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V/0216/2007

Sanierungsmaßnahmen Aasee 2007

Vorlagen 13.03.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, Sitzung am 02.05.2007, TOP 4.20

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

10324 Zeichen

V/0216/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Sanierungsmaßnahmen Aasee 2007 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
17.04.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 
 
 
Bericht: 
 
 
1. Bericht über die Maßnahmen und das Aaseemonitoring 2006 
 
Die Freilandversuche wurden vom 30. März bis zum 17. August 2006 durchgeführt. Wie schon im 
Vorjahr wurde das Fällungsmittel Eisen-III-Chlo rid an der Roxeler Straße der Münsterchen Aa 
zugeführt, um das Phosphat im Wasser zu binden und es somit vor allem den Blaualgen im Aa-
see als Nahrungsgrundlage zu entziehen. Die Zugabe va riierte je nach Abfluss (zwischen 30 l/s 
bis 3.000 l/s) in der Aa zwischen 11 l/h und 90 l/h Fällungsmittel. Insgesamt waren es in dem 
Zeitraum ca. 165 to. 
 
Als sehr effektiv hat sich dabei erwiesen, mit der Fällung schon im Frühjahr und nicht wie 2005 
erst im Juni zu beginnen. So konnten die hohen Frühjahrszuflüsse bestens ausgenutzt werden, 
das Chlorid frühzeitig in den See zu transportieren, so dass die Blaualgen trotz des lang anhal-
tenden heißen Wetters keine Chance hatten, sich großflächig im See zu entwickeln und auszu-
breiten. Und dass die Gefahr durchaus groß war sieht man an der Tatsache, dass im langen hei-
ßen Sommer bundesweit wieder viele Badeseen wegen der Blaualgen gesperrt werden mussten. 
 
Ebenso positiv ist, dass im renaturierten Bere ich kaum noch Blaualgen auf dem Gewässergrund 
vorgefunden wurden, im Gegensatz zu 2005, als noch ca. 90 % der Flusssohle mit den Algen 
bedeckt war, die von dort mit der leichten Strömung in den Aasee getrieben wurden. 
 
 
1.1  Entwicklung Phosphat 
 
 
Die Phosphatkonzentration der Aa wurde von durchschnittlich 0,24 mg P/l auf 0,036 mg P/l ge-
senkt. Wie erhofft sank nachfolgend auch der Gehal t im Aasee auf dieses niedrige Niveau (im 
Durchschnitt 0,037 mg P/l) ab. Der Zielwert im Aasee von 0,03 mg P/l wurde bedingt durch die 
Vorlagen-Nr.: 
V/0216/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Hirschmann 
Herr Reloe 
Ruf: 
492 67 93 
492 69 30 
E-Mail: 
Hirschmann@stadt-muenster.de 
BertholdReloe@stadt-muenster.de 
Datum: 
20.03.2007 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0216/2007 
 
hohe Wasserführung der Aa direkt nach Versuchsbeginn für drei Monate erreicht. Danach erhöh-
ten sich die Werte nur geringfügig. Die Ursachen waren vor allem die dann sehr geringe Wasser-
führung der Aa, direkt Einleitungen (z. B. über Ossenkampgraben, Canisiusgraben, Gievenbach) 
und einige heftige lokale Regenereignisse.  
 
 
1.2  Entwicklung Microcystin
 
 
Von Frühjahr bis Herbst waren Cyanobakterien, wenn überhaupt, nur in ganz geringer Anzahl zu 
finden. Parallel dazu konnte auch nachhaltig eine enorme Absenkung der Toxinkonzentration 
festgestellt werden. Während 2004 im Schnitt fast 180 µg Microcystin pro Liter (mit Spitzenwerten 
von 2.900 und 3.700 µg/l!!!) im Aasee gemessen wu rde, waren dies 2006 im Schnitt nur noch 3,3 
µg/l; häufig lagen die Werte sogar unter der Nachweisgrenze. Und dass obwohl im Aasee Tem-
peraturen von 29,5° C gemessen wurden, so viel wie noch nie zuvor. Bei gleichem heißem Klima 
hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Massenvorkommen der Blaualgen mit 
Höchstkonzentrationen ihrer giftigen Substanzen eingestellt, so dass häufig vor dem Kontakt mit 
dem Wasser gewarnt werden musste.  
 
 
1.3  Entwicklung Sichttiefe
 
 
Auch beim dritten Parameter für die Einordnung eines Sees wurde bei der Sichttiefe eine sehr 
deutliche und anhaltende Verbesserung gegenüber den Vorjahren erzielt. Im Schnitt lag der Wert 
bei 57 cm; Ende 2006 waren es sogar 115 cm. Die Vergleichswerte von 2004 zeigen eine Sicht-
tiefe von höchstens 20 cm. 
 
 
Insgesamt konnte der Trophiegrad des Aasees um zwei Stufen verbessert werden. Erfreulicher-
weise zeigten die Begleitanalysen keine negativen Auswirkungen wie Anreicherung von Phos-
phaten oder Aufsalzung im Sediment durch das Fällungsmittel. Ebenso gab es keine Ausfälle 
beim Makrozoobenthos (Kleintiere in der Gewässersohle), das über das Saprobiensystem die 
Gewässergüte bestimmt. Diese gute Einstufung liegt in der Aa unverändert bei Güteklasse II (= 
mäßig belastet).  
 
 
1.4  Abfischung
 
 
Die ursprünglich für Januar 2006 geplante Netzzugbefischung zur Reduzierung der Weißfische 
(vor allem Brassen und Plötzen) im Aasee musste auf Grund der Vereisung des Sees auf März 
verschoben werden. Die Probezüge am 23./24. März waren wenig erfolgreich, ebenso die Elekt-
robefischung am 28. März. Als Hauptgrund wurde die lange „Eiszeit“ des zugefrorenen Sees ge-
nannt. Erfolgreicher waren dann die Netzzüge am 11. und 25. April. Insgesamt wurde knapp 1 to 
größerer Weißfische (überwiegend Brassen und Rotaugen) aus dem See gefischt und per Was-
sercontainer zur Ems nach Telgte gebracht. Mehr Exemplare konnten nicht gefangen werden 
(geplant waren eigentlich 2 – 3 to), da viele Tiere schon zum Laichen in die Aa hochzogen waren. 
Die Aktion soll vorerst nicht wiederholt werden.  
 
Um den Bestand an Raubfischen zu erhöhen, hat der Fischereiverein „Frühauf Münster“ im 
Herbst ca. 2.000 Zander in den Aasee gesetzt. 
 
 
1.5  Umgestaltung der Aasee-Ufer
 
 
Die naturnahe Umgestaltung von Uferbereichen ist ein grundsätzliches Ziel am Aasee. In 2006 
wurden zwei Abschnitte ökologisch aufgewertet. Der Bereich westlich der Zookanal-Brücke (an-
grenzend an die bereits umgestalteten Zonen) wurde wasserseits durch Böschungsabflachungen

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V/0216/2007 
 
und Anpflanzungen naturnäher gestaltet. Eine weitere landseitige Umgestaltung wurde durch den 
bestehenden Fußweg verhindert, der aus grünplanerischen Gesichtspunkten nicht verlegt wer-
den sollte. 
 
Als größere Maßnahme wurde die südliche Brachfläche parallel zum Modersohnweg/Parkplatz 
Mecklenbecker Straße zugunsten einer Wasserfläche abgegraben, naturnah umgestaltet und mit 
Vegetationsmatten bepflanzt. Beide Umgestaltungen dienen auch der Kompensation von verlo-
ren gehenden Überschwemmungsgebietsflächen durch den Neubau der Aasee-Terrassen. 
 
 
 
2. Geplante Maßnahmen 2007 
 
Mit der Vorlage V/0287/2005 „Sanierungskonzept Aasee 2005“ wurde ein Maßnahmenprogramm 
für den Aasee und sein Einzugsgebiet vorgestellt und beschlossen, das in verschiedenen Einzel-
punkten weiter durchgeführt werden soll. 
 
 
2.1  Bachentphosphatung in der Aa
 
 
Die Auswertung der Versuche führt zu der Erkenntnis, dass der Erfolg für den Aasee verbessert 
werden konnte, da mit der Bachentphosphatung bereits im Frühjahr zu Zeiten hoher Abflüsse 
und Austauschraten begonnen wurde. Zudem liegen die Phosphate zu Beginn der Vegetations-
phase im Frühjahr überwiegend als gelöste ortho-Phosphate vor, die direkt gefällt werden kön-
nen. Das Fällungsmittel wird als weiterer Freilandversuch von Ende März bis ca. Mitte Juni in die 
Aa eingemischt werden. Das Ziel ist festzustellen, ob sich die positiven Effekte bestätigen und 
weitere Erkenntnisse hinsichtlich der Einrichtung einer weitgehend automatisierten Anlage zu 
erhalten.   
Die Aufträge sowohl für die Durchführung des Freilandversuches als auch für das sogenannte 
Aasee-Monitoring sind inzwischen erteilt. Die Kosten werden rund 45.000 € bzw. 23.000 € betra-
gen. 
Den Auftrag hat das Hygiene-Institut der Universität Münster in Verbindung mit Herrn Professor 
Surholt erhalten. 
 
 
2.2  Umgestaltung des renaturierten Bereichs zwischen Haus Kump und neuem Aasee
 
 
Durch Ortstermine und Besprechungen (auch mit ULB, StUA Münster) wurde die grundsätzliche 
Notwendigkeit zur Optimierung dieses Bereiches von allen Beteiligten erkannt, da die natürliche 
Sukzession und Entwicklung nicht in allen Punkten den Zielvorstellungen gerecht geworden ist. 
Insbesondere sind die morphologischen Defizite hinsichtlich der Strukturgüte auffällig, da sich kein 
klar erkennbares Fließgewässerprofil mit einer deutlichen Trennung zwischen Gewässer und 
Flussaue eingestellt hat. Die breiten, aber nur sehr flachen Wasserflächen mit Stillgewässercharak-
ter führen insbesondere bezüglich der Cyanobakterien zu erheblichen Güteproblemen.  
 
Im Dezember 2006 wurde von einem beauftragten Ingenieurbüro der Entwurf mit den Variantenun-
tersuchungen zur Optimierung dieses Abschnittes vorgelegt. Zurzeit werden die möglichen Maß-
nahmen mit den Fachbehörden ausgewertet und diskutiert. Der Auftrag zur Entwurfsplanung soll 
noch in diesem Jahr vergeben werden.   
 
 
2.3  Renaturierung der Aa zwischen Sentruper Straße und Haus Kump
 
 
Die Flächen beidseitig der Aa zwischen der Brücke Sentruper Straße und Haus Kump befinden 
sich in großen Teilen im Eigentum der Stadt Münster. Die Möglichkeiten zur naturnahen Entwick-

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V/0216/2007 
 
lung der Aa sowie des Meckelbaches zwischen Mecklenbecker Straße und Einmündung in die Aa 
wurden als ergänzender Bestandteil in die o. g. Studie einbezogen. 
 
Auf dieser Grundlage kann in diesem Bereich eine naturnahe Umgestaltung der Aa mit mäandrie-
render Linienführung, Uferabflachungen und -gehölzen sowie Anlage von Uferrandstreifen ange-
strebt werden. Die naturnahe Umgestaltung wird sich positiv auf die Wasserqualität auswirken, da 
ein höherer Grad an Naturnähe auch eine höhere Selbstreinigungskraft im Wasser bewirkt kann. 
Die Abstimmung mit den beteiligten Dienststellen ist für 2007 vorgesehen.  Die Maßnahmen sind 
abhängig von der Variante weiter unterhalb zwischen Haus Kump und Aasee. 
 
 
2.4  Fischpass am Wehr Badestraße
 
 
Die vorbereitende Planung ist für Ende 2007 vorgesehen. 
 
 
2.5  Maßnahmen im Einzugsgebiet
 
 
Nach der Aufstellung des Pflege- und Entwicklungskonzept Münstersche Aa (2004) und dem 
Entwurf des Landschaftsplanes „Roxeler Riedel“ sollen die dort genannten Maßnahmen durch 
den Unterhaltungsverband Havixbeck-Roxel und durch das städtische Tiefbauamt je nach Ver-
fügbarkeit der Flächen sukzessive umgesetzt werden. In erster Linie handelt es sich dabei um: 
 
• Extensivierung der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzung 
 
• Reaktivierung von Überflutungsflächen und Altarmen 
 
• Anlage von Uferrandstreifen 
 
• Verbesserungen in der Sohle und am Ufer 
 
• Gehölzanpflanzungen.  
 
 
Für 2007 sind neben den Verbesserungen zwischen Sentruper Straße und Haus Kump weitere 
ökologische Aufwertungen im Rahmen der Gewä sserunterhaltung zwischen Hülshoffstraße und 
Stodtbrockweg geplant. 
 
 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Schultheiß 
Stadtdirektor

Beratungsverlauf (1)

02.05.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.20 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (7)

  • Roxeler Straße
  • Mecklenbecker Straße
  • Sentruper Straße
  • Hülshoffstraße
  • Modersohnweg
  • Stodtbrockweg
  • Badestraße

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0216/2007
Typ
Vorlagen
Datum
13.03.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37