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AN/0001/2018

Autofreie Altstadt jetzt!

Antrag nach § 3 BV1 (SPD) 03.01.2018

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 1 (Innenstadt), Sitzung am 25.01.2018, TOP 7.2.3

Antrag nach § 3 (SPD BV1)

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Antrag nach § 3 (SPD BV1)

8169 Zeichen

Herrn Bezirksbürgermeister  
Andreas Hupke 
 
Herrn Bürgeramtsleiter 
Dr. Ulrich Höver 
 
Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
 
 
 
Köln, 20.12.2017 
 
Antrag nach § 3 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen der 
Stadt Köln 
 
Sehr geehrte Herren, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
 
wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der BV 
Innenstadt zu setzen: 
 
Autofreie Altstadt jetzt! 
Der Bereich der historischen  Altstadt ist die Visitenkarte unserer Stadt und ein Stadtraum 
von herausragender und identitätsstiftender Bedeutung für Köln. Der zentrale Bereich im 
Herzen der Stadt um Dom, Rathaus, Alter Markt und Heumarkt ist außerdem Ausgangs- und 
Zielort für unzählige Besucher, die jedes Jahr von überall her nach Köln kommen und prägt 
damit das Erscheinungsbild Kölns als Metropole maßgeblich. 
Auch mit Blick auf die laufenden Stadtentwicklungsprozesse wie Masterplan, Miqua und Via 
Culturalis ist die Frage der künftigen Verkehrsführung in diesem Bereich nicht nur 
verkehrspolitisch von herausragender Bedeutung.  
Hier gilt es, die imageprägende Anm utung unserer Altstadt zukunftsgerichtet und einer 
modernen Metropole mit hoher Aufenthaltsqualität angemessen zu gestalten. Das erfordert 
insbesondere auch eine Verkehrsführung, die für diesen zentralen Erlebnisraum nicht länger 
die Anforderungen des moto risierten Individualverkehrs als Maßstab der Planungen anlegt, 
sondern vielmehr attraktive Angebote zum Flanieren und Verweilen in den Mittelpunkt stellt. 
 
Beschluss: 
1. Der Rat beauftragt die Verwaltung eine Planung zur künftigen Verkehrsfü h-
rung in der Kölne r Altstadt auszuarbeiten, wie der zentrale Bereich um Ra t-
haus, Miqua und WRM, Alter Markt und Heumarkt vom Autoverkehr freigez o-
gen werden kann. 
 
SPD-Fraktion 
in der Bezirksvertretung Innenstadt  
Ludwigstraße 8  
50667 Köln 
fon 0221. 221 913 03  
fax 0221. 221 913 01  
mail SPD-BV1@stadt-koeln.de 
web www.koelnspd.de

- 2 - 
 
2. Die Verwaltung wird gebeten, zu prüfen, wie folgende Bereiche als Fußgä n-
gerzonen eingerichtet werden können: 
Unter Goldschmied als zentrale Achse für den Fußgängerverkehr sowie Am 
Hof, Bechergasse, Große Budengasse, Kleine Budengasse, Portalsgasse, Ra t-
hausplatz, Bürgerstraße, Obenmarspforten, Quatermarkt, Martinstraße bis 
Bolzengasse, Bolzengasse, Steinweg, Heumark t bis Gürzenichstraße, Unter 
Käster, Hühnergasse, Marsplatz und Alter Markt (vgl. Anlage). 
Zielsetzung ist es, ein Konzept zu entwickeln, das eine weitestmögliche aut o-
freie Gestaltung der historischen Altstadt vorsieht und dabei die Erreichba r-
keit der Parkhäuser über alternative Erschließungen gewährleistet. Berechtig-
te Erschließungsbelange der Anwohner, Anlieger und von Gewerbetreibenden 
sollen über entsprechende Regelungen Berücksichtigung finden. 
 
3. Für eine durchgängige Gestaltung mit weitläufigen Fußgäng erzonen sind z u-
dem Drususgasse, Kolumbastraße, Richartzstraße, ein Teilbereich der Lu d-
wigstraße sowie die Minoritenstraßen zwischen Drususgasse und Richart z-
straße in die Planungen einzubeziehen und die Möglichkeiten zur Freiziehung 
vom Autoverkehr zu prüfen.  
 
4. Eine geregelte Nutzung der künftig autofreien Bereiche auch für den Radve r-
kehr soll grundsätzlich möglich sein. Ziel muss es dabei sein, insbesondere 
auch in Bereichen mit einem hohen Fußgängeraufkommen Konflikte zu ve r-
meiden. Es muss attraktive Wegeb eziehungen für Rad - und Fußgängerve r-
kehr gleichermaßen geben.  
 
5. Für eine nachhaltige Neuordnung in Bezug auf die bestehenden Parkhäuser 
wird die Verwaltung beauftragt, ein Portalparkhauskonzept zu entwickeln. 
Zielsetzung soll es sein, perspektivisch Parkangebote in Parkhäusern lediglich 
im äußeren Bereich der historischen Altstadt zu unterbreiten. 
 
6. Gleichzeitig wird die Verwaltung beauftragt, die derzeit parallel laufenden 
Planungen und Entwicklungen in einzelnen Betrachtungsräumen im Bereich 
Altstadt, ausdrücklich genannt seien Neuplanung Trankgasse, Neugestaltung 
Tunnel Johannisstraße, Neugestaltung Kurt -Hackenberg-Platz in einer G e-
samtbetrachtung zusammenzuführen und daraus eine einheitliche Vision zu 
entwickeln, wie sich die Aufenthaltsqualität im Herzen  der Stadt durch eine 
zukunftsgerichtete Verkehrs- und Stadtplanung deutlich steigern lässt.  
 
7. Die in diesem Sinne entwickelte Planung soll der Öffentlichkeit im weiteren 
Planungsprozess vorgestellt und unter Berücksichtigung der hier gewonnenen 
Erkenntnisse weiterentwickelt werden. 
 
Begründung: 
Der zentrale Bereich der historischen Altstadt und insbesondere der Via Culturalis, die mit 
erheblichem Aufwand zu einem kulturellen Erlebnisraum internationalen Ranges gestaltet 
wird, soll für Fußgänger attraktiv gestaltet werden. Durch eine weitgehend autofreie 
Verkehrsführung kann eine entscheidende Aufwertung dieses bedeutenden Stadtraumes und 
eine erhebliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität erreicht werden.  
Mit einer großzügigen Einrichtung von Bereichen, d ie dem Fußgängerverkehr vorbehalten 
sind, würde eine Situation geschaffen, die zum Flanieren und Verweilen einlädt und die Via

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Culturalis angemessen erlebbar macht. 
Leitgedanke einer zukunftsgerichteten Neuordnung muss es daher sein, den Autoverkehr 
weitmöglichst aus der historischen Altstadt fernzuhalten. Der zentrale Altstadtkern muss 
einer intensiven Fußgängernutzung vorbehalten sein. Dabei sind Regelungen für die 
Führung des Radverkehrs zu entwickeln, die einerseits eine zentrale Achse für den 
Radverkehr vorsehen und andererseits Beeinträchtigungen für Zufußgehende durch 
geeignete Regelungen vermeiden. 
 
Im ersten Schritt ist mit dieser Zielsetzung die Planung für die künftige Verkehrsführung in 
der Altstadt neu aufzusetzen und dabei eine alternative Ersc hließung für die vorhandenen 
Parkhäuser aufzuzeigen. Die Erreichbarkeit der vorhandenen Parkhäuser ist sicherzustellen. 
Dabei kann allerdings ein kürzest möglicher Anfahrtsweg kein maßgebliches Kriterium für 
eine zeitgemäße Verkehrsführung sein. Die Schaff ung attraktiver Rahmenbedingungen für 
den motorisierten Individualverkehr, um möglichst komfortabel den historischen 
Altstadtkern anfahren zu können, ist als Prämisse für moderne und nachhaltige Verkehrs - 
und Stadtentwicklungspolitik nicht geeignet.  
Perspektivisch ist daher - dem Grundsatz einer autofreien Altstadt folgend - zu überprüfen, 
wie die Situation der Parkhäuser in diesem Bereich insgesamt nachhaltig verändert werden 
kann. So sollten längerfristig Parkmöglichkeiten möglichst in Parkhäusern vorgeh alten 
werden, die außerhalb des zentralen Altstadtkerns liegen.  
 
Mit der Vorlage 2835/2016/1 hat die Verwaltung Ergebnisse einer Variantenuntersuchung 
zur künftigen Verkehrsführung in der Altstadt vorgelegt. Das Untersuchungsgebiet umfasst 
nur den Bereich der historischen Altstadt. 
Um eine konsequente Anschlussfähigkeit zu Entwicklungen in anliegenden Verkehrsräumen 
sicherzustellen und eine stringente Gesamtkonzeption, die die Zusammenhänge einzelner 
Entwicklungen und Projekte - hier seien beispielhaft die  Neuplanung für den Bereich 
Trankgasse, die Neugestaltung des Tunnels Johannisstrasse, die jeweils neu aufgestellt 
werden müssen, genannt – zu entwickeln, muss der Betrachtungsraum ausgeweitet werden. 
Dabei ist zur Entwicklung einer schlüssigen Gesamtstrat egie auch eine Einbeziehung des 
Kolumbaquartiers sinnvoll. 
 
Die aktuelle Bearbeitung der wesentlichen Frage, wie sich der unmittelbare Kernbereich der 
Altstadt auf lange Zeit präsentieren wird, vermittelt den Eindruck, dass lediglich partielle 
Entwicklungen berücksichtigt werden und lässt eine ganzheitliche Vision für ein modernes 
Erscheinungsbild der Metropole Köln vermissen.  
Daher ist es sinnvoll und geboten, die laufenden Planungen und Entwicklungen der 
einzelnen Betrachtungsräume in einer Gesamtbetrach tung zusammenzuführen, die dem 
strategischen Leitgedanken folgt, die Aufenthaltsqualität im Herzen unserer Stadt durch eine 
zukunftsgerichtete Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik deutlich zu steigern.  
 
Mit freundlichen Grüßen 
gez. 
Dr. Regina Börschel

- 4 - 
 
Anlage:

Beratungsverlauf (1)

25.01.2018 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 7.2.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0001/2018
Typ
Antrag nach § 3 BV1 (SPD)
Datum
03.01.2018
Erstellt
03.01.2018 10:46