V/0364/2009
Park Sentmaring
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Beschlussvorlage
9866 Zeichen
V/0364/2009
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Betrifft
Park Sentmaring
Planungs- und Baubeschluss für den 2. Bauabschnitt
Beratungsfolge
16.06.2009 Bezirksvertretung Münster-Mitte Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Der Planung und Bauausführung für den 2. Bauabschnitt des Park Sentmaring durch das Amt für
Grünflächen und Umweltschutz wird gemäß Plan Nr. G 126.20 zugestimmt.
II. Kosten/Folgekosten
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Realisierung des 2. Bauabschnittes Kosten in Höhe
von 270.000,- € entstehen. Die jährlichen Folgekosten zur Unterhaltung des 2. Bauabschnittes
betragen ca. 19.500,- €.
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:
Teilfinanzplan – Auszahlungen
Nr. Bezeichnung Haus h.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 1301 Grün- und Freiflächen
Teilfinanzplan (Zeile) 08 Auszahlungen für Baumaß-
nahmen
Investitionsmaßnahme 4680 Wiederherstellung Park Sent-
maring
2009
2010
100.000
170.000 156.000 VE für
2010
14.000 VE für
2011
Insgesamt: 270.000
Vorlagen-Nr.:
V/0364/2009
Auskunft erteilt:
Herr Determann
Ruf:
492 67 40
E-Mail:
Determann@stadt-muenster.de
Datum:
27.05.2009
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0364/2009
Teilergebnisplan – Aufwendungen
Nr. Bezeichnung Haus h.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 1301 Grün- und Freiflächen
Teilergebnisplan (Zei-
le)
14 Bilanzielle Abschreibungen
2010 ff 13.500
Begründung:
Einführung
Mit der BV-Mitte Vorlage V/0538/2008 vom 19.08.2008 wurde beschlossen, den Park Sentmaring
entsprechend dem vorgelegten Konzept als Ganzes zu einer öffentlichen Parkanlage zu entwi-
ckeln und eine Finanzierung für die Umsetzung weiterer Bauabschnitte aufzubauen.
Zwischenzeitlich ist der erste Bauabschnitt kurz vo r der Fertigstellung. Der Park erhält damit zwei
zusätzliche Zugänge von der Weseler Straße und wird im westlichen Bereich zu einer öffentlichen
Parkanlage hergerichtet.
Für den zweiten Bauabschnitt wurden die erforderlichen Finanzmittel im Haushalt für das Jahr
2009 bereitgestellt. In dieser Vorlage werden die Planungen für diesen Bauabschnitt erläutert.
Erläuterung der Planung:
Der ehemalige Klosterpark übermittelt einen verwunschenen Eindruck, der besonders durch seine
gestalterische Ruhe beeindruckt. Prägendes Gestaltungsmotiv ist der Landschaftspark, der wei-
testgehend zwischen 1840 und 1920 hergestellt wurde und durch die Jesuiten ab ca. 1920 vor-
nehmlich nach gestalterisch / ästhetischen Gesichtspunkten erweitert wurde. Große, alte Bäume,
die zum Teil als Naturdenkmale ausgewiesen sind, bilden im Frühling eine prächtige Kulisse für die
ausgedehnten Narzissenbestände. Die Planung basiert darauf, die besondere Eigenart der Park-
anlage zu erhalten und gestalterisch weiter zu entwickeln.
Zugänge
Nach Abschluss der Bauarbeiten für den 2. Bauabschnitt wird der historische Parkteil mit insge-
samt sechs Zugängen erschlossen sein. Die Zugänglichkeit von der Weseler Straße und aus dem
Baugebiet „Haus Sentmaring“ sind dann optimal. Leider ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht mög-
lich, einen Zugang zur Prinz-Eugen-Straße herzustellen. Die Planung ist jedoch so konzipiert, dass
zu einem späteren Zeitpunkt noch eine problem lose Anbindung dieser wichtigen Wegeverbindung
möglich ist.
Wege
Im zweiten Bauabschnitte werden die Verläufe der historischen Wege weitgehend erhalten. An
wenigen Stellen werden tradierte Wege aufgegeben, da sie durch den Wegfall des Klostergebäu-
des keine Bedeutung mehr haben. Die Neubebauung mit ihren drei Wegeanschlüssen ergeben
leicht veränderte Wegebeziehungen. Nach Wegfall der Ahornallee durch den Orkan Kyrill und
Rückbau im Rahmen des ersten Bauabschnittes wird ein neuer Weg zur Erschließung des Baum-
kreises und des nordwestlichen Parkbereiches angelegt.
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V/0364/2009
Blickachsen / Blickpunkte
Durch den Abriss des Klostergebäudes ist dem Park ein markanter Blickpunkt genommen worden.
Im Sinne eines Landschaftsparks, in dem Blickachsen inszeniert und an ihren Endpunkten Akzente
gesetzt werden, soll dieses auch hier geschehen.
Auf dem Auslaufbauwerk der Mulde entsteht im Zuge des ersten Bauabschnittes eine Pergola mit
Sitzplatz, die zusätzlich auch einen Blickpunkt bildet. Im Zuge des 2. BA wird am südlichen Ende
der Mulde ein Sitzplatz mit farblich hervorgehobener Schutzmauer die gleiche Funktion überneh-
men. Die rote Farbgebung ergibt auch hier einen deutlichen Farbkontrast zum sonst grünen Park-
umfeld. Die großen Blattmotive stellen einen Bez ug zur Schirmmagnolie, einem der im Park aus-
gewiesenen Naturdenkmale, her. Diese Elemente definieren den Raum mit seinen Blickbeziehun-
gen neu. Gleichzeitig bilden sie attraktive Aufenthaltsbereiche für die Besucher des Parks.
Sitz- und Aufenthaltsbereiche
Neben den „Blickpunkten“ als Aufenthaltsbereich gibt es verschiedene weitere Sitzmöglichkeiten.
Entlang des äußeren Rundweges sind drei neue Bankstandorte vorgesehen. Gegenüber dem
Friedhof wird eine Bank aufgestellt. Am Rundweg um die Mulde wird ein zusätzlicher Sitzplatz ent-
stehen.
Innerhalb des Lindenkreises wird, an eigenen Pfosten montiert, ein hängemattenartiges Netz in-
stalliert. In ihm kann man die Ruhe des Ortes und das Spiel von Laub und Wolken auf sich wirken
lassen. Die begangenen Bereiche des Untergrundes werden mit Rindenmulch abgedeckt.
Friedhof
Der in die Parkanlage integrierte Klosterfriedhof, auf dem auch Pater Leppich beigesetzt wurde,
wird im derzeitigen Zustand erhalten. Eine umlaufende Zaun-Einfassung aus grauen Gitterstab-
matten, die in den bestehenden Gehölzsaum einwachs en, soll auch zukünftig für die erforderliche
Ruhe sorgen. Gegenüber des Friedhofs wird eine Bank zum Verweilen aufgestellt.
Ehemaliger Fischteich
Die langgezogene Mulde, der ehemalige Fischteich, kann dauerhaft nicht wieder mit Wasser befüllt
werden. Sie erhielt im Zuge des Neubaus der Bebauung „Haus Sentmaring“ die Funktion eines
Regenrückhaltebeckens mit Zulauf aus dem Baugebiet und technischem Ablaufbauwerk an der
gegenüberliegenden Seite. In den Randbereichen wird die Mulde mit feuchte liebenden Seggen,
Binsen und Schwertlilien bepflanzt. Sie erhält so ein attraktiveres Erscheinungsbild, das zudem die
Assoziationen zu Wasser und Feuchtigkeit verstärkt.
Pflanzungen / Rasen- und Wiesenfläche
Der Park beeindruckt im Frühling mit einer umfangreichen Narzissen-Blüte. Durch ergänzende
Pflanzungen unterschiedlicher Frühlingsgeophyten soll dieser Aspekt verlängert und verstärkt wer-
den.
Ergänzend werden Gruppen attraktiver Blütengehölze, großwüchsiger Strauchrosen und auch
Pflanzen mit Herbstfärbung gepflanzt. Sie sollen die Charakteristik des ehemaligen Klosterparks
wieder spürbar werden lassen. In einzelne Bäume werden lianenartige Kletterpflanzen wie Clema-
tis, Kletterhortensie oder auch Geißblatt wachsen und so den verwunschenen Charakter des Ge-
ländes unterstreichen.
Punktuell ist die Pflanzung großwüchsiger und robuster Stauden vorgesehen. Funkien, Becherfar-
ne, Geißbart, Wurmfan, Alant und Taglilien sind in der Lage homogene und robuste Pflanzenbe-
stände aufzubauen.
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V/0364/2009
In kleinerem Umfang werden auch Gehölzfällungen / Rodungen erforderlich, um den Aspekten
Verkehrssicherungspflicht, Wegeführung und Blickach senbildung gerecht zu werden. Insgesamt
werden ca. 15 Bäume, mehrheitlich Birken und Fichten, gefällt. So sollen z.B. die Randbereiche
der Mulde ausgelichtet werden, damit die Sichtbeziehungen gestärkt werden. Auch im Bereich der
historischen Torachse sind einige Fällungen erforderlich. Sämtliche Maßnahmen sollen jedoch mit
dem Ziel „behutsame Parkentwicklung“ durchgeführt werden.
Historische Torachse
Das historische Tor steht unter Denkmalschutz. Die überalterte Allee aus Birken und Fichten führt
nicht mehr zum repräsentativen Haus Sentmaring, sondern endet in einem schmalen Weg zwi-
schen Maschendrahtzäunen.
Die Wege begleitende Allee aus Birken und Fichten ist zum Teil überaltert. Gleichzeitig strahlt sie
auch einen „romantischen Charme“ aus. Im Zuge der Bauarbeiten wird die westliche, ohnehin
schon stark lückige Hälfte der Allee gefällt, um hier eine einheitliche Struktur aus neuen Birken und
Kegeleiben aufzubauen. Die östliche, von hohen Fichten geprägte Hälfte wird erhalten.
Das Ende der Torachse bildet zukünftig ein kleiner Platz mit wassergebundener Wegedecke. Er
wird von einer Pergola begrenzt. Durch die Pergola optisch gemildert, führt der Weg weiter in die
„Zaungasse“. Drei Bänke laden zum Verweilen ein. Die Fläche stellt auch ein Angebot für Boule-
Spieler dar.
Südlich der Wegeachse sind die Relikte der ehemaligen klösterlichen Obstwiesen noch zu erken-
nen. Hier sollte im letzten, dem noch ausstehenden dritten Bauabschnitt, im Zusammenhang mit
der Herstellung des Spielplatzes wieder eine Wi ese mit Streuobstwiesencharakter entwickelt wer-
den.
Baukosten:
Der Bauumfang des 2. Bauabschnittes umfasst. ca. 24.500 m² Gesamtfläche. Davon sind ca.:
2.800 m² Belagsflächen
15.800 m² Wiesen / Rasenfläche
900 m² Pflanzflächen
5.000 m² Bestandsflächen mit geringem Überarbeitungsbedarf
(z.B. bestehende Gehölzflächen entlang der Nachbarbebauung)
Die Kosten für diesen Bauabschnitt betragen 270.000,-€ und entsprechen den Vorgaben aus der
Vorlage V/0538/2008.
Realisierung:
Die Arbeiten für die Realisierung des 2. Bauabschnittes werden im August 2009 begonnen.
Die Pflanzung erfolgt im März 2010 und die Rasenarbeiten werden im Mai 2010 fertig gestellt. Ab
2011 beginnt die Entwicklungspflege.
i.V.
gez.
Thomas Paal
Stadtrat
Anlagen:
Anlage 1: Lageplan 2. Bauabschnitt, Plan Nr. G126/20
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Weseler Straße
- Prinz-Eugen-Straße
- Haus Sentmaring
- Ahornallee
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0364/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.05.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37