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0900/2017

Stadt Köln feiert den 100. Geburtstag von Heinrich Böll

Mitteilung Ausschuss 17.03.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 21.03.2017, TOP 8.9

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

9894 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/VII/1 
 
Vorlagen-Nummer  17.03.2017 
 0900/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 21.03.2017 
 
Stadt Köln feiert den 100. Geburtstag von Heinrich Böll 
Am 21. Dezember 2017 jährt sich der Geburtstag des 1985 verstorbenen Heinrich Böll zum 100. Mal. 
Um den Geburtstag des Kölners, der zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern der 
Nachkriegszeit gehört und 1972 den Literaturnobelpreis bekam, zu feiern, hat die Stadt Köln ein viel-
fältiges Programm zusammengestellt:  
 
Kulturamt  
Seit dem Jahr 1985 wird alle zwei Jahre der Böll-Preis verliehen (zuvor hieß er Literaturpreis der 
Stadt Köln). Die Preisverleihung des Jahres 2017 wird am Freitag, 24. November, stattfinden.  
Am Samstag, 25. November 2017, machen sechs bedeutende Autorinnen und Autoren unserer Ge-
genwart, Böll-Preisträgerinnen und -Preisträger früherer Jahre, Bölls Geburtstag zu einem literari-
schen Ereignis. Hans Joachim Schädlich (Böll-Preis 1992), Jürgen Becker (1995), Marcel Beyer 
(2001), Anne Duden (2003), Ulrich Peltzer (2011) und Eva Menasse (2013) werden sich „im Geiste 
Heinrich Bölls“ durch einen eigenen Text oder Beitrag mit Böll auseinandersetzen. Durch Vorschläge 
der Autorinnen und Autoren ergibt sich ein vielfältiges Programm, das auch die Vielgestaltigkeit von 
Heinrich Bölls Wirken widerspiegelt. Die Veranstaltung richtet sich bei freiem Eintritt an die Kölner 
Öffentlichkeit. Sie ermöglicht eine aktuelle Begegnung mit dem Werk Heinrich Bölls und vergegen-
wärtigt die Zeitlosigkeit seines Schaffens. Sie wird vom WDR aufgezeichnet. Veranstaltungsort ist das 
Schauspielhaus Köln. Veranstalter ist die Stadt Köln.  
 
Stadtbibliothek Köln / Heinrich-Böll-Archiv  
Ausstellung: Die Aktivitäten der Kölner Stadtbibliothek und des dort beheimateten Heinrich-Böll-
Archivs fokussieren sich auf die zweite Jahreshälfte 2017. Einer der Höhepunkte wird im Herbst eine 
Ausstellung sein, die ein bislang wenig beachtetes Thema beleuchten wird: Heinrich Böll und die bil-
dende Kunst. Hier geht es vor allem um die Frage, inwieweit sich der Autor mit bildkünstlerischen 
Aspekten auseinandergesetzt hat und welche Spuren diese im Werk Heinrich Bölls hinterlassen ha-
ben. Auch der mitunter enge Austausch zwischen Böll und seinen Künstlerfreunden wird erhellend 
untersucht. Begleitend zur Ausstellung erscheint der 5. Band der Schriftenreihe „lik“ des Heinrich-Böll- 
und des LiK-Archivs. In dieser Reihe erscheint im Kontext der diesjährigen Verleihung des Heinrich-
Böll-Preises ebenso der 2. Band der Preisreden.  
Buchpräsentationen: Am Mittwoch, 18. Oktober 2017, wird ein bislang unbekanntes Kriegstagebuch 
von Heinrich Böll in Kooperation mit dem Kiepenheuer & Witsch Verlag in den Räumen der Stadtbib-
liothek vorgestellt. Weitere Buchpräsentationen sind geplant, unter anderen eine von Jochen Schu-
bert herausgegebene Biografie über Heinrich Böll.  
Weitere Veranstaltungen: Die Stadtbibliothek plant in Kooperation mit dem Kölner Stadt-Anzeiger, 
dem Literaturhaus sowie dem C. Hanser Verlag Aktivitäten im Kin-der- und Jugendbereich zu dem 
Bilderbuch „Der kluge Fischer“, dem Heinrich Bölls Text „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ zu

2 
 
Grunde liegt. Erstmals wird es in Köln das „Junge Buch für die Stadt“ geben. Eine Matinee ist für 
Sonntag, 25. Juni 2017, im VHS-Forum vorgesehen, zu diesem Anlass erscheint auch eine Sonder-
ausgabe des Buches „Der kluge Fischer“.  
 
Oper Köln  
Die Oper Köln zeigt gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik die Uraufführung eines Musikthea-
terwerks des Komponisten Helmut Oehring mit dem Arbeitstitel „… zu weit gehen (Der Engel 
schwieg)“. Helmut Oehring, geboren 1961 in Berlin, komponiert sein Werk unter anderen für die En-
semblemitglieder der Oper Köln Emily Hindrichs, Dalia Schaechter und Adriana Bastidas Gamboa. 
Das Libretto verfasst Stefanie Wördemann basierend auf Texten von Heinrich Böll. Die Uraufführung 
wird am Samstag, 9. Dezember 2017, stattfinden. Es sind derzeit insgesamt fünf Vorstellungen dieser 
Produktion geplant. Bei dieser Uraufführung handelt es sich um eine Auftragskomposition von Oper 
Köln und Ensemble Musikfabrik, die durch die Stadt Köln unterstützt wird. Weitere In-formationen zu 
dieser Uraufführungsproduktion werden auf der Spielplan-Pressekonferenz der Oper Köln bekannt 
gegeben.  
 
Schauspiel Köln  
Das Schauspiel Köln präsentiert die Uraufführung „Ansichten eines Clowns“ von Heinrich Böll in einer 
Theaterfassung und Inszenierung von Thomas Jonigk. Das Stück läuft aktuell ungefähr vier bis fünf 
Mal im Monat im DEPOT 2. Auch in der nächsten Spielzeit wird das Stück, das von Kritikern wie vom 
Publikum hochgelobt wird, zu sehen sein.  
Die Handlung: Die Beziehung Hans Schniers zu seiner Freundin Marie ist Vergangenheit. Doch er 
kann sie nicht loslassen. Immer und immer wieder wird er von albtraumhaften Bildern und Figuren 
seines früheren Lebens heimgesucht. Aus der inneren Emigration heraus verteidigt er seine Wert-
maßstäbe gegen die bundesdeutsche Restaurations-gesellschaft. Das Psychogramm eines Abfälli-
gen in einem Deutschland, in dem die Demokratie noch jung, die Wirtschaft ein Wunder und die Kir-
che einflussreich war.  
„Jörg Ratjen spielt ihn salopp, schnoddrig, auch charmant: ein rhetorischer Rebell, ein Poseur des 
Protests.“ (Andreas Rossmann, FAZ)  
„Ratjens trauriger, sich auskotzender Clown ist ein Meister im unzuverlässigen Erzählen.“ (Christian 
Bos, KSTA)  
Die Termine im März und April 2017: Sonntag, 19. März, Mittwoch, 22. März, Mittwoch, 29. März, 
Mittwoch, 5. April, Freitag, 7. April, Mittwoch, 26. April. Weitere Termine folgen.  
 
Hänneschen-Theater  
Das Hänneschen-Theater und die Günter und Ute Grass-Stiftung präsentieren am Sonn-tag, 30. April 
2017, um 20.30 Uhr im Hänneschen-Theater den „Freipass, Band 2“: Lesung und Gespräch über 
Beiträge des Heinrich Böll gewidmeten Bandes, der seinem Anspruch, ein diskussionsanregendes 
Forum für Literatur, Bildende Kunst und Politik zu sein, erneut alle Ehre macht. Mitwirkende sind: 
Fridolin Schley (Autor, Lektor, Redakteur), Volker Neuhaus (Mitherausgeber des „Freipass“ und 
Grass-Forscher), Dorothee Römhild (Germanistin, Böll- und Grass-Forscherin) und Frauke Kemmer-
ling (Intendantin des Hänneschen-Theaters). Moderation: Kai Schlüter (Kulturchef Radio Bremen und 
Herausgeber mehrerer Dokumentationen zu Günter Grass). Im Zentrum des aktuellen Freipass-
Bandes steht das Lebenswerk des Schriftstellers und engagierten Zeitgenossen Heinrich Böll. Dar-
über hinaus setzen sich namhafte Autoren wie Terézia Mora, Thomas Weiss und Sherko Fatah auf 
ihre ganz persönliche Art mit dem anhaltend aktuellen Thema „Flucht und Vertreibung“ auseinander. 
Ergänzt wird das vielstimmige Buch durch Beiträge zur gegenwärtigen Grass-Forschung, Archivex-
peditionen und bislang unveröffentlichte Grass-Arbeiten aus seiner Düsseldorfer Studienzeit.  
Das Titelbild zeigt „Bölls Schreibmaschine“, eine Lithographie von Grass aus dem Jahre 1983. Hein-
rich Böll stellte Grass für diese Zeichnung seine Schreibmaschine als Modell zur Verfügung und 
schickte ihm eine Liste der Bücher, die er auf der Maschine getippt hatte. Als Bonusmaterial liegen

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dem Buch zwei CDs bei, auf denen die Original-Nobelpreisreden von Heinrich Böll und Günter Grass 
zu hören sind.  
Der Eintritt für die auf Kommunikation mit dem Publikum ausgerichtete Kooperationsveranstaltung 
beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Karten sind ab dem 15. März 2017 im Hänneschen-Theater 
(www.haenneschen.de, haenneschen@stadt-koeln.de) erhältlich.  
Fragen beantwortet die Günter und Ute Grass-Stiftung unter Tel. 0451-794800 (vormittags) oder per 
E-Mail an guugstiftung@gmail.com.  
 
Museum Ludwig  
„Die humane Kamera – Heinrich Böll und die Fotografie“, 1. September 2017 bis 7. Januar 2018  
Ein Jahr nach Heinrich Bölls Tod, im Jahr 1986, eröffnete das Museum Ludwig im neu errichteten 
Gebäude. Die Adresse lautet: Heinrich-Böll-Platz. In der Sammlung Fotografie des Museum Ludwig 
liegen zahlreiche Werke, die entweder Heinrich Böll zeigen oder die ihm vertraut waren. Bildbände 
wie Chargesheimers „Unter Krahnenbäumen“, „Im Ruhrgebiet“ (beide 1958) oder „Menschen am 
Rhein“ (1960) wurden von seinen Texten begleitet. 1964 verfasste Böll den Text „Die humane Kame-
ra“, in dem er eine „Moral der Fotografie“ formuliert. Anlässlich des 100. Geburtstags von Heinrich-
Böll beleuchtet das Museum Ludwig in seinen neu eröffneten fotografischen Räumen der ständigen 
Sammlung Bölls Verhältnis zur Fotografie und dem Fotografieren.  
Als Autor war Böll auch selbst begehrtes Sujet der Fotografen. Zu Lebzeiten erschienen zwei Bild-
bände seiner Porträts, fotografiert unter anderen von Heinz Held. Zu ihm unter-hielt er auch eine 
Freundschaft. Fragt man nun nach Bölls privatem Umgang mit der Fotografie, fällt auf, wie viele Bilder 
in seinem Arbeitszimmer und in der Küche hingen. Da sind die Fotos der Kinder am Bücherregal be-
festigt. Da ist aber auch der Schnapp-schuss Rosa Luxemburgs über dem Küchentisch.  
Welche Bedeutung hatte die Fotografie für Böll? Das Sehen war für ihn der zentrale Sinn, um sich die 
Welt zu erschließen. In seinem „Bekenntnis zur Trümmerliteratur“ (1952) insistiert er auf der Notwen-
digkeit für den Schriftsteller zu sehen: „Ein gutes Auge gehört zum Handwerkszeug des Schriftstel-
lers.“ Für seinen Roman „Frauen vor Flusslandschaft“ (1985) bat Böll seinen Sohn René um Fotogra-
fien ausgesuchter Orte in Bonn, die dann im Roman beschrieben wurden. Die Fotografie war ihm hier 
visuelles Hilfsmittel, gleichzeitig weiß er aber auch um ihre Fähigkeit, „im einzelnen Schicksal das 
Allgemeine zum Bild“ werden zu lassen.  
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/100-
geburtstag-von-heinrich-boell  
 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

21.03.2017 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.9 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0900/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
17.03.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27