V/0703/2014
Stadtteilkoordination Frühe Hilfen - 1. Erfahrungsbericht
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Fachbericht Stadtteilkoordination Frühe Hilfen Gievenbeck
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Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster _________________________________________________ Zeitraum: 15.11.2011 – 30.06.2014 Träger: Caritasverband für die Stadt Münster e. V . Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendlic he Koordinatorin: Mariell Kaspar Büro vor Ort: Caritas vor Ort Beratungsstelle Giev enbeck Heinrich–Ebel–Straße 41, 48161 Münster Organisationsstruktur In der Zeit vom 15.11.2011 bis 31.12.2012 nahm zunächst Frau Birgit Bazan ihre Tätigkeit als Stadt- teilkoordinatorin „Frühe Hilfen“ in Gievenbeck auf. Am 01.01.2013 übernahm Frau Mariell Kaspar ihre Aufgabe. Das Büro der Stadteilkoordinatorin befindet sich in der Caritas vor Ort Beratungsstelle Gie- venbeck zusammen mit der Erziehungs-, Migrations-, Sucht- und Schuldnerberatung. Sie ist fachlich sowohl in das multiprofessionelle Team der Beratungsstelle (Sozialraumorientierung), als auch in das Team der Erziehungsberatung des Caritasverbandes für die Stadt Münster e.V. integriert und nimmt an deren Dienstbesprechung und Supervision teil. Im Jahr 2012 nahm die Stadtteilkoordinatorin als eine von 600 lokalen Initiativen im gemeinsamen Programm „Anschwung für Frühe Chancen“ der deutschen Kinder –und Jugendstiftung (DKJS) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) teil. Über die Teilnahme an dem Programm erhielt die Stadtteilkoordinatorin eine externe Prozessbegleitung für den Aufbau eines Netzwerkes Frühe Hilfen im Stadtteil Gievenbeck. Inhaltlicher Bericht 1. Erhebung und zugängliche Darstellung vorhandener Angebote Früher Hilfen Die Erhebung und zugängliche Darstellung sämtlicher präventiver Angebote in Münster wird maßgeb- lich durch die stadtteilübergreifende Datenbank der Stadt Münster abgedeckt, die im Zuge des Mo- dellprojektes „Kein Kind zurücklassen“ erarbeitet und im April 2014 veröffentlich wurde. Für Eltern in Gievenbeck bietet die ständig aktualisierte Stadtteilseite: www.gievenbeckerleben.de einen optimalen Überblick über vorhandene Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangebote. Durch Interviews mit den im Stadtteil relevanten Trägern und Institutionen verfügt die Stadtteilkoordi- natorin über gute Kenntnisse der Anbietersituation. Interessierte Eltern und Fachleute können sich bei der Stadtteilkoordinatorin stets über bestehende Angebote informieren. 2. Vernetzung und Koordination der vorhandenen Ange bote Früher Hilfen durch Implemen- tierung in bestehende Netzwerke (Arbeitskreise) 2.1 Pädagogischer Arbeitskreis Gievenbeck (PAG) Die Stadtteilkoordinatorin nimmt seit Beginn regelmäßig an den 6-8 wöchigen Sitzungen des pädago- gischen Arbeitkreises in Gievenbeck teil und informiert dort über neuste Entwicklungen im Bereich Früher Hilfen in Münster und im Stadtteil. Sachbericht 2011 - 2014 Stadtteilkoordination „Frühe Hilfen“ in Gievenbeck Seite 2 des Sachberichts 2014 der Koordinationsstelle Frühe Hilfen Gievenbeck Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 2.2. Fachworkshop: „Frühe Chancen und Hilfen in Gie venbeck: Gemeinsam für einen guten Start von Eltern und Kindern“ Am 23. Mai 2012 lud die Stadtteilkoordinatorin Fachleute aus dem Stadtteil zu dem Fachworkshop „Frühe Chancen und Hilfen in Gievenbeck: Gemeinsam für einen guten Start von Eltern und Kindern“ in das Fachwerk Gievenbeck ein. Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Beratung, Bildung, Kin- der- und Jugendhilfe kamen zu einem Kennenlernen und Austausch zusammen. 2.3 Netzwerk Frühe Hilfen Gievenbeck Um langfristig eine engere Vernetzung von Akteuren aus Gesundheits- und Sozialwesen innerhalb Gievenbecks zu schaffen, lud die Stadtteilkoordinatorin im April 2014 unter dem Titel „Netzwerk Frühe Hilfen Gievenbeck“ zu einem interdisziplinären Netzwerktreffen ein. Ziel war neben dem gegenseitigen Kennenlernen, eine engere Vernetzung und Abstimmung der vorhandenen Angebote. Relevante Ar- beits- oder Kooperationsergebnisse werden sowohl in den PAG zurückfließen, als auch für andere Stellen wie zum Beispiel die Ärzte nutzbar gemacht. Es wurde einstimmig beschlossen sich auch wei- terhin einmal im Jahr in bestehender Formation zu treffen. 3. Verbindliche Kooperationslinien mit den Institutionen und Einrichtungen im Stadtteil, die Zugang zu der Zielgruppe haben oder Angebote F rüher Hilfen vorhalten (Jugend-, Sozial- und Gesundheitshilfe) 3.1 Fallbezogene Zusammenarbeit Die Stadtteilkoordinatorin hat sich im Laufe der Zeit bei sämtlichen Akteuren des Stadtteil vorgestellt und das Vorgehen bei fallbezogener Zusammenarbeit abgestimmt. Es kam zu Kooperationen mit ver- schiedenen Akteuren: Hebammen, Schwangerschaftsberatung, Präventionsteam Familienbesuche, Sozialdienst UKM, Kitas und Kindertagespflege, Mum, La Vie, Haus der Familie, wellcome Paten, Caritas Familienpaten, Sozialbüro, Kurberatung, Wohnungsnothilfe, Schuldnerberatung und weitere. 3.2 Sonstige Kooperationslinien Neben dem PAG und dem Netzwerktreffen frühe Hilfen, gibt es insbesondere mit dem Mum und La Vie durch das fest installierte Angebot der offenen Sprechstunden enge Kooperationslinien. Im Mai 2014 plante und realisierte die Stadtteilkoordinatorin in Zusammenarbeit mit der im Ortsteil ansässigen Schwangerschaftsberatungsstelle Donum Vitae einen Kinoabend für Eltern. Gezeigt wur- de der Film Babies. Im Oktober diesen Jahres soll das Angebot in den Räumen des Mum/ FAZ Topp- heide wiederholt werden. 4. Erleichterung/Verbesserung der Zugänge zu den bereits vorhandenen Angeboten im Stadtteil für Familien 4.1 Aktionsfahrrad Frühe Hilfen Gievenbeck Zu Beginn des Jahres 2013 konnte das von Herrn Hölker, Leiter des Spiegelburg-Verlages, gespen- dete und mit seinen Figuren Felix und Lillyfee gestaltete Aktionsfahrrad der Frühen Hilfen Gievenbeck fertig gestellt werden. Im Laufe der Zeit wurde das Rad bereits bei verschiedenen Gelegenheiten als mobiler Spielestand und Stützpunkt für Informationen rund um das Thema Frühe Hilfen genutzt. 4. 2 Einrichtung offener Sprechstunden in zwei Stad tteilcafés Seit September 2013 gibt es neben der bereits bestehenden offenen Sprechstunde im Büro der Cari- tas vor Ort Beratungsstelle, weitere offene Sprechzeiten der Stadtteilkoordinatorin in den Stadtteilca- fés im Mum und im La Vie. Eine regelmäßige Präsenz sowie niedrigschwellige Erreichbarkeit können so gewährleistet werden. Seite 3 des Sachberichts 2014 der Koordinationsstelle Frühe Hilfen Gievenbeck Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 4.3 Newsletter Frühe Hilfen Gievenbeck Wie beim Netzwerktreffen Frühe Hilfen im April 2014 mit den entsprechenden Anbietern beschlossen, wird die Stadtteilkoordinatorin im August 2014 erstmalig einen „Newsletter Frühe Hilfen Gievenbeck“ mit prägnanten Angeboten und Neuigkeiten aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Pädagogik im Stadtteil zusammenzustellen und an interessierte Fachleute und Eltern verschicken. Geplant ist eine halbjährliche Ausgabe. 5. Aktivierung und Nutzung der Sozialraumressourcen (Nachbarschaftshilfe, Brücken- personen) Neben den Hebammen und Leitungen von Geburtsvorbereitungs-, Rückbildungskursen und Babykur- sen, gibt es in Gievenbeck viele ehrenamtlich tätige Personen, die für Familien mit kleinen Kindern niedrigschwellige Ansprechpartner und somit wichtige Brückenpersonen sind. Dazu zählen unter anderem die Mitarbeiter des Sozialbüros der Kirchengemeinde, die Stadtteilinitiati- ve von Mensch zu Mensch, Mitarbeiter der Tafel, der Kleiderkammer und die Mitarbeiterinnen des Mum. Insbesondere das Team von ehrenamtlich tätigen Migrantinnen beim Mum, die unter dem Titel „Muttersprachliche Unterstützung“ fünfsprachig junge Eltern im Stadtteil begleiten und unterstützen, hat eine wichtige Brückenfunktion zu Familien mit Migrationshintergrund. Durch eine aktive Zusammenarbeit mit den genannten Akteuren wird verstärkt auch ein Zugang zu den Familien geschaffen, die aufgrund von sprachlichen oder sozialen Barrieren isoliert sind. Darüber hinaus nutzt die Koordinatorin auch Feste oder Aktionstage innerhalb des Stadtteils, um Zu- gänge zu Eltern zu bekommen, die eventuell noch nicht in bestehende Netzwerke eingebunden sind. 6. Aufsuchende Elternberatung und Elternbildung im Einzelfall und für Risikofamilien 6.1 Aufsuchende Elternberatung und -bildung Gerade um Eltern mit kleinen Kindern in ihren Bedürfnissen entgegen zu kommen, lautet die Devise der Stadtteilkoordinatorin, regelmäßig dort ansprechbar zu sein, wo junge Eltern sich aufhalten. So kommt es innerhalb der offenen Sprechstunden in Elterncafes verstärkt zu Gesprächen und Bera- tungssituationen. Darüber hinaus wird das Angebot von Hausbesuchen gerne von hochschwangeren Müttern oder El- tern von Neugeborenen genutzt. Auch die direkte Vermittlung oder Begleitung der Koordinatorin zu weiteren Beratungsstellen oder Kursangeboten ist für viele Eltern hilfreich. 6.2 Themen der Beratung Themen der Beratung sind in vielen Fällen die finanzielle Absicherung der Familie, Unterstützung bei Anträgen, Suche nach einer Hebamme, Fragen zu Betreuungsmöglichkeiten, Kitaplatzsuche und An- meldung, Anbindung an bestehende Netzwerke und Treffs, fehlende Sprachkenntnisse, Entlastung der Eltern zum Beispiel durch Patenprojekte, spezielle Rahmenbedingungen Alleinerziehender, Orga- nisation des Familienalltags, Eltern-Kind-Bindung. Münster, 07.07.2014 i. A. Dr. Ralf Kaisen i. A. Mariell Kaspar Abteilungsleiter Jugend- Stadtteilkoordinati on und Familienhilfen
Fachbericht Stadtteilkoordination Frühe Hilfen Gremmendorf_Angelmodde
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Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Gremmendorf und Angelmodde Fachbericht zum Erhebungsbogen 2014 Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster Diakonie Münster Beratungs- und BildungsCentrum GmbH Franziska Mischer Heidestr. 1a 48167 Münster Tel. 0251/ 6749854 2 Einleitung Die Stadtteilkoordination der Frühen Hilfen in Grem mendorf/ Angelmodde existiert seit Ende 2011. Seitdem wurden regelmäßig alle, für die Zielg ruppe relevanten Einrichtungen und Institutionen aufgesucht und nach aktuellen, konkre ten Angeboten sowie Bedarfen von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden befragt. Ziel wa r es, die vorhandenen Angebote im Stadtteil bekannt zu machen und die Vernetzung zwis chen den Einrichtungen und Institutionen zu verstärken sowie Angebotslücken vo n frühen, niedrigschwelligen Hilfen zu erkennen und zu schließen. Die enge Vernetzung der „Frühen Hilfen“ durch die Stadtteilkoordination ermöglichte die Zusammenführu ng der Hilfen und der familiären Bedarfe und verbesserte den Zugang der Klientel zu den Angeboten. Durch gezielte neue Angebote wie das Café Knirps vo r Ort oder den Newsletter konnten Risikofaktoren für die Entwicklung von Kindern, wie z.B. fehlende soziale Vernetzung oder Desintegration der Familien gemildert werden. Die A ktivitäten der Stadtteilkoordinatorin trugen wesentlich dazu bei, dass Kinder im Stadttei l und ihre Familien frühestmöglich gefördert und spätere Teilhabechancen verbessert wurden. Kooperationspartner im Stadtteil Die Kooperation der einzelnen Akteure wurde in erst er Linie durch das Bekanntmachen der jeweiligen Angebote und einem verstärkten Kontakt d er verschiedenen Fachkräfte untereinander erreicht. Insbesondere die Übersicht der Angebote und der Newsletter trugen zu einem erweiterten Bekanntheitsgrad der Instituti onen, der Frühen Hilfen und zu einer verbesserten Information an die Familien bei. Kooperationslinien sind beispielsweise: - Regelmäßige Besuche in den Kitas zur Bedarfsabfra ge, Vermittlung von Familien von Kitas zu den Frühen Hilfen - Regelmäßige Besuche bei den Schulsozialarbeiterin nen zur Bedarfsabfrage, Vermittlung von Familien mit kleinen Kindern durch die Schulsozialarbeiterinnen an die Frühen Hilfen - Regelmäßige Bedarfsabfrage bei den Pädiatern und Gynäkologen im Stadtteil - Aufnahme der Angebote der Familienbildungsstätten im Newsletter sowie gegenseitige Vermittlung von Familien - Vermittlung von Hochrisikofamilien an den KSD und Vermittlung von Familien des KSD zu den Frühen Hilfen - Verteilung des Newsletters „Junge Familien in Gre mmendorf/ Angelmodde“ durch den Präventionsdienst Familienbesuche - Enge fachliche Zusammenarbeit mit der Stadtteilbe ratung Heidestraße und den Angeboten des Beratungs- und BildungsCentrums und d er Kinder-, Jugend- und Familiendienste der Diakonie Münster. Enger Austaus ch durch monatlich stattfindende Team-Sitzungen, auch zu relevanten Entwicklungen im Stadtteil - Gründung des internen Fachteams „Frühe Kindheit“, bestehend aus den Mitarbeiterinnen der Schwangerschaftsberatung, zwei Mitarbeiterinnen der psychologischen Beratung sowie der Stadtteilkoordin atorin Frühe Hilfen Gremmendorf/ Angelmodde - Gemeinsames Elterncafé in Kooperation mit der ev. Friedens-Kirchengemeinde, der ev. Familienbildungsstätte und einer Hebamme (Gesun dheitsamt Münster) mit dem Ziel, in lockerer Atmosphäre Kontakt zum Klientel a ufzubauen und niedrigschwellige Beratung und Bildungsangebote durchzuführen sowie d ie Aktivierung von Sozialraumressourcen, um Kindern im Stadtteil ein g esundes Aufwachsen zu ermöglichen 3 - Eine besonders enge Zusammenarbeit besteht zwisch en der Stadtteilkoordinatorin und der Hebamme im Elterncafé, die freiberuflich al s festverankerte freiberufliche Hebamme im Stadtteil arbeitet. Die Hebamme leitet s ehr viele junge Familien an das Elterncafé weiter, so dass diese unkompliziert von den Frühen Hilfen profitieren können (auch Risikofamilien und distanzierte Famili en). Die Stadtteilkoordinatorin vermittelt ebenso Familien an die Hebamme und ihre Angebote - Kontaktaufnahme zu der Geburtsklinik des Herz-Jes u-Krankenhauses; weitere Schritte zur Kooperation mit Geburtskliniken werden im „Qualitätszirkel Prävention/ Frühe Hilfen“ geplant - Regelmäßige Teilnahme an Arbeitskreisen im Stadtt eil, um über Bedarfe von Familien mit kleinen Kindern zu informieren und neue Entwicklungen aufzunehmen Kooperationspartner im Stadtgebiet Über die Aktivitäten im Stadtteil Münster Südost hi naus besuchte die Koordinatorin, zum größten Teil gemeinsam mit den StadtteilkoordinatoInnen der Stadtteile Gievenbeck, Coerde und Berg-Fidel, weitere, für die Zielgruppe der jun gen Familien relevante Institutionen der Stadt Münster. Ziel war es dabei, das Angebot der K oordinatorInnen stadtweit bekannt zu machen sowie das Wissen über das kommunale Angebot im Rahmen der eigenen Lotensfunktion zu nutzen bzw. weiterzugeben. Seit Juni 2011 wurden folgende Einrichtungen besucht: - Die Beratungsstelle Frühe Hilfen des Gesundheitsa mtes - Die Lebenshilfe Münster - Der Kinderschutzbund - Wellcome/ Ev. Fabi - SeHt Münster e.V. - Das Hebammenforum - Die Kinderschutzambulanz - Das Büro für Kindertagespflege - Der „Bunte Kreis Münsterland“ - VAMV - Die Schwangerschaftsberatungsstelle des SkF Durch die Besuche der verschiedenen Institutionen k onnte u.a. die Mitarbeit im Arbeitskreis Alleinerziehende und der Besuch einer Logopädin der Beratungsstelle Frühe Hilfen des Gesundheitsamtes sowie einer Mitarbeiterin der Bera tungsstelle für Kindertagespflege im Café Knirps vor Ort initiiert werden. Bei Bedarf ve rmittelt die Stadtteilkoordinatorin Familien an die oben genannten Kooperationspartner im Stadtg ebiet oder dient den Fachkräften als Ansprechpartner bei der Vermittlung von Risikofamil ien in präventive Angebote im Sozialraum. Effekte 1. Erhebung und zugängliche Darstellung vorhandener Angebote und Bedarfe Früher Hilfen im Stadtteil Durch regelmäßige Bedarfsabfrage bei den für die Zi elgruppe der Frühen Hilfen relevanten Institutionen und Einrichtungen durch die Stadtteil koordinatorin sowie die tabellarische Auflistung der vorhandenen Angebote im Stadtteil konnte eine gute Transparenz für Anbieter und Nutzer geschaffen werden. Die Übersicht der stä ndigen Angebote wird zweimal jährlich aktualisiert und an alle interessierten Institution en weitergeleitet. Die entsprechenden 4 Fachkräfte und die Ärzte im Stadtteil schätzen dies e Übersicht sehr. Die Stadtteilkoordinatorin agiert in diesem Zusammenhan g als Brückenperson zwischen Gesundheits- und Sozialwesen. Der zweimonatlich erscheinende Newsletter „Junge Familien in Gremmendorf/ Angelmodde“ wird mittlerweile per Mail an etwa 130 Empfänger, s owohl Institutionen als auch Familien, versandt. Er enthält Informationen über aktuelle un d fortlaufende Angebote im Bereich Gesundheit, Familienbildung und Beratung für die Zi elgruppe der Familien mit 0-6 jährigen Kindern sowie für die Zielgruppe relevante Ankündigungen/ Informationen der Stadt Münster. Die Institutionen nutzen den Newsletter, um Familie n gezielt auf Angebote aufmerksam zu machen. Im zweiten Quartal 2014 wurde der Newslette r erneut überarbeitet und spezifischer auf die Zielgruppe – auch mit Blick auf Risikofamilien - zugeschnitten. Um den Newsletter bei den Familien weiter bekannt z u machen, wird er von den Mitarbeiterinnen des Präventionsteam Familienbesuch e des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien erwähnt und den Eltern zur Anschauung ausgehändigt. Die Fachkräfte aus dem Präventionsteam schätzen die sen Newsletter sehr, da er ihnen ermöglicht, ohne großen Aufwand aktuelle Angebote und Informationen aus dem Stadtteil an die Eltern weiterzuleiten. Darüber hinaus können Eltern und Fachkräfte jederze it weitere Anfragen an die Stadtteilkoordinatorin stellen. In Einzelfällen beg leitet die Stadtteilkoordinatorin Familien zu Eltern-Kind-Angeboten. Sie ist auch Ansprechpartnerin für Familien in Fragen der Erziehung. Durch ihre Anbindung an das Beratungs-und BildungsC entrum der Diakonie Münster kann bei Bedarf eine schnelle und unkomplizierte Vermitt lung an ein weiterführendes Beratungsangebot, wie z.B. Schwangerschafts-, Erzie hungs- oder Schuldnerberatung erfolgen. Die Stadtteilkoordinatorin verfolgt das Z iel, Entwicklungsrisiken von Kindern zu minimieren, indem sie die Eltern in ihrem Erziehung sverhalten und in ihrer Bindung zu ihren Kindern stärkt. 2. Vernetzung und Koordination der vorhandenen Ange bote Früher Hilfen im Stadtteil durch Implementierung in bestehende Netzwerke (z.B. Arbeitskreise) Die Koordinatorin der Frühen Hilfen ist im Stadttei l mittlerweile so bekannt, dass sie von Institutionen und Familien bei Bedarf und Fragen zu Angeboten und Möglichkeiten kontaktiert wird. So können schnell und unkomplizie rt Angebote vermittelt und Kontakte zu den verschiedenen Anbietern hergestellt werden. Die Stadtteilkoordinatorin nimmt an den vierteljähr lich stattfindenden Arbeitskreisen Gremmendorf und Waldsiedlung teil. Sie bringt dort regelmäßig das Thema Frühe Hilfe ein. Die Fachkräfte der relevanten Institutionen nutzen diese Treffen, um aktuelle Bedarfe und Angebote an die Stadtteilkoordinatorin heranzutrage n oder sich über neue Entwicklungen in diesem Bereich zu informieren. Das Thema „Frühe Hil fen“ gerät dadurch immer wieder in den Fokus der Fachkräfte vor Ort. Im Jahr 2013 nahm die Stadtteilkoordinatorin aktiv an der Planung, Organisation und Durchführung eines Fachtages mit dem Thema „Familie n stärken“ teil. Ein thematischer Schwerpunkt war der Umgang von Fachkräften mit Risi kofamilien. Die Veranstaltung wurde stadtteilübergreifend für den Stadtbezirk Süd-Ost ausgerichtet. Ein weiterer Fachtag ist für das 2. Quartal 2015 geplant. Zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Stadtteil in itiierte die Koordinatorin 2013 ein Netzwerktreffen für alle Fachkräfte vor Ort, die in Kontakt mit Familien und Kindern der Altersgruppe 0-3 Jahren stehen. Übergeordnetes Ziel des Netzwerktreffens war die 5 Förderung der Zusammenarbeit zwischen Fachkräften d er Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen. Es erhielt mit 26 Teilnehmern ein e sehr gute Resonanz. Besonders erfreulich war, dass auch Ärzte teilgenommen haben. Perspektivisch ist eine Weiterführung mit einem jährlich stattfindenden Treffen geplant. Die Koordinatorin fördert somit den Austausch von Gesundheits- und Sozialwesen im Stadt teil, damit ein Zusammenspiel von Jugend- und Gesundheitshilfe entstehen und der Verfestigung von prekären Lebenslagen so früh wie möglich entgegengewirkt werden kann. 3. Verbindliche Kooperationslinien mit den Institut ionen und Einrichtungen im Stadtteil, die Zugang zu der Zielgruppe haben oder Angebote Früher Hilfen vorhalten (Jugend-, Sozial- und Gesundheitshilfe) Die Kooperation der einzelnen Akteure wurde in erst er Linie durch das Bekanntmachen der jeweiligen Angebote und einem dadurch bedingten ver stärkten Kontakt der verschiedenen Fachkräfte untereinander erreicht. Als verbindliche Kooperationslinien sind z.B. die regelmäßigen Besuche der Stadtteilkoordinatorin zur Bedarfsabfrage in Kitas, bei Schulsozialarbeiterinnen der örtlichen Grundschulen sowie den Pädiatern und Gynäkologen vor Ort zu nennen. Eine gute Zusammenarbeit besteht auch mit dem KSD-Südost. Es erfolgt sowohl eine Vermittlung von Hochrisikofamilien an d en KSD als auch vom KSD zu der Stadtteilkoordinatorin Frühe Hilfen. Eine weitere Kooperation in Form des gemeinsamen El terncafés „Café Knirps vor Ort“ besteht mit der ev. Friedens-Kirchengemeinde, der e v. Familienbildungsstätte und einer Hebamme des Gesundheitsamtes Münster. Mit der Gebur tsklinik des Herz-Jesu- Krankenhauses wird eine enge Kooperation angestrebt , eine erste Kontaktaufnahme hat bereits stattgefunden. Weitere Schritte zur Koopera tion mit den Geburtskliniken in Münster werden im „Qualitätszirkel Prävention/ Frühe Hilfen“ geplant. Der Abschluss verbindlicher und schriftlich festgel egter Kooperationsvereinbarungen gilt als Fernziel. Die Koordination wirkt darauf hin, die Ak zeptanz von Kooperationsvereinbarungen insgesamt zu fördern. 4. Aktivierung und Nutzung der Sozialraumressourcen (Nachbarschaftshilfe, Brückenpersonen) Zentrales Organ ehrenamtlicher Arbeit im Stadtteil ist der Treffpunkt Waldsiedlung, ein Verein, der sich für das nachbarschaftliche Miteina nder und die Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft einsetzt. Die Koordinato rin befindet sich im ständigen Austausch mit den Mitgliedern des Vereins. Zur Aktivierung weiterer Sozialraumressourcen sucht die Stadtteilkoordinatorin regelmäßig Kontakt zu (potenziellen) Ehrenamtlichen im Stadtte il, z.B. bei Neujahrsempfängen oder anderen Veranstaltungen im Stadtteil. Eine besondere Möglichkeit zur Aktivierung und Nutz ung der Sozialraumressourcen bietet das von der Stadtteilkoordinatorin mit ins Leben ge rufene Elterncafé „Café Knirps vor Ort“. Auf Anregung der Koordinatorin nutzen Eltern ihre d ort neu geknüpften Kontakte, um im Sinne nachbarschaftlicher Hilfe Babysitter-Gruppen zu bilden, um sich gegenseitig kostenlose zeitliche Freiräume und Entlastung zu ve rschaffen oder um Informationen auszutauschen. Zum Teil übernehmen Besucherinnen Mi ttlerfunktion, um Fragen von Freundinnen und Bekannten zu klären und Informationen weiterzugeben. 6 5. Aufsuchende Elternberatung und Elternbildung im Einzelfall und für Risikofamilien Zur Beratung von (Risiko-) Familie bietet die Koord inatorin zweimal wöchentlich eine Sprechstunde in der Stadtteilberatung in der Heides traße 1a an. Weitere Termine werden nach Vereinbarung vergeben. Die Kontaktdaten werden über den Newsletter, Aushänge und Flyer in den Einrichtungen, informierte Fachkräfte vor Ort oder durch Mundpropaganda weitergegeben. Mit ihrer regelmäßigen Präsenz im Café Knirps vor O rt bietet sie eine weitere Beratungsmöglichkeit an. Im Elterncafé kann in lock erer Atmosphäre Kontakt zu Familien aufgebaut werden, niedrigschwellige Beratung zu unterschiedlichen Themen erfolgen oder in Einzelfällen eine weitergehende Beratung vermittelt werden. Die Koordinatorin übernimmt in diesen Fällen eine Lotsenfunktion, indem sie den Be darf des Kindes wahrnimmt und die Familien zu einer passgenauen Unterstützung weiterv ermittelt. In Einzelfällen begleitet sie die Familien auch dorthin. Dieses Angebot wird gera de von Familien in Multiproblemlagen gern in Anspruch genommen. Die Stadtteilkoordinator in leistet somit einen wichtigen Beitrag dazu, dass jedes Kind eine frühzeitige und gezielte Unterstützung erhält. Ins Elterncafé „Café Knirps vor Ort“ werden im Rahm en der kindbezogenen Armutsprävention von der Stadtteilkoordinatorin reg elmäßig externe Fachkräfte, wie z.B. eine Logopädin des Gesundheitsamtes, eine Mitarbeit erin der Agentur für Arbeit oder eine sozialpädagogische Fachkraft der Schwangerschaftsbe ratung des Beratungs- und BildungsCentrum eingeladen. Die jungen Eltern haben dann in einem ungezwungenen Rahmen die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich zu informieren. Durch dieses Angebot werden auch Eltern erreicht, die den klassischen Bildungsangeboten fern bleiben. Damit hat die Stadtteilkoordinatorin ein Angebot geschaffen, dass von Ärzten und Hebammen im Stadtteil für absolut notwendig erachtet und dringend gefordert wurde. Die Auswahl der externen Fachkräfte durch die Koordinatorin erfolgt nach Bedarf, der sich in Gesprächen im Elterncafé herauskristallisiert. Die Eltern schätzen diese niedrigschwellige Art von Informationsveranstaltung sehr und fragen mittl erweile nach dem Besuch von weiteren Fachkräften. Die Stadtteilkoordinatorin unterstützt mit diesem Angebot die Eltern, damit sie ihren Erziehungsaufgaben angemessen nachkommen könn en und ihre Kinder so früh wie möglich so gefördert werden, dass die sich optimal entwickeln können. Abschluss und Ausblick Zusammenfassend ist es der Stadtteilkoordination ge lungen, einen hohen Bekanntheitsgrad und eine gute Akzeptanz im Stadtteil zu erreichen. Sie wird in ihrer Lotsen-/ Mittlerfunktion sowohl von Fachkräften als auch von Familien angesp rochen und akzeptiert. Die neu installierten Angebote, wie Elterncafé, Newsletter, Netzwerktreffen Jugendhilfe/ Gesundheitswesen sind direkt oder indirekt ausgeric htet auf gesellschaftliche Teilhabe von Familien mit kleinen Kindern und tragen erheblich z u einer möglichst frühen und bedarfsgerechten Förderung von Kindern bei. Um auch zukünftig Ressourcen und bestehende Angebot e „Früher Hilfen“ im Stadtteil optimal zu nutzen und zeitnah auf neu entstehende B edarfe, wie z.B. den Zuzug von Flüchtlingen reagieren zu können, ist eine Stadtteilkoordination wichtig und nötig. Sie fungiert als zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten. Sie wirkt daraufhin hin, dass die Zugänge zu Angeboten, auch für Familien in besonderen Leben slagen, erleichtert werden, dass die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen weiter ausgebaut wird und dass die jeweilige Bedarfslage von Familien mit kleinen Kindern koordiniert im Blick bleibt.
Berichtsvorlage
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V/0703/2014
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Betrifft
Stadtteilkoordination Frühe Hilfen - 1. Erfahrungsbericht
Beratungsfolge
22.10.2014 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht
Bericht:
1. Ausgangslage
Nach dreijähriger Projektlaufzeit beschloss der Rat der Stadt Münster am 17.03.2010 die Verste-
tigung des modellhaften Präventionsprojekts im Stadtteil Coerde. Fortan wurde eine halbe Koor-
dinationsstelle Frühe Hilfen finanziert.
Am 25.05.2011 hat der Rat der Stadt Münster das „Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen
Armutsprävention in Münster“ (V/0239/2011 und V/0239/2011/1.Erg) beschlossen und somit, für
zunächst zwei Jahre, auch die finanzielle Förderung der Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in den
Stadtteilen Berg Fidel, Gievenbeck und Gremmendorf/Angelmodde. Am 15.05.2013 wurde mit
der Vorlage V/0158/2013 der „Zwischenbericht zur Umsetzung einer kindbezogenen Armutsprä-
vention in Münster“ vom Rat der Stadt Münster mit einer weiteren Finanzierung der umgesetzten
Maßnahmen bis zum 31.12.2014 beschlossen.
Entsprechend der Empfehlung des Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien am
20.11.2013 hat der Rat der Stadt Münster auf Basis der Vorlage V/0931/2013 am 11.12.2013
eine Mittelerhöhung für „Kinder- und jugendbezogene Armutsprävention“ in Höhe von 50.000
Euro für 2014 beschlossen. Diese Mittel wurden mit Beschluss des Ausschusses für Kinder, Ju-
gendliche und Familien vom 19.03.2014 (V/0144/2014) für die Erweiterung der Maßnahme
„Stadtteilkoordination Frühe Hilfen“ auf die Standorte Mitte und Kinderhaus bereitgestellt. Fortan
wurde das Angebot in sechs Stadtteilen Münsters mit jeweils einer halben pädagogischen Koor-
dinationsstelle vorgehalten.
Am 31.12.2014 endet der Förderzeitraum für die Maßnahme in den folgenden fünf Stadtteilen:
Berg Fidel
Gievenbeck
Gremmendorf/Angelmodde
Mitte
Kinderhaus
2. Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in der Stadt Münster
Die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen soll den Zugang zu den Hilfen im Stadtteil, insbesondere
für Familien, die bisher diese Hilfen nur unzureichend genutzt haben, verbessern. Bedingt durch
Vorlagen-Nr.:
V/0703/2014
Auskunft erteilt:
Frau Landenberger
Ruf:
492-5876
E-Mail:
Landenberger@stadt-muenster.de
Datum:
26.09.2014
Öffentliche Berichtsvorlage
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V/0703/2014
die bürgernahe Ausrichtung und die stadtteilorientierten Angebote der beteiligten Personen und
Institutionen können viele Familien mit gezielten Informationen in den Bereichen Erziehung, Ge-
sundheit und Vorsorge erreicht werden. Dies verlangt eine verstärkte Vernetzung der vielfältigen
Angebotsstrukturen des Stadtteils, den Aufbau verbindlicher Kooperationslinien sowie die zu-
gängliche Darstellung vorhandener Angebote Früher Hilfen im Stadtteil.
Die Koordinatorinnen und Koordinatoren sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für
werdende Eltern und junge Familien mit Kindern von null bis sechs Jahren sowie für alle Einrich-
tungen, die mit kleinen Kindern und deren Familien arbeiten.
Dementsprechend hat das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien gemeinsam mit den freien
Trägern eine Aufgabenbeschreibung erarbeitet, eine auf den jeweiligen Stadtteil ausgerichtete
Konzeption entwickelt und einen entsprechenden Leistungsvertrag abgeschlossen.
Der Aufgabenbereich und die Zuständigkeit für die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen umfasst
die folgenden Bereiche:
(1) Erhebung und zugängliche Darstellung vorhandener Angebote Früher Hilfen im Stadtteil.
(2) Vernetzung und Koordination der vorhandenen Angebote Früher Hilfen im Stadtteil durch
Implementierung in bestehende Netzwerke (z.B. Arbeitskreise).
(3) Verbindliche Kooperationslinien mit den Institutionen und Einrichtungen im Stadtteil, die
Zugang zu der Zielgruppe haben oder Angebote Früher Hilfen vorhalten (Jugend-, Sozial-
und Gesundheitshilfe).
(4) Erleichterung / Verbesserung der Zugänge zu den bereits vorhandenen Angeboten im
Stadtteil für die Familien.
(5) Aktivierung und Nutzung der Sozialraumressourcen (Nachbarschaftshilfe, Brückenperso-
nen).
(6) Aufsuchende Elternberatung und Elternbildung im Einzelfall und für Risikofamilien.
Die Koordinatorinnen und Koordinatoren vernetzen die Arbeitskreise und Fachkräfte im jeweili-
gen Stadtteil. Dadurch erarbeiten sie verbindliche Präventionsstrukturen und schließen Ange-
botslücken von frühen, niedrigschwelligen Hilfen.
Als „Modellstadtteil“ startete das Angebot „Stadtteilkoordination Frühe Hilfen“ in Coerde. Diese
0,5 Stadtteilkoordinationsstelle in Trägerschaft des VSE NRW e.V. wurde 2010 mit Ratsbe-
schluss verstetigt und ist somit als einzige Koordinationsstelle nicht bis zum 31.12.2014 befristet.
Seit 2011 sind ebenso in den Münsteraner Stadtteilen Gievenbeck in Trägerschaft des Caritas-
verbands für die Stadt Münster, Berg Fidel in Trägerschaft der Beratungsstelle Südviertel und
Gremmendorf/Angelmodde in Trägerschaft der Diakonie Münster – Beratungs- und
BildungsCentrum Statteilkoordinatorinnen mit jeweils einer halben Stelle tätig. Die Stadtteilkoor-
dinatorinnen für die Standorte Kinderhaus (Caritasverband) und Mitte (Beratungsstelle Südvier-
tel) konnten ab dem 01.04.2014 starten.
3. Effekte der Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Münster
Einen frühzeitigen und systematischen Zugang zu präventiven Eltern-Kind-Angeboten für Fami-
lien zu ermöglichen und verbindliche Kooperationsbeziehungen zwischen Jugend-, Sozial- und
Gesundheitshilfe aufzubauen, ist Zielsetzung der Stadtteilkoordination Frühe Hilfen.
Der Einsatz der bisher tätigen Koordinatorinnen und Koordinatoren zeigt, dass durch die aufsu-
chende Ansprache und die stadtteilorientierten Angebote viele Familien, die von sich aus vor-
handene Hilfen nicht oder nur unzureichend genutzt haben, mit einer gezielten Ansprache und
Informationsangeboten frühzeitiger erreicht werden können und Beratungsleistungen eher in An-
spruch genommen werden. Gleichzeitig nutzen auch Fachkräfte das Wissen der Stadtteilkoordi-
nation bezüglich der Hilfsangebote und Unterstützungsstrukturen vor Ort. So kann in allen Stadt-
teilen festgestellt werden, dass Familien und Fachleute gleichermaßen das Wissen der Koordina-
torinnen und Koordinatoren bezüglich der Hilfsangebote und Unterstützungsstrukturen im Stadt-
teil nutzen. Dies zeigt sich insbesondere in der stetig steigenden Inanspruchnahme der verschie-
denen Beratungs- und Unterstützungsangebote im jeweiligen Stadtteil (vgl. Zwischenbericht zur
Umsetzung des „Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster“).
Die Ergebnisse der Arbeit der „Stadtteilkoordination Frühe Hilfe“ bezogen auf die Stadtteile Berg
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V/0703/2014
Fidel, Gievenbeck und Gremmendorf/Angelmodde werden detailliert in den Berichten der Träger
(s. Anlage) für den Tätigkeitszeitraum 2011 bis 2014 aufgezeigt. Aufgrund des kurzen Tätigkeits-
zeitraums der Stadtteilkoordinatorinnen in den hinzugenommenen Stadtteilen wurde hier auf ei-
nen detaillierten Bericht verzichtet.
3.1 Zusammengefasste Ergebnisse
In den Stadtteilen Berg Fidel, Gievenbeck und Gremmendorf/Angelmodde wurden neben zahl-
reichen Informationsgesprächen Newsletter, Stadtteilkarteien sowie Infobriefe für (werdende)
Eltern respektive für die Fachkräfte bezüglich der vorhandenen Angebote im jeweiligen Stadtteil
entwickelt und eingerichtet.
Offene, regelmäßig stattfindende Sprechstunden der Stadtteilkoordinatorinnen wurden in Famili-
enzentren resp. Kitas, Beratungszentren und Elterncafès fest installiert. Dieses niedrigschwellige
Beratungsangebot wird von den Familien in allen Stadtteilen sehr gut in Anspruch genommen.
Hochgerechnet wurden insgesamt ca. 630 offene Sprechstunden im Berichtszeitraum angeboten.
Sowohl die Fachtagungen für Akteure im Stadtteil, als auch die Angebote für Familien wie Er-
zählcafès oder themenbezogene Elternkinoabende, stießen auf großes Interesse und waren
zahlreich besucht. Neben den offenen Sprechstunden und den Elternveranstaltungen waren die
Stadtteilkoordinatorinnen an Orten und bei Veranstaltungen, wo Familien sich im Stadtteil aufhal-
ten, präsent, um im Sinne der aufsuchenden niedrigschwelligen Beratung Eltern zu erreichen und
bei Bedarf zu den Angeboten zu vermitteln. Insbesondere bei bildungsfernen Eltern haben die
Koordinatorinnen auch die Begleitung der Familien zu den Angeboten respektive zu den Einrich-
tungen übernommen, um somit den Zugang zu sichern. Bei Hochrisikofamilien wurden grund-
sätzlich die Vermittlung und die Begleitung der Familien zum Kommunalen Sozialdienst des Am-
tes für Kinder, Jugendliche und Familien übernommen.
Es ist in allen Stadtteilen gelungen, feste Kooperationslinien zu zahlreichen Kooperationspartnern
auf- bzw. auszubauen. Der Kontakt der Fachkräfte aus unterschiedlichen Ressorts im Kontext
Früher Hilfen und das Wissen um und über die unterschiedlichen Beratungs-, Bildungs- und Un-
terstützungsangebote im Stadtteil konnte verstärkt werden.
Die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen hat in allen Stadtteilen erreicht, dass der Zugang zu den
präventiven Angeboten für Familien, insbesondere jedoch für bildungsferne Eltern, verbessert
und somit die Inanspruchnahme der vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebote gestei-
gert wurde. Folglich konnten die Familien früher erreicht, ihre Bedarfe frühzeitig erkannt und so-
mit frühestmöglich unterstützt und gefördert werden.
Im Stadtteil Kinderhaus und im Bezirk Mitte, mit Schwerpunktsetzung für die Stadtteile Geist,
Schützenhof, Uppenberg und Herz-Jesu, werden zurzeit die Angebote im Bereich Früher Hilfen
gesichtet, die Einrichtungen aufgesucht, Kooperationen aufgebaut und Sprechstunden eingerich-
tet.
3.2 Qualitätszirkel Prävention/Frühe Hilfen
Unter Federführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien wurde seit März 2012 zu-
nächst für die Aufgabe „Stadtteilkoordination Frühe Hilfen“ ein Qualitätszirkel eingerichtet. So
wurden in diesem Gremium im ersten Jahr Themen erörtert und bearbeitet, die starke Relevanz
hinsichtlich des Aufgabenbereichs und der Anforderungen des präventiv wirkenden Arbeitsfeldes
der Stadtteilkoordination Frühe Hilfen haben. Der Qualitätszirkel erweist sich hier als wichtiges
Instrument zum fachlichen Austausch, zur Impulssetzung, zur Festlegung von fachlichen Stan-
dards und somit zur Qualitätsentwicklung und –sicherung. Aber auch die Analyse sozialräumli-
cher Unterschiede in den jeweiligen Stadtteilen und somit differenter Vorgehensweisen bezogen
auf die einzelnen Aufgabenbereiche der Fachkräfte zählt zu den Inhalten des Qualitätszirkels.
Des Weiteren wurde ein gemeinsamer Flyer und analog zu diesem ein Plakat entwickelt. Beides
soll die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen im jeweiligen Stadtteil präsenter machen. Der Flyer ist
für Familien, aber auch für Fachkräfte konzipiert.
Die Erweiterung des Gremiums in 2013 um die neue Koordinationsstelle „Kommunale Präventi-
onsketten“ / „Netzwerk Frühe Hilfen“ sowie um die Abteilungsleiterin der Beratungsstelle Frühe
Hilfen des Gesundheitsamtes und eine Fachkraft aus der Schwangerschaftsberatung floss von
Beginn an in die fachliche Ausrichtung des Qualitätszirkels Prävention/Frühe Hilfen ein.
Die folgenden inhaltlichen Themen wurden im Qualitätszirkel als Schwerpunktthemen bearbeitet:
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Gestaltung niedrigschwelliger Zugänge, um bildungsferne Menschen zu erreichen sowie
die Gestaltung der Übergabesituation von Familien in andere Einrichtungen / Angebote
Kontakt zu den Geburts- und Kinderkliniken - Entwicklung eines einheitlichen Kooperati-
onsverfahrens
Mit allen Geburts- und Kinderkliniken in der Stadt Münster wurden Gespräche mit den jeweiligen
Kontaktpersonen der Kliniken vereinbart und geführt. Es fand ein guter Austausch statt mit sehr
konkreten und guten Gedanken zur praktischen Umsetzung der Kooperation. Auch wurden die
unterschiedlichen Arbeitsbereiche dargestellt. Eine im Vorfeld extra für die Kliniken entwickelte
Kontaktkarte Frühe Hilfen im „Kitteltaschenformat“ wurde übergeben. Diese beinhaltet die primär
wichtigen Kontaktdaten im Kontext Frühe Hilfen für Ärztinnen/Ärzte, Hebammen und dem Sozial-
dienst der Kliniken.
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Die Federführung für die Fortsetzung und Pflege der Kooperation mit den Geburts- und Kinder-
kliniken liegt bei den Stadtteilkoordinatorinnen und –koordinatoren.
4. Resümee und Ausblick
Mit dem Angebot „Stadtteilkoordination Frühe Hilfen" wurde beabsichtigt, den primärpräventiven
Bereich zu stärken, verbindliche Präventionsstrukturen zu erarbeiten und gleichzeitig Angebots-
lücken von frühen, niedrigschwelligen Hilfen zu schließen. Dies ist in allen Stadtteilen gelungen.
Durch den Aufbau verbindlicher Kooperationslinien zwischen Jugend-, Sozial- und Gesundheits-
hilfe und somit der engen Vernetzung der Frühen Hilfen im Stadtteil, die Information über die prä-
1 Abbildung Kontaktkarte Frühe Hilfen
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V/0703/2014
ventiven Angebote, die aufsuchende, niedrigschwellige Beratung sowie die Vermittlung und Be-
gleitung von Familien werden Kinder und ihre Familien frühestmöglich erreicht und unterstützt.
Die präventiven Angebote eines Stadtteils wurden auf vielfältige und einfallsreiche Weise sowohl
für Fachkräfte, aber insbesondere für Familien publik und zugänglich gemacht.
Den Koordinatorinnen und Koordinatoren ist es gelungen, den Bereich „Frühe Hilfen“ in den Ein-
richtungen und in den Gremien fest zu platzieren und somit die erforderliche Präsenz des The-
mas zu sichern.
Die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen ist ein wichtiger Baustein im gesamtstädtischen Präventi-
onskonzept und leistet einen wesentlichen Beitrag innerhalb der Präventionskette der Stadt
Münster. Nicht zuletzt aus diesem Grunde, wird das Angebot „Stadtteilkoordination Frühe Hilfen“
im Kontext des Landesprogramms „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor.“ als
„best practice“ genannt.
Die Vorlage dient auch als Hintergrundinformation für die Vorlage „2. Sachstandsbericht zur Um-
setzung des Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster“
(V/0642/2014).
I.V.
gez.
Dr. Hanke
Stadträtin
Anlagen:
Fachbericht Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Berg Fidel
Fachbericht Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Gievenbeck
Fachbericht Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Gremmendorf/Angelmodde
Fachbericht Stadtteilkoordination Frühe Hilfen Berg Fidel
9883 Zeichen
Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Berg Fidel Sachbericht 2011 – 2014 1. Erhebung und Darstellung der vorhandenen Angebote in Berg Fidel. Die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen Berg Fidel hat sich von September 2011 bis En- de Juni 2014 in allen relevanten Einrichtungen bzw. sozialen Diensten in Berg Fidel vorgestellt, um die vorhandenen Angebote kennen zu lernen, diese zu dokumentie- ren und um das eigene Angebot zu erläutern. Insgesamt fanden 71 Vorstellungs- und Kontaktgespräche statt. Um die Angebote sowohl den Familien als auch den Fachkräften im Stadtteil und darüber hinaus publik zu machen, wird seit September 2012 monatlich ein Newsletter Frühe Hilfen erstellt, der alle Angebote für Familien mit Babys und kleinen Kindern in Berg Fidel auflistet. Der Newsletter wird an öffentlich zugänglichen Stellen im Stadtteil ausgehängt (Bürger- und Beratungszentrum Alte Post, Supermarkt, Kinderarztpraxis, Stadtteilhaus Lorenz Süd, Kindertageseinrichtungen) und darüber hinaus per E-Mail an alle Kooperationspartner zwecks Weitergabe der Daten verschickt. Im Laufe des letzten Jahres wurde durch die Stadtteilkoordination eine Stadtteilkartei der Angebote Früher Hilfen und weiterer Unterstützungsangebote in Berg Fidel auf den Weg gebracht, die 22 verschiedene Karten in einfacher Sprache enthält, wel- che gezielt an hilfesuchende Menschen ausgegeben werden können. 2 Durch finanzielle Unterstützung der BV Hiltrup sowie der Sparkasse Münsterland-Ost konnte der Druck realisiert werden, sodass die Stadtteilkartei voraussichtlich im Herbst 2014 an insgesamt 30 Einrichtungen in Berg Fidel verteilt werden kann, die mit Fami- lien im Stadtteil arbeiten. 2. Vernetzung und Koordination im Stadtteil Die Stadtteilkoordination arbeitet seit September 2011 kontinuierlich im monatlich stattfindenden Stadtteilarbeitskreis AK Berg Fidel mit. Das Thema „Frühe Hilfen“ wird als fester TOP zu Beginn einer jeden Sitzung besprochen. So stellt die Stadtteilkoordi- nation jeden Monat kurz die laufenden Projekte, Ideen und Neuigkeiten aus diesem Bereich vor. Weitere Gremien, in denen die Stadtteilkoordination Berg Fidel mitarbeitet, sind: • die Steuerungsgruppe des Familienzentrums St. Maximilian Kolbe (seit 2012), • die „Kooperationsgemeinschaf Kindertagesstätten und Grundschule in Berg Fidel im Kontext der Arbeit mit Kindern und deren Eltern“ (KOOP, seit 2012), • der „Runde Tisch Trauttmansdorffstraße“ (seit 2013), • der Qualitätszirkel Prävention der Stadt Münster (seit 2012), • der AK Alleinerziehende (seit 2014). Im Herbst 2013 initiierte die Stadtteilkoordination erstmals eine Stadtteilkonferenz in Berg Fidel mit dem Fokus Früher Hilfen, an der 40 Personen aus den Bereichen Ge- sundheit, Bildung, Freizeit, Betreuung sowie Unterstützung / Hilfe teilnahmen. Für No- vember 2014 ist die zweite Stadtteilkonferenz geplant. Durch die kontinuierliche Präsenz der Stadtteilkoordination in den Einrichtungen und Fachgremien vor Ort sind sowohl die Funktion der Stelle als auch die Person als Ge- sicht im Stadtteil für die Fachkräfte vor Ort bekannt. Damit einhergehend ist die Ein- führung in den Stadtteil erfolgreich abgeschlossen. Durch die vernetzte Arbeitsweise im Stadtteil ist der Zugang der Fachkräfte gesichert. 3. Kooperationslinien mit den Institutionen und Einrichtungen im Stadtteil Die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen in Berg Fidel ist Kooperationspartnerin im Famili- enzentrum St. Maximilian Kolbe und als solche angefragt für das neu entstehende Familienzentrum Städtische Kita Berg Fidel. Zudem ist die Stadtteilkoordination mit einem regelmäßigen Beratungsangebot im Bürger- und Beratungszentrum Alte Post vertreten. Eine kontinuierliche Kooperation in zahlreichen Belangen besteht auch mit dem Stadtteilhaus Lorenz Süd. Weitere Kooperationsbezüge bestehen zu folgenden Einrichtungen: Primus-Schule, AWO Kita / SPZ Trauttmansdorffstraße, Caritative Beratung der Kath. Kirchengemeinde St. Gottfried / St. Maximilian Kolbe, Kommunaler Sozialdienst Hiltrup, Jugendförderung, VSE NRW – Quartiersbüro Berg Fidel, AWO Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen, Bezirksbeamte der Polizei für Berg Fidel / Düesberg, Fan Port (Outlaw gGmbH), KK Vorbeugung der Polizei Münster, Bürgergruppe „Wir in Berg Fidel“(alle Mitglieder des Stadtteilarbeitskreises Berg Fidel), Stadtteilkoordination Frü- he Hilfen Münster (Caritas, Diakonie, VSE NRW e.V.), Beratungsstelle Frühe Hilfen, Haus 3 der Familie, Anna-Krückmann-Haus, Clemenshospital Münster, Jobcenter, Gottfried- von-Cappenberg-Schule, Kinderarztpraxis Holtmannspötter / Woltermann / Dr. Rabe- Hömann, Kinderarztpraxis Dres. Bolay, Stadtsportbund, vertretene Einrichtungen im AK Alleinerziehende u.a. 4. Verbesserung der Zugänge zu den vorhandenen Angeboten Durch die aufsuchenden Beratungsangebote vor Ort (s. unter Pkt. 6) ist die Stadtteil- koordinatorin regelmäßig und verlässlich niedrigschwellig zu erreichen und kann als „Lotsin“ zu den Angeboten vermitteln und im Bedarfsfall auch begleiten. Die Inanspruchnahme der Stadtteilkoordination durch die Familien in Berg Fidel muss permanent durch niedrigschwellige Beratungsangebote vor Ort beworben werden, um den Zugang zu sichern. Die Zielgruppe der Eltern ändert sich bei jährlich knapp 50 Geburten im Jahr und durch Fluktuation laufend. Mittlerweile kennen viele Eltern, die z.T. mehrere Kinder haben, die Stadtteilkoordination. Die zeitaufwendige Arbeit da- ran, das „Gesicht im Stadtteil, das jeder kennt“, darzustellen, trägt Früchte. Die Stadt- teilkoordinatorin wird von den Menschen im Stadtteil wahr- und in Anspruch ge- nommen. Die kontinuierliche Präsenz der Stadtteilkoordination sorgt für eine Präsenz des The- mas Frühe Hilfen / Prävention bei den Fachkräften, die dadurch für die Belange der Kinder sensibilisiert werden, z.B. durch Kollegiale Beratung im Bereich U3 der Städti- schen Kindertageseinrichtung, durch Teilnahme an Elternveranstaltungen im Famili- enzentrum St. Maximilian Kolbe, durch aktive Teilnahme am AK Berg Fidel und weite- ren Gremien etc. 5. Aktivierung und Nutzung der Sozialraumressourcen Durch persönliche Teilnahme an Festen und Feiern im Stadtteil und in den Einrichtun- gen (Stadtteilfest, Sommerfest der Städtischen Kita, Internationaler Kitatag, Schulfest und Einschulungsfeier an der Primus-Schule, Jubiläum in der „Alten Post“, Neujahrs- empfang des Bezirksbürgermeisters) wird die Stadtteilkoordination auch von Bewoh- nerInnen des Stadtteils wahrgenommen, die nicht zur Zielgruppe gehören, z.B. von älteren MitbürgerInnen; auch von politischen VertreterInnen, von Mitgliedern der (ka- tholischen) Kirchengemeinde, von interessierten Fachkräften, die nicht unmittelbar im Sozialraum tätig sind. Dies trägt u.a. dazu bei, den Präventionsgedanken in unter- schiedliche Settings zu implementieren. 6. Aufsuchende Elternberatung und Elternbildung Zahlreiche Beratungsangebote für Familien finden niedrigschwellig, ohne Voranmel- dung, direkt vor Ort statt: Seit Anfang 2012 gibt es die Offene Elternsprechstunde im Bürger- und Beratungs- zentrum „Alte Post – Berg Fidel“ (jeden 2. und 4. Montag im Monat). Die Elternsprechstunde für Familien, deren Kinder die Städtische Kindertageseinrich- tung Berg Fidel besuchen, findet seit März 2012 statt (jeden 1. Mittwoch gemeinsam mit der Familienhebamme sowie jeden 3. Mittwoch, jeweils in der Bring-Zeit). 4 Seit 2012 existiert das Elternfrühstück „Volle Kanne“ im Stadtteilhaus Lorenz-Süd als gemeinsames Angebot des Familienzentrums St. Maximilian Kolbe und der Stadtteil- koordination (einmal monatlich am Freitagvormittag). Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung fanden zudem von Dezember 2012 bis Mai 2014 fünf Elternbildungsveranstaltungen im Familienzentrum St. Maximilian Kolbe in Form von Erzählcafés und Elternkinoabenden statt. Zudem nahm die Stadtteilkoor- dination an zwei Info-Nachmittagen für die Eltern der neuen Kita-Kinder U3 zum Kitajahr 2013 / 14 teil (jeweils in der Städtischen Kindertageseinrichtung sowie im Fa- milienzentrum St. Maximilian Kolbe). Zum Kitajahr 2014 / 15 ist dies ebenfalls in Pla- nung. Von März 2013 bis Februar 2014 fand ein Offenes Elterncafé im Stadtteilhaus Lorenz- Süd (wöchentlich am Mittwochvormittag) statt. Aufgrund der Auswertung und Wei- terentwicklung gibt es nun seit Mai 2014 wöchentlich ein Eltern- und Abholcafé in der Städtischen Kindertageseinrichtung Berg Fidel (jeden Mittwochnachmittag, hier ist ca. alle zwei Wochen die Teilnahme der Stadtteilkoordination angedacht). Darüber hinaus fanden seit 2012 bis 2014 zahlreiche Hausbesuche sowie Beratungs- gespräche in weiteren Settings (Kindertageseinrichtung bzw. SPZ der AWO an der Trauttmansdorffstraße, Beratungsstelle Südviertel, Stadtteilhaus Lorenz-Süd, Gemein- schaftsgrundschule Berg Fidel) statt. Die Stadtteilkoordination vermittelt bei Bedarf in weiter gehende Unterstützungsangebote, wie z.B. Erziehungsberatung, Allgemeine Sozialberatung, Sure Start, JuMP. Die Zuweisung bzw. Vermittlung der Beratungsgesu- che erfolgt durch die Akteure des AK Berg Fidel sowie durch Kinderärzte, Gynäkolo- gen, Kinderklinik des Clemenshospitals, (Familien-) Hebammen, Schulen, niedergelas- sene Therapeuten u.a. sowie Selbstmelder aus dem Sozialraum. In 2013 haben 66 Einzelberatungsgespräche in 20 Familien stattgefunden; von Janu- ar bis Mai 2014 haben 20 Gespräche in neun Familien stattgefunden (2011 – 2012 nicht erhoben). Die Steigerung der Inanspruchnahme der „Frühen Hilfe“, vor allem für die Zielgruppe der von Ausgrenzung bedrohten Kinder und deren Familien, ist das Ergebnis des jetzt fast dreijährigen Engagements im Stadtteil. Münster, 04.09.2014 Katrin Schuppelius Beratungsstelle Südviertel Felix Braun Leiter Beratungsstelle Südviertel
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Josefstraße 2
- Trauttmansdorffstraße
- Heidestraße 1a
- Kinderhaus 2
- Düesberg
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Details
- Aktenzeichen
- V/0703/2014
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.09.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37