicklung eines sogenannten „N etzwerkes für Klimaschutz in Münster“ aus 
dem Partizipationsansatz der Maßnahmenentwicklung als Meilenstein eingebracht.  
 
Der Aufbau eines solchen stadtweiten Netzwerkes mit allen im Klimaschutz aktiven und relevan-
ten Akteuren in der Stadt aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden, etc. ist 
sowohl personell als auch finanziell eine große  Herausforderung für Münster, die ohne externe 
Unterstützung nicht umgesetzt werden kann. Daher ist die erfolgreiche Einwerbung von Förder-
mitteln unabdingbar. Das Konzept für den Aufbau des Klimaschutznetzwerkes der Stadt Münster, 
das der Antragstellung zugrunde gelegt wird, wird dem Rat der Stadt Münster im Dezember vor-
gelegt.  
 
 
i.V. 
 
gez. 
Thomas Paal 
(Stadtrat) 
 
 
Anlage 1: vorläufiger Bericht zum Klimaschutzkonzept 2020 der Stadt Münster

Anlage 1

153868 Zeichen

Klimaschutzkonzept 2020  
für die Stadt Münster  
 
 
 
 
 
 
Bericht für den Ausschuss Umweltschutz und Bauwesen am 29.9.2009 
 
 
 
 
 
 
 
 
Markus Duscha, Frank Dünnebeil, Benjamin Gugel, Frank Kutzner 
ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg 
Wilckensstraße 3 69120 Heidelberg 
Tel: 06221 / 4767-0,  E-Mail: markus.duscha@ifeu.de 
 
Andreas Hübner, Werner Murken 
GERTEC GmbH  
Martin-Kremmer-Str. 12, 45327 Essen  
Tel: 0201 / 245640,  E-Mail: andreas.huebner@gertec.de 
 
 
Heidelberg, Essen, 15. September 2009

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen  Klimaschutzkonz ept Münster 
INHALTSVERZEICHNIS 
1 Energie- und CO 2-Bilanz............................................ ................................... 1 
1.1  Systematik der Endenergie- und Emissionsbilanzierung ................................. 1 
1.1.1  Anpassungen im Energiebereich..................................................................... 1 
1.1.2  Anpassungen im Verkehrsbereich................................................................... 5 
1.2  Entwicklung Endenergie und CO 2-Emissionen 1990 bis 2005/2006 ................ 6 
1.2.1  Endenergie......................................... ................................................... .......... 6 
1.2.2  CO 2-Emissionen........................................ ................................................... ... 7 
1.3  Endenergie- und CO 2-Bilanz 2006 im Detail............................. ..................... 10  
1.4  Fortschreibungsfähiges Berichtssystem ........................................................ 13  
2 Energiespar- und CO 2-Minderungspotenziale.............................. ............. 15  
2.1  Zusammenfassung: Minderungspotenziale für Münster ................................ 16  
2.2  Minderungspotenziale durch eine Verringerung des Endenergieverbrauchs in 
den Sektoren .......................................................................................... .. 17  
2.3  Minderungspotenziale in der Energieversorgung........................................... 20  
2.3.1  Zielsetzung 20% Erneuerbare Energien........................................................ 24  
2.4  Potenziale im Verkehrsbereich...................... ................................................ 28  
3 Erster Vorschlag Maßnahmenkatalog, Stand 15.09.2009,  für den 
Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen am 29.9.2009.................... 31  
3.1  Einführung......................................... ................................................... ......... 31  
3.2  Übergreifende Maßnahmen .......................................................................... 32  
3.3  Bauen und Wohnen ...................................................................................... 35  
3.4  Gewerbe, Handel und Dienstleistung (GHD) ................................................. 38  
3.4.1 Maßnahmen im Bereich Sensibilisierung und Wissensvermittlung ................ 39  
3.4.2  Maßnahmen im Bereich themenspezifischer Initiativen................................. 40  
3.4.3  Maßnahmen zur flankierenden Unterstützung............................................... 41  
3.5  Energieumwandlung / Erneuerbare Energien................................................ 43  
3.5.1  Fernwärme und KWK.................................. .................................................. 4 4  
3.5.2  Bioenergie......................................... ................................................... ......... 45  
3.5.3  Solarthermie....................................... ................................................... ........ 45  
3.5.4  Fotovoltaik........................................ ................................................... .......... 46  
3.6  Verkehr ............................................................................................... .......... 47  
3.7  Erste Schätzung: CO 2-Minderungspotenzial aller hier aufgeführten 
Maßnahmen ............................................................................................. 55  
Anhang ............................................................................................... ....................... 57  
1. Anpassung bei der CO 2-Bilanzierung (Energie) ...................................................... 57  
2. Anpassung der CO 2-Bilanzierung (Verkehr)............................ ................................ 59  
3. Methodik der CO 2-Bilanzierung...................................... ......................................... 62  
4. CO 2-Bilanz mit Bundesmix.............................. ................................................... ..... 65  
5. Vorgehen bei der Ermittlung der Einsparpotenziale ................................................ 66 
6. Einsparpotenziale (Effizienz) für verschiedene Anwendungen und Sektoren .......... 68

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 1 Klimaschutzko nzept Münster 
1 Energie- und CO 2-Bilanz 
1.1 Systematik der Endenergie- und Emissionsbilanzi erung 
Die Stadt Münster hat nach 1990, 1995 und 2000 zule tzt für das Jahr 2005 eine CO 2-
Bilanz vorgelegt. Im November des gleichen Jahres w urde das neue GuD-Kraftwerk 
der Stadtwerke an das Netz angeschlossen, welches e inen großen Einfluss auf die 
kommunale CO 2-Bilanz hat. Für die Berücksichtigung des GuD-Kraft werks wurden da- 
mals drei verschiedene Varianten bilanziert und prä sentiert. Je nach Methodik und An- 
rechnungsweise ergaben sich CO 2-Minderungen zwischen 6,4% und 21% gegenüber 
dem Ausgangsjahr 1990. Im Zuge des Auftrags an IFEU  und Gertec für die Fortschrei- 
bung der Bilanz ab 2005 sollte deshalb nun auch übe rprüft werden, inwieweit die vor- 
liegenden Bilanzen mit der Bilanzierungssystematik des Klima Bündnisses und anderer 
Städte vereinbar sind. Darauf aufbauend sollte ein Vorschlag für eine zukünftige Sys- 
tematik unterbreitet werden. Die Überprüfung erfolgte sowohl für den Energie- als auch 
den Verkehrsbereich. 
1.1.1 Anpassungen im Energiebereich 
Anpassungsvorschläge im Energiebereich erfolgten im  Wesentlichen für zwei Berei- 
che: 
- Vor dem Hintergrund der Inbetriebnahme des neuen Gu D-Kraftwerks am alten 
Hafen im Jahr 2005 und der damit verbundenen CO 2-Berechnung für die Fern- 
wärme wurden Empfehlungen für die zukünftige Erstel lung der CO 2-Bilanz ge- 
geben.  
- Zudem sollten alternative Datenquellen geprüft werd en, da die Stadtwerke den 
Wärmeatlas als bisherige Grundlage der Bilanz in Zu kunft nicht fortführen wird. 
In der vorliegenden Bilanz wurde deswegen im Energi ebereich auf Originalda- 
ten der Energieversorger, Schornsteinfeger und des Landesamtes für Daten- 
verarbeitung und Statistik zurückgegriffen.  
Entwicklungen und Unterschiede bei der Endenergiebilanzierung 
Alle Daten für die Energie- und CO 2-Bilanz werden auf Endenergiebasis erhoben. Ein 
Großteil der Daten stammt, wie beim Wärmeatlas, aus Angaben der Stadtwerke Müns- 
ter, denen an dieser Stelle noch einmal für die Koo peration gedankt werden soll. Vier 
größere Unterschiede haben sich nun zwischen 2005 und 2006 ergeben, die beim Ver- 
gleich zwischen den Einzeljahren berücksichtigt werden sollten 1: 
- Teilweise neue Datenbasen aufgrund des Unbundlings der Energieversorger. 
Dort liegen nun unterschiedliche Datenbanken innerhalb der Stadtwerke vor. 
                                                
1  Details finden sich im Anhang

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 2 Klimaschutzko nzept Münster 
- Die Witterungskorrektur wurde sektorspezifisch für den Heizenergieverbrauch 
berechnet. Bisher wurden alle Niedertemperaturwerte berechnet. 
- Neue Datenquellen für einzelne Energieträger (z.B. Schornsteinfeger bei Heiz- 
öl). 
- Originaldaten zur Eigenerzeugung und Eigenverbrauch  der Universität konnten 
berücksichtigt werden. 
Entwicklungen und Unterschiede bei der CO 2-Bilanzierung 
Ein erster Unterschied zwischen der alten und der n euen Bilanzmethodik ist die Auftei- 
lung innerhalb der Bilanz nach Verbrauchssektoren a nstatt wie bisher nach Anwen- 
dungsbereichen (Raumwärme, Prozesswärme, etc.). Mit  der neuen Aufteilung war es 
nun möglich, die Einsparpotenziale für die einzelne n Verbrauchssektoren zu berech- 
nen. Darauf aufbauend konnten für die jeweiligen Se ktoren Maßnahmenprioritäten zu- 
geteilt werden.  
Zudem wurden für die Bilanzen die Emissionsfaktoren  und deren Berechnung ange- 
passt. Eine Übersicht aller bisher genutzten Emissi onsfaktoren und der Emissionsfak- 
toren, die für die Berechnung der neuen Bilanz Grundlage waren, finden sich in Tab. 2. 
Die vier wesentlichen Änderungen und ihre Auswirkun gen auf die CO 
2-Geamtbilanz 
finden sich in Tab. 1.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 3 Klimaschutzko nzept Münster 
Tab. 1: Veränderung der CO 2-Emissionsfaktoren für die neue Systematik und die Auswir- 
kungen auf die Gesamtemissionen 
1. Berücksichtigung von CO 2-Äquivalenten (Methan, etc.) und Vorketten. Die CO 2-
Emissionen steigern sich durch die neuen Emissionsf aktoren gegenüber der al- 
ten Systematik. Dafür werden jedoch alle klimarelev anten Treibhausgase und 
bei deren Abbau erzeugte Emissionen berücksichtigt. 
2. Berücksichtigung eines lokalen Strommixes nach dem Territorialprinzip. Trotz 
des geringeren Anteils an erneuerbaren Energien in Münster liegt der Wert des 
Stromemissionsfaktors für Münster aufgrund der klim afreundlichen Stromerzeu- 
gung im neuen GuD-Kraftwerk unter dem Wert des Bund esstrommixes (vgl. 
Tab. 2). Die Stromerzeugung des GuD-Kraftwerks in M ünster kann nun durch 
das Territorialprinzips voll abgebildet werden. 
3. Berechnung der Strom- und Fernwärmefaktoren in Kraf t-Wärme-
Kopplungsprozessen nach der Exergiemethode. Die bis her genutzte Gutschrif- 
tenmethode wird nicht weiter angewendet. Diese Verä nderung führt zu den 
größten Unterschieden zwischen der alten und neuen CO 2-Bilanz.Der Emissi- 
onsfaktor für Fernwärme liegt nun über den bisher ermittelten Werten. Die bisher 
in Münster eingesetzte Gutschriftenmethode ist für Techniksystemvergleiche 
entwickelt worden und ist bei diesen auch gut einse tzbar. Bei (kommunalen) 
CO 2-Bilanzierungen ist sie jedoch nicht zielführend einsetzbar 2. 
4. Nutzung des durchschnittlichen lokalen Strommixes a uch bei Nachtspeicher- 
öfen. Bisher wurde ein differenzierter Strommix ang enommen. Die Emissions- 
faktoren für Nachtspeicherheizungen liegen nun für das Jahr 2006 bei Anwen- 
dung des Münsteraner Strommixes unter den Werten, die bisher in den Bilanzen 
genutzt wurden. 
 
                                               
 
2  Negative Emissionsfaktoren für Fernwärme, wie sie  teilweise für das Jahr 2005 ermittelt 
wurden, sind bei der Maßnahmenentwicklung und -eval uation nicht von hilfreich, da in 
diesem Fall ein erhöhter Verbrauch von Fernwärme zu  ausgewiesenen Emissionsmin- 
derungen führen würde.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 4 Klimaschutzko nzept Münster 
Tab. 2: Vergleich der Emissionsfaktoren ( Neuberechnung für 1990 überschlägig) 
 Alte Systematik Neue Systematik 
 2005 2005 GuD 1990 
neu 2006 
Erdgas 200 200 252 252 
Erdöl 266 266 321 321 
Fernwärme 104 -415 266 147 
Strommix Münster*  
Vgl. Strom- 
mix  
Deutschland 
Vgl. Strom- 
mix 
Deutschland  
854 608 
Strommix Deutsch- 
land 554 554 739 626 
3 
Nachtspeicherheizung  925 925 854 608 
*1990 und 2006: Differenz zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch im Stadtge- 
biet Münster wird mit Strommix Deutschland ergänzt 
Fazit: Vergleich alte und neue Emissionsfaktoren 
Tab. 1 und Tab. 2 zeigen, dass die Emissionsfaktore n nach neuer Systematik für das 
Jahr 2006 die CO 
2-Emissionsfaktoren höher sind, was absolut zu höher en ausgewie- 
senen CO 2-Emissionen gegenüber der alten Darstellung führt.  
Fazit: Entwicklung der Emissionsfaktoren in der neuen Systematik 
Für eine Betrachtung der CO 2-Emissionsentwicklung seit dem Basisjahr 1990 mit d er 
neuen Systematik wurden anhand vorliegender Kraftwerksdaten die Emissionsfaktoren 
auch rückblickend für 1990 ermittelt. In Tab. 2 sin d die Ergebnisse dieser Berechnun- 
gen dargestellt. Es ist zu erkennen, dass die Emiss ionsfaktoren für Strom und Fern- 
wärme auch nach der neuen Systematik seit 1990 deut lich gesenkt werden konnten. 
Dies ist in hohem Maße auf den Neubau des effizient eren und klimafreundlicheren 
GuD-Kraftwerks zurückzuführen. Somit konnte trotz d eutlicher Wachstumsentwicklun- 
gen in Münster (vgl. Abschnitt „Entwicklung von Rah mendaten“) die Gesamtemissio- 
nen gegenüber 1990 gesenkt werden (vgl. Kap. 1.2) 
                                               
 
3  Die Diskussion, welche Berechnungsgrundlage für d en Emissionsfaktor Strommix 
Deutschland gewählt wird, ist derzeit beim Klima Bü ndnis noch nicht abschließend ge- 
klärt. Es wurde deswegen in der vorliegenden Bilanz  im Gegensatz zu bisher präsen- 
tierten Bilanzen (ECO2-Strommix) auf den Strommix d es IFEU-Strommasters zurück- 
gegriffen (IPPC 2007-Methodik), der dem Klima Bündn is auch als zukünftige Daten- 
grundlage angeboten wird.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 5 Klimaschutzko nzept Münster 
1.1.2 Anpassungen im Verkehrsbereich 
Bei kommunalen Bilanzen von Treibhausgasemissionen hat sich im Verkehrssektor die 
Bilanzierung nach dem Territorialprinzip etabliert.  Im Rahmen einer Überprüfung der 
Münsteraner Treibhausgasbilanz wurde die bisher in Münster verwendete Bilanzie- 
rungsmethode einer von IFEU ergänzend für das Jahr 2005 erstellten Territorialbilanz 
gegenübergestellt. Der Fokus lag dabei auf folgenden Fragestellungen: 
- Welche Verkehrsmittel werden in den Bilanzen erfasst? 
- Wie wirken sich die unterschiedlichen räumlichen un d methodischen Abgren- 
zungen auf die Höhe der erfassten Verkehrsleistungen und Emissionen aus? 
- Wie stark unterscheiden sich die Anteile der berück sichtigten Verkehrsmittel an 
den Treibhausgasemissionen zwischen den beiden Methoden?  
- Ergänzend wurden die von der Stadt Münster derzeit verwendeten Emissions- 
faktoren mit den auf Bundesebene verwendeten Emissionsfaktoren verglichen.  
Zusammenfassung der Bilanzüberprüfung für den Verkehrsbereich 
Die Klimabilanzen der Stadt Münster berücksichtigen  bisher Emissionen des Perso- 
nen-Binnenverkehrs  im Stadtgebiet und des Personen-Regionalverkehrs  (Quell-/Ziel-
Verkehr) inkl. Weganteilen in Nachbarkommunen. Ents prechend der Systematik wer- 
den Durchgangsverkehre durch das Stadtgebiet nicht einbezogen, ebenso sind Flug- 
und Güterverkehr nicht enthalten. Beim Territorialp rinzip dagegen werden die Emissio- 
nen des gesamten Verkehrs auf dem Stadtgebiet  erfasst, unabhängig davon, ob der 
Verkehr durch Einwohner oder Auswärtige erfolgt. So wird neben dem anteiligen Regio- 
nalverkehr auch der Durchgangsverkehr innerhalb des Stadtgebiets berücksichtigt. Zu- 
sätzlich wird in der Territorialbilanz auch der ges amte Straßengüterverkehr im Stadtge- 
biet erfasst 4.  
Der Vergleich der in Münster verwendeten Emissionsfaktoren mit den auf Bundesebene 
verwendeten Faktoren ergab Abweichungen insbesonder e im Motorisierten Individual- 
verkehr (MIV) und im Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Insgesamt ergaben sich für 
das Jahr 2005, unter Beibehaltung der bisherigen Bilanzabgrenzung für den Verkehr in 
Münster, 5% niedrigere Treibhausgasemissionen. Wird nach dem Territorialprinzip bilan- 
ziert, dann liegen die berechneten Emissionen mit d en neuen Emissionsfaktoren etwa 
2,5% niedriger. Dabei sind die Emissionen des berücksichtigten Personenverkehrs deut- 
lich niedriger (keine Berücksichtigung von Fahrleistungen außerhalb des Stadtgebiets). 
Durch die Erfassung der Emissionen des Straßengüterverkehrs liegen die Gesamtemis- 
sionen des Verkehrs dennoch wieder im Bereich des Gesamtemissionsniveaus der bis- 
herigen Systematik. 5  
                                                
4  Eine Übersicht der in beiden Bilanzmethoden erfas sten Verkehre gibt Tabelle 1 im Zwi- 
schenbericht vom Februar 2009. 
5  Vgl. Kap. 4.3.2 im Zwischenbericht vom Februar 20 09.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 6 Klimaschutzko nzept Münster 
Auf Basis der Bilanzüberprüfung wurden folgende Emp fehlungen zu einer Anpassung 
der Bilanzierungsmethodik im Verkehrssektor gemacht. 6 
Räumliche Abgrenzung und Differenzierung : Abgrenzung des Bilanzraums nach 
dem Territorialprinzip zur Erfassung des kompletten  Verkehrs im Stadtgebiet. Um die 
unterschiedlichen Einflussmöglichkeiten der Stadt zu dokumentieren und daraus resul- 
tierende Minderungspotenziale ermitteln zu können, sollte weiterhin eine Differenzie- 
rung der Verkehre nach Binnen-, Regional- und Durchgangsverkehr erfolgen.  
Einbeziehung des Güterverkehrs in die Bilanz : Neben dem Personenverkehr wird 
auch der Straßengüterverkehr in der Bilanzierung de r Treibhausgasemissionen des 
Verkehrs berücksichtigt, da er einen relevanten Ant eil an den verkehrlichen Emissio- 
nen im Stadtgebiet hat und auch anteilig im Bereich  der kommunalen Handlungsmög- 
lichkeiten ist.  
Verwendung aktueller Emissionsfaktoren : Verwendung von aktuellen Emissions-
faktoren inkl. energetischer Vorkette und unter Ein beziehung der Treibhausgase CO 
2, 
CH 4 und N 2O nach dem Emissionsmodell TREMOD, welches u.a. Gru ndlage für die 
Klimaberichterstattung der Bundesregierung ist.  
1.2 Entwicklung Endenergie und CO 2-Emissionen 1990 bis 
2005/2006  
In Abb. 1 und Abb. 2 wurden auf der linken Seite di e Berechnungen der Stadt für die 
Jahre 1990, 1995, 2000 und 2005 übernommen 7. Auf der rechten Seite sind jeweils die 
Ergebnisse nach neuer Berechnung dargestellt. Das J ahr 2006 wurde vom IFEU-
Institut mit neuer Systematik für Endenergie und Em issionen bilanziert. Diese neue 
Systematik soll in den Folgejahren fortgeschrieben werden, so dass die Ergebnisse ab 
2006 weiterhin verglichen werden können. Für das St artjahr 1990 wurde zudem noch 
einmal überschlägig eine CO 2-Bilanz anhand der vorliegenden Endenergieverbräuch e 
mit der neuen Bilanzierungsmethodik berechnet. 
1.2.1 Endenergie 
Die Ergebnisse für den Energiebereich nach Endenerg ieträgern sind in Abb. 1 zu se- 
hen. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 steigerte sich  der Endenergieverbrauch bis zum 
Jahr 2005 von 4.649 GWh auf 5.131 GWh um 10%. Aus d en genannten Gründen sind 
die Ergebnisse zwischen 2005 und 2006 nur noch bedingt vergleichbar. Trotz einzelner 
Differenzen bei den Energieträgern bleibt der ermit telte Endenergieverbrauch für 2006 
gegenüber 2005 nahezu konstant bei 5.172 GWh (+1%). 
                                                
6  Weitere Informationen dazu im Anhang 
7  Die Berechnung der Jahre 1990 bis 2005 erfolgte i n Anlehnung an die Empfehlungen 
des Beirats. Ab 2006 wird mit der vom IFEU vorgeschlagenen Methodik gerechnet.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 7 Klimaschutzko nzept Münster 
Abb. 1:  Entwicklung Endenergieverbrauch in Münster  
Endenergiebilanzen nach Verbrauchssektoren in Münster 
1990-2006 (ohne Verkehr) 
0
1.000.000 
2.000.000 
3.000.000 
4.000.000 
5.000.000 
6.000.000 
1990 1995 2000 2005 2006 
Strom 
Sonstiges 
Öl 
Heizstrom 
Fernwärme 
Gas 
neue Erhebungsmethodik 
100% 
111% 110% 104% 
99% 
IFEU/GERTEC 2009 
MWh 
 
1.2.2 CO 2-Emissionen 
Entwicklungen 1990-2005 nach alter Systematik 
Betrachtet man die Entwicklung der CO 
2-Emissionen (vgl. Tab. 3 und Abb. 2) von 1990 
bis 2005, die mit der alten Bilanzierungssystematik  berechnet wurden, so zeigt sich für 
die GuD-Variante eine deutliche Verringerung von 21% bzw. von 2,229 Mio. Tonnen im 
Jahr 1990 auf 1,763 Mio. Tonnen im Jahr 2005. Währe nd die Emissionen im Sektor 
Verkehr nahezu gleich geblieben sind, ist dieser Rü ckgang zu großen Teilen auf Re- 
duktionen bei den energiebedingten Emissionen zurüc kzuführen (-26%). Bezogen auf 
die Einwohner entspricht das einer Verringerung von  8,8 Tonnen auf 6,5 Tonnen pro 
Einwohner (- 26%).

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 8 Klimaschutzko nzept Münster 
Abb. 2:  Entwicklung der CO 2-Emissionen nach Anwendungen und Sektor 
CO 2-Bilanzen nach Anwendungen und Verkehr 
in Münster 1990-2006 
0
500 
1.000 
1.500 
2.000 
2.500 
3.000 
1990 1995 2000 2005 2005 
GuD 
1990 
neu 
2006 
Verkehr 
Strom 
Wärme 
neue Systematik 
100% 
100% 
79% 
97% 97% 
IFEU/GERTEC 2009 
1.000 Tonnen CO 2
94% 
94% 
alte Systematik 
 
Tab. 3: Entwicklung der CO 2-Emissionen (1.000 Tonnen) nach Energieträgern (Sek tor 
Verkehr ohne Aufteilung) 
Jahr Erdgas Fernwärme Heizstrom Öl Sonstiges Strom Verkehr Gesamt 
1990 374 206 160 278 8 610 592 2.229 
1995 403 166 141 211 3 642 591 2.158 
2000 425 166 107 224 2 649 581 2.155 
2005 495 65 104 182 0 684 556 2.087 
2005 GuD 495 -259 104 182 0 684 556 1.763 
1990 neu 472 157 148 331 11 819 543 2.481 
2006 548 112 38 229 28 833 543 2.331 
Neue Systematik 
 
Entwicklungen 1990-2006 nach neuer Systematik 
Für 1990 wurde mit den noch vorliegenden Daten eine überschlägige Bilanz nach neu- 
er Emissionssystematik gerechnet. Aufgrund fehlende r Daten für das Jahr 1990 wur- 
den für den Verkehr für 1990 die gleichen Emissione n angenommen wie für das Jahr 
2006 
8. Demnach beliefen sich die CO 2-Emissionen in Münster im Jahr 1990 auf 2,481 
Mio. Tonnen CO 2. Bis 2006 konnten 0,150 Mio. Tonnen CO 2 oder 6% eingespart wer- 
den. Bezogen auf die Einwohner entspricht dies einer Verringerung von 9,8 Tonnen auf 
8,6 Tonnen pro Einwohner (minus 12%). 
Die gegenüber der alten Systematik höheren Emission en sind im Wesentlichen durch 
die höheren Emissionsfaktoren begründet (vgl. Kap. 1.1.1). 
                                               
 
8  Da die Verkehrserhebungsdaten für die neue System atik nicht vorlagen, wird auf die 
Werte von 2005 zurückgegriffen.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 9 Klimaschutzko nzept Münster 
Diese Entwicklungen sind vor dem Hintergrund der Ge samtentwicklung in Münster zu 
beurteilen, die sich durch folgende wichtige Eckpunkte beschreiben lässt. 
Entwicklung von Rahmendaten 
Die Bevölkerung in Münster ist von ca. 253.199 Einw ohner im Jahr 1990 auf 272.106 
Einwohner im Jahr 2006 gestiegen (plus ca. 7%). Die  spezifische Wohnfläche hat sich 
dabei im Schnitt von 36 auf 41 Quadratmeter pro Person erhöht. Dadurch ist die Wohn- 
fläche in diesem Zeitraum (siehe Abb. 3) um 18% von 9 Mio. auf 11 Mio. Quadratmeter 
angestiegen. Die Anzahl der Haushalte stieg um 13,2 % von 127.465 im Jahr 1990 auf 
146.802 im Jahr 2006. Die Anzahl der Einwohner pro Haushalt verringerte sich da- 
durch von einem Wert von 2,0 auf einen Wert von 1,9 im Jahr 2006. 
Abb. 3: Entwicklung der Wohnflächen in Münster von 1990 bis 2006 (Quellen: Landesamt 
für Datenverarbeitung und Statistik). 
Flächenentwicklung der Gebäude in Münster 
8.000.000 
8.500.000 
9.000.000 
9.500.000 
10.000.000 
10.500.000 
11.000.000 
11.500.000 
1990 
1991 
1992 
1993 1994 1995 
1996 
1997 
199
8 
199
9 
2000 2001 
2002 
2003 
200
4 
2005 
Wohnfläche 
[m 2]
ifeu 2009 
Wohngebäude von 1990 bis 2006 
+ 18% 
 
Demnach konnten die CO 2-Emissionen in den 15 Jahren von 1990-2005 nach alt er 
Systematik als auch nach neuer Systematik von 1990- 2006 trotz eines gleichzeitigen 
Wachstums der Stadt verringert werden. Diese Minder ungen sind im hohen Maße auf 
den Neubau des GuD-Kraftwerks zurückzuführen. Aber auch die anderen Klima- 
schutzaktivitäten der Stadt und Einwohner spielen dabei eine wichtige Rolle. 
Vergleich alte und neue Systematik bei der CO 2-Bilanzierung 
Zwischen den Bilanzen der Jahre 2005 und 2006 sind die Unterschiede mit einer Zu- 
nahme von 0,568 Mio. Tonnen CO 2 aufgrund der neuen Methodik erheblich. Während 
der Verkehrsbereich sich durch die neue Systematik kaum Veränderungen aufweist  
(-2%), finden sich bei den energiebedingten Emissio nen Unterschiede von nahezu 0,6 
Mio. Tonnen CO 2. Dies ist vor allem auf die unterschiedliche Bewer tung der Koppel-

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 10 Klimaschutzk onzept Münster 
produkte Fernwärme und Strom 9 sowie der Berücksichtigung der Vorketten bei den 
Emissionsfaktoren zurückzuführen (vgl. Tab. 2). Auch die Unterschiede beim Endener- 
gieverbrauch von Strom im Jahr 2006 gegenüber 2005 schlagen sich aufgrund des hö- 
her berechneten Emissionsfaktors für Strom in der CO 2-Bilanz nieder. 
1.3 Endenergie- und CO 2-Bilanz 2006 im Detail 
Im Folgenden werden die Ergebnisse zur Energie- und CO 2-Bilanz 2006 nach der neu- 
en Systematik von Münster (vgl. Abb. 4 und Abb. 5) aufgeführt und erläutert.  
- Im Jahr 2006 beträgt der witterungskorrigierte Ende nergieverbrauch aller Sek- 
toren 6.928 GWh. Pro Einwohner sind das etwa 24.500 kWh jährlich. 
- 34% davon werden im Sektor Gewerbe und Sonstiges verbraucht, 33% im Sek- 
tor Private Haushalte, 25% im Bereich Verkehr und 8% durch die Industrie. 
- Die CO 2-Emissionen liegen 2006 bei 2,331 Mio. Tonnen (eins chließlich Pro- 
zesskette und äquivalenten Emissionen). Pro Einwohn er sind das 8,6 Tonnen 
jährlich. 
- 35% davon fallen auf Gewerbe und Sonstiges, 33% auf die Privaten Haushalte, 
23% auf den Bereich Verkehr und 9% auf die Industrie. 
                                                
9  Die Neubewertung der Fernwärmeemissionen durch di e Exergie- statt der Gutschrif- 
tenmethode ist für über zwei Drittel der Differenz zwischen den Bilanzen verantwortlich, 
Strom noch etwa zu einem Fünftel.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 11 Klimaschutzk onzept Münster 
Abb. 4:  Aufteilung des Endenergieeinsatzes in Müns ter im Jahr 2006 nach Sektoren und 
Energieträgern  
Endenergieverbrauch nach Verbrauchssektoren 
in Münster 2006 
0
500 
1.000 
1.500 
2.000 
2.500 
Private Haushalte Gewerbe+Sonstiges Industrie Verkehr 
Strom 
Kraftstoffmix 
Verkehr 
Sonstiges 
Kohle 
Heizöl 
Fernwärme 
Erdgas 
IFEU 2009 
witterungskorrigiert 
Gesamt: 6928 GWh 33% 
8% 
34% 
25% 
GWh 
 
Abb. 5:  Aufteilung der CO 2-Emissionen in Münster im Jahr 2006 nach Sektoren u nd  
Energieträgern 
CO 2-Emissionen nach Verbrauchssektoren in 
Münster 2006 
0
100.000 
200.000 
300.000 
400.000 
500.000 
600.000 
700.000 
800.000 
900.000 
Private Haushalte Gewerbe+Sonstiges Industrie Verkehr 
Strom 
Kraftstoffmix 
Verkehr 
Sonstiges 
Kohle 
Heizöl 
Fernwärme 
Erdgas 
IFEU 2009 
Tonnen CO 2
witterungskorrigiert, mit Äquvivalenten 
Gesamt: 2,331 Tonnen 33% 
9% 
35% 
23%

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 12 Klimaschutzk onzept Münster 
Der Endenergieverbrauch des Sektors Private Haushalte  betrug im Jahre 2006 2.274 
GWh, was CO 2-Emissionen von 0,763 Mio. Tonnen entsprach. Pro Ei nwohner bedeu- 
tet dies 2,80 Tonnen CO 2.  
2005 lag der bundesweite Durchschnittswert bei 2,84  Tonnen pro Einwohner (für Hei- 
zen, Warmwasserbedarf und Stromanwendung). Zusätzli ch kommen pro Bürger noch 
CO 2- Emissionen für PKW (1,56 t), ÖPNV (0,11 t), Flugr eisen (1,65 t), Ernährung (1,65 
t), Konsum (2,75 t) und den Allgemeinverbrauch (1,2 4 t) dazu, sodass sich insgesamt 
etwa 11 Tonnen für das Jahr 2005 ergeben. Diese ver ursachergerechte Bilanz (im Ge- 
gensatz zur vorliegenden Territorialbilanz) kann jeder Bürger in Münster für sich selber 
erstellen: http://ifeu.klima-aktiv.de/ . 
Erdgas hatte sowohl endenergetisch als auch bei den  CO 2-Emissionen den größten 
Anteil (54% bzw. 41%). Strom (inkl. Stromheizung) h at noch einen Anteil von 20% 
endenergetisch bzw. 37% bei den CO 2-Emissionen. Heizöl hatte 2006 in Münster einen 
Anteil von 21% bei der Endenergie und 20% bei den C O 2-Emissionen. Fernwärme und 
Sonstige Energieträger spielen mit 3,5% und 0,2% sowohl bei der Endenergie als auch 
bei den CO 2 -Emissionen (2% bzw. 0,02%) im Haushaltssektor bisher eine untergeord- 
nete Rolle. 
Der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleitungen  (GHD) hat einen Endenergieverbrauch 
von 2.358 GWh und Emissionen von 0,805 Mio. Tonnen CO 
2. Dies entspricht Emissio- 
nen von 3,0 Tonnen CO 2  pro Münsteraner Einwohner und 7,5 Tonnen CO 2 pro sozial- 
versicherungspflichtigen Beschäftigten in diesem Se ktor. Strom ist sowohl endenerge- 
tisch als auf CO 2 Seite der Energieträger mit den größten Anteilen ( 32% bzw. 60%). 
Endenergetisch hat Erdgas mit 30% und Fernwärme (inkl. Ferndampf) mit 29% in etwa 
die gleichen Anteile. Bei den CO 2-Emissionen liegt der Anteil von Erdgas nur noch be i 
22%, bei Fernwärme (inkl. Ferndampf) nur noch bei 1 3%. Heizöl hat einen endenerge- 
tischen Anteil von 9% und bei den CO 2-Emissionen von ebenfalls noch 9%. Sonstige 
Energieträger spielen hier kaum eine Rolle.  
Der Sektor Industrie  hat Emissionen von 0,220 Mio. Tonnen CO 
2. Dies entspricht E- 
missionen von 0,8 Tonnen CO 2 pro Einwohner bzw. 14,5 Tonnen CO 2 pro sozialversi- 
cherungspflichtigen Beschäftigten in diesem Sektor. Auch in diesem Sektor haben Erd- 
gas und Strom sowohl bei der Endenergie (42% bzw. 3 9%) als auch bei den CO 2-
Emissionen (26% bzw. 59%) die größten Anteile. Sons tige Energien haben einen An- 
teil von 16% am Endenergieverbrauch und 13% an den CO 2-Gesamtemissionen. Heiz- 
öl und Fernwärme haben in diesem Sektor nur sehr ge ringe Anteile von unter 3% bzw. 
1% endenergetisch als auch bei den CO 2-Emissionen. 
Die Treibhausgasemissionen des Verkehrs  im Stadtgebiet Münster beliefen sich 2005 
insgesamt auf ca. 0,543 Mio. Tonnen CO 2-Äquivalente. Mit der angepassten regiona- 
len Aufteilung der Fahrleistungen im Straßenverkehr  wurde auch die Aufteilung der 
Treibhausgasemissionen angepasst. Den größten Antei l an den Emissionen hatte mit 
67% der Motorisierte Individualverkehr (MIV) durch Pkw und motorisierte Zweiräder 
(Abb. 6). Dabei trugen Binnen- und Regionalverkehr zusammen etwas weniger als die 
Hälfte der Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet be i, 19% kamen aus dem Durch- 
gangsverkehr. Der ÖPNV (Stadt- und Regionalbusse, s owie Schienennahverkehr trug

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 13 Klimaschutzk onzept Münster 
etwa 5% zu den Emissionen bei. Insgesamt kamen dami t 72% der Treibhausgasemis- 
sionen aus dem Personenverkehr. Der Straßengüterver kehr durch Lkw und leichte 
Nutzfahrzeuge hatte einen Anteil an den Emissionen von etwa 28%, dabei sind 9% 
dem Binnen- und Regionalverkehr zugerechnet, 19% en tfielen auf den Durchgangs- 
verkehr. Insgesamt sind ca. 38% der Treibhausgasemi ssionen des Personen- und Gü- 
terverkehrs im Stadtgebiet Münster dem Durchgangsverkehr zuzurechnen.  
Abb. 6: Aufteilung der Treibhausgasemissionen des V erkehrs im Stadtgebiet Münster im 
Jahr 2005  
Aufteilung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs 
im Stadtgebiet Münster im Jahr 2005 
ÖPNV 
Binnen+Regio 
3% 
Schienen- 
personen- 
nahverkehr 
2% 
MIV 
Durchgang 
19% 
MIV 
Regional 
28% 
MIV 
Binnen 
20% 
Straßen- 
güterverkehr 
Durchgang 
19% 
Straßen- 
güterverkehr 
Binnen+Regio 
9% 
Summe Stadtgebiet: 
543 Kilotonnen 
CO 2-Äquivalente 
IFEU 2009 
 
1.4 Fortschreibungsfähiges Berichtssystem  
Die Endenergie- und CO 2-Bilanzsystematik wurde für den Energie- und Verkeh rsbe- 
reich in einem EXCEL-Blatt speziell für Münster entwickelt. So konnten die aktuelle und 
künftig zu erwartende Datenlage berücksichtigt und dafür einfache Eingabemasken 
entwickelt werden. Dies soll der Stadt Münster ermö glichen, künftig die Bilanzierung 
mit weniger Aufwand als bisher fortzuschreiben.  
Grundlage für die Berechnung der Treibhausgasemissi onen des Verkehrs sind Infor- 
mationen zu den Fahr- und Verkehrsleistungen sowie jahresspezifische Energie- 
verbrauchs- und Emissionsfaktoren. Die Stadt Münste r ermittelt in regelmäßigen Ab- 
ständen Informationen zu den Fahrten im MIV-Binnen-  und -Regionalverkehr. Ebenso 
sind Fahr- und Verkehrsleistungen im öffentlichen V erkehr regelmäßig verfügbar. Das 
Berichtssystem wurde daher für den Verkehr so angelegt, dass diese Informationen di- 
rekt für ein gewähltes Berichtsjahr in das Modell eingegeben werden können. 
Bisher liegen der Stadt Münster keine Informationen  zum MIV-Durchgangsverkehr so- 
wie zum Straßengüterverkehr im Stadtgebiet vor. Dah er wurden im Berichtssystem In-

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 14 Klimaschutzk onzept Münster 
formationen zur erwarteten zukünftigen Entwicklung der Fahrleistungen im MIV und im 
Straßengüterverkehr für den Zeitraum 2005-2020 auf Basis des Bundestrends direkt 
hinterlegt. Anhand dieser Daten erfolgt im Berichts system für das gewählte Berichts- 
jahr eine automatische Fortschreibung der Fahrleist ungen gegenüber 2005. Es sind 
keine zusätzlichen Dateneingaben durch die Stadt Münster erforderlich.  
Auch die spezifischen Energieverbräuche und Emissio nsfaktoren sind im Berichtssys- 
tem auf Grundlage des Bundestrends für die Jahre 20 05-2020 bereits enthalten und 
werden zur Berechnung der Emissionen des Verkehrs i m jeweiligen Berichtsjahr auto- 
matisch verwendet. In den Emissionsfaktoren sind ak tuelle Rahmenbedingungen wie 
die CO 2-Minderungsziele der Europäischen Kommission, die Zunahme des Anteils von 
Diesel-Pkw, Beimischungsquote von Biokraftstoffen u.ä. berücksichtigt.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 15 Klimaschutzk onzept Münster 
2 Energiespar- und CO 2-Minderungspotenziale 
In diesem Abschnitt wird zusammenfassend dargestell t, wie groß die wirtschaftlich-
technischen Einsparpotenziale in Münster zu veransc hlagen sind, um die richtigen 
Schwerpunkte für die Maßnahmen zu setzen.  
Die Potenziale wurden mit den ambitionierten Münste raner CO 
2-Minderungszielen ver- 
glichen. Die Stadt Münster möchte bis zum Jahr 2020 40% seiner CO 2-Emissionen ge- 
genüber 1990 einsparen. Dies entspricht, auf die ne u berechneten Emissionen von 
1990 bezogen, einem absoluten Wert von knapp 1 Mio.  Tonnen CO 2. Bisher konnten 
bereits etwas über 150.000 Tonnen eingespart werden , so dass für die verbleibenden 
14 Jahre noch 840.000 Tonnen CO 2 einzusparen waren.  
Mit der Potenzialbetrachtung sollen Hinweise gegebe n werden, inwiefern die ambitio- 
nierten Ziele einer 40%igen CO 2-Reduktion bis 2020 erreichbar sind 10 . Es ist wichtig zu 
berücksichtigen, dass bei der Betrachtung der Poten ziale in diesem Bericht zunächst 
von einer Konstanz wichtiger Rahmenbedingungen ausg egangen wird. Es wird also 
z.B. kein weiterer Zubau bei den Gebäuden und keine  Veränderung bei der Einwoh- 
nerzahl berücksichtigt. Die Potenziale beziehen sich ausschließlich auf den Bestand an 
Gebäuden und Anlagen im Jahr 2006. Der Berechnung d er verschiedenen Potenziale 
liegen unterschiedliche Annahmen zu Grunde, die im Anhang erläutert werden 11 . Zu- 
dem werden gegenseitige Beeinflussungen zwischen Ma ßnahmen auf der Versor- 
gungs- und Endenergieeffizienzseite nicht separat auswiesen 12 .  
                                                
10   Dazu wurden in einem ersten Schritt die Einsparpo tenziale in Münster je Anwendung 
und Sektor unter Berücksichtigung technischer und w irtschaftlicher Kriterien berechnet. 
Nicht alle Potenziale lassen sich zugleich umsetzen . Die meisten Minderungschancen 
bieten sich z.B. beim Ersatz alter ineffizienter An lagen und Gebäudeteile durch hoffeffi- 
ziente im Rahmen von Sanierungen oder Umbauten. Des halb wurden die insgesamt 
vorhandenen Potenziale schließlich auf bestimmte Ze iträume (zumeist Lebensdauern 
oder Sanierungszyklen) verteilt und durchschnittlic he jährliche Minderungspotenziale 
daraus ermittelt und auf das Zieljahr hochgerechnet.  
11   Hier findet sich auch ein ausführliche Darstellun g, warum die Potenziale nicht einfach 
aufaddiert werden können.. 
12    Szenarienrechnungen, die Veränderungen der Rahme nbedingungen sowie die Interak- 
tionen zwischen Endenergieeinsparungen und Versorgu ngsmaßnahmen berücksichti- 
gen könnten, sind nicht Bestandteil dieser Studie.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 16 Klimaschutzk onzept Münster 
2.1 Zusammenfassung: Minderungspotenziale für Münst er 
Abb. 7:  CO 2-Ziele und Minderungspotenziale für verschiedene Be reiche für Münster bis 
2020  
CO 2-Einsparziel und Einsparpotenziale in verschiedenen  
Bereichen in Münster bis 2020 
0
100.000 
200.000 
300.000 
400.000 
500.000 
600.000 
700.000 
800.000 
900.000 
1.000.000 
CO2-Emissionsziel 2006- 
2020 (bezogen auf -40% 
gegenüber 1990) 
Einsparpotenziale 
Effizienz 
Einsparpotenziale 
Energieversorgung 
Klimaschutzmöglichkeiten 
Verkehr 
Von 
Maßnahmenschärfe 
Bereich Verkehr 
abhänging 
Technische Potenziale 
(Bundesweit) 
Erneuerbare Energien 
Ausbau KWK 
Stromeinsparpotenzial 
Wärmeeinsparpotenzial 
Einsparziel 
Tonnen CO 2
465.000 
840.000 
Ca. 95.000 115.000 
IFEU/GERTEC 2009 
 
Der blaue Balken auf der linken Seite in Abb. 7 zei gt noch einmal grafisch das ange- 
sprochene Einsparziel von Münster von 2006 bis zum Jahr 2020 von 840.000 Tonnen. 
Rechts davon sind die CO 2-Einsparpotenziale bis zum Jahr 2020 für Energieeff izienz, 
Energieversorgung und den Sektor Verkehr aufgezeigt . Auf welche Technologien, E- 
nergieträgerumstellungen, konkrete Maßnahmen und we lche Sektoren sich diese Ein- 
sparungen genau verteilen, wird im jeweiligen dazug ehörigen folgenden Kapitel erläu- 
tert.  
Es ist zu erkennen, dass mit einer Umsetzung aller bisher ermittelten Effizienz-, Ver- 
sorgungs- und Verkehrspotenziale die CO 
2-Einsparziele der Stadt Münster nicht voll- 
ständig erreichbar wären. Lediglich Zusatzmaßnahmen , wie sie beispielsweise für Er- 
neuerbare Energien in Kap. 2.3.1 dargestellt sind, können es ermöglichen, dass die 
Stadt Münster ihre Klimaschutzziele erreichen kann.  
Stromeffizienzmaßnahmen haben mit knapp 250.000 Ton nen gegenüber 215.000 
Tonnen im Bereich Wärme ein wenig höhere Anteile an  diesen Einsparungen. Im 
Wärmebereich gibt es jedoch wesentlich längere Sanierungs- und Austauschzyklen als 
im Strombereich. Im betrachteten Zeitraum werden de swegen nicht einmal 50% der 
Gesamtpotenziale im Wärmebereich ausgeschöpft. Es z eigt sich, dass die Verbesse- 
rung der Rahmenbedingungen und der Abbau von Hemmni ssen für die Verbraucher 
bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen nicht nur aus Klimaschutzsicht durchaus 
lohnenswert sein können.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 17 Klimaschutzk onzept Münster 
Bei der Energieversorgung muss neben dem Ausbau von Fern- und Nahwärme (knapp 
45.000 Tonnen CO 2 Ersparnis), auch Wert auf den weiteren Ausbau Erne uerbarer E- 
nergien gelegt werden. Mit den Annahmen für verschi edene Technologien und Ener- 
gieträger könnten dadurch knapp über 70.000 Tonnen CO 2 gegenüber 2006 eingespart 
werden. 
Der Bereich Verkehr besitzt ein ähnlich hohes CO 
2-Minderungspotenzial wie die Ände- 
rungen in der Energieversorgung. Mit ca. 60% bzw. 5 5.000 Tonnen CO 2 ist jedoch ein 
Großteil davon auf absehbare bundesweite Effizienze ntwicklungen zurückzuführen. 
Dazu zählen u.a. effizientere Fahrzeugmodelle sowie  höhere Anteile an biologischen 
Kraftstoffen. Anhand einer ersten Abschätzung lasse n sich durch mögliche Münstera- 
ner Maßnahmen im Bereich Verkehr in etwa noch einma l 40.000 Tonnen CO 2 einspa- 
ren. Dies hängt jedoch in hohem Maße von der Umsetz ungsintensität der Maßnahmen 
ab. 
 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Münster h ohe CO 
2-Minderungspotenziale 
zu finden sind. Für das Münsteraner Ziel von 40% we niger CO 2-Emissonen gegenüber 
1990 zu erreichen, müssen jedoch Anstrengungen unte rnommen werden, die über die 
technisch-wirtschaftlichen Potenziale hinaus gehen.  Zudem werden Potenziale im 
Wärmebereich aufgrund der langen Sanierungszyklen i m betrachteten Zeitraum nur 
zum Teil ausgeschöpft. Aufgrund der aber noch bestehenden Hemmnisse in allen Sek- 
toren bedarf es jedoch erheblich verbesserter Rahme nbedingungen auf allen Ebenen 
als sie heute vorliegen, um diese Potenziale auch tatsächlich auszuschöpfen. 
In den folgenden Abschnitten werden weitere Details  zu den Minderungspotenzialen in 
den verschiedenen Sektoren vorgestellt. 
2.2 Minderungspotenziale durch eine Verringerung des 
Endenergieverbrauchs in den Sektoren 
Im Folgenden werden die ermittelten Effizienzpotenz iale nach Sektoren und für ver- 
schiedene Anwendungsarten dargestellt. Die Effizienzpotenziale belaufen sich bis zum 
Jahr 2020 auf etwa 470.000 Tonnen CO 2 pro Jahr. Die größten Potenziale finden sich 
im Sektor Haushalte für Wärme sowie bei Stromanwendungen im Sektor GHD (Je 27% 
am ermittelten Gesamtpotenzial). Ebenfalls hohes Po tenzial findet sich bei Stroman- 
wendungen im Sektor Private Haushalte (22%) sowie b ei Wärmeanwendungen im 
GHD Sektor (16%) Im Vergleich dazu konnten im Sekto r Industrie weder für Strom 
(5%) noch für Wärme (3%) größere Einsparpotenziale identifiziert werden.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 18 Klimaschutzk onzept Münster 
Abb. 8: CO 2-Emissionsminderungspotenziale für verschiedene Sek toren und Anwen- 
dungsarten 
Emissionsminderungspotenziale in Münster für verschiedene 
Sektoren und Anwendungen (2020) 
0 20 40 60 80 100 120 140 
Industrie Wärme 
Industrie Strom 
GHD Wärme 
GHD Strom 
Haushalte Wärme 
Haushalte Strom 
Tonnen CO2/Jahr IFEU/Gertec 2009 
 
Private Haushalte 
Der Stromverbrauch bzw. die CO 2-Emissionen der Privaten Haushalte (inkl. Heizstrom) 
im Jahr 2006 von 465 GWh oder 0,283 Mio. Tonnen CO 2 könnten in den nächsten 14 
Jahren um 42%, das sind 3,0% pro Jahr, verringert w erden. Im Anhang (vgl. Abb. 16) 
sind die Strom-Effizienzpotenziale der Privaten Hau shalte nach Anwendungsarten auf 
Endenergiebasis dargestellt, die im Laufe der nächs ten 14 Jahre wirtschaftlich umge- 
setzt werden können. Von den 42% Einsparungsmöglich keiten finden sich die größten 
Potenziale dabei im Bereich Kälte (8%), Raumwärme u nd Warmwasser sowie von In- 
formations- und Kommunikationstechnik (jeweils 5%). Beleuchtung, Kraftanwendungen 
sowie Prozesswärme weisen im Vergleich dazu nur geringe Einsparpotenziale auf. 
Alle übrigen Energieträger außer Strom werden hier als Wärmeanwendung  bezeichnet. 
Der Endenergieverbrauch beträgt hier bei den Privat en Haushalten im Jahr 2006 etwa 
1.809 GWh, der CO 2-Ausstoß beträgt 0,480 Mio. Tonnen. Ohne Zubau bzw.  zusätzli- 
che Anwendungen könnte beides in 14 Jahren um 26% v erringert werden Im Anhang 
sind die Effizienzpotenziale im Wärmebereich der Pr ivaten Haushalte dargestellt (vgl. 
Abb. 16), die im Laufe der nächsten 14 Jahre wirtschaftlich umgesetzt werden könnten. 
Demnach lassen sich Einsparungen vor allem durch ei ne verbesserte Dämmung der 
Gebäudehülle 13  (15%) und eine Sanierung der Warmwasserbereitungss ysteme (8%) 
                                                
13   Das Gesamtpotenzial für die Gebäudehülle ist über  einen gesamten Sanierungszyklus,  
beispielsweise von 40 Jahre bei der Außenwanddämmun g, betrachtet absolut am

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 19 Klimaschutzk onzept Münster 
erreichen. Effiziente Heizsysteme mittels Brennwert technik besitzen Einsparpotenziale 
von 3% 14 .  
Weitere CO 2-Minderungspotenziale im Sektor Private Haushalte k önnen noch durch 
Substitution von Energieträgern erreicht werden (vgl. Kap. 2.3). 
Gewerbe, Handel, Dienstleistung 
Der Stromverbrauch bzw. die durch ihn verursachten CO 2-Emissionen des Gewerbes 
liegen im Jahr 2006 bei 753 GWh oder 0,458 Mio. Ton nen CO 2. In den nächsten 14 
Jahren könnten beide um 27%, das sind 1,9%-Punkte p ro Jahr, verringert werden. Im 
Anhang (vgl. Abb. 17) sind die Strom-Effizienzpotenziale des Gewerbes dargestellt, die 
im Laufe der nächsten 14 Jahre wirtschaftlich umges etzt werden könnten. Von den 
27% Gesamtpotenzial liegen hier die größten Potenzi ale bei der Beleuchtung (12%) 
und der Informations- und Kommunikationstechnik (8% ). Kraft und Kälteanwendungen 
(4% bzw. 3%) haben ebenfalls noch größere Einsparpo tenziale, während Raum- und 
Prozesswärme nur geringe Potenziale aufweisen.  
Der Endenergieverbrauch für alle übrigen Energieträ ger außer Strom (Wärmeanwen- 
dung) beträgt im Gewerbe 1.605 GWh im Jahr 2006, der CO 
2-Ausstoß 0,347 Mio. Ton- 
nen. Ohne Zubau bzw. zusätzliche Anwendungen könnte beides in 14 Jahren um 21%, 
das sind 1,5%-Punkte pro Jahr, verringert werden. E in Großteil dieser Einsparungen 
findet sich dabei im Bereich Raumwärme- und Warmwas ser (17%). Die Potenziale bei 
Kraftanwendungen und thermischen Prozessen haben im GHD-Sektor nur geringe An- 
teile. 
Weitere CO 
2-Minderungspotenziale im Sektor Gewerbe können noch  durch Substituti- 
on von Energieträgern erreicht werden. 
Industrie 
Die Ermittlung der Einsparpotenziale im Strom- und Wärmebereich erfolgt an Hand 
bundesweiter Potenzialstudien und eigener Abschätzu ngen auf Basis der Kennung 
nach Wirtschaftzweigen der Stadt Münster.  
Grundsätzlich ist die Potenzialabschätzung im Sektor Industrie mit großen Unsicherhei- 
ten behaftet. Eine genaue Analyse kann nur durch au sführliche Begehung der größten 
Betriebe und umfangreiche Erhebungen erfolgen. Zude m beeinflussen die konjunktur- 
und strukturbedingten Entwicklungen den Energieverbrauch erheblich.  
Der Stromverbrauch bzw. die dadurch verursachten CO 
2-Emissionen der Industrie lie- 
gen im Jahr 2006 bei 213 GWh oder 0,129 Mio. Tonnen  CO 2. In den nächsten 14 Jah- 
ren könnten beide um 19%, das sind 1,4%-Punkte pro Jahr, verringert werden. Der 
                                                                                                                                          
höchsten. In 14 Jahren kann jedoch nicht einmal die  Hälfte dieses Potentials wirtschaft- 
lich umgesetzt werden.  
14   Detaillierte Grafiken zu Einsparpotenzialen im Se ktor Haushalte finden sich im Anhang

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 20 Klimaschutzk onzept Münster 
Schwerpunkt der Potenziale findet sich hier in stro mbasierten Kraftanwendungen 
(13%). Stromeinsparungen bei Prozesswärme, Kälte, W ärme, Beleuchtung und Infor- 
mations- und Kommunikationstechnologie haben in Mün ster nur eine geringes Ein- 
sparpotenzial. 
Der Wärmeabsatz (alle Energieträger außer Strom) li egt im Jahr 2006 bei 328 GWh, 
die dadurch verursachten CO 
2-Emissionen bei 0,090 Mio. Tonnen. Ohne Produktions - 
zuwachs könnte beides in 14 Jahren um 16%, das sind  1,1%-Punkte pro Jahr, verrin- 
gert werden. Die größten Potenziale liegen hier im Bereich der Prozesswärme mit etwa 
10%. Wärme zur Raumwärmebenutzung und Prozesssubstitutionen haben nur geringe 
Potenziale.  
Weitere CO 
2-Minderungspotenziale im Sektor Industrie können noch durch Substitution 
von Energieträgern erreicht werden. 
2.3 Minderungspotenziale in der Energieversorgung 
In Abb. 9 werden die Ergebnisse der Potenzialberech nungen für den Bereich Versor- 
gung bis zum Jahr 2020 dargestellt. Insgesamt finden sich in etwa 120.000 Tonnen pro 
Jahr an Einsparpotenzial. Die größten Potenziale li egen im Ausbau der Fernwärme 
(26% am Gesamtpotenzial). Daneben haben der verstär kte Ausbau an Fotovoltaikflä- 
chen und Biogasanlagen in den nächsten Jahren hohe Potenziale (je 21%). Eine Stei- 
gerung der Flächen zur thermischen Sonnennutzung un d der KWK-Ausbau des Heiz- 
kraftwerks der Universität bieten ebenfalls noch gr ößeres CO 2-Einsparpotenzial (15% 
bzw. 12%). Maßnahmen zur Grünschnittvergärung und d ie Nutzung von Klein BHKW 
haben dahingegen vergleichsweise geringe Auswirkung en auf die CO 2-
Emissionsreduktion in Münster (4% bzw. 2%).

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 21 Klimaschutzk onzept Münster 
Abb. 9: Emissionsminderungspotenziale für den Berei ch Verkehr 
Emissionsminderungspotenziale in Münster für den Bereich 
Versorgung (2020) 
0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 35.000 
Ausbau Fernwärme 
KWK Ausbau Heizkraftwerk Uni 
Ausbau Biogas 
Grünschnittvergärung 
Klein BHKW 
Solarthermie 
Fotovoltaik 
Tonnen CO2/Jahr IFEU/Gertec 2009 
 
Ausbau Fernwärme 
Im Zeitraum 1990 bis 2005 hatte Erdgas die höchsten  Zuwachsraten im Wärmemarkt 
aufzuweisen. Der Fernwärmeabsatz stagnierte in dies er Zeit eher und konnte keine 
vergleichbaren Steigerungsraten erzielen. 
Für den Zeitraum bis 2020 kann, auch bei forciertem  Fernwärmeausbau unter Berück- 
sichtigung der Sanierungszyklen von Heizungsanlagen , davon ausgegangen werden, 
dass ähnliche Umstellraten wie bei Gas erzielt werd en können. Dies entspräche einem 
jährlichen Zuwachs in Höhe von ca. 2%/a oder einer Absatzsteigerung von 
160.000 MWh/a bis 2020.  
Einsparpotenzial: ca. 30.000 t/a 
KWK-Ausbau Heizkraftwerk Uni 
Das HKW der Uni ist in der Stromerzeugung bisher be grenzt auf eine elektrische Leis- 
tung von 2 MW. Die Dampferzeugung hat nur noch geringe zusätzliche Potenziale, hier 
ist davon auszugehen, dass die beiden Dampfturbinen  bereits gut an die Bedarfsver- 
hältnisse angepasst sind. 
Die Verbrennung von Erdgas und Heizöl zur Dampferze ugung beinhaltet dagegen ein 
hohes zusätzliches Potenzial zur Stromerzeugung.  
Es wird zur Bestimmung des Einsparpotenzials unters tellt, dass etwas mehr als die 
Hälfte der Hochdruck-Dampferzeugung von derzeit 130 bis 140 GWh/a mit vorgeschal-

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 22 Klimaschutzk onzept Münster 
teter Gasturbine erfolgen kann. Zu diesem Zweck wir d eine Gasturbine von 10 MW el  
mit den folgenden Daten vorgesehen. 
Einsparpotenzial: ca. 14.000 t/a 
Ausbau landwirtschaftlicher Biogasnutzung 
Seit 2006, dem aktuellen Bilanzjahr, sind zum Anlagenbestand noch einige Hofanlagen 
hinzugekommen. Seit Änderung des Erneuerbaren Energ ien Gesetzes (EEG) mit Ein- 
führung des Güllebonus sind die Hofanlagen gegenüber früher begünstigt. Trotz Gülle- 
verwendung stammt der überwiegende Teil des Biogase s aber aus Pflanzen, die zum 
Zweck der Biogaserzeugung angebaut werden. Die Fläc henkonkurrenz zwischen E- 
nergiepflanzen und Nahrungsmitteln begrenzt den weiteren Ausbau Biogasanlagen. 
Die Potenzial-Obergrenze für Münster kann bei ca. 4  MW 
el  angesetzt werden, dafür 
braucht man bei üblichen Erträgen schon ca. 15% der  Acker- und Grünlandflächen in 
Münster. Vorhanden sind Anfang 2009 schon ca. 1,5 MW el . Im Bezugsjahr 2006 waren 
3 Anlagen mit zusammen 780 kW installiert 15 . Bis Mitte 2009 war die Zahl der Anlagen 
auf 5 und ihre elektrische Leistung auf 1475 kW ang estiegen. Bei Realisierung der 4 
MW und einer Steigerung der Wärmenutzung durch Sate lliten-BHKW am Verbrauch- 
sort ergibt sich folgende Strom- und Wärmeerzeugung: 
Einsparpotenzial: ca. 24.000 t/a 
Grünschnittvergärung 
Während Bioabfall aus der Biotonne schon in Coerde im Entsorgungszentrum Münster 
gemeinsam mit Faulschlamm der Kläranlage nassvergor en wird, gibt es für den Grün- 
schnitt der Abfallwirtschaft noch keine energetisch e Verwertung. Die Größenordnung 
von 22.400 t/a ermöglicht unter Umständen den wirts chaftlichen Betrieb einer Vergä- 
rungsstufe vor der Kompostierung der Abfälle. Die C O 
2-Minderung wird wie folgt abge- 
schätzt: 
Einsparpotenzial: ca. 5.000 t/a 
Ausbau dezentrale Klein-BHKW 
Der Ausbau dezentraler Klein-BHKW-Anlagen ist prinz ipiell in allen gasversorgten Ge- 
bäuden möglich, die aufgrund ihrer Größe und Nutzun gscharakteristik einen ausrei- 
chenden Grundlastbedarf für Wärme aufweisen. Bei en tsprechender Größe ist auch 
ein fehlender Warmwasserbedarf kein Hinderungsgrund , da auch bei fehlenden vier 
Sommermonaten deutlich über 5000 Stunden Laufzeit erzielt werden können. 
Nach der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Ges etztes (KWKG) ist jetzt auch 
der Stromeigenverbrauch und nicht nur die Einspeisu ng zuschlagsberechtigt, so dass 
die Wirtschaftlichkeit besser geworden ist. 
                                               
 
15   Intern geführte Anlagenliste der Stadt Münster, U mweltamt, Bearbeitung Frau Karner

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 23 Klimaschutzk onzept Münster 
Im Jahr 2006 gab es in Betreiberschaft der Stadtwer ke Münster 11 kleine BHKW-
Anlagen mit einer Stromerzeugung von 770 MWh/a. 
Es wird angenommen, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich 3 Anlagen neu 
errichtet werden können. Als Größenordnung wird 50 kW 
el  gewählt.  
Einsparpotenzial: ca. 2.000 t/a 
Solarthermie 
Das solarthermische Potenzial könnte theoretisch ab geleitet werden aus den in Müns- 
ter verfügbaren Dachflächen mit geeigneter Ausricht ung und weiteren Annahmen zur 
Eignung.  
Eine Orientierung über das wirtschaftliche Potenzia l ist eher abzuleiten aus dem Ver- 
gleich mit anderen Großstädten, die bereits überdur chschnittlich hohe Kollektorflächen 
realisiert haben. Als Vergleichsmaßstab stehen die Zahlen der „Solarbundesliga“ zur 
Verfügung.  
Münster liegt bei den Großstädten in der zusammenge fassten Bewertung von So- 
larthermie und PV auf Platz 8 in Deutschland. Der s pezifische Wert für die Kollektorflä- 
che liegt für Münster bei 0,061 m²/Einwohner. Der 2 009 realisierte Mittelwert der bes- 
ten 5 bezogen auf Solarthermie liegt bei 0,084 m²/EW.  
Dieser Wert wird als technisch-wirtschaftliches Pot enzial für 2009 zugrunde gelegt. 
Münster hat 73% dieses Wertes schon erreicht. Zur F ortschreibung dieses Wertes bis 
2020 liegt keine Prognose des BMU vor. Der Zielwert für 2020 wird über eine Trendext- 
rapolation errechnet. Die bundesweite jährliche Ste igerungsrate des Zeitraums 2000 
bis 2008 
16  lag bei 18,5%/a. Bei Übertragung dieser Rate auf d en Zielwert von 0,084 
ergibt sich in der Fortschreibung auf 2020 ein Wert von 0,543 m²/EW. 
Einsparpotenzial: ca. 17.000 t/a 
Fotovoltaik 
Im Bereich der Fotovoltaik wird eine ähnliche Metho dik zur Potenzialermittlung ange- 
wandt, indem auch hier die Bestwerte der Solarbundesliga herangezogen werden. 
Der spezifische Wert für die installiert PV-Anlagen leistung liegt für Münster bei 
28,1 Watt/Einwohner. Der 2009 realisierte Mittelwert der besten 5 bezogen auf PV liegt 
bei 60,4 Watt/Einwohner.  
Dieser Wert wird als technisch-wirtschaftliches Pot enzial für 2009 zugrunde gelegt. 
Münster hat 47% dieses Wertes schon erreicht. Die F ortschreibung des Zielwertes von 
                                               
 
16   Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (Mai 2009): St atistische Zahlen der deutschen So- 
larwärmebranche (Solarthermie), Faktenblatt_ST_Mai09.pdf (Zugriff 10.08.2009)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 24 Klimaschutzk onzept Münster 
60,4 W/EW bis 2020 erfolgt unter Bezugnahme auf die  Prognose des BMU 17 . Der Ziel- 
wert für 2020 liegt demnach in der Fortschreibung bei 188,2 m²/EW. 
Einsparpotenzial: ca. 24.000 t/a 
2.3.1 Zielsetzung 20% Erneuerbare Energien 
Zwischen der Umsetzung der o.g. wirtschaftlichen Po tenziale und dem Ziel der Stadt 
Münster, 20% Erneuerbare Energien bis 2020 zu errei chen, klafft eine erhebliche Lü- 
cke. 
Die Zielsetzung bezieht sich sowohl auf Strom als a uch auf Wärme, wobei die Erzeu- 
gung mit Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet von M ünster erfolgen soll. Die erneu- 
erbaren Anteile im Bundesstrom-Mix sollen hier keine Berücksichtigung finden. Bei den 
folgenden Berechnungen wird von einer Endenergiered uktion im Jahr 2020 von 25% 
gegenüber dem Jahr 2006 im Bereich Strom und Wärme ausgegangen.  
Strom 
In der Stromerzeugung stellt sich die Situation wie folgt dar: 
Abb. 10: Struktur der Stromerzeugung 2020 in Bezug auf das 20% Erneuerbare Energien-Ziel 
KWK in Münster 
inkl. Uni KWK 
48% 
Bezug D-Strom- 
Mix 
32% 
Differenz zum 
20%-Ziel 
11% 
wirtsch. Pot. 2020 
6% 
EE 2006 
3% 
Summe MS 2020: 1.073 GWh/a 
119 GWh/a 
67 GWh/a 
 
Das technische Maßnahmen zur Realisierung der zusätzlichen 11% bieten sich im we- 
sentlichen nur zwei Möglichkeiten an, wenn man davo n ausgeht, dass keine weiteren 
Windenergiestandorte im Münster ausgewiesen werden sollen und dass auch der 
                                                
17   BMU: Leitstudie 2008

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 25 Klimaschutzk onzept Münster 
Landwirtschaft keine Flächen zum Anbau von Energiep flanzen entzogen werden sol- 
len. 
1. intensiver Ausbau der Fotovoltaik, 
2. Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK) -Ausbau an der Unive rsität nicht mit Erdgas und Öl 
als Energieträger, sondern mit erneuerbaren Energie trägern, vorzugsweise Holz aus 
Münster und dem angrenzenden Umland. 
3. vorgezogenes Repowering der kleinen Windenergieanlagen  
Die zweite Möglichkeit steht in Konkurrenz zum Ausb au der fossilen KWK, für den im 
Heizkraftwerk der Universität gute Voraussetzungen vorliegen. Es ist besser und hin- 
sichtlich der CO 
2-Minderung effektiver, den Bezug des Strom-Mix zu reduzieren als die 
mögliche KWK-Stromerzeugung zu verdrängen. 
Es verbleibt unter dieser Prämisse nur der Ausbau d er Fotovoltaik in einer Größenord- 
nung, die weit über das hinausgeht, was in anderen Städten realisiert worden. 
Die Realisierung des wirtschaftlichen Potenzials be inhaltet ca. zur Hälfte Biogasanla- 
gen und zur anderen Hälfte Fotovoltaik.  
Die zusätzliche Erzeugung von Fotovoltaik-Strom im Umfang von 119 GWh/a würde 
bedeuten, dass im Jahr 2020 je Einwohner 770 Watt F otovoltaik installiert wären. Je 
Einwohner brauchte man knapp 8 m² Dachfläche. Spitzenwerte der Solarbundesliga für 
Kleinstädte erreichen heute schon derartige Werte.  
Dachflächenermittlungen aus anderen Großstädten haben ergeben, dass je Einwohner 
ca. 24 m² an nutzbarer geneigter Dachfläche verfügbar sind.  
Die tatsächliche Last im Stromnetz der Stadtwerke M ünster schwankt im Tagesverlauf 
zwischen 100 und 200 MW. Man würde hier auch schon an technische Grenzen hin- 
sichtlich der Aufnahmefähigkeit stoßen, da diese An lagen dann bei voller Leistung 
mehr als 200 MW ins örtliche Stromnetz einspeisen könnten.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 26 Klimaschutzk onzept Münster 
Wärme 
In der Wärmeerzeugung stellt sich die Situation wie folgt dar: 
Abb. 11: Struktur der Wärmeerzeugung 2020 in Bezug auf das 20% Erneuerbare Energien-Ziel  
fossile Energien 
inkl. Heizstrom 
61% fossile Energien 
in KWK 
Fernwärme 
19% 
Erneuerbare und 
Abfallenergie 
1% 
wirtsch. Pot. 2020 
3% 
Differenz zum 
20%-Ziel 
16% 
Summe MS 2020: 2.813 GWh/a 
443 GWh/a 
81 GWh/a 
 
Als technische Maßnahmen zur Realisierung der zusät zlichen 16% bieten sich im we- 
sentlichen drei Möglichkeiten an. 
1. intensiver Ausbau der Solarthermie, 
2. Ergänzung der Fernwärmeerzeugung bei SWM oder Un i um eine Holzfeuerungsan- 
lage. 
3. Umrüstung von bisher fossilen Heizungssystemen a uf Holz und andere feste Bio- 
masse 
Der Solarthermie-Ausbau steht in Konkurrenz zur Nut zung der verfügbaren Dachflä- 
chen mit PV-Anlagen. Für die solarthermischen Anlag en wird man schon auf weniger 
gut geeignete Flächen mit Ausrichtung nach Osten od er Westen und mit teilweiser 
Verschattung zurückgreifen müssen. Es macht bei sol arthermischen Anlagen keinen 
Sinn, mehr als 1,5 m²/Person zu installieren, da di e erzeugte Wärme im Gebäude zeit- 
nah verbraucht werden muss und nicht in ein vorgela gertes Netz eingespeist werden 
kann. Höhere Solarthermie-Anteile lassen darüber hi naus nur noch über saisonale 
Speicherung erreichen. Dies setzt zentrale Nahwärme systeme voraus, deren Realisie- 
rung in Konkurrenz zum Anschluss geeigneter Gebiete  die Biogas-BHKWs oder auch 
zur Erweiterung des zentralen Fernwärmenetzes steht . Diese Option wird hier nicht 
weiter betrachtet. 
Es wird für die Quantifizierung dieser technischen Maßnahme angenommen, dass 
1,5 m² Kollektorfläche je Einwohner im Jahr 2020 er reicht werden können. Gegenüber

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 27 Klimaschutzk onzept Münster 
dem wirtschaftlichen Potenzial von 0,5 m²/EW erfolgt somit eine Steigerung um weitere 
1,0 m²/EW. Der Ertrag steigt unter diesen Voraussetzungen um 94 GWh/a. 
In der Fernwärmeversorgung wäre für die Mittellast der Einsatz von Holz denkbar. In 
der Grundlast würde die Gas und Dampf-Erzeugung reduziert werden müssen. Eine 20 
MW-Kesselanlage mit einer Vollbenutzungsstundenzahl  von 2000 h/a könnte 40 
GWh/a erneuerbare Wärmeenergie einspeisen. 
Der noch verbleibende Bedarf an erneuerbaren Energi en im Wärmemarkt muss dann 
durch Umrüstung von bisher fossilen Heizungssystemen auf Holz erfolgen. 
Die neuen Anteile stammen vom Heizstrom, der ohnehi n aufgrund des Verbots zur 
Umstellung ansteht, sowie von den Ölheizungen. Vom Ölheizungsbestand müssen 
35% umgestellt werden. Die Umstellung von Erdgas un d Fernwärme ist nicht berück- 
sichtigt, da diese Systeme umweltfreundlicher und CO 
2-ärmer sind als Öl. 
Die quantitative Struktur zeigt folgende Abbildung. 
Abb. 12: technisch mögliche Struktur der zusätzlich erforderlichen 16%  
Solarthermie 94 
GWh/a 
21% 
Holz in der FW- 
Erzeugung 40 
GWh/a 
9% 
Holz statt 
Heizstrom 60 
GWh/a 
14% 
Holz statt Öl 250 
GWh/a 
56% 
443 GWh/a weitere 16% =

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 28 Klimaschutzk onzept Münster 
2.4 Potenziale im Verkehrsbereich 
Im Bereich Verkehr sind die auf kommunaler Ebene er reichbaren Emissionseinsparun- 
gen nicht mit der Umsetzung von technisch-wirtschaf tlichen Potenzialen verknüpft, da 
die Rahmenbedingungen der technischen Entwicklung i m Verkehr v.a. durch die EU 
sowie auf Bundes- und Landesebene vorgegeben wird. Einsparpotenziale auf kommu- 
naler Ebene ergeben sich in erster Linie durch eine  Beeinflussung des Verhaltens der 
Verkehrsteilnehmer. Da erreichbare Verhaltensänderungen stark von der Umsetzungs- 
intensität der kommunalen Maßnahmen sowie deren Wir ksamkeit bei der jeweiligen 
Zielgruppe abhängen, sind demnach keine absoluten A ussagen zu einem insgesamt 
vorhandenen Emissionsminderungspotenzial im Verkehr  möglich. Zur Veranschauli- 
chung von grundsätzlich vorhandenen Potenzialen im Verkehr werden deshalb Band- 
breiten dargestellt, wie hoch die erreichbaren Emis sionsminderungen durch verschie- 
dene Maßnahmenansätze unter Annahme einer bestimmten Wirksamkeit sind.  
Übergeordnete technische Entwicklung im Verkehr 
Die Rahmenbedingungen der technischen Entwicklung werden im Verkehr v.a. durch die 
EU (z.B. CO 
2-Grenzwerte Kfz, Erneuerbare-Energien-Richtlinie) sowie Bundesregierung 
und Länder (z.B. CO 2-abhängige Kfz-Steuer) vorgegeben. In den kommenden  Jahren 
werden die spezifischen Energieverbräuche der Verkehrsmittel und die daran gekoppel- 
ten spezifischen CO 2-Emissionen weiter abnehmen. Zusätzliche Emissionsminderungen 
bringt der steigende Anteil von Biokraftstoffen. Unter der Annahme, dass im Binnen- und 
im Regionalverkehr in Münster Verkehrsmenge und Modal-Split sich bis zum Jahr 2020 
nicht verändern, sondern auf gleichem Niveau wie 2005 verbleiben, werden die verkehr- 
lichen CO 2-Emissionen infolge der übergeordneten technischen Entwicklung um 54.000 
Tonnen (10%) abnehmen. In dem Maße, wie Binnen- und  Regionalverkehr zukünftig 
weiter ansteigen, werden die tatsächlich erreichten Emissionsminderungen geringer aus- 
fallen.  
Vermeidung und Verlagerung von MIV  
Den größten Anteil an den Treibhausgasemissionen ha t der Motorisierte Individualver- 
kehr (MIV). Deshalb haben Maßnahmen zur MIV-Vermeid ung bzw. zur Verlagerung 
auf emissionsärmere und emissionsfreie Verkehrsmitt el des Umweltverbunds ein gro- 
ßes Minderungspotenzial. Durch Verlagerung vom Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel 
(Bus, Bahn) werden die Treibhausgasemissionen pro Fahrt um 40-70% reduziert. Beim 
Rad- und Fußverkehr werden die Emissionen komplett vermieden.  
Mit einer Verlagerung von 10% der MIV-Verkehrsleist ung im Binnenverkehr auf den 
Umweltverbund (Bus, Bahn, Rad-, Fußwege) würden in Münster 6.000-8.000 Tonnen 
CO 
2-Äquivalente vermieden. Im Regionalverkehr würde di e Verlagerung von 10% des 
MIV auf die öffentlichen Verkehrsmittel ca. 5.000 T onnen CO 2-Äquivalente einsparen 
(allerdings müsste dafür der öffentliche Regionalverkehr um 50% ansteigen). 
MIV-Fahrten können auch durch eine Erhöhung der Fah rzeugauslastung vermieden 
werden, z.B. durch Bildung von Fahrgemeinschaften. Eine Erhöhung des mittleren Be- 
setzungsgrades von 1,3 auf 1,4 Personen würde die F ahrleistung um 8% senken. Das

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 29 Klimaschutzk onzept Münster 
würde im Binnen- und Regionalverkehr insgesamt knap p 16.000 Tonnen CO 2 einspa- 
ren. Die gleichen Minderungen erzielt prinzipiell ein gänzlicher Fahrtenverzicht.  
Steigerung der Energieeffizienz im Straßenverkehr  
Der motorisierte Straßenverkehr wird auch bei einer  erfolgreichen Verlagerung von 
Fahrten auf Rad und öffentlichen Verkehr weiterhin einen hohen Anteil an dem Verkehr 
im Stadtgebiet haben. Deshalb ist es notwendig, den  verbleibenden MIV möglichst e- 
nergieeffizient zu gestalten. Die Stadt kann in beg renztem Umfang eine zusätzliche 
Steigerung der Energieeffizienz im Verkehr erreiche n, indem ein möglichst energieeffi- 
zientes Verhalten der Verkehrsteilnehmer gefördert wird.  
Im Pkw-Verkehr sind Verbrauchseinsparungen möglich durch eine verkehrsangepass- 
te, kraftstoffsparende Fahrweise sowie durch eine o ptimierte Fahrzeugausrüstung 
(Leichtlaufreifen, -öle) und -wartung (z.B. Reifendruckkontrolle). Durch eine zusätzliche 
Optimierung von 10% aller Pkw-Fahrten im Binnen- un d Regionalverkehr würden die 
Emissionen des Verkehrs um 2.800 Tonnen verringert. Maßnahmen zur Verbrauchsop- 
timierung sind v.a. für Vielfahrer interessant, die  überproportional zu den Fahrleistun- 
gen beitragen. Entsprechend muss zur Optimierung vo n 10% der Fahrleistung ein ge- 
ringerer Anteil der Pkw-Fahrer durch entsprechende Maßnahmen erreicht werden.  
Auch beim Neuwagenkauf können durch Wahl eines sparsameren Pkw-Modells größe- 
re Verbrauchseinsparungen erreicht werden. Innerhal b der gleichen Fahrzeugklasse 
sind im Mittel über 15% Verbrauchseinsparung möglic h. Weitere 10% Verbrauchs-
einsparung sind prinzipiell durch Kauf eines kleine ren Pkw erreichbar 
18 . Mit einer Opti- 
mierung von 10% der bis zum Jahr 2020 von Münsteranern neu gekauften Pkw und ei- 
ner spezifischen Verbrauchseinsparung von 15% gegen über dem Trend würden die 
Treibhausgasemissionen im Verkehr um 1.500 Tonnen r eduziert. Weitere 900 Tonnen 
Einsparung sind möglich, wenn auch Pendler aus dem Umland erreicht werden (z.B. 
über Informationsmaßnahmen mit und in den Unternehmen).  
Der Straßengüterverkehr wird aus Wirtschaftlichkeit sgründen häufig ohnehin schon 
durch die Unternehmen möglichst effizient gestaltet. Mit Verbrauchsoptimierungen über 
verbrauchsoptimierte Kfz-Ausrüstung sowie über eine  Ausweitung der Fahrerschulun- 
gen wäre bei Erfassung von 10% der Zielgruppe denno ch eine Emissionsreduktion im 
Straßengüterverkehr in Münster um ca. 1.000 Tonnen CO 2-Äquivalente möglich.  
                                                
18   ermittelt aus ADAC-Ecotest.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 30 Klimaschutzk onzept Münster 
Abb. 13:  Emissionsminderungspotenziale in Münster im Bereich Verkehr bis 2020 in Ab- 
hängigkeit von der Wirksamkeit kommunaler Maßnahmen   
0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 
Fahrleistungswegfall 
Verlagerung auf Rad/Fuß 
Verlagerung auf Bus 
Effizientere Pkw-Nutzung 
Kauf sparsamerer Pkw 
Fahrleistungswegfall 
Verlagerung auf Bus & Bahn 
Effizientere Pkw-Nutzung 
Kauf sparsamerer Pkw 
              Verbrauchsoptimierung 
Binnenverkehr Regionalverkehr Güterverkehr 
Tonnen / Jahr 
10% optimiert 
5% optimiert 
IFEU 2009 
Emissionsminderungspotenziale in Münster im Bereich Verkehr bis 2020 
in Abhängigkeit von der Wirksamkeit kommunaler Maßnahmen

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 31               Klimaschutzkonzept Münster 
3 Erster Vorschlag Maßnahmenkatalog, Stand 15.09.20 09,  
für den Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen am 29.9.2009 
3.1 Einführung 
Der vorgelegte erste Vorschlag für einen Klimaschut zmaßnahmenkatalog beruht im wesentlichen auf den bi sher diskutierten Vor- 
schlägen mit den Akteuren in der Stadt. Bisher wurd en nur wenige Maßnahmen durch die Gutachter darüber  hinaus ergänzt. Wir 
möchten damit die Diskussion über einen möglichen Gesamtmaßnahmenkatalog für den Endspurt der Konzepterstellung bis zum No- 
vember 2009 unterstützen. 
Da die mit den hier aufgeführten Maßnahmen ausschöp fbaren Potenziale aber noch ein deutliches Stück vo n der Zielsetzung der 
Stadt entfernt sind, werden die Gutachter für die Schlussfassung des Konzepts noch ausgewählte Maßnahmen ergänzen. 
Die einzelnen Maßnahmen sind nach Themenfeldern sortiert: 
• Übergreifende Maßnahmen, die mehrere oder alle anderen Themenfelder betreffen 
• Themenfeld Bauen und Wohnen 
• Themenfeld Gewerbe, Handel, Dienstleitung (GHD) 
• Energieumwandlung / Erneuerbare Energien 
• Verkehr 
Zu jedem Themenbereich gibt es Maßnahmen mit höhere r Priorität (nach Einschätzung der Gutachter), die für den Endbericht noch 
detaillierter dargestellt werden (Akteure, Kosten f ür die Stadt, Minderungspotenzial soweit quantifizi erbar, etc.). Weitere Maßnahmen 
mit geringerer Priorität werden in den Listen hier mit aufgeführt, aber im Endbericht nicht weiter ausgearbeitet. 
Am Ende des Dokuments findet sich eine erste Abschä tzung, welches Minderungspotenzial durch die hier a ufgeführten Maßnahmen 
etwa ausgeschöpft werden kann, und wie groß der Abstand zur Zielerreichung noch ist.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 32               Klimaschutzkonzept Münster 
3.2 Übergreifende Maßnahmen 
Übergreifende Maßnahmen sprechen keine besonderen S ektor wie z.B. private Haushalte oder Gewerbebetrie be an, sondern sollen 
einen übergreifenden Rahmen für die Klimaschutzaktivitäten in der Stadt schaffen bzw. ausbauen. Hierzu zählen einerseits strukturel- 
le Bausteine, wie die Klimaschutz- und Energiekoordinationsstelle (Klenko), die für die anstehenden Aufgaben nicht nur unverzichtbar 
ist, sondern ausgebaut werden sollte. Andererseits sollen Kooperations-, Finanzierungs- und Öffentlich keitsarbeits-Bausteine dabei 
helfen, den Klimaschutz noch stärker im Alltag der Münsteraner Bevölkerung zu verankern. 
 
Maßnahme 
Nr. Vorläufige  
IFEU/Gertec-Einschätzung 
(Priorität) 
1 
Maßnahmen mit hoher Priorität  
(mit Maßnahmenblättern beschreiben im Konzept) 
  
Klenko  personell ausbauen   
Die personelle Kapazität zur Koordination soll ausgebaut werden, mindestens um 1 Stelle, um die zusätzlichen 
Anforderungen erfüllen zu können, die sich aus dem Klimaschutzkonzept ergeben. 
(Zum Vergleich: Frankfurt/Main, Freiburg, Mannheim haben etwa 1 Klimaschutzmanager je 120.000 Einwohner, 
Mörfelden-Walldorf mit 30.000 Einwohnern hat eine halbe Stelle)  
Ü1 Hohe Priorität (5) 
nur mit hinreichender personeller 
Kapazität wird die Koordinations- 
aufgabe leistbar sein 
Klimaschutzfonds 
Zur Finanzierung eines Teils der zusätzlichen Aufgaben soll ein Klimaschutzfonds eingerichtet werden. Ähnlich 
wie in Hannover, Mannheim und anderen Städten soll damit eine langfristige Sicherung der Finanzierung er- 
möglicht werden. Von städtischer Seite könnte ein Teil der Konzessionsabgaben zweckgebunden als Beitrag in 
diese Fonds fließen. Wie in anderen Städten auch sollten sich jedoch auch die Stadtwerke und weitere wichtige 
Akteure im Klimaschutz beteiligen. Die Mindestausstattung sollte bei 300.000 – 500.000 Euro jährlich liegen Die 
genaue Ausgestaltung ist davon abhängig, ob zum Beispiel auch bestehende Förderprogramme in diesen 
Fonds integriert werden. 
Ü2 
Hohe Priorität (5) 
Zusätzliche Mittel müssen lang- 
fristig zur Verfügung stehen 
Ex-Ante-Abschätzung von Gemeinderatsbeschlüssen   
Die Höhe der zukünftigen Treibhausgasemissionen der Stadt werden von einer Vielzahl von Entscheidungen in 
nahezu allen Politikfeldern beeinflusst. Zum Beispiel lassen sich Wachstumsstrategien in der Stadtentwicklung 
nur begrenzt durch Effizienzstrategien auffangen, wie die aktuelle CO 2-Bilanzentwicklung zeigt. Es soll deshalb 
eine Systematik zur durchgängigen Prüfung der Auswirkungen von GR-Beschlüssen auf Klimaschutzstrategie 
und Klimagasausstoß entwickelt werden. Ziel ist ein in der Verwaltungspraxis handhabbares Instrument mit an- 
gemessenem Verhältnis von Aufwand zu Nutzen zu erhalten. 
Ü3 
 Hohe Priorität (4) 
Der hohe Anspruch des Klima- 
schutzziels erfordert eine durch- 
gängige Prüfung der Kommunal- 
politik

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 33               Klimaschutzkonzept Münster 
Münsters Allianz für Klimaschutz 
„Münsters Allianz für Klimaschutz“ soll alle wesentlichen gesellschaftlichen Akteure aus Institutionen, Politik, 
Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenschließen und ihnen die Möglichkeit geben, 
neue Ideen und Projekte für den Klimaschutz in Münster im Rahmen eines Netzwerks zu entwickeln. Die Allianz 
wird durch zwei weitere Bausteine abgerundet: Die mitwirkenden Institutionen verpflichten sich selbst zu rele- 
vanten CO2-Minderungen. Zudem übernehmen (prominente) Paten außerhalb der Stadtverwaltung für ausge- 
wählte Themenbereiche die Verantwortung dafür, die Netzwerkarbeit voranzubringen. Unterstützung erhält die 
Allianz durch externe Klimaschutz- und Moderationsexperten. Die Finanzierung könnte zum großen Teil über 
das kommunale Förderprogramm des Bundesumweltministeriums erfolgen. 
Ü4 
Hohe Priorität (5) 
Die Mitwirkung breiter Teile der 
Bevölkerung sowie der Wirtschaft 
ist nötig. 
Fortsetzung und Weiterentwicklung Öffentlichkeitsarbeit 
Eine systematische und professionelle Öffentlichkeitsarbeit stellt weiterhin eine wichtige Säule für den Kommu- 
nalen Klimaschutz dar. Die sehr guten Aktivitäten in Münster sollen beibehalten und weiter ergänzt werden, z.B.  
- Energiestadtplan Münster ausbauen 
- Ggf. übergreifender Claim für Klimaschutzprojekte  
(Bsp. Kampagne Stadt Essen) 
- evtl. weitere Sponsoren / Kooperationspartner suchen  
Weitere Differenzierungen der Öffentlichkeitsarbeit nach Zielgruppen und Themen sind in Maßnahmenempfeh- 
lungen in den anderen Handlungsbereichen beschrieben (vgl. Nr.: B7, G7) 
Ü5 
Hohe Priorität (5) 
Ziele, Chancen und Handlungsop- 
tionen sind leider noch nicht über- 
all bekannt. 
Energieberatung ausbauen und differenzieren : 
Die Umweltberatung und Energieberatung der Stadt und der Verbraucherzentrale werden weiter ausgebaut und 
die Kofinanzierung der Verbraucherzentrale durch die Stadt fortgeführt. 
Weitere wichtige Ergänzungen des Energieberatungsangebots in Münster könnten sein: 
- einmal jährlich Abstimmung v. großen Beratungsanbietern 
- Übersichtsseite im Internet zu den Energieberatungsangeboten  in Münster 
- Spezielles Angebot für Kirchengemeinden 
- Ausbau der städtischen Energie-/ Umweltberatung im Stadthaus 3 (Ganztags statt halbtags)  
- unabhängige Initialberatung für KMU (vgl. auch Coaching-Angebot für KMU, Nr. G1) 
Ü6 
Hohe Priorität (4) 
Allgemeine Informationen müssen 
weiterhin speziell für viele Akteure 
angepasst und gezielt vermittelt 
werden. 
Klimaschutz und Veränderung der Alterstruktur   
Die absehbare Veränderung in der Altersstruktur der Bevölkerung erfordert auch Veränderungen im baulichen 
Bereich, z.B. in Hinblick auf altersgerechte oder barrierefreie Wohnungen und Wohnumfelder. 
In einer Studie sollten exemplarisch Chancen und Hemmnisse betrachtet werden, wie das mit den Erfordernis- 
sen des Klimaschutzes systematisch verzahnt werden kann. Denkbar wäre das am Beispiel eines Sanierungs- 
gebiets zu untersuchen. 
Ü7 
Mittlere Priorität (3) 
Chancen anderer wichtiger struk- 
tureller Veränderungen sollten ge- 
nutzt werden.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 34               Klimaschutzkonzept Münster 
Klimaschutz in der Stadtplanung - Weiterentwicklung des Leitfadens  
Der bestehende Leitfaden „Energiegerechte Bauleitplanung“ sollte aktualisiert werden, insbesondere im Hinblick 
auf die Gestaltung städtebauliche Verträge.   
Ü8 Mittlere Priorität (3) 
 
Weitere Maßnahmen (nicht für Detailbeschreibungen vorgesehen)   
Modellprojekt privater CO 2-Handel   
CO 2-Budgets für Bürger wie für Firmen ausprobieren (vgl. Überlegungen in England) 
Ü9 Niedrige Priorität (2) 
Innovativer, aber zunächst auf- 
wändiger Ansatz 
Integration Klimaschutz in Stadtentwicklungskonzept 
Bei künftig anstehenden Neuformulierungen des Stadtentwicklungskonzepts sollte Umwelt-/Klimaschutz min- 
destens wieder mit dem gleichen Stellenwert einfließen wie im bestehenden Leitbild „ISM“ 
Ü10 Niedrige Priorität (2) 
Allgemeine Rahmensetzung wich- 
tig, aber weniger Wirkung im Detail 
zu erwarten 
Handlungsprogramm Wohnen ergänzen 
Im aktuellen Handlungsprogramm Wohnen (2005) sind Aspekte der Energieeinsparung, -kosten sowie des Kli- 
maschutzes nicht integriert. Dies sollte bei einer anstehenden Überarbeitung nachgeholt werden. 
Ü11 Niedrige Priorität (2) 
Allgemeine Rahmensetzung wich- 
tig, aber weniger Wirkung im Detail 
zu erwarten 
„Energiedetektive schwärmen aus“  
Die bestehenden Bildungsaktivitäten zu Energie- und Klimaschutzfragen können genutzt werden, um über die 
Bildungseinrichtungen hinaus in die anderen Sektoren auszustrahlen. Zum Beispiel könnten Schüler, die an E- 
nergiesparprojekten in ihren Schulen beteiligt sind, auch systematisch motiviert werden, in ihren eigenen Woh- 
nungen nach Einsparmöglichkeiten zu „fahnden“. Analoges ist denkbar für Studenten an der FH oder der Uni- 
versität. 
Ü12 Niedrige Priorität (2) 
Fachlich nicht ganz so hochwerti- 
ge Lösung. Aber als einfacher 
Multiplikatorenansatz interessant.  
 
1Priorität: 5 = sehr hoch, 1 = sehr niedrig (Hinweis: etwa 10 Maßnahmen mit der höchsten Priorität sollen innerhalb jedes Handlungsfeldes detaillierter in Form der 
Maßnahmenblätter beschrieben werden, der Rest kann in einfacher Tabellenform bleiben.)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 35               Klimaschutzkonzept Münster 
3.3 Bauen und Wohnen 
Im Bereich bestehender Gebäude liegt eines der größ ten Klimaschutzpotenziale in Münster. In diesem The menfeld gibt es deshalb 
seit Beginn der Münsteraner Klimaschutzbemühungen v ielfache Aktivitäten. Doch noch immer gibt es Optim ierungs- und Vertie- 
fungsmöglichkeiten, die auch genutzt werden sollten, wenn hohe energetische Ziele standardmäßig und ni cht nur in Ausnahmefällen 
erfüllt werden sollen. Von daher spielen im Themenf eld „Bauen und Wohnen“ Maßnahmen eine Rolle, die auf Qualitätssicherung, Fi- 
nanzierung, Kooperation und Information abzielen. Da auch die Potenziale bei den städtischen Gebäuden trotz des schon guten und 
langjährigen Energiemanagements noch nicht ausgeschöpft sind, werden auch hierzu Empfehlungen unterbreitet.  
Zunehmend wichtig sind auch Einsparungen im Strombereich, da hier u.a. aufgrund steigender Ausstattung en mit elektrischen Gerä- 
ten tendenziell häufig steigende Verbrauchswerte zu  verzeichnen sind. Deshalb werden auch für dieses T hemenfeld Maßnahmen 
vorgeschlagen. 
Maßnahme 
Nr. Vorläufige  
IFEU/Gertec-Einschätzung 
(Priorität) 
1 
Maßnahmen mit hoher Priorität  
(mit Maßnahmenblättern beschreiben im Konzept) 
  
Gütesiegel Gebäudesanierung  
Die bestehenden Aktivitäten zur (energietechnischen) Qualitätssicherung bei Gebäudesanierungen sollten mit 
einer neuen Strategie verstärkt werden. Verknüpft werden soll der Ansatz der „Grünen Hausnummer“, mit dem 
Förderprogramm unter Aufgreifen von schon bestehenden Qualitätssicherungskriterien in anderen Förderpro- 
grammen (z.B. der KfW). Dabei sollten Kriterien für den Bauprozess- sowie Empfehlungen für energietechni- 
sche Standards einfließen. Der Instrumentenkatalog soll gemeinsam mit Akteuren entwickelt werden, darin 
z.B.  
- stärkere Bekanntmachung des derzeitigen Angebotes der Stadt mit Förderung durch Maßnahmen zur ÖA 
- Sensibilisierung und Weiterbildung für Baugewerke in Zusammenarbeit mit HBZ  
B1 
Hohe Priorität (5) 
Eine anspruchsvolle energetische 
Sanierung stellt hohe, manchmal 
noch ungewohnte Anforderungen 
an alle Beteiligten. U.a. zur Ver- 
meidung von Bauschäden und 
Fehlinvestitionen wichtig. 
Weiterentwicklung Förderprogramm Energieeinsparung und Altbausanierung in der Stadt Münster 
Das Förderprogramm soll fortgeführt werden. Wichtig ist ein insgesamt hohes Budget, um Breitenwirkungen er- 
zielen zu können (für die Potenzialberechnung gehen wir von 500.000 Euro/ Jahr aus). In der inhaltlichen Wei- 
terentwicklung sollten  speziellere technische Themen/Hemmnisse angegangen werden, z.B.:  
- Konzentration auf Außenwanddämmung  
- Innendämmungsqualität 
- Hemmnis Denkmalschutz: Mehrkosten dort speziell fördern 
B2 
Hohe Priorität (4) 
Das Programm war und ist sehr 
erfolgreich, da finanzielle Anreize 
weiterhin wichtig sind für be- 
stimmte Zielgruppen und The- 
men.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 36               Klimaschutzkonzept Münster 
- Dachintegration von Solaranlagen (breitere Akzeptanz schaffen, vgl. E7, E9)  
„Konjunkturprogramm Klimaschutz – 100 Gebäude-Sanierungsprogramm“  
Ergänzend zu dem Breitenförderprogramm wird ein „Konjunkturprogramm Klimaschutz“ aufgelegt, für 100 Ge- 
bäude die vorbildlich und begleitet von Öffentlichkeitsarbeit optimal energetisch saniert werden. Bestandteile 
sind neben der Förderungsmittel für die energetische Sanierung von Gebäuden, die Begleitung durch ein Kom- 
petenzteam aus Architekten, Fachplanern, Energieberatern.  
B3 Hohe Priorität (4) 
Das öffentlichkeitswirksame Auf- 
zeigen von ökologischen und ö- 
konomischen Vorteilen kann als 
Impuls auch für andere Maßnah- 
men genutzt werden. 
Arbeitskreis Mieter/Vermieter: 
(Weiter-)entwicklung von Instrumenten zu Überwindung von Hemmnissen in diesem Themenfeld in einem Ar- 
beitskreis aus Mietern und Vermietern/Wohnungsunternehmen, z.B: 
- Selbstverpflichtung von Vermietern zur Präsentation des Energieausweises 
- Informationsset Energie  für Mieter 
- Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung für Hausverwaltungen 
- Beratungsangebote für bestimmte Mieter Zielgruppen  
(andere Sprachen, ...) 
- Ökologischer Mietspiegel  
B4 
Hohe Priorität (5) 
Etwa 40% der Wohnfläche in 
Münster liegt in Mietwohnungen. 
Es gibt weiterhin z.T. Interes- 
senskonflikte und Mangel an In- 
formationen. 
Technikimpulse 
Für einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren wird ein bestimmter technischer Schwerpunkt kooperativ vorangebracht. 
Dabei werden verschiedene Instrumente durch einen Arbeitskreis optimal aufeinander abgestimmt. Beispiels- 
weise zum Thema Hydraulischer Abgleich : Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung, Förderprogramm, Gütesiegel-
Sanierung.  
Weitere mögliche Themen sind: Lüftungsanlagen und Klimatisierung, Wärmepumpen, etc.  
B5 Hohe Priorität (4) 
Insbesondere eher komplexe und 
damit schwerer vermittelbaren 
Themen, sollen durch spezielle 
Impulse mehr Aufmerksamkeit 
erhalten. 
Neue Bausteine Öffentlichkeitsarbeit , z.B:  
- Gemeinsamer Stand auf Bau-Messe von Stadt, Innung, HBZ, VZ zum Thema Energie, 
- Gemeinsame Veranstaltungsreihe der Innungen mit Stadt Münster zu Energiethemen (ergänzend zu ande- 
ren Themen als Solarenergie)  
- Vorträge von Wohnungsbauunternehmen („Klimaschutz-Vorreiter“) aus anderen Städten (Frankfurt, Karls- 
ruhe etc.) 
- „Leuchttürme für Klimaschutz“ – Kampagne mit zeitweiliger Illumination von Beispielgebäuden  
B6 
Mittlere Priorität (3) 
Es gibt schon viel Öffentlichkeits- 
arbeit, die spezifisch ergänzt 
werden sollte im Baubereich.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 37               Klimaschutzkonzept Münster 
Energie und Denkmalschutz 
Aufbauend auf den in Münster schon erarbeiteten Materialien wird ein Vermittlungs- und Beratungsschwerpunkt 
zu diesem Themenfeld durch spezielle Beratung und Öffentlichkeitsarbeit angeboten. 
B7 Mittlerer Priorität (3) 
Der Anteil denkmalgeschützter 
Gebäude in Münster liegt bei un- 
ter 2%. Im Einzelfall ist jedoch 
Unterstützung hilfreich.  
 
Festsetzung Passivhausstandard bei Verkauf städtischer Grundstücke  
Bisher wird beim Verkauf städtischer Grundstücke der Niedrigenergiehausstandard als Bedingung für die Be- 
bauung vorgegeben. Die Vorgabe sollte mit dem Ziel des deutlich anspruchsvolleren Passivhausstandards fort- 
geschrieben werden (vgl. u.a. schon in Frankfurt /M.).  
B8 Hohe Priorität (5) 
Aufgrund auch des sehr hohen 
Anteils von Neubauten, die auf 
verkauften städtischen Grundstü- 
cken entstehen. 
Zielwert Passivhausstandard bei Neubau städtischer Gebäude   
Die Stadt Münster sollte, wie andere Städte auch (z.B. Frankfurt/M.), mit gutem Beispiel vorangehen und den 
Passivhausstandard beim Neubau eigener Gebäude als Ziel vorgeben.  
B9 Hohe Priorität (5) 
Vorbildfunktion der Stadt! 
Energetische Zielwertfestlegung bei Sanierung städt. Gebäude 
Herbeiführung eines politischen Beschlusses, dass ein Zielwert von höchstens 50 bis 70 kWh/m2 Heizwärme- 
bedarf bei Sanierungen angestrebt werden soll. 
B10 Hohe Priorität (5) 
Vorbildfunktion der Stadt! 
Wieder-Einführung des Energiespar-Intractings mit entsprechendem Budget (z.B. 200.000 Euro/Jahr) 
Das stadtinterne Finanzierungsmodell für Energiesparmaßnahmen hatte sich bewährt, wurde jedoch vor 2 Jah- 
ren im Rahmen der Einführung des NKF (Neues kommunales Finanzmanagement) beendet.  
B11 Hohe Priorität (4) 
Erleichterung und Stabilisierung 
der Finanzierung. 
Erhöhung der (personellen) Ressourcen für das städtische Energiemanagement 
Ein Vergleich mit anderen Städten zeigt, dass Münster eher am unteren Rand des Personaleinsatzes für das 
Energiemanagement liegt. Um verbleibende Potenziale noch besser ausschöpfen zu können (z.B. durch Inten- 
sivierung des Energiecontrollings) und zur Erstellung regelmäßiger Energieberichte sollten systematisch Mög- 
lichkeiten zur Ausweitung und/oder Optimierung geprüft werden. Neben der Erhöhung der Personenzahl in der 
Verwaltung kommen evtl. auch andere organisatorische Lösungen in Frage, wie z.B. Kooperationen mit 
Dienstleistern (z.B. Stadtwerke ...). 
B12 
Hohe Priorität (4) 
Strukturelle Voraussetzungen 
verbessern  
Erarbeitung eines Konzepts Stromverbrauchsminderung in städtischen Gebäuden, 
z.B. anhand der Optimierung von Computer-Netzwerken in Schulen 
B13 Mittlere Priorität (3) 
Der Stromverbrauch ist aufgrund 
steigender Ausstattungen mit E- 
lektrogeräten speziell anzugehen. 
Vorbildfunktion der Stadt. 
Stromsparprämien  
Auszahlung von Prämien für die Erreichung von Stromverbrauchsminderungen von Privathaushalten (vgl. 
Frankfurt/M) 
B14 Hohe Priorität (4) 
Anteil der CO 
2-Emissionen für 
Strom der privaten Haushalte: 
12%

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 38               Klimaschutzkonzept Münster 
Informativere Stromrechnung 
Verständlichere Gestaltung der Rechnungen, mit Stromsparhinweisen, Informationen zu Beratungsangeboten. 
Zudem: Angebote für ein monatliches Feedback bzw. Abrechnungen  
B15 Mittlere Priorität (3) 
Sensibilisierung für Strom- 
verbrauch kann u.a. durch ver- 
besserte Informationen erfolgen. 
Weitere Maßnahmen (nicht für Detailbeschreibungen vorgesehen)   
Öffentlicher Selbstverpflichtung („Gebäude-Pakt“) zwischen Stadt und privaten Gebäudeeigentümern, eine 
bestimmte Anzahl Gebäude im Zeitfenster von 3 Jahren nach sehr hohem Standard zu sanieren (evtl. zu integ- 
rieren in „Allianz Münster für Klimaschutz“ ...) 
B16 Mittlere Priorität (3) 
Wichtiger wäre Einbettung der 
Selbstverpflichtungen in die Alli- 
anz (vgl. Maßnahme Ü4) 
Modellprojekt(e) EnergiePlusHaus eines städt. Gebäudes 
Über Passivhaus hinausgehen: Gebäude als Energielieferanten aufgrund der besonderen Integration erneuer- 
barer Energien sowie von KWK-Anlagen  
B17 Geringe Priorität (2) 
Nur als Modellprojekt gedacht, 
um Machbares zu zeigen. 
Lehrgang fürs Handwerk: „Einsatz von Passivhauselementen bei Gebäudesanierung“  B18 Geringe Priorität (2) 
Demozentrum Bau- und Energie noch intensiver nutzen für Vermittlung von weiterer Beratung, Dienstleistungs- 
anbietern etc, damit Besucher (Endkunden) weitergeholfen wird (Listen etc.) 
B19 Geringe Priorität (2) 
Wird im Grunde schon so ge- 
macht, im Detail evtl. optimierbar.  
Stadt könnte im Rahmen von Energieberatung auf Thermografie und Blower-Door-Tests der Handwerker hin- 
weisen, damit Handwerker schließlich stärker beim Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ) diese Dienstleis- 
tungen des HBZ (Verleih von Thermografie-Ausrüstung, Durchführung Blower-Door-Test) nachfragen. 
B20 Geringe Priorität (2) 
Wird im Grunde schon so ge- 
macht, im Detail evtl. intensivier- 
bar. 
1 Priorität: 5 = sehr hoch, 1 = sehr niedrig (Hinweis: etwa 10 Maßnahmen mit der höchsten Priorität sollen innerhalb jedes Handlungsfeldes detaillierter in Form der 
Maßnahmenblätter beschrieben werden, der Rest kann in einfacher Tabellenform bleiben.) 
3.4 Gewerbe, Handel und Dienstleistung (GHD) 
Der in Münster zu beobachtende Anstieg des Stromverbrauchs in den letzten Jahren wird auch zu einem wesentlichen Teil durch den 
Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung (GHD) verurs acht. Mit der Analyse der wirtschaftlichen Einsparp otenziale in diesem Sektor 
konnte aufgezeigt werden, dass erhebliche Effizienz potenziale u.a. noch im Bereich der Beleuchtung, de r Bürogeräte und der Kälte- 
erzeugung für die Raumtemperierung erschlossen werden können. Gleichzeitig handelt es sich hier um ein en sehr heterogenen Sek- 
tor, der überwiegend durch kleine und mittlere Unte rnehmen geprägt ist, die i.d.R. über nur wenig Info rmationen zu den in ihrem Un- 
ternehmen vorhandenen Energieeffizienzpotenzialen verfügen, aber eine zunehmende Sensibilität für dieses Thema aufweisen. 
Die im Folgenden vorgeschlagenen Maßnahmen dienen d aher sowohl zur verstärkten Sensibilisierung und Wi ssensvermittlung als 
auch zur Umsetzung konkreter auf den Bedarf von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zugeschnittener Projekte.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 39               Klimaschutzkonzept Münster 
3.4.1 Maßnahmen im Bereich Sensibilisierung und Wis sensvermittlung  
Maßnahme 
Nr. Vorläufige IFEU/Gertec-
Einschätzung 
(Priorität) 
Energie-Coaching für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)  und deren Fachplaner   
Aufbau eines Pools von Energie-Coachen, die Eigentümern von KMU und/oder deren Fachplanern begleitend 
als Spezialisten für Energieeffizienz zur Verfügung stehen, und Entwicklung einer standardisierten Beratungs- 
leistung „Energieeffizienz-Coaching“ 
G1 hohe Priorität (4) 
jede Sanierungsmaßnahmen, die 
suboptimal umgesetzt wird, stellt 
eine auf Jahre vertane Chance 
dar. Zusätzlich Schaffung eines 
neuen Marktsegmentes für hoch- 
qualifizierte Energieberater 
Netzwerke für Erfahrungsaustausch im Sektor GHD 
Initiierung oder Unterstützung von Aktivitäten zum Erfahrungsaustausch zwischen GHD-Unternehmen zu The- 
men wie „Technische Anlagen“ (z.B. Beleuchtung, Kühlung/ Klimatisierung), „Mitarbeitermotivation“, „Fuhrpark“ 
etc. (s.a. Themenspezifische Initiativen) 
G2/ 
Ü3 
hohe Priorität (5) 
Erfahrungsaustausch auf „Au- 
genhöhe“ hat ein hohes Sensibili- 
sierungs- und Motivationspoten- 
zial, konkreter Bedarf zu einzel- 
nen Themen wurde in Workshops 
geäußert 
Energiecontrolling für KMU 
Entwicklung eines Qualitätsmanagementsystems zum Aufbau eines einfachen Energiemanagements in KMU 
(abgestimmtes System für Bestandserfassung, Controlling, Benchmarking, Bewertung und Planung, Benchmar- 
king-Pool für Bürogebäude)  
G3 Hohe Priorität (4) 
Gerade bei KMU fehlt ein einfa- 
ches Instrument zur Verfolgung 
und Bewertung der Energie- 
verbräuche 
Energetische Optimierung schwer vermietbarer Büro- und Hallenimmobilien. 
Konzertierte Aktion zur Ansprache und zur Unterstützung von Gebäudeeigentümern schwer vermietbarer Ge-
werbeimmobilien (Büro, Hallen) zur energetischen  Ertüchtigung durch Einzelansprache der Eigentümer (Sensi- 
bilisierung) und durch Aufbau eines entsprechenden Beratungsangebotes (s. „Energie-Coaching“) 
G4 mittlere Priorität (3) 
quantitativ eingeschränkt bedeut- 
sam, leistet Beitrag zur lokalen 
Wirtschaftsförderung, Bedarf 
deutlich vorhanden 
Weitere Maßnahmen (nicht für Detailbeschreibungen vorgesehen)    
Stärkerer Erfahrungsaustausch zwischen städtischem Gebäudemanagement und Universität G5  
Energieeffizienz-Know-How in einem Betrieb gegen Honorar anderen Betrieben zur Verfügung stellen G6 kann Ergebnis eines Netzwerkes 
sein (2)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 40               Klimaschutzkonzept Münster 
3.4.2 Maßnahmen im Bereich themenspezifischer Initi ativen 
Maßnahme 
Nr. Vorläufige IFEU/Gertec-
Einschätzung 
(Priorität) 
Themenspezifische Kampagnen  
Entwicklung und Durchführung von Kampagnen (Infoveranstaltungen, Positivbeispiele, Workshops, ggf. 
Coaching in der Umsetzung) mit gezielter Ansprache einzelner Branchen zur Energieeffizienz. 
Themen sind 
- Optimierung der Beleuchtung 
- Optimierung der Kühlung sowohl als Gebäudekühlung  wie auch im Bereich Einzelhandel zur Wa- 
renkühlung 
- Green IT 
- Kraftwärmekopplung (KWK-) Offensive: Entscheidung shilfen wie KWK-Check Frankfurt, Einsatz- 
möglichkeiten bekannt machen 
- IRC-Halogenlampen 
- Heizungspumpe und hydraulischer Abgleich 
Zentrale Vorbereitung der Kampagnen unter einem Dach („Klimaschutz in Münster – Standortvorteil für 
Münsteraner Betriebe“), Durchführung durch externe Dienstleister in der Stadt, gemeinsame Finanzierung 
Stadt – Stadtwerke Münster GmbH – Industrie- und Handelkammer (IIHK) 
G7 
Hohe Priorität (5) 
Nach wie vor fehlt es an Informa- 
tionen zu den vorhandenen 
hochwirtschaftlichen Energieeffi- 
zienzpotenzialen in einzelnen für 
den Sektor GHD typischen The- 
mengebieten sowie entsprechen- 
der Unterstützung der Unterneh- 
men, diese zu erschließen. 
Servicestelle „Energieeffizienz durch Nutzermotivation“ 
Aufbau eines Kompetenzzentrums/Clearingstelle „Energieeffizienz durch Nutzermotivation“ für Projekte, die 
Unternehmen aus dem Sektor GHD eigenverantwortlich durchführen wollen. Entwicklung von standardisier- 
ten Umsetzungskonzepten mit Materialien und Bereitstellung eines Beratungsangebotes für die Firmen 
während deren Projektumsetzung 
G8 hohe Priorität (4) 
i.d.R. gutes Kosten-Nutzen-
Verhältnis bei der Umsetzung von 
Nutzerprojekten, kein hoher An- 
fangsinvestitionsbedarf, hohe In- 
teresse seitens mehrerer Akteure 
geäußert 
Weitere Maßnahmen (nicht für Detailbeschreibungen vorgesehen)    
ÖKOPROFIT 
Fortsetzung ÖKOPROFIT 
G9 Mittlere Priorität (3) 
gute Kosten-Nutzen-Effizienz 
auch aus Sicht der teilnehmen- 
den Betriebe, erzeugt dauerhafte 
Wirkung, nur kleiner Kreis teil- 
nehmender Betriebe

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 41               Klimaschutzkonzept Münster 
3.4.3 Maßnahmen zur flankierenden Unterstützung 
Förderprogramm „Energieeffizienzmaßnahmen im Sektor GHD“ 
Entwicklung eines Förderprogramms mit kleinen finanziellen Zuschüssen als Anreiz für die in den Kampagnen 
(s.o) angesprochenen Maßnahmen. Finanzierung ggf. in Kooperation mit Herstellern von Effizienzprodukten (s. 
z.B. Kampagne zu IRC-Halogenlampen in Hamburg und Bremen) 
Prüfung des Instrumentes Stromsparfonds für Gewerbe mit Prämien für Verbrauchsminderung 
G10 hohe Priorität (5) 
die Erfahrungen aus dem Altbau- 
förderprogramm zeigen, dass 
auch kleine finanzielle Zuschüsse 
in Kombination mit entsprechend 
anspruchsvollen Qualitätszielen 
eine sehr hohe Wirkung entfalten 
können, ein gutes Kosten-
Nutzen-Verhältnis aufweisen und 
zur lokalen Wirtschaftsförderung 
beitragen. 
Bessere Vermarktung bestehender Erstberatungsangebote für KMU 
Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit und Information zu den bestehenden Erstberatungsangeboten für KMU in 
Münster (KfW-Förderprogramm, Effizienzagentur NRW, spezialisierte Berater) 
(Erstinformation zu Einsparpotenzialen, Förderatlas, lokale Dienstleister etc.) 
G11 mittlere Priorität (3) 
ein betriebsspezifischer Bera- 
tungsangebot entfaltet sicherlich 
höhere Wirkung, auf der anderen 
Seite stellt ein neutrales „nie- 
derschwelliges“ Erstberatungsan- 
gebot für KMU einen guten Ein- 
stieg in die Thematik dar. Die 
vorhandenen hervorragenden 
Angebote werden seitens der Be- 
triebe aber noch zu wenig ge- 
nutzt. Ein wichtiges Hemmnis ist 
dabei mangelnde Kenntnis dieser 
Angebote. 
Weitere Maßnahmen (nicht für Detailbeschreibungen vorgesehen)    
Klimaschutzsiegel Gewerbe 
Klimaschutzsiegel für Münsteraner Gewerbe und Handel („Klima sucht Schutz beim Gewerbe“ oder „Einzelhan- 
del für den Klimaschutz“). Für verschiedene Branchen wird ein Siegel entwickelt, dass nach Erfüllung bestimm- 
ter energetischer Auflagen öffentlich präsentiert wird 
G12 geringe Priorität (2) 
Nutzen nicht etablierter Sie- 
gel/Prämierungen kann nur 
schwer eingeschätzt werden 
Systematik Stromverbrauchskosten 
Entwicklung einer einheitlichen Systematik zur Berechung Stromverbrauchskosten über die gesamte Lebens- 
dauer eines Produktes für die Kundeninformation. Anschließend in Kooperation mit Einzelhändlern einführen. 
G13 geringe Priorität (2) 
Bedarf und Nutzen lassen sich 
nicht genau einschätzen, auch 
aus Verbrauchersicht sinnvoll

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 42               Klimaschutzkonzept Münster 
Auszeichnung energieeffizienter Gewerbegebäude 
Durchführung eines Wettbewerbs energieeffiziente Gewerbe- und Industriegebäude mit Prämierung  
G14 niedrige Priorität (2) 
erzeugt kurzzeitige Öffentlich- 
keitswirksamkeit und Best-
Practice-Beispiele

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 43               Klimaschutzkonzept Münster 
3.5 Energieumwandlung / Erneuerbare Energien 
Wesentliche Ansatzpunkte zur Optimierung unter den lokalen Klimaschutzzielen im Bereich der Energieumw andlung ergeben sich in 
Münster durch den weiteren Ausbau bzw. verstärkten Nutzung der vorhandenen Fernwärmeversorgung sowie d en weiteren erhebli- 
chen Ausbau der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung. W ährend die Fernwärme dabei auf einen räumlich begre nzten Bereich be- 
schränkt bleiben wird, sind mit dem Einsatz dezentr aler Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in der Fläche er hebliche Potenziale zu er- 
schließen. 
Im Bereich der erneuerbaren Energien sind die z.B. aufgrund der topographischen Rahmenbedingungen (z.B . bei der Wasserkraft) 
oder struktureller Rahmenbedingungen (z.B. Nutzungs struktur in der Landwirtschaft) zu erschließenden P otenziale teilweise einge- 
schränkt. Gleichzeitig sind die auf der Ebene der Stadt Münster direkt durch die Akteure Stadt, Stadtwerke oder Landwirte umsetzba- 
ren Maßnahmen ebenfalls eingeschränkt, auch wenn au s technischer wie auch wirtschaftlicher Sicht (z.B.  im Bereich Photovoltaik) 
zum Teil erhebliche Potenziale bestehen. Hier sind aber zusätzliche unterstützende Maßnahmen auf Lande s- und Bundesebene er- 
forderlich. Im Bereich der erneuerbaren Energien we rden daher hier zunächst direkt auf städtischer Ebe ne umsetzbare Maßnahmen 
für die Initiierung konkreter Projekte aufgezeigt.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 44               Klimaschutzkonzept Münster 
3.5.1 Fernwärme und KWK 
Maßnahme 
Nr. Vorläufige  
IFEU/Gertec-Einschätzung 
(Priorität) 
2 
Ausbau der Fernwärme in der Fläche 
Ausbau des bestehenden Netzes um 20 MW und mehr möglich:  
- Gemeinsame Strategie und Aktivitäten von Stadt und Stadtwerken zum Ausbau der Fernwärme bei Bera- 
tung, Stadtentwicklung, Gebäudesanierung. 
- Einbindung von Wohnungsgesellschaften in diese Strategie. 
- Festlegung eines Fernwärmegebietes im Umfeld bestehender Fernwärmetrassen und Veröffentlichung als 
Karte der Fernwärmegebiete. 
- Als flankierende Maßnahme solle das Image der Fernwärmeversorgung im Sinne eines ökologisch wertvol- 
len Produktes wie der Ökostrom verbessert und aufgewertet werden, um die Akzeptanz und Wechselbereit- 
schaft zu erhöhen. 
E1 
Hohe Priorität (5) 
Möglichkeiten der hocheffizienten 
zentralen KWK-Technologie noch 
nicht ausgeschöpft. Sehr hohe 
CO 
2-Minderungen möglich. 
Ausbau KWK im Heizkraftwerk Uni 
Installation einer Gasturbine mit 5 MW bis 10 MW elektrischer Leistung zur Verbesserung der Effizienz in der lo- 
kalen Dampferzeugung am Standort Orleansring. Diese Maßnahme sollte eng zwischen Universität und Stadt- 
werken Münster abgestimmt werden, um die Erzeugung von Fernwärme und -dampf aus KWK in Münster opti- 
mal aufeinander abzustimmen. 
- Aufnahme bilateraler Gespräche zwischen Stadtwerken und Universität sowie ggf. ergänzend mit BLB zur 
Klärung der technisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und möglicher Investor-/Betreibervarianten. 
E2 
Hohe Priorität (5) 
Erweiterung und Abstimmung 
birgt noch weitere hohe CO 
2-
Minderungspotenziale. 
Ausbau dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung 
Installation von Klein- und Mini-BHKW in geeigneten Objekten mit hohem Grundlastanteil in der Wärmeabnah- 
me, die jedoch nicht mit dem Fernwärmeausbau in der Maßnahme E1 konkurrieren dürfen. 
- Ansprache potenzieller Kunden vor dem Hintergrund der verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingun- 
gen des KWKG 2009 mit dem Vergütungsanspruch auf selbst genutzten Strom.  
- Erneute Eignungsprüfung für Objekte, die bei Prüfung vor der KWKG-Novelle als nicht geeignet eingestuft 
worden waren.  
E3 
Hohe Priorität (5) 
Dezentraler KWK-Einsatz steht 
erst am Anfang.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 45               Klimaschutzkonzept Münster 
3.5.2 Bioenergie 
Ausbau landwirtschaftliche Biogasnutzung 
Konzeptionelle Ausrichtung der Biogaserzeugung auf den Typ Hofanlage – keine Großanlage mit reiner Substrat- 
belieferung durch vertraglich gebundene Landwirte.  
- Ausbau der Kapazität dieser Hofanlagen auf insgesamt 2,5 bis 4 MW elektrische Leistung mit Optimierung der 
Wärmenutzung. 
- Ermittlung geeignete Wärmeabnehmer im weiteren Umfeld bestehender und neuer Hofanlagen. Der Betreiber 
der Biogasanlage liefert über eine neue Gasleitung Biogas zum Ort des Wärmeverbrauchs, dem Standort ei- 
nes Biogas-BHKW (sogenanntes „Satelliten-BHKW“).  
E5 
Hohe Priorität (5) 
Sehr hohes CO 2-- 
Minderungspotenzial durch die 
hohe Bedeutung der Landwirt- 
schaft in Münster. 
Biogaserzeugung aus Grünschnitt  
Energetische Nutzung des Grünschnitts der AWM durch Vorschaltung einer Vergärungsstufe vor die Kompostie- 
rung. 
- Aufbereitung des Biogases zu Erdgasqualität und Einspeisung in das Erdgasnetz der Stadtwerke. 
- Konzepterstellung durch die AWM in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken hinsichtlich der Gaseinspeisung. 
E6 
Hohe Priorität (5) 
Bisher ungenutzte Potenziale 
nutzen. 
3.5.3 Solarthermie 
Ausbau Solarthermie im Bestand – Erschließung des technisch-wirtschaftlichen Potenzials 
Orientierungswert 0,5 m²/Einwohner als technisch-wirtschaftliches Potenzial, ausgehend von 0,061 m²/EW in 2009 
und 0,043 in 2006 
 Instrumentenbeschreibung steht 
noch aus 
Ästhetik-Förderung Solarthermie 
Förderkonzept für besonders gut gestaltete oder in die Gebäudearchitektur eingebundene solarthermischen Anla- 
gen 
- z.B. als Zuschussmodell oder als 
- Solarbonus-Tarif für Erdgaskunden mit Rabattregelung.  
E7 Hohe Priorität (4) 
Akzeptanz der Solarthermie ist 
vielfach auch eine Frage der (ar- 
chitektonischen) Ästhetik. Hier 
sollte speziell unterstützt werden.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 46               Klimaschutzkonzept Münster 
3.5.4 Fotovoltaik 
Ausbau Fotovoltaik – Erschließung des technisch-wirtschaftlichen Potenzials 
Orientierungswert 188 W/Einwohner als technisch-wirtschaftliches Potenzial, ausgehend von 28,1 W/EW in 
2009 und 14,1 in 2006   
 Instrumentenbeschreibung steht 
noch aus 
Ästhetik-Förderung Fotovoltaik 
Förderkonzept für besonders gut gestaltete oder in die Gebäudearchitektur eingebundene Fotovoltaik-Anlagen 
 
E8 Hohe Priorität (4) 
Akzeptanz der Fotovoltaik ist viel- 
fach auch eine Frage der (archi- 
tektonischen) Ästhetik. Hier sollte 
speziell unterstützt werden. 
Optimierung des Instrumentes „ Bürgersolaranlagen“ 
Durchführung einer Untersuchung zur geringen Inanspruchnahme bestehender Beteiligungsangebote 
- Ursachenklärung hinsichtlich möglicher Informationsdefizite bei den Bürgern oder Akzeptanzprobleme be-
zogen auf Anbieter oder Modell (Grundlage für weitere Entwicklung besserer Modelle) 
- Öffentlichkeitsarbeit/Werbung für bestehende Angebote oder Entwicklung von Qualitätskriterien für Beteili- 
gungsmodelle oder optimierten Beteiligungsmodellen  
E9 
Niedrige Priorität (2)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 47               Klimaschutzkonzept Münster 
3.6 Verkehr 
Verkehrsbezogene Maßnahmen sind in Münster zunächst erforderlich, um in den kommenden Jahren einen weiteren Verkehrsanstieg 
zu verhindern. Darüber hinaus muss aber auch eine R eduktion des Verkehrs angestrebt werden, wenn der V erkehr angemessen zur 
Erreichung des Klimaziels der Stadt Münster beitrag en soll. Die vorgeschlagenen Klimaschutzmaßnahmen s etzen zum einen beim 
Binnenverkehr der Münsteraner im Stadtgebiet an, de s Weiteren wird der regionale Stadt-Umland-Verkehr als relevanter Handlungs- 
bereich in Münster eingeschätzt. Binnen- und Region alverkehr verursachen zusammen ca. zwei Drittel der  verkehrsbedingten Treib- 
hausgasemissionen in Münster und liegen direkt im lokalen Handlungsbereich der Stadt.  
Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen handelt es sich sowohl um eine Fortführung und Ausweitung bereits laufender Aktivitäten (z.B. 
das im Rahmen der Luftreinhalteplanung initiierte Betriebliche Mobilitätsmanagement mit Unternehmen in Münster) als auch um Vor- 
schläge für neue Maßnahmen. Zentrale Handlungsansätze sind: Zuerst sollte unnötiger Verkehr vermieden werden, der verbleibende 
Verkehr sollte soweit möglich auf umwelt-freundlich ere Verkehrsmittel verlagert sowie energieeffizient er gestaltet werden. Verschie- 
dene Maßnahmen haben eine gemeinsame Zielrichtung (z.B. Steigerung der ÖPNV-Nutzung) und ergänzen sich gegenseitig. Um ei- 
ne bestimmte Gesamtwirkung durch das Zusammenspiel der Maßnahmen zu erreichen, muss die Umsetzung desh alb integrativ, in 
Form von Maßnahmenpaketen erfolgen.  
In der Wissenschaft besteht weitgehende Übereinstim mung, dass allein eine Verbesserung der Angebote im  öffentlichen und nicht- 
motorisierten Verkehr nicht ausreichend ist, um in relevantem Umfang Verkehrsverlagerungen vom Pkw auf  diese Verkehrsmittel zu 
erreichen und damit die Pkw-Fahrleistung zu verringern. Vielmehr ist zu erwarten, dass durch reine Fördermaßnahmen letztlich sogar 
zusätzliche Verkehre induziert werden. Um die Entst ehung zusätzliche Verkehre weitestgehend zu vermeid en und eine Verlagerung 
in relevantem Umfang zu erzielen, müssen deshalb Fördermaßnahmen im Umweltverbund mit Maßnahmen zu einer gezielten Verrin- 
gerung des MIV kombiniert werden.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 48               Klimaschutzkonzept Münster 
 
Maßnahme Nr. 
Vorläufige IFEU/Gertec-
Einschätzung 
(Priorität bezogen auf Ver- 
kehr)
 1  
Klimaschutz als zentrale Zielstellung im Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025 zur Ausrichtung der 
zukünftigen Planungen auf eine Verringerung der verkehrsbedingten CO 2-Emissionen   
Mit dem Verkehrsentwicklungsplan werden Ziele und Strategien für die zukünftige Entwicklung des Verkehrs in 
Münster bestimmt. Die Überprüfung der Wirksamkeit einer klimafreundlichen Verkehrsentwicklungsplanung erfolgt 
durch Monitoring der Verkehrsentwicklung mittels regelmäßig aktualisierter Nachhaltigkeitsindikatoren (z.B. Kfz-
Dichte, jährliche Fahrtenanzahl MIV, ÖPNV).  
V1 hohe Priorität (5) 
Durch die Festlegung des Klima- 
schutzes als zentraler Zielstellung 
wird die Ausrichtung der Planun- 
gen auf eine Verringerung der ver- 
kehrsbedingten CO 
2-Emissionen, 
insb. durch Verkehrsvermeidung 
und Verlagerung auf klimafreundli- 
chere Verkehrsmittel des Umwelt- 
verbunds verstärkt.  
Aufbau einer gemeinsamen regionalen Verkehrsplanung der Stadt Münster und der benachbarten Kreise 
und Gemeinden  
Der Verkehr in Münster ist zu einem großen Teil durch Verkehrsbeziehungen mit dem regionalen Umland geprägt. 
Zur Optimierung dieser Regionalverkehre sollte eine gemeinsame regionale Verkehrsplanung im Rahmen einer 
kommunalen Partnerschaft aufgebaut werden. 
V2 hohe Priorität (5) 
Ein großer Teil des Verkehrs in 
Münster ist Stadt-Umland-Verkehr 
(Umlandbewohner nach Münster, 
Münsteraner ins Umland). Eine Op- 
timierung dieser Regionalverkehre 
ist nicht durch die Stadt Münster al- 
lein möglich. 
Betriebliches Mobilitätsmanagement zur effizienteren und umweltfreundlicheren Gestaltung der von Un- 
ternehmen erzeugten Verkehre  Themen u.a.: 
- Parkraummanagement (Platzangebot, Gebühren) auf d em Unternehmensgelände 
- Jobtickets (Querförderung durch Parkgebühren mögl ich) 
- Mitfahrbörsen für Mitarbeiter 
- Fahrradkonzepte (Abstellanlagen, Duschen, Imagest ärkung …) 
- Durchführung von Spritsparkursen für Mitarbeiter 
Die Einzelmaßnahmen werden im Idealfall in einem standortspezifischen Mobilitätsplan für die Unternehmen 
abgestimmt.  
V3 
hohe Priorität (4) 
Berufsverkehr macht einen gro- 
ßen Teil des Verkehrs im Stadt- 
gebiet aus. Über die Unterneh- 
men ist eine sehr gute Erreichung 
der Zielgruppe durch Maßnah- 
men möglich. 
Öffentlichkeitsarbeit und Beratung für umweltfreundliche Mobilität .  
Zielgruppe sind v.a. Pkw-Nutzer, die bisher den Umweltverbund wenig oder nicht nutzen. Wichtig sind zudem ü- 
bergreifende Beratungs - und Informationsmaßnahmen zur stärkeren allgemeinen Sensibilisierung der Bevölk erung 
V4 hohe Priorität (5) 
Öffentlichkeitsarbeit ist eine wich- 
tige Begleitmaßnahme zu allen

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 49               Klimaschutzkonzept Münster 
für umweltfreundliche Mobilität. Themen sind z.B.: 
- Public-Awareness-Kampagnen zu klimaschonender Mob ilität  
- Infopakete für Neubürger inkl. Freifahrt (z.B. Wo chenticket) 
- Hervorhebung von Schnittstellen der Verkehrsmitte l des Umweltverbundes im Stadtbild („Mobilpunkte“)  
- Mobilitätserziehung in Schulen (z.B. Mobilitätsfi bel) 
Maßnahmen für Optimierung und 
Ausbau der Verkehrsangebote im 
Umweltverbund. Durch eine inten- 
sive Öffentlichkeitsarbeit werden 
die Verkehrsangebote des Um- 
weltverbunds und seine Vorteile 
bekannter. 
Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs zur Optimierung der Erreichbarkeit zwischen Münster und 
dem Umland sowie zur Erweiterung des ÖPNV-Angebots im Stadtgebiet . Themen u.a.:  
- Erhöhung der Beförderungskapazität von Zügen im S PNV in den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs  
- Schaffung neuer SPNV-Verbindungen Münster-Umland  
- Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte in Außenbezi rken von Münster zur Unterstützung des öffentlichen 
Binnenverkehrs 
V5 hohe Priorität (5) 
Regionalverkehr ist zentrales 
Handlungsfeld im Verkehr. Für 
signifikante Verlagerungspotenzi- 
ale von Pkw-Fahrten auf den öf- 
fentlichen Verkehr muss das An- 
gebot im SPNV weiter ausgebaut 
werden. 
Sicherung und Optimierung des Regionalbus-Angebots zwischen Münster und dem Umland : Die Erreich- 
barkeit zwischen Stadt und Umland mit Regional- und Schnellbuslinien muss auch in Zukunft sichergestellt und 
weiter optimiert werden, u.a. durch 
- Erhalt und Optimierung von Angebotsumfang und -qu alität 
- Sicherung der Finanzierung des Regionalbusverkehr s.  
V6 hohe Priorität (4) 
Auch abseits von Schienentrassen 
muss ein attraktives ÖV-Angebot 
bestehen, um den Anteil des öf- 
fentlichen Verkehrs am Regional- 
verkehr zu erhalten und weitere  
Verlagerungen von Pkw-Fahrten 
zu ermöglichen. 
Sicherung und Optimierung des Busangebots im Stadtverkehr  
Der Busverkehr im Stadtgebiet wurde in den vergangenen Jahren bereits kontinuierlich verbessert. Angebotsum- 
fang und Qualität des ÖPNV müssen auch zukünftig gesichert und weiter optimiert werden, z.B. Angebotskapazi- 
täten, Beförderungskomfort, Fahrgastinformation  
V7 hohe Priorität (5) 
Die Sicherung der bereits erreich- 
ten Erfolge im ÖPNV ist sehr wich- 
tig, um den ÖPNV auch zukünftig 
attraktiv zu erhalten und Negativ- 
entwicklungen (Abkehr vom ÖPNV 
zum MIV) vorzubeugen.  
Erschließung neuer, zusätzlicher Wege für die Finanzierung des bestehenden und neuer Angebote im 
öffentlichen Verkehr 
Die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs befindet sich im Umbruch (GVFG-Förderung, Regionalisierungsmittel, 
Schülerverkehrsförderung etc.). Um auch zukünftig Umfang und Qualität des Angebots im öffentlichen Verkehr 
(ÖPNV, SPNV, Regionalverkehr) erhalten und optimieren zu können, sollten als flankierende Maßnahme neue 
Wege zur (Mit-) Finanzierung des öffentlichen Verkehrs erarbeitet werden.  
V8 
hohe Priorität (4) 
Begründung: s. Kurzbeschrei- 
bung 
Verbesserung der Radabstellsituation in Münster Themen u.a.: V9 hohe Priorität (4)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 50               Klimaschutzkonzept Münster 
- Genereller Ausbau der Radabstellmöglichkeiten im Stadtgebiet 
- Ersatz wegfallender Abstellanlagen (z.B. bei Auße ngastronomie) 
- Überprüfung der Bereithaltung gesetzlich vorgesch riebener Radabstellanlagen durch Geschäfte (Lan- 
desbauordnung § 51) 
- Ausbau von Radabstellmöglichkeiten an ÖPNV-Haltes tellen und Carsharing-Punkten zur Verknüpfung 
der Verkehrsmittel  
Für einen weiteren Anstieg des 
Radverkehrs in Münster müssen 
zusätzliche Radabstellanlagen in 
ausreichendem Umfang geschaf- 
fen werden. Die Verbesserung der 
Radabstellsituation in Münster ist 
zudem notwendig, um das freie 
Abstellen von Rädern auf Gehwe- 
gen und damit verbundene Behin- 
derungen für den Fußverkehr zu 
reduzieren. 
Förderung des Fußverkehrs in Münster Kurze Wege, die auch in Münster häufig noch mit dem Kfz zurückge- 
legt werden, werden für Fußgänger (v.a. Kinder, Senioren) attraktiver gestaltet. Themen u.a. 
- Barriereabbau, z.B. Querungshilfen viel befahrene r Straßen, 
- Gehwegbreiten, Wartezeiten an Ampeln 
- Kontrolle und Ahndung von Gehwegparken, 
- Aufbau eines flächendeckenden, sicheren Fußwegene tzes im Stadtgebiet, auch in den Außenbezirken 
 
- Schaffung neuer verkehrsberuhigter Bereiche z.B. Begegnungszonen 
V10 hohe Priorität (4) 
Über 13% der Wege im Nahbe- 
reich <2km werden in Münster mit 
dem Kfz zurückgelegt. Es sind 
weitere Anstrengungen nötig, um 
das Gehen als emissionsfreie und 
vor allem für Kinder wichtigste 
Fortbewegungsart zu fördern. Die 
Förderung des Fußverkehrs er- 
möglicht eine Erhöhung der Ver- 
kehrssicherheit und Verringerung 
von Konflikten Rad vs. Fuß.  
Gesamtstädtisches Parkraummanagement zur Steuerung von Parkraumangebot und -nachfrage im ge- 
samten Stadtgebiet 
Themen u.a.: 
- Anpassung des Parkraumangebots im öffentlichen St raßenraum (u.a. Steigerung der Aufenthaltsquali- 
tät), autoarme Innenstadt 
- Dynamische Zufahrtsbeschränkung der Innenstadt (v erhindert im Falle voller Parkhäuser Rückstaus 
auf den Straßen, wirkt damit auch ÖPNV-beschleunigend)  
- Regulierung von Parkraumangebot und Gebührenpflic ht in den äußeren Stadtbezirken 
V11 hohe Priorität (5) 
Ziel des Parkraummanagements 
ist nicht allein die Befriedigung der 
vorhandenen und erwarteten Park- 
raumnachfrage. Das Parkraum- 
management muss über eine Re- 
gulierung des Angebots (Anzahl 
und Lage von Parkflächen, Ge- 
bührenhöhe) eine aktive Steue- 
rungsfunktion für das Parkverhal- 
ten im gesamten Stadtgebiet ü- 
bernehmen.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 51               Klimaschutzkonzept Münster 
Weitere Maßnahmen (nicht für Detailbeschreibungen vorgesehen, noch ausbaubar aus Ideensammlung)   
Ausbau der vorhandenen Park+Ride-Möglichkeiten an zentralen Bahn- und Bushaltestellen im Umland 
Park+Ride-Möglichkeiten wurden bereits in der Vergangenheit an zentralen Haltepunkten im Umland geschaffen 
und erweitert. Ein weiterer Ausbau des Angebots sowie die bereits im Luftreinhalteplan vorgesehene stärkere 
Vermarktung des P+R-Angebots unterstützen weitere Verlagerungen von regionalem Pkw-Verkehr auf den kli- 
mafreundlicheren öffentlichen Verkehr.  
V12 mittlere Priorität (3) 
Damit zusätzliche Umlandbewoh- 
ner die Möglichkeit haben, ihren 
Pkw bereits in der Nähe ihres 
Wohnorts abzustellen und mit dem 
öffentlichen Verkehr nach Münster 
zu kommen, muss das bestehen- 
de Angebot an Park+Ride-
Anlagen an zentralen Haltepunk- 
ten des SPNV und Regionalbus- 
verkehrs im Münsterland weiter 
ausgebaut werden. 
Fortführung der Maßnahmen zur ÖPNV-Beschleunigung im Stadtgebiet   
Die ÖPNV-Beschleunigung, z.B. durch eigene Busspuren und Ampel-Vorrangschaltungen, war bereits in den 
vergangenen Jahren Teil der ÖPNV-fördernden Maßnahmen in Münster. Die Maßnahmen sollten weiter fortge-
führt werden, um die Reisegeschwindigkeiten im ÖPNV zu steigern.  
V13 mittlere Priorität (3) 
Die Reisezeit im Vergleich alter- 
nativer Verkehrsmittel ist ein sehr 
wichtiges Entscheidungskriterium 
bei der individuellen Verkehrsmit- 
telwahl. Zu große Unterschiede 
vermindern das Verlagerungspo- 
tenzial auf den ÖPNV. 
Weitere Optimierung des Tarifangebots im öffentlichen Verkehr  
Durch weitere attraktive, übersichtliche Tarife können neue Kunden für den öffentlichen Verkehr gewonnen wer- 
den. Wichtig ist eine Orientierung neuer Tarifangebote auf bisher Pkw-fahrende Nutzergruppen unter gleichzeitiger 
Beibehaltung der Vorteile für die bestehenden Kunden.  
V14 mittlere Priorität (3) 
Attraktive Tarife können neue Kun- 
den für den öffentlichen Verkehr 
gewinnen. Gleichzeitig droht bei 
Verschlechterungen ein Weggang 
von ÖPNV-Kunden und ein damit 
verbundener Anstieg der Emissio- 
nen im MIV.  
Erhalt und Optimierung des umfangreichen Radwegenetzes im Stadtgebiet Münster 
Der Radverkehr hat einen hohen Anteil an der Mobilität in Münster. Um diesen Anteil zu halten und weitere Zu- 
nahmen zu ermöglichen, ist die Erhaltung und Optimierung des Radwegenetzes notwendig.  
V15 mittlere Priorität (3) 
Diese Maßnahme ist nicht nur für 
weitere Verlagerungen vom MIV 
nötig. Ebenso ist auch die Siche- 
rung der bereits erreichten Erfolge 
wichtig, um Negativentwicklung 
zum MIV zu vermeiden

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 52               Klimaschutzkonzept Münster 
Mobilpunkte zur Verkehrsmittelverknüpfung im Umweltverbund   
Die Kombination von Bus-/Bahn-Haltestelle, Carsharing-Punkt und Radabstellanlagen ermöglicht einen schnel- 
len und bequemen Wechsel zwischen allen Verkehrsmitteln des Umweltverbunds. Durch ihre Hervorhebung im 
Stadtbild sind die Mobilpunkte leicht auffindbar und veranschaulichen zusätzlich die Vielzahl der vorhandenen 
Verknüpfungspunkte im ganzen Stadtgebiet. 
V16 mittlere Priorität (3) 
Für eine attraktive Alternative zum 
Pkw müssen die Verkehrsmittel im 
Umweltverbund sich sinnvoll er- 
gänzen. Durch Verknüpfung der 
Verkehrsmittel werden die „Tür-zu-
Tür“-Wegeketten für verschiedene 
Verkehrszwecke optimiert.  
Einführung einer City-Maut zur Steuerung der Verkehrsmengen und der Verkehrsmittelwahl bei Fahrten 
in die Innenstadt 
Eine City-Maut gibt es bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen europäischen Städten (z.B. Bologna, Mai- 
land, Bergen] Oslo, Stockholm). Die Höhe der Mautgebühren kann nach Umweltkriterien gestaffelt und auf be- 
stimmte Tageszeiten begrenzt werden (z.B. 8-18 Uhr). Für Einwohner und Anlieger sind gesonderte Regelungen 
üblich. Die Einnahmen aus der City-Maut können z.B. der Finanzierung einer Ausweitung des ÖPNV-Angebots 
dienen.  
V17 mittlere Priorität (3) 
Durch eine City-Maut werden die 
Pkw-Fahrer zu einem Wechsel auf 
Verkehrsmittel des Umweltver- 
bunds angeregt, aber auch zu ei- 
nem generellen Verzicht auf unnö- 
tige Fahrten. Erfahrungen aus an- 
deren Städten zeigen einen Rück- 
gang der MIV-Fahrten in die Maut- 
zone um 15-20%, wovon 50-60% 
auf den ÖPNV wechselten. Auch 
in den nicht-mautpflichtigen Au- 
ßenbezirken wurden geringe Fahr- 
leistungsrückgänge festgestellt. 
In Stockholm wurde die Fortfüh- 
rung im Jahr 2007 in einer Bürger- 
abstimmung bestätigt. 
Einrichtung von Mitfahrerparkplätzen  
- Durch Bereitstellung von Mitfahrerparkplätzen im Umland wird die Bildung von Fahrgemeinschaften ge- 
fördert und die Zahl der MIV-Fahrten aus dem Umland nach Münster reduziert. 
- Der Regionalverkehr ist zu einem großen Anteil du rch Münsteraner mitverursacht. Mitfahrerparkplätze in 
Münster erleichtern die Bildung von Fahrgemeinschaften für Fahrten ins Umland. Mitfahrerparkplätze im 
Stadtgebiet Münster müssen in das gesamtstädtische Parkraummanagement integriert sein, um einer 
Missnutzung durch andere Pkw-Fahrer vorzubeugen.  
V18 mittlere Priorität (3) 
Durch Bildung von Fahrgemein- 
schaften können die Fahrleistun- 
gen und damit verbundene Emis- 
sionen im Berufsverkehr reduziert 
werden. 
Aufstellung von Beschaffungskriterien für umweltfreundliche Pkw-Flotten in der Stadtverwaltung und in 
Unternehmen . Z.B. 
- Zentrale Fahrzeugbeschaffung in der Stadtverwaltu ng mit einheitlichen anspruchsvollen Kriterien für den 
Pkw-Kraftstoffverbrauch.  
- Festlegung eines Zielwerts für die durchschnittlichen Flottenemissionen der gesamten Pkw -Flotte (z.B. 
V19 geringe Priorität (2) 
Dienstliche Pkw-Flotten haben 
nur einen geringen Anteil an den 
Verkehrsemissionen im Stadtge- 
biet und damit geringe direkte

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 53               Klimaschutzkonzept Münster 
100 g CO 2/km bis 2020).  
- Nach Vorbild der Stadtverwaltung werden ähnliche Ziele gemeinsam mit Unternehmen in Münster für de- 
ren Pkw-Flotten gesetzt.  
Einsparpotenziale. Durch die Vor- 
bildwirkung sind allerdings zu- 
sätzliche Einsparungen bei ande- 
ren Zielgruppen denkbar.  
Umweltorientiertes Flottenmanagement in Unternehmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Güterver- 
kehr durch verkehrsangepasstes Fahrverhalten sowie optimierte Kfz-Ausstattung und –wartung. Themen u.a. 
- Fahrerschulungen für Berufskraftfahrer  
- Fahrzeugausstattung (Leichtlauföle, -reifen) 
- Regelmäßige Reifendruckkontrolle oder Einsatz aut omatischer Reifendruckkontrollsysteme 
V20 geringe Priorität (1) 
Geringes Potenzial durch relativ 
geringen Emissionsbeitrag des 
Straßengüterverkehrs und bereits 
fortgeschrittene technische Opti- 
mierung der Fahrzeuge. Poten- 
ziale liegen v.a. im Bereich Fahr- 
verhalten und Fahrzeugwartung.  
Einsatz von seriellen Hybridbussen im Stadtverkehr zur Verbesserung der Kraftstoffeffizienz sowie weiterer 
Faktoren wie Lärmbelastung, Luftreinhaltung und Fahrkomfort. 
 
V21 geringe Priorität (2) 
Die direkten Einsparpotenziale 
sind durch den geringen Emissi- 
onsbeitrag der Busse sehr gering. 
Demgegenüber stehen Synergien 
mit Luftreinhaltung und Lärm- 
schutz sowie eine höhere Beför- 
derungsqualität und damit ver- 
bundene Attraktivitätssteigerung 
des ÖPNV-Angebots.  
Durchführung von Spritsparkursen , in denen Pkw-Nutzer eine verkehrsangepasste, sparsame Fahrweise er- 
lernen und zusätzliche Hinweise zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs (durch Fahrzeugausstattung und -
wartung (z.B. Reifen, Reifendruck) erhalten.  
V22 geringe Priorität (2) 
Geringe Potenziale: Für eine Ver- 
ringerung der CO 
2-Emissionen im 
Pkw-Binnenverkehr im Jahr 2020 
um 1% müssten 2010-2020 pro 
Jahr ca. 500 Schulungen durch- 
geführt werden (bei angenomme- 
ner werktäglicher Fahrleistung im 
Stadtgebiet von 20 km).

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 54               Klimaschutzkonzept Münster 
Beratung zum Kauf sparsamer Pkw-Modelle zur Erschließung von damit verbundenen Kraftstoff-
Einsparpotenzialen   
  
V23 geringe Priorität (1) 
Geringe Potenziale: Wenn für 
10% aller ab 2010 von Münstera- 
nern neu gekauften Pkw eine 
spezifische Verbrauchseinspa- 
rung von 15% gegenüber dem 
Durchschnitt erreicht wird, bringt 
das eine Minderung der Treib- 
hausgasemissionen des Pkw-
Binnenverkehrs im Jahr 2020 um 
knapp 1%. 
1 Priorität: 5 = sehr hoch, 1 = sehr niedrig (Hinweis: etwa 10 Maßnahmen mit der höchsten Priorität sollen innerhalb jedes Handlungsfeldes detaillierter in Form der 
Maßnahmenblätter beschrieben werden, der Rest kann in einfacher Tabellenform bleiben.)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 55               Klimaschutzkonzept Münster 
3.7 Erste Schätzung: CO 2-Minderungspotenzial aller hier aufgeführten Maßnahmen  
Eine erste überschlägige Schätzung ergibt, dass sic h mit den hier aufgeführten kommunalen Maßnahmen, je nach Intensität, Beteili- 
gung und Erfolg, ohne weiteres Wachstum der Stadt j ährlich 90.000 bis 165.000 Tonnen CO 2 im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 
2006 vermeiden lassen würden (vgl. die folgende Tabelle) 1.  
Um das 40%-CO 2-Minderungsziel zu erreichen, müssten jedoch 840.00 0 Tonnen CO 2 reduziert werden. Die hier beschriebenen 
Maßnahmen müssen also ergänzt und intensiviert werden, um den Ziel näher zu kommen. Hierzu werden im weiteren Verlauf der Ar- 
beit am Konzept noch Vorschläge unterbreitet. Prinzipiell denkbare Maßnahmen sind z.B. ein Förderprogramm für sparsame Elektro- 
geräte, weitere Aufstockung des Förderprogramms Ene rgieeinsparung und Altbausanierung, noch restriktiv ere Maßnahmen im Ver- 
kehrssektor etc. 
Es ist jedoch absehbar, dass die Stadt Münster das Ziel allein aufgrund eigener Aktivitäten nicht wird  erreichen können. Dazu sind 
auch weitergehende Unterstützungen auf Ebene von La ndes-, Bundesregierung sowie der EU nötig, die es j a auch schon teilweise 
gibt. 
 Grundsätzlich ist z.B. im Verkehr mit zusätzlichen Emissionsminderungen durch im Bundestrend bis 2020 verringerte spezifische 
Kraftstoffverbräuche der Fahrzeuge  zu rechnen (etwa 54.000 Tonnen). Dies wird aber nur in der Bilanz zu sehen sein, wenn der Ver- 
kehr gegenüber 2005  konstant bleibt, diese Effekte also nicht durch weiteres Wachstum „aufgefressen“ werden. 
                                                
1 Zum Vergleich: Von 1990 bis zum Jahr 2006 verminde rten sich die jährlichen CO 2-Emissionen absolut um 150.000 Tonnen, bei gleichze itigem 
Wachstum der Stadt. Das sind aber Effekte kommunale r Maßnahmen UND von bundesweiten Veränderungen und Vorgaben (Effizienz- 
steigerungen bei Anlagen, Sanierungen, etc.)

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 56               Klimaschutzkonzept Münster 
 
  
CO 2-Minderung in t jährlich  
im Jahr 2020 gegenüber 2006 
  
  Potenzial min Potenzial max 
A) Übergreifend 2.000 20.000 
B) Bauen/Wohnen 38.000 56.000 
C) GHD 41.000 41.000 
D) Energieversorgung 38.300 75.500 
E) Verkehr 0 20.300 
      
Summe inkl. Korrekturfaktor Endenergie/Versorgung  
(=0,75*(A+B+C+D)+E) 89.475 164.675

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Anhang  
1. Anpassung bei der CO 
2-Bilanzierung (Energie) 
Entwicklungen und Unterschiede bei der Endenergiebilanzierung 
1. Aufgrund des Unbundlings von Energieversorgungsu nternehmen, das mit der 
Liberalisierung des Strommarktes erforderlich wurde , können einzelne Gesell- 
schaften des Unternehmens nicht mehr auf alle im Un ternehmen vorliegenden 
Daten zurückgreifen bzw. es werden in verschiedenen  Abteilungen auf unter- 
schiedliche Weise Daten erhoben 1. Selbst für leitungsgebundene Energieträger 
kommt es deswegen zwischen 2005 und 2006 zu größere n Sprüngen. Bei- 
spielsweise ist der Heizstromverbrauch zwischen den  beiden Jahren um knapp 
50% gesunken. Vermutlich wird dieser Verbrauch nun dem allgemeinen Strom- 
verbrauch zugerechnet oder die Zahlen wurden zuletzt einfach nicht mehr aktu- 
alisiert. Es ist daher für die zukünftige Bilanzierung ratsam, konsistent von einer 
Gesellschaft alle Daten zu erhalten. 
2. Die Witterungskorrektur wurde mit den von den St adtwerken genutzten Grad- 
tagszahlen nach VDI 2067 genutzt. Bis 2005 wurden a lle Niedertemperatur- 
verbräuche (mit Warmwasser) witterungsbereinigt. Da  diese Unterteilung nach 
Anwendungsarten ab 2006 nicht mehr vorliegt, werden  für die verschiedenen 
Sektoren und Energieträger in Studien ermittelte An teile der Raumwärme an- 
genommen und diese witterungskorrigiert. 
3. Die Datenquellen haben sich für einzelne Energie träger geändert. Beispielswei- 
se wird für eine Abschätzung des Ölverbrauchs auf d ie Daten der Schornstein- 
fegerstatistik zurückgegriffen. Im Wärmeatlas wurde  diese Abschätzung noch 
auf Grundlage der Kennwertmethode gemacht. Auch die  vom Landesamt für 
Statistik ermittelten Energieverbräuche des verarbeitenden Gewerbes beziehen 
sich auf konkrete Angaben der Betriebe. In dieser S tatistik werden auch „Sons- 
tige Energieträger“ und Erneuerbare Energien erfasst. Damit kann die Bilanzie- 
rung für diesen Sektor sehr genau erfolgen. 
4. Die Universität mit ihrem Kraftwerk verbraucht e inerseits Fernwärme aus dem 
Netz der Stadtwerke, andererseits wird auch aus dem  eigenen Kraftwerk Fern- 
dampf und Fernwärme für das eigene Netz und Dritte erzeugt. Bei der Erhe- 
bung für den Wärmeatlas 2005 wird davon ausgegangen , dass aufgrund von 
fehlenden Informationen die im Universitätskraftwerk erzeugte Fernwärme bzw. 
der erzeugte Ferndampf nicht vollständig berücksich tigt werden konnten und 
stattdessen dem Erdgasverbrauch der Universität zug erechnet wurden. Dies 
                                                
1  Die Gesellschaften Vertrieb und Durchleitung habe n unterschiedliche Datenbanken. Für 
den Wärmatlas wurde auf verschiedene Datenbanken verschiedener Gesellschaften zu- 
rückgegriffen.

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würde die Differenzen bei Fernwärme und Erdgas zwis chen 2005 und 2006 er- 
klären. 
Unterschiede bei der CO 2-Bilanzierung 
Vier wesentliche Punkte haben sich bei den Emission sfaktoren zwischen 2005 und 
2006 geändert. 
1. Bislang wurde mit Emissionsfaktoren ohne Vorkett e inkl. CO 2-Äquivalenten ge- 
rechnet, wie dies vom damaligen Klimaschutz-Beirat empfohlen wurde. Für die 
Bilanz 2006 werden nun die CO 2-Emissionsfaktoren inkl. Äquivalente und Vor- 
ketten genutzt. Dies wird empfohlen, um einerseits alle energierelevanten 
Treibhausgase einzubeziehen und gleichzeitig auch d ie Emissionen, die bei 
Transport und Abbau entstehen, zu berücksichtigen. Die Berücksichtigung der 
Vorketten entspricht auch der Bilanzsystematik des Klima Bündnisses. 
2. Eine weitere Änderung betrifft die Berechnung de r CO 2-Emissionsfaktoren für 
Strom. Ziel von CO 2-Bilanzen sollte es sein, lokale Klimaschutzbemühun gen 
auf Effizienz- und Versorgungsseite gleichzeitig abzubilden. Für die vorliegende 
Bilanz wurde deswegen der Emissionsfaktor Strom nac h dem Territorialprinzip 
als Grundlage genommen (vgl. Anhang Methodik). Im U BA Klimaschutzbench- 
mark für Kommunen wird aktuell zusätzlich empfohlen , daneben noch eine 
CO 2-Bilanz mit einem bundesdeutschen Strommix darzustellen. Die Ergebnisse 
der Berechnung mit diesem Mix finden sich im Anhang.  
3. Eine weitere Änderung bei der vorliegenden Bilan z betrifft die Ermittlung des 
Emissionsfaktors von Strom und Wärme aus Kraft-Wärm e-Koppplung. Für die 
Ermittlung der Emissionsfaktoren der Koppelprodukte Strom und Wärme gibt es 
verschiedene, aber noch keine einheitliche Berechnungsmethode. Bisher wurde 
in Münster die Gutschriftenmethode angewandt. Hier wird anhand von Ver- 
gleichsanlagen, in denen die gleiche Menge eines Koppelprodukts erzeugt wird, 
entweder Strom oder Wärme Emissionen gutgeschrieben . Je nach Vergleichs- 
anlage kann dies dazu führen, dass manchmal negativ e Emissionsfaktoren 2 
auftreten. Für die Berechnung in kommunalen Bilanzen eignet sie sich deswegen 
nur bedingt. In der neuen Bilanz wird nun nach der Exergiemethode gerechnet. 
Sie spiegelt neben der Wirkungsgradmethode am korre ktesten die physikali- 
sche Realität wider. Anhand des Exergiegehalts der Koppelprodukte werden 
hier die Emissionsfaktoren zugeordnet (vgl. Anhang Methodik).  
4. Zuletzt wurde der Emissionsfaktor für Nachtspeic heröfen angepasst. In der Bi- 
lanz für 2006 wird für die Bilanzen nun ein einheit licher Stromfaktor für alle 
Stromanwendungen für die Berechnung genommen. Eine Unterscheidung zwi- 
schen dem bisher angewandten Mittellaststrommix und  kommunalen Strommix 
ist im Rahmen einer Bilanzierung bisher in keiner a nderen Kommune so be- 
kannt und entspricht auch nicht der Vorgehensweise des Klima Bündnisses. 
                                                
2  Vgl. die Berechnung für den Strommix 2007

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2. Anpassung der CO 2-Bilanzierung (Verkehr) 
Für das aktuelle Basisjahr 2005 ist eine Territoria lbilanz des Verkehrs in Münster unter 
Verwendung aktueller bundesdurchschnittlicher Emiss ionsfaktoren erstellt worden. 
Notwendige Zusatzarbeiten zur Anpassung der Bilanzi erungsmethodik betrafen haupt- 
sächlich die zusätzliche Differenzierung des Person enverkehrs im Stadtgebiet nach 
den Verkehrsarten Binnen-, Regional- und Durchgangsverkehr sowie die Einbeziehung 
und Differenzierung des Straßengüterverkehrs.  
Aufteilung nach Verkehrsarten im Personenverkehr 
Wesentliche Grundlage für die Aufteilung der Fahrleistungen im Personenverkehr nach 
den Verkehrsarten Binnen-, Regional- und Durchgangsverkehr waren die bei der Stadt 
verfügbaren Verkehrsinformationen aus der bisherigen Bilanzierung. Diese wurden an- 
hand zusätzlicher Informationen für den Motorisiert en Individualverkehr angepasst und 
auf das Verkehrsgerüst der Territorialbilanz übertragen. Die Verkehrsdaten zum öffent- 
lichen Verkehr lagen bereits in der erforderlichen Differenzierung vor. 
Fahrleistungen des Motorisierten Individualverkehrs MIV im Binnenverkehr wurden an- 
hand der städtischen Angaben zur jährlichen Anzahl der Fahrten (als Fahrer) sowie der 
mittleren Weglänge berechnet. Da der Binnenverkehr vollständig innerhalb des Stadt- 
gebiets stattfindet, wurden seine Fahrleistungen vo llständig in die Territorialbilanz ein- 
gerechnet.  
MIV-Fahrleistungen im Regionalverkehr wurden ebenfa lls über die städtischen Anga- 
ben zur jährlichen Fahrtenanzahl berechnet. Die Angaben zur Weglänge beziehen sich 
allerdings auf die gesamte Weglänge inkl. Anteilen außerhalb des Stadtgebiets. Zur 
Ermittlung des in die Territorialbilanz einzurechnenden Fahrleistungsanteils des Regio- 
nalverkehrs im Stadtgebiet wurde deshalb vereinfach t eine mittlere Weglänge inner- 
halb der Stadtgrenzen von 10 km anhand des durchsch nittlichen Stadtradius abge- 
schätzt. Nach diesen Berechnungen hatten Binnen- und Regionalverkehr im Jahr 2005 
zusammen eine Fahrleistung von 1.248 Mio. Fahrzeug- km. Das sind 73% der gesam- 
ten Fahrleistungen des MIV im Stadtgebiet von 1.713  Mio. Fz-km. Die übrige MIV-
Fahrleistung von 465 Mio. Fz-km ist demnach als Durchgangsverkehr anzunehmen. 
Zur Plausibilisierung der Gesamthöhe des Durchgangsverkehrs und zur Aufteilung nach 
Straßenkategorien wurden ergänzend Verkehrszähldaten aus der bundesweiten Stra- 
ßenverkehrszählung 2005 der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) für die Autobahn- 
und Bundesstraßenabschnitte im Stadtgebiet Münster ausgewertet. Über die Höhe der 
Verkehrsbelastung auf den einzelnen Straßenabschnitten vor und nach Ab- bzw. Zufahr- 
ten erfolgte eine vereinfachte Abschätzung der Verk ehrsanteile mit Start oder Ziel in 
Münster (Regionalverkehr), der übrige Verkehr wurde als Durchgangsverkehr gerechnet. 
Der MIV-Durchgangsverkehr findet überwiegend auf de n Autobahnen statt, die durch 
das Stadtgebiet verlaufen. Für die Autobahnabschnitte in Münster ergab sich eine Fahr- 
leistung des MIV im Durchgangsverkehr von ca. 380 Mio. Fz-km, damit ca. 82% des ge- 
samten Durchgangsverkehrs. Auf Nicht-Autobahnen würden demnach ca. 85 Mio. Fz-km 
Durchgangsverkehr entfallen. Das entspricht auch der Größenordnung, die sich anhand

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der Informationen zum Verkehrsentwicklungsplan Müns ter 2025 (Kap. 9.3.1.2) zum 
Durchgangsverkehr auf Nicht-Autobahnen ergibt. 
An den gesamten Fahrleistungen des MIV im Stadtgebi et im Jahr 2005 hatte der Bin- 
nenverkehr einen Anteil von 29%. Der Regionalverkehr war trotz alleiniger Berücksichti- 
gung der Strecken im Stadtgebiet für 43% der Fahrleistungen verantwortlich. Dies ist ne- 
ben der hohen Fahrtenanzahl v.a. durch die angenommene mittlere Fahrleistungslänge 
von 10 km infolge des sehr ausgedehnten Stadtgebiets begründet. Der vorwiegend auf 
den Autobahnen erfolgende Durchgangsverkehr hatte e inen Anteil von 27% an den 
Fahrleistungen. Abb. 14 zeigt die Aufteilung der MI V-Fahrleistungen im Stadtgebiet 
Münster im Jahr 2005 nach den Verkehrsarten. 
Aufteilung nach Verkehrsarten im Straßengüterverkehr 
Die Stadt Münster verfügt über keine eigenen Datene rhebungen des Straßengüterver- 
kehrs. Entsprechend war die Aufteilung der Fahrleis tungen nach Binnen-, Regional- 
und Durchgangsverkehr hier nicht in gleichem Maße m öglich wie für den MIV. Der An- 
teil von Durchgangsverkehr auf Autobahnen mit Leich ten Nutzfahrzeugen und mit Lkw 
wurde analog zum Vorgehen beim MIV über eine Auswer tung der Verkehrszähldaten 
der Straßenverkehrszählung 2005 abgeleitet. Danach ergab sich für Leichte Nutzfahr- 
zeuge ein Anteil des Durchgangsverkehrs auf Autobah nen von 90%, für Lkw >3,5t von 
95%. Die restliche Autobahn-Fahrleistung wurde dem Regionalverkehr zugerechnet. 
Für Nicht-Autobahnen sind keine ausreichenden Informationen verfügbar, die eine Auf- 
teilung des Straßengüterverkehrs nach Verkehrsarten  ermöglichen würden 
3. Vereinfa- 
chend wurde deshalb für Nicht-Autobahnen kein Lkw-D urchgangsverkehr angenom- 
men. Binnen- und Regionalverkehr wurden gemeinsam dargestellt.  
Insgesamt wurde der Straßengüterverkehr in Münster 2005 durch Lkw >3,5t mit einem 
Fahrleistungsanteil von 71% dominiert, leichte Nutzfahrzeuge trugen 29% zur Fahrleis- 
tung bei (vgl. Abb. 14, rechts). Der Anteil des Bin nen- und Regionalverkehrs war bei 
Lkw >3,5t mit 30% relativ niedrig, während bei Leic hten Nutzfahrzeugen <3,5t mit 63% 
der Großteil der Fahrleistungen auf den Binnen- und Regionalverkehr entfiel. Insgesamt 
ergibt sich für die Fahrleistungen im Straßengüterverkehr 2005 ein Anteil im Binnen- und 
Regionalverkehr von 40%.  
                                               
 
3  Angaben im 1. Zwischenbericht zum Verkehrsentwick lungsplan Münster 2025 belegen für 
Lkw >12t eine geringe Bedeutung des Durchgangsverke hrs auf Nicht-Autobahnen im 
Stadtgebiet. Für Lkw kleinerer Größenklassen liegen keine Informationen vor.

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Abb. 14: Fahrleistungen des Straßenverkehrs im Stad tgebiet Münster im Jahr 2005 in der 
Differenzierung nach Verkehrsarten 
1.713 
0
200 
400 
600 
800 
1.000 
1.200 
1.400 
1.600 
1.800 
2.000 Mio. Fz-km 
Durchgangsverkehr 
Regionalverkehr 
Binnenverkehr 
Fahrleistungsaufteilung 2005 im 
Motorisierten Individualverkehr 
29% 
43% 
28% 
IFEU 2009 
 
232 
0
50 
100 
150 
200 
250 
300 
350 
400 Mio. Fz-km 
Lkw >3,5t Durchgang 
Lkw >3,5t Binnen+Regio 
LNF Durchgang 
LNF Binnen+Regio 
Leichte Nutzfahrzeuge (LNF) 
29% 
Lkw >3,5t 
71% 
Fahrleistungsaufteilung 2005 
im Straßengüterverkehr 
IFEU 2009

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3. Methodik der CO 2-Bilanzierung 
Auf Bundesebene baut das Klima Bündnis mit dem Tool ECO2 gerade eine einheitliche 
Bilanzierungssystematik für seine etwa 400 Mitgliedskommunen auf. Damit kann mittel- 
fristig eine einheitliche CO 2-Bilanzierungssystematik flächendeckend etabliert w erden. 
Das IFEU lehnt sich weitestgehend an die Bilanzieru ngsgrundlagen des Klima Bünd- 
nisses an. Sofern die konkreten Verhältnisse in Münster es erfordern, wie zum Beispiel 
bei der Allokation von Fernwärme, wird die Systematik durch eigene Ansätze des IFEU 
ergänzt. Im Rahmen von kommunalen Bilanzen werden v om IFEU folgende Bilanzie- 
rungsmethoden verwendet:  
Territorialprinzip  
Die Energie- und CO 
2- Bilanzierung des IFEU für Kommunen in der Größenk lasse von 
Münster basiert auf dem Territorialprinzip. Demnach  werden beispielsweise alle im 
Stadtgebiet Münster anfallenden Verbräuche auf Eben e der Endenergie (Energie, die 
z.B. am Hauszähler gemessen und verrechnet wird) bi lanziert und den verschiedenen 
Verbrauchssektoren zugeordnet. Graue Energie (die z .B. in Produkten steckt) und E- 
nergie die außerhalb der Stadtgrenzen konsumiert wird (z.B. Hotelaufenthalt) wird nicht 
bilanziert 4.  
Auf Energieversorgungsseite werden ebenfalls alle Energieumwandlungen im Stadtge- 
biet berücksichtigt und fließen in die Bilanz ein, sofern Sie dem Endenergieverbrauch 
in Münster zugeordnet werden können.  
Vorkette 
Zur Berechnung der CO 
2- Emissionen werden, neben den direkten Emissionen bei der 
Umwandlung der Energie im Stadtgebiet Münster, auch  die Emissionen der Vorkette 
einberechnet. So sind auch die Emissionen für die F örderung, den Transport und die 
Umwandlung außerhalb der Stadt Münster enthalten. Die einzelnen Faktoren stammen 
aus dem GEMIS-Datensatz und Berechnungen des IFEU H eidelberg (UMBERTO- und 
ECO-Invent-Daten).  
Äquivalente Emissionen  
Zusätzlich zur Prozesskette werden in der Regel vom IFEU auch die äquivalenten CO 
2- 
Emissionen von Lachgas (N 2O) und Methan (CH 4) einberechnet. Z.B. entstehen bei 
der Förderung und dem Transport von Erdgas oder der  Bioabfallvergärung und Kom- 
postierung auch Methanverluste. Methan ist um ein V ielfaches klimaschädlicher als 
CO 2.  
                                                
4  Eine verursacherbasierte Bilanz einzelner Persone n in Münster kann aber z.B. über das 
CO 2- Bürgertool des IFEU Heidelberg (siehe http://ifeu.klima-aktiv.de/  ) erfolgen.

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Allokation von Koppelprodukten (Strom / Wärme)  
Die gemeinsame Erzeugung 5 von Strom und Wärme (Kraftwärmekopplung = KWK) 
schont die Ressourcen, da vergleichsweise wenig Ene rgie als Abwärme verloren geht. 
Für die Aufteilung der Emissionsfrachten auf die Ko ppelprodukte Strom und Wärme 
gibt es verschiedene Rechenansätze.  
Die Gutschriftenmethode des GEMIS wird meist bei ei nem Systemvergleich herange- 
zogen. Für die kommunale Bilanzierung ist diese nic ht geeignet, da sie zwar den Ge- 
samteffekt eines KWK-Prozesses gut beschreibt, dem Endprodukt Wärme aber keinen 
„realen“ CO 
2- Emissionsfaktor zuordnet 6.  
Für die Abbildung der tatsächlich auftretenden spez ifischen CO 2- Emissionen rechnet 
das IFEU entweder mit dem Prinzip des Brennstoffmeh raufwandes, das auch von der 
Kraftwerkswirtschaft verwendet wird, oder mit der A ufteilung der Emissionen entspre- 
chend dem Exergie-Gehalt 7 der Koppelprodukte. 
Beim Brennstoffmehraufwand wird berechnet, wie viel  Brennstoff als Mehraufwand 
eingesetzt werden müsste um die gleiche Stromproduk tion zu erreichen, die ohne eine 
Wärmeauskopplung möglich wäre. Diese Betrachtungswe ise wird häufig bei großen 
KWK-Prozessen (z.B. bei Kohleheizkraftwerken) angewandt.  
Liegen keine detaillierten Daten von Kraftwerken vo r oder kann die Zuordnung nicht 
über den Brennstoffmehraufwand erfolgen (z.B. bei B HKWs), wird die Allokation der 
Emissionen über den Exergiefaktor der Koppelprodukt e berechnet. Werden z.B. in ei- 
nem gasbetriebenen Block-Heiz-Kraftwerk mit 100 MWh  (Wirkungsgrad 90%) 30 MWh 
Strom und 60 MWh Wärme erzeugt, so werden dem Strom  wesentlich mehr Emissio- 
nen zugeteilt als der Wärme. Da Strom exergetisch h ochwertiger ist als Wärme, wer- 
den ihm von den Emissionen der 100 MWh Erdgas etwa 75% zugeordnet. Etwa 25 % 
der Emissionen der 100 MWh Erdgas werden der erzeugten Wärme zugeordnet.  
 
                                               
 
5  Physikalisch korrekt handelt es sich immer um ein e Umwandlung der Energie. 
6  Bei der Stromgutschrift werden zuerst die gesamte n Emissionen des KWK-Prozesses 
vor Ort an Hand des Brennstoffbedarfs der Anlage un d den spezifischen CO 2-Faktoren 
ermittelt. Dann werden die CO 2-Emissionen gut geschrieben, die durch die Stromer-
zeugung der KWK-Anlage auf Bundesebene verdrängt we rden. Die resultierenden E- 
missionen werden dann der ausgekoppelten Wärme zuge ordnet. Je nach Brennstoff- 
einsatz der KWK-Anlage kann der spezifische Fernwär mefaktor dadurch negativ wer- 
den (z.B. bei Einsatz von Biomasse) oder extrem hoc h ausfallen (z.B. bei Einsatz von 
Kohle). 
7  Als Exergie bezeichnet den Anteil der Gesamtenerg ie eines Systems, der Arbeit ver- 
richten kann. Die hochwertige Energie Strom hat den  Exergiefaktor 1, d.h. theoretisch 
kann 100% der Energie in Arbeit umgewandelt werden.  Wärme von z.B. 90 bis 140 
Grad Celsius hat den Exergiefaktor von etwa 0,2 bis  0,3, d.h. theoretisch können 20% 
bis 30% der Energie in Arbeit umgewandelt werden.

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Lokaler Strommix oder Bundesmix  
Das IFEU rechnet in seinen Bilanzen mit dem lokalen  Strom- und Fernwärmemix. 
Strom, der im Stadtgebiet durch erneuerbare Energie n und konventionelle Kraftwerke 
erzeugt wird, wurde auch bei der Berechnung eines lokalen spezifischen Emissionsfak- 
tors berücksichtigt. Zwei mögliche Fälle könnten dabei eintreten.  
Im ersten Fall ist die Stromerzeugung geringer als der Stromverbrauch im Stadtgebiet. 
Für die Berechnung des Emissionsfaktors fließt nun die gesamte lokale Stromerzeu- 
gung in die Berechnung ein. Für den fehlenden Antei l am Stromverbrauch wird der 
Bundesmix für Strom herangezogen. Dieser Fall liegt für die CO 
2-Bilanz 2006 in Müns- 
ter vor. Durch die Kraftwerksstruktur vor Ort wurde  knapp ein Drittel des in Münster er- 
zeugten Stroms auch in Münster erzeugt. Für etwa zw ei Drittel wurde bei der Emissi- 
onsfaktorberechnung der Faktor für den Bundesmix herangezogen.  
Im zweiten Fall liegt die Stromerzeugung im Stadtgebiet höher als der Stromverbrauch. 
Strom würde mit dem Emissionsfaktor, der aus der ge samten Stromerzeugung resul- 
tiert, nur anteilig am Verbrauch in Münster der Stadt angerechnet. 
Mit diesem verbrauchsorientierten Territorialprinzi p wird versucht, kommunale Klima- 
schutzbemühungen und -entscheidungen sowohl auf Ver brauchs- als auch auf Erzeu- 
gungsseite in einer CO 2-Bilanz abzubilden.  
Eine weitere Möglichkeit, die derzeit im Klimaschutzbenchmark-Projekt des UBA disku- 
tiert wird, ist die Verwendung eines einheitlichen Bundesstrommixes für kommunale Bi- 
lanzen. Zum einen ist damit eine verbesserte Vergle ichbarkeit zwischen den Kommu- 
nen gegeben zum anderen können kommunale Erfolge au f der Effizienzseite über 
mehrere Jahre in der Bilanz besser dargestellt werd en. Im weiteren Anhang findet sich 
deswegen auch eine Bilanz, die mit dem Bundesmix Strom berechnet wurde.  
Witterungskorrektur  
Der Energieverbrauch für die Raumheizung ist stark von der Witterung, insbesondere 
von den Lufttemperaturen, abhängig. In einem kalten  Winter kann der Heizenergie- 
verbrauch deshalb im Vergleich zu einem milden Wint er im Jahr zuvor deutlich anstei- 
gen, ohne dass Nutzungsänderungen oder Anlagenfehle r vorliegen. Um die Verläufe 
und Entwicklungen des Energieverbrauchs einschätzen  und aufschlussreich interpre- 
tieren zu können, müssen die Heizenergieverbräuche daher stets witterungsbereinigt 
werden. Das bedeutet, dass die Witterungsbedingunge n eines betrachteten Jahres in 
einen langjährigen, gemittelten Kontext gestellt werden. 
Daher wurden auch in dieser Bilanzierung alle Energ ieverbräuche bzw. Energieträger, 
die zum Zwecke der Raumwärmetemperierung eingesetzt  werden, mit den Gradtags- 
zahlen (15/20) und dem langjährigen Mittel witterun gskorrigiert. Die Gradtagszahl für 
das Jahr 2006 ist 3.190 Gradtage (Quelle Stadtwerke ). Aufgrund des langjährigen Mit- 
tels von 3.781 Gradtagen ergibt sich für Münster ein Korrekturfaktor von 1,19. Das Jahr 
2006 war demnach ein wärmeres Jahr als die Jahre im  langjährigen Mittel. Die absolu- 
ten Heizenergieverbräuche in den einzelnen Sektoren  wurden um den Faktor 1,19 
nach oben korrigiert.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 65 Klimaschutzko nzept Münster 
4. CO 2-Bilanz mit Bundesmix  
Abb. 15: CO 2-Bilanz Münster mit dem Bundesmix für Strom 2006 
CO 2-Emissionen nach Verbrauchssektoren in 
Münster 2006 (Bundesmix) 
0
100.000 
200.000 
300.000 
400.000 
500.000 
600.000 
700.000 
800.000 
900.000 
Private Haushalte Gewerbe+Sonstiges Industrie Verkehr 
Strom 
Kraftstoffmix 
Verkehr 
Sonstiges 
Kohle 
Heizöl 
Fernwärme 
Erdgas 
IFEU 2009 
Tonnen CO 2
witterungskorrigiert, mit Äquvivalenten 
Gesamt: 2,331 Tonnen 33% 
9% 
35% 
23% 
 
Erfolge von Endenergieeffizienzmaßnahmen im Klimasc hutz können in CO 2-Bilanzen 
häufig durch größere Veränderungen im Versorgungsbe reich verfälscht bzw. gar nicht 
dargestellt werden. Besonders in Kommunen mit von B undeswerten besonders abwei- 
chenden Bedingungen im Versorgungsbereich, beispiel sweise mit einem Braunkohle- 
kraftwerk oder einem großen Windpark vor Ort, kommt  es auf des ersten Blick zu un- 
üblichen Werten für kommunale CO 2-Bilanzen. Im UBA-Klimaschutzbenchmark wird 
deswegen vorgeschlagen, neben dem Territorialmix au ch eine Bilanz darzustellen, die 
auf dem Strom Bundesmix basiert. Der Bundesmix lag nach IFEU-Berechnungen 8 im 
Jahr 2006 mit Vorketten und Äquivalenten bei 626 g CO 2/kWh Strom. Gegenüber 
Münster, für das ein Strommix von 608 g CO 2/kWh ermittelt wurde, liegt der Bundesmix 
für das Jahr 2006 also leicht höher. Dementsprechend liegen die Emissionen für Müns- 
ter bei dieser Berechnungssystematik in Abb. 15 auc h leicht um 0,026 Mio. Tonnen 
höher. Sektoren, wie der GHD-Sektor haben durch hoh en Strombedarf in dieser Dar- 
stellung auch einen erhöhten Anteil an den Gesamtemissionen. 
                                                
8  In bisher präsentierten Bilanzen wurde der LCA-Fa ktor (Life Cycle Assessment) von 
ECO2 für den Bundesmmix Strom genutzt. Da die Berec hnungssystematik dieses Fak- 
tors nicht bekannt ist und der Wert anhand vorliege nder Informationen des IFEUs zu 
niedrig erscheint, wird der Strommix Deutschland an genommen, der mit UMBERTO 
großteils anhand von Daten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen errechnet wurde.

IFEU-Institut Heidelberg/Gertec Essen 66 Klimaschutzko nzept Münster 
5. Vorgehen bei der Ermittlung der Einsparpotenziale 
Um zu prüfen, ob für dieses Ziel auch die Einsparpo tenziale in Münster vorhanden 
sind, wurden die CO 2-Minderungspotenziale auf Basis der Endenergie in d en Berei- 
chen Energieeffizienz, Energieversorgung und Verkehr berechnet. Der Berechnung der 
verschiedenen Potenziale liegen unterschiedliche An nahmen bei der Berechnung zu 
Grunde. Folgendes ist bei der Betrachtung der Einsparpotenziale zu beachten. 
- Die Effizienzpotenziale orientieren sich an Maßnahm en, die von den Verbrau- 
chern durchgeführt werden. Die bei der Potenzialber echnung berücksichtigen 
Potenziale sind für die Verbraucher bereits heute e inerseits technisch durch- 
führbar, andererseits sind sie unter Beachtung der energetischen Mehrkosten, 
einer Umsetzung innerhalb der regulären Sanierungs-  und Erneuerungszyklen 
und im Rahmen eines moderaten Energiepreisanstiegs 9 wirtschaftlich loh- 
nenswert. Bei der Potenzialberechnung wurde nur ber ücksichtigt, was inner- 
halb der nächsten 14 Jahre auch wirtschaftlich zu e rneuern oder zu sanieren 
ist. Geht man beispielsweise bei der Außenwanddämmu ng von einem Sanie- 
rungszyklus von 40 Jahren aus, dann werden im betra chteten Zeitraum nicht 
einmal die Hälfte der bestehenden Gesamtpotenziale ausgeschöpft werden. 
Bei Heizungstechnik wiederum, bei der ein Sanierung szyklus von 15 Jahren 
angenommen wird, könnten im gleichen Zeitraum nahezu 100% der Potenziale 
ausgeschöpft werden.  
Die dargestellten Potenziale gehen davon aus, dass im Sanierungsfall oder bei 
einem Geräteneukauf die technisch-wirtschaftlich be ste Lösung genommen 
wird. Trotz der Vorteile für den Verbraucher ist je doch nicht garantiert, diese 
Vorteile auch mit einer rationalen Entscheidungen g enutzt werden. U.a. Infor- 
mationsdefizite und Umsetzungsprobleme erfordern es , dass auf den verschie- 
densten Ebenen Rahmenbedingungen für die Akteure geschaffen werden, dass 
die Potenziale genutzt und die Hemmnisse abgebaut werden.  
- Die betrachteten Potenziale auf Versorgungsseite kö nnen, im Gegensatz zu 
den Effizienzpotenzialen, mit konkreten Maßnahmen f ür verschiedenen Tech- 
nologien und Energieträgerwechseln verbunden werden . Unter Berücksichti- 
gung der Gegebenheiten in Münster, der technischen Machbarkeit und Wirt- 
schaftlichkeitsaspekten wurden dazu konkrete Möglichkeiten in diesem Bereich 
für die nächsten 14 Jahre und ihr dazugehöriges CO 2-Einsparpotenzial be- 
rechnet.  
- Beim Sektor Verkehr werden, ähnlich bei der Berechn ung der Versorgungspo- 
tenziale, anhand konkreter vorgeschlagener Maßnahme n die Einspareffekte 
berechnet. Die Maßnahmen sind auf den ersten Blick,  gerade für die Stadt, 
wirtschaftlich nicht unbedingt lohnenswert. Bei ein er Kosten-Nutzen Betrach- 
tung ist es jedoch zu empfehlen, weitere, oft posit ive Nebeneffekte zu berück- 
                                                
9  Im Strombereich je nach Sektor z.B. zwischen 15 u nd 25 Cent / kWh, im Wärmebereich 
etwa 8 bis 12 Cent /kWh.

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sichtigen 10 . Maßnahmen im Bereich Verkehr sind deswegen oft Er gebnis einer 
Diskussion verschiedenster Akteure vor Ort und könn en nicht anhand ver- 
schiedener Techniken pauschal berechnet werden. Zud em finden sich bei den 
CO 2-Einsparungen noch Effekte aufgrund von Maßnahmen a uf Bundes- Lan- 
des- und EU-Ebene, die gesondert dargestellt werden sollten. 
- Die dargestellten Potenziale im Energiebereich in ( Energieeffizienz und Ener- 
gieversorgung) sind nicht 1:1 aufaddierbar. Sowohl Potenziale im Bereich 
Strom- und Wärmeeffizienz als auch bei der Energiev ersorgung wurden für die 
Zusammenfassung auf Grundlage der Endenergiepotenziale gegen den spezi- 
fischen Strom- und Wärmemix für Münster im Jahr 200 6 gerechnet. Mit einer 
Änderung der Energieversorgungsstruktur werden sich  diese Faktoren jedoch 
ändern. Es ist also davon auszugehen, dass die abso luten Gesamtpotenziale 
unter den Werten einer Aufaddierung der beiden Potenziale liegen werden 11 .  
                                                
10   Beispiel Lärmschutz oder Feinstaub 
11   Eine Verknüpfung der Effizienz- und Versorgungspo tenziale wären wiederum CO 2-
Einsparszenarien, die in diesem Konzept nicht berechnet wurden.

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6. Einsparpotenziale (Effizienz) für verschiedene Anwendungen 
und Sektoren 
Abb. 16:  Strom- und Wärmeeffizienzpotenziale Priva te Haushalte in Münster bezogen auf 
2006  
Emissionsminderungspotenziale in Münster für den Se ktor 
private Haushalte für Strom- und Wärmeanwendungen ( 2020) 
0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 
Warmwasser 
Raumwärme 
Heizung (Effizienz) 
Warmwasser 
Prozesswärme 
Kraft 
Kälte 
Beleuchtung 
IuK 
Tonnen CO2/Jahr IFEU/Gertec 2009 
Strom 
Wärme 
 
Abb. 17:  Effizienzpotenziale im Bereich Strom und Wärme des Sektors Gewerbe in Münster 
bezogen auf 2006 
Emissionsminderungspotenziale in Münster für den Se ktor GHD 
für Strom- und Wärmeanwendungen (2020) 
0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 
Prozesswärme 
Raumwärme und Warmwasser 
Prozesswärme 
Kraft 
Kälte 
Beleuchtung 
Tonnen CO2/Jahr IFEU/Gertec 2009 
Strom 
Wärme

Beratungsverlauf (1)

29.09.2009 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0579/2009
Typ
Vorlagen
Datum
10.09.2009
Erstellt
06.10.2020 14:37