V/0291/2008
Stadtregionale Bürgerumfrage 2006 zum Wohnen - "Auswertung der Münsteraner Ergebnisse"
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Berichtsvorlage
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V/0291/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Stadtregionale Bürgerumfrage 2006 zum Wohnen - "Auswertung der Münsteraner Ergebnisse" Beratungsfolge 11.06.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht Bericht: 1. Anlass und Ziel Im Jahr 2006 wurde von der Stadt Münster gemeinsam mit 10 benachbarten Kommunen eine abgestimmte Bürgerumfrage zur aktuellen und zukünftigen Wohnungsmarktentwicklung in der Stadtregion durchgeführt. Eine kooperative Auswertung für die Stadtregion (insgesamt) und die beteiligten Kommunen (einschließlich Münster) wurde Anfang 2007 fertig gestellt und mit einer Berichtsvorlage im ASSVW am 22.03.2007 vorgelegt (Vorl. V/0194/2007 – Bericht verfügbar: http://www.muenster.de/stadtentwicklung/pdf/Stadtregionale_Bürgerumfrage_2006.pdf). Die Umfrage gibt jedoch nicht nur Hinweise zur Stellung Münsters im Vergleich zum Umland , vielmehr erlaubt die Untersuchung auch die Möglichkeit zu einer stadtteilorientierten Betrach- tung der Einschätzungen rund um das Thema Wohnen. Die sukzessive Einbeziehung der Um- frageergebnisse in die laufende Arbeit der Verwaltung hat deutlich gemacht, dass eine systema- tische Auswertung auf Stadtteilebene und eine Zusammenschau der Ergebnisse – über die Ein- zelfallbetrachtung hinaus – wichtige Planungs- und Entscheidungsgrundlagen liefern würde. Da- her wurde eine Zusammenschau der Stadtteilergebnisse erstellt, die an die stadtregionale Aus- wertung anknüpft und diese mit dem Fokus auf die Münsteraner Stadtteile vertieft. Die Bürgerumfrage behandelt das Thema „Wohnen“ vor dem Hintergrund des demographischen Wandels insbesondere unter folgenden Gesichtspunkten: 1. Wohnsituation und Wohnzufriedenheit 2. Umzugspläne und Bedeutung von Faktoren bei der Wohnstandortwahl 3. Wohnperspektiven im Alter („55PLUS“) 4. Kinder- und Familienfreundlichkeit der Stadtteile Der vorliegende Bericht ergänzt damit nicht nur die Anfang 2008 vorgelegten Stadtteilsteckbriefe (http://www.muenster.de/stadt/stadtplanung/zahlen.html) um die Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger, sondern liefert insbesondere auch wichtige Grundlagen für die laufenden konzeptio- Vorlagen-Nr.: V/0291/2008 Auskunft erteilt: Herr Hauff Ruf: 492 6135 E-Mail: HauffTho@stadt-muenster.de Datum: 19.05.2008 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0291/2008 nellen und planerischen Arbeiten (v.a. Konzipierung „Strategische Wohnstandortpolitik“, „Hand- lungskonzept Demographischer Wandel“, „Konzepte für das Wohnen im Alter – stadtteilorientier- te Alten- und Pflegehilfeplanung“, Fortschreibung „Einzelhandelskonzept“, Neuaufstellung „Ver- kehrsentwicklungsplan 2025“, Stadtteilrahmenplanungen Handorf und Sprakel). Da die Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger in der Regel sehr stabil sind, haben die grundsätzlichen Aussagen aus der Umfrage auch 2008 noch Gültigkeit. Im Einzelfall ist allerdings zu berücksichtigen, dass zwischenzeitlich rea lisierte Maßnahmen vor Ort (z.B. Kindertagesstät- tenausbauprogramm für unter 3-Jährige) aktuell wahrscheinlich in den jeweiligen Stadtteilen zu verbesserten Umfrageergebnissen führen würden. Die Vorlage fasst zunächst die wichtigsten Umfrageergebnisse zusammen (Kap. 2), bevor diese Erkenntnisse mit laufenden konzeptionellen und planerischen Prozessen in Beziehung gesetzt werden (Kap. 3). 2. Ausgewählte Kernergebnisse für Münster Die Darstellung ausgewählter Kernergebnisse konzentriert sich auf die Ebene der Gesamtstadt Münster in Bezug zum Umland sowie auf den Bezirk Münster-Mitte und die Außenstadtteile. Für die Stadtteile wird die Spannweite der Ergebnisse dargestellt. Eine detaillierte stadtteilbezogene Betrachtung der Umfrageergebnisse ist im Rahmen einer kompakten Berichtsvorlage nicht mög- lich und aufgrund der Zielstellung dieser Vorlage auch nicht intendiert. Ausführliche Informationen sind dem Bericht „Stadtregionale Bürgerumfrage 2006 – Dokumentation der Münsteraner Ergeb- nisse“ zu entnehmen (Anlage 1), der zusätzlich noch über einen umfangreichen Tabellenanhang und einen systematischen Ergebnisüberblick als Kurzfassung verfügt. Den nachfolgend dargestellten Bewertungen durch die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger liegt eine Bewertungsskala von (1) = „sehr zufrieden“/„sehr gut“/„sehr wichtig“, (2) = „zufrie- den“/„gut“/„wichtig“ über (3) = „teils/teils“, (4) = „nicht zufrieden“/„schlecht“/„nicht wichtig“ bis hin zu (5) = „völlig unzufrieden“/„sehr schlecht“/„völlig unwichtig“ zugrunde. 2.1 Wohnsituation und Wohnzufriedenheit • Zufriedenheit Wohnung: Es zeigt sich insgesamt eine hohe Wohnzufriedenheit mit der Woh- nung bei einem Mittelwert von 1,8 (Umland 1,6). In der Bewertung der Wohnung nach Stadt- teilen reicht die Spanne auf der Zufriedenheitsskala von 1,5 bis 2,1 [vgl. Anlage 1, Seite 35, Abbildung 10]. • Zufriedenheit Wohngegend: Die Wohngegend wird für Münster-Gesamt mit einem Mittelwert von 1,9 bewertet (Umland 1,8); die Bewertungsspanne zwischen den Stadtteilen liegt zwi- schen 1,6 und 2,8. In Münster-Mitte zeigen sich die Befragten mit 1,8 im Mittelwert zufriedener mit der Wohngegend als in den Außenstadtteilen mit 2,1 [vgl. Anlage 1, Seite 36, Abbildung 11]. - Hauptkritikpunkte in Bezug auf Wohnung und Wohnumfeld: „Modernisierungsbedarf“ (23 % der Nennungen), „(Verkehrs)Lärm“ (Wohnung 17 %, Wohnumfeld 28 %) und „mangelhafte Ein- kaufsmöglichkeiten“ (21 %). Mit einigem Abstand folgt „Wohnung zu teuer“ (MS: 14 %, Um- land 10 %) [vgl. Anlage 1, Seite 38, Abbildung 13; Seite 42, Abbildung 16]. - In Münster-Mitte ist der „Verkehrslärm“ mit Abstand der Hauptkritikpunkt (33 %), in den Au- ßenbezirken wird das Hauptproblem in den „mangelhaften Einkaufsmöglichkeiten“ gesehen (26 %), allerdings entfallen hier auch 24 % der Nennungen auf „zu hoher Verkehrslärm“. Im Umland entspricht die Rangfolge der benannten störenden Faktoren weitgehend den Münste- raner Einschätzungen [vgl. Anlage 1, Seite 42, Abbildung 16]. - Für Haushalte mit Kindern stellt sich ebenso wie für Haushalte ohne Kinder der „Modernisie- rungsbedarf“ als Hauptproblem (23 % der Nennungen) dar. Bei Haushalten mit Kindern folgen dann wohnungsbezogen „Wohnung zu klein“ (20 %), „Wohnung zu teuer“ (16 %) und „kein Garten“ (15 %) sowie wohnumfeldbezogen „mangelhafte Einkaufsmöglichkeiten“ (22 % der 3 V/0291/2008 Nennungen), „zu hoher Verkehrslärm“ (21 %) und „unzureichende Spielmöglichkeiten für Kin- der“ (17 %) [vgl. Anlage 1, Seite 117, Tabelle 19; Seite 127, Tabelle 27]. • Maßnahmen zur Änderung der bemängelten Situation : Eine abwartende Haltung ist mit 47 % „Spitzenreiter“ der genannten Alternativen für die Münsteraner (Umland 43 %); 17 % wollen in Münster die Mängel beseitigen (Eigeniniti ative oder Vermieter), 17 % wollen eine andere Wohnung bzw. ein anderes Haus mieten und Eigentumsbildung streben 13 % an. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der Wohnsituation in Münster und seinen Stadtteilen. Die geäußerten Hauptkritikpunkte „Modernisierungsbedarf“, „(Verkehrs-)Lärm“ und „mangelhafte Einkaufsmöglichkeiten“ haben anscheinend keine wesentli- chen Auswirkungen auf die Zufriedenheit, da sie nicht zwangsläufig vermehrte Maßnahmen zur Änderung der Situation (z.B. Umzug) nach sich ziehen. 2.2 Umzugspläne und Bedeutung von Merkmalen bei der Wohnstandortwahl • Wohnortwechsel: Sowohl beabsichtigte Wechsel des Stadtteils als auch Wegzüge in die Stadt- region sind nicht in größerem Umfang aus den Befragungsergebnissen abzulesen. Lediglich 9% der Befragten äußern den konkreten Wunsch, den jetzigen Wohnort zu verlassen (Umland 5%) [vgl. Anlage 1, Seite 66, Abbildung 26]. • Umzugsmotivation: Ausschlaggebend für Wegzug oder Verbleib in Münster sind die „persönli- che Situation“ (52 % der Mehrfachnennungen, Umland: 55 %) und „berufliche Aspekte“ (37 %, Umland 33 %). Auf das „Wohnungs- bzw. Baulandangebot“ als Bedingung für den Verbleib in Münster entfallen 11 % der Mehrfachnennungen (Umland 11 %) [vgl. Anlage 1, Seite 66, Ab- bildung 26]. Insbesondere für 18-29-Jährige spielen „berufliche Aspekte“ für den Verbleib die entscheidende Rolle (59 % der Mehrfachnennungen). • Umzugsrelevante Kriterien / Wohnstandortwahl: - Als besonders wichtig für die Wohnstandortwahl im Falle eines Umzugs erweisen sich die As- pekte „Nähe zu guten Einkaufsmöglichkeiten“ (12 % ausschlaggebend, 27 % wichtig), „Gute Verbindungen über Busse und Bahnen“ (10 % ausschlaggebend, 22 % wichtig), „Gute Anbin- dung an das Hauptverkehrsstraßennetz“ (8 % ausschlaggebend, 21 % wichtig) sowie „Ange- bot an medizinischer Versorgung“ (8 % ausschlaggebend, 21 % wichtig). Insbesondere in den kleineren Außenstadtteilen wird dem Aspekt „Versorgung“ eine besonders hohe Bedeutung zugemessen [vgl. Anlage 1, Seite 74 / 76, Abbildungen 32 - 33]. - Wichtigste umzugsrelevante Kriterien im Umland: „Gute Einkaufsmöglichkeiten“ (6 % aus- schlaggebend, 17 % wichtig), „Gute Verbindungen über Busse und Bahnen“ (6 % ausschlag- gebend, 13 % wichtig), „Angebot an medizinischer Versorgung“ (5 % ausschlaggebend, 15 % wichtig), „Gute Anbindung an das Hauptverkehrsstraßennetz“ (5 % ausschlaggebend, 14 % wichtig). • Wohnwünsche: Von den grundsätzlich in Münster Umzugsbereiten streben 41 % eine Woh- nung in einem Mehrfamilienhaus an (27 % Miete, 7 % Eigentum, 6 % unentschieden), 24 % ein freistehendes Einfamilienhaus (davon 16 % Eigentum) und 13 % ein Doppel-/Reihenhaus (davon 7 % Eigentum). Diese Werte differieren deutlich nach dem Wohnort der Befragten in Münster. Bei denjenigen, die in Münster-Mitte wohnen und gr undsätzlich umzugsbereit sind, liegt der Wunsch nach einer Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus bei 32 %, bei den Befragten in den Außenstadtbezirken bei 22 % und im Umland immerhin noch bei 12 %. Bei den Umzugsbereiten im Umland streben 39 % ein eigenes freistehendes Einfamilienhaus an, von den Außenstadtbe- wohnern 18 % und den Befragten in Münster-Mitte 15 % [vgl. Anlage 1, Seite 69 - 70, Abbildun- gen 28/29, Tab. 50]. Bei früheren Untersuchungen zu den Wohnwünschen von Bauwilligen hat sich allerdings gezeigt, dass bei zunehmender Konkretisierung des Finanzbudgets anstatt des ursprünglich gewünschten „freistehenden Einfamilienhauses“ dann deutlich stärker „Doppel- und Reihenhäuser“ realisiert wurden. 4 V/0291/2008 2.3 Wohnperspektiven im Alter („55Plus“) Im Zuge des demographischen Wandels gewinnt die Beschäftigung mit den Wohnperspektiven einer älter werdenden Bevölkerung zunehmende Bedeutung. In Anlehnung an die wohnungswirt- schaftliche und wissenschaftliche Diskussion werden vor diesem Hintergrund die Antworten der Altersgruppe 55Plus näher betrachtet. • Kriterien für Wohnen im Alter: - Hoher Stellenwert des Erhalts der Selbstständigkeit, möglichst „in den eigenen vier Wänden“ (98 % „sehr wichtig/wichtig“; Umland 99 %). - Voraussetzung für eine möglichst lange selbstständige Lebensführung sind kurze Wege zum Einkauf (97 % „sehr wichtig/wichtig“; Umland 96 %) und eine gute pflegerisch/medizinische Infrastruktur im Stadtteil („Arzt in der Nähe“ 94 % „sehr wichtig/wichtig“; Umland 96 %); in den Münsteraner Außenstadtteilen kommt dem Vorhandensein pflegerisch/medizinischer Infra- strukturangebote und hauswirtschaftlicher Unterstützungsleistungen eine noch höhere Bedeu- tung zu als in Münster-Mitte. - Im Falle einer eintretenden Hilfsbedürftigkeit ist der Erhalt von notwendigen Unterstützungs- leistungen ein wesentliches Anliegen der Befragten (97 % „sehr wichtig/wichtig“; Umland 98 %). - Der Wunsch, mit Familie und/oder Freunden in räumlicher Nähe zu leben, ist bei den Münste- ranern der Altersgruppe „55Plus“ stark ausgeprägt (77 % „sehr wichtig/wichtig“). Im Umland liegt der Wert mit 87 % noch höher [vgl. Anlage 1, Seite 80, Abbildung 35]. • Wunschwohnform/-konzepte: Der Wunsch nach „eigenständigem Wohnen mit Serviceleistungen“ ist der Hauptwunsch der Befragten (44 % „auf jeden Fall“). Dem „Seniorenstift/-heim“ als Wohnform kommt eine unter- geordnete Bedeutung zu (3 % „auf jeden Fall“). Auch „Wohnprojekte (Wohnen von Jung und Alt) spielen eine eher nachrangige Rolle (8 % „auf jeden Fall“) [vgl. Anlage 1, Seite 195, Tabel- le 64, 65]. • Wohnort in Münster: - Der Verbleib in ihrem jeweiligen Umfeld nimmt für ältere Bürgerinnen und Bürger Münsters einen hohen Stellenwert ein. 73 % der Befragten geben den jetzigen Wohnort als den ge- wünschten Wohnort im Alter an (Umland 84 %). Bei Befragten aus dem Bezirk Münster-Mitte ist dieser Wunsch mit 76 % noch stärker als bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Au- ßenbezirke (71 %). - Der Wunsch, in einen Ort innerhalb der Stadtregion zu ziehen, ist in den Außenstadtbezirken mit 10 % der Nennungen doppelt so hoch ausgeprägt wie in Münster-Mitte [vgl. Anlage 1, Sei- te 79, Abbildung 34]. Insgesamt kommt für die Wohnsituation im Alter deutlich der Wunsch nach selbstständigem Wohnen in vertrauter Umgebung zum Ausdruck. Einer guten fußläufig erreichbaren Infrastruktur wird dabei eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. 2.4 Einschätzung der Kinder- und Familienfreundlichkeit der Münsteraner Stadtteile Angesichts des demographischen Wandels und der stadtstrategischen Ziele sind die Kinder- und Familienfreundlichkeit der Stadtteile von großer Bedeutung. Mit dem Kindertagesstättenausbau- programm für unter 3-Jährige sowie dem Kinder- und Jugendförderplan sind hier weitere Ange- botsverbesserungen eingeleitet worden, die die Untersuchung aufgrund des Erhebungsdatums im Jahr 2006 noch nicht umfassend berücksichtigen konnte. Beispielsweise haben sich nach zwischenzeitlicher Eröffnung der Modelleinrichtung Roxel „Kindertageseinrichtung und Kinder- und Jugendeinrichtung unter einem Dach“ bzw. werden sich nach Realisierung der Planungen für entsprechende Kombi-Einrichtungen in Handorf und Sprakel die Kinder- und Familienfreundlich- 5 V/0291/2008 keit in diesen Stadtteilen weiter verbessern. Die vorliegenden Umfrageergebnisse bestätigen diese Planungen. a. Familienrelevante Stadtteilinfrastruktur (Kita/Kiga, Schule, Spiel- und Freizeitangebote) • Betreuungsangebote für Kleinkinder unter 3 Jahren : Die Bewertung liegt mit einem Mittelwert für Münster von 2,8 in einem durchaus befriedigenden Bereich (Umland 2,9). In den Stadttei- len reicht die Zufriedenheit von 2,4 bis 3,3 [vgl. Anlage 1, Seite 52, Abbildung 19]. • Betreuungsangebote für Kinder zwischen 3 Jahren und dem Schuleintritt : Insgesamt erfolgt eine gute Bewertung mit einem Mittelwert von 2,2 (Umland 2,1). Die Zufriedenheit ist über alle Stadtteile hinweg gut [vgl. Anlage 1, Seite 52, Abbildung 19]. • Grundschule in angemessener Entfernung: Die Bewertung fällt mit 1,8 im Mittelwert für Münster sehr positiv aus (Umland 1,8). Auch auf der Ebene der Stadtteile zeigen sich durchgehend sehr gute bis gute Werte (Spanne 1,6 bis 2,1) [vgl. Anlage 1, Seite 55, Abbildung 20]. • Weiterführende Schulen: Die Gesamtbewertung für Münster liegt bei einem guten Mittelwert von 2,2 (Umland 2,4). Münster-Mitte wird mit 1,9 deutlich besser eingeschätzt als die Münste- raner Außenbezirke mit 2,4 [vgl. Anlage 1, Seite 55, Abbildung 20]. • Spielmöglichkeiten für Kinder im Wohnumfeld : Die Münsteraner äußern sich mit 2,3 im Mittel- wert ausgesprochen zufrieden (Umland 2,5). In den Außenstadtteilen wird das Angebot ge- ringfügig positiver beurteilt (2,3) als in Münster-Mitte (2,4). In den Stadtteilen reicht die Spanne von 2,1 bis 2,7 [vgl. Anlage 1, Seite 57, Abbildung 21]. • Freizeitangebote von Kommune, Kirche und Vereinen : Die Bewertung fällt gesamtstädtisch be- trachtet mit einem Mittelwert von 2,3 gut aus (Umland 2,3). Das Angebot der Außenstadtteile (2,2) wird nahezu gleich wie das Angebot in Münster-Mitte (2,3) bewertet. In den Stadtteilen reicht die Spanne von 2,0 bis 2,8 [vgl. Anlage 1, Seite 57, Abbildung 21]. • Kommerzielle Freizeitangebote: Die Bewertung liegt für Münster-Gesamt mit 2,9 noch in einem durchaus befriedigenden Bereich (Umland 3,1). Die Zufriedenheit mit den Angeboten ist in Münster-Mitte (2,7) ausgeprägter als in den Außenbezirken (3,0) [vgl. Anlage 1, Seite 57, Ab- bildung 21]. Die familienrelevante Stadtteilinfrastruktur wird in den Münsteraner Stadtteilen insgesamt gut bis zufriedenstellend bewertet. Ein Blick auf die Bewertungen des Umlandes für den Bereich „Famili- enrelevante Infrastruktur“ zeigt, dass die Bewertungen in den einzelnen Kategorien zwischen Münster und den Umlandgemeinden insgesamt nur unwesentlich voneinander abweichen, doch ist die Spanne in der Bewertung zwischen den Ortsteilen/Nebenorten im Umland größer als zwi- schen den Stadtteilen Münsters. b. Kinderfreundlichkeit und Verkehrssicherheit im Stadtteil • Die Kinderfreundlichkeit des Stadtteils wird gesamtstädtisch mit 2,5 im Mittelwert bewertet (Umland 2,5). Bewertungen auf Stadtteilebene weisen eine Spanne von 2,3 bis 3,0 auf [vgl. Anlage 1, Seite 59, Abbildung 22]. • Die Verkehrssicherheit im Stadtteil wird für Münster mit durchschnittlich 2,7 (Umland 2,6) be- wertet. Zwischen den Stadtteilen gibt es eine deutliche Schwankungsbreite in der Zufrieden- heit von 2,2 bis 3,8 [vgl. Anlage 1, Seite 60, Abbildung 23]. Die Gesamtbewertung für den Bereich Kinder- und Familienfreundlichkeit liegt in Münster - eben- so wie in den Umlandgemeinden - in einem gut en bis befriedigenden Bereich. Dabei steht die Bewertung der Kinderfreundlichkeit des Stadtteils in enger inhaltlicher Verknüpfung mit der Ver- kehrssicherheit im Stadtteil. So erzielen einzelne Stadtteile, die in Bezug auf ihre Verkehrssicherheit in der Einschätzung der Befragten schlechter bewertet werden, auch in Bezug auf die Bewertung der Kinderfreundlichkeit als Ganzes nicht so gute Zufriedenheitswerte und dass, obwohl sie bei der Bewertung der ein- 6 V/0291/2008 zelnen Elemente der familienrelevanten Stadtteilinfrastruktur gute bis sehr gute Werte in der Zu- friedenheit aufweisen. Somit überlagert das Empfinden der Verkehrssicherheit alle anderen Be- wertungsbereiche zur Kinder- und Familienfreundlichkeit. 3. Nutzung der Ergebnisse für laufende Erarbeitungsverfahren und Planungsprozesse Die Umfrage liefert aufgrund der parallelen Durchführung in Münster und 10 benachbarten Kom- munen, des Einbezugs von 18 Münsteraner Stadtteilen und der Behandlung aktuell diskutierter Fragen (z.B. Münster als Wohnstandort, Wohnen im Alter, Familienfreundlichkeit in Münster) wichtige grundsätzliche Erkenntnisse. Diese Erkenntnisse werden im Folgenden in Bezug zu den laufenden Erarbeitungsverfahren sowie Diskussions- und Planungsprozessen gesetzt: • Hinweise für eine strategische Wohnstandortpolitik Die Umfrageergebnisse belegen eine grundsätzlich hohe Zufriedenheit mit Wohnung und Wohn- umfeld in Münster, auch im Vergleich zu den Umlandgemeinden. Die Kritikpunkte des Wohnum- felds sind bei der Stadt Münster und den Umlandkommunen tendenziell identisch („Verkehrs- lärm“, „Verfügbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten“), für die einzelnen Stadtteile zeigen sich durch- aus unterschiedliche Einschätzungsmuster, die von den entsprechenden Fachplanungen zu prü- fen sind (z.B. Fortschreibung „Einzelhandelskonzept“, Neuaufstellung „Verkehrsentwicklungsplan 2025“, Stadtteilrahmenplanungen). Die hohe Zufriedenheit äußert sich auch darin, dass sowohl beabsichtigte Umzüge in einen ande- ren Münsteraner Stadtteil als auch Umzüge in di e Stadtregion nicht in größerem Umfang aus den Befragungsergebnissen abzulesen sind. Ausschlaggebend bei Jüngeren für einen Wegzug bzw. einen Verbleib sind insbesondere auch die beruflichen Perspektiven, so dass neben einem an- gemessenen Wohnungs- und Baulandangebot vor allem auch den Rahmenbedingungen für ein entsprechendes Arbeitsplatzangebot besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Unter den grundsätzlich umzugsbereiten Münsteranerinnen und Münsteranern ist die Nachfrage nach Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern sowie nach Eigentumsobjekten im Einfamilien- haussegment nahezu annähernd gleich hoch. Grundsät zlich zeigt sich, dass bei der Standort- wahl gute Versorgungsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung (Hauptverkehrsstraßen- netz, Busse und Bahnen) eine wesentliche Rolle spielen. Insbesondere die 18-29-Jährigen präfe- rieren die Nähe des Stadtzentrums, das Wohnen in der Stadt und die Nähe des Arbeitsplatzes. Das Wohnen im ländlichen Raum bzw. im Dorf ist weder für Haushalte mit Kindern noch für Haushalte ohne Kinder von besonderer Relevanz. Für Haushalte mit Kindern besitzen Tagesbetreuungsangebote für Kinder, Nähe zu Grundschu- len am Ort und Nähe zu weiterführenden Schulen darüber hinaus besonders hohe Bedeutung bei einem eventuellen Umzug. Die insgesamt gut bewertete und mittlerweile noch weiter entwickelte familienrelevante Stadtteilinfrastruktur stellt damit einen sehr wesentlichen Faktor im „Wettbe- werb um Einwohner“ dar. Die Umfrageergebnisse belegen, dass eine zentrenorientierte Infrastrukturentwicklung sowohl von hoher Bedeutung für die aktuelle Zufriedenheit ist als auch von Umzugsbereiten als relevan- ter Entscheidungsfaktor eingestuft wird. Kurze Wege und zentrenorientierte Entwicklungen wer- den damit zu einer sehr wesentlichen Grundlage für die Wohnstandortentwicklung. • Stadtteilorientierte Konzepte für das „Wohnen im Alter“ – Notwendigkeit zur Quar- tiersentwicklung Die Umfrageergebnisse belegen den sehr starken Wunsch der „Generation 55Plus“ nach Erhalt der Selbstständigkeit (möglichst in den eigenen vier Wänden). Kombiniert mit dem hohen Stel- lenwert des Verbleibs im jetzigen Umfeld resultiert hieraus der planerische Auftrag, die Voraus- setzungen hierfür im Rahmen der Quartiersentwi cklung - insbesondere auch im Hinblick auf die Infrastrukturangebote (v.a. Nahversorgung, medizinische/pflegerische Infrastruktur) - zu schaffen. 7 V/0291/2008 Die Ansätze einer stadtteilorientierten Alten- und Pflegehilfeplanung erfahren durch die Umfrage- ergebnisse eine deutliche Bekräftigung. • Fortschreibung „Einzelhandelskonzept“ Die Umfrageergebnisse unterstützen – auch aus den Anforderungen für das „Wohnen im Alter“ – sehr grundsätzlich die Aussagen der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts zur möglichst flächendeckenden Sicherstellung von fußläufig erreichbaren Nahversorgungsangeboten in den Wohnquartieren. Darüber hinaus lässt sich aus den Ergebnissen auch die Bedeutung entspre- chender Versorgungs-/Einkaufsmöglichkeiten als wichtige Faktoren für die Wohnstandortwahl bei einem Umzug ablesen. Die Ergebnisse der Bürgerumfrage verdeutlichen somit in hohem Maße die Nachfrage nach „Kurzen Wegen“, die sich aus mehreren Antwortkomplexen sehr deutlich ablesen lässt. Wesentli- cher Garant für die Sicherung „Kurzer Wege“ ist die Bündelung von Versorgungsangeboten in den zentralen Versorgungsbereichen. Dieser Ansatz wird bei der Fortschreibung des „Einzelhan- delskonzepts“ verfolgt, so dass hiermit die Befragungsergebnisse bereits umgesetzt werden. Bei den „Hauptkritikpunkten“ in Bezug auf das Wohnumfeld spielen „mangelhafte Einkaufsmög- lichkeiten“ durchaus für einige Stadtteile eine Rolle (vgl. Anlage 1, S. 44, Abbildung 17). Hier ist vor dem Hintergrund eingeleiteter und teilweise bereits umgesetzter Planungen (z.B. Roxel, Han- dorf, Nienberge, Mecklenbeck) darauf zu verweisen, dass sich die Versorgungsmöglichkeiten bereits verbessert haben bzw. werden. • Neuaufstellung „Verkehrsentwicklungsplan 2025“ Bei einem Umzug sind für Münsteranerinnen und Münsteraner gute Verbindungen über Bus- se/Bahnen sowie eine gute Anbindung an das Hauptverkehrsstraßennetz von großer Bedeutung. Dieser Anspruch ist bei der Neuaufstellung des „Verkehrsentwicklungsplans 2025“ zu berücksich- tigen. Gleichzeitig lassen die Untersuchungsergebnisse auch Aussagen zum Thema „Verkehrs- lärm“ zu, der in einigen Stadtteilen durchaus als wichtiger Kritikpunkt benannt wird. Diese Prob- lematik ist vorrangig im Rahmen der Lärmaktionsplanung aufzugreifen, gleichzeitig wird sie aber in mittel- bzw. langfristiger Perspektive auc h beim Verkehrsentwicklungsplan 2025 thematisiert. Ebenso wird bei der funktionalen Bewertung des Straßennetzes für den Verkehrsentwicklungs- plan 2025 auch die Frage der Verkehrssicherheit aufgegriffen, zu der die Umfrage ebenfalls Ein- schätzungen liefert. Inwieweit kurzfristige Handlungsmöglichkeiten zur Steigerung der Verkehrs- sicherheit bestehen, wird im Masterplan „Unfallprävention“ geprüft. • Laufende Stadtteilrahmenplanungen Die Umfrageergebnisse sind bereits in die laufenden Stadtteilrahmenplanungen für Handorf und Sprakel eingeflossen. Es hat sich gezeigt, dass die Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger eine wichtige informatorische Grundlage bilden. Daher werden Erkenntnisse aus der Umfrage selbstverständlich auch für künftige Stadtteil(rahmen)planungen genutzt werden können und müssen. Als relevante und konkret nutzbare Informationen stehen beispielsweise zur Verfügung: Wohndauer im Stadtteil, Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld im Stadtteil, Beur- teilung der kinder- und familienorientierten Infrastruktur, Aussagen zu Kritikpunkten am Stadtteil (z.B. Einkaufsmöglichkeiten). • Ergänzung der Stadtteilsteckbriefe Anfang 2008 wurden auf der räumlichen Ebene der statistischen Bezirke Stadtteilsteckbriefe vor- gelegt, die nicht nur zentrale Basisdaten zur Flächen-, Bevölkerungs- und Haushaltestruktur prä- sentieren, sondern auch eine Zusammenschau wichtiger öffentlich finanzierter bzw. betriebener Infrastrukturangebote bieten. Die vorliegende Dokumentation der Umfrageergebnisse für 18 Münsteraner Stadtteile ergänzt diese Informationen um die Einschätzung der Bürgerinnen und Bürger, so dass sich ein abgerundetes Bild für die Stadtteile ergibt. 8 V/0291/2008 I.V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage: 1) Beiträge zur Statistik Nr. 102: „Stadtregionale Bürgerumfrage 2006“ - Dokumentation der Münsteraner Ergebnisse
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0291/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.04.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37