3614/2020
Machbarkeitsuntersuchung für ein Wasserbussystem auf dem Rhein: erster Zwischenbericht
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Anlage 1 - Kurzzusammenfassung 1. Zwischenbericht
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© 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 1/7 Machbarkeitsuntersuchung eines Wasserbussystems auf dem Rhein Kurzzusammenfassung 1. Zwischenbericht 1 Gutachterteam und Projektablauf 1.1 Gutachter Ein Team aus vier Büros bearbeitet die Machbarkeitsstudie zu einem Wasserbussystem auf dem Rhein (Köln, Leverkusen und Wesseling). Der Fokus liegt auf den verkehrli- chen Fragestellungen, wird aber auch maßgeblich beeinflusst durch die Besonderheiten des Verkehrsträgers Schiff. Während die Büros PTV und TTK große Erfahrung bei der Erstellung von Machbarkeitsstudien zu verkehrlichen Themen haben, können die Büros Rebel und APPM zusätzlich Erfahrungen zum Schiffsverkehr und enge Kontakte nach Rotterdam und Antwerpen mitbringen. Die dortigen Wasserbus-Systeme dienen als ein Beispiel einer gelungenen Umsetzung. PTV Transport Consult GmbH Consulting in Verkehrsfragen (u.a. Individualverkehr, ÖPNV-Planung und Bewer- tung, Fahrgasterhebungen) Sitz in Karlsruhe, Standort in Düsseldorf TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK) ÖPNV-Planung, Infrastrukturplanung und Bauleitung Sitz in Karlsruhe, Standorte in Frankreich Rebel Deutschland GmbH Beratung im Bereich der öffentlichen Hand: u.a. Infrastruktur, Mobilität, Energie Sitz in Düsseldorf, Mutterkonzern aus den Niederlanden APPM GmbH Beratung u.a. in der Elektromobilität, zu Mobilitätskonzepten und Radverkehr Standorte u.a. in den Niederlanden, Deutschland und Belgien Anlage 1 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 2/7 1.2 Aufgabenstellung und Projektablauf Ziel: Darstellung der betrieblichen Machbarkeit und der verkehrlichen Sinnhaftigkeit ei- nes Wasserbus-Systems auf dem Rhein (Leverkusen, Köln und Wesseling). Bewertung von zwei Linienvarianten in einer Nutzen-Kosten-Analyse. Berücksichtigung der wasser- verkehrlichen Besonderheiten (u.a. Lage Anleger, Strömung des Rheins, mögliche Ge- schwindigkeiten,…) sowie verschiedener Schiffstypen. Der Antrieb soll auf unerschöpfli- chen Energiequellen basieren, dies ist auch Voraussetzung des Fördermittelgebers für dieses Projekt. Ein besonderer Fokus wird auf die Integration in das bestehende ÖV- System sowie auf die Verknüpfung mit dem Radverkehr gelegt. Zeitablauf: Beauftragung: 23.03.2020 Geplanter Projektabschluss: 30.04.2021 Ende Förderzeitraum: 30.06.2021 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 3/7 2 Zusammenfassung der Ergebnisse aus der verkehrlichen Analyse und der Potenzialanalyse 2.1 AP1 und AP2: Grundlagen und Verkehrsmodell Sichtung der zahlreichen Planwerke, geplanten verkehrlichen Maßnahmen und Ziele hinsichtlich des ÖPNVs und Verringerung von Umweltbelastungen (für Lever- kusen, Köln und Wesseling) mit Prognosehorizont 2030. Zusammentragen relevanter Planungen der Stadtentwicklung und Strukturdaten, ebenfalls mit dem Prognosehorizont 2030. Aufbau eines geeigneten Verkehrsmodells, um verkehrliche Auswertungen zu er- stellen und in späteren Schritten die verkehrliche Wirkung eines Wasserbusses zu prognostizieren. Erste Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt und anderen potenziell be- troffenen Institutionen, um schon zu Projektbeginn sensible Themen abzuklären, insbesondere hinsichtlich der schiffsspezifischen Themen. Einbindung des Region Köln/Bonn e.V. für die regionale Perspektive 2.2 AP2: Verkehrliche Untersuchung Es wurde eine detaillierte verkehrliche Untersuchung des Untersuchungsgebiets (rhein- nahe Stadtteile der Städte Leverkusen, Köln und Wesseling) vorgenommen. U.a. wurde die Abdeckung mit ÖPNV-Haltestellen geprüft, die Reisezeiten im ÖPNV und MIV aus- gewertet, die Anbindung an das heutige und geplante Radverkehrsnetz geprüft und die Nachfrageströme in die anderen Stadtteile (über den Rhein und entlang des Rheins) ausgewertet. Kernaussagen: Gute Abdeckung mit Haltestellen in Rheinnähe, daher stellenweise Verknüpfung des Wasserbusses mit Stadtbahn möglich (u.a. an den Stadtbahnlinien 16 und 18), z.B. an Haltestellen Zoo/Flora, Ubierring und Deutzer Freiheit, aber auch am Kölner Hbf. und in Deutz. Im Untersuchungsgebiet sind schon heute ca. 50 Schiffsanleger vorhanden (häufig jedoch in Nutzung), jedoch auch in vielen Stadtteilen noch keine Anlegestell en vor- handen. Starke Barrierewirkung des Rheins: Häufig sehr lange Fahrzeiten (insbesondere im ÖPNV, aber auch im MIV) über den Rhein. ÖPNV-Verbindungen über den Rhein nur in der Kölner Innenstadt (inkl. Mülheim) vorhanden, nördlich und südlich davon bis Düsseldorf bzw. Bonn nicht mehr. Ähnliches Bild im Radverkehr und Pkw-Verkehr, jedoch zusätzliche Querungen vor- handen (u.a. Rodenkirchener sowie Leverkusener Brücke). © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 4/7 Entlang des Rheins häufig hochwertige ÖPNV-Anbindung (z.B. Stadtbahnlinien 7, 16 und 18 sowie Schienenpersonennahverkehr Hbf. – Deutz – Mülheim – Lever- kusen). Jedoch oft nicht in direkter Rheinnähe. Wasserbus kann in vorhandenes Radverkehrsnetz (u.a. „Rheinradweg“) integriert werden und über den Radverkehr können auch Stadtteile „in zweiter Reihe“ an po- tenzielle Anlegestellen angebunden werden (z.B. Anbindung Leverkusen Zentrum oder Univiertel in Köln). Aus Wesseling besteht eine sehr direkte Stadtbahnverbindung nach Köln (Linie 16), der Rhein zieht sich dagegen umwegig über den Weißer Rheinbogen. Dies er- schwert das Erreichen konkurrenzfähiger Reisezeiten in die Bereiche nördlich des Weißer Rheinbogens. Auch bei der Auswertung der Verkehrsnachfrage wird die Barrierewirkung des Rheins deutlich. Häufig gibt es heute nur geringe Nachfrageströme zwischen Stadt- teilen über den Rhein hinweg, wenn eine Verbindung per ÖPNV oder Pkw sehr um- wegig ist. Hier sind daher einerseits zunächst geringe Nachfragezahlen auf einem Wasserbus zu erwarten, andererseits könnte eine Verbindung mittels Wasserbus neue Mobilitätsmöglichkeiten schaffen und die Verflechtung von Stadtteilen mit heute geringen Nachfrageströmen verstärken. Hohe Nachfragezahlen aus nahezu allen Bereichen des Untersuchungsgebiets in die Kölner Innenstadt. 2.3 AP3: Potenzialanalyse Die Bewertung der Stadtteile in dieser Machbarkeitsstudie ergibt sich unter anderem aus dem definierten Untersuchungsraum (Leverkusen, Köln, Wesseling). Eine Auswei- tung des Betrachtungsraums bspw. nach Dormagen, Monheim, Niederkassel oder Bonn würde unter Umständen auch eine abweichende Bewertung der einzelnen Stadtteile nach sich ziehen (vor allem am nördlichen bzw. südlichen Rand des Untersuchungsge- bietes) Eine erste Einordnung möglicher Ausweitungen des Wasserbusliniennetzes wird Bestandteil des Ausblicks am Ende der Untersuchung sein. In den folgenden Abbildungen ist die Bewertung der Stadtteile nach dem Bewertungs- schema in der nachfolgenden Tabelle zu sehen. Die dahinterstehenden Daten, Bewer- tungen und Berechnungen sind im Zwischenbericht erläutert. Tabelle 1: Kategorie-Einteilung der Stadtteil-Potenzialbewertung © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 5/7 Abbildung 1: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (nördliches Gebiet) Abbildung 2: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (mittleres Gebiet) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 6/7 Abbildung 3: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (südliches Gebiet) Kategorie Beschreibung Kernnetz Lev-Wiesdorf, Niehl, Mülheim, Riehl, Innenstadt Nord, Innen- stadt Süd, Deutz, Porz erweitertes Netz Stammheim, Marienburg, Rodenkirchen, Sürth, Ensen, Wes- seling Ergänzungsnetz Merkenich, Lev-Hitdorf, Flittard, Bayenthal, Poll, Weiß, West- hoven, Zündorf, Godorf, Wesseling-Urfeld vorerst kein Potenzial Worringen, Lev-Rheindorf, Langel Tabelle 2: Zusammenfassung Kategorisierung der Stadtteile Um die unter Kernnetz eingeordneten Stadtteile werden im nachfolgenden Arbeitspaket (AP 4: Linien- und Bedienkonzepte) denkbare Wasserbusliniennetze entwickelt. Zwi- schen diesen Stadtteilen sollten möglichst Direktverbindungen geschaffen werden. Im erweiterten Netz können weitere Stadtteile eingebunden werden. Für die wichtigsten Relationen (Kernnetz) wurden notwendige Geschwindigkeiten ermit- telt. Diese zeigen auf, welche Reisegeschwindigkeiten der Wasserbus erreichen muss, um konkurrenzfähig zum bestehenden ÖPNV und/oder Pkw-Verkehr zu sein. Wenn eine Wasserbusverbindung deutlich langsamer als die vorhandenen Systeme ist, wird dieser kaum genutzt werden. Die Auswertungen für insgesamt 70 Relationen (Hin- und Rückrichtung) zeigen, dass der Wasserbus häufig eine gute Alternative zum ÖPNV und auch ggü. dem Pkw -Ver- kehr darstellen kann. In 50 von 70 Fällen ist dafür eine Reisegeschwindigkeit (d.h. inklusive Zwischenhalte) von unter 20 km/h ausreichend. Dies ist im Kernnetz rea- listisch zu erreichen. Jedoch gilt dies nur für die rheinnahen Gebiete. Bei einem © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 7/7 notwendigen Umstieg auf den Bus oder die Stadtbahn verlängert sich die Reisezeit ent- sprechend. Es wird angenommen, dass ein Zwischenhalt zwischen 3 und 5 Minuten (bei hoher Nachfrage wie in der Kölner Innenstadt) dauert (durch An- und Ablegen sowie Fahrgast- wechsel bspw. über eine Rampe). Noch mehr als bei Bus- oder Stadtbahnplanungen (ca. 30 Sekunden durchschnittliche Haltezeit) muss daher bei der Planung der Wasser- buslinien darauf geachtet werden, möglichst wenige Zwischenhalte ins Netz zu integrie- ren. 2.4 Ausblick Im Anschluss an die Entwicklung verschiedener denkbarer Wasserbusliniennetze er- folgt im Rahmen einer Akteurskonferenz eine umfassende Beteiligung von Politik und weiteren relevanten Stakeholdern (u.a. Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbund, Schiff- fahrtsunternehmen, diverse Verbände). Eine mediale Begleitung derselben soll auch die Information der Öffentlichkeit sicherstellen. Bisher wurden neben den im Zwischenbericht vorgestellten Ergebnissen ebenfalls schon Arbeiten des Arbeitspakets 6 (Schiffstypen) vorgezogen. Die ermittelten, mögli- chen Schiffstypen, Antriebsmöglichkeiten und Geschwindigkeiten finden daher bereits Eingang in die Netzplanung. Dies betrifft beispielsweise unter anderem die angesetzten Fahrzeiten. Die Vorstellung der detaillierten Ergebnisse zu den Schiffstypen wird Inhalt des zweiten Zwischenberichts sein. Derzeit werden Bausteine für das Liniennetzkonzept erarbeitet und abgestimmt. Daraus entstehen dann sechs Wasserbus-Liniennetz-Varianten. Diese finden Eingang in die Diskussion mit Politik und Stakeholdern. Letztendlich werden zwei Varianten daraus ausgewählt und im darauffolgenden Arbeitspaket hinsichtlich ihrer konkreten betriebli- chen Umsetzbarkeit vertiefend betrachtet. Gemeinsam mit den ebenfalls nach erfolgter Diskussion in der Akteurskonferenz festge- legten Schiffsvarianten ergeben sich dann bis zu drei Varianten von Linienkonzeption und Schiffstyp, die abschließend einer – sich an der Standardisierten Bewertung orien- tierenden – Nutzen-Kosten-Betrachtung unterzogen werden. Die Arbeiten an dieser Machbarkeitsuntersuchung sollen bis Ende April 2021 abge- schlossen werden, so dass die endgültigen Ergebnisse noch im ersten Halbjahr 2021 in den jeweiligen politischen Gremien der beteiligten Kommunen vorgestellt werden kön- nen.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle III/66/661/1 Vorlagen-Nummer 01.02.2021 3614/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 02.03.2021 Machbarkeitsuntersuchung für ein Wasserbussystem auf dem Rhein hier: erster Zwischenbericht Die „Machbarkeitsuntersuchung eines Wasserbussystems auf dem Rhein auf Basis einer auf uner- schöpflichen Energiequellen basierenden Antriebstechnologie“ befindet sich in der Bearbeitung. Die- se Mitteilung dient der Vorstellung des ersten Zwischenberichts (Anlage 2; eine Kurzzusammenfas- sung bietet Anlage 1), der ausführlich die abgeschlossenen Arbeiten beschreibt und deren wesentli- che Ergebnisse zusammenfasst. Außerdem wird ein Ausblick auf die anstehenden Arbeitsschritte inklusive der geplanten Informations- und Beteiligungsformate gegeben. Hintergrund der Machbarkeitsuntersuchung Der Rat der Stadt Köln hat die Verwaltung mit Beschluss vom 10.05.2016 (TOP 3.1.2. „Wasserbusli- niensystem Rheinland“) beauftragt, „zusammen mit den benachbarten Gebietskörperschaften Bonn, Leverkusen, Rhein-Sieg-Kreis in enger Kooperation mit Region Köln/Bonn e. V., dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der KVB AG ein Linien- und Betreiberkonzept für ein regionales Wasserbusliniensystem Rheinland zu entwickeln, das vom Aufbau her stufenweise realisiert werden kann“ (vgl. AN/0815/2016). Nach intensiven Gesprächen mit verschiedenen Kommunen und Stakeholdern hat die Verwaltung im November 2018 eine Kooperationsvereinbarung mit den Städten Leverkusen und Wesseling zur ge- meinsamen Beauftragung einer Untersuchung für ein solches Wasserbusliniensystem geschlossen. Im Anschluss erfolgte die erfolgreiche Bewerbung im Rahmen des „Programm(s) für Rationelle Ener- gieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen“ (progres.nrw) des Landes Nordrhein- Westfalen. Dadurch konnten für die Untersuchung Fördermittel in Höhe von 50 % der Gesamtkosten eingeworben werden. Im Jahr 2019 wurde dann ein entsprechender Bedarfsfeststellungsbeschluss eingeholt (Vorlagen-Nr. 0514/2019) und die Vergabe eingeleitet. Die Auftragsvergabe an eine Bietergemeinschaft, bestehend aus der PTV Transport Consult GmbH (Projektleitung), der TransportTechnologie-Consult Karlsruhe (TTK) GmbH, der Rebel Deutschland GmbH sowie der APPM GmbH erfolgte im März 2020. Ziele und wesentliche Inhalte der Machbarkeitsuntersuchung Ziel der auf ein Jahr angelegten Untersuchung, ist die Analyse der verkehrlichen, betrieblichen und technischen Machbarkeit eines interkommunalen, regionalen und in das ÖPNV-System integrierten Wasserbussystems auf dem Rhein. Mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels werden Schiffe mit Antrieben auf Basis unerschöpflicher Energiequellen betrachtet. Die Untersuchung als Ganzes soll fachlich fundierte Entscheidungsgrundlagen hin zu einer möglichen Inbetriebnahme auf- zeigen. Die wirtschaftlichen Aspekte werden anhand einer vereinfachten Nutzen-Kosten-Analyse in Anlehnung an die Standardisierte Bewertung ebenfalls betrachtet. Zu den Schwerpunkten, die im Rahmen der Machbarkeitsstudie untersucht werden, zählen daher 2 unter anderem folgende Punkte/Inhalte: Schaffung schneller Direktverbindungen entlang beider Seiten des Rheins, Integration in das bestehende ÖPNV-System, Entlastung paralleler Schienen- und Straßenverbindungen unter besonderer Berücksichtigung der hoch verdichteten Bereiche, Verknüpfung insbesondere auch mit dem bestehenden und geplanten Radverkehrsnetz und Fahrradmitnahme, Erschließung ufernaher Siedlungsbereiche infolge aktueller und geplanter Siedlungsschwerpunk- te in Rheinnähe und Berücksichtigung einer schrittweisen Implementation sowie einer möglichen zukünftigen regiona- len Erweiterung des Wasserbussystems auf dem Rhein über die Grenzen des Untersuchungs- raums hinaus. Aktueller Sachstand Wie in Abbildung 1 der Anlage 1 dargestellt ist, gliedert sich die Machbarkeitsuntersuchung in sieben inhaltlicher Arbeitspakete. Der hier – sowie parallel in den zuständigen Gremien der Städte Lever- kusen und Wesseling – vorgestellte Zwischenbericht stellt den Arbeitsstand nach der Potenzialermitt- lung in Arbeitspaket drei dar. Als wesentliche Ergebnisse lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Kernaussagen treffen: Es gibt verkehrliche Potenziale für ein Wasserbussystem im Untersuchungsraum. Diese Potenziale sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern eher in den stark verdichteten Berei- chen vorzufinden. Vom Rhein geht eine erhebliche Barrierewirkung aus. Diese macht sich sowohl bei den heutigen Reisezeiten aller Verkehrsmittel als auch bei den bestehenden Nachfrageströmen der betrachte- ten Stadtteile untereinander deutlich bemerkbar. Ein Wasserbussystem kann diese Barrierewir- kung in Teilen aufbrechen. Die notwendigen Geschwindigkeiten, die ein Wasserbussystem gegenüber dem Auto oder dem ÖPNV erreichen muss, sind auf vielen Relationen (Punkt-zu-Punkt) zumindest für Ziele in direkter Rheinnähe realistisch erreichbar. Zwischenhalte sind dagegen in einem Wasserbussystem deutlich zeitintensiver als bei Zug, Bahn oder Bus und müssen daher, im Sinne konkurrenzfähiger Reisezeiten, sehr überlegt gewählt werden. Arbeitspaket 4: Linien und Bedienkonzept Den Verwaltungen der Städte Leverkusen, Wesseling und Köln ist es wichtig, dass die Machbarkeits- untersuchung und deren Ergebnisse am Ende auf einer möglichst breiten und regionalen Verständi- gung fußen. Aus diesem Grund ist eine Akteurskonferenz geplant, in der die Gutachter die Herangehensweise an die Entwicklung der verschiedenen Linien- und Bedienkonzepte detailliert vorstellen und erläutern, auf welchen fachlichen Bewertungen die Vorschläge für die weiterzuverfolgenden Linienvarianten grün- den. Diese Vorzugsvarianten sollen dann als Basis für die anschließende Diskussion mit den relevan- ten Stakeholdern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft dienen. Abschließend soll dann eine Ent- scheidung über die weiterzuverfolgenden Linien- und Bedienkonzepte getroffen werden. Neben der Einbeziehung der relevanten Akteure in den Städten des Untersuchungsraums ist es den an der Studie Beteiligten auch ein Anliegen, die Arbeiten einem interessierten Akteurskreis im weite- ren regionalen Kontext entlang der Rheinschiene vorzustellen und mit diesen in einen Austausch zu kommen. So hat die Bundesstadt Bonn ein großes Interesse an der aktuellen Studie bekundet. Auch 3 in der Landeshauptstadt Düsseldorf wird aktuell an der Vergabe einer vergleichbaren Untersuchung gearbeitet. Die Federführung für die Organisation und Durchführung entsprechender Austauschfor- mate („Regionale Schulterblicke“) erfolgt durch den Region Köln/Bonn e. V. Die Ergebnisse werden in Form eines Ausblicks zu möglichen Entwicklungsperspektiven des Wasserbussystems – auch über den Untersuchungsraum hinaus – Eingang in den Abschlussbericht zu dieser Untersuchung finden. Anlagen 1. Kurzzusammenfassung 1. Zwischenbericht 2. 1. Zwischenbericht (Langfassung) Gez. Blome
Anlage 2 - 1. Zwischenbericht (Langfassung)
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Machbarkeitsuntersuchung eines Wasserbussystems auf dem Rhein auf Basis einer auf unerschöpflichen Energiequellen basierenden An- triebstechnologie Auftraggeberin: Stadt Köln Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Auftragnehmer: in Auftragnehmergemeinschaft: PTV Transport Consult GmbH Harffstraße 43 40591 Düsseldorf Transport-Technologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK), Gerwigstr. 53, 76131 Karlsruhe APPM GmbH, Erkrather Str. 401, 20431 Düssel- dorf Rebel Deutschland GmbH, c/o WorkRepublic, Speditionsstraße 1, 40221 Düsseldorf Düsseldorf, Dezember 2020 BERICHT Wasserbussys- tem auf dem Rhein Anlage 2 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 2/83 Dokumentinformationen Kurztitel Auftraggeber Auftrags-Nr. Auftragnehmer Bearbeiter Erstellungsdatum zuletzt gespeichert © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 3/83 Inhalt 1 Aufgabenstellung und Ziel ___________________________________________________ 7 1.1 Aufgabenstellung und Arbeitsablauf ____________________________________ 7 1.2 Einordnung Zwischenbericht _________________________________________ 9 2 Bestandsaufnahme und Analyse _____________________________________________ 11 2.1 Ziele und Maßnahmen aus Planungswerken und Konzepten _______________ 11 2.2 Verkehrsangebot auf dem bzw. entlang des Rheins ______________________ 12 3 Verkehrliche Untersuchung und Verkehrsnachfrageauswertung ____________________ 24 3.1 Aufbau Verkehrsmodell ____________________________________________ 24 3.2 Verkehrliche Auswertungen _________________________________________ 28 3.2.1 Vorgehen und Ziele _________________________________________ 28 3.2.2 Beispiel Leverkusen-Wiesdorf ________________________________ 33 3.2.3 Beispiel Köln-Riehl _________________________________________ 38 3.2.4 Beispiel Wesseling Zentrum __________________________________ 43 3.2.5 Verkehrliche Auswertungen: Kernaussagen und Besonderheiten _____ 47 3.3 Verkehrsnachfrageauswertungen ____________________________________ 51 3.3.1 Vorgehen und Ziele _________________________________________ 51 3.3.2 Beispiel Leverkusen-Wiesdorf ________________________________ 51 3.3.3 Beispiel Köln-Riehl _________________________________________ 52 3.3.4 Wesseling ________________________________________________ 53 3.3.5 Verkehrsnachfrageauswertungen: Kernaussagen und Besonderheiten 55 3.4 Planungsgrundsätze und Übergang zur Potenzialanalyse _________________ 56 4 Potenzialanalyse _________________________________________________________ 58 4.1 Vorgehen und Ziele _______________________________________________ 58 4.2 Aufbau der Steckbriefe und Kategorie-Einteilung ________________________ 58 4.3 Bewertung der Stadtteile ___________________________________________ 60 4.3.1 Sektor 1 __________________________________________________ 61 4.3.2 Sektor 2 __________________________________________________ 63 4.3.3 Sektor 3 __________________________________________________ 64 4.3.4 Sektor 4 __________________________________________________ 65 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 4/83 4.3.5 Sektor 5 __________________________________________________ 66 4.3.6 Sektor 6 __________________________________________________ 67 4.3.7 Sektor 7 __________________________________________________ 70 4.3.8 Zusammenfassung und interessante Relationen __________________ 71 4.4 Notwendige Wasserbus-Geschwindigkeit ______________________________ 76 5 Weiteres Vorgehen und Ausblick _____________________________________________ 82 5.1 Inhaltlicher Ausblick _______________________________________________ 82 5.2 Beteiligungsformate _______________________________________________ 82 5.3 Zeitplan _________________________________________________________ 83 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Verortung und funktionale Eingliederung der MIV-Rheinquerungen (Stand 2020) __________________________________________________________ 13 Tabelle 2: Verortung und funktionale Eingliederung der Rad- und Fuß-Rheinquerungen (Stand 2020) _____________________________________________________ 15 Tabelle 3: Verortung und funktionale Eingliederung der ÖV-Rheinquerungen (Stand 2020) __________________________________________________________ 17 Tabelle 4: Verortung und Betriebszeiten der Schiffs-Rheinquerungen (Stand 2020) ______ 19 Tabelle 5: Vorhandene Rheinquerungsmöglichkeiten nach Verkehrsträgern ___________ 21 Tabelle 6: Einteilung des Untersuchungsgebiets in sieben Sektoren __________________ 29 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Arbeitsablauf ______________________________________________________ 8 Abbildung 2: Verortung der MIV-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Google Maps: Stand 2020) _____________________________________________________ 13 Abbildung 3: Verortung der Rad- und Fuß-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Google Maps: Stand 2020, Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke sind zur besseren Übersichtlichkeit zusammengefasst) _______________________ 15 Abbildung 4: Verortung der ÖV-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Stand 2020) ____ 17 Abbildung 5: Verortung der Schiffs-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Stand 2020) __________________________________________________________ 19 Abbildung 6: Lage potenzieller Wasserbus-Anlegestellen im Status Quo ________________ 23 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 5/83 Abbildung 7 : Nachfrageprognose nach der Methode der Standardisierten Bewertung ______ 25 Abbildung 8: Schema zum Aufbau des Verkehrsmodells für die Machbarkeitsstudie _______ 27 Abbildung 9: Einteilung des Untersuchungsgebiets in sieben Sektoren __________________ 29 Abbildung 10: Beispiel Auswertung Einzugsbereiche im ÖV ___________________________ 30 Abbildung 11: Auswertung MIV- und ÖV-Reisezeiten am Beispiel Langel-Nord ____________ 31 Abbildung 12: Beispiel Auswertung Radverkehr-Reisezeiten ___________________________ 33 Abbildung 13: Leverkusen-Wiesdorf: ÖV-Einzugsbereiche ____________________________ 34 Abbildung 14: Leverkusen-Wiesdorf: MIV-Reisezeiten ________________________________ 35 Abbildung 15: Leverkusen-Wiesdorf: ÖV-Reisezeiten von der Haltestelle Rheinallee ________ 36 Abbildung 16: Leverkusen-Wiesdorf: Radverkehr-Fahrzeiten __________________________ 37 Abbildung 17: Leverkusen-Wiesdorf: Radverkehr-Zubringer-Entfernungen ________________ 38 Abbildung 18: Riehl (Köln): ÖV-Einzugsbereiche ____________________________________ 39 Abbildung 19: Riehl (Köln): MIV-Reisezeiten _______________________________________ 40 Abbildung 20: Riehl (Köln): ÖV-Reisezeiten von der Haltestelle Boltensternstraße __________ 41 Abbildung 21: Riehl (Köln): Radverkehr-Fahrzeiten __________________________________ 42 Abbildung 22: Wesseling: ÖV-Einzugsbereiche _____________________________________ 43 Abbildung 23: Wesseling: MIV-Reisezeiten ________________________________________ 44 Abbildung 24: Wesseling: ÖV-Reisezeiten _________________________________________ 45 Abbildung 25: Wesseling Radverkehr-Fahrzeiten ____________________________________ 46 Abbildung 26: Südlicher Untersuchungsraum: Radverkehr-Zubringer-Entfernungen _________ 47 Abbildung 27: Barrierewirkung des Rheins im MIV am Beispiel Stammheim _______________ 49 Abbildung 28: Verkehrsnachfrageauswertung für Leverkusen-Wiesdorf __________________ 52 Abbildung 29: Verkehrsnachfrageauswertung für Riehl (Köln) __________________________ 53 Abbildung 30: Verkehrsnachfrageauswertung für Wesseling ___________________________ 54 Abbildung 31: Zusammenhänge der Auswertungs- und Planungsschritte _________________ 58 Abbildung 32: Aufbau Stadtteil-Steckbrief für Wasserbuspotenziale _____________________ 59 Abbildung 33: Kategorie-Einteilung der Stadtteil-Potenzialbewertung ____________________ 59 Abbildung 34: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 1 (Teil 1) ___________________________ 61 Abbildung 36: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 2 _________________________________ 63 Abbildung 37: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 3 _________________________________ 64 Abbildung 38: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 4 _________________________________ 65 Abbildung 39: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 5 _________________________________ 66 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 6/83 Abbildung 40: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 6 (Teil 1) ___________________________ 67 Abbildung 41: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 6 (Teil 2) ___________________________ 68 Abbildung 42: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 6 (Teil 3) ___________________________ 69 Abbildung 43: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 7 (Teil 1) ___________________________ 70 Abbildung 44: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 7 (Teil 2) ___________________________ 71 Abbildung 45: Zusammenfassung Kategorisierung der Stadtteile _______________________ 71 Abbildung 46: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (nördliches Gebiet) _________________________________________________________ 72 Abbildung 47: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (mittleres Gebiet) ___ 73 Abbildung 48: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (südliches Gebiet) __ 74 Abbildung 49: Kopfzeile des Excel-Tabellen-Tools zur Berechnung der notwendigen Wasserbus-Geschwindigkeit ________________________________________ 78 Abbildung 50: Ergebnisse der Berechnung der notwendigen Wasserbus-Geschwindigkeit ___ 79 Abbildung 51: Ergebnisse der Berechnung der notwendigen Wasserbus-Geschwindigkeit ___ 80 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 7/83 1 Aufgabenstellung und Ziel 1.1 Aufgabenstellung und Arbeitsablauf Wie viele andere Metropolregionen sieht sich auch der Großraum Bonn-Köln-Düssel- dorf und die Kommunen in diesem Raum – u.a. Leverkusen und Wesseling – wachsen- den Verkehrsmengen gegenüber. Das wachsende Verkehrsaufkommen betrifft neben dem motorisierten Individualverkehr (MIV) auch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖV). Dessen Bedeutung wuchs in den vergangenen Jahren nicht zuletzt vor dem Hin- tergrund der Diskussionen um den Klimawandel. Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Köln die städtische Verwaltung beauftragt – zusammen mit den benachbarten Gebietskörperschaften Wesseling und Lever kusen und in enger Kooperation mit dem Region Köln/Bonn e.V. – eine Untersuchung zur Machbarkeit eines Wasserbussystems im Rheinland in Auftrag zu geben. Wasserbusse (ähnlich wie in Hamburg, Rotterdam oder Amsterdam) könnten als (kurzfristig umsetz- bare) Ergänzung des bisherigen ÖV-Systems dienen. Das Gutachten wird durch das Land NRW (progres.nrw) gefördert. Während es bei den klassischen Verkehrsmitteln insbesondere im Bereich des Schie- nenpersonennahverkehrs (SPNV), der Stadt- und Straßenbahn häufig viele Jahre dau- ert, bis Vorhaben beplant und umgesetzt sind, werden schneller umzusetzende Lösun- gen immer wichtiger. Neben dem Ausbau von Bussystemen, die häufig jedoch mit dem motorisierten Individualverkehr im Stau stehen, und dem Ausbau von Radwegeverbin- dungen, rücken immer mehr alternative Ideen - wie Seilbahnen oder Schiffsverkehre - in den Fokus. Wasserbussysteme bilden in Städten wie Hamburg, Rotterdam, Dordrecht und Antwer- pen eine leistungsfähige Alternative und Ergänzung zu den klassischen Verkehrsträ- gern. Es werden verschiedene Linien angeboten, die eine schnelle Verbindung auf dem Wasser garantieren. Auch in Hamburg oder Kopenhagen sind Schiffsverkehre in den ÖV integriert. Ein Wasserbus meint damit ein Verkehrsmittel auf dem Wasser, welches in Taktfrequenz und durch die Integration in den ÖV dem Busverkehr ähnelt. Systembe- dingt kann hierbei nur das direkte Rheinufer erreicht werden. Dafür können neue Ver- kehrswege erschlossen werden und der Rhein ohne massive Infrastrukturkosten (für Brücken- oder Tunnelbauwerke) befahren werden. Im Gegensatz zu klassischen Fähr- betrieben wird hier die Umsetzung in einem Liniennetz mit mehreren Halten und Linien angestrebt. Bedient werden kann dabei sowohl der Verkehrs entlang des Rheins als auch über den Rhein. Verknüpfungen mit dem bestehenden ÖV und mit dem Radver- kehr sind ein Ziel. Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie soll der Einsatz eines Wasserbussystems in Köln, Leverkusen und Wesseling untersucht werden. Dabei soll auch untersucht wer- den, inwieweit der Einsatz von „grünen“ Energiequellen bei der Antriebstechnologie möglich ist, beispielsweise durch den Einsatz von „grünem“ Wasserstoff. Ziel ist es, eine Entscheidungsgrundlage zu erhalten, unter welchen Rahmenbedingungen ein © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 8/83 Wasserbussystem eingesetzt werden kann und welche Folgen dies in verkehrlicher und finanzieller Hinsicht hat. Durch Schiffsverkehre kann die „Barriere“ Rhein zügig über- wunden werden und es können neue und schnelle Direktverbindungen entstehen. Diese sind bisher an die Standorte der Brücken beziehungsweise der vorhandenen Fähren als Rheinquerungen begrenzt. Durch die neuen Verbindungen können beste- hende Verbindungen entlastet werden. Besonders zu berücksichtigen ist dabei der Rad- verkehr, der als Verkehrsträger des Umweltverbundes weiter gestärkt werden soll und für die räumlich auf den Rhein begrenzten Wasserbuslinien als umweltfreund licher Zu- und Abbringer dienen kann. Die Planungen in diesem Gutachten beziehen sich dabei auftragsgemäß auf Köln, Leverkusen und Wesseling. Eine Ausweitung auf weitere Ge- biete ist möglich und wird im Ausblick betrachtet. In Abbildung 1 ist der Arbeitsablauf schematisch dargestellt. Abbildung 1: Arbeitsablauf Im Rahmen des Gutachtens werden zunächst Grundlagendaten gesammelt und analy- siert (Bestandsaufnahme und Analyse). Mit Hilfe dieser Daten wird ein Verkehrsmodell aufgebaut. Über das Verkehrsmodell und weitere Daten werden verkehrliche © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 9/83 Auswertungen erstellt und beurteilt. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse führen zu ei- ner Potenzialanalyse und notwendigen Anforderungen an das Wasserbussystem. Mit dem Arbeitspaket 4 (Liniennetzkonzept) beginnt die konzeptionelle Erstellung von Bausteinen für ein Wasserbus-Konzept. Diese Bausteine werden zu sechs Liniennetz- entwürfen kombiniert. Im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsverfahrens werden gemeinsam mit der Politik hieraus zwei Vorzugsvarianten festgelegt. Im Anschluss erfolgt die Untersuchung der betrieblichen Machbarkeit, dies betrifft u.a. die Nutzung und/oder bauliche Umsetzung von Anlegestellen. In Arbeitspaket 6 werden verschiedene Schiffstypen untersucht und für das Gesamtkonzept ausgewählt. Im Rah- men einer Nutzen-Kosten-Analyse wird für zwei Vorzugsvarianten eine Fahrgastprog- nose berechnet und für diese beiden Varianten eine gesamthafte Bewertung erstellt. Eine dritte Nutzen-Kosten-Analyse wird mit Variation des ausgewählten Schiffstyps er- stellt. Ziel der Studie ist es, eine Empfehlung herzuleiten, die Basis für eine politische Ent- scheidung zur Einführung eines Wasserbussystems sein soll. Die Rahmenbedingungen für den Betrieb eines Wasserbussystems sind abzustecken und die Folgen in verkehrli- cher und finanzieller Hinsicht zu beschreiben. 1.2 Einordnung Zwischenbericht Dieser Zwischenbericht dient als Informationsgrundlage nach Bearbeitung der Arbeits- pakete 1 bis 3. Zum bisherigen Stand (Dezember 2020) wurden neben der Grundlagen- arbeit und dem Aufbau eines Verkehrsmodells durch die Potenzialanalyse auch erste Ergebnisse erarbeitet. In den nachfolgenden Kapiteln werden die Grundlagendaten und der Aufbau des Ver- kehrsmodells beschrieben. Es folgen Beispiele zu den verkehrlichen Auswertungen und die Kernaussagen aus dieser verkehrlichen Grundlagenuntersuchung. Die Potenzial- analyse fasst je Stadtteil die wichtigsten Aussagen in Steckbriefen zusammen und ord- net die rheinnahen Stadtteile im Hinblick auf die Sinnhaftigkeit einer Integration ins Wasserbus-System ein. Für die wichtigsten Relationen wird geprüft, ob ein Wasserbus konkurrenzfähige Reisezeiten erreichen kann. Dies ist Inhalt des vorliegenden ersten Zwischenberichts. Diese Ergebnisse finden in der weiteren Bearbeitung Eingang in die nachfolgende kon- zeptionelle Liniennetzplanung (Arbeitspaket 4). Hier wird detaillierter auf konkrete Anle- geplätze in den Stadtteilen eingegangen und auf Basis dessen anhand von Bausteinen mehrere Liniennetzvarianten erarbeitet. Derzeit (Stand Dezember 2020) laufen diese Arbeiten bereits. Das Arbeitspaket 6 zur Ermittlung geeigneter Schiffstypen wurde im Arbeitsablauf vor- gezogen, um einen fachlich fundierten Input zur Liniennetzfindung zu liefern. Die Ergeb- nisse dieses Arbeitspakets werden in den zweiten Zwischenbericht einfließen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 10/83 Der zweite Zwischenbericht wird nach der Akteurskonferenz und nach Auswahl der Vor- zugsvarianten erstellt (März 2021). Nach dem Vorliegen der Ergebnisse (April 2021) wird der Endbericht erstellt. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 11/83 2 Bestandsaufnahme und Analyse Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurden zunächst verkehrliche Ziele und Maßnah- men der Region und der beteiligten Städte aus vorhandenen Planungswerken und Kon- zepten herausgearbeitet. Diese Ziele und Maßnahmen sollen die Grundlage für die zu- künftige Verkehrsplanung sein und stellen somit auch einen wichtigen Baustein für die Analyse dar. Das heutige Verkehrsangebot wurde einer Analyse unterzogen, wobei das Verkehrsangebot in Rheinnähe im Vordergrund steht, da der Wasserbus vor allem hier das Verkehrsangebot im ÖV ergänzen und somit eine zusätzliche Alternative für die weitere Reduktion des MIV-Anteils am Verkehrsaufkommen bilden kann. 2.1 Ziele und Maßnahmen aus Planungswerken und Konzepten Im Agglomerationskonzept Region Köln/Bonn, welches von 2017 bis 2019 in einem ko- operativen regionalen Dialog- und Planungsprozess erarbeitet wurde, sind Ziele und Maßnahmen dargestellt, die für den Zeithorizont 2040+ ein integriertes Strukturbild für die räumliche Entwicklung der Region schaffen. „Das Agglomerationskonzept zeigt Per- spektiven für eine weitere integrierte Siedlungs-, Mobilitäts- und Freiraumentwicklung über kommunale und Kreisgrenzen hinweg auf“ 1. Für die zukünftige Mobilitätsplanung und den möglichen Einsatz eines Wasserbusses auf dem Rhein sind u. a. folgende Passagen/Ziele von Relevanz: „Bahnknoten Köln entlasten“ „Tangentialverbindungen Nord-Süd und Ost-West über den Rhein ausbauen“ „bessere Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsträger“ „multimodale Rheinquerungen ausbauen und stärken“ „Radpendlerrouten und Wasserbusse auf dem Rhein als neue Pendlerinfra- strukturen entwickeln“ Ein Wasserbus auf dem Rhein kann in diesen Punkten potenziell eine Verbesserung schaffen, dabei die Bahnknoten entlasten und die Rheinquerungen stärken. Außerdem wird durch einen Wasserbus das ÖV-Angebot ausgeweitet, er sollte verkehrsträger- übergreifende Verknüpfungen schaffen und multimodale Rheinquerungen (in Kombina- tion mit dem Fahrrad) stärken. Weiterhin wurden auch die Nahverkehrspläne und Mobilitätskonzepte der Städte Köln, Leverkusen und Wesseling sowie der SPNV-Nahverkehrsplan des NVR in die Sichtung nach Zielen und Maßnahmen mit einbezogen. Diese Pläne haben das Ziel, eine Steige- rung des Modal-Split-Anteils zu Gunsten des Öffentlichen Nahverkehrs zu erreichen. Im Nahverkehrsplan Köln wird auch die „Einrichtung eines Wasserbussystems“ als Maß- nahme vorgeschlagen. Hierzu sind u. a. folgende Aussagen getroffen worden: 1 Quelle: agglomerationskonzept.de, abgerufen am 19.08.2020 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 12/83 Kooperation zwischen den Städten und Regionen Einbindung in bestehenden ÖV-Tarif stufenweise einführbar Reisezeitvorteile gegenüber dem Status Quo des ÖV und MIV Im Konzept „Köln Mobil 2025“ wird ebenfalls eine „intensive regionale Zusammenarbeit“ und die „Verknüpfung der Verkehrsträger“ bei zukünftigen Planungen angeregt. Außer- dem soll der „Fokus auf Hybrid-, Wasserstoff-, Elektro- oder (Bio-)Erdgasantriebe“ lie- gen. Dies spiegelt auch das Ziel dieser Machbarkeitsstudie, den Wasserbus auf Basis einer auf unerschöpflichen Energiequellen basierenden Antriebstechnologie auszurich- ten, wider. Weiterhin wurden verschiedene Maßnahmen aus den Nahverkehrsplänen und den Kon- zepten in das Verkehrsmodell aufgenommen (vgl. Kapitel 3.1). Der Wasserbus soll zukünftig das ÖV-Angebot erweitern und dazu beitragen, die ver- schiedenen Verkehrsträger und Verkehrsmittel miteinander zu verknüpfen. Hierbei soll auch der Radverkehr eine bedeutende Rolle einnehmen, so dass in der Bestandsauf- nahme und dem Planungsprozess sowohl die Radverkehrskonzepte als auch -zielnetze mit einbezogen und betrachtet werden. Außerdem wurden weitere vorhandene Gutachten und Vorarbeiten genutzt. 2.2 Verkehrsangebot auf dem bzw. entlang des Rheins MOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR Der motorisierte Individualverkehr beschreibt in diesem Kontext insbesondere den ind i- viduellen Pkw-Verkehr. Weiter gehören auch Krafträder wie Motorräder dazu. Diese spielen jedoch in der Verkehrsbelastung im Vergleich zum Pkw eine untergeordnete Rolle. Im Untersuchungsgebiet zwischen Leverkusen und Wesseling gibt es für den Pkw -Ver- kehr insgesamt sechs Möglichkeiten den Rhein zu queren. In der folgenden Abbildung und der folgenden Tabelle sind die Rheinquerungen, die genaue Verortung sowie ihre funktionale Eingliederung im Straßennetz dargestellt. Rot markiert sind diejenigen Be- reiche, in denen größere Abschnitte ohne Querungsmöglichkeit vorhanden sind. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 13/83 Abbildung 2: Verortung der MIV-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Google Maps: Stand 2020) Rhein-km Brücke Straße Anzahl Fahrstreifen 701 Leverkusener Rheinbrücke A1 3 je Richtung (nach Ausbau 6 je Rich- tung) 692 Mülheimer Brücke B51 2 je Richtung (nach Sanierung ggf. nur noch 1 je Richtung wegen möglicher Umwandlung eines Pkw-Fahrstreifens in einen Radfahrstreifen) 690 Zoobrücke B55a 3 je Richtung 688 Deutzer Brücke L117 2 je Richtung 687 Severinsbrücke B55 2 je Richtung 683 Rodenkirchener Brücke A4 3 je Richtung (nach Ausbau künftig 4 je Richtung geplant) Tabelle 1: Verortung und funktionale Eingliederung der MIV-Rheinquerungen (Stand 2020) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 14/83 Es ist zu erkennen, dass vor allem in drei Bereichen größere Querungslücken für den MIV vorhanden sind: zwischen Leverkusen und Köln Nippes/Mülheim zwischen Köln Altstadt/Deutz und Köln Rodenkirchen/Poll zwischen Köln Rodenkirchen/Porz und Wesseling/Niederkassel Diese Querungslücken führen sowohl zu längeren Wegstrecken als auch Fahrzeiten aus diesen Stadtgebieten auf die jeweils andere Rheinseite. Außerdem befinden sich die Abfahrten der beiden Autobahnbrücken (Leverkusener Rheinbrück e und Rodenkir- chener Brücke) teilweise nicht in Rheinnähe, was zu einer zusätzlichen Verlängerung der Fahrzeit für Relationen in Rheinnähe führt. Die Rheinbrücke Leverkusen ist zudem bis auf Weiteres für den Schwerlastverkehr (inkl. Busverkehr) gesperrt (S tand 2020). Es ist zu erwarten, dass der Planungs- und Bauprozess bei der Ertüchtigung bzw. der Neu- bau noch bis zu 10 Jahre in Anspruch nehmen wird (Stand 2020). Auch für einige sa- nierungsbedürftige Brücken im Kölner Stadtgebiet herrschen heute bereits Gewicht sbe- schränkungen. Zudem wird im kommenden Jahrzehnt aufgrund von Sanierungsmaß- nahmen an den städtischen Rheinbrücken zeitweise nur eine eingeschränkte Leistungs- fähigkeit vorhanden sein. Die Querungslücken können einen ersten Ansatzpunkt für den Wasserbus darstellen, da hier gegebenenfalls verbesserte Reisezeiten gegenüber dem MIV erreicht werden können. Im Kölner Süden ist mit der sogenannten „Rheinspange 553“ eine neue Autobahnbrü- cke und Querungsmöglichkeit des Rheins für den MIV bereits in Planung. Es steh en zwei Hauptvarianten zur Diskussion (Querung auf Kölner Stadtgebiet oder im Stadtbe- reich von Wesseling). Auch hier wird es voraussichtlich zu einem längeren Planungs- und Bauprozess kommen. Hinzu kommt, dass die Rodenkirchener Brücke (A4) im Köl- ner Süden in den kommenden Jahren saniert/erweitert oder gegebenenfalls sogar neu gebaut werden muss (Projekt A4plus, der Bund strebt eine Realisierung um das Jahr 2030 an). RAD- UND FUßVERKEHR Der Rad- und Fußverkehr im Untersuchungsgebiet hat, im Gegensatz zum MIV acht Querungsmöglichkeiten, da auf allen acht Rheinbrücken entweder getrennte oder ge- meinsame Rad- und Fußwege vorhanden sind. Diese sind jedoch unterschiedlicher Qualität und Konfliktsituationen zwischen den Verkehrsteilnehmern sind nicht immer zu vermeiden. Einen Überblick über die Rad- und Fußverkehrsquerungsmöglichkeiten zei- gen die folgende Abbildung und Tabelle (im Stadtgebiet von Köln sind Symbole auf- grund der räumlichen Nähe zusammengefasst). © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 15/83 Abbildung 3: Verortung der Rad- und Fuß-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Google Maps: Stand 2020, Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke sind zur besseren Übersichtlichkeit zusammengefasst) Rhein-km Brücke Richtung Rad-/Fußverkehrsanlage 701 Leverkusener Rheinbrücke beidseitig gemeinsamer Geh- und Radweg 692 Mülheimer Brücke beidseitig getrennter Geh- und Radweg (künf- tig ggf. Radfahrstreifen auf der Fahrbahn) 690 Zoobrücke beidseitig getrennter Geh- und Radweg 689 Hohenzollernbrücke beidseitig gemeinsamer Geh- und Radweg (Ausbau ist in Planung) 688 Deutzer Brücke beidseitig getrennter Geh- und Radweg 687 Severinsbrücke beidseitig getrennter Geh- und Radweg 686 Südbrücke beidseitig gemeinsamer Geh- und Radweg 683 Rodenkirchener Brücke beidseitig gemeinsamer Geh- und Radweg Tabelle 2: Verortung und funktionale Eingliederung der Rad- und Fuß-Rheinquerungen (Stand 2020) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 16/83 Trotz zweier zusätzlicher Möglichkeiten gegenüber dem Pkw-Verkehr gibt es auch beim Rad- und Fußverkehr Querungslücken: zwischen Leverkusen und Köln Nippes/Mülheim zwischen Köln Rodenkirchen/Porz und Wesseling/Niederkassel Auch hier führen die aufgezeigten Querungslücken zu längeren Geh- bzw. Fahrzeiten auf die jeweils andere Rheinseite. Auch bei vorhandenen Brückebauwerken gibt es funktionale Mängel an Rampen mit einhergehenden längeren Wegen und teilweise mangelnde Barrierefreiheit. Da insbesondere der Fuß- aber auch der Radverkehr sehr entfernungssensibel sind, führen fehlende Verbindungen dazu, dass diese als Ver- kehrsmittel auf potenziellen Relationen kaum oder gar nicht genutzt werden. Der Rhein verfügt mit dem Internationalen Rheinradweg zu beiden Seiten über gut aus- gebaute, direkte Radwegeverbindungen, die allerdings an einigen Stellen im Untersu- chungsgebiet durch große Industrieanlagen nicht durchgängig ufernah verlaufen. Ein durchgehendes Radwegenetz ist auch für den Wasserbus wichtig, da das Rad als Zu- bringer für den Wasserbus fungieren soll und so der Einzugsbereich für die Wasserbus- Haltestellen vergrößert werden kann. Um die Situation für die Fußgänger und Radfahrer zu verbessern, sind in Köln neue Rad- und Fuß-Rheinquerungen in Planung: Fuß-Radwegebrücke auf Höhe des Ubierrings Fuß-Radwegebrücke auf Höhe der Bastei verbesserter Radweg auf Südbrücke Hohenzollernbrücke Nordseite: Verbreiterung der Nebenanlage, Radverkehrs- rampe zum Breslauer Platz, zusätzliche Rampe am Bf. Messe/Deutz Hohenzollernbrücke Südseite: deutliche Verbreiterung der Nebenanlage (zu- sätzliches Brückenbauwerk) Außerdem wurde sich an der Konzeptstudie für Radschnellverbindungen für die Stadt Köln orientiert (Abbildung potenzielle Korridore aus dem Gutachten von VIA/Planersoci- etät).2 Hier sind Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten als Korridore definiert. Diese finden Beachtung bei der Entwicklung der Steckbriefe und der Bewertung der Stadtteile in Kapitel 4.3. ÖFFENTLICHER VERKEHR Für die Nutzer des Öffentlichen Verkehrs stehen im Untersuchungsgebiet mehrere SPNV- und ÖV-Linien für eine Rheinquerung zur Verfügung, die sich auf insgesamt fünf Rheinquerungen verteilen. Einen Überblick über die ÖV-Rheinquerungen liefern die fol- gende Abbildung und die folgende Tabelle. 2 Konzeptstudie Radschnellverbindungen für die Stadt Köln, Abbildung potenzieller Korridore, VIA/Planersoci- etät, Stand Februar 2019 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 17/83 Abbildung 4: Verortung der ÖV-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Stand 2020) Rhein-km Brücke ÖV-Linie 692 Mülheimer Brücke Stadtbahn 13, 18 690 Zoobrücke SB 40 689 Hohenzollernbrücke Fernverkehr (SPFV) RE 1, 5, 6, 7, 8, 9, 12, 22 RB 24, 25, 26, 27, 38, 48 S 6, 11, 12, 13, 19 688 Deutzer Brücke Stadtbahn 1, 7, 9 687 Severinsbrücke Stadtbahn 3, 4 Bus 250, 260, N26 Bus 171 Tabelle 3: Verortung und funktionale Eingliederung der ÖV-Rheinquerungen (Stand 2020) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 18/83 Der Öffentliche Verkehr weist folgende sehr großen Querungslücken auf: zwischen Leverkusen und dem Kölner Norden (Sperrung Rheinbrücke für Bus- verkehr – allerdings war zum Zeitpunkt der Sperrung auch keine Busverbindung in Betrieb) südlich der Kölner Altstadt/Deutz bis in den Kölner Süden und weiter bis Wes- seling (im Zuge der geplanten Verbindung „Stadtbahn Bonn – Niederkassel – Köln“ ist eine Rheinquerung auf Höhe Köln-Porz-Langel / Köln Godorf vorgese- hen). Es ist zu erkennen, dass es, bis auf den innerstädtischen Kölner Bereich, keine Que- rungsmöglichkeiten für ÖV-Nutzer gibt. Dies hat zur Folge, dass die Reisezeiten für ÖV- Nutzer aus den querungslosen Bereichen auf die andere Rheinseite sehr lang sind. Nach Fertigstellung der Autobahnbrücke Leverkusen ist hier wieder die Einrichtung ei- nes Busverkehrs angedacht3. Nach aktuellem Stand (2020) ist damit jedoch aufgrund des Neubaus der Brücke nicht in den kommenden Jahren zu rechnen. Die ÖV-Abdeckung entlang des Rheins (Längsverkehr) kann als gut beurteilt werden. Insbesondere im Bereich der Stadtbahnlinien 7 bzw. 16 gibt es in direkter Rheinlage schnelle Verbindungen. Im SPNV sind die Verbindungen vom Kölner Hbf. bzw. aus Deutz nach Mülheim und Leverkusen ebenfalls rheinparallel, wenn auch mit einem ge- wissen Abstand zum Rhein. Jedoch gibt es auch Lücken: im Bereich Stammheim/Flittard bis nach Leverkusen im Bereich Porz – Niederkassel Rheindörfer im linksrheinischen Kölner Norden In diesen Bereichen sind Stadtbahnverlängerungen in Planung bzw. in Diskussion. Mit einer zukünftigen (Teil-)Umsetzung ist zu rechnen, so dass diese Maßnahmen auch in das Verkehrsmodell mit aufgenommen worden sind (vgl. Kapitel 3.1). PERSONENSCHIFFFAHRT UND SEILBAHN Die Personenschifffahrt auf dem Rhein kann im Planungsgebiet untergliedert werden in Personen- bzw. Autofähren und die Tourismusschifffahrt (sowohl Tagestourismus als auch Flusskreuzfahrten) auf dem Rhein. Im Status Quo gibt es vier Personenfähren und eine Autofähre, mit denen sich der Rhein im Untersuchungsgebiet überqueren lässt. Diese sind in der folgenden Abbildung dargestellt. Die Betriebszeiten der Fähren finden sich in Tabelle 4. 3 Quelle: „Mobilitätskonzept 2030+ Leverkusen“, Handlungsbaustein Schnellbuslinien S. 93, Stadt Leverkusen / Planersocietät 2020 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 19/83 Abbildung 5: Verortung der Schiffs-Rheinquerungen im Untersuchungsgebiet (Stand 2020) Rhein-km Fähren-Art und Name Betriebszeiten4 705 Auto- und Personenfähre Langel-Hitdorf Mo – Fr: 06:15 - 21:00 Samstag: 08:30 - 21:00 Sonntag; 09:00 - 21:00 688 Personenfähre Köln-Deutz nach Bedarf 677 Personenfähre Weiß-Zündorf Mo – Fr: 11:00 - 19:00 halbstündlich Samstag: 10:00 - 20:00 alle 20 Min Sonntag: 10:00 - 20:00 alle 20 Min 669 Personenfähre Wesseling-Niederkassel/Lülsdorf Mo – Fr: 05:45 - 19:00 halbstündlich bzw. nach Bedarf Samstag: 09:00 - 18:00 halbstündlich bzw. nach Bedarf Sonntag: 10:00 Uhr - 18:00 halbstündlich bzw. nach Bedarf im Winterhalbjahr geringfügig abweichend Tabelle 4: Verortung und Betriebszeiten der Schiffs-Rheinquerungen (Stand 2020) 4 Stand: ab 01.10.2020 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 20/83 Die Wiedereinrichtung der ehemaligen Fähre zwischen Niehl und Stammheim wurde in der Presse diskutiert5. Die bestehenden und auch diese diskutierte mögliche zukünftige Fährverbindung zeigen, dass ein Verkehrsbedarf zusätzlich zu den vorhandenen (Que- rungs-)Möglichkeiten am Rhein vorhanden ist. Bestehende Ideen und Konzepte werden entsprechend ihres Konkretisierungsgrades in den Überlegungen möglicher Linien - und Bedienkonzepte berücksichtigt. Auf dem Rhein gibt es im Untersuchungsgebiet neben den Fähren auch zahlreiche tou- ristische Ausflugsverbindungen unterschiedlicher Anbieter und unterschiedliche n (saiso- nalen) Angebots. Neben den klassischen Rheinrundfahrten (1-3 Stunden) gibt es auch Charter- und Sonderfahrten, Tagesfahrten sowie mehrtägige touristische Schiffsreisen, die im Raum Köln beginnen oder einen Zwischenstopp einlegen. Bei den Rundfahrten oder Tagesfahrten werden oftmals die Anleger in der Kölner Innenstadt/Altstadt und in Porz sowie in Wesseling genutzt. Die touristischen Rheinschifffahrtsangebote sind oft- mals saisonal begrenzt (April – Oktober), verkehren nicht zur Hauptverkehrszeit am Vormittag (6 bis 9 Uhr) und Nachmittag (16 bis 19 Uhr) und weisen kein regelmäßiges Taktangebot auf. Deshalb sind diese von dem in dieser Untersuchung geplanten Ange- bot und dem ÖV im Allgemeinen abzugrenzen. Im Hinblick auf die Nutzung der vorhan- denen Anleger bzw. des begrenzten Flächenangebots für neue Anlegestellen kann es hier jedoch zu einer Konkurrenzsituation kommen. Folgende Beispiele der touristischen Rheinschifffahrt können hier genannt werden: KD Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt GmbH Siebengebirgstour: Köln – Linz (saisonal, mehrmals täglich) zahlreiche Rundfahrten, Charter- und Sonderfahrten Köln-Tourist Personenschifffahrt am Dom GmbH 1-Stunde-Panoramafahrten (täglich) Köln Hbf-Schokoladenmuseum-Rodenkirchen-Köln Hbf 2-Stunden-Thementouren (Mo, Fr, Sa, So) 3-Stunden-Hafenrundfahrten (Di, Mi, Do, Fr) Tagesfahrten Köln-Linz (Wochenende Juli & August) Bonner Personenschifffahrt Tagesfahrten Köln-Linz (Wochenende Juli & August) Seit der BUGA (Bundesgartenschau) 1957 verbindet eine Seilbahn auf Höhe der Zoo- brücke die Ufer in Riehl (linksrheinisch) und Deutz (rechtsrheinisch). Die Seilbahn ist 935 Meter lang und verkehrt saisonal von Mai bis Oktober/November. Die einfache Fahrzeit beträgt sechs Minuten. In 400 Kabinen (200 je Richtung) können pro Stunde 1.600 Personen transportiert werden. Die Seilbahn ist nicht in das ÖV-Angebot 5 Quelle: https://www.ksta.de/koeln/nippes/ein-schiff-fuer-koeln-niehl-faehre-soll-wieder-nach-stammheim-pen- deln-37576066, abgerufen am 13.11.2020 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 21/83 integriert, wenngleich sie von der Kölner-Verkehrs-Betriebe AG (KVB) betrieben wird. Fahrgäste müssen einen eigenen Fahrschein für die Seilbahn erwerben. Eine einfache Fahrt kostet 4,50 Euro. Der Rat hat die Stadt Köln darüber hinaus beauftragt, eine Seilbahnverbindung entlang des Rheins („Rheinpendel“) zu untersuchen. Die erforderliche Machbarkeitsstudie wird in Arbeitsteilung von der KVB vergeben und betreut. ZUSAMMENFASSUNG RHEINQUERUNGEN Die Auswertungen zu den Rheinquerungen im MIV, im Rad- und Fußverkehr und im Öf- fentlichen Verkehr haben gezeigt, dass Querungslücken außerhalb des Kölner Innen- stadtbereichs vorhanden sind. Eine zusammenfassende Übersicht aller Rheinquerun- gen (MIV, Fuß & Rad, ÖV, Fähren) ist in der folgenden Tabelle dargestellt: Rhein-km Brücke / Fähre PKW Fuß & Rad ÖV 705 Auto- und Personenfähre Langel-Hitdorf X X 701 Leverkusener Rheinbrücke X X 692 Mülheimer Brücke X X X 690 Zoobrücke X X X 690 Seilbahn (nähe Zoobrücke) X 689 Hohenzollernbrücke X X 688 Personenfähre Köln-Deutz X 688 Deutzer Brücke X X X 687 Severinsbrücke X X X 686 Südbrücke X 683 Rodenkirchener Brücke X X 677 Personenfähre Weiß-Zündorf X 669 Personenfähre Wesseling-Niederkassel/Lülsdorf X Tabelle 5: Vorhandene Rheinquerungsmöglichkeiten nach Verkehrsträgern Auch die geplanten Fuß- und Radverkehrsbrücken (Bastei-Brücke und Ubierring-Brü- cke) verdichten lediglich die Querungsmöglichkeiten im innerstädtischen Bereich. Die größeren Querungslücken außerhalb der Kölner Innenstadt zwischen Rhein-km 701 und 692 sowie weitere kleinere Querungslücken ab Rhein-km 686 bleiben weiterhin be- stehen. Im Zuge des Projekts „Stadtbahn Bonn – Niederkassel – Köln“ ist eine weitere ÖV-Querung geplant, eine Umsetzung wird jedoch noch Jahre dauern. Möglicherweise kann im Bereich dieser Querungslücken der Einsatz eines Wasserbusses sinnvoll sein und die ÖV-Reisezeiten verkürzen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 22/83 Die genannten Fähren, touristischen Schifffahrtsagebote und die Kölner Seilbahn kön- nen nur als Ergänzung zum konventionellen ÖV fungieren, da sie weder in den ÖV-Tarif integriert sind noch einem klassischen Taktfahrplan folgen. Außerdem gibt es keine Be- förderungs- bzw. Mitnahmepflicht seitens der Betreiber. Zusätzlich haben die Fähren größtenteils unregelmäßige Fahrpläne. Eine direkte Konkurrenz für den Wasserbus ist somit nicht vorhanden, auch aufgrund der nur vorhandenen Punkt-zu-Punkt-Verbindun- gen. Der Wasserbus soll in einem integrierten Linienkonzept verkehren und mit dem landseitigen ÖV möglichst verknüpft sein. Auf der Fähre zwischen Langel und Hitdorf steht die Mitnahme von Pkw im Fokus. Hier ist jedoch davon auszugehen, dass es sich um Pendler auf eher weiten Relationen han- delt, für die der Wasserbus vermutlich keine direkte Alternative darstellt. Die Fähre kann auch als alternative Rheinquerung bei Stau auf der A1-Brücke genutzt werden. Die vorhandenen Fähren werden bei der Planung berücksichtigt, um eine Doppel- bzw. Parallelbedienung möglichst zu vermeiden. ANLEGESTELLEN Im Untersuchungsgebiet sind schon heute viele Schiffsanleger vorhanden, die möglich- erweise auch ein Wasserbus nutzen könnte. Auf Basis verschiedener Quellen, wie den Daten der Stadt Köln, einer Internet-Recherche und anhand von Luftbildern konnten in einem ersten Grob-Überblick in den Städten Leverkusen, Köln und Wesseling existie- rende Anleger identifiziert werden, die als Wasserbus-Anleger in Frage kommen kön- nen. Diese Anleger stellen einen ersten Überblick für potenzielle Wasserbusanleger dar, müssen aber nicht zwingend Bestandteil eines Wasserbus-Linienkonzeptes sein. Es ist auch wahrscheinlich, dass Anleger baulich (u.a. aufgrund von fehlender Barriere- freiheit) und/oder vertraglich (aufgrund anderweitiger Nutzung) für den Wasserbus nicht in Frage kommen. Bei der angestrebten Integration in den ÖV müssen auch die gelten- den Vorschriften, u.a. hinsichtlich der Barrierefreiheit erfüllt werden. Insgesamt kann die Verteilung der knapp 50 Anlegestellen im Status Quo für einen po- tenziellen Wasserbus als gut bewertet werden. Die Verteilung der potenziellen Anlege- stellen ist in der folgenden Abbildung dargestellt. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 23/83 Abbildung 6: Lage potenzieller Wasserbus-Anlegestellen im Status Quo In der Kölner Innenstadt/Altstadt gibt es zahlreiche Anleger, die in dieser Abbildung nicht einzeln, sondern z usammenfassend dargestellt sind. Dies g ilt ebenso für Anleger in Wesseling. In der späteren Planu ngsphase werden die in Frage kommenden Anleger genauer auf ihr Potenzial und die Machbarkeit für den Wasserbus untersucht . Außerdem werden zusätzliche, neue Anlegestellen geprüft. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 24/83 3 Verkehrliche Untersuchung und Verkehrsnachfrageauswertung 3.1 Aufbau Verkehrsmodell Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie wurde ein geeignetes Verkehrsmodell entwi- ckelt, wobei der Fokus des Verkehrsmodells auf den Verkehrsbeziehungen in Rhein- nähe liegt. Es ist aufgrund des eingegrenzten Wirkungsradius eines Wasserbussystems nicht notwendig, ein Verkehrsmodell für den gesamten Untersuchungsraum detailliert aufzubereiten. Ziel ist ein projektspezifisches Modell für die Wasserbus-Machbarkeits- studie und somit auf das Fokussieren auf Räume in Rheinnähe. Folgende Ziele wurden mit dem Verkehrsmodell verfolgt: Darstellung der Verkehrsbeziehungen entlang des Rheins Ableitung von potenziellen Relationen für den Wasserbus Potenzialanalyse (Nutzung zur Ermittlung von Reisezeiten und von Nachfrage- strömen) Prognoserechnung (2030) für die Planfälle (festgelegte Konzepte mit Wasser- bus) Prognoserechnung inkl. Verlagerungsrechnung vom MIV in Anlehnung an das Verfahren der Standardisierten Bewertung6. Grundlage bilden hierbei die Verkehrsmodelle der Stadt Köln (MIV) und der KVB (ÖV). Hierbei werden auch die Stadtgebiete Wesseling und Leverkusen abgedeckt. Auf die Integration des Radverkehrs in die Konzepte wird ein besonderer Fokus gelegt. Auch wenn im derzeitigen Verkehrsmodell der Stadt Köln bzw. der KVB keine Radverkehrs- matrizen enthalten sind, wird der Radverkehr in der späteren Prognoserechnung verein- facht berücksichtigt. Methodik Die Methodik der Verkehrsprognose richtet sich nach dem Verfahren der Standardisier- ten Bewertung. Diese Methodik wird angewandt, um die Auswirkungen verkehrlicher Maßnahmen auf die Verkehrsnachfrage abzuschätzen. Mit der Nachfrageprognose wird abgeschätzt, wie viele Fahrten durch geplante ÖV- Maßnahmen vom motorisierten Individualverkehr (MIV) zum Öffentlichen Verkehr (ÖV) verlagert werden und wie viele Fahrten neu hinzukommen („induziert werden“). Die Vor- gehensweise der Nachfrageprognose ist verfahrensseitig vorgegeben. Die Nachfrageprognose der Standardisierten Bewertung beruht auf dem Ansatz, dass die Nachfrage des ÖV vom Verhältnis des Reisewiderstands zwischen MIV und ÖV 6 Standardisiertes Verfahren zur volkswirtschaftlichen Bewertung von Infrastrukturmaßnahmen. Eine Standar- disierte Bewertung wird von Fördermittelgebern (Bund, Länder) ab gewissen Investitionsvolumen zwingend vorgeschrieben. Da es sich um ein anerkanntes Verfahren handelt, ist eine Orientierung an diesen Vorgaben auch bei der Bewertung eines des Wasserbus-Systems zielführend. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 25/83 abhängig ist. Wenn sich durch eine Maßnahme das ÖV-Angebot verbessert, werden neue Fahrgäste gewonnen. Die Anzahl der Fahrten im MIV sinkt auf dieser Verbindung. Bei der Nachfrageprognose werden dabei die in der folgenden Abbildung dargestellten Kenngrößen des Verkehrsangebotes (Widerstand ÖV und MIV) und der Verkehrsnach- frage im Ohnefall (ÖV-Fahrgäste, Pkw-Fahrten) als Eingangsparameter berücksichtigt. Abbildung 7 : Nachfrageprognose nach der Methode der Standardisierten Bewertung Modellgrundlagen Für das Verkehrsmodell wurden verschiedene Modelle und (Struktur-)Daten zugrunde gelegt und sind in den Aufbau mit eingeflossen: Verkehrsmodell der Stadt Köln (MIV): Nachfragematrix MIV (Stand 2019) Straßennetz Stand 2019 Verkehrsmodell der KVB (ÖV): Nachfragematrix Stand 2008 ÖV-Angebot Stand 2008 VRS-ÖV-Angebotsdaten Stand 2020 Strukturdaten (z.B. Einwohnerzahlen, Arbeitsplätze) Jahr 2008: aus Verkehrsmodellen der Stadt und der KVB Jahr 2020 und Jahr 2030: zugeliefert durch Stadt Köln auf Verkehrszellen- basis © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 26/83 Daten zu städtebaulichen Großprojekten Deutzer Hafen Mülheim-Süd Parkstadt-Süd Zündorf-Süd ÖV-Maßnahmen bis 2030 RRX (Vorlaufbetrieb) S-Bahnhaltestellen Kalk-West, Berliner Str., Bocklemünd (S6 bis Pulheim) Nord-Süd-Stadtbahn: Lückenschluss Severinstraße-Heumarkt sowie 3. Baustufe bis Haltestelle Arnoldshöhe und Weiterführung bis Meschenich Stadtbahnverbindung Bonn (rechtsrheinisch) – Niederkassel – Köln (inkl. Anbindung Linie 7 rechtsrheinisch) Stadtbahnverlängerung Mülheim – Stammheim/Flittard (1. Baustufe: „By- pass“ in Mülheim und 2. Baustufe: Verlängerung bis Stammheim/Flittard) neuer Schnellbus SB40 Wesseling – Bergheim relevante MIV-Maßnahmen bis 2030 Neubau Rheinbrücke Leverkusen Ausbau A1 und A3 Kölner Autobahnring, Ausbau A59 Neubau „Rheinspange 553“ Maßnahme A4plus auf der Rodenkirchener Brücke Radverkehrskonzepte bzw. Maßnahmen in Köln, Leverkusen, Wesseling keine direkte Integration in das Verkehrsmodell Berücksichtigung im Rahmen der Potenzialanalyse In der folgenden Abbildung ist der Aufbau des Verkehrsmodells noch einmal in einem Schema zusammenfassend dargestellt. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 27/83 Abbildung 8: Schema zum Aufbau des Verkehrsmodells für die Machbarkeitsstudie Für das in dieser Machbarkeitsstudie verwendete Verkehrsmodell war es zunächst not- wendig, die vorliegenden Verkehrsmodelle der Stadt Köln (MIV) und der KVB (ÖV) zu- sammenzulesen. Die Basis bildete hierbei das Verkehrsmodell der Stadt Köl n. Anschlie- ßend konnte die ÖV-Nachfrageveränderung von 2008 auf das Jahr 2020 in Abhängig- keit der Strukturdatenveränderungen (Einwohner/Schüler und, soweit verfügbar, Er- werbstätige am Arbeitsort) hochgerechnet werden. Nach dem Einlesen der aktuellen ÖV-Angebotsdaten (Fahrplandaten im GTFS-Format des Verkehrsverbunds Rhein- Sieg) konnte das Modell 2020 auf das Prognosejahr 2030, ebenfalls in Abhängigkeit der Strukturdatenveränderungen sowie der zu erwartenden ÖV- und MIV-Maßnahmen, hochgerechnet werden. Durch die Prognoserechnung von 2008 auf 2020 können neben den Strukturdatenent- wicklungen auch die Modal-Split-Verschiebungen der letzten Jahre berücksichtigt wer- den. Im Ergebnis erhält man für den Untersuchungsraum ein prognosefähiges Ver- kehrsmodell mit Nachfragedaten im MIV und ÖV für das Jahr 2030. Diese Nachfrageda- ten können nun für die Stadtteile entlang des Rheins aufbereitet und bewertet werden. Die Einwohnerzahlen für das Jahr 2030 in den jeweiligen Stadtteilen können den Steck- briefen zu den rheinnahen Stadtteilen in Kapitel 4.3 entnommen werden. Als Einwohnerzahlen für 2030 wurden in den beteiligten Städten berücksichtigt (Quelle: IT.NRW): Köln: 1.120.500 EinwohnerInnen Leverkusen: 169.200 EinwohnerInnen Wesseling: 37.500 EinwohnerInnen © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 28/83 Städtebauliche Großprojekte Städtebauliche Großprojekte in Rheinnähe wurden in den drei Städten berücksichtigt. Besondere Bedeutung haben vier große städtebauliche Maßnahmen in Köln. Folgende Maßnahmen wurden im Modell berücksichtigt (EW = EinwohnerInnen, AP = Arbeits- plätze): Deutzer Hafen: ca. 6.900 EW und 6.000 AP Mülheim Süd: ca. 6.800 EW und 7.000 AP Parkstadt Süd: ca. 7.000 EW und 4.500 AP Zündorf Süd: 4.300 EW In den jeweiligen Verkehrszellen wurde die Einwohner-, Schüler- und Erwerbsstruktur angepasst. Den Maßnahmen am Deutzer Hafen und in Mülheim kommt eine für den Wasserbus hohe Bedeutung zu, da hier zahlreiche neue Arbeitsplätze und Wohnungen in direkter Rheinnähe entstehen. 3.2 Verkehrliche Auswertungen 3.2.1 Vorgehen und Ziele Für die Liniennetzplanung und die Entwicklung von Varianten eines Wasserbusses auf dem Rhein sollen verkehrliche Auswertungen des Verkehrsangebotes im Status Quo bzw. zum Prognosezeitpunkt (2030) eine Grundlage bilden. Daneben sind aber auch beispielsweise mögliche Umlaufzeiten und die Fahrzeiten/Geschwindigkeiten der Schiffe wichtige Faktoren für das zu planende Verkehrsangebot und werden daher in die Liniennetzplanung einbezogen. Die verkehrlichen Auswertungen bilden zusammen mit der Nachfrageauswertung die Grundlage für die Potenzialanalyse zur Identifizierung interessanter Relationen für einen Wasserbus auf dem Rhein. Interessante Relationen können beispielweise solche sein, bei denen durch den Was- serbus Reisezeitvorteile gegenüber dem MIV bzw. dem heutigen ÖV-Angebot entste- hen. Weiterhin sollen Relationen herausgearbeitet werden, auf denen heute schon eine hohe Gesamtnachfrage zu finden ist, der überwiegende Anteil jedoch beim MIV liegt. So können durch den Wasserbus Nachfrageströme vom MIV auf den ÖV (inkl. Wasser- bus) verlagert werden. Ziel des Wasserbusses ist es auch, wichtige ÖV-Haltestellen (im Schienenverkehr) miteinander zu verknüpfen – zum Beispiel in Köln: Severinsbrücke (Linie 7) <-> Ubierring (Linie 16). Hier ist im Status Quo ein Umstieg am Neumarkt not- wendig. Von einem Wasserbus können auch die geplanten städtebaulichen Großpro- jekte in Rheinnähe (Deutzer Hafen, Mülheim Süd) profitieren. Gerade in diesen Gebie- ten wird zukünftig eine hohe Verkehrsnachfrage in direkter Rheinnähe vorhanden sein, für die ein Wasserbus ein zusätzliches Mobilitätsangebot darstellen kann - wie auch im gesamten Untersuchungsgebiet. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 29/83 Für eine bessere Übersichtlichkeit wurden das Untersuchungsgebiet bzw. die Stadtteile im Rahmen der verkehrlichen Auswertung in insgesamt sieben Sektoren aufgeteilt. Die Einteilung ist in der folgenden Tabelle sowie der folgenden Abbildung dargestellt. Sektor Stadtteile linksrheinisch Stadtteile rechtsrheinisch 1 Worringen, Merkenich Leverkusen 2 Niehl Flittard, Stammheim, Mülheim (Nord) 3 Riehl Mülheim (Süd) 4 Innenstadt, Altstadt Deutz 5 Bayenthal, Marienburg Poll 6 Rodenkirchen, Weiß, Sürth Westhoven, Ensen, Porz, Zündorf 7 Godorf, Wesseling Porz-Langel Tabelle 6: Einteilung des Untersuchungsgebiets in sieben Sektoren Abbildung 9: Einteilung des Untersuchungsgebiets in sieben Sektoren © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 30/83 Die Trennung der Sektoren erfolgte in Abhängigkeit der Rheinquerungen und des ÖV- Angebots. Diese Einteilung dient nur zur besseren Übersichtlichkeit im Rahmen der ver- kehrlichen Auswertung und hat keine Relevanz für spätere Planungen. Einzugsbereiche In einem ersten Schritt wurden die Einzugsbereiche der ÖV-Haltestellen ausgewertet. In den Darstellungen lassen sich so Erschließungslücken in Rheinnähe und mö gliche An- knüpfungspunkte für den Wasserbus identifizieren. Für die ÖV-Haltestelleneinzugsge- biete wurden folgende Einzugsradien, unterschieden nach Verkehrsmittel, verwendet, die sich am Nahverkehrsplan der Stadt Köln orientieren: Bus: 400 m (roter Kreis) Stadtbahn: 600 m (blauer Kreis) SPNV: 800 m (grüner Kreis) In der folgenden Abbildung ist ein Beispiel für die Auswertung der ÖV-Haltestellenein- zugsbereiche dargestellt. In dieser Abbildung sind ebenfalls die potenziellen bereits heute vorhandenen Anlegestellen für den Wasserbus dargestellt (weißes Dreieck). Abbildung 10: Beispiel Auswertung Einzugsbereiche im ÖV Ziele: Darstellung der Lage der Bebauung und von ÖV-Haltestellen in Rheinnähe Identifikation von bestehenden Erschließungslücken im ÖV Mögliche Anknüpfungspunkte zum bestehenden ÖV: Wo liegt der Rhein im Ein- zugsgebiet einer Haltestelle mit Stadtbahn-/SPNV-Anschluss? © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 31/83 Reiszeitisochronen (MIV und ÖV) Ganz wesentliche verkehrliche Auswertungen beziehen sich auf die MIV- und ÖV-Rei- sezeiten. Hierzu wurden in den reinnahen Stadtteilen beispielhafte Knoten bzw. Halte- stellen ausgewählt und die MIV- und ÖV-Reisezeiten von dort aus in die anderen Ver- kehrszellen7 berechnet. Die MIV-Reisezeit entspricht der durchschnittlichen nach Nach- frage gewichteten Reisezeit an einem Werktag (d. h. die Hauptverkehrszeit mit höherer Nachfrage geht entsprechend stärker in die Reisezeit ein). Die ÖV-Reisezeit wurde für einen Werktag zwischen 07:00 – 09:00 Uhr berechnet. Dargestellt ist die Reisezeit von der Starthaltestelle bis zum Zielbezirk inkl. Umsteigezeit. Alle Auswertungen beziehen sich dabei auf den Prognosezustand 2030 mit dem entsprechenden Verkehrsangebot und der im Vergleich zu 2020 höheren Verkehrsnachfrage (durch Einwohnerzuwächse). In der folgenden Abbildung sind Beispiele für die Auswertung von MIV- und ÖV-Reise- zeiten dargestellt. Abbildung 11: Auswertung MIV- und ÖV-Reisezeiten am Beispiel Langel-Nord Ziele: Darstellung der Reisezeiten aus Rheinnähe zu Zielen im Untersuchungsraum Grafische Darstellung der Barrierewirkung des Rheins Identifikation von Relationen mit langen Reisezeiten im MIV bzw. ÖV Ableitung von Ansatzpunkten für den Wasserbus, um zu konkurrenzfähigen bzw. besseren Reisezeiten gegenüber bestehenden ÖV-Reisezeiten und nach Möglichkeit auch gegenüber MIV-Reisezeiten zu kommen 7 Hierbei handelt es sich um modellbezogene kleinräumige Einheiten und keine baulichen oder administrati- ven Einheiten. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 32/83 Radverkehr: Anbindung weiterer Stadtteile Dem Radverkehr kommt im Wasserbus-Konzept eine herausragende Bedeutung zu. Die geplanten Verbindungen sollen umfangreiche Radmitnahmemöglichkeiten bieten, da das Rad ein wichtiges städtisches Verkehrsmittel darstellt und die Mitnahmemöglich- keiten im ÖV zur Hauptverkehrszeit häufig schlecht sind (durch Platzmangel in vollen S - Bahnen und Stadtbahnen). Es wird angenommen, dass die Summe aus Vorlauf und Nachlauf eine maximale Distanz von 5 bis 8 km aufweist, da der Radverkehr als Zubrin- ger auf Distanzen größer als 5 km eine eher untergeordnete Rolle spielt. 8 Im ersten Schritt wurden für den Radverkehr stadträumliche Bereiche ermittelt, die als Zubringer- raum für den Wasserbus in einer Distanz von maximal 5 bis 8 km liegen. Ziele: Identifikation von Bereichen und Stadtteilen, aus denen potenzielle Fahrgäste per Fahrrad den Anleger des Wasserbusses erreichen können Einflussfaktor zur Bewertung potenzieller Haltepunkte des Wasserbusses (Fahrgastpotenzial) Radverkehr: Fahrzeitisochronen Weiterhin wurden für den Radverkehr auch Reisezeit-Analysen durchgeführt, um Berei- che zu identifizieren, in welchen heute längere Fahrzeiten mit dem Fahrrad bestehen. Dies betrifft insbesondere, analog zu den MIV- und ÖV-Reisezeiten, die Querung des Rheins. Durch ein Wasserbus-Angebot mit Fahrradmitnahme kann diese „Lücke“ ge- schlossen werden. Ein Beispiel ist in der nachfolgenden Abbildung zu sehen. 8 „Radschnellverbindungen – Leitfaden zur Potenzialanalyse und Nutzen-Kosten-Analyse“, BAST und BMVI - erarbeitet durch PTV, 2019 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 33/83 Abbildung 12: Beispiel Auswertung Radverkehr-Reisezeiten Darstellung von Fahrzeiten mit dem Fahrrad aus Bereichen in Rheinnähe Grafische Darstellung der Barrierewirkung des Rheins Identifikation von Relationen mit langen Reisezeiten im Radverkehr (an diesen Stellen kann der Wasserbus unter Umständen eine Radnutzung ermöglichen und die Reisezeiten deutlich verkürzen) Im Folgenden werden für ausgewählte Stadtteile beispielhaft die verkehrlichen Auswer- tungen dargestellt und beschrieben. Eine Darstellung aller Stadtteile würde den Rah- men dieses Berichtes sprengen. Die darauffolgenden Kernaussagen zu den verkehrli- chen Auswertungen beziehen sich aber auf alle betrachteten Stadtteile. Die Kernaussa- gen für jeden Stadtteil sind darüber hinaus in den Steckbriefen zur Bewertung der Stadtteile hinsichtlich des Potenzials für den Wasserbus in 4.3 zu finden. 3.2.2 Beispiel Leverkusen-Wiesdorf Der Stadtteil Leverkusen-Wiesdorf befindet sich in direkter Rheinnähe. Neben Wohnbe- bauung und Industrie (Zugang zu Chempark über Tor 8 möglich) gibt es hier mit dem Neulandpark auch ein Freizeitziel. Das Wohngebiet ist im Status Quo per Bus an den © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 34/83 ÖV angeschlossen. Eine Verknüpfung mit dem Wasserbus wäre somit ohne Eingriff ins Bestandsnetz möglich. Die ÖV-Erschließung/Einzugsbereiche sind in der folgenden Ab- bildung dargestellt. Abbildung 13: Leverkusen-Wiesdorf: ÖV-Einzugsbereiche Bei der Auswertung der MIV- und ÖPNV-Reisezeiten, dargestellt in den folgenden Ab- bildungen, ist zu erkennen, dass der MIV eine gute Erreichbarkeit in Richtung Kölner Norden sowie in das rechtsrheinische Köln bis Mülheim aufweist. Für den ÖPNV lässt sich keine adäquate Verbindung ins linksrheinische Köln feststellen. Ein Grund ist ne- ben der Ausrichtung des ÖV auf die jeweiligen Zentren (über die SPNV-Verbindungen) die Sperrung der A1-Brücke für den Busverkehr, eine Verbindung nach Neubau der Brücke wird in Leverkusen diskutiert (siehe Kapitel 2.2). Ebenso können lange ÖPNV- Fahrzeiten zu rechtsrheinischen Zielen festgestellt werden, u. a. auch in die räumlich nah gelegenen Stadtteile Kölns wie Stammheim und Flittard. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 35/83 Abbildung 14: Leverkusen-Wiesdorf: MIV-Reisezeiten © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 36/83 Abbildung 15: Leverkusen-Wiesdorf: ÖV-Reisezeiten von der Haltestelle Rheinallee Im Radverkehr hat der Rhein ebenfalls eine starke Barriere-Wirkung, auch wenn über die A1-Brücke eine Rheinquerung mit einem Umweg in Richtung Norden möglich ist. Neben teilweise langen Fahrzeiten ins linksrheinische Köln (v. a. in Richtung Niehl und weiter südlich) gibt es auch verglichen mit der räumlichen Nähe längere Fahrzeiten nach Flittard und Stammheim. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 37/83 Abbildung 16: Leverkusen-Wiesdorf: Radverkehr-Fahrzeiten Durch einen Anleger in Leverkusen-Wiesdorf können über den Radverkehr zahlreiche weitere Wohngebiete in einer Distanz von unter 5 bis 8 km an den Wasserbus angebun- den werden (Bürrig, Küppersteg, Leverkusen-Zentrum, Manfort). Auch der Bahnhof Le- verkusen-Mitte ist in kurzer Distanz (1,8 km) zumindest per Rad gut erreichbar, wie in der folgenden Abbildung dargestellt ist. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 38/83 Abbildung 17: Leverkusen-Wiesdorf: Radverkehr-Zubringer-Entfernungen Aus verkehrlicher Sicht bietet der Stadtteil Leverkusen-Wiesdorf einen guten Anknüp- fungspunkt für den Wasserbus. 3.2.3 Beispiel Köln-Riehl Der Kölner Stadtteil Riehl wird im ÖV durch die Linie 18 sowie den Busverkehr er- schlossen. Am Niederländer Ufer (südlicher Bereich) finden sich sowohl Wohnbebau- ung als auch Gewerbe. In direkter Rheinnähe befinden sich auch der Zoo sowie die Seilbahnstation (Seilbahn Zoo - Deutz). Ebenfalls in direkter Rheinnähe liegt die Halte- stelle Zoo/Flora der Linie 18. Diese kann einen guten Verknüpfungspunkt mit einer Wasserbus-Haltestelle darstellen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 39/83 Abbildung 18: Riehl (Köln): ÖV-Einzugsbereiche Die Reisezeitisochronen für den MIV und ÖV sind den beiden nachfolgenden Abbildun- gen zu entnehmen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 40/83 Abbildung 19: Riehl (Köln): MIV-Reisezeiten © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 41/83 Abbildung 20: Riehl (Köln): ÖV-Reisezeiten von der Haltestelle Boltensternstraße Für den MIV ergeben sich aus Riehl entlang des Rheins bis auf Höhe von Rodenkir- chen bzw. Westhoven in nahezu dem gesamten Stadtgebiet kurze Reisezeiten von ma- ximal 20 Minuten. Durch die schwierige Parkplatzverfügbarkeit ist eine potenzielle An- bindung der Altstadt/Innenstadt mit dem Wasserbus aus Riehl jedoch auch für heutige Pkw-Nutzer attraktiv, da im Vergleich zum Pkw-Verkehr die Zeit für die Parkplatzsuche sowie dessen Kosten entfallen. Die bestehende ÖV-Anbindung in das Kölner Stadtge- biet sowie Richtung Leverkusen-Mitte ist ebenfalls gut. Durch die direkte Verbindung nach Mülheim über die Linie 18 ist hier die Barrierewirkung des Rheins gering. In den Kölner Süden ergeben sich jedoch Reisezeiten von mehr als 20 Minuten. Durch die sehr gute Anbindung Riehls an den ÖV ist davon auszugehen, dass der Wasserbus die ÖV-Reisezeiten maximal punktuell verbessern kann. Er ermöglicht aber eine Ergänzung des heutigen Angebots sowie eine direkte Verknüpfung zur Stadtbahn. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 42/83 Abbildung 21: Riehl (Köln): Radverkehr-Fahrzeiten Durch die Zoobrücke und die Mülheimer Brücke stellt der Rhein für den Stadtteil Riehl auch im Radverkehr keine „harte“ Barriere dar. Dennoch gibt es längere Fahrzeiten in rechtsrheinische Stadtteile (bspw. nach Mülheim), da die Nutzung der Brücken mit ei- nem Umweg in der Zufahrt einhergeht. Die Kölner Innenstadt kann schnell erreicht wer- den. Der Nachbarstadtteil Nippes kann gut durch den Radverkehr an einen möglichen Was- serbus-Anleger im Raum Riehl angebunden werden. Außerdem führen zwei Achsen der geplanten Radschnellweg-Korridore durch Riehl (zu den Korridoren siehe auch Erläute- rungen in Kapitel 2.2): Querverbindung Bickendorf – Bilderstöckchen – Riehl – Mülheim Nord-Süd-Achse Nippes – Niehl – Merkenich (streift Riehl am westlichen Rand) Durch einen Anleger in Riehl kann auch der Stadtteil Bilderstöckchen (Entfernung: 5 km) in einem angemessenen Zeitraum erreicht werden. Quelle: openroute Service Radverkehr © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 43/83 Der Stadtteil Riehl bietet sich ferner aus verkehrlicher Sicht für einen Anschluss an das Wasserbus-System an, da neben Zielen wie dem Zoo auch eine Verknüpfung zur Stadt- bahn geschaffen werden kann. 3.2.4 Beispiel Wesseling Zentrum Die Stadt Wesseling besteht aus den Ortsteilen Wesseling, Keldenich, Berzdorf und Ur - feld. Aufgrund der im Rahmen der Machbarkeitsstudie verwendeten Verkehrsmodelle und Daten wird das Stadtgebiet hiervon abweichend in drei „Verkehrszellen“ unterglie- dert (Wesseling-Nord, Wesseling-Mitte, Wesseling-Ost). Die Einteilung ist der nachfol- genden Abbildung zu entnehmen. Die Stadt Wesseling ist durch die Stadtbahn-Linie 16 direkt an die Stadt Köln angebun- den. Zusätzlich verkehren in Wesseling mehrere Stadt- und Regionalbuslinien. Die Stadtbahn-Linie 16 verkehrt im Wesselinger Stadtbereich jedoch nicht in direkter Rhein- nähe, wo sich ebenfalls Wohnbebauung findet. Die Fußwegzeiten vom Rheinufer liegen je nach Bereich bei maximal 10 Minuten zur Haltestelle Wesseling. In Rheinnähe erfolgt die Erschließung heute über Buslinien. In Wesseling sind bereits heute mehrere Anleger vorhanden. Abbildung 22: Wesseling: ÖV-Einzugsbereiche Die Reisezeiten im MIV und ÖV sind den nachfolgenden Abbildungen zu entnehmen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 44/83 Abbildung 23: Wesseling: MIV-Reisezeiten Die Reisezeiten für Wesseling wurden für zwei markante Punkte im Zentrum ermittelt (analog zu der Abbildung zu den ÖV-Reisezeiten). Diese liegen in der Verkehrszelle „Wesseling Mitte“. Die MIV-Reisezeiten betragen in den linksrheinischen Bereich nörd- lich von Rodenkirchen sowie in alle rechtsrheinischen Bereiche mehr als 20 Minuten. Besonders deutlich wird die Barrierewirkung des Rheins nach Niederkassel und Porz- Langel. Dies wird zukünftig jedoch auch abhängig sein von der Lage der geplanten Au- tobahnverbindung („Rheinspange 553“) über den Rhein und die Lage der Abfahrten. Die Fähre zwischen Niederkassel und Wesseling bietet keinen Pkw-Transport. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 45/83 Abbildung 24: Wesseling: ÖV-Reisezeiten Im ÖV gibt es lange Reisezeiten in alle Bereiche nördlich der Kölner Innenstadt auf linksrheinischer Seite. Bis zur südlichen Kölner Innenstadt sind die Fahrzeiten über die Stadtbahn-Linie 16 relativ kurz. Eine Wasserbusverbindung wird, auch aufgrund des Rheinverlaufs mit dem Weißer Rheinbogen, keine deutlich kürzeren Fahrzeiten bieten können. Über den Rhein sind die Reisezeiten sehr lang, insbesondere in die nahen rechtsrheini- schen Kölner Stadtteile wird die Barrierewirkung des Rheins sehr deutlich. Die Perso- nenfähre zwischen Wesseling und Niederkassel ist in der Abbildung nicht berücksich- tigt, da zwar über das ganze Jahr eine Bedienung existiert (Stand 2020), aber die Fähre nicht in den VRS-Tarif integriert ist und somit auf für ÖV-Zeitkartenbesitzer Zusatzkos- ten fällig werden. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 46/83 Abbildung 25: Wesseling Radverkehr-Fahrzeiten Auch im Radverkehr stellt der Rhein eine Barriere dar und verlängert so die Fahrzeiten. Vor allem nach Porz und Zündorf sind die Fahrzeiten mit dem Rad unattraktiv (trotz Be- rücksichtigung der Fähre). Ins linksrheinische Köln überschreiten die Fahrzeiten nach Sürth und Weiß die Grenze von 20 - 30 Minuten. Quelle: openroute Service Reisezeitenauswertung (Isochronen-Darstellung) <= 5 min <= 10 min <= 15 min <= 20 min <= 25 min <= 30 min Radverkehr © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 47/83 Abbildung 26: Südlicher Untersuchungsraum: Radverkehr-Zubringer-Entfernungen In Wesseling kann per Fahrrad in einer Entfernung von 5 bis maximal 8 Kilometern per Fahrrad das restliche Stadtgebiet an einen potenziellen Anleger im Zentrum angebun- den werden. Falls das Wasserbus-Konzept keinen Halt in Wesseling-Urfeld vorsehen sollte, kann auch von hier aus ein Anleger in Wesseling-Mitte per Fahrrad angebunden werden. 3.2.5 Verkehrliche Auswertungen: Kernaussagen und Besonderheiten Im Rahmen der verkehrlichen Auswertungen konnte festgestellt werden, dass es größtenteils eine gute Abdeckung an ÖV-Haltestellen im Untersuchungsgebiet gibt. Kleinere Lücken befinden sich vor allem außerhalb innerstädtischer Gebiete u. a. in: Flittard Stammheim Mülheim (Nord) Westhoven Sürth Wesseling (Urfeld). Außerdem konnten 50 vorhandene Anlegestellen durch die Internetrecherche, anhand von Luftbildern und durch die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2010 identifiziert werden. Dies ist zunächst eine erste Bestandsaufnahme. Für die Einführung eines Wasserbus - Systems ist auch die Schaffung neuer Anlegestellen mit großer Wahrscheinlichkeit erforderlich. Außerde m müssen bei den vorhandenen Anle gern zunächst die © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 48/83 Verfügbarkeit und Kompatibilität (auch mit Blick auf die erforderliche Barrierefreiheit) geprüft werden, falls diese genutzt werden sollen. In den folgenden Stadtteilen konnten in dieser ersten Bestandsaufnahme keine Anlegestellen lokalisiert werden: Merkenich LEV-Rheindorf Niehl (Süd) Flittard Stammheim Poll Westhoven/Ensen Sürth Godorf Porz-Langel Bei der Auswertung der Reisezeiten im MIV und ÖV aber auch im Radverkehr zeigt sich deutlich die Barrierewirkung des Rheins. Querungen über Brückenbauwerke sind nur vereinzelt möglich, teilweise gibt es aufgrund von Nutzungseinschränkungen (A1-Brü- cke) kein ÖV-Angebot. Aber auch in der Kölner Innenstadt sind Umwege zu den Brü- ckenbauwerken notwendig. In nachfolgender Abbildung zeigt sich dies für das Beispiel Stammheim im MIV selbst innerhalb Kölns mit vergleichsweise kurzer Distanz zur Mül- heimer Brücke sehr deutlich. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 49/83 Abbildung 27: Barrierewirkung des Rheins im MIV am Beispiel Stammheim In den Bereichen mit größerer Distanz zur nächsten Rheinquerung sind die umwegebe- dingten Reisezeitverluste noch ausgeprägter. Im ÖV ist dieser Effekt noch deutlich größer, da einige Rheinbrücken zwar vom MIV so- wie Rad- und Fußverkehr genutzt werden können, jedoch keine ÖV-Verbindung exis- tiert. In den Reisezeitauswertungen ist dies für die Bereiche nördlich von Mülheim und südlich der Kölner Innenstadt (bis Bonn) besonders auffällig. In der Kölner Innenstadt existieren verschiedene, häufig hoch ausgelastete Querverkehre im ÖV. Diese kann ein Wasserbus einerseits entlasten, andererseits auch punktuell verkehrliche Vorteile bie- ten (z.B. Vermeidung eines Umstiegs zwischen Riehl und Mülheim-Süd). Entlang des Rheins ist die Anbindung über den ÖV größtenteils gut und damit eine di- rekte Konkurrenz zum Wasserbus, wenn dieser Verbindungen im Längsverkehr anbie- tet. Dies gilt insbesondere für die Linien 7, 16 und 18 sowie die zukünftige Schienenver- bindung zwischen Köln und Bonn im rechtsrheinischen Bereich. Dennoch können hier Ansatzpunkte für den Längsverkehr gefunden werden, insbesondere dort, wo die © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 50/83 schnellen Längsverbindungen des Schienenverkehrs in einiger Entfernung zum Rhein liegen. Außerdem auch, wenn durch die Nutzung des Wasserbusses Umstiege vermie- den werden können und um hochausgelastete Knotenpunkte wie den Neumarkt oder den Kölner Hauptbahnhof zu umfahren und eine direktere Verbindung nutzen zu kön- nen. Auch können hochausgelastete Streckenabschnitte möglicherweise durch den Wasserbus entlastet werden und den Fahrgästen eine Alternative angeboten werden – beispielsweise auf der Linie 7 im Abschnitt Porz – Innenstadt. Verknüpfungsmöglichkeiten mit der Stadtbahn bestehen u. a. an den Haltestellen Zoo/Flora, Ubierring und Deutzer Freiheit, aber je nach Lage der Anlegestellen auch möglicherweise zum Kölner Hbf. und zum Bahnhof Messe/Deutz. Die Reisezeiteniso- chronen wurden für jeden Stadtteil ausgewertet und gehen in die Steckbriefe (vgl. Kapi- tel 4.3) ein. Die Anbindung von vergleichsweise „rheinfernen“ Stadtteilen an die potenziellen Anle- ger über den Radverkehr wurde untersucht. Nur wenige Stadtteile erfüllen den höchsten Attraktivitätsgrad von einer Entfernung bis zu 5 Kilometern. Viele Stadtteile in zweiter Reihe haben eine Entfernung zwischen 5 und 8 Kilometern. Ein gewisses Potenzial an multimodalen Nutzern (Fahrrad und Wasserbus) dürfte in diesen Stadtbereichen durch- aus vorhanden sein, jedoch muss beachtet werden, dass die Attraktivität einer solchen multimodalen Verbindung mit zunehmender Fahrrad-Fahrzeit abnimmt. Insbesondere wenn das jeweilige Ziel nicht in direkter Nähe zum Rhein liegt und wenn damit eine Fahrradfahrt sowohl im Vor- als auch im Nachlauf zum Wasserbus notwendig ist. Wichtige Anbindungen über den Radverkehr können u. a. sein: Lev-Wiesdorf: zahlreiche Bereiche von Leverkusen (Innenstadt, Manfort, Bürrig, Küppersteg) Niehl: Knotenpunkt Radschnellnetz, Anbindung Weidenpesch und Longerich Mülheim: Knotenpunkt Radschnellnetz Riehl: Anbindung von Nippes Innenstadt Süd: Anbindung Universität Deutz: Anbindung von Kalk Marienburg: Anbindung der neuen Parkstadt Süd Wesseling: Anbindung des rheinfernen Stadtgebiets Dazu können auch rheinnahe Stadtteile, welche im Konzept (zunächst) nicht berück- sichtigt sind, u. a. über das Radverkehrsnetz (Rheinradweg) an Anleger in benachbar- ten Stadtteilen angebunden werden. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 51/83 3.3 Verkehrsnachfrageauswertungen 3.3.1 Vorgehen und Ziele Aus dem Verkehrsmodell und der durchgeführten Hochrechnung auf das Jahr 2030 kann die Verteilung der Gesamtverkehrsnachfrage (MIV & ÖV) abgeleitet und anhand von sogenannten Matrixspinnen auf der Basis der Stadtteile bzw. einer stadtteilähnli- chen Struktur für einen Werktag dargestellt werden. Die Gesamtverkehrsnachfrage ent- spricht dem maximalen Nachfragepotenzial für den Wasserbus. Einerseits ist es das Ziel der Nachfrageauswertung, große Nachfrageströme zu identifizieren, die ein Was- serbus auf dem Rhein bedienen und daraus Nachfrage auf interessanten Relationen entwickeln kann. Andererseits wird der umgekehrte Ansatz verfolgt, durch die Nachfra- geauswertung zu prüfen, ob auf den ermittelten verkehrlich interessanten Relationen ein Nachfragepotenzial für den Wasserbus besteht (Abgleich mit den Nachfrageströ- men). Es kann auch ein Ziel sein, eine neue zusätzliche Mobilitätslösung auf Relationen zu liefern, die heute nicht vom ÖV bedient werden und im MIV nur sehr umwegig mög- lich sind. Der Einsatz eines Wasserbusses kann Vorteile für Verkehrsbeziehungen entlang r hein- naher Bereiche bringen. Ebenso kann eine Verbesserung der Anbindung über den Rhein durch einen Wasserbus erzielt werden. Durch eine garantierte Fahrradmitnahme auf dem Wasserbus kann auch die Anbindung rheinferner Ziele attraktiver gestaltet wer- den. Im Folgenden werden für die bereits bekannten Beispiel-Stadtteile die Nachfrageaus- wertungen dargestellt und beschrieben. Die Nachfrageauswertungen aller weiteren un- tersuchten Stadtteile finden Eingang in die Steckbriefe (vgl. Kapitel 4.3). Die Karten enthalten die prognostizierte Gesamtverkehrsnachfrage für das Jahr 2030 zwischen den jeweiligen Stadtteilen. Zur besseren Übersichtlichkeit sind Verkehrs- ströme unter 1.000 Personen je Tag dargestellt. Dies bedeutet, dass auf Relationen ohne dargestellte Balken in den Abbildungen dennoch Nachfrage vorhanden sein kann. In die spätere Modellrechnung werden aber auch diese Verkehrsströme einbezogen. In blauer Farbe ist der Rhein dargestellt. 3.3.2 Beispiel Leverkusen-Wiesdorf Die Gesamtverkehrsnachfrage aus dem Stadtteil Leverkusen-Wiesdorf, dargestellt in der folgenden Abbildung, orientiert sich stark im rechtsrheinischen Bereich. Die Barrier- ewirkung des Rheins ist klar zu erkennen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 52/83 Abbildung 28: Verkehrsnachfrageauswertung für Leverkusen-Wiesdorf Eine hohe Verkehrsnachfrage und somit interessante Relationen für den Wasserbus bestehen von/nach Flittard, Stammheim und Mülheim. In die Kölner Innenstadt und nach Deutz sind ebenfalls größere Nachfrageströme vorhanden. Aufgrund der Untertei- lung der Kölner Innenstadt in verschiedene Stadtteile setzen sich diese Relationen aus mehreren kleineren Balken zusammen. Die höchste Nachfrage bezieht sich jedoch auf die räumlich näheren oben genannten Bereiche. Über den Rhein gibt es nur wenige größere Nachfrageströme (außer in die Kölner In- nenstadt). Insbesondere hier kann der Wasserbus jedoch gegenüber dem heutigen ÖV- Angebot einen deutlichen Zeitvorteil bieten. Auch kann der Wasserbus hier gänzliche neue ÖV-Verbindungen schaffen, welche zukünftig mit einer höheren Nachfrage einher- gehen können, wenn eine solche Verbindung überhaupt erst mit attraktiven Reisezeiten angeboten wird. 3.3.3 Beispiel Köln-Riehl Die Gesamtverkehrsnachfrage aus dem Kölner Stadtteil Riehl ist sowohl in alle Berei- che der Innenstadt als auch nach Niehl und Mülheim hoch. In das rechtsrheinische Deutz ist die Verkehrsnachfrage mit 1.300 Personenfahrten ebenfalls hoch. Auch hier © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 53/83 zeigt sich eine erhöhte Nachfrage in diejenigen Bereiche, die im MIV und/oder im ÖV gut angebunden sind. In weiter entfernte Stadtteile sinkt die Nachfrage stetig. Außer- dem ist trotz der zwei Rheinbrücken in direkter Umgebung die Barrierewirkung des Rheins erkennbar. Abbildung 29: Verkehrsnachfrageauswertung für Riehl (Köln) Für Riehl ergeben sich verkehrlich sinnvolle Relationen vor allem nach Mülheim, in Richtung südliche Altstadt und ggf. nach Deutz. Nach Niehl ist durch den Rheinbogen die Fahrzeit einer potenziellen Wasserbus-Verbindung gegenüber dem heutigen ÖV vermutlich länger. Nach Mülheim ist insbesondere die Anbindung von Bereichen inte- ressant, welche nicht direkt an der Linie 18 liegen. Dies gilt für einen Großteil der rhein- nahen Bereiche und den Bereich des städtebaulichen Großprojekts am Mülheimer Ha- fen. 3.3.4 Wesseling Die Verkehrsströme von/nach Wesseling Mitte sind vor allem in die linksrheinischen Be- reiche in den nahen Stadtteilen von Köln hoch nachgefragt (u. a. nach Sürth, Godorf und Rodenkirchen). Weiter nördlich nimmt die Verkehrsnachfrage zwar ab, zieht sich © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 54/83 aber bis in die Kölner Innenstadt/Altstadt. In diese Bereiche gibt es mit der Linie 16 je- doch schon eine schnelle Verbindung mit der Stadtbahn. In die rechtsrheinischen Bereiche gibt es dagegen nur eine sehr geringe Menge an Per- sonenfahrten. Hier ist zunächst mit keiner hohen Nachfrage auf einer Wasserbus-Ver- bindung zu rechnen. Jedoch würde insbesondere aus Wesseling und den weiteren Be- reichen im südlichen Untersuchungsraum so überhaupt erst eine Verbindung im ÖV mit einer adäquaten Reisezeit entstehen. Heute ist eine Querung nur über die Fähre nach Niederkassel möglich. Abbildung 30: Verkehrsnachfrageauswertung für Wesseling Die Stadt Wesseling teilt sich aufgrund eines Bogens des Rheins in mehrere rheinnahe Bereiche auf. Der mittlere Bereich ist über die dort vorhandenen Anleger gut in ein Was- serbussystem integrierbar. Das nördliche rheinnahe Wesseling kann über vorhandene Anleger in Mitte erreicht werden (per Fahrrad, Bus oder Fußweg). Die Anbindung von Urfeld ist über vorhandene Anleger oder über einen neuen Anleger denkbar, wenn Wesseling-Mitte in das Konzept einbezogen wird und eine Weiterfahrt nach Urfeld in den Umlauf passt. Das heutige Nachfragepotenzial aus Urfeld auf den verkehrlich inte- ressanten Relationen in Richtung Köln ist gering. Bei einer Ausweitung des Wasserbus- © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 55/83 Systems nach Süden und nach Niederkassel wird eine Bedienung von Urfeld attr akti- ver. Durch die gute Stadtbahnanbindung mit der Linie 16 steht ein Wasserbus in ganz We s- seling in starker Konkurrenz zum bestehenden ÖV-Angebot. Eine Reisezeitverkürzung in die linksrheinischen Bereiche wäre nur sehr schwer erreichbar und eine Wasserbus- nutzung auf längeren Fahrten aufgrund des streckenbedingten Umwegs durch den Wei- ßer Rheinbogen eher unattraktiv. Eine Verbindung ins rechtsrheinische Köln wie beispielsweise nach Porz kann hier je- doch gänzlich neue Verbindungen ermöglichen und eine Verknüpfung mit Linie 7 her- stellen. Dadurch könnte sich mittelfristig durch die Schaffung neuer Mobilitätsmöglich- keiten auch eine entsprechende Nachfrage ergeben. Es ist jedoch nicht damit zu rech- nen, dass sich diese Nachfrage kurzfristig entwickelt. 3.3.5 Verkehrsnachfrageauswertungen: Kernaussagen und Besonderheiten Das Untersuchungsgebiet umfasst unterschiedli che Struktur räume mit unterschiedlich ausgeprägten Bebauungsdichten und Entfernungen der bebauten Gebiete zum Rhein. Dementsprechend liegt auch die Gesamtnachfr age in den Stadtteilen auf sehr unterschiedlichen Niveaus. Insgesamt kann festgestellt werden, d ass der Rhei n eine Barriere in der Verkehrsnachfrage darstellt und ein Großteil der Personenfahrten im Längsverkehr stattfindet. In den Gebieten, in denen Rhein querungen vorhanden sind, steigt auch die Verkehrsnachfrage im Querverkehr von der einen auf die andere Rheinseite. Dies trifft insbesondere auf die Kölner Innenstadt, Mülheim und Deutz zu. Hierhin besteht aus zahlreichen Stadtteilen auch eine rheinübergreifende Nachfrage. Für Leverkusen gibt es die größte Verkehrsnachfrage aus dem Stadtteil Wiesdorf. Vor allem in andere Leverkusener Stadtteile, aber auch nach Stammheim und nach Mülheim finden täglich viele Personenfahrten statt. Weniger Verkehrsnachfrage g ibt es auch von diesem Stadtteil aus auf die andere Rheinseite. Aus dem Kölner Stadtteil Niehl gibt es eine hohe Gesamtnachfrage, vor allem nach Merkenich und Riehl. Über den Rhein gibt es eine deutliche Nachfrage nach Mülheim. Von und nach Mülheim gibt es insgesamt eine sehr hohe Verkehrsnachfrage in alle Richtungen, sowohl im Längs - als auch im Querv erkehr. Mülheim ist ein sehr großflächiger Stadtteil mit einer hohen Anzahl an Einwohnern sowie Arbeitsplätzen und zukünftigen städtebaulichen Großprojekte n. Diese Nachfrage liegt häufig in Rheinnähe , so dass Mülheim als ein wichtiger Anlegepunkt im Wasser bussystem fu ngieren kann. Hierbei zu beachten ist jedoch auch, dass Mülheim schon im Status Quo über eine sehr gute ÖV-Anbindung in alle Richtungen verfügt . Es sollten daher nach Möglichkeit Relationen bedient werden , welche nicht direkt über eine SPNV- oder Stadtbahnanbindung abgedeckt werden . Auch ist die Anbindung des städtebaulichen Projekts Mülheim Süd wichtig, da hier eine hohe Nachfrage in direkter Rh einnähe © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 56/83 entstehen wird und bei einer frühzeitigen Anbindung auch Einfluss auf die Nachfrageverteilung genommen werden kann. Weitere wichtige Stadtteile und Stadtteile mit sehr hoher Gesamtverkehrsnachfrage sind die Kölner Innenstadt/Altstadt sowie Deutz. D ie Nachfrage verteilt sich von diesen Stadtteilen ebenfalls in alle Richtungen, sowohl im Längs - als auch im Querverkehr. Diese Stadtt eile weisen ebenfalls eine gute vorhandene ÖV-Anbindung auf. Der Wasserbus kann diese Verbindungen und Verkehrsmittel aber durchaus ergänzen, eine Alternative darstellen und die Busse, Stadtbahnen und S -Bahnen entlasten. Im Hinblick auf die Wirtschaftlich keit des Was serbussystems und von/nach diesen Stadtteilen ausgehender Nachfrage sollten die Kölner Innenstadt und der Stadt teil Deutz aufgrund der hohen Dichte an Wohn -, Arbeitsplatz -, Einkaufs - und Freizeitorten zwingend angebunden werden. gute ÖV-Anbindung auf. Der Wasserbus kann diese Verbindungen und Verkehrsmittel aber durchaus ergänzen, eine Alternative darstellen und die Busse, Stadtbahnen und S- Bahnen entlasten. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Wasserbussystems und von/nach diesen Stadtteilen ausgehender Nachfrage sollten die Kölner Innenstadt und Deutz zwingend angebunden werden. Südlich der Kölner Innenstad t bzw. dem mittleren Untersuchungsgebiet lässt die Höhe der Gesamtverkehrsnachfrage ste tig nach. Vor allem im Querverkehr gib t es wenige Personenfahrten, während die Nachfrage im Längsverkehr hoch ist (bspw. von/nach Bayenthal oder von/nach Marienburg). Zu beachten ist, dass mit der Stadtbahn-Linie 16 eine gute ÖV-Verbindung in diesen Bereichen in Richtung Innenstadt bereits vorhanden ist. Auf Relationen zwischen der nördlichen und der südlichen Innenstadt könnte durch eine Wasserbus -Verbindung ein Umstieg im verkehrsreichen Zentrum (z. B. am Neumarkt) vermieden werden. Auf der rechtsrheinischen Seite (We sthoven, Ensen) sind eher geringe Gesamtnachfrageströme über den Rhein zu verzeichnen. Die höchsten Verkehrsnachfragewerte sind in Richtung Südstadt/Innenst adt zu finden. Der Stadtteil Porz kann wiederum eine höhere Gesamtverkehrsnachfrage vor allem entlan g des Rheins, aber a uch in Richtung Innenstadt, verzeichnen. Porz sollte daher im Wasserbussystem berücksichtigt werden. Von/nach Wesseling gibt es ebenfall s vor allem entlang des Rheins hohe Nachfrageströme in die Kölner Stadtteile bis Weiß. Im Querverkeh r ist deutlich wenig er Gesamtnachfrage vorhanden. Hier besteht durch ein geeignetes Wasserbuskonzept jedoch die Möglichkeit, gänzlich neue Verbindungen herzustellen und Reisezeiten enorm zu verkürzen (bspw. auf der Relation Wesseling – Porz). 3.4 Planungsgrundsätze und Übergang zur Potenzialanalyse Ziel der verkehrlichen Auswertungen und Auswertung der Verkehrsnachfrageauswer- tung im Prognosemodell für das Jahr 2030 war es, interessante potenzielle Relationen © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 57/83 für einen Wasserbus auf den Rhein zu identifizieren. Potenzielle Relationen sind in den Streckbriefen (Kapitel 4.3) beschrieben. Folgende Ansatzpunkte stehen hierbei im Fokus: Identifikation interessanter Relationen auf Basis der verkehrlichen Auswertun- gen Reisezeitvorteile Reduktion der Barrierewirkung des Rheins Schaffung neuer Mobilitätsmöglichkeiten auf nachfragestarken Relationen Abdeckung von Nachfrageströmen, v. a. in direkter Rheinnähe Schließen von Lücken im bestehenden ÖV-Angebot Verknüpfung bzw. Anbindung wichtiger ÖV-Haltestellen (Schienenverkehr), z.B. Severinsbrücke (Linie 7) <-> Ubierring (Linie 16), heute Umstieg am Neu- markt notwendig Haltestelle Zoo/Flora (Linie 18) in Riehl Kölner Innenstadt/Altstadt (S-Bahn, Stadtbahn, Seilbahn) Wesseling Fahrradmitnahme soll komfortabel möglich sein Radverkehr als Zu- und Abbringer bis zu einer maximalen Gesamtdistanz von 5 bis 8 km Einbindung der städtebaulichen Großprojekte in Rheinnähe Deutzer Hafen Mülheim Süd Wasserbus als schnell umsetzbare Alternative/Startlösung zu Schieneninfra- strukturprojekten und Neubau/Sanierung von Brücken Wasserbus-Angebot/-Infrastruktur benötigt geringere Planungs- und Bau- zeiten Erschließung durch Wasserbus während Aufsiedlung von Neubauflä- chen/Städtebaulichen Großprojekten möglich und nicht erst danach direkte Wasserbus-Anbindung als Image-Faktor (Klima & Umwelt) Die zuvor beschriebenen Auswertungen wurden für alle rheinnahen Stadtteile durchge- führt. Diese Auswertungen fließen direkt in die nachstehende Potenzialanalyse (AP 3) ein und werden hier, gemeinsam mit weiteren relevanten Kriterien, in Stadtteil-Steck- briefen zusammenfassend beschrieben und bewertet. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 58/83 4 Potenzialanalyse 4.1 Vorgehen und Ziele Der Untersuchungsraum dieser Machbarkeitsstudie umfasst ca. 30 Stadtteile. Für diese wurden sowohl die verkehrlichen Auswertungen als auch die Verkehrsnachfrageaus- wertungen vorgenommen, die als Grundlage für die Bewertung der Stadtteile in der Po- tenzialanalyse dienen sollen. Ziel der Potenzialanalyse ist es, die Stadtteile bezüglich der Sinnhaftigkeit einer Was- serbusanbindung zu kategorisieren. Diese Kategorisierung erfolgt in Form von Steck- briefen, welche als Basis für die weiteren Planungsschritte und Arbeitspakete (AP 4 zu den Liniennetzkonzepten und AP 6 zu den Schiffstypen) verwendet werden. In der fol- genden Abbildung sind die Zusammenhänge der Auswertungs- und Planungsschritte dargestellt. Abbildung 31: Zusammenhänge der Auswertungs- und Planungsschritte Die kategorisierten Stadtteile stellen die gröbste Stufe der Bewertung dar. Im Arbeitspaket 4 werden für die relevanten Stadtteile potenzielle Anlegestellen bewerte t. Hauptziel ist es aber, wichtige und nachfragestar ke Rel ationen zu identifizieren, die anschließend in die Linienkonzeptbausteine aufgenommen werden können. Außerdem wird für beispie lhafte und besonders wichtige Relationen eine notwendige Geschwindigkeit ermittelt, welche nötig ist , um gegenüber dem ÖV (und im Idealfall gegenüber dem MIV) konkurrenzfähig zu sein. Aus diesen Geschwindigkeiten können Rückschlüsse für die Auswahl der Sch iffstypen gezogen werden. Für die Liniennetzplanung kann so geschlussfolgert werden, auf welchen Relationen Direktverbindungen notwendig sind und auf welchen ein Zwischenhalt möglich ist, ohne für Fahrgäste unattraktiv zu werden. 4.2 Aufbau der Steckbriefe und Kategorie-Einteilung Die Steckbriefe zur Bewertung der Stadtteile sind in drei Teile untergliedert. Zunächst werden Strukturdaten (prognostizierte Einwohnerzahlen 2030, Zielpunkte/POI, ÖV-An- bindung) benannt. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 59/83 Anschließend werden verkehrliche Auswertungen und die Verkehrsnachfrageauswer- tungen sowie eine erste Einschätzung/Bewertung dieser Auswertungen für die einzel- nen Stadtteile beschrieben. Abschließend erfolgt die Gesamtbewertung der Stadtteile bezüglich der Sinnhaftigkeit einer Wasserbusanbindung und die Benennung von möglichen Wasserbusrelationen. In der folgenden Abbildung sind die Merkmale des Steckbriefs und der Inhalte noch einmal zusammenfassend dargestellt. Abbildung 32: Aufbau Stadtteil-Steckbrief für Wasserbuspotenziale Auf Basis der verschiedenen Randfaktoren (vorhandene Zielpunkte, Lage der Bebau- ung), der verkehrlichen Auswertungen und der Verkehrsnachfrageauswertungen wur- den für die Gesamtbewertung der Stadtteile insgesamt vier Kategorien gebildet. Hier mit wird die Sinnhaftigkeit einer Berücksichtigung des Wasserbus-Systems für den jeweili- gen Stadtteil eingeschätzt. Folgende vier Kategorien wurden gebildet: Abbildung 33: Kategorie-Einteilung der Stadtteil-Potenzialbewertung Durch die Bewertungskriterien und diese definierten Kategorien kann für jeden Stadtteil ein transparentes Ergebnis dargestellt werden, so dass dieses als Hilfestellung für die © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 60/83 weiteren Planungsschritte dienen kann. Im weiteren Verlauf kann auch festgestellt wer- den, dass sich weitere Stadtteile für eine Einbindung in das Wasserbus-Netz eignen o- der andere nicht, beispielsweise aus baulichen Gründen. Aufgrund des hohen Zeitauf- wands für Zwischenhalte (ca. 3-5 Minuten) soll der Fokus auf der Anbindung von Stadt- teilen mit hohem Nachfragepotenzial liegen. Der hohe Zeitaufwand für Zwischenhalte entsteht durch die gegenüber dem konventionellen ÖV zusätzlichen Zeitaufwand für An - und Ablegen sowie Zu- und Abgang über eine Rampe. Dies wird ausführlicher in den nachfolgenden Arbeitspaketen zum Liniennetz und zur betrieblichen Machbarkeit erläu- tert. Die Stadtteile mit hohem Potenzial werden dabei für das Kernnetz vorgesehen (dunkel- grün), weitere dann im erweiterten Netz (hellgrün) und im Ergänzungsnetz (gelb). Dabei können sich Stadtteile jedoch auch ergänzen, beispielsweise ist für Bayenthal und Mari- enburg ein gemeinsamer Anleger sinnvoll. Für einige Stadtteile wird in dieser Untersu- chung kein Potenzial gesehen (rot). Die Einordnung ergibt sich unter anderem auch aus dem Zuschnitt des Untersuchungsraums. Bei einer künftigen Ausweitung des Netzes auf weitere Städte in Richtung Norden und/oder Süden kann sich diese Einschätzung daher durchaus ändern. 4.3 Bewertung der Stadtteile Die Bewertung der Stadtteile erfolgt für diese Wasserbus-Machbarkeitsstudie bezogen auf den definierten Untersuchungsraum (Leverkusen, Köln, Wesseling). Bei einer Aus- weitung des Untersuchungsraums bspw. nach Dormagen, Monheim, Niederkassel oder Bonn kann sich die Bewertung der Stadtteile (vor allem am nördlichen bzw. südlichen Rand des Untersuchungsgebietes) ändern, da neue/veränderte verkehrliche Potenziale entstehen können. Eine Einordnung zu möglichen Ausweitungen des Wasserbus-Lini- ennetzes erfolgt im Ausblick am Ende der Studie. In den folgenden Unterkapiteln sind die Steckbriefe zu der Potenzialbewert ung aller be- trachteten Stadtteile, aufgeteilt nach Sektoren (vgl. Tabelle 6) dargestellt. Eine abschlie- ßende Zusammenfassung folgt danach in Kapitel 4.3.8. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 61/83 4.3.1 Sektor 1 Abbildung 34: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 1 (Teil 1) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 62/83 Abbildung 35: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 1 (Teil 2) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 63/83 4.3.2 Sektor 2 Abbildung 36: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 2 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 64/83 4.3.3 Sektor 3 Abbildung 37: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 3 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 65/83 4.3.4 Sektor 4 Abbildung 38: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 4 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 66/83 4.3.5 Sektor 5 Abbildung 39: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 5 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 67/83 4.3.6 Sektor 6 Abbildung 40: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 6 (Teil 1) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 68/83 Abbildung 41: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 6 (Teil 2) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 69/83 Abbildung 42: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 6 (Teil 3) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 70/83 4.3.7 Sektor 7 Abbildung 43: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 7 (Teil 1) © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 71/83 Abbildung 44: Stadtteil-Potenzialbewertung Sektor 7 (Teil 2) 4.3.8 Zusammenfassung und interessante Relationen Die Bewertung der Stadtteile erfolgte anhand der vorangegangenen Steckbriefe. Die Einteilung der Stadtteile in die verschiedenen Kategorien ist in der folgenden Abbildung zusammengefasst: Kategorie Beschreibung Kernnetz Lev-Wiesdorf, Niehl, Mülheim, Riehl, Innenstadt Nord, In- nenstadt Süd, Deutz, Porz erweitertes Netz Stammheim, Marienburg, Rodenkirchen, Sürth, Ensen, Wesseling Ergänzungsnetz Merkenich, Lev-Hitdorf, Flittard, Bayenthal, Poll, Weiß, Westhoven, Zündorf, Godorf, Wesseling-Urfeld vorerst kein Potenzial Worringen, Lev-Rheindorf, Porz-Langel Abbildung 45: Zusammenfassung Kategorisierung der Stadtteile © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 72/83 Das in der Potenzialanalyse identifizierte Kernnetz des Wasserbusses umfasst acht Stadtteile im rheinnahen Untersuchungsgebiet. Für das erweiterte Netz konnten sechs Stadtteile definiert werden. Eine Einteilung ins Ergänzungsnetz besteht bei zehn Stadtteilen. Hier wird aus unter- schiedlichen Gründen nur Potenzial für einen Wasserbus gesehen, wenn das Ne tz um- fassend ausgebaut werden soll. Teilweise können diese Stadtteile jedoch auch über ge- meinsame Anleger angebunden werden. Für drei Stadtteile (Köln-Worringen, Lev-Rheindorf, Köln-Porz-Langel) in Rheinnähe wird im Rahmen dieser Untersuchung kein Potenzial für eine Einbindung in das Was- serbussystem gesehen. Dies kann sich bei einer späteren Ausweitung des Netzes in Richtung Norden bzw. Süden ändern. In den folgenden Abbildungen ist die Potenzialbewertung noch einmal geografisch ver- ortet dargestellt. Abbildung 46: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (nördliches Gebiet) Im nördlichen Untersuchungsgebiet kann der Stadtteil Leverkusen-Wiesdorf als nördli- cher Fixpunkt eines Wasserbussystems fungieren. Weitere Stadtteile im äußeren Nor- den sind eher dem Ergänzungsnetz zugeordnet. Als wichtige Haltepunkte im Kernnetz © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 73/83 treten in diesem Bereich vor allem Mülheim, Riehl und Niehl hervor. Je nach Gestaltung des Linienkonzepts kann auch eine Anbindung von Stammheim sinnvoll sein. In dieser Abbildung und der folgenden Abbildung ist zu erkennen, dass die gesamte Kölner Innenstadt dem Kernnetz zugeordnet ist. Abbildung 47: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (mittleres Gebiet) Ebenfalls dem Kernnetz zugeordnet sind im mittleren Bereich die Stadtteile Mülheim und Deutz. Von bzw. nach diesen Stadtteilen gibt es, ebenso wie zur Kölner Innenstadt, eine hohe Gesamtverkehrsnachfrage. In diesen Bereichen sind außerdem schon heute viele potenzielle Anleger vorhanden. Zudem sind die ÖV-Haltestellen teilweise in Ufer- nähe, so dass ein Umsteigen vom Wasserbus auf den konventionellen ÖV leichter mög- lich ist als in anderen Bereichen des Untersuchungsgebiets. Demzufolge sollte der Be- reich zwischen Mülheim/Riehl und der Kölner Südstadt das Herzstück des Wasserbus- systems bilden. Dieser Bereich sollte von den weiteren in das Wasserbussystem inte- grierten Stadtteilen erreichbar sein In diesem Kernbereich ist es ebenfalls denkbar, kurze Expresslinien (Punkt-zu-Punkt-Verbindungen) mit enger Taktung einzurichten. Wie in der folgenden Abbildung zu erkennen ist, lassen die Potenziale im südlichen Be- reich des Untersuchungsgebiets deutlich nach. Das liegt vor allem an der dünneren © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 74/83 Besiedlung in Rheinnähe und aufgrund des Weißer Rheinbogens. Dieser macht die Fahrzeiten aus den südlichen Bereichen des Untersuchungsraums unattraktiver. Abbildung 48: Geografische Verortung der Stadtteil-Potenzialbewertung (südliches Gebiet) Der Stadtteil Porz wurde als einziger Stadtteil in diesem Bereich als Kernnetz definiert und kann in diesem als südlicher Endpunkt dienen. Im erweiterten Netz kann Wesseling angebunden werden. Wie zuvor beschrieben, gibt es aus Wesseling zwar eine hohe Gesamtverkehrsnachfrage, jedoch mit der Stadtbahn-Linie 16 ein schnelles Konkur- renzsystem im linksrheinischen Bereich. Die Stadtteile Marienburg und Bayenthal kön- nen ebenso wie die Stadtteile Westhoven und Ensen gemeinsam (durch einen zentra- len Anleger) erschlossen werden. Denkbar ist außerdem, dass Zündorf saisonal in das Wasserbussystem integriert wird. So könnte die Freizeitinsel „Groov“ und die im Som- mer stark nachgefragte Promenade angebunden werden. Dies ist auch hinsichtlich der geplanten Fahrradmitnahmemöglichkeit im Wasserbus interessant. Hier besteht jedoch auch der Fährverkehr Zündorf-Weiß. Verbindet man die interessanten Relationen der acht ausgewählten Stadtteile für das Kernnetz (Dunkelgrün-Dunkelgrün) miteinander erhält man 64 Relationen, wobei Mül- heim in einen nördlichen und südlichen Teil untergliedert wurde. Zusätzlich wird als süd- licher Fixpunkt im erweiterten Netz auch Wesseling in diese Auswertung mit einbezo- gen, so dass acht Relationen hinzukommen. Aus den vorangegangenen Erkenntnissen © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 75/83 können folgende Anforderungen an die Relationen in einem sinnvollen Kernnetz abge- leitet werden: Leverkusen-Wiesdorf als nördlicher Fixpunkt Haltepunkte in den nachfragestarken nördlichen Stadtteilen Niehl Riehl Mülheim Haltepunkte in den sehr nachfragestarken innerstädtischen Bereichen Innenstadt Nord Innenstadt Süd Deutz Porz bzw. Wesseling als südlicher Fixpunkt. Von diesen Punkten aus kann das Wasserbus-Kernnetz entwickelt werden. Die Stadtteile aus den Kategorien des erweiterten Netzes bzw. des Ergänzungsnetzes können in einem zweiten Schritt ebenfalls in dieses Kernnetz integriert werden und in Abhängigkeit der Nachfrage angefahren werden. Hierbei ist wiederum zu beachten, dass jeder Zwischenhalt mit Ein- und Aussteigen ca. 3 -5 Minuten dauert. Dies hat zur Folge, dass sich, wenn mehrere Stadtteile des erweiterten Netzes/Ergänzungsnetzes angebunden werden, die Reisezeit zwischen den nachfragestarken Stadtteilen des Kernnetzes erhöht und somit unattraktiv werden kann, sofern keine Aufteilung auf meh- rere Linien mit jeweils begrenzter Anzahl von Haltepunkten erfolgt. Hierzu gibt die im nachfolgenden Kapitel ermittelte notwendige (Reise-)Geschwindigkeit eine Größenord- nung vor. Die vorgestellten Auswertungen bilden eine wesentliche Grundlage für das kommende Arbeitspaket 4, in dem konkrete Linien- und Bedienkonzepte für ein mögliches Wasser- bussystem entwickelt werden. Natürlich sind weitere Verbindungen denkbar und er- wünscht. So kann es auch ein Ziel sein, gänzlich neue Verbindungen zu schaffen und Mobilitätsmöglichkeiten auszubauen. So wird zum Beispiel die Einrichtung einer Bus- Verbindung zwischen Porz und Rodenkirchen seit Jahren diskutiert.9 Porz wurde in die- sem Gutachten in das Kernnetz eingestuft, Rodenkirchen in das erweiterte Netz. Damit ist die konzeptionelle Berücksichtigung einer solchen Verbindung im Wasserbussystem denkbar, auch wenn die Nachfrageauswertung eine heute sehr geringe Gesamtnach- frage zwischen diesen Stadtteilen zeigt. Durch die Schaffung neuer Verbindungen ist jedoch auch eine Entwicklung dieser Nachfrageströme denkbar. 9 Quelle: https://www.ksta.de/koeln/porz/zwischen-porz-und-rodenkirchen-gute-chancen-fuer-buslinie-ueber- den-rhein-32038056?cb=1607510342016, abgerufen am 06.12.2020 © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 76/83 4.4 Notwendige Wasserbus-Geschwindigkeit In den Steckbriefen werden für die jeweiligen Stadtteile für den Wasserbus interessante Relationen in andere Stadtteile benannt. Die im Rahmen der Potenzialanalyse als Kern- netz definierten Stadtteile bzw. die dort genannten Relationen des Kernnetzes unterei- nander (Dunkelgrün <-> Dunkelgrün) sowie Relationen von/nach Wesseling und die Re- lation Leverkusen – Wesseling als Extrembeispiel (Nord-Süd-Verbindung) werden nun nochmals einer näheren Betrachtung unterzogen. Hierfür werden diese Stadtteile über denkbare Wasserbusanleger fiktiv miteinander verbunden. Ziel ist es, für diese Relationen eine Spanne für eine notwendige Geschwindigkeit auf der Wasserbusverbindung abzuleiten und einen Vergleich zu bestehenden MIV- und ÖV-Reisezeiten zu erhalten. Die Geschwindigkeit beschreibt die notwendige Reisege- schwindigkeit (d. h. inkl. Haltezeiten), die der Wasserbus erreichen muss, um gegen- über dem MIV und dem konventionellen ÖV konkurrenzfähig zu sein. Da der An- und Ablegevorgang beim Wasserbus ca. 3 -5 Minuten dauert und damit deutlich länger als im Bus- und Schienenverkehr, sollte jeder Zwischenhalt im Wasserbussystem genau geprüft und hinterfragt werden. Die erhaltenen Ergebnisse sollen zum einen als Arbeits- grundlage für die Liniennetzplanung dienen. Dadurch kann anschließend besser abge- schätzt werden, auf welchen Relationen Zwischenhalte möglich sind bzw. ob eher Di- rektverbindungen gewählt werden sollten. Zum anderen bilden sie eine wichtige Orien- tierungsgröße, wenn es in AP 5 darum geht, geeignete Schiffstypen für das Wasserbus- system zu definieren. Auf der Basis von Rechercheergebnissen, Erfahrungswerten – etwa aus den Niederlan- den – und den Abstimmungen im Arbeitskreis wurden folgende maximale Grenzwerte im Reisezeitverhältnis zwischen Wasserbus und MIV/ÖV festgelegt: Max. Verhältnis der Reisezeit Wasserbus zu ÖV: 1,2 Max. Verhältnis der Reisezeit Wasserbus zu MIV: 1,8 Aufgrund des höheren Komforts, der möglichen Fahrradmitnahme und der teilweise hoch ausgelasteten „klassischen“ Verkehrsmittel wird unterstellt, dass ein Teil der Fahr- gäste eine (geringfügig) höhere Fahrzeit gegenüber dem vorhandenen ÖV in Kauf nimmt, um den Wasserbus zu nutzen. Bis zu einem Faktor von 1,2 (dies bedeutet eine um 20% längere Fahrzeit) stellt der Wasserbus damit eine Alternative zum ÖV dar. Dies ist die wichtigste Kenngröße für die Liniennetzplanung, da aus Fahrgastsicht mindes- tens eine Reisezeit auf dem Niveau des klassischen ÖVs erreicht werden sollte. Das maximale Verhältnis zur Reisezeit im MIV beschreibt, wie schnell die Wasserbus- Verbindung sein sollte, um gegenüber dem MIV akzeptable Reisezeiten zu bieten. Der ÖV ist häufig im direkten Fahrzeitvergleich langsamer als der MIV, jedoch kann auf- grund anderer Komfortmerkmale die Nutzung des ÖV dennoch interessant sein. Insbe- sondere im hier betrachteten städtischen Raum dürfte die Parkplatzsuchzeit sowie die Parkplatzkosten eine größere Rolle spielen als üblich. Deshalb wurde hier der Faktor von 1,8 (entspricht einer um 80% längeren Fahrzeit) als Reisezeitverhältnis vom © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 77/83 Wasserbus gegenüber dem MIV abgestimmt und angesetzt. Dies auch vor dem Hinter- grund, dass die ermittelten Fahrzeiten im MIV einen gewichteten Durchschnittswert für den Werktag beschreiben und die zur Hauptverkehrszeit in der Realität oftmals höher liegen dürften. Um die Reisezeiten in diesem Schritt besser vergleichen zu können, enthalten die Rei- sezeiten in dieser Abschätzung für den Wasserbus, für den MIV und für den ÖV jeweils nur die reine Reisezeit bzw. Fahrzeit. In der späteren Prognoseberechnung sind auch alle weiteren Faktoren, wie die Zuwegzeit und Parkplatzverfügbarkeit im MIV sowie die Zu- und Abwege im ÖV und beim Wasserbus enthalten. Die Reisezeiten gelten für den rheinnahen Bereich. Bei einem notwendigen Umstieg verlängern sich die Fahrzeiten entsprechend. Für die interessanten Relationen werden auf Basis der Entfernung sowie der Reisezei- ten im MIV/ÖV die für den Wasserbus notwendigen Geschwindigkeiten durch ein Excel- Tabellen-Tool ermittelt. Das Format der Excel-Tabelle ist in der folgenden Abbildung be- schrieben. In den danach folgenden beiden Abbildungen sind die errechneten Reisege- schwindigkeiten (inkl. Haltezeiten), um gegenüber dem MIV bzw. dem ÖV konkurrenz- fähig zu sein, dargestellt. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 78/83 Abbildung 49: Kopfzeile des Excel-Tabellen-Tools zur Berechnung der notwendigen Wasserbus-Geschwindigkeit © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 79/83 Abbildung 50: Ergebnisse der Berechnung der notwendigen Wasserbus-Geschwindigkeit Lev-Wiesdorf Rheinallee ↓ Niehl Fordwerke Süd 500 - 999 11 58 4,32 10 - 19 Lev-Wiesdorf Rheinallee ↓ Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. 2.000 - 3.999 11 27 8,72 20 - 29 Lev-Wiesdorf Rheinallee ↓ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg 2.000 - 3.999 16 45 9,42 10 - 19 Lev-Wiesdorf Rheinallee ↓ Riehl Boltensternstr. 100 - 499 18 35 10,52 10 - 19 Lev-Wiesdorf Rheinallee ↓ Wesseling Wesseling < 100 35 75 31,32 20 - 29 Lev-Wiesdorf Rheinallee ↓ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 100 - 499 21 46 11,32 10 - 19 Niehl Fordwerke Süd ↑ Lev-Wiesdorf Rheinallee 500 - 999 10 60 4,32 10 - 19 Niehl Fordwerke Süd ↓ Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. >= 6.000 16 41 4,72 < 10 Niehl Fordwerke Süd ↓ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg >= 6.000 17 35 5,42 10 - 19 Niehl Fordwerke Süd ↓ Riehl Boltensternstr. 2.000 - 3.999 10 28 6,52 20 - 29 Niehl Fordwerke Süd ↓ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 4.000 - 5.999 13 36 7,32 10 - 19 Niehl Fordwerke Süd ↓ Deutz Bf Messe/Deutz 2.000 - 3.999 19 28 8,12 10 - 19 Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. ↑ Lev-Wiesdorf Rheinallee 2.000 - 3.999 11 41 8,72 20 - 29 Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. ↑ Niehl Fordwerke Süd >= 6.000 17 39 4,72 < 10 Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. ↓ Riehl Boltensternstr. 2.000 - 3.999 9 11 2,12 < 10 Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. ↓ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus >= 6.000 12 27 2,92 < 10 Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. ↓ Deutz Bf Messe/Deutz >= 6.000 10 14 3,72 10 - 19 Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. ↓ Innenstadt Süd Rheinauhafen >= 6.000 18 26 5,92 10 - 19 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↑ Lev-Wiesdorf Rheinallee 2.000 - 3.999 17 45 9,42 10 - 19 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↑ Niehl Fordwerke Süd >= 6.000 17 33 5,42 10 - 19 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↓ Riehl Boltensternstr. 2.000 - 3.999 8 11 1,42 < 10 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↓ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus >= 6.000 11 21 2,22 < 10 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↓ Deutz Bf Messe/Deutz >= 6.000 5 11 3,02 20 - 29 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↓ Innenstadt Süd Rheinauhafen >= 6.000 13 23 5,22 10 - 19 Mülheim (südlicher Teil) Auenweg ↓ Porz Porz Markt 1.000 - 1.999 20 37 13,22 20 - 29 Riehl Boltensternstr. ↑ Lev-Wiesdorf Rheinallee 100 - 499 19 37 10,52 10 - 19 Riehl Boltensternstr. ↑ Niehl Fordwerke Süd 2.000 - 3.999 10 26 6,52 20 - 29 Riehl Boltensternstr. ↑ Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. 2.000 - 3.999 9 12 2,12 < 10 Riehl Boltensternstr. ↑ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg 2.000 - 3.999 8 12 1,42 < 10 Riehl Boltensternstr. ↓ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 1.000 - 1.999 4 14 1,12 < 10 Riehl Boltensternstr. ↓ Deutz Bf Messe/Deutz 1.000 - 1.999 10 15 1,92 < 10 Riehl Boltensternstr. ↓ Innenstadt Süd Rheinauhafen 1.000 - 1.999 10 21 4,12 10 - 19 Riehl Boltensternstr. ↓ Porz Porz Markt < 100 22 33 12,12 10 - 19 Riehl Boltensternstr. ↓ Wesseling Wesseling 100 - 499 31 49 21,12 20 - 29 Streckenlänge über Rhein [km]Reisezeit ÖV [min] Reisezeit MIV [min] MIV ÖV Wasserbus Von Haltestelle Richtung Nach Haltestelle Gesamtnachfrage 2030 (zwischen den Stadtteilen) [Personenfahrten] notwendige Geschwindigkeit [km/h] © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 80/83 Abbildung 51: Ergebnisse der Berechnung der notwendigen Wasserbus-Geschwindigkeit Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↑ Lev-Wiesdorf Rheinallee 100 - 499 21 58 11,32 10 - 19 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↑ Niehl Fordwerke Süd 4.000 - 5.999 13 36 7,32 10 - 19 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↑ Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. >= 6.000 13 39 2,92 < 10 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↑ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg >= 6.000 11 33 2,22 < 10 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↑ Riehl Boltensternstr. 1.000 - 1.999 4 21 1,12 < 10 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↓ Deutz Bf Messe/Deutz 4.000 - 5.999 8 18 1,12 < 10 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↓ Innenstadt Süd Rheinauhafen 4.000 - 5.999 6 25 3,32 10 - 19 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↓ Porz Porz Markt 1.000 - 1.999 22 32 11,32 10 - 19 Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus ↓ Wesseling Wesseling 500 - 999 28 53 20,32 20 - 29 Deutz Bf Messe/Deutz ↑ Niehl Fordwerke Süd 2.000 - 3.999 20 28 8,12 10 - 19 Deutz Bf Messe/Deutz ↑ Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. >= 6.000 11 14 3,72 10 - 19 Deutz Bf Messe/Deutz ↑ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg >= 6.000 5 9 3,02 20 - 29 Deutz Bf Messe/Deutz ↑ Riehl Boltensternstr. 1.000 - 1.999 10 15 1,92 < 10 Deutz Bf Messe/Deutz ↑ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 4.000 - 5.999 8 12 1,12 < 10 Deutz Bf Messe/Deutz ↓ Innenstadt Süd Rheinauhafen 4.000 - 5.999 8 12 2,52 10 - 19 Deutz Bf Messe/Deutz ↓ Porz Porz Markt 2.000 - 3.999 15 13 10,52 40 - 49 Deutz Bf Messe/Deutz ↓ Wesseling Wesseling 500 - 999 25 41 19,52 20 - 29 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↑ Mülheim (nördlicher Teil) Von-Lohe-Str. >= 6.000 18 26 5,92 10 - 19 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↑ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg >= 6.000 13 23 5,22 10 - 19 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↑ Riehl Boltensternstr. 1.000 - 1.999 9 28 4,12 10 - 19 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↑ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 4.000 - 5.999 6 21 3,32 10 - 19 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↑ Deutz Bf Messe/Deutz 4.000 - 5.999 8 12 2,52 10 - 19 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↓ Porz Porz Markt 500 - 999 19 36 8,32 10 - 19 Innenstadt Süd Rheinauhafen ↓ Wesseling Wesseling 500 - 999 22 28 17,32 30 - 39 Porz Porz Markt ↑ Mülheim (südlicher Teil) Auenweg 1.000 - 1.999 20 30 13,22 20 - 29 Porz Porz Markt ↑ Riehl Boltensternstr. < 100 21 39 12,12 10 - 19 Porz Porz Markt ↑ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 1.000 - 1.999 23 31 11,32 10 - 19 Porz Porz Markt ↑ Deutz Bf Messe/Deutz 2.000 - 3.999 16 15 10,52 30 - 39 Porz Porz Markt ↑ Innenstadt Süd Rheinauhafen 500 - 999 21 33 8,32 10 - 19 Porz Porz Markt ↓ Wesseling Wesseling < 100 24 63 9,32 10 - 19 Wesseling Wesseling ↑ Riehl Boltensternstr. 100 - 499 31 46 21,12 20 - 29 Wesseling Wesseling ↑ Innenstadt Nord St. Vincenz-Haus 500 - 999 27 44 20,32 20 - 29 Wesseling Wesseling ↑ Deutz Bf Messe/Deutz 500 - 999 25 33 19,52 20 - 29 Wesseling Wesseling ↑ Innenstadt Süd Rheinauhafen 500 - 999 22 26 17,32 30 - 39 Wesseling Wesseling ↑ Porz Porz Markt < 100 22 59 9,32 10 - 19 Wesseling Wesseling ↑ Lev-Wiesdorf Rheinallee < 100 35 71 31,32 20 - 29 Streckenlänge über Rhein [km]Reisezeit ÖV [min] Reisezeit MIV [min] MIV ÖV Wasserbus Von Haltestelle Richtung Nach Haltestelle Gesamtnachfrage 2030 (zwischen den Stadtteilen) [Personenfahrten] notwendige Geschwindigkeit [km/h] © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 81/83 Für die betrachteten Relationen können unter den angesetzten Randbedingungen größ- tenteils technisch erreichbare Reisegeschwindigkeiten ermittelt werden. Von insgesamt 70 betrachteten Relationen (Hin- und Rückrichtung) liegt die notwendige Geschwindig- keit: 16x unter 10 km/h 34x unter 10-19 km/h und 16x zwischen 20-29 km/h bei vier Relationen liegt der Wert darüber Unter den vorgegebenen maximalen Reisezeitverhältnissen ist dabei die Reisezeit ge- genüber dem MIV 45 Mal maßgebend und 25 Mal ist das Reisezeitverhältnis zum ÖV maßgebend. Maßgebend bedeutet hier, dass die maximale Reisezeit und aus den oben genannten Faktoren gegenüber ÖV und MIV abgeleitet wird und dabei der kleinere Wert maßgebend ist. Hieraus ergibt sich die notwendige Geschwindigkeit. Eine interessante Relation ist beispielsweise die Verbindung zwischen Innenstadt Nord (hier: Haltestelle St. Vincenz-Haus) und Mülheim Süd (Haltestelle Auenweg oder auch Von-Lohe-Straße in dieser Auswertung): Aufgrund der dichten Bebauung in Rheinnähe und auch des Neubaugebiets am Mülheimer Süden ist hier von einer hohen Verkehrs- nachfrage auszugehen. Durch eine direkte Verbindung per Wasserbus (und auch weiter per Fahrrad) kann die heutige Reisezeit im ÖV deutlich unterboten werden. Auch ge- genüber dem MIV kann unter Berücksichtigung der Parkplatzsituation in der Innenstadt sowie auch im geplanten Neubaugebiet ein verkehrlicher Mehrwert entstehen. Für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sind die ermittelten Geschwindigkeiten größtenteils realistisch für ein Wasserbussystem auf dem Rhein machbar. Bei mehreren Zwischen- halten (auch unter Berücksichtigung des im Vergleich zu Bus/Stadtbahn sehr hohen Zeitaufwands für einen Zwischenhalt von 3 bis 5 Minuten) kann sich die durchschnittli- che Reisegeschwindigkeit des Wasserbusses schnell deutlich verringern. Diese Bewertung bezieht sich jeweils auf die konkreten Haltestellen (zumeist in direkter Rheinnähe). Bei einem notwendigen Umstieg auf weitere ÖV-Verkehre erhöht sich die Reisezeit entsprechend. Für die rheinnahen Bereiche (und auch bei weiteren Zu- und Abwegen per Fahrrad) zeigt die Auswertung, dass konkurrenzfähige Geschwindigkeiten für den Wasserbus im Vergleich zum ÖV und MIV möglich sind. Dabei gelten jedoch die systembedingten Ein- schränkungen auf rheinnahe Gebiete bzw. weitere Gebiete. Eine Anbindung per Fahr- rad und Möglichkeiten zum schnellen Umstieg auf den weiteren ÖV sind wichtig, um weitere Bereiche mit akzeptablen Reisezeiten einzubinden. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 82/83 5 Weiteres Vorgehen und Ausblick 5.1 Inhaltlicher Ausblick Die in der Potenzialanalyse ermittelten Ergebnisse dienen als Input für das Arbeitspaket 4 (Linienkonzeption). Hierfür kommt der Bewertung der Stadtteile insofern eine Rele- vanz zu, dass sie als Startlösung und Argumentationsgrundlage dienen. Die def inierten wichtigen Relationen stehen dabei im Fokus. Die ermittelten notwendigen Geschwindigkeiten werden als Grundlage zur Entschei- dung genutzt, ob auf bestimmten Relationen Direktverbindungen notwendig sind oder ein Zwischenhalt denkbar ist. Bei der konkreten Netzplanung spielen dann jedoch auch weitere Faktoren eine Rolle, unter anderem die Umlaufplanung. Auch wird die Fahrzeit des Wasserbusses genauer berechnet (inklusive Abbremsvorgang). Hieraus werden Bausteine für ein Liniennetz entwickelt und diese zu verschiedenen, schlüssigen Linien- und Bedienkonzepten zusammengeführt. Die Anleger werden zuvor anhand verschiedener Kriterien bewertet. In den nachfolgenden Arbeitspaketen sowie in der weiteren Abstimmung mit Stakeholdern wird deren Nutzbarkeit bzw. die baulichen Möglichkeiten beschrieben. Im Arbeitspaket 6 werden die möglichen Schiffstypen für ein Wasserbussystem ausführ- lich beschrieben und diskutiert werden. Ein wichtiger Aspekt dabei die Antriebstechnolo- gie. In der abschließenden Nutzen-Kosten-Analyse werden die ausgewählten Konzepte volkswirtschaftlich bewertet und eine Fahrgastprognose berechnet. Im Ausblick werden die Möglichkeiten über den hier betrachteten Untersuchungsraum hinaus beschrieben. 5.2 Beteiligungsformate Bei der Entwicklung und Erarbeitung dieser Inhalte werden alle relevanten Akteure aus- führlich beteiligt: Einbindung der Stakeholder: Die wichtigsten betroffenen Akteure („Stakehol- der“) werden beteiligt. Dabei ist eine Information (u.a. anhand dieses Zwischen- berichts) und ein Workshop geplant. Dazu werden bilaterale Gespräche stattfin- den bzw. haben schon stattgefunden. Die weitere Einbindung von Stakeholdern ist zeitnah geplant. „Akteurskonferenz“: In einem ausführlichen Beteiligungsformat sollen sowohl politische Vertreter als auch Stakeholder (wie z.B. aus den Verkehrsunterneh- men) bei einem (Online-)Termin inhaltlich informiert und in die Entscheidungs- findung (u.a. zur Auswahl der Linienkonzepte) eingebunden werden. Die Konfe- renz ist derzeit für März 2021 vorgesehen. © 2020 PTV Transport Consult GmbH Seite 83/83 Regionaler Schulterblick: Durch Teilnahme an Veranstaltungen des Regionalen Schulterblicks sollen die weiteren Akteure aus der Region beteiligt werden. Hier ist insbesondere die Perspektive eines Wasserbus-Systems über den Untersu- chungsraum dieses Gutachten interessant. 5.3 Zeitplan Der Abschluss der inhaltlichen Arbeiten ist für April 2021 vorgesehen, so dass mit dem Abschlussbericht im Mai 2021 zu rechnen ist. Nach Erarbeitung der Liniennetzkonzepte (AP 4) und der Schiffstypen (AP 6) wird es einen weiteren Zwischenbericht geben (Ende März 2021).
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (22)
- Berliner Straße
- Von-Lohe-Straße 2
- Ubierring
- Willy-Brandt-Platz 2
- Mülheimer Brücke
- Deutzer Brücke
- Severinsbrücke
- Hohenzollernbrücke
- Breslauer Platz
- Niederländer Ufer
- Auenweg 2
- Boltensternstraße 100
- Deutzer Freiheit
- Severinstraße
- Straße 4
- Zoobrücke
- Südbrücke
- Freiheit
- Heumarkt
- Neumarkt
- Markt 1
- Straße 2
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 3614/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 01.02.2021
- Erstellt
- 14.12.2020 09:55